Transcript
Speaker: Die K-Frage, zwei Tage, nicht mal mehr zwei Tage vor der Bundestagswahl 2025.
Speaker: Es wird ernst, es wird spannend.
Speaker: Und ja, kurz bevor die Wählerinnen und Wähler ihr Votum abgegeben haben und wir am Sonntag ab 18 Uhr in den Prognosen...
Speaker: erfahren, was dieser Wahlkampf mit sich gebracht hat und wie das Ergebnis ausfällt, melden wir drei uns auch nochmal.
Speaker: Wir drei sind in dem Fall Dennis, Tobias und ich, Lennart, und möchten in dieser Folge ein bisschen zurückschauen, wie der Wahlkampf gelaufen ist und geben am Ende auch unsere ganz persönliche Prognose ab, was wir glauben, wie die Wahl ausgeht.
Speaker: Warum wir unseren Senf dazugeben, was uns befähigt, das eigentlich zu tun, das erklären wir euch gerne in unserer, wie immer, kurzen Vorstellungsrunde, bei der ich sagen würde, fangen wir heute an beim Mann der Worte in dieser Runde.
Speaker: Dennis, ein Mensch, viele Worte.
Speaker: Du darfst loslegen.
Speaker: Ja, vielen Dank für die warmen Worte, Lennart.
Speaker: Hallo zusammen, ich bin Dennis,
Speaker: Ich bin studierter Germanist und Politikwissenschaftler, ehemaliger Journalist, ehemaliger Tech-Star und heute
Speaker: Senior Corporate Communications Manager für ein global tätiges Unternehmen mit den Schwerpunkten Strategie, Change und Krisenkommunikation.
Speaker: Also damit bei uns in der Runde wie anmoderiert.
Speaker: Der Mann, der aufs Wort achtet und auch auf die Feinheiten in der Sprache.
Speaker: Um im Wahlkampfmodus zu bleiben.
Speaker: Tobias, bei dir gibt es zwar nicht mehr netto, aber trotzdem allerhand mit Zahlen.
Speaker: Stell dich kurz vor.
Speaker: Ja, danke Lennart und hallo zusammen.
Speaker: Ich bin Tobias und studierter Werber und jetzt Geschäftsführer einer Werbeagentur und einer Digitalagentur.
Speaker: Damit wir uns da nicht falsch verstehen, das Netto hat nichts mit einer Geschäftsführertätigkeit zu tun, sondern ist eine Anspielung auf diverse Wahlplakate.
Speaker: Dafür ist es ja heute auch Zeit.
Speaker: Die nehme ich mir auch.
Speaker: Ich bin Lennart, ich bin gelernter Journalist und bin als Kreativkonzepter in einer Werbeagentur tätig.
Speaker: So, wir haben es schon gesagt, es sind noch nicht mal mehr 48 Stunden, bis wir wahrscheinlich schon, wir nehmen relativ spät am Freitagabend auf, fast schon ein vorläufiges amtliches Endergebnis wahrscheinlich begutachten können.
Speaker: Und es zeichnet sich ab, dass es auf jeden Fall ein spannender Wahlabend wird.
Speaker: Warum zeichnet sich das ab?
Speaker: Da würde ich sofort wieder an dich rübergeben, Tobias.
Speaker: Du hast dir nochmal genau die letzten Umfragen angeschaut und da kam ja nochmal ein bisschen Bewegung rein, würde ich sagen.
Speaker: Genau, es gab relativ große Schwankungen.
Speaker: Also alle großen Institute haben die letzten Tage nochmal eine Umfrage rausgehauen, was früher, glaube ich, auch anders war, inzwischen aber geht.
Speaker: Und ja, da liegt die CDU so jetzt zwischen 28 und 32, was natürlich innerhalb der Schwankungsbreite liegt, aber trotzdem natürlich nochmal wahrscheinlich zu nervösen Zuckungen in der CDU-Wahlkampfzentrale geführt hat,
Speaker: weil 28 dann ja doch deutlich unter dem angepeilten Wert von über 30 ist.
Speaker: Allensbach allerdings heute hatte die CDU wieder bei 32.
Speaker: Also da wird man sehen, wie es dann genau ausgeht.
Speaker: SPD, Grüne auf ihren Werten der letzten Wochen, also SPD zwischen 15 und 16, Grüne zwischen 13 und 14.
Speaker: Spannend wird es dann nochmal bei der FDP, die
Speaker: Teilweise ja bei genau 5% lag, jetzt bei vielen aber auch wieder bei 4,5%.
Speaker: Also das wird sicherlich eines der spannendsten Ergebnisse am Wahlabend.
Speaker: Genauso das BSW, was auch zwischen tendenziell sogar eher 4 und 4,5 liegt.
Speaker: Also da ist die Wahrscheinlichkeit wahrscheinlich noch ein bisschen geringer.
Speaker: Und die Linke, die mittlerweile ihr Momentum hält an, schon bei manchen Umfragen bei 8% liegt und damit eigentlich Stand jetzt relativ sicher drin sein dürfte, aber ob FDP und BSW reinkommen, ist natürlich insofern spannend, als ob
Speaker: dass die Koalition oder das Auswirkungen auf die Koalition hat und eventuell dann natürlich keine Zweierkonstellation möglich ist.
Speaker: Und insofern bleibt es da spannend.
Speaker: Zum Schluss noch die AfD, die bei ihren 20 bis 21 liegt.
Speaker: Und daher immer noch die Frage ist, ob aufgrund der sozialen Erwünschtheit vielleicht das Ergebnis da ein bisschen von dem Realistischen abweicht.
Speaker: Und ja, von daher, es bleibt spannend.
Speaker: Danke Tobi für den Überblick.
Speaker: Ja, es zeigt sich, die Zahlen sind auf jeden Fall eng beieinander.
Speaker: Es ist ein bisschen Bewegung reingekommen, aber der Wahlausgang ist doch noch sehr, sehr offen.
Speaker: Der Wahlkampf hingegen ist so gut wie vorbei und wir haben uns überlegt, dass wir euch ja jetzt in den vergangenen Wochen mitgenommen haben und immer mal wieder geschaut haben, was machen die Parteien aktuell, wie kommunizieren sie mit den Wählerinnen und Wählern.
Speaker: Das wollen wir heute nicht nochmal wiederholen, sondern bevor es jetzt auch bei uns der Bundestagswahlkampf 2025 erstmal endet, nochmal zurückschauen und uns überlegen, wie habt ihr den Wahlkampf denn insgesamt empfunden?
Speaker: Das ist jetzt eine große Frage, aber vielleicht, Dennis, magst du uns mal mitnehmen?
Speaker: Man entwickelt ja mit der Zeit irgendwie ein Gefühl, ob man irgendwann genervt war, ob man gedacht hat, ich habe neue Dinge erfahren.
Speaker: Wie ist es dir gegangen in den letzten drei Monaten?
Speaker: Das ist eine große Frage und ich würde hier auch gerne weiter ausholen.
Speaker: Also insgesamt hat mir vor allem eins in dem Wahlkampf gefehlt und das ist ein positives Zukunftsbild, das ist eine Vision.
Speaker: Und für mich war es jetzt eher ein Wahlkampf des Verwaltens und nicht unbedingt des Gestaltens.
Speaker: Also wir hatten die Plakate besprochen, es war einmal sehr, sehr viel Rückblick.
Speaker: Es war sehr, sehr defensiv.
Speaker: Es ging eigentlich nur darum, die Fründe zu sichern und zum Punkt weit ausholen.
Speaker: Also ich habe es selber nicht miterlebt, aber ich kenne zumindest die Claims von früher.
Speaker: Willy Brandt, mehr Demokratiewagen, Helmut Kohl, blühende Landschaften.
Speaker: Das mag utopisch gewesen sein.
Speaker: Aber sie gaben natürlich so eine Art Orientierung und haben ein Bild von der Zukunft gezeichnet.
Speaker: Das heißt, sie haben Menschen bewegt, sie haben sie emotionalisiert.
Speaker: Und ja, was mir gefehlt hat, ist diese...
Speaker: also in der Veränderungskommunikation, da gibt es so vier Phasen.
Speaker: Das ist Schock, Widerstand, Exploration und Commitment.
Speaker: Und hier sind die Parteien meiner Meinung nach im Wahlkampf sehr, sehr stark in den ersten beiden Phasen stecken geblieben.
Speaker: Das heißt, du hast natürlich über die Verluste und Ängste diskutiert, aber du bist nie in den Modus gekommen, die Chancen vielleicht auch von so einer Veränderung zu zeigen.
Speaker: Denn ich glaube, es ist
Speaker: sehr, sehr vielen Bürgerinnen und Bürgern ist klar, es muss was passieren.
Speaker: Es wird Zeit für einen Politikwechsel.
Speaker: Wir haben sehr, sehr große Probleme und diese großen Probleme, die brauchen nun mal auch große Reformen.
Speaker: Ich glaube, das ist implizit allen klar.
Speaker: Und wenn es dann so sehr kleinteilig ist und technokratisch, weiß ich nicht, ob die Parteien sich da einen großen Gefallen mittun, jetzt auch in puncto Demokratie.
Speaker: Und wenn man ein bisschen weiter in die Zukunft guckt, ob das dann dafür reichen wird, weil
Speaker: Es ist so ein sehr, sehr Beharren auf den alten Strukturen und wird vielleicht dann auch gar nicht so der aktuellen Situation gerecht.
Speaker: Und ich glaube, da ist so ein bisschen das Problem, gerade in so einem Spannungsfeld sind die Wählerinnen und Wähler dann sehr empfänglich für populistische Parteien.
Speaker: Und die AfD, jetzt kann man zu der AfD stehen, wie man möchte, zeichnet wenigstens ein Zukunftsbild.
Speaker: Die haben eine Art Vision, ob man die teilt oder nicht.
Speaker: sei jetzt mal dahingestellt, aber sie machen eben ein großes Bild auf.
Speaker: Und ich glaube, es ist ein fundamentales Missverständnis, wenn man versucht, die Menschen in so schwierigen Zeiten zu schonen und ihnen nicht zuzumuten.
Speaker: Und das hat mir auf den Plakaten gefehlt, das hat mir in sehr, sehr vielen TV-Beiträgen gefehlt.
Speaker: Und ja, ich meine, die Diskussionen, die sind ja mittlerweile auch da.
Speaker: Ich sage mal, die großen Themen, die wir in der Zukunft haben, der demografische Wandel, Klimaschutz,
Speaker: Was ist mit den Renten?
Speaker: Das sind alles Themen, die haben eigentlich nicht groß stattgefunden im Wahlkampf und wurden ausgespart.
Speaker: Das absolut, kann ich voll nachvollziehen.
Speaker: Und wo ich gerade nur einmal reingrätschen möchte sozusagen ist, weil ich auch gerade gemerkt habe, dass dir das sozusagen nicht ganz leicht gefallen ist in dem Punkt.
Speaker: Ich habe mich ja nun auch länger mit der AfD beschäftigt.
Speaker: Und vielleicht kann man das an der Stelle einfach mal so ausformulieren.
Speaker: Wir haben uns, bevor wir diesen Podcast gestartet haben, gesagt, wir wollen neutral und sachlich über die Politik berichten und über das, was die Parteien tun.
Speaker: Das fällt uns nicht immer ganz leicht.
Speaker: Das kann man vielleicht einfach so stehen lassen und jeder darf sich dabei denken, wie das gemeint ist in diesem Punkt.
Speaker: Fehlende Zukunftsvisionen finde ich eine sehr, sehr spannende Analyse von dir, Dennis.
Speaker: Gerade auch dahingehend, was ich dich vielleicht noch fragen wollte, Tobi, auch in dem Bereich,
Speaker: ohne das zu lang ausführen zu wollen.
Speaker: Aber hast du das Gefühl, also wie hat dir der Wahlkampf gefallen?
Speaker: Und gerade weil du dich auch viel mit Umfragen beschäftigst, hattest du das Gefühl, dass die Parteien zu sehr auf kurzfristige Stimmungsbilder regiert haben, die durch Umfragen etc.
Speaker: sich ergeben haben?
Speaker: Oder fandst du, dass da doch klare Kommunikationsbotschaften inszeniert wurden, die zeigen, das war eine orchestrierte Gesamtaktion?
Speaker: Ich glaube nicht, dass die sich zu stark auf Umfragen fokussiert haben.
Speaker: Dieses Mal, weil sich an den Umfragen ja auch tatsächlich kaum was getan hat.
Speaker: Also diese Werte so ungefähr in dieser Größenordnung hatten wir, das hat man glaube ich auch schon mal irgendwann gesagt, auch vor einem Jahr schon.
Speaker: Das heißt, es ging eigentlich kaum was rauf und runter, weil
Speaker: Und von daher glaube ich schon, dass die Parteien einfach das Problem hatten, dass die Zeit so kurz war dieses Mal.
Speaker: Also man spricht normalerweise davon, dass man mindestens ein Jahr braucht, um einen Wahlkampf gut vorzubereiten, eher anderthalb bis zwei.
Speaker: Also wenn jetzt sozusagen viel Zeit ist, fangen manchmal Wahlkampfberater bis zu zwei Jahre davor an.
Speaker: sozusagen dieses ganze Thema vorzubereiten, den Kandidaten, wenn der schon feststeht, mit dem Kandidaten zusammen die großen Linien zu entwickeln.
Speaker: Und das war dieses Mal natürlich überhaupt nicht gegeben.
Speaker: Wir hatten ungefähr zwei Monate Zeit.
Speaker: Vielleicht, wenn man das Ampel-Aus ein bisschen vorhergesehen hat in den Parteien, was man eigentlich hätte tun müssen, waren es vielleicht auch dann schon ein paar Monate mehr.
Speaker: Aber die heiße Wahlkampfphase war dann im Grunde erst im Januar.
Speaker: Das heißt, wir hatten sechs Wochen.
Speaker: Und in diesen sechs Wochen waren dann eben zwei Anschläge, die dieses Thema Migration nach oben gespült haben und die eigentlich in der Mitte dieser sechs Wochen das ganze Thema komplett durcheinandergewürfelt haben.
Speaker: Ich glaube, das hat nochmal dazu geführt, dass auch beim Wähler und beim Empfänger dieser Botschaften irgendwie...
Speaker: ja noch weniger Bild, noch weniger Zukunftsvisionen, wie du es gerade gesagt hast, Dennis, sichtbar waren, weil natürlich irgendwie anderthalb, zwei Wochen nur über das Thema Friedrich Merz und Bundestag und wie es das diskutiert wurde.
Speaker: Aber ich finde gerade die Migrationsdebatte hat ja gezeigt, wie lebendig die Demokratie ist.
Speaker: Also das ist eine sehr, sehr polarisierte Diskussion natürlich gewesen, aber es wurde sehr heftig gestritten.
Speaker: Vielleicht nicht unbedingt immer auf einem rein sachlichen Niveau.
Speaker: Es wurde teilweise persönlich, aber es hat nochmal ganz klar die inhaltlichen Unterschiede zwischen den einzelnen Parteien aufgezeigt.
Speaker: Und um nochmal auf den Punkt Zumutungen zurückzukommen, ich glaube schon, dass das was ist, was die Wähler gutieren, wenn auch gestritten wird.
Speaker: Ich meine, es werden oft so die alten Zeiten beschworen, als Strauß und Wehner sich im Bundestag gezofft haben.
Speaker: Heute heißt es dann immer, wenn es zu solchen Streitigkeiten kommt, oft in den Medien, die
Speaker: Das dürfe nicht sein, wir brauchen mehr Konsens etc.
Speaker: pp.
Speaker: Und ich fand es eigentlich sehr wohltuend, weil selten so lebhaft diskutiert wurde.
Speaker: Man hat an jeder Straßenecke auf dem Fußballplatz, weiß ich nicht, in einer Bäckerei Diskussionen darüber geführt und das kann eigentlich einer Demokratie nur guttun.
Speaker: Glaube ich.
Speaker: Also das fand ich, war sehr, sehr unabhängig jetzt von der Diskussion, wie wir da auch inhaltlich zustehen, fand ich die Debatte ein sehr, sehr schönes Beispiel für eine funktionierende, lebhafte Demokratie und die hat auch nochmal so ein bisschen Drive in den Wahlkampf gebracht.
Speaker: Also so gesehen war es schon das kommunikative Highlight, nenne ich es mal.
Speaker: Grundsätzlich ja, gebe ich dir recht, aber das, was du eben bemängelt hast, dieses Zukunftsbild und dieses Beschäftigen mit Zukunftsthemen, ist dadurch natürlich untergegangen und deswegen ja, an sich war das ein lebendiger Moment der Demokratie.
Speaker: Aber glaubst du, es wäre gekommen, wenn es die Debatte nicht gegeben hätte?
Speaker: Ich glaube schon mehr, als es jetzt war auf jeden Fall, weil dann hätten die Parteien auf jeden Fall ihre geplante Wahlkampflinie einhalten können und ich glaube schon, dass es dann mehr um diese Themen noch gegangen wäre.
Speaker: Ja, aber wenn du dir die Wahlprogramme anguckst, wo ist denn da die Zukunftsvision?
Speaker: Also ich meine, natürlich schreibt die CDU darüber Politikwechsel, aber wo sind die großen Reformen, die dann auch angekündigt wurden?
Speaker: Das ist ja unabhängig von der Migrationsdebatte.
Speaker: Also wenn jetzt die Grünen beispielsweise gesagt hätten, weiß ich nicht, Deutschland soll die Innovationsnation 2035 werden, das ist eine Zukunftsvision oder Klimaschutz für mehr Arbeitsplätze.
Speaker: Das sind Visionen, das sind positive Bilder.
Speaker: Die sind ja bei keiner Partei groß gespielt worden.
Speaker: Die habe ich ehrlich gesagt nirgendwo gesehen.
Speaker: Das stimmt.
Speaker: Die große Vision wäre sicherlich in den zwei zusätzlichen Wochen oder in den verbliebenen vier Wochen dann auch nicht gekommen.
Speaker: Aber es wäre sozusagen dieses Bild, dass eigentlich überhaupt nichts über die Zukunft gesprochen wurde, sondern nur über Migration.
Speaker: Das wäre schon ein anderes gewesen.
Speaker: Und das war auch, du hast eben die alten Zeiten bemüht.
Speaker: Früher wurden natürlich in den Wahlkämpfen nicht die großen Visionen unbedingt immer aufgezeigt.
Speaker: Also man hat ja sogar gesagt, als
Speaker: Merkel oder als das letzte Mal, als eine große Vision in einem Wahlkampf aufgezeigt wurde, das war 2005, als Angela Merkel schon im Wahlkampf die Reformen ins Schaufenster sozusagen gestellt hat und diverse große Umwälzungen versucht hat, dem Volk zu erklären, dass dieser Wahlkampf eigentlich völlig baden gegangen ist, weil das im Wahlkampf halt schwer zu vermitteln ist und die Menschen dann eher Angst haben, dass zu viel passiert.
Speaker: Ich glaube...
Speaker: Und auch oft davor, auch in den Schröder-Wahlkämpfen, wurde ja die Agenda 2010, die war kein Wahlkampfthema, sondern es ging oft dann natürlich um die Personen.
Speaker: Und wie gesagt, ich gebe dir vollkommen recht, dass das generell mehr sein kann, aber eben nicht, wenn du nur acht Wochen oder drei Monate Zeit hast, das vorzubereiten.
Speaker: Also ich glaube, dass diese Situation damals um Merkel, dass sie quasi dieses Learning für sie, dass Zumutungen für die deutschen Wählerinnen und Wähler eher nicht zumutbar sind,
Speaker: dass das auch sehr, sehr großen Wiederklang gefunden hat dann in den Wahlkämpfen bis heute, würde ich sagen.
Speaker: Und dass das quasi ein Lerneffekt gewesen ist und dass die Politikerinnen und Politiker das deswegen auch scheuen.
Speaker: Und ich glaube, dass wir mittlerweile in Zeiten leben,
Speaker: Aber ich glaube, dass das auch damit zu tun hat, dass du natürlich versuchst und dann sind wir, wenn wir jetzt wirklich auf politische Kommunikation auch in dem Sinne nochmal schauen, genau in der Schwierigkeit, als jemand, der einen Wahlkampf orchestriert, möchtest du ihn ja eigentlich lenken und steuern und möchtest Themen setzen.
Speaker: Und ich glaube, darum war es auf gar keinen Fall im Sinne der Strategen, dass dieses Migrationsthema kam, weil das war ja wild.
Speaker: Da ging es ja auf einmal unkontrolliert umher.
Speaker: Und wenn man ehrlich ist, hat annähernd, außer der Linkspartei auch da, keine Partei davon profitiert.
Speaker: Also die Diskussion, ich gebe dir recht, die Demokratie kann ich mir gut vorstellen, dass die profitiert hat.
Speaker: Dass Menschen auch gedacht haben, oh, da ist mal Streit, das ist gut.
Speaker: Aber die Parteien haben davon natürlich...
Speaker: nichts gehabt.
Speaker: Im Gegenteil, wahrscheinlich hat die CDU nicht von profitiert, die SPD nicht von profitiert und die Grünen auch nicht nennenswert davon profitiert.
Speaker: Ja, aber das stimmt.
Speaker: In den Umfragewerten nicht, aber es gibt auch die Gegenthese, die ja auch von der CDU verbreitet wird und
Speaker: die ich auch nicht unbedingt direkt abschmettern würde, dass durch diese Migrationsdebatte die AfD vielleicht nicht noch weiter gewachsen ist.
Speaker: Man kann es ja auch aus der Perspektive sehen.
Speaker: Kann sein, na klar.
Speaker: Natürlich nicht zu beweisen.
Speaker: Wie vieles nicht, man darf da ja auch mal ein bisschen orakelen.
Speaker: Aber ich glaube, rein aus Sicht desjenigen, der versucht, einen Wahlkampf zu planen, auch noch einen sehr kurzen, brandet da natürlich ein Thema auf, wo du wenig gewinnen kannst und was sicherlich eine
Speaker: komplexe Veränderung des Wahlkampfs war.
Speaker: Ja, das würde ich schon so sehen.
Speaker: Und zu der CDU-These gerade nochmal, es war ja jetzt sozusagen nicht die Alternative, dass man als CDU sich dann nicht so verhalten hätte, sondern dass diese Anschläge sozusagen gar nicht gewesen wären und dann andere Themen gewesen wären und dann wäre die AfD ja auch nicht unbedingt stärker gewesen, weil dieses ganze Thema Migration dann vielleicht kein Wahlkampfthema gewesen wäre.
Speaker: Und man sich eben tatsächlich fragen muss, vielleicht da nochmal abschließend auch,
Speaker: hatte nicht eigentlich Friedrich Merz das Thema gut gesetzt.
Speaker: Also jetzt aus Wahlkampfsicht würde ich denken, als er gesagt hat, ich nutze meine Richtlinienkompetenz am ersten Tag, wo ich Kanzler bin, habe ich gedacht, da hat er einen Point gemacht, wo man jetzt auch weiter mitarbeiten könnte, als sein Wahlkampfstratege, uns zu sagen, hier, ich bin der Macher.
Speaker: Warum man sich dann aber auf diese offene Debatte eingelassen hat, wird sich mir nicht ganz erschließen.
Speaker: Und das, glaube ich, ist eben dann was, wo dieser Wahlkampf,
Speaker: dann doch in seiner Kürze nochmal besonders sich zugespitzt hat, weil dann auch jeder dabei sein wollte, seine Botschaft deutlich und auch laut und deutlich vorzubereiten.
Speaker: Ja, also es wäre interessant zu beobachten gewesen, was passiert wäre, wenn er es dabei belassen hätte, einfach nur den Punkt zu machen und nicht unbedingt direkt im Anschluss einige kommunikative Fehler gemacht hätte.
Speaker: Denn dann auszuschließen oder quasi zu sagen,
Speaker: Da lasse ich keine Kompromisse zu.
Speaker: Das ist ihm dann natürlich auf die Füße gefallen.
Speaker: Also das kam wie ein Boomerang zurück und das hat dann ja auch die Debatte weiter angeheizt.
Speaker: Also diese Kompromisslosigkeit, die wurde ihm dann im Endeffekt zum Verhängnis.
Speaker: Das hätte vielleicht auch anders laufen können.
Speaker: Wobei da kommt ja eigentlich genau wieder diese These, die du eben gebracht hast ins Spiel.
Speaker: zu sagen, wenn es nicht so kompromisslos gewesen wäre, dann hätte es eher der AfD in die Karten gespielt.
Speaker: Und so hat die CDU halt deutlich machen können, dass es ernst meint.
Speaker: Das ist ja eigentlich genau diese CDU-Erzählung, die erst durch dieses drastische Verhalten eigentlich erst glaubhaft geworden ist.
Speaker: Ja, aber hätte es dadurch unbedingt diese Drastik gebraucht, also das quasi auszuschließen?
Speaker: Es hätte ja theoretisch auch ein Lösungsansatz sein können, indem man die anderen Parteien versucht, mit ins Boot zu holen.
Speaker: Also das wäre ja auch eine Möglichkeit gewesen, um sich von der AfD abzugrenzen.
Speaker: Ich glaube nicht unbedingt, dass es dafür diese Formulierung gebraucht hätte.
Speaker: Aber da könnte ich mir vorstellen, wenn ich da dazwischengrätschen darf, dass wir da tatsächlich auch die Schwierigkeit dieses kurzen Wahlkampfs haben, der so viel Tempo hat, dass ich glaube, der Hang, kompromisslos deutlich zu sein, größer ist, weil man denkt, ich muss jetzt einen Punkt setzen.
Speaker: Und mir fällt das auch auf, ich tue mir persönlich, vielleicht so als kurzer...
Speaker: Rückblick noch für mich, was diesen Wahlkampf angeht.
Speaker: Ich tue mir auch schwer damit, wenn wir bei Kompromisslosigkeit sind, wie kompromisslos alle möglichen Bündnisse ausgeschlossen werden vor der Wahl.
Speaker: Also dass überall bei den demokratischen Parteien gesagt wird, die FDP sagt, wir machen auf keinen Fall mit den Grünen.
Speaker: Die CSU sagt, wir machen auf keinen Fall mit den Grünen.
Speaker: dass solche Aussagen für sich genommen eigentlich auch in einem Wahlkampf dazu führen, dass sich, das ist vielleicht dann die Antithese dazu, dass es eher demokratisch schädlich ist, wenn Leute das Gefühl haben, Alter, wenn ihr jetzt schon da hin und her hackt irgendwie, wer eigentlich was macht, warum soll ich euch denn überhaupt noch unterstützen?
Speaker: Und dass man damit sicherlich auch Stimmen verlieren kann,
Speaker: entweder an Nichtwähler oder an extremere Positionen, weil man sich halt denkt, ja gut, wenn ihr es nicht hinbekommt, dann kann es ja auch gleich jemand anders machen.
Speaker: Zumal es in einigen Punkten dann auch strategisch nicht unbedingt clever gewesen ist, sich sehr, sehr stark abzugrenzen von demokratischen Parteien, weil man dann im Endeffekt nach der Wahl Probleme hat, den Wählerinnen und Wählern zu verkaufen, warum man dann eben mit dieser Partei, die man vorher so verteufelt hatte, doch eine Koalition eingeht.
Speaker: Also das wird noch spannend zu beobachten.
Speaker: Und in diesem Zusammenhang glaube ich auch, dass dieser Streit, auch wenn da sozusagen eine Sternstunde der Demokratie vielleicht war, weil Positionen deutlich geworden sind, aber dass generell der Streit den Leuten im Moment nicht gefällt, weil die Ampelkoalition im Grunde für Streit gestanden hat und danach sozusagen wieder Streit war.
Speaker: Auch wenn dadurch Positionen deutlich geworden sind, aber ich habe auch von sehr vielen gehört, das ist natürlich jetzt nur eine persönliche Beobachtung, die gesagt haben, ich kann es nicht mehr sehen, die sind ja nur am Streiten, die kriegen ja nicht mal das zusammen hin.
Speaker: Und ich glaube, dass in Zeiten und trotzdem, obwohl dieser Streit war, glaube ich, sind ganz viele auf der Suche.
Speaker: Also ich glaube, die Wahlbeteiligung wird sehr hoch.
Speaker: Also es ist sozusagen trotzdem nicht das Interesse an der Politik zurückgegangen, sondern die Leute suchen.
Speaker: Was er gegen die Themen spricht.
Speaker: Ja, also ich glaube, die Leute suchen halt eigentlich Stabilität.
Speaker: Die wollen jetzt, dass jemand, also die sehen die Probleme in der Welt und es ist ihnen zu wichtig, als dass sie sagen, ach, dann ist es mir doch in Anführungsstrichen egal, wer das wird, sondern die suchen halt jemanden.
Speaker: Auch die demokratischen, die dann nicht wollen, dass die AfD noch stärker wird.
Speaker: Und deswegen war auch diese Ungewissheit so groß, wen soll ich denn wählen?
Speaker: Ich habe auch ganz oft das Wort Pest oder Cholera.
Speaker: Also es ist so ein schwaches Angebot.
Speaker: Aber es ist uns trotzdem nicht egal.
Speaker: Die streiten nur, wen sollen wir denn nehmen?
Speaker: Aber es ist halt nicht egal.
Speaker: Und deswegen so viele Unentschlossene
Speaker: und so viel Suche nach Orientierung, wen man nehmen könnte.
Speaker: Und letzter Punkt, ich glaube, wenn eine Partei einen sympathischen, beliebten Spitzenkandidaten gehabt hätte, der sozusagen über die Parteigrenze hinaus gestrahlt hätte, dann hätte die richtig abräumen können.
Speaker: Du fragst es eben, Dennis, ob der CDU-Wahrerkampf erfolgreich war.
Speaker: Ich glaube, mit 30 Prozent kann eigentlich eine CDU nicht zufrieden sein, wenn vorher sich die Ampel zerlegt hat.
Speaker: und man da eigentlich überhaupt nicht von profitiert hat, sondern jetzt vielleicht gerade so die 30 irgendwie schafft, so eigentlich hätte man da ein viel besseres Momentum gehabt.
Speaker: Ja, aber ich glaube, dass es da tatsächlich ein strukturelles Fundament gibt oder beziehungsweise Verschiebung in der Parteienlandschaft, die es auch einer Volkspartei wie der CDU sehr, sehr schwer machen, noch Werte von früher zu erreichen.
Speaker: Also ich glaube 35, 36 Prozent sind,
Speaker: Das ist angesichts der Polarisierung, der Zersplitterung der Parteienlandschaft heutzutage sehr, sehr schwer zu erreichen.
Speaker: Ja, aber ich glaube, wenn du einen passenden Spitzenkandidaten gehabt hättest, hättest du es schaffen können.
Speaker: Ich glaube, da sind wir uns einig.
Speaker: Also das war, wenn, dann war es auf jeden Fall ein Wahlkampf der sehr unbeliebten Spitzenkandidaten.
Speaker: Ja, und ich bin auch der festen Meinung, um da kurz reinzugrätschen, dass man sieht es ja bis heute und es wird ja immer deutlicher, dass das auch intern in der SPD durchaus Thema ist,
Speaker: Mich hätte der Wahlkampf wirklich sehr interessiert, wenn Boris Pistorius Spitzenkandidat geworden wäre, weil der wäre ja genau das, was du gesagt hast, Tobias, der, wenn man sich Statistiken anguckt, der ja bei jungen Leuten genauso funktioniert wie bei älteren und zwar eben auch parteiübergreifend hinweg, der ja sogar im politischen Berlin
Speaker: parteiübergreifend Akzeptanz genießt und man sagt, das ist eigentlich ein sehr guter Verteidigungsminister.
Speaker: Ich glaube, der hätte tatsächlich erst mal zumindest was bewegen können und vielleicht genau da sogar von einem kurzen Wahlkampf im Nachhinein profitieren.
Speaker: Und ganz kurz noch auch dazu, was ich empfinde, ist so ein bisschen der Punkt, Dennis, du hast recht, ich fände es auch schöner, wenn wir meine Zukunftsvision bekommen.
Speaker: Und meine Sorge ist aber eher, durch dieses Ausschließen und durch diesen Parteienstreit gibst du den Leuten ja eigentlich genau das Gegenteil.
Speaker: Also das ist so ein bisschen die Brücke zu dem, was Tobi auch sagt.
Speaker: Wenn du jetzt schon das Gefühl hast, Alter, die sind nur am Streiten, da ist nur Zoff, dann nimmt dir das ja schon so eine positive Zukunftsvision, wie die Zusammenarbeit überhaupt aussehen soll.
Speaker: Und du denkst schon,
Speaker: Nach der Wahl wird es wieder so anstrengend und es kommen irgendwelche Koalitionen zustande, die nur im Clinch sind.
Speaker: Und ich glaube, das ist für viele auch eine Besorgnis, die auf jeden Fall da ist und warum es umso spannender wird, was da am Sonntag bei rauskommt.
Speaker: Ja, aber ich glaube, das sind zwei verschiedene Ebenen.
Speaker: Also du hast einmal die Ebene, wie arbeiten die Parteien zusammen?
Speaker: Da bin ich ganz bei euch.
Speaker: Die zweite Ebene sind aber die Inhalte.
Speaker: Und das hatte ich auf die Zukunftsvision bezogen.
Speaker: Und du hast eben den Punkt Stabilität angesprochen.
Speaker: Ja, die Leute wünschen sich eine stabile Regierung, wo nicht die ganze Zeit die Fetzen fliegen, das auf jeden Fall.
Speaker: Aber Stabilität ist in dem Fall nicht gleichzusetzen mit einem Weiter-so, denn das wollen die Leute auf gar keinen Fall.
Speaker: Sondern die Leute wollen, was das angeht, definitiv einen Politikwechsel und
Speaker: Absolut, aber das wäre ja genau der Punkt, in dem man hätte das Klassische, finde ich, die meisten Parteien nicht hinbekommen.
Speaker: Harter Streit in der Sache, aber eben das, was Robert Habeck sicherlich am ehesten, würde ich sagen, von allen auch im Wahlkampf versucht hat, irgendwie immer wieder diese Brücke zu schlagen.
Speaker: Man denkt auch ans Schlusswort irgendwie beim Quadrell oder so, dieses sehr...
Speaker: Am Tag nach der Wahl müssen wir auch alle zusammenarbeiten und ich glaube, das meine ich nur, könnte zumindest ein positives Gefühl vermitteln und du weißt, ich bin der Mensch der Gefühle hier.
Speaker: Du bist der Mann der Gefühle, ja.
Speaker: Das wäre, glaube ich, wichtig gewesen.
Speaker: Wichtig ist auch, dass wir jetzt, glaube ich, an der Stelle einen kleinen Cut machen, denn wir können da wahrscheinlich noch viel drüber sprechen.
Speaker: Es war ein überaus spannender Wahlkampf in jedem Fall, auch sehr vielseitig, aber manchmal auch ganz schön skurril, muss man auch dazu sagen.
Speaker: Dir ist diese Woche was begegnet, Dennis, was uns wahrscheinlich allen begegnet ist, aber wo du gesagt hast, das ist dir irgendwie hängen geblieben.
Speaker: Nimm uns da doch kurz mit, was war dein kleines Highlight diese Woche?
Speaker: Ja, es gab sehr, sehr viele TV-Beiträge in den letzten Wochen.
Speaker: Einer ist mir jetzt aber ganz besonders im Kopf geblieben.
Speaker: Und zwar ist es eine Dokumentation über Alice Weidel, eine Art Porträt.
Speaker: Und in dieser Dokumentation ist mir ein Zitat im Kopf geblieben von Alice Weidel.
Speaker: Und das heißt, ganz oft...
Speaker: Und dieses ganz oft ist die Antwort von ihr gewesen auf die Frage, wie oft sie denn in ihrem Wahlkreis in Überlingen im Jahr übernachtet.
Speaker: So, jetzt muss man dazu sagen, die Reporter haben natürlich ihren Job gemacht und haben vorher einige Bewohnerinnen und Bewohner in Überlingen gefragt, ob sie denn regelmäßig Alice Weidel sehen und die haben es alle verneint und
Speaker: Naja, der Reporter hat dann nochmal nachgefragt nach konkreten Übernachtungszahlen auf ihr ganz oft und es kam immer noch keine Antwort und zack, das war das Ende der Diskussion.
Speaker: Und ich fand es irgendwie skurril, weil da steht eine Politikerin, die von Viktor Orban wie eine Staatschefin empfangen wird, die mit Elon Musk Video chattet und in jeder zweiten Talkshow sitzt, aber bei einer simplen Frage nach ihrem Wohnsitz hat sie so reagiert wie so ein Teenager, der erklären soll, weil er endlich sein Zimmer aufräumt.
Speaker: Also das fand ich schon sehr bemerkenswert, weil es in diesem Wahlkampf auch nicht das erste Mal gewesen ist, dass es bei Alice Weil zu so kommunikativen Aussetzern kommt.
Speaker: Also es zieht sich im Prinzip wie ein roter Faden durch ihre Auftritte.
Speaker: Wenn sie über Grenzkontrollen debattiert und nicht zum konkreten Personalbedarf fragt und dann pampig der Moderatorin antwortet, fragen sie die Bundespolizei, ich bin Politikerin.
Speaker: Und ja, da bin ich dann doch überrascht, weil die AfD sicherlich Millionen in ihren Wahlkampf investiert, aber offenbar keine Millionen in die mediale Vorbereitung von Alice Weidel.
Speaker: Und ich glaube, ein professionelles Medientraining hätte ihr...
Speaker: vielleicht geholfen, auch in unangenehmen Situationen souverän zu bleiben und kritische Fragen dann vielleicht auch zu nutzen, um die eigene Position zu stärken, statt in einem PR-Fail zu enden.
Speaker: Und ja, fand ich auf jeden Fall ganz interessant, ganz oft.
Speaker: Und dieser Clip ging auch ganz oft durch Social Media und ist ganz oft geklickt worden.
Speaker: Also für mich das Fundstück beziehungsweise der PR-Fail der Woche.
Speaker: Besonders spannend fand ich dabei auch noch, dass ja dieselben Fragen Tino Chrupalla gestellt wurden.
Speaker: Ich habe da so einen Gegenschnitt quasi gesehen, der ganz entspannt geantwortet hat, ja klar, können Sie das fragen.
Speaker: Ja, ich war ungefähr 50 Prozent der Zeit hier.
Speaker: Also das war wirklich, fand ich auch ganz skurril.
Speaker: Und in der Szene vorher hatte Alice Weidel noch gemeint, so eine Suggestivfrage würde ja keinem anderen Politiker im Bundestag gestellt werden.
Speaker: Stimmt.
Speaker: Gegenschnitt Tino Chrupalla.
Speaker: Ja, so ein Wahlkampf hat tatsächlich einige Skurrilitäten zu bieten.
Speaker: Er war lang, er war spannend und für uns bei der K-Frage ist er jetzt vorbei.
Speaker: Denn das wird die letzte Folge sein vor der Bundestagswahl.
Speaker: Natürlich werden noch viele nach der Bundestagswahl folgen.
Speaker: Aber wir kommen jetzt zu unseren Prognosen, wie wir drei glauben, wie die K-Frage ausgehen wird.
Speaker: Jeder hat das vorher bei sich im stillen Kämmerlein mal notiert.
Speaker: Also wir wissen selber noch nicht, wer welchen Wahlausgang prognostiziert.
Speaker: wollen das aber einmal zusammen durchgehen und werden das auch, das sage ich vorab, in den Shownotes niederschreiben, um zu gucken, wer am Ende dieses richtigen Näschen hatte.
Speaker: Wir fangen an, gemessen an den Umfragen, mit dem wahrscheinlichen Wahlsieger.
Speaker: Und ja, Dennis, die CDU, wo glaubst du, mit welchem Ergebnis läuft die CDU am Sonntag ein?
Speaker: Die aktuellen Wahlergebnisse zeigen ein Ergebnis von 30,4 Prozent für die CDU, CSU, für die Union.
Speaker: Das ist sozusagen die Prognose, ja bleiben wir bei der ARD, der Mann des Wortes.
Speaker: Gehen wir rüber zum ZDF.
Speaker: Was hat die lebende menschliche Forschungsgruppe Wahlen, Tobias, schon mal prognostiziert errechnet?
Speaker: Also die CDU wird gesichert bei 31,2 Prozent landen.
Speaker: Ja, dann bleibt für mich wieder nur die RTL-Nummer irgendwie.
Speaker: Ich prognostiziere, die CDU bekommt 29,3% der Stimmen.
Speaker: Und damit liegen wir zwar alle zusammen, würde ich sagen, innerhalb der gängigen Fehlertoleranz, aber haben doch recht unterschiedliche Vorstellungen, wo es endet.
Speaker: Es könnte noch spannend werden, auch später in den Konstellationen.
Speaker: Lennart hat sich eher an den unteren Werten der Umfragetrends orientiert.
Speaker: Ja, ich habe da so ein...
Speaker: eigenwilliges Bauchgefühl, würde ich es mal nennen, das sich auch darin niederschlägt, dass ich glaube, dass die SPD als Kanzlerpartei, aktuelle Kanzlerpartei, mit gerade einmal 15,7 Prozent diesen Wahlkampf beenden wird am Sonntag.
Speaker: Der Mann der Gefühle hat ein Bauchgefühl.
Speaker: Der Mann der Gefühle hat ein Bauchgefühl.
Speaker: Der Mann des Wortes hat das Wort.
Speaker: Und gibt eine Zellpreise.
Speaker: Und zwar...
Speaker: landet die SPD bei mir bei 16,1 Prozent.
Speaker: Dann noch Tobias.
Speaker: Tja, dann weichen wir wieder leicht ab.
Speaker: Bei mir landet die SPD nur bei 14,3.
Speaker: Ich habe aber tatsächlich, Lennart, ähnliche Überlegungen gehabt wie du, ob die CDU auch vielleicht unter die 30 fällt und die SPD etwas höher.
Speaker: Ich habe mich aber jetzt für diese Tendenz entschieden, aber kann das andere genauso nachvollziehen?
Speaker: Ich bin sehr gespannt.
Speaker: Woher euer Groll gegen die Volksparteien?
Speaker: Ja, aber spannend für die Endauswertung auf jeden Fall.
Speaker: Ich weiß nicht, ob wir das dann selber berechnen oder Chat-GPT berechnen lassen, wer dann am Ende am nächsten gelegen hat.
Speaker: Ich glaube, vielleicht nur kurz zur Erklärung, ich glaube, dass SPD und Grüne noch unter den Linken leiden und da noch Stimmen abgezogen werden.
Speaker: Das kann natürlich gut sein.
Speaker: Gegenteil von links ist die AfD.
Speaker: Tobi, du darfst gleich nochmal raushauen in dem Fall.
Speaker: Was schätzt du, wird die AfD am Ende als Ergebnis vorweisen?
Speaker: 20,3.
Speaker: Bei mir wird prognostiziert AfD mit 22,8%.
Speaker: 22,8.
Speaker: 22,8 sagt mir so ein Bauchgefühl.
Speaker: Was denkst du denn ist?
Speaker: Ich habe die AfD auch relativ hoch angesetzt bei 21,7.
Speaker: Und zwar liege ich damit leicht über den Umfragetrends aufgrund des psychologischen Effekts der sozialen Erwünschtheit.
Speaker: Und ich kann mir vorstellen, dass viele...
Speaker: viele Umfrageteilnehmerinnen und Teilnehmer nicht unbedingt preisgeben möchten, dass sie die AfD wählen und deswegen hatte ich jetzt so ein, zwei Prozent noch dazu gerechnet.
Speaker: Ja, das geht mir ähnlich.
Speaker: Wir werden es sehen.
Speaker: Ich habe da den Prozent runter, weil ich mir gedacht habe und deswegen die CDU höher als ihr, dass eventuell dann doch in der Wahlkambine und durch den Friedrich-März-Buf ein paar doch dann zur CDU noch gehen.
Speaker: Kann ich auch voll nachvollziehen.
Speaker: Ich bin echt gespannt irgendwie.
Speaker: Es hängt natürlich immer davon ab, ich plane eine ähnliche Abweichung wie du, Dennis, gehe aber von einem etwas höheren Umfragewert aus, weil da schwankt es ja auch ein bisschen.
Speaker: Wir werden sehen.
Speaker: Dann vielleicht als, ja sicherlich auch gesichert im Bundestag vertreten sein werdende Partei, die Grünen, Dennis.
Speaker: Die Grünen bekommen bei mir 13,7%.
Speaker: Tobias?
Speaker: 12,7.
Speaker: Und bei mir 12,4.
Speaker: Was aber bedeutet, wir haben ja eine Einigkeit da drin in unseren Prognosen, dass die Grünen unter dem Ergebnis von Annalena Baerbock einlaufen.
Speaker: Also unter dem Ergebnis von vor drei Jahren.
Speaker: Das könnte spannend werden in der Nachbetrachtung für Robert Habeck und seine Zukunft in Amt und Würden.
Speaker: Das stimmt.
Speaker: Ja.
Speaker: Nur wenn man bedenkt, dass Annalena Baerbock mit 26% gestartet ist und bei 14,8% eingelaufen ist und Robert Habeck bei 9% gestartet ist und 12,7%, 12,4%, 13,7% holen wird, das darf man auch nicht unberücksichtigt lassen.
Speaker: Ich kann mir schon vorstellen, dass Robert Habeck in dem einen oder anderen stillen Moment
Speaker: dem Moment von 2000 oder dem Momentum von 2021 nachtrauert.
Speaker: Wer weiß, was passiert wäre, wenn er damals angetreten wäre und nicht diesmal, als die Themen auch einfach ganz andere waren als 2021.
Speaker: Aber bei einem, ich nenne es jetzt mal wehmütigen Blick zurück, könnte er sich ja vielleicht mit seinem ehemaligen Koalitionspartner zusammentun, mit der FDP,
Speaker: die sicherlich nach dieser Wahl, tja, je nachdem, was denkt ihr?
Speaker: Ich glaube, die FDP wird mit 4,8 Prozent den Einzug in den Bundestag verpassen und daher sehr wehmütig zurückschauen.
Speaker: Tobi, was sagt dir dein Gefühl?
Speaker: Schließe ich mich an allerdings mit 4,7.
Speaker: Okay, also sogar deutlicher.
Speaker: Dennis?
Speaker: Tobias, da gehe ich mit.
Speaker: Ich glaube auch, dass die FDP scheitern wird an der 5-Prozent-Hürde und hatte mir auch 4,7 notiert.
Speaker: Ja, das wird natürlich für uns alle hart, wenn in den Shownotes nachzulesen ist, wie wir da getippt haben und die FDP auf einmal wie Phönix aus der Asche mit 6-7% da doch betreten ist.
Speaker: Dann sollten wir dir das ganze Projekt vielleicht nochmal überdenken.
Speaker: Ja, ja.
Speaker: Gut, dass ich Shownotes nachträglich bearbeiten lasse.
Speaker: Okay, dann würde ich noch sagen, das Bündnis Sarah Wagenknecht, gehe ich jetzt einfach wieder voran, 4,2 Prozent bei mir verpasst den Einzug in den Bundestag aus meiner Sicht relativ deutlich.
Speaker: Ich glaube auch, dass sie den Einzug deutlich verpassen werden und gehe sogar noch ein Stück weit runter.
Speaker: Ich tippe auf 3,7 Prozent.
Speaker: Okay.
Speaker: Okay, ich bin bei dir, Lennart, 4,2.
Speaker: Ja, das wäre dann natürlich, wie sie selber gesagt hat, das politische Ende von Sarah Wagenknecht.
Speaker: Das wird auch spannend sein, was sich da entwickelt.
Speaker: Ich meine, die Umfragen sind so eng, es ist immer schwer einzuschätzen und ich bin wirklich sehr gespannt auf Sonntagabend.
Speaker: Auch auf das letzte Ergebnis, was wir hier tippen, weil wir uns ja gesagt haben, über die jetzt sonstigen Parteien, die aktuell laut Umfragen keine bei 3% oder mehr liegt, da werden wir jetzt natürlich nicht noch rumphilosophieren, aber über die Linkspartei, die, ja Tobi, was denkst du, womit die Linkspartei?
Speaker: Am Ende rechnen darf.
Speaker: 7,8 Prozent.
Speaker: Dennis?
Speaker: 7,9 Prozent.
Speaker: Und die Linkspartei ist auch ein Grund, warum das Bündnis Sarah Wagenknecht verloren hat und nicht in den Bundestag einziehen wird, um hier nochmal die Brücke zu schlagen.
Speaker: Über die Brücke laufe ich mit.
Speaker: Ich sehe die Linke sogar bei 8,4 Prozent.
Speaker: Ich glaube, dass sie zur richtigen Zeit das Momentum bekommen haben, dass das jetzt auch bis zum Ende läuft und sie da ein starkes Ergebnis am Ende erzielen werden.
Speaker: Gut, das heißt aus unserer Sicht, FDP und BSW sind nicht drin, bedeutet, wenn es nach unserer Prognose geht, könnten zumindest rein theoretisch ein Zweierbündnis nach der Wahl möglich sein, wenn man es in etwa rechnet mit dem, was man aus Umfragen kennt.
Speaker: Aber es zeigt auch, ein paar Prozentverschiebungen im Zehntelbereich können reichen, dass es auf jeden Fall auch nach Sonntag spannend bleibt.
Speaker: Auch spannend, vielleicht noch als letztes Wort, als Herr der Zahlen, dass wir die Sonstigen sehr unterschiedlich haben, mit 1,8 bei Dennis, 2,4 bei Lennart und 4,8 bei mir.
Speaker: Auch das wird sehr spannend.
Speaker: Ich hatte die deutlich höher, weil ich glaube, dass Volt,
Speaker: bei den jungen Leuten auch noch mindestens irgendwie anderthalb Prozent abholen wird, die Freien Wähler auch noch mindestens anderthalb, zwei und wir dann schon irgendwie so bei drei, dreieinhalb wären und der ganze Rest Piratenpartei und sowas dann noch irgendwie dazu führt, dass das doch irgendwo Richtung fünf Prozent geht.
Speaker: Darum bist du der Herr der Zahlen.
Speaker: Ich bin froh, dass ich einfach annähernd so addiert habe.
Speaker: Als Mann der Worte würde ich aber dann noch gerne zum Abschluss eine Zahl ergänzen, wenn ich mir die Freiheit nehmen darf.
Speaker: Laut der verschiedenen Umfrageinstitute, Meinungsforschungsinstitute, liegt die Zahl der unentschlossenen Wähler bei 20 bis 27 Prozent.
Speaker: was enorm ist und deswegen, da ist sicherlich noch einiges möglich und das würde ich dann vielleicht an dieser Stelle, um mir nochmal eine Freiheit zu nehmen, dann auch mit dem Aufruf verbinden, doch bitte alle wählen zu gehen.
Speaker: Da hast du absolut recht, schließe ich mich gerne an.
Speaker: Möchte aber auch, weil ich ausnahmsweise mal eine Studie ganz gesehen habe, dazu sagen, dass dieses Gefühl, dass viele unentschlossen sind, da ist, was aber faktisch nicht richtig ist.
Speaker: Tatsächlich waren zur selben Zeit vor drei Jahren laut Forschungsgruppe Wallen mehr Leute noch nicht so sicher, wen sie wählen wie dieses Mal.
Speaker: Also insoweit...
Speaker: Ja, man kann immer nur wieder sagen, es wird spannend.
Speaker: Es bleibt natürlich auch spannend bei der K-Frage, denn nur weil am Sonntag Bundestagswahl ist, hören wir nicht auf.
Speaker: Im Gegenteil, es gibt nächste Woche sicherlich im Rückblick einiges zu besprechen und schließlich besprechen wir auch zusammen unsere erste Elefantenrunde.
Speaker: Wer weiß, was das so in der Kommunikation mit sich bringen wird.
Speaker: Ich erinnere mich an so manches Highlight, was mich auch
Speaker: noch näher an solche Formate gebracht hat.
Speaker: Aber ich würde sagen, für uns ist der Bundestagswahlkampf 2025 hiermit beendet.
Speaker: Wir schließen die Sitzung dieser Episode der K-Frage.
Speaker: Wir wollten kürzer bleiben, als wir es geblieben sind, aber ich freue mich trotzdem, dass wir da in eine spannende Diskussion gekommen sind.
Speaker: Und ich freue mich total auf Sonntagabend 18 Uhr.
Speaker: Ich muss echt sagen, ich bin ja bei sowas kribbelig vorher und freue mich jetzt richtig, da am Sonntag zu sitzen und mir das alles anzuschauen.
Speaker: Bedanke mich bei euch beiden für den bisher so spannenden Austausch und dass wir das hier alles machen.
Speaker: Und wenn ihr jetzt auch nichts mehr zu sagen habt, außer an Wahlaufrufe, dann würde ich sagen, von meiner Seite aus schon mal tschö mit ö. Danke, ciao, ciao.
Speaker: Tschö, tschö.

