Transcript
Speaker: Da sind wir wieder, die K -Frage, der Podcast über politische Kommunikation. Wir sind nach wie vor Dennis, Tobias und ich, Lennart. Und in diesem Podcast haben wir uns überlegt, mit unseren kommunikativen Fähigkeiten und Kenntnissen, die wir haben, uns mit der politischen Kommunikation genauer zu beschäftigen. Was wollen Politiker uns sagen? Wie wollen sie es uns sagen? Und was bewirken sie damit eigentlich?
Speaker: Und ja, wir haben gesagt, unsere kommunikativen Fähigkeiten, wo haben wir die her? Das erklären wir euch noch einmal in unserer kurzen Vorstellungsrunde und fangen heute mal an bei Tobias. Ja, ich bin Tobias und habe meine kommunikativen Fähigkeiten in über 15 Berufsjahren in Werbe - und Kommunikationsagenturen bekommen und bin aktuell Geschäftsführer in der mittelständischen Werbeagentur. Dann geht's weiter mit Dennis.
Speaker: Ja, schön wieder hier zu sein. Ich bin Dennis. Ich bin ehemaliger Redakteur, ehemaliger Journalist, ehemaliger Techstar und arbeite heute als Senior Corporate Communications Manager für ein internationales Großunternehmen und beschäftige mich da vornehmlich mit den Themen Krisenkommunikation, strategische Kommunikation, Change und C -Level Kommunikation. Ja, ich bin Lennart.
Speaker: und ich bin ebenfalls gelernter Redakteur, auch ehemaliger Redakteur und heute in einer
Speaker: Werbeagentur vor allem im Bereich Kreation und Konzeption verantwortlich. Ja, es sind nach wie vor wilde Zeiten. Wir nehmen auf am 11. Februar spät abends keine zwei Wochen mehr bis zur Bundestagswahl 2025. Man merkt, es wird jetzt richtig ernst. Und bevor wir in die aktuellen Themen springen, die wir heute vorhaben, wir wollen ein bisschen schauen, was eigentlich aktuell
Speaker: in den Kampagnen passiert, auch wo erste Erfolge zu verzeichnen sind, wo es hapert und wo es vielleicht noch ein bisschen Anschub braucht, wollen wir erstmal schauen, wo stehen die Parteien eigentlich gerade, keine zwei Wochen vor der Bundestagswahl und wer könnte das besser als Tobias, der Mann der Zahlen in diesem Podcast, ja, nimm uns mit auf die Reise.
Speaker: Danke Lennart für deine Worte, der Mann der Zahlen. Tatsächlich hat sich nach wie vor relativ wenig getan. Die Zahlen sind immer noch ziemlich konstant. Die ganze Diskussion um Friedrich Merz und das Einreißen
Speaker: Der Brandmauer, was die SPD und andere ihm vorgeworfen haben, die Proteste auf den deutschen Straßen haben kaum Verschiebung gebracht oder nahezu eigentlich gar keine. Die CDU steht nach wie vor bei um die 30 Prozent. Woran das liegt, kommen wir vielleicht nachher ja auch noch kurz drauf oder woran das liegen kann.
Speaker: Auch der SPD hat das wenig gebracht, die liegt immer noch bei 15 bis 16 Prozent, die Grünen bei ungefähr 14, die FDP weiterhin unter der Fünf -Prozent -Hürde bei vier Prozent, also auch da keinen Effekt von, die FDP hatte sich ja so ein bisschen versucht, als Brückenbauer noch mal darzustellen und hatte ja auch teilweise zumindest mit der CDU bestimmt, also auch da keinen Effekt. Die AfD
Speaker: Nach wie vor bei ungefähr 21 Prozent. Das BSW, je nach Umfrage, zwischen vier und sechs, aber tendenziell auch eher unter der Fünf -Prozent -Hürde. Und zum Schluss die Linken, das sind die Einzigen, bei denen es eine leichte Verschiebung gibt. Und zwar zum Positiven für die Linken, die liegen bei fast allen Umfragen jetzt bei ungefähr sechs Prozent, bei manchen noch bei fünf, aber auf jeden Fall jetzt wieder über der Fünf -Prozent -Hürde.
Speaker: Und ja, das ist schon ein erstaunliches Comeback, wenn man noch guckt, dass bei der Forschungsgruppe Wahlen am 6 .12., also was jetzt auch gerade mal zwei Monate her ist, lagen sie noch bei drei Prozent, jetzt bei sechs, also haben sich jetzt in den letzten zwei Monaten ungefähr verdoppelt, was sicherlich auch mit den Vorkommnissen rund um CDU und Friedrich mehr zu tun hat. Aber dazu kommen wir später nochmal.
Speaker: Und auf jeden Fall, sag ich mal, gab es andere Parteien, die sich so eine Verdopplung schon gewünscht hätten und auch vorher angekündigt hatten im Wahlkampf. Warum das vielleicht bis jetzt noch nicht passiert ist, wir werden neu drauf schauen. Spannend ist in jedem Fall, wenn wir auf die Zahlen schauen, dass sich
Speaker: insgesamt auch gerade bei den größeren Parteien wenig getan hat, denn wir blicken jetzt auf eine Zeit auch seit unserem letzten Podcast zurück, wo wir also einerseits die sehr emotionalen Debatten im Bundestag hatten rund um die Brandmauer und die darauf folgende Debatte. Wir jetzt ja auch das erste TV -Duell zwischen Olaf Scholz und Friedrich Merz schon hinter uns haben und man auch da ja erwarten könnte, dass es Effekte irgendwie gibt, die bis jetzt
Speaker: Ganz neue Studien fehlen noch nach dem TV -Duell. Und trotzdem, wenn man sich die Ergebnisse anguckt, nicht zu erwarten ist, dass es da irgendwie massive Verschiebungen geben wird. Über das TV -Duell wurde natürlich schon viel geredet. Auch gerade über das erste. Darum haben wir uns überlegt, wir gehen relativ kurz drüber. Und ich hab mir überlegt, davon wisst ihr nur noch nichts, da ein kleines Spiel mit euch zu machen. Und zwar, Dennis, du darfst anfangen. Passend zum TV -Duell.
Speaker: Ja, vollständige doch bitte diesen Satz. Das TV -Duell fand ich... ...aufgeregt, unspektakulär und erwartbar. Und Tobias, ein Wahlkampf ohne das TV -Duell wäre für mich...
Speaker: Da würde mir schon was fehlen. Als kleiner Nostalgiker gehört das natürlich irgendwie immer dazu. Von daher habe ich es geguckt, aber vom Ergebnis würde ich mich denn es anschließen.
Speaker: Ich dachte schon, jetzt kommen vielleicht ärmer, aber überlebensfähig. Stimmt, den hatte ich jetzt nicht auf dem Schier. Nein, aber vielleicht, also ja, in Kürze, klar, sehr kurz zusammengefasst, aber vielleicht noch einmal ein bisschen reingegangen. Würde ich jetzt bei dir anfangen, Dennis, du guckst ja auch eher vielleicht nochmal besonders auf die semantische Performance, würde ich es fast nennen. Wie hast du die Kandidaten empfunden und wie hast du vor allem die Debatte empfunden?
Speaker: Die Debatte erfunden, soweit sind wir noch nicht. Vielleicht beim nächsten Wahlkampf aber erstmal empfunden.
Speaker: Also tatsächlich, um einmal von der semantischen Ebene abzukommen, ist mir zu Beginn vor allem die Körpergrößenebene ins Auge gefallen. Und zwar fand ich den Unterschied zwischen Friedrich Merz und Olaf Scholz erschreckend. Also das mal so in einem TV -Bild zu sehen, gefühlt war Friedrich Merz doppelt so groß. Dann, um beim Thema Körpersprache zu bleiben, ist mir aufgefallen, dass Olaf Scholz immer zugewandt war.
Speaker: und Friedrich Merz sehr straight in die Kamera geguckt hat und Olaf Scholz eigentlich keines Blickes gewürdigt hat, fand ich ganz interessant. Also Olaf Scholz hat einen sehr, sehr angriffslustigen Eindruck gemacht, sowohl in der Rhetorik als auch in der Körpersprache. Und Friedrich Merz wirkte auf mich sehr, sehr konzentriert, sehr, sehr fokussiert. Und ja, also ich finde,
Speaker: Ich weiß nicht, ich hatte es glaube ich gehört von dem Politikwissenschaftler Korte, jetzt weiß ich gerade seinen Vornamen nicht mehr ganz genau. Er nannte das Gespräch zwischen den beiden oder nannte die beiden Extremisten der Mitte und das trifft es meiner Meinung nach ganz gut. Also es waren jetzt keine
Speaker: Ja, wie ich eben schon gesagt habe, keine spektakulären Pointen drin, keine krassen Positionen, nichts, was man nicht im Vorfeld erwartet hätte. Was ich ganz interessant fand, wenn man jetzt als Außenstehender auf diese Debatte geguckt hat, auf dieses TV -Duell, hatte man nicht unbedingt den Eindruck, dass Olaf Scholz der amtierende Kanzler ist und Friedrich Merz der Herausforderer, sondern auf mich wirkt es eher so, als wäre Olaf Scholz der Herausforderer und Friedrich Merz der, der seine Position verteidigen möchte.
Speaker: Was natürlich auch in den Umfragen liegt. Was mich allerdings, da würde mich mal eure Meinung zu interessieren, was mich etwas überrascht hatte, was aber irgendwie in der Nachbetrachtung, klar Scholz als angriffslustig, aber ich fand,
Speaker: Ja, manche Ausdrucksweise von Scholz schon irgendwie grenzwertig so. Warum soll man so doof sein? Oder wie ein Kanzler so. Wie kann man so dumm sein, zum Beispiel hat er ja gesagt, oder mehrfach irgendwie so, das ist doch lächerlich.
Speaker: Ja, so. Es war schon irgendwie in dem Zusammenhang hart geführt und irgendwie noch okay, aber letztendlich auch so eine Sprache, die eigentlich auch gerade ein Stück weit in der Kritik ist, dass die Politik oder die politische Kommunikation da auch ein Stück weit verroht oder wie in der USA den Bach runtergeht, sag ich jetzt mal. Und wie seht ihr das? Also zwei Gedanken dazu.
Speaker: Es gab diese rhetorischen Ausfälle, nenne ich es jetzt mal. Es hielt sich aber komplett im Rahmen und wenn du es jetzt mit den TV -Debatten in den USA vergleichst, kannst du es nicht vergleichen, weil das ging da deutlich härter zur Sache. Also beide hatten einen relativ gemäßigen Ton, bis auf dieses, warum kann man so dumm sein und das andere Beispiel, was du eben genannt hattest. Interessant finde ich in dem Zusammenhang, dass die SPD bzw. auch viele Medien, viele andere Parteien, Friedrich Merz,
Speaker: sehr, sehr häufig vorwerfen, er würde sich im Ton vergreifen. In dieser TV -Debatte ist es aber, wenn, dann eher so gewesen, dass Olaf Scholz sich im Ton vergriffen hat und im Gegenteil, Friedrich Merz sich sehr, sehr gut im Griff hatte. Aber ich glaube, dass das eigentlich der elementare Punkt irgendwo schon ist. Ich glaube, dass es eine gewisse bewusste Versuche waren von Olaf Scholz, Friedrich Merz aus der Reserve zu locken, sowohl für einen dieses, es war ja an ein, zwei Stellen irgendwie schon fast so ein bisschen kindisch so, ja, das
Speaker: Das gebe ich ja auch zu und so. Also hatte so einen High -Tie -Tie -Charakter. Dann manchmal auch dieses, was so drüber war, war mein Gefühl. Die Idee war, man muss Friedrich Merz irgendwie aus dem Konzept bringen. Und ich kann mir auch vorstellen, dass es andererseits im Team von Friedrich Merz das Wichtigste war,
Speaker: unbeschadet, um dieser Debatte rauszukommen. Also wahrscheinlich war gar nicht so viel zu gewinnen, aber Hauptsache nicht, irgendein Ausraster, irgendwas, was den unsympathischen Flugzeugbesitzer, sage ich mal, raushängen lässt oder so, das durchzuziehen. Das fand ich auch durchaus gelungen. Ich fand bei Olaf Scholz, was mich
Speaker: wenig beeindruckt hat sozusagen in seiner in der in der art wie er das kommunikativ rüber gebracht hat war ich fand er hatte eine stelle ich weiß nicht mehr genau worum es da ging da fand ich ihn extrem authentisch da hat man wirklich gemerkt dass das ein thema war was ihm was ihm nahe gegangen ist er auch irgendwie gesagt nein das lasse ich jetzt einfach so nicht stehen also da war er so ganz energisch und man hat richtig das gefühl
Speaker: Da spricht er gerade über etwas, was ihm ernsthaft was bedeutet, wo er wirklich hinter steht und sagt, nein, das und das und das haben wir gemacht. Und das hat aber so ein bisschen entzaubert aus meiner Sicht.
Speaker: ganz viele andere Punkte, wo ich das Gefühl hatte, ja, da muss ich jetzt irgendwie rechtfertigen, was passiert ist. Und dann kam ja so ein bisschen weniger diese Angriffslust durch. Und was ich spannend fand, war, dass er sehr oft gesagt hat, ich habe das so und so richtig gemacht. Also wir von der SPD. Es war sehr oft aber so eine Betonung auf ich als Kanzler. Das fand ich noch irgendwie spannend und ist mir hängen geblieben.
Speaker: Was ich auch interessant fand, war, dass beide Kandidaten sehr, sehr gut vorbereitet waren und sehr, sehr viele Zahlen in petto hatten. Also Lennart, den Moment, den du gerade genannt hast, das war wahrscheinlich einer der wenigen emotionalen Ausbrüche. Ansonsten bewegte sich alles auf einem sehr, sehr sachlichen und faktenorientierten Niveau, fand ich. Aber was mich interessieren würde, weil ich jetzt dazu schon sehr unterschiedliche Stimmen gehört habe, welcher Kandidat war denn eurer Meinung nach sympathischer?
Speaker: Wer kam sympathischer rüber in dem TV -Duell? Da gebe ich gerne Tobi, den Vortreter. Das ist tatsächlich eine interessante Frage, die ich mir auch schon gestellt habe, weil bei der Umfrage vom ZDF danach, von der Forschungsgruppe Wahlen, kam ja Scholz als sympathischer rüber. Und in der Analyse von dem Politikwissenschaftler
Speaker: Vor den Zahlen sozusagen hatte er Merz als sympathischer beschrieben, weil Merz öfter gelächelt hat und eigentlich als seinerseits sympathischer. Und nicht so aggressiv aufgetreten ist, das war dann auch häufig ein Argument. Genau, weniger aggressiv und viel mehr am Lächeln, wogegen Scholz eigentlich aggressiver und verbissener irgendwo war.
Speaker: Und so hätte ich es tendenziell auch eher gesehen. Und ja, die Zahlen haben mir dann was anderes gezeigt. Vor allen Dingen, weil die Frauen Ola Scholz deutlich sympathischer fanden, wenn ich das richtig in Erinnerung habe. Ja, das fand ich auch sehr.
Speaker: Genau, und in der Gesamtheit Scholz dann auch besser wegkam. Das hat mich ehrlich gesagt ein Stück weit überrascht, zeigt aber natürlich auch genau das, was wir schon in der CDU -Folge hatten, das März halt natürlich einfachen, ja, ich sag jetzt mal extrem,
Speaker: unbeliebter Politiker ist oder sagen wir mal so sehr starke Probleme damit hat sympathisch rüberzukommen, was ja auch dieses Grundproblem der CDU war, was wir schon mal angesprochen haben. Und das zeigt sich halt in sowas wieder. Also ich sage es mal so, der kann da noch so viel lächeln oder nicht so angreifen. Aber er ist halt einfach hat so eine Grundunsympathie scheinbar bei einer Vielzahl der Leute.
Speaker: Ich würde dir da absolut zustimmen. Also ich bin auch verwundert gewesen, dass die Leute eher Scholz sympathisch fanden in dem TV -Duell. Aber vielleicht ein Gedanke dazu. Du meintest gerade, dass Merz natürlich auch bei den Frauen sehr, sehr große Probleme hat, dass er da alles nicht so sympathisch empfunden wird. Und da haben natürlich dann auch zwei Aussagen von ihm in dem TV -Duell genau die Klischees oder die Vorurteile bedient, die über ihn dann auch kursieren. Das war einmal der Punkt zum gendern.
Speaker: als es darum ging, dass die Behörden gendern. Und er meinte, dass die Behörden keine Volkserziehungsanstalten seien und dass das da sozusagen nicht zu suchen habe. Dass es natürlich jeder im Privaten machen könne, aber dass es eben nicht vorgeschrieben sein soll. Es klassifizierte ihn dann natürlich ebenso als diesen, sag ich eher mal, unzeitgemäßen, unmodernen Mann, der dann vielleicht nicht so gut ankommt bei progressiveren Zielgruppen. Und der zweite Punkt ist,
Speaker: Ja, als es um die USA ging, dass Trump vorschreiben möchte, dass es nur noch zwei Geschlechter gibt und Merz gesagt hat, dass er das für, ich kriege das Zitat nicht mehr richtig zusammen, für verständlich hält oder für nachvollziehbar. In meiner Meinung nach hat er das ohne Not getan. Er hätte ja auch anders darauf reagieren können. Er hätte ja zum Beispiel auch sagen können, okay, das ist jetzt nicht so das wichtige Thema, weiß ich nicht, er hätte das vielleicht etwas souveräner wegmoderieren können.
Speaker: Da ist er glaube ich in so ein Fettnäpfchen getreten, was meiner Meinung nach nicht hätte sein müssen. Und zweiter Gedanke vielleicht einmal zu den Werten, zu den Sympathiewerten über die beiden. Es zeigt natürlich schon auch, wie einbetoniert
Speaker: viele Wähler sind. Also ich glaube, Wählerinnen und Wähler, die im Vorfeld schon in dieses TV -Duell gegangen sind und Scholz wählen, die werden sich nicht vom Gegenteil überzeugen lassen. Die werden im März nicht auf einmal sympathisch finden und andersrum ist es eben genauso. Und ich glaube, dafür ist das TV -Duell dann zu.
Speaker: sachlich und zu unemotional gewesen. Es wurden zu wenige Fehler begangen, um dann, sag ich mal, dieses Verhältnis irgendwie zu kippen. Das heißt, ich könnte mir sehr, sehr gut vorstellen, dass die 37 Prozent für Scholz, die 34 Prozent für Merz auch schon vor dem Duell, vor dem TV -Duell so gewesen wären und dass das im Endeffekt dann gar nicht so großen Unterschied gemacht hat. Die Meinung war, Scholz habe gewonnen. Ich hab auch für mich das, also rein für mich, weil du fragtest, Tobias, hatte ich auch das Gefühl, dass Merz einen guten Job gemacht hat im Sinne von
Speaker: Er hat sich eher lockerer bzw. aufgeräumter gegeben, als ich das von ihm schon erlebt habe. Ich fand einen Punkt spannend, weil ich das jetzt gerade erst so im Kopf hatte. Er lächelt tatsächlich einfach unglaublich wenig und er ist eben kein Charismatiker. Das muss man auch so knallhart sagen. Ich meine, am Ende sind das beide nicht.
Speaker: Aber Scholz hat vielleicht sogar dann noch den Vorteil, dass er irgendwie so ein bisschen dieses Hanseatische hat und eine andere Präsenz auch schon. Am Ende Friedrich Merz kommt aus dem Sauerland und ist seit 25 Jahren, wenn nicht mehr, ein Buhmann der Politik auf gewisser Art. Das muss man ja einfach sagen. Also er hat von
Speaker: von verschiedenen, ob es Leitkultur war, ob es anderes war, das ist ja alles erstmal da, da wird er nicht mehr der Sympathieträger schlechthin. Das ist ja generell in diesem Wahlkampf ein spannendes Thema, dass neue Gesichter, darüber haben wir auch schon mal gesprochen, dass neue Gesichter fehlen und ich glaube, am Ende
Speaker: Bei diesem Duell haben beide mehr oder weniger die Erwartungen erfüllt und darum ist auch das Ergebnis ausgefallen, wie es ausgefallen ist. Womit ich aber eher sagen würde, wenn es so ausfällt, dass Friedrich Merz, auch wenn vielleicht die absoluten Zahlen das nicht sagen, aus meiner Sicht eher der Gewinner ist,
Speaker: weil er die schwierigere Position hatte. Weil Olaf Scholz zum einen irgendwie weiß, er steht mit dem Rücken zur Wand und konnte angrisslustiger sein und er ist immerhin Kanzler, das kann man ja auch positiv sehen. Bei Merz war klar, wenn er Fehler begeht, wird es ihm glaube ich mehr kosten an dem zarten Pflänzchen, was er vielleicht aufgebaut hat.
Speaker: Aber dementsprechend stand Friedrich Merz in diesem Duell mehr mit dem Rücken zur Wand als Olaf Scholz. Weil angesichts der Debatten der letzten zwei Wochen stand er unter massivstem Druck und dafür wird er, also ich kann mir gut vorstellen, dass die CDU, dass Friedrich Merz jetzt aus diesem Duell rausgehen und erstmal zufrieden sind. Er hat wahrscheinlich nicht besonders viel Boden verloren.
Speaker: seine Position gefestigt und er hat keinen riesengroßen Fehler gemacht. Es ist alles so gelaufen, wie es die Leute erwartet haben und man muss dazu sagen, er hat am Anfang auch den Wortbruch -Vorwurf sehr, sehr gut gekontert, als er den Zettel aus seiner
Speaker: aus seinem Sakko gezogen hat und eben den Spieß umgedreht hat und Olaf Scholz den Wortbruch vorgeworfen hat. Das war schon sehr, sehr gut. Das hat er am Anfang bereits abgeräumt. Und da meine ich auch bei Olaf Scholz ein bisschen Überraschung gesehen zu haben. Ich glaube, den Move hatte er nicht erwartet.
Speaker: Das ist ja vielleicht auch mal einmal, weil wir ja auch immer Augenmerk auf die Kommunikation legen. Vielleicht auch ein interessanter Punkt. Diese Vorbereitung dieses Duells. Wir haben es am Anfang schon kurz angesprochen. Was könnte alles kommen? Natürlich wird in der CDU erwartet, dass ein Angriff von der SPD kommt wegen dem Wortbruch. Was kann man tun? Welchen Joker kann man wie ziehen? In der SPD überlegt man natürlich genauso, wie wird er reagieren? Wie kann man irgendwie trotzdem packen?
Speaker: Das ist ja, ich weiß nicht, wer es gesagt hatte, aber dass die ja unter diesem unheimlichen Druck stehen und danach wahrscheinlich auch erstmal völlig alle waren und wahrscheinlich wochenlang geprobt haben. Zumindest, wenn man ein Stück weit noch offen dafür ist, auch Ratschläge anzunehmen. Das gibt es ja auch immer wieder so bei Kandidaten auch der Vergangenheit, dass gesagt wird, okay, der ist
Speaker: ich sag mal, eh beratungsresistent und der macht da seinen Stiefel. So Gerd Schröder galt ja auch immer so ein bisschen so zumindest dann, als er schon im Amt war, so der ist halt wie er ist und der erzählt da, was er erzählen will. Aber gerade jetzt glaube ich, in diesem Duell wird er extrem viel vorher gecoacht worden sein und
Speaker: hätte wäre, wenn es aufgestellt worden sein so, was können wir wie reagieren. Und da war der CDU -Move mit dem Zettel und dem Zitat sicherlich kein schlechter. Ja, damit hat er von Anfang an ein bisschen Wind aus den Segeln genommen. Es war sehr, sehr vorausschauend und eine große Angriffsfläche, die direkt am Anfang abgeräumt wurde. Und ich glaube auch, ich weiß jetzt nicht, wie viele Millionen Zuschauer sich das TV -Duell angeguckt haben, aber 12 ,26.
Speaker: Es dauert 90 Minuten, das ist nicht nur für die Teilnehmer, für die Kandidaten bzw. für den Kanzler sehr, sehr anstrengend, sondern es ist auch für die Zuschauerinnen und Zuschauer anstrengend und da ist es glaube ich umso besser, wenn du den Joker gleich am Anfang ziehst und nicht erst in Minute 78, wenn vielleicht schon einen Großteil abgeschaltet haben oder auf dem Smartphone.
Speaker: unterwegs sind, weil ich finde 90 Minuten insgesamt auch sehr, sehr lang und dafür, um mal so eine Generalkritik vielleicht auch in diesem TV -Duell loszuwerden, was dann auch in Moderatoren -Richtung geht, sind es für 90 Minuten sehr, sehr wenige Themen gewesen und die Gewichtung fand ich ehrlich gesagt auch ein bisschen seltsam, aber ich glaube, das Fass wollen wir jetzt an dieser Stelle nicht aufmachen.
Speaker: Aber vielleicht gerade noch zwei Bemerkungen dazu, weil wir gerade das Thema Einschaltquote hatten und als Herr der Zahlen fand ich das natürlich auch spannend, 12 ,2 Millionen Zuschauer, mehr als 2021, da waren es 10 ,9. Also dieses Interesse daran fand ich jetzt schon auch überraschend, auch gerade weil sich an den Zahlen nichts tut, wie wir jetzt ja schon mehrfach gesagt haben, und irgendwie diese gefühlte
Speaker: Unsicherheit ist, wen soll ich diesmal überhaupt wählen. Das kann man sagen, gerade deshalb ist das Interesse natürlich hoch, weil die Leute nach Orientierung suchen. Das ist irgendwie ein spannender Punkt in diesem Wahlkampf. Es sucht jeder irgendwie und scheinbar
Speaker: ist es auch interessant, was da kommt, aber letztendlich ist es trotzdem irgendwie einzementiert und jeder erwartet irgendwie, ach, das wird kommen, so und bestätigt sich vielleicht in seiner Meinung oder in der anderen Meinung, aber passieren tut halt irgendwie relativ wenig. Also dafür, dass 12 Millionen Leute das gucken.
Speaker: Die Zahlen sind noch nicht da, haben wir uns auch gesagt, aber ja, genau, es ist alles sehr, sehr klar. Und dann zweiter Punkt noch, und das, finde ich, wird, glaube ich, auch noch das deutlich spannendere Duell. Es ist ja kein Duell, sondern eine Viererrunde am nächsten Sonntag bei RTL und NTV, wenn Robert Habeck und Alice Weidel dabei sind.
Speaker: Einmal natürlich im Umgang mit der AfD, so wie gehen die Parteien der Mitte dann damit um, die jetzt quasi eigentlich selber gerade zerstritten sind. Wie tritt Alice Weidel auf? Staatsmännisch oder keifend, sag ich jetzt mal. Weil sie ja oft Journalisten oder mit Journalisten dann gleich in den Klinsch geht. Das wird sicherlich ganz spannend. Und der Hauptpunkt der grünen Kommunikation war ja jetzt, die auch rund um das Duell sehr viel Werbung gemacht haben.
Speaker: dass ja die Zukunft beim Duell eben nicht dabei war, sondern quasi die Vergangenheit nur und es nicht um Zukunftsthemen ging, sondern dass die alle nicht dabei waren. Und Robert Habeck eben die Antwort ist, die auf die Zukunft eins hat aus Sicht der Grünen. Wenn der jetzt dann auch noch dabei ist, das wird aus meiner Sicht sicherlich die spannende Runde.
Speaker: Absolut. Und ich glaube auch, wir lassen das Fass besser noch außen vor mit der kleinen Generalkritik. Spannen wir uns für nächste Woche auf nach dem kleinen TV -Duell, das eigentlich das große TV -Duell ist.
Speaker: Aber was man vielleicht, weil wir natürlich ja auch irgendwie oft, ich meine, das ist ja immer die einfache Position, die wir hier einnehmen. Wir gucken uns was an und können dann unsere Meinung zu abgeben. Was ich aber schon sagen muss, ich habe echt Respekt aus wirklich auch kommunikativer Sicht, so eine Show durchzuziehen, also an die beiden Kandidaten. Ich denke mir immer wirklich, Tobi hat es ja auch angerissen, aber da 90 Minuten live zu stehen, zu wissen,
Speaker: Die gucken jetzt gerade 10, 12 Millionen Menschen irgendwie zu, sich durchgehend zu konzentrieren, zu hören, was der andere sagt, seine Punkte zu machen. Ich glaube, danach ist man auch echt erstmal erleichtert und durch. Und was ich sagen muss, was ich sehr angenehm fand, und das vielleicht ein Punkt wäre, warum es in verschiedenen Konstellationen sowas öfter geben muss, und das habe ich auch schon von ein paar Leuten aus meinem Privatumkreis gehört,
Speaker: wie angenehm es war, dass es trotzdem gewisse Regeln in diesem TV -Duell gab. Also dass es nicht so eine Sendung war, wo gefühlt drei, vier Leute durcheinander reden, sich dauernd ins Wort fallen, 17 -mal denselben Punkt irgendwie wiederholen, sondern dass man das Gefühl hatte, es darf jetzt auch mal jeder seinen Satz zu Ende bringen irgendwie. Mir ist es sehr viel leichter gefallen, dadurch 90 Minuten zuzuhören und wirklich zuzuhören.
Speaker: Das fand ich irgendwie nochmal eine Sache, die ich mitgenommen habe, was vielleicht im politischen Diskurs gut täte, wenn es häufiger so Konstellationen gäbe, wo zwei aufeinandertreffen. Das muss jetzt nicht immer nur rot -schwarz sein, sondern wo man ein bisschen klarer an den Regeln hängen bleibt. So, wir machen ganz kurz das TV -Duell, schauen auf die Uhr, haben schon 20 Minuten rum und Tobias möchte noch was sagen. Das lasse ich jetzt aber einfach noch zu. Die Redezeit ist auch nicht vorbei.
Speaker: Ein ganz kurzen Punkt nur, bei unseren österreichischen Nachbarn ist es schon seit vielen Jahren so, dass quasi alle Spitzenkandidaten der Parteien in zweier Duellen gegeneinander antreten. Das finde ich eigentlich ein sehr
Speaker: spannendes Format. Also das geht dann natürlich schon vielleicht bei diesem Wahlkampf wäre es knapp geworden. Das geht dann natürlich über einen bisschen längeren Zeitraum, weil es natürlich einige sind. Wenn da jetzt fünf, sechs Parteien im Parlament sind oder Chancen haben, dann treten natürlich auch alle gegeneinander an. Aber es ist eigentlich ein super Format über auch einen gewissen Zeitraum, die ganzen Positionen klar zu machen und auch die Verhältnisse der Parteien untereinander nochmal deutlicher zu sehen. Also wäre vielleicht auch für Deutschland
Speaker: eine Überlegung für die Zukunft. Dem würde ich dir absolut zustimmen und dann kommen wir vielleicht doch noch mal kurz auf die Generalkritik zurück, weil es diese Diskussion auch einfach sehr, sehr häufig gibt. Wer wird eingeladen? Welche Parteien werden eingeladen? Wie viel Prozent müssen die haben? Wie müssen die Aussichten sein? Können die vielleicht den neuen Kanzler, die neue Kanzlerin stellen? Diese Debatten haben wir jedes Mal und da wäre es sicherlich auch empfehlenswert, irgendwie mal Regeln für zu finden, dass das nicht jedes Mal
Speaker: wieder kommt, weil ich sehe die nächsten Klagen schon vor mir und die Begründungen dann teilweise auch ein bisschen fadenscheinig. Es kommt mir immer so etwas vor, als wird das irgendwie zurechtgebogen. Jetzt sind das ja, glaube ich, die zehn Prozent oder fünf Prozent, wie auch immer. Es müssen Regeln gefunden werden.
Speaker: Und am Ende, ich meine, da bin ich ja noch gespannt drauf, das habe ich mir auch so bei den letzten Umfragen gedacht. Ich kann mir auch echt vorstellen, aber vielleicht machen wir das auch in einer der nächsten Sendungen nochmal, dass es echte Überraschungen am Wahlabend geben wird, weil ich glaube, es gibt so viele unentschlossene Wähler, dass sich das wirklich nur bedingt in den Umfragen jetzt schon absehen lässt, was sich da noch bewegt. Aber da würde ich sagen, machen wir nochmal eine Folge zu. Das hat ja auch vielleicht gerade für die letzten, für den Endspurt nochmal ein ganz wichtiges Thema.
Speaker: mobilisieren und mit seinen Botschaften durchdringen und mit seinen Botschaften durchdringen. Das ist ja die traumhafte Überleitung für den zweiten Part, den wir uns vorgenommen haben für heute. Entscheidend, um mit Botschaften durchzudringen, ist natürlich nicht nur Social Media, sondern auch nach wie vor Plakatwerbung. Und da merkt man, dass jetzt größtenteils so eine zweite Welle begonnen hat, bei manchen klarer, bei manchen weniger klar.
Speaker: Und da wollen wir einen kurzen Blick drauf werfen. Und ich würde sagen, weil wir jetzt gerade schon bei CDU und SPD waren, gucken wir jetzt erstmal ein bisschen noch auf die anderen. Da ist uns unter anderem dir, Tobias, ein Plakat der Grünen aufgefallen, wo du erstmal gesagt hast, puh,
Speaker: Das hätte man jetzt vielleicht auch ansprechender texten können. Vielleicht magst du einmal kurz uns mitnehmen, vor allem auch unsere Hörer mitnehmen, was auf diesem Plakat zu sehen ist und vor allem auch zu lesen ist. Ja, genau. Ich habe es heute Abend gesehen. Das ist ein neues Plakat von Robert Habeck. Und das steht in deutlich kleinerer Schrift als es jetzt bei den ersten Plakaten. Da war es natürlich auch immer nur ein Wort wie Zuversicht, der
Speaker: Der Satz, wir schützen nicht das Klima, sondern Menschen. Was an sich ja erstmal eine coole Aussage ist und was Robert Habeck auch mal so gesagt hat, aber was ich für ein Plakat irgendwie sehr sperrig finde. Und auch, also das wird mich gleich mal eure Textaseele und Textameinungen zu interessieren. Ich fand's irgendwie, als ich so
Speaker: gelesen habe, bin ich so ein bisschen gestolpert und war dann auch überrascht, so okay, jetzt das Thema Klima wieder aufzumachen. Ist das jetzt schlau oder nicht? Klar könnte es natürlich nochmal so die, also es ist natürlich grünes Kernthema, so und es könnte natürlich vielleicht nochmal versuchen zu mobilisieren, dass, weil das Thema Klima jetzt absolut
Speaker: überhaupt nicht auf dem Radar ist. Das war auch, glaube ich, im TV -Duell, was wir eben hatten, glaube ich, nicht einmal wirklich vorgekommen, außer das Thema Atomkraft. Und das ist eigentlich ein ultrawichtiges Hauptthema. Und das jetzt einmal aufs Tablo zu holen, kann natürlich schlau sein. Passt natürlich jetzt irgendwie nicht in die aktuelle Diskussion gerade. Und deswegen hat es mich irgendwie verwundert. Aber ja, noch verwunderter war ich irgendwie über diesen Text, den ich
Speaker: Und da sind wir wieder beim Thema Kommunikation und Agenturen. Wir hatten ja schon bei den Grünen gesagt, jung von matt ist die Agentur. Die ja eigentlich immer für sehr kreative Kampagnen, sehr gute Texte, sehr coole Sprüche. Zum Beispiel auch bei der, weiß ich nicht, bei der Sport - und Olympiakampagnen, die sie mal gemacht haben. Und bei vielen, vielen Dutzenden oder Hunderten wahrscheinlich inzwischen Kampagnen für Unternehmen. Aber da fand ich jetzt diesen Satz, ja.
Speaker: Etwas sperrig. Wie seht ihr das? Diskussionswürdig. Ich habe da eine klare Meinung zu, aber ich gebe Dennis gern den Vortritt, denn du schaust ja den Politikern aufs Maul und aufs Wort.
Speaker: Ja, meine klare Meinung hat sich da eigentlich nicht groß geändert. Also wir hatten jetzt in einer der vorherigen Folgen, als wir dann schon die Plakate von den Grünen unter die Lupe genommen haben. Ja, es wird immer in den Texten und auch auf den Plakaten dann so eine Art Kontrast aufgebaut und also so eine Art Dramaturgie. Ja, wir schützen nicht das Klima, wir schützen Menschen. Das ist
Speaker: Ich kann den Gedanken nachvollziehen, aber ich habe es in der letzten Folge auch schon gesagt, mir ist es ein bisschen zu gefühlig. Insgesamt ist mir der Wahlkampf von den Grünen nicht wirklich konkret genug. Es ist so auch das Thema, ja ich verstehe, dass man das nochmal nach vorne stellen möchte, Klima.
Speaker: Ich glaube, bei den Umfragen, welche Themen am wichtigsten sind für die Wählerinnen und Wähler rangiert, Klima auf dem siebten oder achten Platz, meine ich. Es ist aller Ehren wert, das jetzt noch mal nach vorne zu stellen. Ich kann mir aber nicht wirklich vorstellen, dass damit jetzt viele Leute mobilisiert werden, außer dass grüne Kernklientel
Speaker: Es ist jetzt für mich nicht überraschend und ich finde es tatsächlich textlich auch sehr, sehr sperrig. Vor allem dann auch im Zusammenhang mit dem Doppelpunkt.
Speaker: Ich wollte grad sagen, deine Formulierung war ja grade fast ... smoother als das Plakat. Also, wir schützen nicht das Klima, wir schützen Menschen. Hätte ich jetzt, würd ich jetzt irgendwie auf den ersten Hörer sagen, ja, das klingt ja irgendwie noch viel gefälliger. Und dieses, wir schützen Menschen, wär irgendwie noch eine starke Aussage. Aber dieses Sondern, Doppelpunkt, Menschen. Das ist so, ne? Also, das find ich am ... Ich verschieß ... Ja, du hast vollkommen recht. Ich verschieß auch von der Mechanik nicht.
Speaker: und vielleicht nicht eine einfache Botschaft transportiert. Weil so ist es sehr, sehr spätig, unständlich formuliert. Und irgendwie wird der Gegensatz dadurch gar nicht so richtig klar, finde ich. Ich weiß auch nicht, ob diese Grundaussage auch von den Wählern so richtig verstanden wird. Also diese Aussage so, dass es geht ja ... Es ist schon klar, dass es nicht darum geht, das Klimas willen zu schützen, sondern dass es natürlich um die Menschen geht, damit die leben können. Aber versteht man das?
Speaker: ist auch ein bisschen mein Problem, dass es so gut ein Punkt ist. Es ist mir generell in dem Wahlkampf von den Grünen ein bisschen zu verkopft. Es bewegt sich auf so einem intellektuellen Niveau, das glaube ich auch viele Leute einfach auf den ersten Blick dann auch nicht verstehen, weil die ganze Metaebene, die da mitschwingt, ja, dass ich, wenn ich das Klima schütze, natürlich dann auch die nachfolgende Generation schütze, die Menschen schütze oder so. Das wird nicht klar ersichtlich, weder durch das Plakat noch jetzt durch den Satz. Also da muss ich schon sehr, sehr viel Vorwissen mitbringen, um das dann zu verstehen. Weil sonst kann ich auch ein Fragezeichen haben, wenn ich raufgucke.
Speaker: wo es bei mir wirklich da auch hakt, als du das vorhin geschickt hast, Tobi, ist, zum einen hat mich extrem dieser Doppelpunkt gestört. Also ich bin ja wirklich auch Texte aus Leidenschaft und ich mag zum Beispiel grundsätzlich auch mit so einer Art Verneinung zu arbeiten. In der politischen Kommunikation weiß ich es nicht, gilt ja eigentlich als No -Go, dass man irgendwie eine Nicht -Botschaft sendet, weil auch die sich ja verfangen könnte.
Speaker: Aber ich finde generell dieses, wir schützen nicht das Klima, sondern, und dann diesen Doppelpunkt, finde ich, wenn man sich das im Kopf liest, mit einer gewissen Betonung, völlig verhakt. Also das funktioniert für mich nicht. Und ich frage mich aber auch noch, aus einem strategischen Sinn, verstehe ich diese Plakate überhaupt nicht? Denn ich finde, was du gesagt hast, denn es stimmt ja genau. Also man macht irgendwie so ein intellektuelles Ding irgendwie auch von wegen, naja, wir schützen ja nicht das Klima, sondern Menschen.
Speaker: Damit erreicht doch aus meiner Sicht, erreichen doch die Grünen keine zusätzlichen Stimmen. Also jemand, der dieses Thema nach vorne stellt, gerade jetzt Klimaschutz, der wählt ja entweder aus Überzeugung die Grünen oder, um gemein zu sein, tut es aktuell nicht mehr, weil er das Gefühl hat, die kümmern sich da ja gar nicht drum.
Speaker: oder sie nehmen es nicht mehr so prioritär. Und das jetzt aber auf einmal mit so einem inhaltsleeren Phrase irgendwie zu machen. Also wenn man jetzt zum Beispiel gesagt hätte, hätte ich eher verstanden, Klimaschutz bleibt für uns oberstes Gebot. Jetzt bitte nicht in dem Text, aber als Aussage. Also um zu sagen, wir müssen noch ein paar Leute aktivieren, die uns gerade vielleicht nicht wählen, würde ich es verstehen. Aber so ein Ding zu nehmen, wo man sagt,
Speaker: Willst du jetzt wirklich damit ansprechen mit so einer komplexen Botschaft in einer Phase wo die Themen woanders hin dominieren finde ich mindestens spannend und bevor ich sozusagen noch mal zu dir rüber gebe dazu es ist allerdings durchaus offenbar gewollt dieses Thema zu spielen.
Speaker: weil heute Robert Habeck im Bundestag in der letzten Bundestagsdebatte des alten Bundestags in der Zusammensetzung ja tatsächlich auch auf einmal Klimaschutz in seiner Rede vermehrt zum Thema gemacht hat und sich weniger in diesem aktuellen Gegeneinander -Bashing bewegt hat. Ob das der richtige Weg ist, ich hadere dran und das Plakat finde ich auf jeden Fall wenig funktional.
Speaker: Wenig funktional und vielleicht, um noch einmal kurz auf die Sprache zu sprechen zu kommen, wir schützen nicht das Klima, sondern Menschen. Das funktioniert ja auch auf inhaltlicher, auf semantischer Ebene gar nicht, denn sie machen ja beides. Also wenn ich jetzt sage, ich schütze die Menschen, schütze ich ja trotzdem auch das Klima. Also es ist quasi so, wir schützen jetzt, könnte man auch falscher stehen und sagen, okay, wir schützen jetzt gar nicht mehr das Klima, sondern ab jetzt schützen wir die Menschen.
Speaker: Deswegen, viele Leute, die dann nicht so im Bilde sind, die dieses Vorwissen nicht haben, ich glaube, da läuft man große Gefahr, dass die es nicht verstehen oder vielleicht dann auch in den falschen Hals bekommen. Und dann, Punkt Positionierung, gebe ich dir vollkommen recht, die Leute, die viel, viel Wert auf Klimaschutz legen, die wählen ohnehin die Grünen oder die wählen in großen Teilen die Grünen, weil dann vielleicht auch nicht so die Alternativen gibt. Und die Leute, die
Speaker: sage ich jetzt mal ganz pauschal, gegen den Klimaschutz sind oder für die das Thema nicht so wichtig ist, die werden jetzt nicht dieses Plakat sehen und denken, oh, die Grünen schützen das Klima, super, die wähle ich jetzt. Also deswegen, ich verstehe es tatsächlich dann auch nicht so richtig von der Zielgruppe, weil ich glaube, ja, man kann die eigenen Leute dann nochmal aktivieren, das eigene Wählerklientee, aber nicht unbedingt mit dem Plakat, weil, naja, sehe ich auch kritisch.
Speaker: Was wir ja letztes Mal schon gesagt hatten oder in der Grünen -Folge, dass die Grünen natürlich gerade bei diesen beiden aktuell wichtigsten Themen oder zumindest aktuell gespielten Themen Wirtschaft und Migration natürlich jetzt keine guten Karten haben im Moment, weil Migration sie so ein bisschen
Speaker: einerseits selber in der Partei vielleicht nicht ganz klar sind, was man auch dran gesehen hat, dass der Zehn -Punkte -Plan, den Robert Habeck präsentiert hat, dass ein Stück weit wieder zurückgenommen wurde, die grüne Jugend dagegen war, dass irgendwie auf Insta gepostet wurde, wieder gelöscht wurde und so.
Speaker: selber nicht ganz die einheitliche Position haben und das nicht ihr Kernthema ist und Wirtschaft, Robert Habeck, der Wirtschaftsminister, ist der von vielen eben für die Misere mitverantwortlich gemacht wird. Die beiden Themen sind also nicht gerade prädestiniert für die Grünen. Also haben sie wahrscheinlich geguckt, so was können wir noch mal nach vorne bringen und sich eben dafür entschieden, wie ihr eben gerade auch gesagt habt, wahrscheinlich, um die Kernwählerschaft noch mal zu mobilisieren. Aber auch da
Speaker: wäre aus meiner sicht für so eine richtig gut durch orchestrierte grünen kampagne und und gerade auch für robert habeck so diese zukunftserzählung und dann irgendwie ein ganz anderer stil oder art wäre da eigentlich viel viel passender gewesen so eine gerade jetzt wo wir
Speaker: Auch bei dem TV -Duell hat man es eben irgendwie so gesagt, wird auch von den Grünen so, da fehlt die Zukunft, die ist Robert Habeck, hätte das aus meiner Sicht eigentlich auch gut jetzt bei den Abschlussplakaten irgendwie genau darum gehen können, dass das der Mann für die Zukunft ist und dass der halt mit seinen Themen die Zukunft im Blick hat, wie auch immer. Theoretisch wäre das möglich, kann aber natürlich auch zu sehr, sehr vielen Angriffen führen, weil Robert Habeck ja der Wirtschaftsminister der Ampel -Regierung gewesen ist und jetzt natürlich nicht unbedingt zwangsläufig für die Zukunft steht.
Speaker: Den Malus hat er dann, den Nachteil. Aber dann würden wir ja die komplette Kampagnenfrage stellen. Ich gebe Tobi schon recht und ich meine selbst wenn man es so kommunikationstheoretisch sieht und sagt auf Plakaten will man ja vor allem auch die Gesichter irgendwie präsentieren und immer wieder einbläuen, dass man so eine gewisse Sympathie rüber bringt. Aber dann finde ich trotzdem ist das vom Inhalt her einfach zu wenig. Dann hätte ich da das Thema Klimaschutz irgendwie, also ich glaube das ist ja was du meintest Tobi, mit einer Vision
Speaker: darstellen können, die nicht einfach nur mal wieder in dem Wahlkampf relativ leere Aussage ist. Wir schützen nicht das Klima, sondern Menschen. Ja, das ist richtig, aber es ist absolut unkonkret. Also wenn man dann vielleicht wenigstens gepunktet hätte und noch genutzt hätte zu sagen, Klimaschutz, das mit irgendeinem Punkt verbunden, wo man sagt, da denken wir total innovativ und dadurch diese Erzählung haben, wir denken halt an morgen, dann hättest du es ja weiterspinnen können.
Speaker: Ja, genau. Man hätte ja auch so in die Richtung gehen können, irgendwie so, so jetzt natürlich nicht wörtlich, ne? Aber so ein Problem ist noch größer als Wirtschafts - und Migration oder ist genauso groß wie Wirtschafts - und Migration, das Klima, und deshalb wird die Grünen oder irgendwie sowas, ne? Also so in die Richtung, das hätte man ja auch irgendwie machen können, aber gut. Also wir einigen uns darauf, dass es ungetextet wird, und das wird heißen, wir schützen das Klima, wir schützen die Menschen und die Zukunft. So, und dann haben wir alles drin, oder?
Speaker: Grundsätzlich stehen wir bereit. Und das bei guter Wirtschaft. Und das Gute ist, bei den aktuellen Mehrheitsverhältnissen wird die nächste Koalition auch nicht lange halten. Also insoweit, grüne Parteispitze. Ein Wort aber noch, was das Plakat gut macht oder was interessant ist, ist der magentafarbende oder der pinke Button, grün wählen für Habeck.
Speaker: wo sie nochmal darauf gehen und sagen, dass die Grünen halt unter oder mit ihrer Prozentzahl bei den Umfragen mit 14 Prozent deutlich eigentlich unter der Beliebtheit von Habeck liegen, der ja bei den Kanzlerfragen jetzt auch wieder mit März gleich auf ist, mit 27 Prozent. Also Habeck ist beliebter als seine Partei im Moment. Und mit Grün wählen für Habeck macht man nochmal deutlich, ey, wenn ihr Habeck wollt, müsst ihr halt Grün wählen. So ähnlich wie
Speaker: die SPD das vor vier Jahren auch plakatiert hat. Wer Scholz will, muss SPD wählen. Um auch noch mal vielleicht einmal noch mal was Positives zu der Plakatkampagne von den Grünen zu sagen, da gibt es natürlich auch ein anderes Plakat, was sehr, sehr gut getextet ist und was auch sehr pointiert ist. Ich zitiere, also Robert Habeck, man sieht Robert Habeck in einem sehr, sehr großen Porträt.
Speaker: Rollkragen, Pullover, wie er in die Zukunft blickt und da drauf steht, jetzt oder die, sie haben mehr Auswahl als Merz und Scholz. Grün wählen für Harberg. Das war, warum das TV -Duell, ist das überall geschaltet worden? Das war vor allem bei Online -Plattformen und so viel. Ja genau, aber das ist zum Beispiel was, wo ich denke, das hat ja eine Aussage dabei, stimmt. Da steckt was drin.
Speaker: Ansonsten, ja, hast du natürlich auch recht, Tobi, das stimmt, finde ich einen guten Punkt, dass du das mit dem Button nochmal gesagt hast, weil wir jetzt ja auch eigentlich in die Welle kommen, wo diese Zusatzbotschaften irgendwie nochmal sich verfangen sollen. Also neben dem Kandidaten einem nochmal mitzugeben, warum es sich besonders lohnt, diese Partei zu wählen. Da bin ich auch noch gespannt drauf, was da so vielleicht bei anderen kommt.
Speaker: Machen wir einen Haken erst mal an die Grünen. Wir sind ja auch schon doch länger dabei, als wir gedacht haben. Und wir haben noch ein paar Sachen. Darum soll das soll das ja kein Problem sein. Aber kurzen Blick würde ich doch gerne werfen. Wenn wir uns in der Nachbarschaft ungucken, habe ich relativ viele Plakate entdeckt, die unglaublich schrecklich gestaltet aussehen. Also ich sag mal Clipart Windows 95. Ähnlich viel Möglichkeiten in der Typo.
Speaker: Und dann stellt sich heraus, das sind AfD -Plakate. Ich weiß nicht, sind euch die auch aufgefallen? In großem Gelb mit blauem Abbinder unten? Habt ihr die auch gesehen? Ich hab die auch gesehen und es ging ja tatsächlich sehr, sehr viel heute durch die Presse. Vielleicht einmal ganz kurz zum Hintergrund. Also es gibt ja eine fremdfinanzierte Werbekampagne für die AfD.
Speaker: Und der Finanzier ist Gerhard Dingler. Das ist ein ehemaliger FPÖ -Funktionär aus Österreich. Und generell hat er sehr, sehr viel Geld reingesteckt. Ich glaube, 2 ,3 Millionen Euro für 6395 Plakate, großflächige Plakate, hat es der AfD vorgelegt. Die AfD ist mit Layout und Slogans unzufrieden gewesen.
Speaker: hatte auch wenig Einfluss auf die Gestaltung, aber hat es durchgewunken. Und ja, was ist auf den Plakaten gesehen? Du hast es gerade schon gesagt, Lennart, es sieht so ein bisschen aus wie so ein Baustellenplakat oder wie seht ihr das? Also es ist sehr, sehr gelb. Auf diesem gelben Plakat gibt es keinen Mensch zu sehen, sondern es ist einfach nur Typo.
Speaker: Und dann steht da drauf, weiter Arbeitsplätze vernichten mit CSU und Rot -Grün? Deshalb AfD, die bürgerliche Alternative in einem blau eingerahmt. Das ist im Prinzip das Plakat interessant. Ich weiß nicht, was hast du eben gesagt, an was hat es dich erinnert?
Speaker: Ich will wirklich ein Clipart Windows 95 von der Machart her. Ich habe wirklich gebraucht, um zu verstehen, wer Absender ist. Es sah nicht nach AfD aus. Es fehlt ja auch irgendwie die Logo -Einarbeitung. Ich habe wirklich gebraucht, um zu verstehen, dass das was Ernst gemeint ist.
Speaker: Und war dann überrascht, wo das herkommt und wollte dann jetzt auch erst mal ein bisschen recherchieren, weil es einfach völlig aus dem Rahmen fällt. Es aber unfassbar quantitativ existiert. Also bei mir wirklich, wenn ich mit dem Auto zur Arbeit fahre oder so, ich sehe das bestimmt fünf, sechs, siebenmal.
Speaker: nur dieses Plakat zusätzlicher zu den normalen. Und da würde mich interessieren, ohne dass wir uns zu lange wirklich mit aufhalten, meint ihr oder meinst du vielleicht auch Tobi, dass das aufgrund der Masse, mit der das ja auch plakatiert wird, einen Effekt haben kann?
Speaker: Ja, das will ich nicht ausschließen. Also das ist natürlich durch diese schräge Machart, nenne ich es jetzt mal, ist es natürlich schon irgendwie auffällig. Ich habe auch gesehen und ohne, also da wusste ich auch noch nicht, dass das jetzt diese Plakate von dem österreichischen Spender sind und dachte irgendwie, das hat hier irgendwie einer zusammengebastelt, der AfD -Fan ist und der das hier lokal einmal irgendwie sich so eine Plakatwand gegönnt hat.
Speaker: Also ich habe es nicht auf so einem Wesselmann gesehen, sondern wirklich auf einer Ströhre -Stelle, auf dem 18 .1. Plakat. Das ist es aber auch, glaube ich. Ich glaube, auf den Wesselmännern habe ich es auch noch nicht gesehen, sondern nur auf diesen offiziellen, also auf diesen buchbaren Verben.
Speaker: Genau. Und ja, von daher, die Botschaften sind ja irgendwie sehr einfach. Es gibt wohl verschiedene, wie ich es gesehen habe, aber es endet ja dann immer mit, also mit einem rot -grünen Bashing oder auch einem CDU SPD -grünen Bashing, so besser gesagt, und dann mit der Aufforderung, AfD zu wählen. Ich kann mir schon vorstellen, dass das bei dem einen oder anderen jetzt irgendwie
Speaker: dafür empfänglich ist, schon noch mal so bekräftigt. Ja, stimmt schon. Die will ich jetzt nicht wieder. So ein bisschen bei den Protestwählern vielleicht. Ob es wirklich dann eine Auswirkung hat, schwer zu sagen.
Speaker: Okay also unabhängig von den Auswirkungen muss ich jetzt doch noch mal einmal gerade ja den alten germanisten in mir aufleben lassen also wenn ich mir das sprachlich angucke dann ergibt das aus meiner sicht überhaupt keinen sinn denn diese ganze rhetorische konstruktion ist also es arbeitet ja mit so einer suggestiven frage die gestellt wird und danach kommt eine schlussfolgerung mit dem deshalb
Speaker: Das ist grammatikalisch und logisch, ergibt das überhaupt keinen Sinn, das ist überhaupt nicht stimmig. Denn du kannst auf eine Frage nicht mit Deshalb antworten. Denn du müsstest vorher eine Aussage haben, um dann mit Deshalb zu antworten. Also ich würde mich mal weit aus dem Fenster lehnen und vielleicht nochmal den Ball von Lennart von eben aufnehmen. Es ist vielleicht mit Clipart gestaltet worden, aber es ist vielleicht dann auch von einem
Speaker: Ja, ich weiß es nicht. Von der KI getextet worden, keine Ahnung. Auf jeden Fall nicht von einem professionellen Texte, sondern vielleicht von dem Gerhard Dingler selbst. Und es gab, glaube ich, keine Abstimmungsschleifen. Also es gab zumindest kein Feedback auf dieses Plakat, was ihn irgendwie vom Gegenteil überzeugen konnte. Ich glaube aber...
Speaker: Ich glaube aber, dass es besser verständlich ist, als jetzt zum Beispiel das grüne Plakat, was wir eben hatten, also für zumindest für die dafür empfänglichen. Also wenn jetzt zum Beispiel hast, weiter Arbeitsplätze vernichten mit CSU und Rot -Grün, habe ich jetzt hier gerade auf einem Bild, scheinbar ist das in Bayern dann.
Speaker: Wer sozusagen dafür diese Ansicht hat und darauf schimpft. Das bin ich auch gar nicht. Wie gesagt, deswegen habe ich den Germanisten mit ins Spiel gebracht, denn ich sehe es jetzt aus rein grammatikalischer Sicht und da ergibt es schlichtweg keinen Sinn, denn es ist einfach falsch. Ob es jetzt verständlich ist oder dann besonders gut ankommt bei den Leuten, das weiß ich nicht.
Speaker: Ja, ich denke auch, ich sehe das ein bisschen wie Tobi, ich glaube, aufgrund der Masse erzielt es schon irgendwie eine Wirkung, aber wahrscheinlich festigt es eher ein Bild von bei AfD -Wählern oder einer Entscheidung, als dass jetzt irgendwie noch Leute umstimmt. In jedem Fall können wir uns, glaube ich, damit klarmachen, dass
Speaker: Einflussnahme von ausländischen Trollen nicht nur aus Russland kommt, sondern auch aus Österreich offensichtlich in diesem Wahlkampf eine Rolle spielt. Immer in Österreich. Was ich da mal spannend fände wäre, ob also die die Antwort ist ja deshalb AfD die bürgerliche Alternative. Und es ist ja kein AfD Logo und so drauf. Und es sieht ja auch nicht aus wie ein AfD Plakat. Mich würde mal interessieren, ob es
Speaker: ob es sozusagen eine Zielgruppe gibt, die das Plakat quasi als, ja, nicht als neutral einschätzen, aber die so sagen, okay, da informiert uns jetzt jemand oder da ist jemand, der sozusagen da auch noch mal eine Meinung abgibt. Also informieren ist vielleicht das falsche Wort, aber der auch noch mal eine Meinung abgibt und sagt, ja, guck mal, wollt ihr das wirklich so? Und dann wählt doch AfD. Und das ist doch eine bürgerliche Alternative.
Speaker: Und der Absender ist ja nicht die AfD, sondern jemand anders, ob sozusagen es Leute gibt, die das so sehen oder die dadurch jetzt irgendwie denken, ja guck mal, das wird doch jetzt sogar plakatiert, dass du die AfD wählen sollst. Ja, also ich meine, das ist von der Funktionalität, von der Mechanik ähnlich, wie wenn Alice Weidel ein Interview mit Elon Musk führt. Ich glaube, viele Leute
Speaker: die mit der AfD sympathisieren, sagen danach nicht, mein Gott, was hat die für einen Quatsch erzählt im Interview, sondern die werden eher sagen, mein Gott, der reichste Mann der Welt hat ein Interview mit Alice Weidel von der AfD geführt. Und hier kann man natürlich auch argumentieren, je nachdem, egal was auf dem Plakat steht, guck mal, selbst ein österreichischer, weiß was ich, Millionär, Geschäftsmann oder so, macht Werbung für die AfD und der muss es ja wissen, der muss ja wissen, wie es mit der Wirtschaft funktioniert. Also das kann natürlich auch hängen bleiben am Endeffekt.
Speaker: Also ich fand tatsächlich den Einwand gut, Tobi. Das habe ich mich vorhin auch ein bisschen vergessen. Das ging mir ein paar Mal am Anfang so, als ich daran vorbeigefahren bin, auch, dass es eben nicht aussah wie von der AfD. Und man sich gefragt hat durchaus, wo kommt das her? Und genau der Effekt kann vielleicht erzeugt werden. Dass man zumindest irgendwie denkt, das behauptet irgendwer anders. Also dass man eben nicht genau weiß, dass das jetzt zum Beispiel von einem Österreicher kommt, sondern man das Gefühl hat, das kommt von irgendeiner anderen unabhängigen Stelle.
Speaker: So, wir schreiten weiter im Programm. Das Schöne ist, wir sind, ich sag mal, ähnlich aufgestellt wie die Öffentlich -rechtlichen, was die Parität angeht, ist mir jetzt gerade aufgefallen. Wir haben ausgiebig über die Großen gesprochen, CDU, SPD, Grüne, AfD. Jetzt kommen wir zu dem Teil, wo wir mal drauf schauen wollen, wer performt eigentlich schon ganz gut, wer noch nicht so gut. Da landen wir aus meiner Sicht automatisch
Speaker: bei drei eher kleineren Parteien, wo man dann noch einiges zu sagen kann. Und ich würde gerne mal anfangen mit, ja, wer? Tobi hat es mich vorhin ja schon so ein bisschen angedeutet, wenn man auf die Zahlen guckt. Dann könnte man ja sagen,
Speaker: Einer der ganz großen Gewinner des bisherigen Wahlkampfes, wenn wir auf Umfragen schauen und sie für realistisch halten, ist jetzt ganz deutlich die Linke. Also wir reden davon, dass sie ihr Umfrageergebnis vom Anfang um 100 Prozent gesteigert hat. Das ist ja schon eine Leistung und dass die Partei
Speaker: Gerade nach dem vielleicht so Einordnung, nach dem Weggang von Sarah Wagenknecht ins BSW mit der Gründung, ja auch wirklich gebeutet war und eigentlich gesagt wurde, die Linke ist tot. Das war es. Dafür scheint sie jetzt eine sehr realistische Chance zu haben, wieder an den Bundestag zu kommen. Und vielleicht, wir haben schon einiges an Zeit hinter uns, aber trotzdem nochmal kurz. Wie hat sie das geschafft?
Speaker: Aus meiner Sicht sind das eigentlich zwei Punkte, die dafür jetzt verantwortlich sind. Das ist einmal die Diskussion um Friedrich Merz und die Brandmauer, die quasi dann
Speaker: bei den eher links gerichteten und gerade bei den jüngeren Leuten dann so eine Gegenreaktion ausgelöst haben und gesagt haben so, okay, jetzt erst recht, jetzt müssen wir was dagegen tun. Also die ganzen Demos und so weiter in Deutschland. Und viele, die ja vielleicht politisch dann auch was tun wollten, dann gesagt haben, okay, wenn, dann die Linke. Die hat der größte Gegenpol dazu, auch noch größer als die Grünen und die SPD.
Speaker: Und zweitens, warum das eben oder die Linken da auch eben in dem Momentum ein gutes Angebot abgegeben haben, ist Heidi Reichinek, die ja schon nach dem ersten, an dem ersten Mittwoch, wo der Entschließungsantrag zugestimmt wurde mit AfD -Stimmen, da hat sie eine sehr emotionale Rede gehalten und die ist in Social Media viral gegangen. Nach Aussage der Linken hat sie,
Speaker: die Rede oder auch Ausschnitte der Rede über 30 Millionen Aufrufe zusammengebracht. Man findet jetzt nicht ein Video, was eben diese 30 Millionen hat, aber es gibt schon bei TikTok und Instagram und so weiter, YouTube, schon sehr viele Ausschnitte davon und sehr viele Videos, die da geteilt wurden. Und ja, das ist natürlich so ein Punkt, wenn da
Speaker: sehr engagierte, junge Politikerin ist, der man absolut abnimmt, dass sie dieses Thema ja authentisch mitgenommen hat und dass sie aus tiefster Überzeugung sozusagen einer anderen Meinung ist, dann ist das natürlich auch genau ein Politikerstil, der jetzt ja auch gesucht wird oder wo immer gesagt wird, okay, man weiß nicht so richtig, wo man
Speaker: Wer sozusagen für die Zukunft steht und wer jetzt links gerichtet ist, sieht natürlich in Reichenegg jetzt eigentlich genau diese Person. Vorher relativ unbekannt. Dadurch jetzt gerade so ein bisschen der Social Media Shooting Star des Moments und deswegen sicherlich auch ein Punkt, weswegen die Umfragen da jetzt klettern. Dennis hebt schon aufgeregt die Hand.
Speaker: Ja, den Punkt würde ich gern, also da würde ich mich anschließen. Du hast Heidi Reichen ja gerade erwähnt, so ihren generellen Auftritt und dann vielleicht nochmal auf ein Zitat vom Beginn der Sendung zurückzukommen. Karl -Rudolf Korte, der Olaf Scholz und Friedrich Mehr als Extremisten der Mitte bezeichnet hat und als unaufgeregte
Speaker: Sicherheitsdeutsche hat er sie, glaube ich, auch genannt. Und da bildet Heidi Reichenegg eben Kontrast. Also ich glaube, sie hebt sich schon sehr, sehr stark ab von den anderen Kandidaten. Sie ist 36. Du hast es gerade gesagt, Tobi, dass sie erreicht viele junge Menschen durch diese authentische Art. Sie hat eine starke Präsenz auf TikTok. Sie haut auch sehr, sehr provokante Aussagen raus. Also sie formuliert sehr, sehr zugespitzt, sehr, sehr emotional und ja, sie tritt eben ganz
Speaker: Also bewusst anders auf als so die klassischen Politiker, mit Tattoos, sie hat ein kurzämliges Kleid. Also ich würde sagen, sie ist auch sehr, sehr Instagrammable. Deswegen kann ich mir schon vorstellen, dass junge Menschen das mögen. Und tatsächlich hatte ich gesehen, Rapper haben ihr sogar einen Song gewidmet, der eben auch von TikTok -Nutzern aufgegriffen wird. Also ich glaube, das ist tatsächlich, hängt das sehr, sehr stark an der Person.
Speaker: Auch beim ersten Punkt würde ich dir ebenfalls recht geben. Also es ist natürlich dann auch die Positionierung von der Linken im Moment. Das klingt ein bisschen paradox, aber sie profitiert von dem Rechtsruck. Weil viele Leute, die sich jetzt abwenden von den Parteien, wählen dann eben als stärkst möglichen Kontrast die Linke. Und ich glaube, die Link hat auch die stärksten Mitgliederzuwächse in ihrer Geschichte oder seit sehr, sehr vielen Jahren. Und das kommt ja auch nicht von ungefähr, dass es genau in dieser Zeit jetzt passiert.
Speaker: Das ist ein total spannender Punkt. Ich mache mich jetzt einfach mal zum Junior der Zahlen, weil ich das gelesen habe, es beeindruckend fand, dass die Linkspartei mittlerweile über 80 .000 Mitglieder hat. Und das sind mehr als 20 .000 mehr als Ende 2022. Also die haben sozusagen, obwohl es mit ihnen bergab ging, eigentlich massiv dazugewonnen, sind zum Beispiel, was die Mitglieder angeht, deutlich größer als die FDP.
Speaker: Und ich glaube, dass sie es geschafft haben, dass sie mittlerweile wieder gehört werden, also auch ihre Botschaften gehört werden. Also wäre zum Beispiel auch, ich weiß nicht, ob ihr die Runde gesehen habt von den kleineren Parteien im ZDF, die wo Lindner und so waren, das habe ich gesehen. Da hat zum Beispiel Jan van Aken einen sehr guten Job gemacht, der ja auch so eine gewisse, ich sag mal,
Speaker: einen gewissen linken Politikstil, aber auch Menschenstil mitbringt und der vielleicht von seinem Wording her auch ein bisschen anders ist. Aber man hat so das Gefühl, auf einmal werden diese Dinge wieder wahrgenommen und gehört als eine echte Alternative, weil sie vielleicht auch, muss man ja jetzt mal sagen,
Speaker: SPD und Grüne haben sich jetzt sehr stark gegen rechts eingesetzt im Rahmen dieser Abstimmung. Aber auch da sind wir natürlich vielleicht an der Sache, wo ja oft gesagt wird, die AfD sei das rechte Original. Und wenn man sich daran versucht, dran zu hängen, werden vielleicht Leute eher dahin wählen, dass die Linke natürlich schon
Speaker: auch das Original ist, wenn man sagt, wer stand denn immer für den Kampf gegen rechts, für die Unterstützung klassisch wirklich linker Thesen, dass eben Leute dann sagen, es ist jetzt an der Zeit Farbe zu bekennen, ein bisschen das was du auch meintest, Dennis, und dahin zu gehen.
Speaker: Können wir schon sagen, hatten wir ja auch in unserer Folge Nummer zwei schon drüber gesprochen. Dazu gute Inhalte auf den Plakaten vom Wording her und so. Visuell gut, gut umgesetzt, gut getextet. Also guter TV -Spot auch. Stimmt, guter TV -Spot, der als einziger aus meiner Sicht auch so ein bisschen Storytelling irgendwie da drin hat und ja so ein bisschen Geschichte erzählt. Also das kommt so ein bisschen
Speaker: gut strukturiert daher, mit Aussagen, die verfangen haben und ich glaube, dass die auf der Welle jetzt bis zur Wahl schwimmen können, dass sie es auf jeden Fall im Bundestag schaffen werden, ist jetzt meine These an diesem Punkt. Ja und man sieht da halt eben auch diese, wir hatten öfter schon das Thema auch Social Media, wir reden natürlich auch viel über die Plakate, weil man sie draußen sieht, aber Social Media, wenn man sozusagen das
Speaker: richtige Personal hat und die richtige Strategie da, dann hat das halt eben auch natürlich eine ungeheure Wirkung. Da ist natürlich jetzt eine Mitte 30 -jährige laute, frische, freche Spitzenkandidatin, was anders als irgendwie zwei fast 70 -jährige
Speaker: wo ein gescheiterter Bundeskanzler und ein unbeliebter CDU -Vorsitzender jetzt ein bisschen überschwitzt gesagt, die eignen sich natürlich eben nicht so gut, um viral zu gehen, sage ich jetzt mal, außer vielleicht mit negativen Dingen, die dann eben von anderen gespielt werden. Na ja, es ist ähnlich wie dann auch die AfD. Funktioniert auf Social Media, funktioniert dann hier eben auch eine Heidi Reichineck auf Social Media durch provokante, zugespitzte Aussagen.
Speaker: die vielleicht dann auch nicht länger dauern als 10, 15 Sekunden, fährt man natürlich sehr, sehr gut auf Social Media, speziell dann auf TikTok. Als wenn ich dann die Sachen runterbeete, die ich dann sonst eben auch runterbeete.
Speaker: Das ist ein interessanter Punkt, den du gerade noch sagst, ohne die Parteien vergleichen zu wollen. Aber dieser populistische Ansatz ist natürlich auch ein Stück weit bei den Linken ja auch vorhanden. Die sprechen ja auch davon, dass sie die Einzigen sind, die nach der Wahl ihre Wahlversprechen nicht brechen. Dass sie die Einzigen sind, die sich gegen die da oben auflehnen und die sich um die Menschen kümmern und so. Also ein Stück weit natürlich auch
Speaker: Ja, auch zugespitzt oder populistisch. Absolut. Aber genau, es funktioniert. Und wirklich fortgeschrittene Zeit. Wir wollen uns zügig Richtung Ende bewegen. Wir kommen trotzdem nicht ganz dran vorbei. Bei wem es wirklich nicht gut läuft, ist zum einen die FDP, zum anderen das BSW. Beide, also gerade die FDP, bleibt konstant unter fünf Prozent, egal in welcher Umfrage. Also auf fünf Prozent schaffen sie es aktuell nirgends.
Speaker: eigentlich spannend, weil wir ja für uns schon mal gesagt haben, dass die Kampagne rein vom Stil her durchaus gut gemacht ist. Ich würde aber fast sagen, wir vertagen die FDP noch mal so ein bisschen, weil Tobias und ich meinen einen gewissen Stilbruch in manchen Plakaten.
Speaker: wahrgenommen zu haben, den wir uns aber noch nicht so ganz erklären können. Also vielleicht ganz kurz zur FDP. Habt ihr da aktuell was, wo ihr sagen würdet, da müssen wir einmal drauf schauen oder wollen wir in der nächsten Folge uns noch mal genauer mit den Liberalen beschäftigen? Das könnte eins der letzten Male sein. So ehrlich muss man sein.
Speaker: Genau, ja, lass uns das machen. Was ich nur vielleicht schon sagen kann, ich hatte ja die Vermutung, dass Agnes Strack Zimmermann vielleicht noch aus dem Hut gezaubert wird. Das glaube ich mittlerweile nicht mehr. Ich habe zwischendurch gelesen, dass Kubicki und Linda eher sehr sauer auf sie sind, weil sie wohl auch bei der Abstimmung
Speaker: zumindest nicht ganz auf Parteilinie war, habe ich unterschiedliche Sachen auch gelesen, aber ich glaube jetzt auch irgendwie nicht mehr, dass das dadurch noch versucht wird, Stimmen zu kommen. Nein, dann machen wir da irgendwie bei der nächsten Folge nochmal ein Deep Dive zu, weil ich es auch sehr spannend finde, was die Liberalen gerade so
Speaker: Also wirklich aus der Not heraus versuchen. Es werden ja irgendwie noch viele Geschütze aufgefahren, auch an Wahlen aufrufen und so. Aber dann machen wir dafür heute einen Break zu. Ich glaube zum BSW aus meiner Sicht gibt es gar nicht so schrecklich viel zu sagen, weil man am Ende merkt, dass es eine Partei ist, die es noch nicht lange gibt, die auf einer temporären Erfolgswelle irgendwie bei den Landtagswahlen unterwegs war, wo Sarah Wagenknecht gerade
Speaker: Ich sag mal, trendete und irgendwie das Stimmen mitnehmen konnten, die jetzt aber, hab ich nur gelesen, interne Querelen haben, die natürlich auch nicht das Budget haben für riesige Wahlkämpfe.
Speaker: Die Chance überhaupt reinzukommen, bleibt Sarah Wagenknecht, die ja relativ präsent auch in verschiedenen Formaten und so ist. Aber ich glaube, zum kommunikativen Wahlkampf des BSW fällt mir nicht so schrecklich viel ein. Also es ist auch jetzt gar nicht negativ an sich gemeint, sondern man hat das Gefühl, die sind auch dabei.
Speaker: Und versuchen, sich dazwischen zu bewegen. Seht ihr das groß anders? Nee, ich sehe das ähnlich. Du hast die Punkte eben schon angesprochen. Zum einen gibt es die Partei noch nicht so lange. Und so eine Partei, sag ich mal, um die Strukturen aufzubauen, um dann so einen Wahlkampf zu bewerkstelligen, da braucht es wahrscheinlich mehr Personal und mehr Zeit. Kurzgefasst kann ich mir vorstellen, dass der Bundestagswahlkampf einfach ein Stück weit zu früh kam. Ein zweites Problem ist meiner Meinung nach aber eben auch die Positionierung.
Speaker: Also zu Beginn fanden es glaube ich viele Leute interessant, dass man eben diese sehr sehr starke Sozialpolitik verbindet mit einem sehr scharfen Migrationskurs.
Speaker: Das dringt aber meiner Meinung nach nicht mehr so richtig durch, weil es dann eben die Themen auch von den anderen Parteien gekapert wurden. Und da das BSW tatsächlich keine Rolle spielt. Also ich glaube, wenn man jetzt auf die Straße geht und fragt, für was steht das BSW? Ich weiß nicht, ob so viele Leute wissen, für was das BSW steht. Also sehe ich auch so. Behalten wir auch im Auge, würde ich sagen. Aber müssen wir jetzt nicht noch tiefer reingehen. Und womit wir an sich
Speaker: am Ende der Folge angekommen sind. Aber ich habe ein bisschen auf die Tube gedrückt, weil es noch ein Thema diese Woche gab, wo ich gerne kurz drüber sprechen würde und wo ich auch dich einfach total gerne mal hören würde, Dennis, weil du von uns im Alltag am ehesten auch mit Krisenkommunikation zu tun hast.
Speaker: Und wir haben einen aus meiner Sicht relativ einzigartigen Vorgang in der deutschen Politik erlebt, nämlich dass ein Spitzenkandidat einer Partei offensiv ein Thema nach außen gebracht hat, was noch gar nicht existent war. Nimm uns bitte einmal mit. Du weißt ja genau, worauf ich hinaus will.
Speaker: Ja tatsächlich das Thema hat es schon häufiger gegeben und das Thema sind Plagiats Vorwürfe. Es gibt Plagiats Vorwürfe gegen Robert Habeck gegen seine Doktorarbeit und es gibt Stefan Weber heißt er das ist ein bekannter österreichischer Plagiats Sucher.
Speaker: der Habecks Dessertation untersucht hat und die Vorwürfe beziehen sich im Endeffekt so auf Ungenauigkeiten in Fußnoten, also tatsächlich gar nicht auf so reine Textstellen. Das Ergebnis der Überprüfung, es gibt es auch schon, also es gibt eine Ombudsstelle, die bestätigt hat, dass es kein wissenschaftliches Fehlverhalten gibt etc. pp.
Speaker: Was ich sehr, sehr spannend fand an dem Fall, ist die Krisenkommunikation von Robert Habeck gewesen. Und du hast es eben schon richtig gesagt, Lennart. Offensiv ist da das Stichwort, weil es ist sozusagen Lehrbuchbeispiel, wie man es machen kann. Also eher die Vorwürfe überhaupt publik wurden, eher sie veröffentlicht wurden, ist Robert Habeck schon in die Offensive gegangen, hat sehr proaktiv agiert.
Speaker: um eben die Deutungshoheit zu behalten. Das heißt, er hat ein Video aufgenommen, in dem er kurz die Sachlage erklärt hat und hat sozusagen dann die erste Reaktion gezeigt, in dem er schon es kontextualisiert hat, er hat es eingeordnet, er hat gesagt, worum es geht und ist dann tatsächlich auch, nachdem er kurz erklärt hat, worum es geht und warum es kein Plagiat ist, weil es eben nur sich um die Fußnoten handelt,
Speaker: ist er dann eben auch in die Gegenwehr schon gekommen, das heißt in den Gegenangriff. Er hat nämlich die Motive von Stefan Weber dann hinterfragt und hat eben so eine neue Perspektive aufgemacht. Also von wegen, was steckt denn überhaupt hinter Stefan Weber, von wem wird er bezahlt, warum macht er das denn eigentlich?
Speaker: Und da muss ich sagen, das ist wirklich, wie gesagt, das ist ein Lehrbuchbeispiel. Er hat proaktiv agiert, er hat das kontextualisiert, er hat tatsächlich auch noch mal zusätzliche Glaubwürdigkeit hergestellt, indem er eben die Ombudstellen zitiert hat, die ihm auch Recht geben in seiner Perspektive und hat dann die Motive des Plagiatsuchers in Frage gestellt.
Speaker: ohne ihm jetzt wirklich Vorwürfe zu machen, sondern er hat es einfach in den Raum gestellt und hat da eben komplett die Deutungshoheit übernommen und das Thema quasi schon im Vorfeld abgeräumt, wie man dann so schön sagt in einer Krisenkommunikation, er ist vor die Welle gekommen. Und ja, sehr, sehr gelungen. Ein gutes Beispiel für Krisenkommunikation.
Speaker: Ja, fand ich darum auch gut, das nochmal reinzunehmen, weil das für mich, also du hattest mir das ja so ein bisschen auch geschickt an und ich fand's dann auch total spannend, sich das anzugucken. Ich fand's auch spannend und auch clever in dem Fall, das auf den eigenen Kanälen zu machen, also wirklich mit einer eigenen Botschaft rauszugehen. Man hätte ja auch sagen können, man macht das irgendwie bei einem Interview, bei einem großen Medium oder so, aber dadurch in seinen Worten das Ganze
Speaker: rauszugeben und es genau, es war schon sehr, sehr geschickt, auf jeden Fall auch gemacht, weil man das Gefühl hat, was soll da jetzt kommen, was irgendwie überraschend wäre und nicht wirkt wie kleinkariertes so ein bisschen, ja eigentlich habe ich nichts gefunden und darum habe ich in Fußnote 22 x 2 3 a 4 ein Kommafehler gefunden, dass man halt sagt, ja gut, so. Also das fand ich auch darum irgendwie ein wichtiges Thema,
Speaker: Gerade wenn man es vergleicht vielleicht mit dem, was Annalena Baerbock im Grünen Wahlkampf vor der letzten Bundestagswahl auch durchlitten hat, wo sicherlich viele Dinge anders gelaufen sind und eben sehr viel schleppen passiert ist und man immer gesagt hat, naja, also das fand ich tatsächlich auch sehr gut gemacht und auch authentisch rübergebracht. Offenbar haben die Grünen aus den damaligen Fehlern gelernt und hier in diesem Fall eben die Kontrolle über das Narrativ behalten.
Speaker: Ja, und Habeck hat ja auch gesagt, dass diese Vorwürfe oder er schon länger davon wusste und deswegen diese Prüfung ja auch schon angestoßen hat. Das heißt, es war ja auch nicht nur jetzt eine gute Reaktion, sondern man hat sich ja scheinbar auch, nachdem Habeck sich wahrscheinlich dazu entschieden hat, es noch mal als Kandidat zu versuchen. Er hat ja immer gesagt, es gab mal diese Punkte, wo er sich selber eine Frage gestellt hat und so weiter.
Speaker: Wahrscheinlich an diesem Punkt, wo sich dafür entschieden wurde, dass man wirklich auch alles umgedreht hat, was irgendwie Punkte sein könnten und sich eben darauf vorbereitet hat. Und dann gesagt hat, okay, es gibt da diese Vorwürfe, also fangen wir jetzt schon mal an, alles zu überprüfen und warten es nicht ab, sondern wenn da was kommt, sind wir halt vorbereitet. Vor Monaten eben.
Speaker: Gut, danke für den Ausflug noch mal. Fand ich aber tatsächlich auch noch mal gut drüber gesprochen zu haben. Darf ich nur einen Satz gerade dazu sagen? Natürlich. Was ich auch noch von der Erzählung, du hast eben gesagt, Leonard, ist ... durch das, wie er es gesagt hat, wirkt dann alles, was kommt, irgendwie sozusagen falsch oder kleinkariert. Dazu, er sagt am Ende ja auch, dass auch gegen die Doktorarbeit seiner Frau Vorwürfe erhoben werden und dass man ...
Speaker: Dass die aber eine Privatperson ist und dass man die bitte rauslässt, das verstärkt das ja auch noch mal. Das zeigt irgendwie so dieses, okay, da wird der Politiker und seine Familie angegriffen. Und er bittet wenigstens darum, seine Familie außen vor zu lassen. Das impliziert ja irgendwie auch schon so der böse Plagiarz -Lehrer, der böse Plagiarz -Jäger, der nicht mal davor zurückschreckt. Und er bittet wenigstens, um diese Fairness nur ihn anzugreifen. Also auch noch mal ein starkes Statement irgendwie. Kommunikativ.
Speaker: Guter Punkt. Ja.
Speaker: Das war länger als geplant, aber es hat wieder mal jede Menge Spaß gemacht. Die K -Frage haben wir heute noch nicht beantwortet. Ich kann aber schon mal verraten, wir werden sie auch nicht am 23. Februar beantwortet haben, aber wir werden nach dem 23. Februar euch verraten, was die K -Frage eigentlich genau bedeutet in unserem Podcast. Bis dahin bleiben wir aber in der tagesaktuellen Politik
Speaker: absolut drin, mit hoffentlich noch so vielen Folgen, wie wir irgendwie schaffen, denn es bewegt sich jeden Tag was Neues. Tobi, Dennis, vielen Dank für den heutigen Zusammenschluss hier an unserem Podcast. Danke dir, Leonard. Danke. Und ich würde sagen, wir sprechen uns alsbald wieder mit der nächsten Folge. Und ich bin gespannt, was bis dahin alles passiert, denn es ist eine Menge los. Von meiner Seite aus, tschö mit ö.
Speaker: Untertitel im Auftrag des ZDF, 2020

