Zencastr
00:00:00
00:00:01
Speed1x
Format
Share
Embed
Report

Episode 2 – Von Grossen und Kleinen

Teil 2 der Übersicht über die aktuellen Kampagnen zur Bundestagswahl 2025. Tobias, Dennis und Lennart haben nach dem Blick auf die SPD und die CDU nun den Fokus auf die anderen Parteien gelegt, die aus ihrer Sicht eine realistische Chance auf den Einzug in den Bundestag haben. Doch welche Botschaften wollen Grüne, FDP, AfD, Die Linke und das BSW vermitteln? Und wie gut gelingt Ihnen das?

Transcript

Speaker: Ja, da sind wir wieder bei der K -Frage, der Podcast über politische Kommunikation. Wir sind in dem Fall immer noch die neun Podcaster, Dennis, Tobias und ich, Lennart. Alle drei aus dem Bereich Kommunikation und Marketing in Agenturen und Unternehmen.

Speaker: Und wie ihr in Folge 1 gehört habt, blicken wir ganz besonders mit dem Blick von Kommunikationsprofis auf die politische Kommunikation, weil wir nicht in der Berliner Bubble sind und uns jeden Tag damit beschäftigen. In Folge 1

Speaker: Hört sie euch einfach am besten an. Haben wir uns mit dem aktuellen Wahlkampagnen der SPD und CDU kurz beschäftigt und machen heute weiter mit Teil 2. Einen kurzen Abriss darüber, wo stehen die Parteien eigentlich gerade im Wahlkampf? Was bringen sie medial so nach draußen? Und genau, was erwartet uns vielleicht noch so in den nächsten Wochen? Wie gesagt, hört euch Folge 1 an. Da haben wir über SPD und CDU gesprochen. Heute wollen wir uns mit den weiteren Parteien beschäftigen.

Speaker: Und da würde ich direkt rübergeben zu Tobias, der einen Blick auf die Grünen geworfen hat.

Speaker: Ja, danke Lennart. Genau, ich habe mir, wie in Folge eins, die Dennis, die SPD und die CDU angeguckt hat, habe ich mir die Grünen angeguckt und der Wahlkampf der Grünen ist bisher, und das wird wahrscheinlich auch so bleiben, sehr stark auf Robert Habeck zugeschnitten, der ja der Spitzenkandidat und auch der Kanzlerkandidat der Grünen ist, wie es am Anfang hieß.

Speaker: wenn ihnen das Volk dahinträgt, dann ist das auch möglich. Aber mittlerweile ist er auch offiziell der Kanzlerkandidat. Der Wahlkampf hatte mit den Küchentischgesprächen noch vor Weihnachten begonnen, was ein recht innovatives Format eigentlich war, sehr auf online zugeschnitten, wo Robert Habeck gesagt hat, dass nach dem Scheitern der Ampel er jetzt

Speaker: Ja, den Menschen erst mal sozusagen zuhört und die Probleme der Menschen sich gerne anhören möchte und an die Küchentische der Republik gekommen ist. Das war so die erste Phase. Mittlerweile sind natürlich auch die Plakate draußen, die

Speaker: bei den Themenplakaten sehr einfach gestaltet sind, also Grün mit sehr großer Typo und sehr einfachen Formeln wie Leben bezahlbar machen oder Frieden in Freiheit sichern, Schulen und Kitas sanieren, Natur und Klima schützen, also sehr einfache Botschaften.

Speaker: Und ansonsten personell sich immer auf Robert Habeck und Annalena Baerbock stützen mit den einfachen Slogans Zu, Versicht oder Zusammen. Also ein sehr gefühliger Wahlkampf bisher. Und der Wahlkampf -Slogan ist ein Mensch, ein Wort, der sozusagen diese Headlines immer abbindet.

Speaker: Dazu gibt es jetzt auch einen neuen Wahlwerbespot, der gelauncht wurde, der auch auf dieses Thema ein Mensch ein Wort eingeht, dass es eben wichtig ist, von wem dieses Wort kommt, dass es dann eben mehr Gewicht hat.

Speaker: auch alles sehr zugeschnitten auf Robert Habeck und die ganze Kampagne ist so ein bisschen, sag ich mal, das war am Anfang noch deutlicher, hat seit dem Bruch der Ampel oder seit dem Wahlkampfstart der Grünen eigentlich den alten Robert Habeck so ein bisschen wieder ausgegraben, so möchte ich es mal sagen. Der Wirtschaftsminister, der lief so parallel, aber plötzlich wurde in der Kommunikation eigentlich wieder der alte, positive Robert Habeck der großen Linien rausgeholt.

Speaker: Und das hat auch ein Stück weit am Anfang ganz gut funktioniert, aber auch da, ähnlich wie wir es bei Olaf Scholz hatten, sind die Werte von Robert Habeck natürlich deutlich schlechter gewesen, die Beliebtheitswerte deutlich schlechter als das

Speaker: vor zwei, drei Jahren noch der Fall war oder auch vor dem letzten Wahlkampf, weil, ja, Stichwort Heizungsgesetz und solche Sachen, E -Auto, Prämien, Stopp und so weiter, schlechte Wirtschaftslage, das alles wird natürlich dem Wirtschaftsminister Robert Habeck

Speaker: zu Verhängnis sozusagen und da kann noch so positiv jetzt diese kommunikative Richtung sein. Das ist natürlich etwas, was mit seinen persönlichen Werten ganz eng verknüpft ist. Dazu kommt noch, dass dann jetzt zwei Themen eigentlich den Grünen Wahlkampf überschatten. Das ist einmal

Speaker: Robert Habecks Idee von Sozialabgaben auf Kapitalerträge und dann das Thema Stefan Gelbhaar. Man könnte also sagen, ein bisschen alles wie immer bei den Grünen. Es gibt viele Nebenkriegsschauplätze, auf die ich jetzt aus meiner Sicht gar nicht zu sehr eingehen wollen würde, wenn wir uns so kurz damit erstmal beschäftigen. Vielleicht gibt es ja noch mal irgendwann einen tieferen Blick auf das, was bei den Grünen passiert oder auch irgendwann eine Nachbetrachtung. Was mich interessieren würde,

Speaker: Als sich herausgestellt hat, dass Jung von Matt die Kampagne der Grünen macht, hättet ihr euch das erwartet, was jetzt bei rausgekommen ist? Ja, da sprichst du auf jeden Fall einen guten Punkt an. Also als ich den Namen gelesen hatte, hatte ich jetzt auch eine sehr, sehr starke Kreation erwartet. Und die ist es in meinen Augen dann nicht geworden. Also Tobias hat gerade schon die Plakate auch beschrieben. Im Mittelpunkt steht im Prinzip der Mensch.

Speaker: ein Mensch ein Wort und das sind dann eben Robert Habeck und Annalena Baerbock. Ja, das Setup ist ja relativ klassisch, das heißt, ein sehr, sehr großes Porträt und dann jeweils verbunden mit einem Wort und das ist dann bei Habeck Zuversicht, bei Baerbock ist es zusammen. Die Kandidaten blicken frontal in die Kamera, es wirkt alles sehr vertraut, freundschaftlich.

Speaker: Also was mir so ein bisschen fehlt, ist einfach eine konkrete Botschaft. Also Tobias hat es eben auch schon gesagt. Es ist sehr, sehr gefühlig. Es ist emotional. Es soll natürlich auch Zuversicht ausstrahlen. Nur jetzt gucken wir uns die aktuelle Situation an. Ich meine, Deutschland geht vielleicht in drittes Jahr Rezession. Das heißt, wir sind im wirtschaftlichen Niedergang. So, wir brauchen konkrete Lösungen. Und da hilft es natürlich nicht, wenn ich jetzt einfach sage Zuversicht zusammen. Und das ist für mich auch so ein bisschen

Speaker: Also wenn ich mir zum Beispiel das Plakat von Robert Habeck angucke, mit Zuversicht, er macht auf diesem Plakat einen sehr, sehr verkniffenen Eindruck. Also das ist meiner Meinung nach eine totale Textbildschere. Ich weiß nicht, wie das gekommen ist, dass dieses Plakat veröffentlicht wurde. Dann, um noch einmal kurz auf das Baerbock Plakat zu kommen, zusammen, ja, was zusammen?

Speaker: Sollen wir zusammenhalten, zusammen wählen gehen, zusammen Sport machen? Also für mich ist das einfach sehr, sehr unkonkret und es wabert so ein bisschen dahin. Also ich finde auch tatsächlich, das stand jetzt, enttäuscht mich an der Kampagne. Erstens, da würde ich auch Tobi gleich noch mal zu fragen,

Speaker: mich es dir damit geht. Ich bin auch sehr überrascht ob der Fotoauswahl, also ich finde es gibt sehr viel charismatischere Bilder von Robert Habeck als das was ausgewählt wurde. Was mich vor allem stört ist, oder was heißt stört, was ich kritisch sehe. Ich finde der Anfang der Kampagne mit den Küchentischgesprächen, was du auch gesagt hast Tobi, ist eigentlich echt gut geglückt.

Speaker: Also da hat man so das Gefühl gehabt, da steht jetzt einer, der möchte zuhören, der nimmt das mit, der möchte von den Leuten wirklich hören, was sie bewegt. Das haben sie dann auch gut umgesetzt. Also auch mit, dass es vor Ort dann Videos gibt, hatten auch ein hohes Tempo da drin. Also auf diese Ankündigung, das soll es geben, zack, kamen die ersten Videos. Und ich habe wirklich gedacht, da wird jetzt ein Storytelling, ein Narrativ richtig in diesem Wahlkampf passieren. Und dann kommt die erste Plakatebene, die aus meiner Sicht

Speaker: weder emotionalisiert, noch Inhalte mitliefert. Weil also, ich meine, irgendwie Kitas und Schulen, Doppelpunkt, sanieren. Das ist für mich einfach relativ inhaltslos. Und so ist es dann für mich auch, wenn ich gemein bin, ausgerechnet das Wort Zuversicht zu nehmen. Wo man sagen könnte, als kritisierter Wirtschaftsminister sozusagen, ja, er hat nicht geklappt, aber lass doch positiv bleiben. Ist ja jetzt auch nicht so eine starke Botschaft, also da fällt mir so viel mehr ein,

Speaker: Da hätte ich auch tatsächlich gedacht, also am Anfang hätte ich gedacht, oh ja, hat man sich was gedacht mit den Küchentischgesprächen. Jetzt gerade finde ich, hat die Kampagne und zwar nicht aufgrund von Habeck und der Nebenkriegsschauplätze, die sind schwierig. Aber wenn man zum Beispiel sich Robert Habeck bei YouTube anguckt, wo er viele direkte Ansprachen hat und eigentlich, finde ich, Leute sehr gut auf seinem Weg mitnimmt und seine Carbismavorteile ausspielt,

Speaker: hat aber die Kampagne durch die Plakatierung und das, was passiert, unfassbar an Fahrt verloren. Und ich finde, das merkt man auch an den Umfragen, die du ja gesagt hast, Tobi. Also, dass nach so einem ersten Peak jetzt gefühlt schon so eine Sättigung passiert, wo irgendwie nichts Neues dazukommt, ist so mein Gefühl. Das verstehe ich nicht. Aber das liegt aus meiner Sicht nicht an den Plakaten. Also, ich finde die auch nicht besonders gut. Also, ich gebe dir auch recht, dass das nicht so zusammenpasst. Wobei jetzt

Speaker: rein, also erst mal auf die Doppelspitze noch mal Baerbock Habeck zu setzen, finde ich durchaus richtig. Und dann darauf zu gehen, so, dass bei diesem Küchentisch dieses Zuhören und da ist einer und der ist irgendwie positiv und hört jetzt zu und der will daraus was lernen.

Speaker: Dass das zuversicht und zusammen, das finde ich, passt schon ganz gut dazu. Also das ist schon, wer jetzt von diesen Küchendischgesprächen mitbekommen hat, und das ist natürlich die viel kleinere Zahl, als die jetzt, die diese Plakate sehen, der kann da durchaus irgendwie das zusammenkriegen, finde ich. Aber wenn man jetzt davon ausgeht, dass natürlich diese Küchendischgespräche Nische sind und die Plakate das erste sind, was die Leute sehen,

Speaker: Ja, dann soll das natürlich so ein bisschen bei diesem alten Robert Habeck anknüpfen, der halt früher vor dem Wirtschaftsminister für Zuversicht stand und für Zusammenhalt. Und das ist jetzt auch der nächste Schritt, der kommt, der Bündniskanzler, nicht der Bundeskanzler, sondern der Bündniskanzler, was er jetzt in großen Städten an irgendwelche

Speaker: Stellen gebeamt wird, wo es dann irgendwie eine Strafe gibt, damit man halt Presse davon hat. Das ist sicherlich so ein Jung -von -Matt -Move jetzt auch, um irgendwie aufzufallen. In München war es glaube ich das erste Mal.

Speaker: So, und eben der Kanzler, der im Gegensatz zu den anderen Ampelparteien eben nicht der Streithammel war oder nicht der, der wie Scholz es halt eben nicht geschafft hat, den Laden zusammenzuhalten, sondern eigentlich ist Robert Habeck halt, aus Sicht von Robert Habeck, derjenige, der das hätte so geschafft, die zusammenzuhalten. Naja, du willst halt, ja, ich glaube, das Ziel ist so ein bisschen in Zeiten von so einer gesellschaftlichen Spaltung,

Speaker: Streit, den es in der Ampel gab, so ein bisschen an den Zusammenhalt der Gesellschaft zu appellieren. Das finde ich grundsätzlich von der Zielrichtung auch gut. Auch die Reduktion so eben auf das Wesentliche. Wenn wir jetzt zum Beispiel bei den Plakaten bleiben, finde ich gut. Aber für mich ist es immer sehr, sehr viel Emotion und sehr, sehr wenig Inhalt.

Speaker: Wenn ich zum Beispiel an 2021 denke, da gab es auch schon mal so einen Slauung mit zusammen, dann hieß es aber zusammen, Punkt, wachsen, Punkt. Da hattest du zumindest so eine Art Dramaturgie drin. Hier steht einfach nur das Wort. Die Leute schreien quasi noch konkreten Lösungen.

Speaker: Und da hilft es jetzt natürlich auch nicht, wenn wir uns alle an die Hand nehmen und fröhlich den Sonnenaufgang gegenreihen. Ja, aber erstens ist ja noch die erste Phase der Plakate. Und zweitens hast du natürlich damit auch ein Grundproblem der Grünen, dass sie im Moment die drängenden Themen oder sehr schwer Antworten auf die drängenden Themen geben können. Also das urgrüne Thema

Speaker: Klima ist im Moment gerade nicht en vogue, sag ich jetzt mal so. Sondern du hast das Thema Wirtschaft und hast mit Robert Habeck den Wirtschaftsministerländer, du hast eben gesagt, dem die Schuld dafür gegeben wird, dass es so schlecht läuft. Du kannst also schwerlich sagen, da kannst du dich nicht positionieren. Und da kommt jetzt Robert Habeck und der macht das besser, sondern da sagt natürlich jeder, ja, wegen dem ist es ja so. Das heißt, du musst also irgendwie erklären, dass aus Sicht der Grünen

Speaker: es gar nicht so schlimm war. Und außerdem irgendwie, er ja das nächste Jahr dafür sorgen musste, dass das Gas in Russland weggebrochen ist und so weiter und so fort. Nein, du hast die zwei wichtigsten, die zwei wichtigsten Wahlkampfthemen laut Umfragen sind eben Wirtschaftspolitik und Migration. Das sind natürlich beides Themen, das jetzt nicht die Kernthemen der Grünen sind. Da können sie sich jetzt nicht dementsprechend positionieren. Da wird ja auch, es wird sogar auch gesagt, hätte die SPD können, wäre sie ja noch viel radikaler oder

Speaker: viel strenger vorgegangen. Und die Grünen sind sozusagen die Linkesten in der Regierung gewesen, die am wenigsten wollten. Das heißt, das ist auch nicht Thema der Grünen. Und insofern bleibt natürlich schwierig, da ein kommunikatives Konzept nach außen zu stellen, wo man jetzt Lösungen anbietet.

Speaker: Also was mir noch zusätzlich auffällt, sind einfach dann auch handwerkliche Fehler. Also ich hatte eben schon angesprochen, dass du diese Textbildschire hast bei Robert Habeck, wo dann eben Zuversicht drauf steht und er ein verkniffenes Gesicht macht. Dann hast du aber auch Plakate, wo keine Personen drauf zu sehen sind. Unten steht der Slogan, ein Mensch ein Wort und oben drüber steht aber Frieden in Freiheit, Doppelpunkt sichern.

Speaker: Das sind meiner Meinung nach vier Worte und nicht ein Wort. Also das sind einfach so Sachen, das sind so kleine Ungereimtheiten, wo ich dann ehrlich gesagt nicht verstehe, wie das so einer renommierten Agentur dann in dem Fall passieren kann. Das sind ja Spitzfindigkeiten, aber trotzdem die Summe macht es dann eben. Na, ist ja richtig. Aber ich meine, gut, vielleicht liegt es wirklich daran, dass es irgendwie schnell gehen musste. Mir prägt es trotzdem, dass ich von der Agentur Stand jetzt mehr erwartet hätte. Was ich eben gerade deshalb nicht verstehe ist,

Speaker: Ich glaube schon, dass Robert Habeck von den Spitzenkandidaten wahrscheinlich der ist von allen, der am ehesten emotionalisieren kann.

Speaker: Weil er vom Typ her ein gewisses Charisma mitbringt. Und dass ich deshalb aber nicht verstehe, warum das, und da bin ich wirklich für mich bei den Plakaten, ich hab das selten so deutlich gehabt für mich, dass das so gar nicht in die Richtung geht. Also dann wird quasi das Gegenteil von Emotionalität ist ja Schulen und Kitas sanieren. Das ist ja nicht mal ein Versprechen. Das ist ja erst mal nur eine Aussage. Wo ich aber auch sagen würde, sag mir eine Partei, die jetzt sagen würde, das seh ich anders.

Speaker: Es gibt keine Differenzierung. Ja, und auch so ein bisschen Wohlfeil, würde ich sagen. Und wenn man es dann wenigstens irgendwie emotionalisieren würde in Richtung von, weil wir nicht nur an die Starken denken dürfen oder so, und man dann über Kinder versucht, das Ganze mitzunehmen. Oder diese grünen Themen zu spielen, weil am Ende, ja, haben wir medial natürlich einen starken Punkt auf Migration, wir haben einen starken Punkt auf Wirtschaft. Aber wir haben ja trotzdem auch ganz viele Menschen, die sich Gedanken um Familienpolitik machen, um Schulpolitik machen, die medial nicht so stattfinden.

Speaker: die man aber vielleicht damit abholen könnte und Habeck sicherlich und die Grünen damit ja auch viel eher einen Punkt setzen könnte. Ähnlich wie bei der SPD mit den QR -Code -Plakaten darf man jetzt auch nicht die kleinen Laternenplakate der ersten Welle als die wichtigsten Sachen an denen jetzt diese Kampagne hängt sehen.

Speaker: Die sind da, wie wir es in Folge eins auch schon gesagt haben, die sind auch irgendwo dazu da, zu sagen, okay, es ist jetzt Wahl und es ist Wahlkampf und sie holen ein Stück weit, ja.

Speaker: Sie sind nicht gut gemacht, da gebe ich dir recht, aber sie holen mit den Themen so ein bisschen grüne Themen irgendwo ab. Aber das sind da sicherlich nicht die Hauptkommunikationsmittel, mit denen jetzt der grüne Wahlkampf irgendwie ... Sondern? Welche Kommunikationsmittel siehst du dann als wichtiger an, wenn wir jetzt auf Maßnahmen -Ebene sind? Viel wichtiger finde ich die 18 -Eintel -Plakate, die großen Plakate.

Speaker: sowohl bei SPD als auch bei den Grünen oder bei allen Parteien, weil man muss ja auch dazu sagen, diese grünen, also diese überregionalen

Speaker: Plakate für die Laternen werden ja auch immer gemischt mit den ersten bestimmten Kandidaten vor Ort. Das heißt, die sind ja sowieso meistens noch mal anders gestaltet oder die heben die Person davon. Das heißt, du hast ja immer nur eine Beimischung.

Speaker: den Kandidaten, den ersten Kandidaten der Parteien und dann hast du hier und da mal noch, was weiß ich, ein QR -Code -Plakat oder hier und da mal noch so ein grünes Plakat dazwischen und auch nur, wenn es die Regionalverbände bestellen und zu ihren eigenen Sachen dazumischen. Also hier beispielsweise in Bündnis ist ja kein einziges Plakat mit dem QR -Code, weil

Speaker: der SPD -Kandidat, der Erststimmenkandidat hier relativ stark ist und sich hier beim Battle mit dem CDU -Kandidaten liefert und alles nur voll ist von deren persönlichen Plakaten. Das heißt, du hast überhaupt kein einziges QR -Code -Plakat hier. Deswegen will ich nur damit sagen, die Wesselmänner, also die großen 18 Einzel, das sind die, das Straßenbild prägenden Kampagnenplakate und jetzt nicht unbedingt das, was wir uns jetzt hier im Internet angucken, was auf diesen Kleinen drauf ist. Stimmt. Wobei, bei mir haben diese kleineren durchaus Wirkungen,

Speaker: Aber ich gebe dir schon recht, natürlich. Nur, ich bleibe dabei. Wir haben einen sehr kurzen Wahlkampf. Aus meiner Sicht musst du da quasi mit Power anfangen und dich noch immer weiter steigern. Und bis jetzt hat der Wahlkampf für mich bei den Grünen mit Power gestartet und du hast das Gefühl, da passiert was, auch auf der emotionalen Ebene.

Speaker: Und das ist schon sehr abgeflacht. Also aktuell habe ich das Gefühl, nicht nur mit den Botschaften, sondern auch mit der ganzen Ansprache, dass du irgendwie denkst, da passiert was Innovatives, was frisch und mir ans Auge fällt oder so, wofür die Grünen ja an sich auch ein bisschen stehen wollen. Das finde ich, ist aktuell misslungen. Ich höre mir gerne noch eine Gegenrede an. Dann müssen wir zum Ende kommen, damit wir zur nächsten Partei kommen. Ich merke auch, die Grünen verdienen eigentlich einen Deep Dive, weil man wahrscheinlich noch viel mehr erzählen könnte.

Speaker: Ich wollte nur kurz noch sagen, ich gebe dir vollkommen recht, dass diese Power voll verloren gegangen ist. Das liegt aber aus meiner Sicht darin, dass seit zwei Wochen inhaltlich bei den Grünen nur um, ja, ich sag mal, Habecks Eigentor gesprochen wird und jetzt auch noch der Skandal dazugekommen ist. Und dann natürlich jetzt mit dem, sag ich mal, mit dem Fokus auf die AfD, Elon Musk und so weiter und jetzt auch noch das Messer -Attentat.

Speaker: dazu auch noch die Themen sozusagen abhandengekommen sind. Also dieses Positive, mit dem HW gestartet ist und seine Themen und Küchentisch und so weiter, hat er sich halt selber ein Stück weit dann durch seinen Vorschlag kaputt gemacht, weil natürlich überall, wo es dann um die Grünen ging, nur um diesen Vorschlag gegangen wurde und jede Partei natürlich auch, also jede andere Partei darauf eingestiegen ist,

Speaker: Und insofern bist du mit den eigenen Botschaften gar nicht mehr durchgekommen. Also selbst eben die eben angesprochene Jung -Von -Matt -Aktion, diesen Bündnis -Kanzler überall draufzumachen. Ich weiß nicht, wie viele Leute das wirklich mitbekommen haben, das wissen wir jetzt als Kommunikatoren. Aber selbst das ist völlig untergegangen, weil jeder nur noch darüber gesprochen hat, so, ah ja, jetzt will er auch noch Kapitalerträge besteuern. So, sehe das, der hat nichts gelernt. Okay, aber jetzt mal auf dem ...

Speaker: Also auf den Punkt würde ich gerne eingehen, weil es ist nicht so lange her, da hatte Robert Haber quasi den kommunikativen Fail mit dem Heizungsgesetz, also den inhaltlichen und kommunikativen Fail. Und er ist, ich glaube, da sind wir uns alle einig, mutig einer der begabtesten Kommunikatoren in der deutschen Politlandschaft. Wie kann es dann passieren,

Speaker: dass er jetzt mit den Steuern auf die Kapitalerträge einen weiteren Fehler macht. Also grundsätzlich finde ich es ja gut, mit konkreten Vorschlägen auch, vielleicht auch mit progressiven Vorschlägen, mit mutigen Vorschlägen in den Wahlkampf zu gehen und wirklich Lösungen präsentieren zu wollen. Ja, was vielleicht andere Parteien dann nicht unbedingt machen. Aber auch das wirkt wieder so unausgegoren und so schlecht kommuniziert. Da frage ich mich, wie kann das ein zweites oder zum Wiederholten mal passieren?

Speaker: da gebe ich dir in so weit recht, ich finde halt, was zu wenig gemacht wird, ist außerhalb der Kampagne auch Dinge dann weiterzutreiben, weil ich bin mir gar nicht sicher, ob diese Kapitalertragsgeschichte wirklich so negativ für viele Menschen in Deutschland klingen müsste. Also es gibt auch ganz viele Leute, die wahrscheinlich sagen würden, ja richtig, so dass man da auch mal dran geht, weil die haben überhaupt keine Aktien oder sonst irgendwas. Aber es ist dann sicherlich kommunikativ nicht gut begleitet.

Speaker: Ich muss uns an dieser Stelle kommunikativ begleiten und hier zu einem Ende kommen, weil ansonsten wird es kein zwei, sondern ein Dreiteiler, weil wir haben ja noch ein bisschen was vor uns. Wenn du natürlich aber noch einen wirklich noch einen Gedanken hast, Dennis, hau raus, das ist kein Thema, nur dass wir dann zum Ende kommen und zur nächsten Partei.

Speaker: Also wenn du jetzt die Steuern auf die Kapitalerträge siehst, dann kannst du natürlich zum einen es so drehen und sagen, okay, da sind jetzt auch die Kleinsparer von betroffen und mittlerweile legen, glaube ich, große Prozentzahlen, die sind in den letzten Jahren auch deutlich gestiegen, legen sehr, sehr viele Bürgerinnen und Bürger in Deutschland ihr Geld in Aktien an, in ETFs.

Speaker: Die fühlen sich natürlich davon bedroht, aber man hätte es hier theoretisch auch so drehen können, dass du sagst, okay, da sind jetzt erst mal nur die Reichen von betroffen und natürlich nicht die Kleinsparer, weil dann kommt wieder diese Furcht in der Bevölkerung und das spielt natürlich genau in dieses Narrativ rein, dass die Grünen im Endeffekt die Bevölkerung gängern wollen, wo die anderen Parteien dann voll draufgehen können. Und ich glaube, dass Habeck da auch, ich gebe dir recht, er ist einer der besten Kommunikatoren, aber ich glaube, der hat halt manchmal

Speaker: kommen ihm Ideen, wo er hat die Tragweite dieser Ideen in der Bevölkerung oder auch im politischen Gegnertum einfach falsch einschätzt. Das passiert den Grünen ja auch relativ häufig. Lennart sagte es eben so, wir sind eigentlich schon wieder da, wo die Grünen irgendwie in jedem Wahlkampf sind. Die haben eigentlich immer irgendwelche Themen, die vielleicht gar nicht so schlecht gedacht sind oder die vielleicht eigentlich nur ganz kleine Dinge sind. Veggie Day war ja auch kein

Speaker: kein Thema, womit die es Deutschland revolutionieren wollten. Aber die sind relativ schlecht in der Einschätzung oder in der Einordnung, wie manche Themen ankommen oder wie sie ausgeschlachtet werden. Und ich glaube, in dem Fall hat Habeck dann wahrscheinlich einfach diese Idee gehabt, Mensch, das ist doch mal ein guter Ansatz, darüber zu diskutieren. Ja, und das ist ehrlich gesagt... Auch gleich in der Gutgläubigkeit, dass man ja einen konkreten Vorschlag bringt, ohne da sich darüber im Klaren zu sein, was das eigentlich für ein Eigentor ist.

Speaker: Ja, und das ist mir dann in den Fällen, die du auch gerade beschrieben hast, auch nochmal mit dem Veggie -Day beispielsweise, also es erstreckt sich jetzt ja über Jahre solche Vorfälle im Prinzip, solche kommunikativen Fails, und da ist es mir dann auch ein Rätsel, wie in so einem großen Partei, in so einem professionellen Parteiapparat,

Speaker: es da kein Erwartungsmanagement gibt oder keine Krisenkommunikation, die sowas im Vorfeld dann eben schon im Blick hat und dann vielleicht auch einfangen kann. Weil die weiß natürlich, wie der Medienbetrieb funktioniert und wie die Leute dann da reingehen, wie die anderen Parteien reingehen und was die dann im Endeffekt daraus machen.

Speaker: Da kann ich dann ja am Ende nicht überrascht sein, dass so ein Thema so eine Eigendynamik entwickelt. Also da würde ich jetzt wirklich einen Break machen, weil ich finde es tatsächlich, wir haben ein Thema ohne Ende, aber ich glaube gerade bei den Grünen könnte man insoweit auch noch in die Tiefe gehen, weil

Speaker: Natürlich haben die Grünen auch ein spezielles Medienverhältnis, könnte man auch wieder sagen. Also es ist ja auch überdurchschnittlich wie ein kleiner Satz dann teilweise medial ausgeschlachtet wird, weil Tobi hat es ja schon mal in der letzten Folge angedeutet, sicherlich die Grünen auch.

Speaker: einerseits eine höhere Wählerpotenziale haben, wer sie wählen möchte, sie aber auch ein sehr großes Potenzial mitbringen an Leuten, die sie auf keinen Fall wählen möchte. Sie erfahren sehr, sehr viel Ablehnung. Der Zeitgeist spricht im Moment gegen sie, definitiv. Generell, dass dann Thematiken so ausgeschlachtet werden, macht es teilweise bei einem Satz...

Speaker: Ja, ganz ehrlich, wir leben in Zeiten, wo im öffentlich -rechtlichen Fernsehen darüber diskutiert wird, ob Hitler Kommunist war, aber gefühlt wird mehr darüber dann diskutiert, ob es ein Veggie Day war. So, wenn man das jetzt mal zusammenspinnen will, überspitzt gesagt. Aber das sind natürlich Sachen, okay. Nur wenn wir da jetzt zu tief reingehen, dann schaffen wir den Rest nicht mehr. Darum würde ich sagen, an dieser Stelle

Speaker: Auch da kurz zusammenfassend, ein bisschen mehr stand jetzt, hätten wir uns alle erwartet, wenn Jung von Matt als Agentur da reingeht. Warten wir, ob da noch irgendwas kommt. Es ist auf jeden Fall schwer für die Grünen, den Habeckzug, wie man vor Jahren vielleicht gesagt hätte, der angerollt ist, jetzt aber noch mal Power drauf zu bekommen. Und wenn, bin ich gespannt, wie es funktionieren wird.

Speaker: Genau und ein Satz noch dazu, wenn die Öffentlich -Rechtlichen bei ihren Kanzlerduellen bleiben und Habeck da sozusagen nicht bei ist, macht das Ganze halt eben noch schwerer und dann sind wir eigentlich bei der Duellsituation, die SPD und CDU sich wünschen. Was übrigens auch schon wieder ein spannendes Thema wäre für Kommunikation, inwieweit welches Kanzlerduell

Speaker: eigentlich auch gerechtfertigt oder notwendig wäre, weil die natürlich schon einen Impact haben, der nicht zu unterschätzen ist. Einen nicht zu unterschätzenden Impact, würde ich sagen, hatte auch die FDP auf die vergangene Ampelkoalition. Ja, in dem Fall bin ich direkt dran. Die FDP

Speaker: wird verantwortlich gemacht für das Ende der Ampel. Warum das so ist, ist sicherlich irgendwie nachvollziehbar. Es war eine wilde Zeit Ende November und ja, die ist bis jetzt sozusagen, hat sich ja sehr negativ auf die FDP ausgeschlagen. Also nach den Querelen über das interne Papier und den D -Day und allem Pipapo

Speaker: liegt die FDP ungefähr bei vier, es gibt vielleicht eine Umfrage bei fünf Prozent und kämpft damit nicht um weniger als ihre Existenz, weil ob diese Partei es noch mal schaffen würde, wenn sie im Bundestag nicht vertreten wäre, noch mal zurückzukommen, darf zumindest bezweifelt werden. Umso wichtiger ist sicherlich der Wahlkampf der FDP.

Speaker: der kommt daher mit grundsätzlich erstmal dem Kernslogan alles lässt sich ändern. Dazu sehen wir besonders viel oder fast ausschließlich auf den meisten Gestaltungen Christian Lindner, mittlerweile ja eigentlich schon ein bekannter schwarz -weiß -Fotografie, also erst das zentrale Gesicht nach wie vor der FDP und wird umrahmt von

Speaker: diversen Slogans, klassisch in Schwarz -Gelb eigentlich diesmal gehalten. Also das Magenta kommt weniger zum Einsatz als jetzt wirklich große, meist sehr klare Typos in Schwarz -Gelb und Slogans wie Schulden, Kinder haften für ihre Eltern, schön reden ist keine Wirtschaftsleistung, alles geben auch für deinen Job oder Migration, auch guter Wille muss Grenzen setzen.

Speaker: Die FDP aus meiner Sicht versucht, auf so zwei Ebenen ihr Narrativ aufzubauen. Zum einen als die Anti -Scholz -Partei. Also Christian Lindner und Olaf Scholz sind ja in jedwedem Rede nicht mal duell, sondern wenn sie nur übereinander reden, geprägt von Schuldzuweisungen und ich mache alles anders und besser. Vor allem möchte aber die FDP eigentlich über ihre klassischen Kernthemen nach wie vor kommen.

Speaker: den möglichst viele Freiheiten, niedrigere Steuern, mehr Verantwortung für die Bürger, Bürokratieabbau sind nach wie vor eigentlich so die klaren Punkte der FDP, die sich versucht eben von dem D -Day -Paper nach wie vor zu erholen. Es ist jetzt auch aktuell irgendwie weniger Thema, sondern auch die FDP ist aus meiner Sicht im

Speaker: normalen Wahlkampf in Anführungsstrichen angekommen, versucht sich Gehör zu verschaffen und aus meiner Sicht, wie das funktioniert, würde ich vielleicht lieber von euch wissen. Die Kampagne finde ich grundsätzlich fast schon auch bekannterweise durchaus gelungen. Also es ist erstmal etwas, wo man eine klare Wiedererkennung hat, wo ich schon, wenn ich irgendwie unterwegs bin, relativ klar wahrnehme, das ist ein FDP -Plakat und rein aus meiner

Speaker: jetzt auch Textersicht mit gewissen Emotionen finde ich, das sind gut gemachte Texte, die ich erstmal verstehe und die mich tatsächlich ein bisschen emotionalisieren. Das meine ich jetzt gar nicht wertend, aber das ist meine Einschätzung dazu. Dennis, du hast die wahrscheinlich auch schon gesehen. Wie nimmst du das wahr, gerade auch aus inhaltlicher Sicht?

Speaker: Bevor ich auf die Inhalte komme einmal aus aus textlicher Perspektive finde ich es auch, dass die Plakate am saubersten getextet sind.

Speaker: Du hast eben gesagt, der Slogan ist alles lässt sich ändern. Was sich auf jeden Fall nicht ändern lässt, ist Christian Lindner schwarz -weiß porträtiert auf dem Plakat. Denn die Plakate haben wir glaube ich auch 2017 und 2021 mehr oder weniger genauso gesehen. Das heißt, es ist ein sehr, sehr personenzentrierter Wahlkampf. Also es wird alles auf die Karte Christian Lindner gesetzt.

Speaker: Wahrscheinlich in Ermangelung möglicher weiterer Kandidaten, die man eventuell noch porträtieren könnte, außer vielleicht Agnes Strack Zimmermann. Natürlich sehr, sehr große Beliebtheitswerte genießt. Ansonsten, ja, wie du schon gesagt hast, das ist so eine Antithese zum links -grünen Mainstream.

Speaker: Es ist eine sehr sehr starke Personalisierung. Ich finde es ja also die die die Aussagen sind pointiert. Du hast es eben schon gesagt Vaterstaat ist nicht ein Erziehungsberechtigter auch das zum Beispiel ist sehr sehr sauber getextet. Das ist eine ganz klare Ansprache. Es steckt ein bisschen Witz drin.

Speaker: Vielleicht dazu noch einmal ganz kurz, die Agentur, die hier federführend ist, ist Heimat, die hat das die letzten beiden Wahlkämpfe auch schon gemacht. Ja, es klingt ansprechend, es greift so ein bisschen den liberalen Grundgedanken auf, auf vielen Plakaten.

Speaker: Es ist jetzt nicht unbedingt konkret, also es sagt jetzt nicht, was die FDP ganz konkret gegen die aktuelle Situation machen möchte. Aber mir ist es auf jeden Fall positiv aufgefallen, also es sind gut gestaltete, gut getextete

Speaker: Plakate, die definitiv haften bleiben und klar, Christian Lindner sehr, sehr groß in Szene gesetzt. Das ist halt auch ein sehr persönlicher Touch. Ich finde es auf jeden Fall gelungen, auch wenn es natürlich schon sehr, sehr oft gesehen wurde und es jetzt nichts Neues ist.

Speaker: Genau, also das sehe ich ähnlich. Was ich halt gekonnt finde, aus jetzt texlicher Sicht, ich finde, was es halt schafft, ist so eine Art dystopische Grundhaltung zu verbinden mit unterschwellig, es sei denn ihr entscheidet euch für uns. Also so dieses, eigentlich ist es schlecht, aber wir sorgen dafür, dass die Zukunft besser werden kann.

Speaker: Ja, also dystopisch würde ich gar nicht sagen, weil wenn ich mir jetzt die unterschiedlichen Plakate angucke von den Parteien, dann ist tatsächlich die FDP, so wie ich es jetzt sehe, die einzige Partei, die eine Art Zukunftsversprechen gibt. Weil du hast beispielsweise die SPD, die sehr, sehr stark auf Sicherheit setzt. Du hast die CDU, die wieder nach vorne möchte, das heißt, die auch eher einen Rückblick macht. Und dann hast du die FDP, die ganz klar sagt, okay, alles lässt sich ändern.

Speaker: Das ist ja schon deutlich zukunftsgerichtet. Auf jeden Fall. Ich meine nur, aber das, was ich am Texting gekonnt finde, ist, wenn du zum Beispiel sagst, Schulden, Kinder haften für ihre Eltern, dann gibst du ja eigentlich sozusagen die Nachricht mit, wenn weiter Schulden gemacht werden, wird es den Kindern in diesem Land schlecht gehen. Und ich finde, sie schaffen es aber dadurch sozusagen, den Subtext mitzuliefern. Wir tun was dagegen. Ob das jetzt, also noch mal, wir reden hier über

Speaker: Inhaltsversprechen oder Inhalte, inwieweit die funktionieren. Und es ist witzig. Es ist witzig. Es hat einen Kniff, weil du eben dieses Wortspiel aufgreifst und es genau umdrehst. Und da bleiben die Leute natürlich, da bleibst du erstmal vor stehen und denkst, Moment mal, das kenne ich doch irgendwie anders. Also es schafft natürlich auch eine gewisse Aufmerksamkeit. Es ist jetzt nicht platt getextet. Das ist sehr, sehr sauber.

Speaker: Und trotzdem, wenn wir jetzt aus unserer Texta -Bubble rausgehen, muss man sagen, stehen sie ja fast unverändert. Ja, vielleicht haben sie es von drei auf vier Prozent geschafft. Und da würde mich auch noch mal dein Blick irgendwie interessieren, Tobi, weil du ja auch so ein bisschen mehr in diesen Wellen noch denkst. Glaubst du, dass so Leute wie Marie -Agnes Strack Zimmermann noch mehr eingebunden werden, je näher es auf die Wahl zukommt? Oder glaubst du, es bleibt so Lindner zentriert?

Speaker: Ich glaube, dass die Stragg Zimmermann auspacken müssen, weil es, glaube ich, so nicht reichen wird. Weil die, ja ... Ich gebe euch recht mit den Plakaten, die sind so ... singulär betrachtet. Ja, mit die Besten vom Text und was ihr gerade schon rausgearbeitet habt. Aber sie sind eben auch das, was man seit Jahren von der FDP sieht. Und selbst, also ... Ich weiß gar nicht, ich will jetzt nicht drauf wetten,

Speaker: Netto vom Brutto oder wie auch immer das aktuelle Plakat da genau heißt. Ich weiß nicht, ob es das nicht vor vier Jahren genauso gegeben hat. Nur mit, anstatt schwarz, irgendwie in blau oder so. Aber das größte Problem ist halt irgendwie Christian Lindner. Der ist nun mal irgendwo das Gesicht der Ampelsprengung.

Speaker: So, und aus Mangel an Alternativen zentrieren sie sich natürlich wieder totaler drauf. Aber ich glaube, dass das bei vielen Leuten halt eher zu einer Gegenreaktion inzwischen führt. Der alte LeFau so, erst sprengt da die Regierung, jetzt lässt er sich hier wieder in Schwarz -Weiß als den Poster -Sunny -Boy plakatieren. Ich glaube, bei vielen ist diese Ablehnung größer geworden. Und dass jetzt das Kernklientel der FDP

Speaker: Ja, das hat man damals beim Rausfliegen auch gesehen. Das ist ja so bei vier, fünf Prozent. Also, die werden jetzt nie mehr zwei Prozent rausfliegen, sondern letztes Mal hatten sie auch, glaube ich, 4 ,9 so. Das heißt, das ist irgendwie ausgeschöpft und irgendwie darüber hinaus wird es schwer, wen zu kriegen. Und ich glaube, deswegen müssen sie Agnes Strack -Zimmermann aus dem Hut zaubern, weil die hat es auch in einer schwierigen Lage für die FDP beim Europawahlkampf immerhin auch geschafft, ein ordentliches Ergebnis zu holen.

Speaker: Und ich könnte mir vorstellen, dass die da irgendwie noch versuchen, die rettenden 0 ,5 Prozent irgendwie zu holen. Das finde ich einen guten Punkt, den du auch gesagt hast, weil wenn ich so vom Gefühl, ein reines Gefühlsding, haben wir jetzt ja sowohl bei der SPD als auch bei der CDU gesagt, da muss irgendwie noch was kommen. Also so, um noch ein bisschen Tempo reinzubringen. Bei der FDP habe ich so ein bisschen das Gefühl,

Speaker: jetzt habt ihr euer Pulver aber auch schon verschossen sozusagen. Also weil je länger ich die Plakate natürlich sehe, umso mehr habe ich mich auch daran gewöhnt. Also dann ist vielleicht das etwas auffallendere Wording oder sowas ja auch schon übergegangen. Und ich glaube tatsächlich, ihnen fehlt der Ansatz, wo sie sich nochmal glaubhaft drauf stürzen könnten, wenn sie nicht. Stragg Zimmermann zum Beispiel nach vorne nochmal stellen, die vielleicht noch ein paar Leute anspricht, weil am Ende

Speaker: fand ich auch wichtig, was du gesagt hast, Tobi, wird es ja wahrscheinlich darum gehen, bei den anderen Parteien geht es darum, so viele Stimmen wie möglich zu bekommen. Ich glaube, die FDP muss echt versuchen, mit einer Kommunikation und einer Programmatik sich irgendwie über fünf Prozent zu hieven, um zu überleben. Das heißt, glaube ich, sehr klar und reduziert auf Kernzielgruppe und irgendwie dafür sorgen, dass man die abholt. Oder wie seht ihr das?

Speaker: ich denke auch und also hätte ja auch am anfang sein können ich glaube das war auch ein bisschen das kalkül der fdp dass nach diesem nachdem man sozusagen diesen bruch eingefangen hat und das die paper und dann weihnachten und so dass man dann dass das dann schon wieder halb vergessen ist was ja auch stimmt aber dass man dann sozusagen mit dieser

Speaker: Ja, mit diesem alten Weg und dem schwarz -weißen Lindner und den knackigen Sprüchen schon wieder in die Spur kommen. Und bisher hat die FDP immer einen guten Wahlkampf gemacht oder meistens. Und hat ja auch meist zweistellige Ergebnisse geholt. Und das war ja auch zumindest das kommunizierte Ziel, dass man wieder zweistellig werden will. Und ich glaube, man sieht jetzt halt einfach, dass das nicht so richtig funktioniert. Und jetzt, wie du sagst, jetzt hat man schon viel Pulver verschossen. Also ich hätte mir sogar vorstellen können, dass mal wirklich ein ganz anderer

Speaker: eher demütigerer Stil vielleicht das Überraschendere gewesen wäre, als jetzt sozusagen wieder einfach darauf zu gehen. Weil, also Christian Lindner ist halt auch einfach nach drei Jahren Regierung und nach acht, neun Jahren, die es die Plakate gibt, nicht mehr der frische Sonny Boy, wie damals der im T -Shirt mit dem Handy da eben sitzt und man sagt so, wow, frischer Politiker, cooler Stil, knackig geschnittenes Video. Das ist halt einfach acht Jahre her oder neun. Naja, also ich mein,

Speaker: Wir haben es am Anfang, Lennart Duert hat es am Anfang schon gesagt, die FDP wird natürlich so hauptverantwortlich gemacht für den Bruch der Ampel. Und das wird jetzt natürlich versucht, positiv zu drehen, indem Lindner eben diese disruptive Kraft so ein bisschen zugeschrieben wird. Das heißt, alles lässt sich ändern. So er hat im Prinzip die Politik geändert. Er hat dafür gesorgt, dass die Ampelregierung mehr oder weniger zerbrochen ist, was viele Wählerinnen und Wähler in Deutschland sich wünschen. Deswegen kann ich den Kniff schon verstehen.

Speaker: Wenn wir jetzt aber daran denken, also wir hatten eben darüber gesprochen, dass Marie -Agnes Strack Zimmermann eventuell noch weiter in Szene gesetzt werden kann, da bin ich mal gespannt, wie das passieren kann, weil wenn ich jetzt an den Europawahlkampf denke, was auch sehr personenzentriert war auf Marie -Agnes Strack Zimmermann, und da hieß es glaube ich Oma Courage, Eurofighterin, also auch

Speaker: sehr, sehr cool in Szene gesetzt, sehr, sehr gut getextet. Ob das jetzt auch noch mal aufgewärmt wird und wie willst du das auf den Bundestagswahlkampf beziehen? Also wie willst du sie da inszenieren? Das ist natürlich nochmal eine andere Geschichte. Das wird aus meiner Sicht der Wahlkampf wird nicht auf sie irgendwie umgedeutet werden oder die wird nicht quasi sprüchetechnisch jetzt auf

Speaker: auf diese besondere Art, wie ihre Wahlkämpfe immer gestaltet wurden, das wird nicht ungemünzt. Ich glaube nur, dass sie versuchen, sie mit draufzuholen. Die Frage ist, wie? Ein gemeinsamer Slogan, Freiheit in Europa oder klare Kante in Europa, klare Worte in Europa. Alles lässt sich ändern in Deutschland und in Europa. Dass das so als gemeinsames Narrativ so ... Wie fragt's immer, wenn man in Europa für die Freiheit kämpft? In Deutschland und zusammen sind wir eine wichtige Kraft.

Speaker: Ich glaube, da wird halt eben auch noch mal am Ende, wenn es so knapp bleibt, man weiß ja auch nicht, was passiert, aber wenn es so knapp bleibt, wird, glaube ich, noch mal dadurch versucht, daran zu appellieren, dass eine liberale Kraft als wichtig angesehen wird. Weil ich glaube, viele Deutsche würden grundsätzlich unterschreiben, dass eine liberale Partei wichtig ist für das Parteinspektrum.

Speaker: Aber jetzt vielleicht gerade nicht die FDP, aber wenn es dann sozusagen um Leben oder Tod geht, ähm, der Partei, dann sagt der eine oder andere vielleicht, ja, komm, stimmt schon, so, dann wähl ich die, ne? Und dass man das versucht, noch mal rauszuholen. Zumal man ja auch bei aller Skurrilität sagen muss, wir wissen ja überhaupt nicht, wie die Wahl ausgeht. Es kann ja am Ende sein, dass die FDP tatsächlich auch mit vielleicht sechs Prozent eine Regierungspartei wird, weil's für andere Dinge gar nicht reichen. Und ähm ...

Speaker: Also wenn wir bei der Mobilisierung des Kern -Clientes sind, dann vielleicht auch nochmal eine aktuelle Meldung. Es gibt natürlich auch viele Vertreter aus der Wirtschaft, die die Wende wollen und viele Vertreter aus der Wirtschaft sind auch eher pro FDP und ich hatte heute gelesen, dass es eine Kampagne gibt, die morgen in der FAZ, also wir nehmen heute am 24 .01. auf, die morgen in der FAZ beginnen soll.

Speaker: Und da steht drauf, wir wollen eine starke FDP. Und da sind sehr, sehr viele führende Köpfe aus der Wirtschaft abgebildet, die sich ganz klar dafür aussprechen, die FDP zu wählen. Also das ist eine ganzseitige Anzeige. Jetzt weiß ich nicht, ob das nur in der FAZ erscheint. Das wird vermutlich auch noch in weiteren Leitmedien erscheinen. Ist natürlich auch nochmal ein guter Punkt. Kann vielleicht auch nochmal viele Leute mobilisieren. Und läuft unter der Operation Rettet die FDP.

Speaker: Aber das Klientel, das diese Zeitung liest oder dann so eine Anzeige sieht, das sind ja sowieso eher die Pro -FDP -Leute. Nach der Vergangenheit viele von diesen Anzeigen immer, dass irgendwer für irgendwen oder eine Stars für Gerhard Schröder, keine Ahnung. Meistens hat das nicht so viel Einfluss auf die tatsächliche Wahlentscheidung.

Speaker: Ich finde eher, es ist quasi die Bestätigung von dem, was wir gerade drüber gesprochen haben, dass sie offensichtlich erkannt haben, dass sie echt am Schwimmen sind. Für mich ist das eher so der Punkt, wir erreichen die breitere Masse nicht, wir müssen irgendwie gucken,

Speaker: also eine bestimmte kleinere Klientel zu erreichen. Und da sind dann von mir aus Unternehmer oder sonst was, die das zieht. Aber spannend allemal, auf jeden Fall. Besonders stolz bin ich auch darauf, dass wir, glaube ich, jetzt unterschwellig den Leuten klargemacht haben, wann wir so aufzeichnen. Weil ich glaube, am Anfang haben wir gesagt, es ist der 23. Januar. Jetzt hast du zurecht gesagt, wir nehmen schon am 24. Januar auf. Ja, wir arbeiten. Um 0 .09.

Speaker: so richtig und sind immer noch nicht am ende also zur fdp würde ich sagen haben wir uns auch jetzt ein bild gemacht waren uns da ja auch dann so eigentlich relativ einig würden uns so gut aber allesamt sehr gespannt ob und was da noch kommt und

Speaker: ja was die was die fdp tun kann und ich sehe es aus so also aller spätestens wenn es die fdp bei einem nächsten bundestagswahl in der form gibt bei einer nächsten bundestagswahl bin ich gespannt ob dann mal was gänzlich anderes wiederkommt ja gänzlich anders ist sicherlich auch die partei über die wir jetzt sprechen die die afd haben wir vorher kann man ja auch ehrlich sagen auch darüber diskutiert wie wie machen wir das

Speaker: Aber am Ende waren wir alle der Meinung, sie ist mittlerweile im politischen System nur mal sehr dominante Kraft geworden, die natürlich auch sehr eigenwillig und besonders kommuniziert. Und zumindest da mal einen Blick darauf zu werfen, was da passiert, ja, wollen wir dann schon tun, gehört für uns dazu. Hat ja auch viel mit den Gesamtergebnissen auch zu tun und auch mit dem, wie die anderen Parteien auftreten.

Speaker: Ich habe mir das einmal ein bisschen angeschaut und muss sagen, ich finde es spannend, während du bei den meisten Parteien sehr einfach, übersichtlich irgendwie gefunden hast, was in so die Kernwahlkampagne ist. Die meisten haben sogar irgendwie eine Kampagnenseite mit Social Media Hubs, wo man direkt Vorlagen runterladen kann und Video und allem Pipapo. Bei der AfD

Speaker: ist das tatsächlich weniger. Am Ende kommt die AfD relativ kurz und knapp daher mit Zeit für Deutschland, das ist der Kernslogan, der dann

Speaker: teils erweitert wird noch mit dem mit dem Alice für Weidel, Alice für Deutschland, ein ja auch sicherlich sehr mindestens diskussionswürdiger Slogan, der ja eventuell auch einen doppelten Boden hat, über den man

Speaker: Ja, eigentlich nicht hinweg gucken sollte, den ich jetzt aber auch nicht näher thematisieren möchte, weil über manche Dinge auch jedes Wort irgendwie vielleicht zu viel verloren ist. Aber Zeit für Deutschland und dann letztendlich arbeiten sie mit mit Slogans wie endlich wieder sagen dürfen, was man will. Zeit für unseren Aufschwung. Endlich frei sein im eigenen Land. Jetzt für den Frieden kämpfen.

Speaker: und Zeit für unsere Kultur. Was auffällt ist, das unterscheidet es in meiner Wahrnehmung ein bisschen von früheren Kampagnen, ist tatsächlich die Darstellung der Menschen auf den Plakaten.

Speaker: sehr zentraleuropäisch, aber diverser dafür. Also du hast junge Mädels, du hast den Arbeiter mit Helmen, du hast … Migranten. Migrantisch gelesene Personen auch. Genau. Und das …

Speaker: zieht sich für mich bis jetzt tatsächlich durch den Wahlkampf der AfD der der Bundespartei offiziell, dass man das Gefühl hat, er ist diesmal orchestrierter und durchdachter und ein bisschen zurückhaltender. Das ist meine erste Einschätzung. Und man dann aber, da kommen wir bestimmt ja gleich auch noch kurz zu, über Landes - oder Stadtverbände so bestimmte

Speaker: Dinge setzt, die dann viral eigentlich gehen sollen und sozusagen die andere Seite nochmal deutlich machen und mitnehmen. Ja, das vielleicht kurz so zur Einschätzung. Also alles im klassischen AfD, blau mit rot und weiß, also das, was man kennt. Da ist jetzt wenig überraschend, was Gestaltung angeht. Sehr einfaches Wording. Ja, das wäre so mein Punkt, der mir erstmal aufgefallen ist.

Speaker: Ja, da kann ich direkt anschließen. Also mich hat das jetzt auch wenig überrascht, weder visuell noch sprachlich. Du hast gerade schon so ein paar Begriffe in Raum geworfen. Zeit für Deutschland. Häufig tauchen Wörter auch wie Stolz, Heimat. Das ist im Prinzip so das Kernnarrativ, das die AfD dann auch bedient. Quasi die Rückkehr in alte Zeiten ins gute alte Deutschland.

Speaker: Was mir auffällt ist, das ist aber nur ein Gefühl. Ich finde es nicht so aggressiv wie bei den letzten Wahlkämpfen. Ich hatte jetzt auch einige Auftritte von Alice Weidel gesehen, also gestern zum Beispiel bei Maischberger, als sie damals Sarah Wagenknecht war. Ich habe das Gefühl, dass sie sich

Speaker: etwas zurückhält, nicht mehr ganz so aggressiv in der Rhetorik ist, vermutlich mit dem Ziel, um etwas breitere Wählerschichten anzusprechen. Weil ich glaube, wir hatten auch schon über das Wählerpotenzial in der letzten Folge gesprochen. Ich glaube, dass es bei der AfD

Speaker: relativ ausgereizt ist, weil du jetzt erst mal so deine Stammwählerschaft hast. Und jetzt geht es darum, vielleicht noch so den einen oder anderen von der Union rüberzulocken, der eben auch sehr, sehr kritisch ist zum Thema Migration, dem die Union da vielleicht nicht offensiv genug ist und die zu bekommen, indem man sich in vielen Punkten dann eben etwas gemäßigter gibt und vielleicht dann doch wählbar macht für wechselwillige Wähler.

Speaker: da würde ich also ich weiß was du meinst und bei den plakaten oder dem dem sozusagen den plakatierten außenauftritt würde ich dir auch recht geben bei der rhetorik von alice weidel mich weil sag ich mal die die parteitagsrede die sie gehalten hat war ja die radikalste die sie eigentlich je gehalten hat und sie war ja früher eigentlich immer eher der gemäßigte flügel der

Speaker: schon fortgeschrittenen AfD, sag ich jetzt mal so, aber sie war natürlich eigentlich mal jemand, der einen Hörer aus der AfD raushaben wollte. Aber wenn ich da kurz einhaken darf, ich glaube tatsächlich, dass da eine Doppelstrategie gefahren wird. Also du hast einerseits quasi die parteiintern Veranstaltung,

Speaker: sage ich mal, wie dann so eine Parteirede, die sehr, sehr offensiv ist, wo sie sehr, sehr krass, eine krasse Rhetorik antaglicht. Dann hast du aber so, sage ich mal, so öffentliche Auftritte, wie dann zum Beispiel bei Maischberger, wo eben nicht nur die AfD -Wählerinnen und Wähler zugucken, sondern dann eben auch die anderen, wo sie sich in meinen Augen betont gemäßigt gibt oder verhältnismäßig gemäßigt.

Speaker: Aber auch bei Maischberger hat sie ja vehement verteidigt, dass Hitler ein Sozialist war. Gut, das ist nicht gemäßigt. Das wollte ich gerade sagen. Das ist mäßig gemäßigt, sage ich jetzt mal so. Ja, natürlich. Ich gebe dir Recht, dass sie versucht, ein Stück weit vielleicht Staatsmanager aufzutreten und jetzt nicht sofort, beispielsweise jetzt Maischberger ins Wort zu fallen und darum zu keifen und gerade jetzt gestern in Abgrenzung zu ...

Speaker: Sarah Wagenknecht vielleicht dann eher die ruhigere, die besondere, die über den Dingen stehende Person zu sein. Aber was die Inhalte angeht, sehe ich das nicht gemäßigter.

Speaker: Vor allen Dingen auch ja, parteiintern, aber gerade der Parteitag zum Beispiel war ja massiv dann von Medienbegleitung. Das ist ja klar, dass man diese Zeichen gehen ja dann auch nach außen und das war ja beileiben. Man fühlte sich an düstere Zeiten erinnert. Da gebe ich dir vollkommen recht. Sie ist auf jeden Fall, sage ich mal, auch in den Systemmedien, wie sie dann von der AfD oft genannt werden, präsenter.

Speaker: Also das ist nicht nur die Sendung beim Maischberger, sondern letzte Woche beispielsweise gab es auch ein längeres Porträt in der Zeit über Alice Weidel, was auch so ein bisschen die menschliche Seite gezeigt hatte. Und ich glaube nicht, dass sie das vor einigen Jahren zugelassen hätte.

Speaker: dass es sowas überhaupt gibt. Also ich glaube, da steckt schon so ein bisschen hinter sich, sich da einfach breiteren Wählerschichten dann auch zu öffnen. Naja, da gebe ich dir recht. Und das ist auch, glaube ich, so eine, ja, ich weiß gar nicht, ob man es Doppelstrategie nennen kann, wie du eben schon mal gesagt hast oder vielleicht sogar irgendwie eine, keine Ahnung, eine Trippelstrategie oder was auch immer. Aber so, das hast du ja so, also das

Speaker: geht ja so in alle Richtungen. Also sowas, was du gerade sagst. Genau, so eine persönliche Seite von ihr wird dann plötzlich gezeigt. Auf dem Parteitag ist sie so radikal wie nie, um letztendlich auch die Höckeanhänger abzuholen. Genau. Dann gibt sie sich manchmal staatsmännisch so. Also es hätte ja theoretisch auch im Wahlkampf jetzt eine Strategie sein können, komplett gemäßig zu sein. Also auch zum Beispiel auf einem internen Auftritt, um eben irgendwie zu gucken, in der CDU noch zu wildern, weil man ja letztendlich

Speaker: die Höcke Leute sowieso eigentlich mehr oder weniger sicher hat, weil wen sollen die sonst wählen? Aber damit gibt man sich eben nicht zufrieden, sondern bedient irgendwie alle Bereiche und zeigt, und das ist so ein bisschen die Frage, zeigt damit sein wahres Gesicht? Was ist eigentlich das wahre Gesicht? Das ist ja auch wirklich sehr

Speaker: interessante und widersprüchliche Geschichte, so wenn man so ein persönliches Portrait dann irgendwie liest oder ihre persönliche Lebenssituation, die passt natürlich auch nicht unbedingt zu allem, was sie dann da von der Bühne schreit. Ja die Widersprüche sind ja sowieso ein Thema für sich, also ich kann mich noch daran erinnern als

Speaker: Alice Weidel gegen Musk argumentiert hat, von wegen, dass er auf gar keinen Fall in Deutschland investieren soll, weil er hier die deutschen Firmen verdrängt. Und jetzt ist es nicht so lange her, da war sie in einem Podcast zusammen mit Elon Musk und auf einmal

Speaker: spricht sie positiv über ihn also ich glaube das ist dann schon eher fähnchen im wind und diese widersprüche die die ziehen sie natürlich durch die ganze partei die ziehen sich durch den wahlkampf und die ziehen sich dann im endeffekt auch durch alice weidels politische karriere aber jetzt zurück muss ich sagen auf die kommunikationsebene sozusagen wo glaube ich die afd einen gewissen vorteil gegenüber anderen parteien hat ist dass sie

Speaker: ein sehr hohes Stammpublikum mittlerweile gewonnen hat. Die haben es einfacher auszutesten, was eigentlich geht und was nicht. Das, finde ich, machen sie mittlerweile ein bisschen geschickter, als sie das früher gemacht haben.

Speaker: Also generell hat die AfD einfach einen strategischen Vorteil, auch was die Kommunikation angeht, weil sie im Prinzip sagen kann, was sie will. Also das ist ja durchaus vergleichbar mit Trump in den USA. Im Endeffekt geht es dann auch nicht darum, für welche Inhalte sie stehen, sondern es geht darum,

Speaker: für was sie stehen, dass sie für den Wechsel stehen, dass sie eben nicht die etablierte Partei sind, sondern dass sie im Endeffekt dann die einzige Partei sind, die wirklich etwas ändern würde. Das ist halt ganz klar die Positionierung und vor dem Hintergrund können sie dann wahrscheinlich auch sagen, was sie wollen, dass wir die Wähler nicht abschrecken. Wenn die die AfD wählen, dann wählen sie die aus Überzeugung.

Speaker: Ich glaube eben nur, was da ein ganz relevanter Punkt ist, der vielleicht auch noch mal so eine extra Folge wert wäre. Aber was die AfD, glaube ich, als Riesenvorteil hat, ist, dass sie eine unglaublich engagierte Gefolgschaft in Social Media haben. Und das glaube ich ganz viele dieser Bilder,

Speaker: auch generiert werden, weil sie als Shorts, weil sie als TikToks etc. funktionieren. Und sie haben eben das mein ich mit engagierte Gefolgschaft nicht das andere Parteien, die nicht auch haben, aber was diese Logik von Teilen in soziale Netzwerke einbringen und so. Da ist natürlich die AfD eigentlich omnipräsent.

Speaker: und nutzt ganz viele Dinge. Also es wird ja auch viel missbraucht. Ich habe das neulich noch mal gelesen, dass der frühere Kabarettist Volker Pispers, der ja irgendwie vor Jahren aufgehört hat, aber quasi auf seiner Webseite noch mal gesagt hat, er tritt nicht mehr auf und genießt das, aber er hat nichts mit der AfD zu tun. Weil aber ganz viele seiner Ausschnitte, die quasi genutzt wurden,

Speaker: wo er irgendwas kritisches als Kabarettist sagt, quasi genutzt wurden, um zu sagen, ja seht ihr, so der Staat funktioniert nämlich nicht. Also quasi in bestimmten Kreisen als Beleg genommen wurden. Ja, das ist ja auch viel diskutiert worden. Also dass der Social Media Auftritt von der AfD

Speaker: Da hat sie auch einen deutlichen Vorsprung gegenüber den anderen Parteien gehabt, ja auch aus einer Notwendigkeit heraus. Denn ich sage mal, die AfD war ja gezwungen sozusagen auf Social Media aktiver zu werden, um die Deutungshoheit über das Narrativ zu behalten. Weil natürlich diese diese Erzählung, die Systemmedien sind gegen uns. Okay, was machen wir? Dann machen wir im Prinzip unser eigenes Medium, da wo wir frei agieren können und da wo wir dann eben sagen können, was wir wollen. Das hat den natürlich dann auch aus einer Notwendigkeit heraus geschehen. Und das haben sie dann eben auch

Speaker: leider sehr, sehr geschickt gemacht. Das meine ich, ist glaube ich in diesem Wahlkampf ein ganz elementarer Punkt, der, wie gesagt, wenn wir das jetzt zu sehr vertiefen, auch schon zu weit führt. Aber warum man eben da sicherlich nicht nur von Plakaten und so ausgehen darf und sicherlich Kommunikationsstrategie auch ist, diese Bilder zu liefern,

Speaker: und da drin zu verarbeiten. Und dazu aber auch das dürft ihr mitentscheiden. Ich würde es jetzt glaube ich nicht mehr so gerne zu groß anreißen, dass dann natürlich mit solchen Dingen wie dem Abschiebeticket irgendwie gearbeitet wird, was ja meistens von einem kleineren Kreisort -Stadtverband, da war es glaube ich Karlsruhe,

Speaker: ausgespielt wird, was dann aber natürlich als Aufreger viral geht und deutschlandweit berichtet wird. Das kriegt die AfD ja auch sehr oft hin, muss man sagen.

Speaker: Es ist die immer gleiche Methode. Es wird vielleicht auch in einem kleinen Ortsverband was krasses gemacht. Es wird was gedroppt und dann wird es im Endeffekt einkassiert. Dann wird sich ein bisschen davon distanziert. Aber das Narrativ ist natürlich gesetzt. Das ist Agenda Setting. So läuft es seit Jahren und das ist die Methode von der AfD.

Speaker: Ich meine, wenn wir jetzt zum Beispiel an die Tat in Aschaffenburg denken, die AfD profitiert natürlich auch wie keine andere zweite Partei von solchen Taten in Deutschland. Das heißt, wenn sowas jetzt vor der Wahl noch mal passieren sollte, glaube ich, gibt es da auch noch mal große Mobilisierungspotenziale.

Speaker: Aber okay, halten wir fest, AfD ist auf jeden Fall ein speziellerer kommunikativer Fall. Zum einen, weil es eine andere Konkurrenz um einen Teil der Wähler zumindest geht, die sicherlich sehr klar und loyal

Speaker: dazu stehen und es dadurch auch andere Plattformen gibt. Würde mir an dieser Stelle da erstmal als aktuelle Einschätzung reichen? Wie in Folge 1 gesagt, steht die Partei gerade bei um die 20 -22 Prozent, ist also stand jetzt wahrscheinlich am Ende die zweitgrößte Fraktion im Bundestag. Mit den derzeit vertretenen Parteien im Bundestag sind wir damit fertig,

Speaker: Aber noch nicht ganz fertig mit der Sendung. Ich hoffe, ihr könnt auch noch. Und zwar gäbe es da ja noch zum Beispiel das BSW, wo Tobi noch mal kurz drauf geguckt hat. Natürlich auch die sonstigen Parteien, wo wir uns überlegt haben, jede einzelne antretende Partei werden wir heute noch in aller Ruhe durchgehen.

Speaker: Nein, natürlich nicht. So lange bleibe ich zumindest nicht mehr wach. Nein, aber auf BSW und vielleicht einmal einen kleinen Blick auf damit auch irgendwie die sonstigen Parteien, die Linke, Volt. So einen allgemeinen kurzen Ausblick können wir vielleicht noch machen. Tobi, du hast dich reingefuchst.

Speaker: Ja, das ist fast so viel gesagt, aber ich habe sie mir noch mal kurz angeschaut. Und das, was wir eben bei der AfD gesagt haben, die Elon Musk näher, die ist ein kleines Stückchen jetzt eine Chance für das Bündnis Sarah Wagenknecht, weil bisher beide Parteien ja eigentlich komplett gegen

Speaker: die USA waren und eher Russland freundlich oder sie hat beide vereint, dass sie sehr Russland freundlich sind. Durch die neue Freundschaft zwischen Alice Weidel und Elon Musk ist Sarah Wagner jetzt so ein bisschen die Einzige, die sagen kann,

Speaker: Guck mal, wir sind die, die Amerika kritisieren und es nicht von denen abhängig machen. Selbst die AfD macht jetzt gemeinsame Sachen mit denen. Kaum hat Elon Musk gewunken, sind die umgefallen. Das ist so ein bisschen jetzt das Narrativ, was vom BSW kommen wird und wo das BSW jetzt die Chance sieht, wieder so ein bisschen sichtbarer zu werden, weil das war die letzten Wochen ein bisschen das Problem der Partei nach dem

Speaker: fulminanten Start und auch den erfolgreichen Europawahl - und Landtagswahl -Ergebnissen war die Partei personell und finanziell eigentlich nicht aufgestellt für die vorgezogene Bundestagswahl. Das kam eigentlich deutlich zu früh für die, das haben Sarah Wagenknecht auch

Speaker: offen kommuniziert und deswegen sieht man von denen auch zumindest in unseren Gegenden auch noch kaum Großflächenplakate, was bei der Europawahl zum Beispiel ganz anders war, wo die Partei quasi ja noch

Speaker: gar nicht existent war und im Grunde kommunikativ schon aufgetreten ist, eigentlich wie die etablierten Parteien. Das ziehen wir jetzt langsam nach und die Umfragen klettern so ein bisschen und thematisch geht es halt wieder wie in allen anderen Wahlkämpfen zuvor eigentlich auch erstmal

Speaker: nur der Fokus auf Sarah Wagenknecht, die groß auf den Plakaten zu sehen ist, mit dem Logo. Und diesmal ist, das Besondere dieses Mal ist, dass es nicht nur um Krieg und Frieden geht, sondern der Aufbau der Plakate ist immer, unser Land verdient mehr Rente zum Beispiel, unser Land verdient mehr Sicherheit.

Speaker: verdient mehr Lehrer und Ärzte. Und so gehen die Themen durch. Und die Antwort ist dann sozusagen jetzt nicht immer nur, dass Bündnis Sarah Wagenknecht, sondern, aber die alten Parteien sind taub oder

Speaker: Aber die alten Parteien haben versagt. Der Gegner, den das BSW hier auf den Plakaten aufmacht, sind sozusagen die etablierten Parteien. Man versucht, ihnen diese Lücke zu gehen und zu sagen, alle anderen sind etabliert. Wenn ihr wirklich eine Veränderung wollt, dann wählt mich. Zweitstimme ist Sarahs Stimme ist der Slogan der Noter oder die Wahlaufforderung. Und das sind

Speaker: Das sind die Plakate und ich glaube, in dem Fall aus den finanziellen Gründen wird es auch wahrscheinlich, glaube ich, nur diese eine Art Plakate geben, die jetzt versucht wird, im Land eben noch zu verteilen. Zwei Sachen dazu. Einmal die Positionierung. Du hattest es gerade angesprochen. Sehr, sehr starke Abgrenzung zu den etablierten Parteien. Parallel auf jeden Fall zur AfD, die sich da eben ähnlich positioniert. Und dann eine zweite Sache. Ich hatte die

Speaker: das BSW bisher gar nicht wahrgenommen, bis vor einigen Tagen, als es hieß Ami Go Home. Ich weiß nicht, ob ihr es mitgekriegt habt. Das ist ja tatsächlich auch nicht von Sarah Wagenknecht gekommen, sondern von Sevim Dakdelen auf dem BSW -Parteitag. Und das hat auf jeden Fall hohe Wellen geschlagen. Also das wurde mir einige Male in der Timeline gespült, weil ich hatte dann nachgeguckt, das ist ein Slogan nach dem Zweiten Weltkrieg gewesen, beziehungsweise so eine politische Parole, die

Speaker: Ja, damals unter anderem die Linken sehr, sehr oft gebracht haben, weil eben Deutschland natürlich ein Stützpunkt war für Atomwaffen etc. Und das spielt jetzt so ein bisschen darauf an. Ansonsten, ja, gebe ich dir recht Tobias, also bisher sehr, sehr wenig präsent gewesen, ist mir wenig aufgefallen, bis auf tatsächlich einige TV -Auftritte von Sarah Wagenknecht und dann eben Ami Go Home.

Speaker: Ich weiß nicht, ob es ein Zufall war oder ob da irgendjemand auf die taktisch -strategische Idee gekommen ist, das jetzt als Thema zu haben. Aber dieses Amigo Home ist natürlich jetzt der Startschuss eben genau zu dieser AfD -Abgrenzung gewesen, mit Elon Musk und Alice Weidel zu sagen, wir sind jetzt die Einzigen, die übrig geblieben sind. Und damit haben sie wieder ein Stück weit ein kleines Gehör.

Speaker: Also ja, was heißt kleines Gehör? Ich glaube, man unterschätzt, wie viele Wählerinnen und Wähler in Deutschland auch anti -amerikanisch eingestellt sind. Also ich kann mir vorstellen, dass das natürlich auch viele Leute mobilisiert, die früher dann auch vielleicht die Linken gewählt haben, die auch eben aus den Gründen natürlich dann auch vielleicht auf das Klientel in Ostdeutschland dann auch verstärkt abzielt, wo Anti -Amerikanismus dann auch stärker ausgeprägt ist.

Speaker: Ich finde, da sieht man aber auch den Punkt, wie wichtig dann doch irgendwie Spitzenpersonal sein kann, weil letztendlich sieht man ja das BSW immerhin dafür, dass diese Partei kaum existiert sozusagen, also auch was jetzt die ganze Aufstellung angeht.

Speaker: wird ja trotzdem realistische Chancen haben, einen Bundestag einzuziehen. Und natürlich, indem Sarah Warnknecht am Ende vorne steht und du hast gesagt, Tobi, Zweitstimme, Sarah -Stimme, ist ja irgendwie ein ganz klassischer Kampagnenansatz irgendwie, um aber die Leute, die sich's vorstellen zu können, zu ziehen. Und von wegen Spitzenpersonal, wenn wir auf so eine andere Partei gucken, ist es ja auch irgendwie lustig, dass ausgerechnet die Linke drei alte weiße Männer nach vorne stellt, um zu sagen, wir wollen noch mal irgendwie in den Bundestag kommen.

Speaker: Aber man muss ja sagen, wenn sie es schaffen sollten, wird es sicherlich auch daran liegen, dass mit Ramelow -Batsch und eben Gisi das Spitzenpersonal am ehesten noch das ist, was Leute wählen und wahrscheinlich aktuell durch die Konkurrenz vom BSW eben auch die Partei sonst wahrscheinlich kaum eine Chance hätte überhaupt in den Bundestag einzuziehen, was ja jetzt auch fragwürdig ist. Wie sehen die aktuellen Umfragewerte aus? Hast du da Zahlen? Für die Linken? Ja.

Speaker: Ja, bei vier größtenteils, ne? Drei, vier. Ja, die Lehre, wenn wir da jetzt sowieso gerade schon sind, die gehen natürlich ganz klar auf das Thema Arm gegen Reich, sag ich mal, ganz klar auf ihr

Speaker: Ihnen ist das Kernthema, da finde ich noch den ganz, ganz coolen Slogan, alle wollen regieren, wir wollen verändern. Das finde ich eigentlich ganz stark. Das Spitzenduo ist natürlich relativ unbekannt, zumindest im Vergleich eben zu den alten Größen wie Gizi oder selbst Dietmar Bartsch irgendwie oder Sarah Wagenknecht halt früher.

Speaker: Da wird es natürlich irgendwie schwer für die, aber sicherlich kann da schon auch noch was gehen, aber es ist auch da ein bisschen wie bei der FDP oder so, es ist so die Frage, ob die irgendwann nicht ein Sichtbarkeitsproblem kriegen, mit den Slogans irgendwie so durchzukommen. Bei natürlichen BSW und AfD und wie sie alle heißen,

Speaker: aufmerksamkeit wegnehmen und das ist diesmal auch ein grund vielleicht um die um die sonstigen jetzt noch mal abzuschließen auch ein frei wähler dieses mal gar keine rolle spielen aus meiner sicht der letzte mal ist es auch nie wirklich

Speaker: Da haben sie keine große Rolle gespielt, aber da hatten sie natürlich so ein bisschen Momentum und sind irgendwann mal von drei, in manchen Umfragen sogar Richtung vier geklettert und da hatte man auch so annehmen können, so okay, Hubert Aiwanger hatte so ein Stück weit bundesweite Bekanntheit erlangt. Kommen die noch irgendwie in die Nähe der 5 -Prozent -Hütte, aber da sind die dieses Mal natürlich auch durch den kurzen Wahlkampf und durch das Setup der anderen Parteien

Speaker: im Runde nicht wirklich präsent. Und dann gibt es natürlich viele Parteien, wir haben es eben gesagt, eine interessante ist natürlich noch Volt als neue Kraft, die aber Richtung fünf Prozent würde auch keine Chance haben werden und da wahrscheinlich auch für die kurze Zeit keine personellen und finanziellen Ressourcen genug haben, um da jetzt richtig reinzugehen.

Speaker: Also ich finde es interessant oder würde ich nochmal zurückkommen auf die Linke? Du hattest eben den Kernslogan schon angesprochen, alle wollen regieren, wir wollen verändern. Ich finde es sehr, sehr gut, sehr, sehr sauber getextet. Ich habe noch weitere Plakate gefunden, das ist beziehungsweise weitere Motive. Ist deine Rente zu niedrig? Hat Scholz nicht geliefert?

Speaker: Ist auch nicht schlecht mit der direkten Ansprache und dann ein großes personenzentriertes Motiv, wo dann der Politiker direkt abgebildet ist. Wir haben was gegen Armut, Jan van Aken. Also finde ich persönlich provokant, finde ich witzig, ist mir aber tatsächlich jetzt so im Alltag auch wenig begegnet.

Speaker: Der läuft zum Beispiel auch mal mit einem Taxi Rich T -Shirt. Ja, genau. Also, die gehen halt voll da. Es gibt auch so Plakate wie, ist deine Miete zu hoch? Freut sich der Vermieter? Ist dein Einkauf zu teuer? Machen Konzerne Kasse? Ist deine Heizung zu teuer? Macht jemand richtig Kohle? Ist deine Rente ... Ja, genau, das hat sie schon gesagt mit Scholz. Ist dein Dorf unter Wasser steigen? Reiche auf die Yacht. Also, da geht's voll um dieses Thema wie unten gegen die da oben. Das haben die Linken auch mal so gesagt.

Speaker: Thema jetzt wird, weil sie die einzigen aus ihrer Sicht sind, die da glaubhaft verstehen. Aber ist wahrscheinlich auch tatsächlich der einzige USP, mit dem sie es versuchen können. Also ich finde, es ist populismus, sicherlich, aber populismus mit Augenzwinkern, würde ich sagen. Sie haben natürlich irgendwie nicht mehr so den

Speaker: den Spitzenkandidaten, der irgendwie auch über diese Klientel hinaus vielleicht wirken kann. Oder sie haben auch keinen, zumindest keinen, in der Kommunikation nicht sichtbaren Plan auch, wie man es wirklich angehen kann. Sondern sie sind ja so ein bisschen in Trümmern nach der Abspaltung der BSW und nach dem ganzen Substanzverlust. Also ich sage jetzt mal früher ein Gysi,

Speaker: Da haben ja ein Großteil der Deutschen wahrscheinlich gesagt, Mensch, der ist sympathisch. Wenn der nicht bei den Linken wäre, dann würde ich den wählen. Da kannst du ja fast die Linken wählen, weil das ist ja giesig so. Oder Lamelo oder meinetwegen auch Lafontaine, der von der SPD gekommen ist. So einer fehlt denen natürlich jetzt irgendwie um der Partei Leben einzuhauchen. Eben und die drei, die ja so ein bisschen noch als Troika da stehen.

Speaker: Da sagt man ja auch, ja, die sind irgendwie noch da. Aber eigentlich ist deren Zeit, also jetzt gerade von Gizi ja auch, neigt sich dem Ende irgendwie. Ja, die stehen nicht umsonst da. Tobias hat es gerade schon gesagt. Sie sind halt noch bekannt. Sie stehen für die Linke und sie müssen zwangsläufig nach vorne kommen, weil du sonst gar keine bekannten Personen hast. Ich würde einmal nochmal kurz zurück von der Linken zu Volt. Die hattest du eben auch kurz angesprochen.

Speaker: Da halte ich mich kurz, also was mir sehr, sehr positiv aufgefallen ist, ist auch da der Slogan, wir holen oder holen wir uns die Zukunft zurück. Finde ich auch sehr, sehr, sehr, sehr griffig, ist mir definitiv im Kopf geblieben, weil es eben so einen kleinen Twist drin hat.

Speaker: Also finde ich spannend, weil sowas war das vielleicht vorhin. Ja, kann ich nachvollziehen, was ich so ein bisschen meinte, wenn sowas die Grünen da reingesetzt hätten. Das meine ich mit ein bisschen emotionalisierter als nur so eine Aussage.

Speaker: Ja, es steckt eine Aktivierung drin. Es betont so ein bisschen die Gemeinschaft. Okay, lass uns was tun, lass es uns anpacken, lass uns was machen. Und ich meine, wir haben jetzt uns die Linke und Volt angeguckt. Und wenn wir es jetzt vergleichen mit den großen etablierten Parteien, dann würde ich sagen, ist es schon so, dass die kleinen Parteien etwas provokanter unterwegs sind und vielleicht auch ein bisschen mutiger in ihrer Kommunikation.

Speaker: was sie natürlich auch wahrscheinlich gleichzeitig irgendwie müssen, um aufzufallen. Was ich halt spannend finde, aus meiner Sicht zum Abschluss dieses Blogs, wenn ihr noch was habt, gerne, wenn man sich aber zum Beispiel die letzte Forza -Umfrage anguckt, haben die sonstigen Parteien natürlich kumuliert, also zusammengerechnet immerhin 10%.

Speaker: Das ist ja schon ein nennenswerter Akt. Wer weiß, ob sich am Ende noch irgendeine Überraschung rauskristallisiert. Bei den anderen sind die Zahlen allerdings auch nicht so hoch. Wenn du in die letzte Inserumfrage anguckst, haben sie 4 ,5. Ja, also genau, da ist ein großer Gap. Aber es trägt vielleicht auch zu dem bei, wo wir ja schon auch außerhalb unserer Podcast -Folge darüber diskutiert haben.

Speaker: Es ist in dieser Wahl spannend, dass wir alle, glaube ich, sehr viele Leute beobachten, die sagen, ich weiß es noch nicht. Ich habe wirklich noch vier Wochen Zeit, aber ich weiß noch nicht, wen ich wähle. Und ich glaube, dass das sich auch da drin niederschlägt. Und umso spannender aus meiner Sicht, dass wir jetzt irgendwie den Weg gehen, erstmal bis zur Wahl zusammen, ein bisschen gucken, was die Parteien da in der politischen Kommunikation noch so anstellen. Und auf dem, was wir heute

Speaker: besprochen haben, aufsatteln wollen. So würde ich das jetzt erstmal zusammenfassen. Ich glaube, wir haben gemerkt, es gibt super viele spannende Themen. Wir werden uns bestimmt eins rauspicken, wo es dann beim nächsten Mal mehr in der Tiefe drum geht.

Speaker: Ich würde sagen, für heute reicht es. Die zweite Sitzung der K -Frage ist geschlossen. Mir hat es mega viel Spaß gemacht und ich hoffe euch auch. Wenn dem so ist, hey, am besten abonniert ihr direkt unseren Podcast, weil dann hört ihr immer, wenn es neue Folgen gibt.

Speaker: was mit der politischen Kommunikation noch so passiert. Ansonsten, wenn ihr Fragen, Anregungen, Kritik, gerne auch positives Feedback habt, in den Show Notes findet ihr einen Kontaktweg zu uns. Wir freuen uns auf jeden Fall drauf. Und ja, ich würde sagen, von meiner Seite aus, tschö mit ö. Tschö tschö, tschö tschö.

Speaker

Speaker

Speaker

Speaker

Speaker

Speaker

Speaker

Speaker

Speaker

Speaker

Recommended