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Episode 1 - Der Auftakt

Deutschland Anfang 2025. Die Bundestagswahl steht kurz bevor. Die Straßen sind von Plakaten gesäumt, Werbespots in TV und Web begegnen uns genauso wie zahlreiche Inhalte bei Social-Media. Es ist unübersehbar: Die Parteien und Ihre Agenturen haben ganze Arbeit geleistet. Doch welche Inhalte wollen sie vermitteln? Wie die Wähler von sich überzeugen? Und wie gut gelingt das überhaupt?  Tobias, Dennis und Lennart haben sich alle größeren Parteien angeschaut. In zwei Episoden geben sie einen Überblick über die aktuellen Kampagnen. Im ersten Teil haben sie die SPD und die CDU unter die Lupe genommen.

Transcript

Speaker: Die Sitzung ist eröffnet, die erste Folge der K -Frage, dem Podcast zu politischer Kommunikation mit Tobias, Dennis und mir, Lennart. Und ja, bevor wir in die Tiefe gehen heute und uns mit der politischen Kommunikation befassen, über die wir in den nächsten Wochen, Monaten, hoffentlich Jahren uns austauschen wollen,

Speaker: Damit ihr wisst, mit wem ihr es überhaupt zu tun habt, stellen wir uns einfach einmal kurz vor und erklären euch kurz, warum wir es für eine gute Idee halten, über politische Kommunikation miteinander zu sprechen und was uns eigentlich auch dazu befähigt. Und wenn ich von Fähigkeiten spreche, dann bin ich natürlich sofort bei Dennis und würde sagen, dann mach du doch den goldenen Anfang, bitte.

Speaker: Vielen Dank, Lennart. Ich hätte mir keinen besseren Start wünschen können. Vielen Dank für die lieben Worte. Hallo, Lennart. Hallo, Tobias. Hallo, liebe Freunde der Kommunikation. Ich bin Dennis und ich schaue in diesem Podcast der Politik aufs Maul. Ich bin studierter Politikwissenschaftler, ehemaliger Journalist, ehemaliger Texte. Ich habe für Zeitungen, Werbeagenturen und internationale Unternehmen gearbeitet und arbeite heute als

Speaker: Senior Corporate Communications Manager für ein weltweit tätiges Unternehmen mit den Schwerpunkten Strategie, Change und Krisenkommunikation. Meine täglichen To Do's sind es, narrative Botschaften und Storylines zu finden, kurz gesagt die richtigen Worte für die richtigen Zielgruppen zu finden.

Speaker: Genau, diese Expertise und Erfahrung, die möchte ich auch in diesem Podcast einbringen. Das heißt, meine Fragen sind so, wie transportieren Parteien Politikerinnen und Politiker ihre Inhalte visuell, vor allem aber auch sprachlich? Und wie versuchen sie Wählerinnen und Wähler zu überzeugen und auf ihre Seite zu ziehen? Und genau, das mache ich so aus der Perspektive eines langjährigen Kommunikationsprofis und

Speaker: seit kurzem auch aus der perspektive eines podcasters denn ich glaube das sind wir jetzt alle richtig wir versuchen uns dran würde ich sagen ja nicht sagen viel sagen bis jetzt hat als einziger hier in der runde noch nichts gesagt tobias der noch mit dabei ist und dann würde ich doch in bester manier quasi schalte rüber zu tobias und ja was treibt dich an bei uns mitzumachen

Speaker: Ja, danke auch von meiner Seite, Lennart. Ich bin Tobias, hab irgendwann mal Werbung und Marktkommunikation an der schönen Hochschule der Medien in Stuttgart studiert, war dann über zehn Jahre im Bertelsmann -Konzern, verschiedenen Positionen, unter anderem als Pressereferent und zuletzt im Top 20 Management, einer der größten Kommunikationsagenturen in Deutschland. Bin jetzt Geschäftsführer einer mittelständischen Werbeagentur und

Speaker: Agenturleiter und Partner einer Digitalagentur, beide rund um Bielefeld in OWL. Und habe in allen diesen Stationen in den letzten Jahren und Jahrzehnten immer damit zu tun gehabt, Kampagnen zu entwickeln, Kommunikation.

Speaker: für Zielgruppen zu machen, versucht, Zielgruppen zu erreichen und auch wenn ich sozusagen nie mit der politischen Kommunikation direkt zu tun hatte, ist das aber genau diese Parallele, immer zu schauen, okay, was für kommunikative Botschaften gibt es eigentlich, was für Kommunikationsziele gibt es und wie können diese erreicht werden, das ist sozusagen immer meine Aufgabe gewesen und ja, insofern aus diesem Blickwinkel der Werbung und der

Speaker: der Kommunikation schaue ich auf diese ganze Sache und dazu kommt eben, dass ich schon seit ich im Grunde denken kann oder mich für Kommunikationen interessiere, Leidenschaft für Wahlkämpfe habe. Mein erster, an den ich mich so erinnern kann, ist

Speaker: 94, Kohl gegen Scharping. Da gab es damals noch so schöne gedruckte Wahlkampfzeitungen in den Briefkästen, die so aussehen wie Tageszeitungen, fand ich damals schon immer super faszinierend, was es da alles so gab. 94, das ist über 30 Jahre her und insofern habe ich den einen oder anderen Wahlkampf seitdem verfolgt und freue mich umso mehr, dass wir jetzt zu diesem Thema ein Podpass machen.

Speaker: Ja, danke. Dann noch vielleicht kurz zu mir, Lennart. Ich bin auch ehemaliger Journalist, klassisch Tageszeitung gelernt, sozusagen da in der Rolle gewesen zu gucken, was passiert, zu analysieren und auch mal kritisch zu hinterfragen, was passiert eigentlich in Politik und Gesellschaft. Und bin dann auch auf die andere Seite gewechselt in den Bereich Werbung, PR, da vor allem in der Kreation, im kreativen Bereich eigentlich unterwegs.

Speaker: und in der Kommunikation vor allem leidenschaftlich an Emotionen interessiert. Also was für Gefühle ausgelöst werden durch Botschaften, durch Verhalten, also auch durch die Nichtkommunikation sozusagen. Und lange ist es her, dass ich auch selber mal aktiv bei Wahlkämpfen mitgeholfen habe und ich weiß noch Plakate geklebt habe und so. Da erinnere ich mich dann auch immer so ein bisschen dran wie du Tobias, dass das Zeiten waren,

Speaker: die mich irgendwie geprägt haben, dass mich Politik immer interessiert hat und ich darum, ja, bis heute dran hängen geblieben bin und mich umso mehr freue, dass wir drei jetzt endlich loslegen. Wir haben lange drüber gesprochen, wir haben lange miteinander gesprochen, wir haben lange übereinander gesprochen und sind jetzt an dem Punkt, dass es losgeht. Vielleicht noch kurz für euch. Jetzt haben sich drei Leute vorgestellt aus OWL, die alle sagen, wir machen Kommunikation, aber haben ja eigentlich mit politischer Kommunikation in der ersten Phase nichts zu tun und

Speaker: Genau das war eigentlich unser Ansporn, dass wir gesagt haben, wir haben alle einen professionellen Blick auf die Art und Weise, wie Menschen und wie in der Öffentlichkeit kommuniziert wird, sind aber nicht Teil der Politikbubble, wo wir vielleicht zu verkopft dran denken und sagen, ja, aber das macht man weil oder deswegen, sondern dass wir wirklich von außen mit dem Blick gucken, wie wirkt eine Botschaft, was könnte sie ausdrücken wollen, aber was passiert auch tatsächlich? Und das wollen wir für und mit euch zusammen herausfinden.

Speaker: Ja, und jetzt würde ich sagen, geht's endlich richtig los. Genug von uns. Wir gehen ins Thema und haben uns für die erste Folge gedacht. Macht's doch Sinn, eigentlich mal einen aktuellen Überblick zu verschaffen. Wo stehen wir eigentlich gerade? Und wo stehen die Parteien gerade? Sowohl was Umfragen angeht, da kommt Tobias gleich zu, als auch der Bereich Wahlkampf. Da wollen wir euch heute einen Überblick geben über das, was die Parteien bis jetzt machen, eine kleine persönliche Einschätzung.

Speaker: Und bevor es damit losgeht, genau, Tobias, sag uns doch mal, wo stehen wir eigentlich kurz vor der Bundestagswahl 2025?

Speaker: Ja, ungefähr vier Wochen vor der Wahl sind die Zahlen eigentlich nach wie vor ziemlich festzementiert. Ich habe neulich gerade einen Post auf LinkedIn gelesen, dass vor ungefähr einem Jahr die Umfragen ziemlich genau ähnlich waren. Also das war alles auch nur in der Schwankungsbreite anders. Insofern hat sich noch nicht viel getan. Die CDU liegt so ungefähr um die 30 Prozent. Das einzig Spannende da die letzten Tage war,

Speaker: eine Inserumfrage für die Bild, die CDU unter die 30 % -Marke gefallen ist. Da muss man jetzt mal so ein bisschen gucken, wenn jetzt die Zahlen von Forschungsgruppe Wahlen und Infratest kommen, ob das da auch so ist. Aber so ungefähr bei 30 % liegt die CDU, die SPD nach wie vor bei ungefähr 15, 16. Ganz bisschen Aufwärtstrend, aber auch nicht wirklich nennenswert.

Speaker: Die Grünen kommen ja von ungefähr zehn vor ein paar Monaten, sind jetzt so bei 13, fahren da jetzt aber auch schon seit einigen Wochen.

Speaker: sage ich mal leicht auf, wo ja die Robert -Habert am Anfang gestartet hat, ist da auch etwas zum Erliegen gekommen. Die FDP größtenteils bei vier Prozent, auch da die erste Umfrage hatte sie jetzt bei fünf. Da muss man jetzt auch mal so ein bisschen abwarten, was da kommt. Die Linke bei vier und die AfD bei ungefähr 20. Da wird es jetzt auch irgendwie spannend sein, was da noch passiert. Auch da gab es jetzt so ein bisschen Schwankungen zwischen

Speaker: zwischen 19 und 21 Prozent. Und das BSW ist so um die fünf Prozent, auch da bei manchen sogar nur bei vier, also unter der Fünf -Prozent -Hürde bei den neuen Umfragen geht es jetzt tendenziell Richtung sechs, sieben. Also da werden die letzten vier Wochen jetzt sehr spannend werden, in welche Richtung diese Tendenzen da jetzt gehen.

Speaker: Und wenn wir in dem zusammen auch einmal auf die Potenzialanalyse gucken, also wie viel Potenzial haben die Parteien eigentlich dieses Mal bei der Wahl? Also wer könnte sich vorstellen, sie sicher oder vielleicht zu wählen? Da hat die CDU noch das größte Potenzial mit 48 Prozent, die SPD.

Speaker: 37, also wenn man dann sieht, dass sie bei 16 Prozent liegt, ist sie sozusagen noch lange nicht ausmobilisiert, wie man sagt. Also es ist noch ein sehr großes Potenzial, auch bei der CDU natürlich von 30 auf 48, was man da heben könnte. Die Grünen liegen diesmal nur bei 25 Prozent. Also auch da ist natürlich für die Grünen jetzt noch ein großes Potenzial, aber sie sind deutlich unter SPD und Union dieses Mal, was vor vier Jahren noch ganz anders aussah, als sie teilweise in Umfragen bei 28 Prozent lagen und

Speaker: sich im Grunde genauso viele Leute vorstellen könnten, die Grünen zu wählen, wie die CDU oder die SPD. FDP liegt bei 18%, also da auch ein theoretisch großes Potenzial, die 5 % -Hütte zu knacken. AfD 30%, Linke 12 ,5 % und BSW 18 ,5%.

Speaker: also für alle möglich, sozusagen auch von der Sicht hereinzukommen, von der AfD bei den 30 Prozent, die ist sicherlich am nächsten dran von ihren Umfragewerten zu dem Potenzial, was sie hat, gewählt zu werden. Wobei man da natürlich auch mal sagen muss, sowas kann sich dann auch noch mal leicht verschieben durch solche Attentate zum Beispiel, die passiert sind oder so, dass dann Leute, die sich eigentlich im Moment der Umfrage nicht vorstellen konnten, so jemanden zu wählen, dass es dann doch noch leichte Verschiebungen gibt, aber sicherlich nicht

Speaker: Riesen groß. Finde ich jetzt die Zahlen, die du gerade genannt hast, sehr interessant, weil man ja in den Medien bzw. dann noch in der Öffentlichkeit häufiger hört, dass die AfD ihr Wählerpotenzial im Prinzip schon so mehr oder weniger ausgeschöpft hat. Also da überrascht mich jetzt diese 30 Prozent.

Speaker: Genau, es gibt auch eine andere, ich hab's neulich auch gehört, eine andere Potenzialanalyse, da lag sie, glaub ich, bei 22. Genau, und dann ist sie natürlich im Grunde schon an ihrem Wählerpotenzial völlig ausgeschöpft, aber diese ist jetzt die neueste und

Speaker: Klar, die hat natürlich auch oder wenn man jetzt guckt, wer sich grundsätzlich nicht vorstellen kann, sie zu wählen, da ist die AfD hat natürlich auch den größten Teil in diesem Fall mit 56 Prozent, die sich das auf keinen Fall vorstellen können. Aber ja, da geht also auch für die AfD durchaus noch was, um doch noch ein Stück zu wachsen.

Speaker: Vielleicht ein allerletzter Blick auf die Kanzlerkandidaten oder auf die Direktwahlfrage, also wenn man den Bundeskanzler direkt wählen könnte. Da sieht man auch ein bisschen woher die Probleme der SPD kommen. Olaf Scholz hat da sehr schlechte Werte, liegt so bei

Speaker: bei 16 Prozent ungefähr. Friedrich Merz hat auch keine hervorragenden Werte, liegt so bei 23 bis 27 Prozent. Hat überhaupt eine hervorragende Werte, ist die Frage bei den aktuellen Kandidaten beziehungsweise Kandidatinnen. Gibt es überhaupt jemanden mit guten Umfragewerten, vielleicht auch im Vergleich zu den vorherigen Wahlen aus den letzten Jahren? Genau, also dieses Mal überhaupt nicht. Auch Robert Habeck ist zwar mit Merz gleichgezogen, wobei die Umfragen jetzt auch ein

Speaker: Tage alt sind, liegt auch bei 23 bis 27 und Alice Weidel bei 16 bis ja auch 22 Prozent, je nach Umfrageinstitut dann auch. Also insofern alle alle nicht besonders gut, alle aber relativ eng auch beieinander und das vielleicht auch, kommen wir vielleicht später noch drauf, auch ein Punkt ja für dieses Wahlkampf ist so, dass das keiner natürlich auch da so richtig heraussticht, der quasi der Hoffnungsträger der Deutschen ist und der allein schon durch seine

Speaker: Sympathiewerte die Partei mit nach oben. Positiv gedreht, es ist ein sehr, sehr offenes Rennen noch. Richtig. Ja, also ich finde schon, das ist auf jeden Fall ein Punkt, der mir jetzt gerade auch noch mal klar geworden ist, als du die Zahlen vorgelesen hast, Tobi. Ich finde es halt spannend, dass also alter Soziologen -Weisheit oder generell jeder, der mit Statistik zu tun hat, ich glaube keiner Statistik, der nicht selbst gefälscht ist, aber man fragt sich ja zumindest schon, wozu gibt es so Erhebungen über

Speaker: Potenzial -Analysen sozusagen, wenn man dann merkt, die haben so eine krasse Range. Es ist ja genauso wie gefühlt jedes Umfrageinstitut für sich sagt, wir haben eine Fehlertoleranz von zwei, drei Prozent oder so und die ja doch sehr weit auseinander sind. Warum sage ich das? Weil die da oben uns weismachen wollen das. Nein, Quatsch. Sondern warum sage ich das? Weil mir das zeigt. Du hast es gesagt, Tobi, wir sind knapp vier Wochen vor der Bundestagswahl. Also wir zeichnen jetzt auf.

Speaker: Podcast wird wenige Tage später rauskommen, das heißt in etwa genau vier Wochen bis zur Bundestagswahl. Und es ist so viel offen und so viele Parteien haben ja noch nicht annähernd das abgerufen, was sie theoretisch könnten. Sprich, wir kommen jetzt in die wirklich heiße Phase, wo es für jede Partei darum geht, um ihre Existenz, um ein gutes Wahlergebnis oder um die zukünftige Regierung wirklich mitzumischen. Und umso entscheidender kann der Wahlkampf sein.

Speaker: Genau. Und umso wichtiger ist ja auch eigentlich mit dem Wahlkampf was zu bewegen, womit wir wirklich am Punkt angekommen sind. Was versuchen die Parteien denn zu bewegen und auf welche Art? Und da haben wir uns überlegt, heute eben einen Überblick zu verschaffen über die größten Parteien, die aktuell vertreten sind oder vertreten sein könnten. Und da würde ich sagen, gehen wir direkt rein und schauen mal,

Speaker: auf die aktuelle Kanzlerpartei. Liegt zwar in den Umfragen, wie Tobi gesagt hat, nicht ganz vorne, aber stellt aktuell noch den Bundeskanzler. Die SPD. Dennis, du hast der SPD nicht nur aufs Maul, sondern auch auf den Wahlkampf geschaut. Schieß mal los. Genau. Und wie du schon gesagt hast, starten wir diesen kleinen Überblick mit der SPD, der Ehre wegen, weil sie natürlich die aktuelle Regierungspartei und den Kanzler stellt.

Speaker: Ja, Tobias, du hattest eben schon gesagt, bei 16 Prozent, glaube ich, liegt die SPD aktuell so im Durchschnitt in den Umfragen. Und dann sieht man natürlich schon die verhältnismäßig schlechte Ausgangsposition jetzt für die Regierungspartei. Und wenn ich die Umfragewerte sehe und an die SPD denke, dann fällt mir ein Spruch ein, der lautet, wer kämpft, kann verlieren und wer nicht kämpft, hat schon verloren.

Speaker: Ich weiß nicht, ihr kennt ihn vielleicht von Wandtattoos, Teppichen oder Holz, Dekoherzen, I don't know. Das ist ein Zitat von Bertolt Brecht, Dichter, Dramatiker und Kämpfer für die Arbeiterbewegung. Kämpfen ist auch ein gutes Stichwort, denn ich habe mir mal das Wahlprogramm von der SPD angeguckt und in diesem Wahlprogramm taucht insgesamt über 50 Mal das Wort Kämpfen beziehungsweise Kampf auf.

Speaker: Die SPD muss kämpfen und sie kämpft unter anderem für ein bezahlbares Zuhause, für einen starken Arbeitsmarkt, für stabile Renten. Also so im Prinzip die ganz, ganz klassischen SPD -Themen. Da wird die hart arbeitende Mitte angesprochen. Auch in starker Abgrenzung dann teilweise zur CDU, die auch ganz direkt angesprochen wird mit den Konservativen, die eben nicht das tun, was die SPD macht. Und

Speaker: Generell hat dieser ganze Wahlkampf so einen sehr kämpferischen, entschlossenen Ton. Das heißt, die SPD ist die Kümmerer -Partei, so eine Art Stabilitätsanker jetzt in unsicheren Zeiten, im Gegenpol zu Populismus, Extremismus und ganz wichtig, verfechter auch von einer eher besonderen Außenpolitik. Und da wird dann auch dementsprechend Olaf Scholz sehr, sehr stark in Szene gesetzt. Also wenn man sich jetzt beispielsweise die Plakate anguckt,

Speaker: Die zeigen dann Olaf Scholz in so Staatsmännischer Pose vor einer sehr, sehr roten Deutschlandflagge. Das heißt, es wird eben auch so ein bisschen der nationale Pathos ins Spiel gebracht. Und natürlich Olaf Scholz als besonderer Kanzler, der für Deutschland rausfährt in die Welt, der eine solide, vernünftige Ukraine -Politik gemacht hat.

Speaker: der einfach für dieses ganze Thema Sicherheit steht. Darauf zielt im Endeffekt so ein bisschen der Wahlkampf ab. Und da sieht man dann auch auf den Plakaten, da wird für Sicherheit geworben, genau, stabile Renten, wie ich eben schon gesagt habe. Genau, und der zentrale Wahlkampf -Slogan von der SPD lautet mehr für dich, besser für Deutschland. Und vielleicht nochmal, um auf eine Besonderheit zu sprechen zu kommen, die SPD fährt jetzt in den Wahlkampf einen kostmedialen Ansatz und die haben sich so eine

Speaker: so eine Besonderheit einfallen lassen. Das heißt, neben so klassischen Plakaten setzen die auch sehr, sehr stark auf digitale Formate. Zum Beispiel über den Einsatz von so einem Programmcube. Das heißt, da ist so ein QR -Code, auf den du klicken kannst.

Speaker: Und dann kommst du zum Programm der SPD. Das ist sowohl auf den Plakaten zu sehen als auch dann eben auf den Social Media Kanälen. Da werde ich sowohl in den Plakaten hier vor Ort als auch bei den Plakaten mit Scholz dann eben auf die einzelnen Programmpunkte weitergeleitet. Wenn ich meinen Senf kurz dazugeben darf, ehrlich gesagt, ich habe also gerade bei diesen QR Codes, muss ich sagen, verstehe ich.

Speaker: den Sinn nicht. Das hat für mich so ein bisschen die Erinnerung wie Tageszeitungsverlage, die irgendwie um digitale Aufmerksamkeit kämpfen. Aber ich habe so das Gefühl für mich, wo kommen die denn zum Einsatz? Also entweder bin ich auf dem digitalen Endgerät unterwegs, ja,

Speaker: Da brauch ich keinen QR -Code, auf den ich knicke. Wer hält denn ernsthaft von einem Wahlplakat an, nimmt sein Handy, putzt da irgendein QR -Code drauf und geht damit online? Also frage ich mich persönlich, ist es nicht verschenkter Platz für eine elementarere Aussage oder für ein Gesicht, als so einen großen QR -Code mit irgendeinem Satz da drauf zu drucken? Also das heißt, ich würde dir lieber eine stärkere Botschaft, ein bisschen mehr Text wünschen als dieses nette Gimmick.

Speaker: Ja, oder im Gesicht. Also es gibt ja Plakate, wo wirklich vorrangig der QR -Code drauf ist. Und ich sehe jetzt sozusagen bei der Cross -Medialität nicht den Mehrwert. Aber du wolltest gerade auch was sagen, Tobi. Ja, ich wollte gerade sagen, also das ... Ich sag mal, das klassische Plakat gibt's natürlich schon immer. Also erst mal ist es natürlich vom allerersten Punkt erst mal was anderes, als man kennt. Ist, glaub ich nicht, das allererste Plakat, was jeden QR -Code hatte, aber ...

Speaker: Es ist jetzt erstmal in der breiten Masse schon neu für so eine Bundestagswahl. Dann ist jetzt sozusagen die übergeordnete Aussage, bei uns geht es um die Inhalte und nicht mehr um einen flotten Spruch. Das wollen Sie damit auch noch sagen. Und dann kommt natürlich noch dazu, also ich glaube jetzt auch nicht, dass das massenhaft geklickt wird, aber es ist ja auch nicht nur wie bei uns hier im ländlichen Raum der Autofahrer, der dann theoretisch irgendwo anhalten müsste, sondern auch gerade in Städten, Ballungszentren, U -Bahnen, S -Bahnen, Busse,

Speaker: und so weiter. Die halten oft genug vor solchen Sachen und dann mal gerade so was abscannen und mal gucken, was da so kommt. Das kann ich mir schon vorstellen.

Speaker: Das wird sicherlich kein Gamechanger sein, aber wenn es den ein oder anderen erreicht, um da irgendwie noch ein bisschen mehr Info zu kriegen, why not? Vielleicht einmal dazu noch mal zurück. Also die Idee, und das ist auch die Agentur, die die SPD jetzt in diesem Wahlkampf betreut. Ich glaube, das war der letzte, waren auch schon so gewesen, dass es Brink hat Glück, die dann eben diese Idee hatte zu den Co -Accords. Also ich sehe es ein bisschen so wie du, Lennart. Also mir kommt es auch eher vor wie so ein Marketinginstrument, also so zum Selbstzweck mehr oder weniger. Ich würde gerne mal die Zugriffsraten

Speaker: die Zugriffsraten sehen, wie viele tatsächlich dann auf diesen Co -Accord klicken. Und egal, ob das jetzt auf ein Plakat ist, wo es dann auch einfach schwierig ist, auf den Co -Accord zu klicken oder ob das dann digital ist. Also ich würde das auch mal in Frage stellen. Ja, also so schwierig ist es nicht. Man kann die aus ziemlich großer Entfernung, ich habe es neulich getestet, also du kannst locker

Speaker: auf der gegenüberliegenden Straße im Auto sein, durchs Fenster einfach dein Handy in die Richtung halten und es funktioniert. Als Fahrer, wenn dir die Polizei entgegenholt. Als Beifahrer natürlich. Man muss da nicht direkt vorstehen oder so. Also das heißt, es werden vornehmlich die Beifahrer angesprochen mit dem QR -Code.

Speaker: Wie ich ja gesagt habe, darf man nicht nur vom ländlichen Raum hier ausgehen wie wir, die immer mit dem Auto unterwegs sind, sondern gerade in Großstädten. Und es gibt natürlich auch noch den öffentlichen Nahverkehr, da ist das natürlich anders. Aber ich meine, jetzt den kann ich mir nicht nehmen lassen. Es ergibt natürlich durchaus Sinn, weil die SPD wird ja wahrscheinlich auch, wenn, eher als Beifahrer in der nächsten Regierung vertreten sein.

Speaker: Also dem möchte ich hier keine Vorurteile übers Land hören, dass wir nur mit dem Auto unterwegs sind. Wir wissen alle von uns dreien, dass wir natürlich sehr, sehr viel auch mit dem Lastenrad unterwegs sind hier auf dem Dorf. Und da hat man dann natürlich schon die Möglichkeit, den Coal Court abzuscannen, rein theoretisch.

Speaker: Nein, also genau, ich finde, ich finde es tatsächlich, man kann es ja immer so umdrehen, ich finde es durchaus ansprechend gemacht. Also ich finde die Optik zum Beispiel bei der SPD passt. Oder ich weiß noch, Tobi, ich habe dir neulich mal einen Link geschickt zur Wahlkampf oder zur Wahlprogrammseite der SPD, die ich zum Beispiel sehr modern aufgemacht fand, wo man beim Durchscrollen wirklich viel einfach erfahren kann darüber. Also Ideen haben sie auf jeden Fall. Für mich geht aber vieles nicht so ganz zusammen. Also diesen QR -Code Ansatz jetzt mich

Speaker: packt er nicht. Mich würden auch tatsächlich die Zugriffszahlen interessieren. Wo ich gerade noch so ein bisschen hängen geblieben bin, ist irgendwie für mich, was der Inhalt angeht von der SPD -Kampagne, wo ich nicht so zusammenkomme, ist, Dennis, du sagst, es wurde über 50 -mal gekämpft oder genau 50 -mal gekämpft. Aber gleichzeitig soll ja Olaf Scholz als der Besonnene gelten, wurde er gerne jetzt auch hingestellt.

Speaker: Und das passt für mich irgendwie nicht, dass der Kanzler als Punkt nach vorne gestellt wird, der immer so besonnen reagiert, der alles durchdenkt. Aber die SPD ist die Kampfespartei, die alles nach vorne angeht. Das nehme ich ihnen dann irgendwie nicht so ganz ab mit dem Kandidaten, wo sie dann wirklich hinwollen. Also wollen sie aggressiv nach vorne oder eigentlich bewahren?

Speaker: Ich verstehe, was du meinst, weil die SPD kommt natürlich aus einer schwierigen Position. Das heißt, sie steht jetzt natürlich irgendwie für diese für diese gescheiterte Ampelregierung. Also Olaf Scholz ist, glaube ich, umfangs zufolge der unbeliebteste Kanzler, der je im Amt war. Sie sind so ein bisschen in der Zwickmühle. Sie können natürlich einerseits jetzt nicht nach vorne gehen und sagen, okay, wir wollen alles ändern, weil sie waren nun mal in Regierungsverantwortung.

Speaker: Auf der anderen Seite, dieser Kampf, der zielt ja auch mehr, was ich eben meinte, so ein bisschen auf die hart arbeitende Mitte, die dann angesprochen wird, ab. Und die SPD kämpft für unsere Sicherheit oder kämpft so ein bisschen dafür, dass alles so bleibt, wie es ist oder dass es vielleicht wieder, ja, es ist ein sehr, sehr, also es ist jetzt nicht unbedingt ein progressiver Wahlkampf, obwohl sehr, sehr oft das Wort Kämpfen drinsteckt, sondern es ist eher so,

Speaker: auf Sicherheit bedacht bewahren, wie du es auch schon gesagt hast. Das passt nicht so wirklich zusammen. Der Begriff Kampf ist natürlich auch schon seit jeher ein SPD -Begriff, nur der Begriff der Linken, der Klassenkampf und so weiter.

Speaker: Ja klar, Scholz ist der Besondere, was jetzt den Ukraine -Krieg sozusagen angeht. Aber aus Sicht der SPD hat die SPD natürlich ja auch in der Ampel darum gekämpft, die Ziele der SPD durchzukriegen. Und die waren ja aus Sicht der SPD eben zum Wohle des deutschen Volkes sozusagen. Ja, und ich glaube tatsächlich, dass mit dem Wahlkampf jetzt eher so das klassische SPD -Wählerklientel angesprochen werden soll.

Speaker: Und vielleicht die Chance gar nicht so als so groß angesehen wird, jetzt große weitere Wählerpotenziale da irgendwie zu wecken, weil eben die Unzufriedenheit dann auch so groß ist mit der Partei in den letzten Jahren. Was mich noch so ein bisschen interessieren würde, ist, wie seht ihr das? Gäbe es eine andere Möglichkeit, diesen Wahlkampf aufzuziehen? Könnte man vielleicht andere Themen bespielen oder ist das jetzt einfach der Situation geschuldet und es gibt quasi keine andere Möglichkeit, als Olaf Scholz jetzt so darzustellen und sehr, sehr stark auf dieses Thema Sicherheit zu gehen?

Speaker: Ich glaube, mit der Entscheidung für Scholz und gegen Pistorios ist es jetzt im Grunde der einzige Weg, den sie gehen konnten. Was ich mich noch so ein bisschen frage oder was ich am Anfang vielleicht erwartet hätte, wobei das auch nicht unriskant ist, ob man in einem Flight, wenn es denn wirklich drei gibt, jetzt durch die Kürze der Zeit, kann es theoretisch sogar auch sein, dass es nur zwei Plakat -Flights gibt, weil jetzt noch, wie ich gehört habe,

Speaker: sind noch nicht mal in ganz Deutschland die Plakate der ersten Welle überall am Hängen. Aber mal angenommen, es gibt drei, dann könnte ich mir schon vorstellen, dass im zweiten vielleicht noch mal so ein bisschen in die Breite gegangen wird und vielleicht ein Pistorius noch mal dazukommt oder in einem Bundesland mit einem bediepten Ministerpräsidenten, was weiß ich, Stefan Weil, oder so, dass da noch mal irgendwie, ja, so eine Art Träucker gespielt wird. Vielleicht noch

Speaker: das klingen weil dazukommt oder sowas nicht dass man so sieht okay die spd steht es ist auch breiter als nur oder schulz das gibt natürlich den kritikern immer sofort auch wieder futter zu sagen ach guck mal schulz reicht nicht das damals gab es ja scharping gegen kohl auch die treuker mit

Speaker: mit Gerhard Schröder und Oskar Lafontaine. Da hieß es dann auch immer, okay, ihr müsst sogar zu dritt kommen, weil alleine schafft man es nicht gegen Kohl. Das könnte natürlich hier jetzt auch sein. Andererseits ist Pistole nach wie vor mit Abstand der beliebteste Politiker und ähnlich wie vor vier Jahren Markus Söder, hätte er wahrscheinlich alleine durch seine

Speaker: Durch seine Beliebtheitswerte, zumindest anfangs, wie sich das entwickelt hätte, können wir mal irgendwann eine eigene Folge drüber machen. Da war zumindest am Anfang die SPD nach oben gezogen. So, das könnte ich mir vorstellen. Aber an sich ist jetzt schon die einzige Chance, voll auf Scholz zu gehen und so ein bisschen darauf zu gehen, ach ja, komm, so schlecht ist er doch nicht. Und stimmt schon, ne? Er war immer besonnen, ja, stimmt schon, ne? Ja, war vielleicht gut, dass er nicht, keine Ahnung, keine Taurus geliefert hat, whatever.

Speaker: Also ich meine, mit dem Blick auf die Uhr muss ich hier jetzt kurz so ein bisschen einhaken, damit wir auch die anderen Parteien, wo wir draufblicken wollen, noch schaffen. Kurze Anekdote dazu noch, ich meine, so kann man auch Wahlstimmen bekommen. Gerade mir passiert, quasi über eine entfernte Bekannte, die im Originalzitat sagte,

Speaker: Ich glaub, ich wähl SPD, weil irgendwie tut mir die Leid, dass die keiner mehr mag. Das ist natürlich irgendwie auch bitter, aber auch darüber kann man natürlich eventuell ne Stimme gewinnen. Nein, was ich im Ernst ... Wenn ich nur einen Abschlusssatz zu SPD sagen darf. Das ist so witzig, dieser Gag sozusagen auch war. Aber genau das ist ein Stück weit, und dieser Fokus auf Scholz ist ein Stück weit auch jetzt wieder die Hoffnung der SPD, ähnlich wie vor vier Jahren das am Ende,

Speaker: Die Leute dann sagen, ach komm, wen soll ich denn eigentlich wählen? Es wurde damals, es gibt keine Merkel mehr. Und anders ist zwar jetzt, dass Scholz so unbeliebt ist, aber und zum damaligen Zeitpunkt dieser Umschwung in den Umfragen auch schon angesitzt hatte. Aber damals waren Sommerferien bis kurz vor der Wahl.

Speaker: Also viele Bundesländer hatten sozusagen Ferien, auch große SPD -Bundesländer hatten bis zwei, drei Wochen vor der Wahl Schulferien im Sommer. Das heißt, so diese ganz heiße Phase war eigentlich so die zwei, drei Wochen davor. Und das ist jetzt so ein bisschen die Hoffnung der SPD. Es gibt jetzt, also dieser ganz verkürzte Wahlkampf verdient eigentlich zu wenig Zeit für die SPD, aber jetzt so, jetzt sind es noch vier Wochen, aber lasst uns noch mal zwei Wochen warten.

Speaker: Und diese Unsicherheit bei vielen Leuten, ach ja, was wähle ich denn und es ist keiner so richtig dabei. Ich glaube, das ist dann die Hoffnung, dass man doch irgendwie auf Scholz zurückkommt. Es ist ein Punkt, der Vergleich wird auch oft gezogen, aber du kannst 2025 nicht mehr 2021 vergleichen, weil 2021

Speaker: das Land in einer anderen Situation war und generell war die Stimmung im Land auch eine andere. Das heißt 2021, Merkel hat 16 Jahre regiert und im Prinzip war er so die Stimmung in der Bevölkerung. Er soll so weitergehen wie bisher. Uns geht es ja nicht schlecht. Und jetzt gibt es einfach einen sehr, sehr starken Drang nach einem Politikwechsel. Das heißt, diese Aufruhrjagd, die sehe ich jetzt ehrlich gesagt nicht. Und dann ist es 2021 auch noch so gewesen, wie du es gerade schon angedeutet hast.

Speaker: Da haben die auch einfach von einem sehr, sehr schwachen Gegenkandidaten mit Armin Laschet von Armin Laschet profitiert und von deren Fehlern. Und da setzen sie jetzt natürlich auch so ein bisschen drauf, dass Friedrich Merz sich noch den einen oder anderen Lapsus erlaubt. Aber ich glaube, das sieht diesmal sehr, sehr schlecht aus. Das kann man nicht vergleichen. Ich wollte gerade sagen, natürlich ist die Situation eine andere. Ich habe auch gesagt, damals war Scholz ja auch noch relativ beliebt oder zumindest neutral. Genau, ganz andere Beliebheitswerte, das kommt noch dazu.

Speaker: Du hast aber trotzdem auch jetzt wieder schwache Gegenkandidaten. Das ist sozusagen eine Parallele. Du hast keinen starken, also wenn jetzt die CDU einen richtig starken Spitzenkandidaten hätte, dann müssten die eigentlich bei Richtung 40 gehen. Die gehen aber eher gerade unter 30. Und die Grünen haben auch keinen starken. Das heißt, du hast irgendwie die AfD, die noch prozentual stark ist, die aber ein ganz anderes Wählerklientel als die SPD ist. Und ansonsten hast du da ziemlich viel

Speaker: Also ja, luftleeren Raum. Ich finde es auch spannend. Gibt ja auch jetzt eigentlich gleich die perfekte Überleitung, sich dringend mit der CDU auch zu beschäftigen, weil das sind wir jetzt genau an dem Punkt. Würde ich also zusammenfassen, vielleicht für diesen kleinen SPD -Blog erst mal sagen, wir sind uns einig.

Speaker: Wenn die SPD noch was bewegen will, braucht die Kampagne auf jeden Fall noch ein bisschen Fahrt. Also aus unserer Sicht sind wir jetzt noch nicht an dem Punkt angekommen, dass man sagt, wenn das jetzt die SPD -Kampagne gewesen wäre, wurde da ein durchgehend guter Job gemacht und die hat gezündet, sondern irgendwie muss da jetzt im heißen Wahlkampf noch der letzte Schritt passieren.

Speaker: Gleichzeitig, vielleicht auch noch mal spannend, dann sind wir wirklich beim Übergang. Das sieht ja immer alles so fern aus, aber wenn man sozusagen die beste Umfrage für die SPD nimmt, sagen wir mal 17 -18%, die schlechteste von der CDU 29%, die einen gewinnen noch 3 -4%, die anderen verlieren 3 -4%, bist du ja auf einmal gar nicht mehr so weit auseinander, dass man am Ende sagen würde, naja, der Scholz war ja chancenlos. Also da wird sich bestimmt theoretisch noch was bewegen können, vor allem,

Speaker: wenn die CDU ihren Job nicht gut macht, die sicherlich in der Poeposition steht. Und auch da, Dennis, hast du einen Blick auf den aktuellen Wahlkampf geworfen und ich denke, da sollten wir uns auch dann dringend mit beschäftigen. Ja, wir haben den Wunsch der Wahlberechtigten eben schon angesprochen. Der Wunsch nach einem Politikwechsel, den greift die CDU jetzt auch sehr, sehr stark im Wahlkampf auf. Das heißt, die ganze Positionierung ist im Endeffekt darauf aufgebaut. Da inszeniert sich die Union so als

Speaker: Kraft der wirtschaftlichen Erneuerung. Im Prinzip basiert die Positionierung auch auf einer sehr starken Kritik an der Ampelregierung. Da greift sie natürlich auch die Stimmung an der Bevölkerung auf. Das heißt, da wird eine Wirtschaft in tiefer Krise diagnostiziert, steigende Arbeitslosigkeit, schwindende internationale Wettbewerbsfähigkeit.

Speaker: Die CDU verspricht massive Steuerentlastung, Bürokratieabbau und eben die Rückkehr zu so einer pragmatischen Politik mit weniger Streit, dass auch der Ampel sehr, sehr stark angelastet wird.

Speaker: Grenz, die sich sehr, sehr stark von der SPD abnennt, aber ihr Wahlprogramm Agenda 2030 in Anlehnung an die Agenda 2010 von Schröder. Und ja, die ganze Kampagne steht unter so einem zentralen Narrativ. Und das ist dann auch der Slogan, der auf den Plakaten, auf Social Media etc. auftaucht. Wieder nach vorne. So und genau, diese Kernbotschaft, die wird im Prinzip durch alle Kanäle getragen.

Speaker: Verbunden dann noch mit so einer Aufforderung, beide Stimmen für den Politikwechsel, Fleiß muss ich wieder lohnen. Und genau, Friedrich Merz wird da so als erfahrene Führungsfigur in Szene gesetzt. Sehr, sehr groß, der Deutschland wieder auf Erfolgskurs bringen soll. Da wird so eine sehr, sehr starke Wirtschaftskompetenz zugeschrieben.

Speaker: Ein Plakat Zitat ist zum Beispiel Für ein Deutschland, auf das wir wieder stolz sein können. Und ich weiß nicht, wie geht es euch? Seid ihr stolz auf die CDU Wahlkampfkampagne? Empfindet ihr stolz, wenn ihr das seht? Gefährliche Überleitung ist undankbar. Wollen wir es sachlich betrachten? Ich finde tatsächlich, was man der

Speaker: Also was mir auffällt, wenn ich auf die CDU gucke, ist, gerade auch im Bereich Social Media, dass man offensichtlich und vielleicht ja auch er selber, also Friedrich Merz, selber verstanden haben, dass er jetzt nicht der Hardcore -Go -To -Guy ist. Also er wird nicht mehr der Kandidat sein, der vorne steht und die Leute in Massen da stehen und sagen, Friedrich, du bist mein Mann. Weil ich finde, dass die CDU für ihre Verhältnisse relativ viel sogar auf Inhalte

Speaker: und Text setzt. Also auch zum Beispiel im Bereich Social Media, wenn man sich das durchguckt, gibt es sehr viele Parteipostings, die geteilt werden sollen, wo dann tatsächlich also Inhalte auf eine Art wieder im Vordergrund stehen. Ob das jetzt einerseits diese Law -and -Order -Geschichte ist, auf so Geschichten aber auch wie zum Beispiel für Infrastruktur oder auch für wirtschaftliche Sicherheit und so. Also sie

Speaker: Sie versuchen aus meiner Sicht Friedrich Merz so ein bisschen von vorne wegzunehmen als Gesicht des Ganzen und inszenieren ihn als so mit mir packen wir sozusagen wieder an und kümmern uns darum, dass es wieder gut wird. Also es ist für mich ein klassischer CDU Wahlkampf, sagen wir es so. Da ist jetzt irgendwie wenig Anrühriges bei, also wenig Mutiges, wenig was weh tut.

Speaker: Aber ich erkenne durchaus die Idee dahinter. Hab ich das Gefühl. Ich weiß nicht, wie es euch geht. Liege ich völlig falsch? Habt ihr eine andere Einschätzung? Aber das wäre so meine. Ja, gut, es ist natürlich auch noch die erste Phase, ne? Also, da, wie du gerade sagst, klassischer CDU -Wahlkampf, die haben meistens im ersten Flight irgendwie so Themenplakate draußen. Also, dass März da jetzt schon draußen ist, ist fast schon für die CDU.

Speaker: innovativ. Auch das glaube ich ein Stück weit zur Stärkung, weil da, dass ich genauso wie du sagst, er ist natürlich nicht der, der jetzt so zieht und zumindest auf den Großflächenplakaten guckt er relativ freundlich im Gegensatz zu Olaf Scholz, der ja recht ernst verkniffen guckt. Also ich glaube, dass

Speaker: Sollte auch ein Stück weit eben dazu dienen, zu sagen, ach Mensch, guck mal, so verbissen ist der März halt gar nicht. Generell, das stimmt aber schon. Das ist vielleicht aber auch ein Thema, können wir nachher oder in einer anderen Folge auch nochmal darauf eingehen.

Speaker: Auch die CDU jetzt diesmal mit Fischer -Apelt in den Wahlkampf gezogen ist. Eine Agentur, die relativ wenig Wahlkampferfahrung hat. Aber es ist das Ergebnis auch doch wieder relativ standard. Und dafür, dass, oder das ist zumindest mein Gefühl, dafür, dass die CDU ja im Grunde am meisten Zeit hatte, sich auf Neuwahlen vorzubereiten und im Grunde ja auch danach immer gerufen hat.

Speaker: Wirken sie doch fast mit am wenigsten auch vorbereitet gewesen irgendwie. Also das zieht sich so durch den bisherigen Aufschritt. Woran machst du das fest? Also die mangelnde Vorbereitung? Ja, also einerseits allein aus diesem Zeitfaktor. Also die waren mit den letzten, die mit ihren Plakaten so draußen waren.

Speaker: dafür, dass man eigentlich sozusagen die Partei ist, die ständig ruft, jetzt müssen wir aber neue Wahlen machen, so hätten die eigentlich die sein müssen, die ab Tag eins irgendwie komplett ihre Maschinerie hätten ausrollen können, aber da hatten sie noch nicht mal die Agentur. Deswegen glaube ich, sie haben immer danach geschrien, aber glaube ich nicht damit gerechnet, dass die Ampel wirklich bricht, so kommt es mir da zumindest vor, das gibt andere intente Gründe, warum man nicht so weit war. Aber jetzt zum Beispiel auch diese Agenda 2030, die du eben angesprochen hast, denn es ist so,

Speaker: März, der eigentlich sozusagen, wenn noch am meisten Wirtschaftskompetenz zugesprochen wird und Wirtschaft eigentlich auch, wenn man jetzt mal von Migrationen und aktuellen Migrationsthemen oder Anlässen jetzt, wie das Messeradentat absieht, Wirtschaft eigentlich auch das größte Thema, es müsste das eigentlich komplett der CDU in März entgegenkommen.

Speaker: Und ich hab's neulich irgendwo gelesen, die Agenda 2010, du hast eben den Vergleich gebracht, das war damals irgendwie ein 380 -seitiges Pamphlet, was irgendwelche Expertenkommissionen jahrelang, in Anführungsstrichen, gearbeitet haben und die Agenda 2030 ist jetzt irgendwie

Speaker: ein 15 -seitiges Wahlkampfblättchen, soll sich nicht zu wertend klingen, aber dafür, dass die da eigentlich so lange dran rumgeschraubt haben, ist das halt relativ dünn vom Auftritt. Und deswegen hatte ich so das Gefühl, okay, da war man doch scheinbar ein bisschen überrascht. Also man hat jetzt nicht schon im Hintergrund eine Expertenkommission ein halbes Jahr laufen gehabt und jetzt präsentiert man zumindest ein recht gut durchgerechnetes Wirtschaftsfapier, sondern das sah doch oder wirkte doch für mich eher

Speaker: Alles nach heißer Nadel aus. Zumal die Kritik jetzt ja auch ist, dass die Disruption, die im Endeffekt dann vorne raufgeschrieben wird, ja, mit Agenda 2030, also das heißt die große Reformversprechung, dann tatsächlich ja auch nicht im Wahlprogramm dementsprechend auftaucht. Also jetzt kein Vergleich zu der SPD damals. Und ich meine, dafür hat es jetzt auch sehr, sehr harte Kritik gegeben, auch wenn es jetzt darum geht,

Speaker: die ganzen Versprechen, die dann im wirtschaftlichen Bereich gemacht werden, ja dann auch gar nicht vernünftig bzw. seriös gegenfinanziert sind. Also das war jetzt ja auch sehr, sehr häufig Thema in vielen Talkshows, in vielen Artikeln. Wobei wir da jetzt sicherlich auch, also generell vielleicht einmal für euch da draußen, die zuhören, uns ist ja auch wichtig, wir verfolgen keiner von uns irgendeine

Speaker: Parteiprogrammatik oder so. Also ist jetzt keiner bei uns irgendwie, dass wir eine bestimmte Partei pushen oder so. Wir unterhalten uns da wirklich darüber und versuchen auch nicht zu sehr auf die Inhalte zu gucken, die natürlich irgendwie immer mit eine Rolle spielen und das zu bewerten. Das heißt, das wäre jetzt für mich so eine Stelle, wo wir einmal gucken müssen, vielleicht nicht zu tief reinzugehen auf die Inhaltsversprechen, sondern wieder ein Stück zurückzukommen auch auf die kommunikativen Dinge. Und da frage ich mich,

Speaker: Und Dennis, das würde ich auf jeden Fall dich gerne auch noch mal mit ins Boot holen als derjenige, der mit aufs Maul oder auf den Text schaut. Warum schafft es die CDU in sehr emotionalen Zeiten, in denen wir leben, nicht jemanden wie mich, also ich bin Familienvater, ich habe zwei Kinder, es gibt viel, worüber ich mir Gedanken mache, aber ich könnte nicht sagen, dass die CDU mich emotionalisiert, obwohl ich ein emotionaler Typ bin und wir eigentlich in solchen Zeiten leben.

Speaker: Ich weiß nur nicht woran ich das festmache, warum mich anderes manchmal mehr packt. Hast du da eine Erklärung für? Also es ist schwierig dafür jetzt eine generelle Erklärung zu finden, aber wenn ich mir jetzt beispielsweise den Slogan angucke, wieder nach vorne, das ist sicherlich...

Speaker: solide getextet. Es wird ja auch an der einen oder anderen Stelle dann verglichen mit Make America Great Again, dass es daran angelehnt sein könnte. Es gibt aber unabhängig davon, ob ich das jetzt so sehe oder nicht, gibt es einen großen Unterschied in der Mechanik, wie der Text in den beiden Fällen funktioniert. Das heißt, du hast zum Beispiel bei Make America Great Again eine Aktivierung. Das heißt, du hast eine emotionale Ebene, dass ich als Wähler, als Wählerin eben auch

Speaker: mich daran beteiligen kann, dass ich teilhabe und dass ich selbst was dafür tun kann, um Amerika wieder groß zu machen. Du hast bei dem Slogan wieder nach vorne. Da ist keine Aufforderung drin. Im Endeffekt geht es ja auch nur um einen Rückblick. Das heißt, es geht darum, wieder etwas zu haben, so wie es früher gewesen ist.

Speaker: Auch das ist ja kein Schritt nach vorne, also nichts Progressives. Ich verstehe schon deinen Punkt. Es ist halt wenig emotionalisierend, wenn ich jetzt nur auf den Slogan gucke.

Speaker: Dazu kommt natürlich auch noch das, was wir schon am Anfang gesagt haben, dass die Personen natürlich auch jetzt nicht die stärksten Sympathiewerte haben. Das gilt letztendlich für alle Parteien, aber eben auch für die CDU. Friedrich Merz ist eben gesagt, ist jetzt auch nicht der beliebteste und trotzdem vielleicht nicht der junge Hoffnungsträger, der da mit

Speaker: sehr viel Energie und sehr viel Charisma herkommt und allein schon durch sein Auftreten jetzt irgendwie eine positive Ausstrahlung hat. Nehme damals Gerhard Schröder, als 16 Jahre Kohl war, der vor Kraft kaum laufen konnte und was man jetzt immer inhaltlich von ihm gehalten hat, aber der natürlich einfach von seinem Auftreten und seiner Kraft sozusagen schon allein eine Erneuerung irgendwie dargestellt hat.

Speaker: Genau so Christian Lindner vor ein paar Wahlkämpfen, so ein junger, smarter Typ, der die FDP außer Versenkung geholt hat und mit den Themen Digitalisierung und so weiter natürlich irgendwie sein Thema gefunden hatte, der sicherlich dann auch eine Anhängerschaft an sich gezogen hat und wo die Leute gesagt haben, guck mal, das ist ein anderer Typ Politiker.

Speaker: Robert Habeck war ja auch mal so einer, der die Grünen quasi zur Volkspartei gemacht hat. Jedes Cover war voll von Robert Habeck. So ist das der nächste Kanzler und der so eine Sprache gefunden hat, damals zumindest, die irgendwie alle möglichen Lager vereint hat und wo man so gedacht hat, Mensch, ist das jetzt vielleicht der nächste?

Speaker: Und das hat Friedrich Merz natürlich irgendwie nicht. Und letztendlich Olaf Scholz und Christian Lindner jetzt nach dem Ampelbruch auch nicht und Habeck nach dem Ampelbruch auch nicht. Und insofern ist da natürlich auch so ein bisschen jetzt so eine Leere irgendwo. Also ich glaube tatsächlich auch, dass Friedrich Merz bewusst nicht so in den Vordergrund der Kampagne gerückt wird, weil er eben auch sehr, sehr viel Angriffspotenzial bietet. Also du hast eben schon die Vergangenheit angesprochen.

Speaker: Ich glaube, der Bierdeckel ist jetzt vielleicht gar nicht mehr so vielen Menschenbegriff, aber was natürlich sehr, sehr stark, sehr, sehr stark dann eben auch in der Öffentlichkeit diskutiert wurde, sind dann teilweise seine Aussagen gewesen, sei es ja zu Migranten,

Speaker: Wenn ich jetzt an Migranten denke, die beim Zahnarzt die Zähne gezogen bekommen, was er da beispielsweise gesagt hat oder auch, sag ich mal, sein Privatjet, das sind jetzt alles Punkte, da springen die Leute oder da springen natürlich viele Leute drauf an. Und ich kann mir schon vorstellen, dass das natürlich auch so eine große Chance ist, die die SPD sieht, stärker die Person mehr anzugreifen als die Union anzugreifen und dass die Union dann eben sagt, okay,

Speaker: Angesichts dieser Ausgangslage rücken wir ihn dann vielleicht nicht so stark nach vorne.

Speaker: um die politische Richtung oder die politischen Inhalte geht. Aber genau das, Dennis, und deswegen ein super Punkt, genau das ist das natürlich, was man irgendwie von außen als Wähler sieht. Also der Bierdeckel ist ein super Beispiel, weil damals stand irgendwie Friedrich Merz für Innovation eigentlich. Vor, ich weiß gar nicht, wann das war, 30 Jahren mittlerweile. Die Steuerreform auf dem Bierdeckel, das war ja jahrelang das Zeichen dafür, dass man irgendwie entbürokratisiert und vereinfacht. Aber davon ist halt,

Speaker: im Grunde nicht mehr viel geblieben, sondern das, was jetzt bei den Leuten immer irgendwie kommt, ist ja Blackrock Manager, Privatjet, ich gehöre zur Mittelschicht, die Sprüche, die er manchmal gebracht hat und auch ein bisschen dieses wechselhafte Mal so, mal so, so und das ist natürlich irgendwie so das kommunikative Bild von außen jetzt.

Speaker: Und das ist, was wir jetzt gerade meinen, das sieht die SPD wirklich als großes Angriffspotenzial. Weil jetzt fällt mir gerade ein, dass Rolf Mützenich beispielsweise vor einigen Tagen dann den Bierdeckel groß in die Kamera gehalten hat. Dass Olaf Scholz, wie lautet das Zitat, Fritze Mehl erzählt Tünnenkram.

Speaker: Ich glaube, die SPD will ihn einfach aus der Reserve locken, will ihn reizen und zu der ein oder anderen Aussage dann eben hinreißen. Und ich finde, das pariert er aktuell sehr, sehr gut. Also wenn ich mir zu den letzten Auftritte angucke, egal ob jetzt im Fernsehen oder beispielsweise im Podcast, da gibt sich Friedrich Merz schon betont staatsmännisch sehr, sehr ruhig, besonnen und also wenig angriffslustig, sag's mal so.

Speaker: Aber das fand ich eigentlich den spannenden Punkt, als du das herausgeführt hast, Tobias. Das war so mein kleiner Aha -Effekt, weil ich so rum irgendwie für mich noch gar nicht gesehen habe. Ich hab irgendwie, ja ich sag mal, emotional da drauf geguckt und dachte, wo soll mich das richtig abholen? Aber man könnte ja eigentlich sagen, sie haben es geschafft, einen auf Friedrich Merz zugeschnittenen authentischen Wahlkampf tatsächlich zu machen, der es schafft, ihn

Speaker: Ja, wenig in den Fokus zu rücken, aber jetzt gar nicht unbedingt in einem negativen. Sondern tatsächlich könnte man es ja auch umdrehen, Dennis, bei dem Beispiel, wo du warst. Diese Angriffe wurden versucht, aber sie haben ja eigentlich gar nicht so richtig viel stattgefunden. Ja. Sondern wenn man es so umdrehen will, haben sie es ja eben, ja. Na ja, sie haben stattgefunden, aber sie haben nicht funktioniert. Ja, genau. Aber sie haben sozusagen nicht medial richtig stattgefunden, dass das jetzt richtig lange irgendwie Thema war, sondern

Speaker: Eigentlich schafft die CDU es ja doch immer aktuell so ein bisschen, sich noch positiv über den Dingen zu halten. Und wenn das natürlich irgendwie ja auch ein Stück weit ist und man das mitführt, könnte man jetzt sagen, ist die Kampagne zumindest funktional. Naja, und ich meine, die Idee, also Friedrich Merz jetzt so stark dann eben auch aufs Thema Wirtschaftskompetenz

Speaker: zu positionieren. Die ist ja auch gut, weil er dann natürlich gegenüber den anderen Kandidaten, ich sag mal, eine Art Wettbewerbsvorteil genießt. Na jetzt Privatjet hin oder her. Aber Friedrich Merz hat natürlich in der freien Wirtschaft gearbeitet, war erfolgreich, hat Geld verdient, spielt darauf auch gerne an. Also das heißt, das unterscheidet ihn dann natürlich in der Form dann auch von den anderen Kandidaten und kann diese Wirtschaftskompetenz dann eben auch so ein bisschen mit seiner Biografie begründen.

Speaker: Ja, gebe ich euch recht, aber man muss natürlich gucken, diese Kampagne oder dieses Verhalten hat dann jetzt allerdings im Moment geradezu zu wackeligen 30 Prozent geführt. Das ist natürlich eigentlich nicht das, was die CDU sich vorstellt und das ist natürlich auch eigentlich nicht das, was man sich

Speaker: als CDU wünschen sollte, wenn quasi die drei anderen großen Parteien SPD, Grüne und FDP gerade mit der unbeliebtesten Regierung, die Deutschland hier hatte, gescheitert ist. Dann müsste es ja eigentlich ein Riesenpotenzial geben, daraus wie Phoenix aus der Asche aufzustehen und Profit zu schlagen.

Speaker: im Runde auf die 40 zuzugehen. Und wenn wir gesehen haben, dass die CDU ja ein Potenzial hat von über 40, es ist ja auch, die Zeit ist ja noch nicht vorbei, wo in Deutschland der Volkspartei vielleicht zumindest an so eine Zahl rankommen kann. Also, ja, die Zeiten sind andere geworden, aber 35 hat man sich sicherlich schon als Ziel gesetzt. Und davon ist man natürlich momentweit entfernt. Und insofern

Speaker: ja, irgendwo erfolgreich und irgendwo keine Angriffe gefruchter, aber man kriegt es halt auch nicht umgedreht, dass man jetzt mit der Kampagne irgendwie so eine Art Aufbruchstimmung oder so ein Back to the Roots oder wieder nach vorn irgendwie der Bevölkerung vermitteln kann. Das muss man sich mal nochmal so sozusagen auf der Zunge zergehen lassen, denn es zusagt, dass Deutschland möchte eigentlich einen Politikwechsel. Dieses wieder nach vorn ist eigentlich, zumindest aus meiner Sicht,

Speaker: Ein guter Slogan, weil er eigentlich diesen Wunsch der Bevölkerung ja sehr gut widerspiegelt. Wir wollen ja wieder nach vorn. Und da sind drei Parteien gescheitert, die alle drei mit dem Personal antreten, was quasi für das Scheitermitt verantwortlich ist. Und Wirtschaft ist das größte Thema und da ist der Mann der Wirtschaft so.

Speaker: Woran liegt es, dass wir da nicht bei 35, 38 Prozent sind? Ja, aber du hast es gerade schon selber gesagt. Die Frage ist halt, ob die Zeiten es noch hergeben, ob es eine Volkspartei gibt, die wirklich noch 35, 40 Prozent erreichen kann, weil das Parteien -System natürlich ein anderes ist als vor 10, 15 Jahren. Und wenn du überlegst, dass eine AfD 20 Prozent

Speaker: Das sind natürlich nicht nur Nichtwählerinnen und Nichtwähler, die dann die AfD werden, sondern das sind eben auch viele Wähler, die dann von anderen Parteien kommen und in weiten Teilen dann tatsächlich auch von der CDU bzw. von der Union, weil die einfach enttäuscht sind von der konservativen Politik.

Speaker: Aber da ist ja zum Beispiel, also ich würde an dieser Stelle wieder ein bisschen den Cut machen, denn mit Bitten auf die Uhr. Wir sind schon bei fast einer Stunde und haben zwei Parteien geschafft. Finde ich schade, weil die Diskussion eigentlich gerade auch ganz cool ist. Was wir wieder festhalten können ist, Friedrich Merz war ja auch mal angetreten, wenn ich mich recht in Sinne als CDU -Chef mit der Ansage, die AfD zu halbieren. Wenn wir dabei bleiben würden und die annähernd zur CDU gingen, wären wir ja sogar bei den Prozentzahlen, die du halt genannt hast, Tobi. Also man merkt irgendwie,

Speaker: Die CDU kann auf jeden Fall bei den extrem Konservativen, nennen wir es mal so, aktuell glaube ich nicht, die abgreifen, die sich da noch bewegen lassen. Und was dazu für mich aber wieder zu dem Punkt führt, also auch da sind wir uns eigentlich einig, aus meiner Sicht, dass die CDU auch, wenn sie noch nach oben kommen will, auch noch mal irgendeinen echten Impuls jetzt in der letzten Phase setzen muss, der ich würde es jetzt emotionaler nennen oder der vielleicht

Speaker: punktierter ist, der noch mal irgendwie dahin geht, dass man sagt, ja, ich möchte wirklich mit denen gehen. Der berühmte Vorwurf, Schlafwagen, der ja bei der CDU so ein bisschen kam, würdet ihr den aktuell quasi zum Ende hin unterschreiben, dass das bis jetzt so ist?

Speaker: Also gestern hätte ich es dir unterschrieben und du hast gerade von einem Signal gesprochen und jetzt kann man vielleicht dazu sagen, wir nehmen am 23 .01. auf. Jetzt ist die Tat in Aschaffenburg ein Tag her und darauf hat die CDU jetzt sehr emotional und sehr entschlossen reagiert und auch Stichwort Richtlinienkompetenz dann eben auch versprochen, direkt am ersten Tag sozusagen der Regierung

Speaker: dann wirklich harte Maßnahmen, dann Punkte um Migration einzuführen und ganz illegale beispielsweise komplett abzuweisen. Und ich glaube schon, dass das ein Punkt ist, wo jetzt versucht wird, die Wähler zu emotionalisieren und da nochmal einen Punkt zu machen. Aber das wird jetzt genau der spannende Punkt, weil grundsätzlich, sag ich mal,

Speaker: kann die CDU im Vergleich zur AfD bei so radikalen Positionen dann eher nur verlieren. Weil bei der Wähler oder der Wähler der radikales Will dann immer eher zum Original in Anführungsstrichen geht. Das ist in dem Fall die AfD. Das heißt, die AfD hat es ja auch relativ einfach. Sie haben es ja heute schon versucht, dann durch Alice Weidels Angebot da gleich zusammenzuarbeiten. Also, die AfD hat es relativ einfach, die CDU dann wieder in so eine Ecke zu drängen.

Speaker: Ihr werdet doch eh nichts machen, weil mit uns macht ihr auch nicht zusammen und mit wem wollt ihr das denn dann zusammen machen. Das wird eher tendenziell eigentlich jetzt schwieriger für die CDU. Also bin ich mal sehr gespannt, in welche Richtung das geht.

Speaker: Absolut. Und es wird ja wahrscheinlich auch noch eine ganze Menge passieren, was sich da auch wieder drauf ausschlagen wird. Aber ja, fand ich einen total spannenden Diskurs, der mich auch noch mal weitergebracht hat, tatsächlich persönlich mit Blick auf das Ganze. Und ja, mit Blick auf die Uhr auf jeden Fall Zeit, dass wir hier mit der CDU erstmal aufhören. Wir haben ja noch eine ganze Menge vor.

Speaker: uns auch die anderen Parteien anzuschauen und wenn ich es mir recht überlege macht es wahrscheinlich Sinn, dass wir an dieser Stelle

Speaker: für heute einen kleinen Cut machen und ihr in der zweiten Folge von der K -Frage, dem Podcast über politische Kommunikation, alles zu den weiteren Parteien hört. Und das Beste ist, die Folge kommt direkt quasi im Anschluss, also am besten abonnieren und dann direkt weiterhören. Ich habe heute irgendwie schon eine ganze Menge mitgenommen, das fand ich cool. Tobi, Dennis, ich würde sagen, an dieser Stelle schon mal ein kurzes Dankeschön. Die erste Folge ist im Kasten, oder?

Speaker: Die erste Folge ist im Kasten. Und um auf den Anfang zurückzukommen, wir sind Podcast -er. Die Frage wäre damit beantwortet. Ja, ich denke auch. Jetzt dürfen wir uns da... Das haben wir schon mal gedacht, Männer. Ja, da hast du recht, Tobi. Wir haben das schon mal gedacht. Aber dieses dunkle Kapitel kommt, wenn wir Awards gewonnen haben und dann darüber berichten können. Irgendwann werden wir übereinander auspacken in irgendwelche Bestsellern, die wir dann veröffentlichen werden, auf großen Bühnen.

Speaker: Aber bis dahin würde ich sagen, also von mir nochmal vielen Dank an euch beide. Mir hat's Spaß gemacht. Danke zurück. Danke sehr. Und dann fehlt mir nur ein Tschö mit Ö. Tschau tschau. Tschö tschö tschö.

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