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Episode 5 - Alles kann, alles muss

Premiere im deutschen Fernsehen: Sieben Tage vor der Bundestagswahl trafen die vier Kanzlerkandidaten Olaf Scholz (SPD), Friedrich Merz (CDU), Robert Habeck (Grüne) und Alice Weidel (AfD) aufeinander. Wir besprechen, was mit Robert Habeck los war und warum Alice Weidel oft stark anfängt – und noch stärker nachlässt. Außerdem werfen wir einen Blick auf aktuelle  Umfragewerte und die letzten (?)  Rettungsversuche der FDP.

Transcript

Speaker: Da sind wir wieder.

Speaker: Eine neue Woche, eine neue Folge von der K-Frage, dem Podcast über politische Kommunikation, in dem wir, wir sind in diesem Fall Tobias, Dennis und ich, Lennart, euch mitnehmen wollen auf den Weg zur Bundestagswahl 2025 und dann natürlich auch darüber hinaus.

Speaker: Wir schauen auf die politische Kommunikation und versuchen herauszufinden, wie Politiker, Parteien, Verbände etc.

Speaker: kommunizieren, um ihre Botschaften

Speaker: Und ihre Ziele in die Welt zu bringen.

Speaker: Warum wir das können?

Speaker: Wir arbeiten alle im Bereich der Kommunikation in unterschiedlichen Unternehmen und Agenturen.

Speaker: Aber damit ihr einen kurzen Blick dazu habt, wer wir genau sind, stellen wir uns wie jede Woche einmal kurz vor und machen heute den Anfang mit Dennis.

Speaker: Ja, vielen Dank, Lennart.

Speaker: Ich bin Dennis und ich schaue in diesem Podcast den Politikerinnen und Politikern aufs Maul.

Speaker: Ich bin ehemaliger Redakteur, ehemaliger Texter, studierter Politikwissenschaftler, Germanist von Haus aus und arbeite heute als Senior Corporate Communications Manager für ein internationales Großunternehmen und da beschäftige ich mich

Speaker: vornehmlich mit den Themen strategische Kommunikation, Change und Krisenkommunikation und versuche tagtäglich die richtigen Botschaften zum richtigen Zeitpunkt an die richtigen Zielgruppen zu bekommen.

Speaker: Hervorragend und dass du viel ehemalig bist, wird uns sicherlich heute im Laufe des Podcasts eventuell auch noch helfen.

Speaker: Tobias.

Speaker: Ja, danke Lennart.

Speaker: Ja, ich bin Tobias, bin studierter Werber, war viele Jahre im Bertelsmann-Konzern in verschiedenen Positionen in Marketing und Kommunikation und bin jetzt Geschäftsführer einer mittelständischen Werbeagentur und einer Digitalagentur.

Speaker: Hervorragend.

Speaker: Dann würde ich sagen, fangen wir direkt an.

Speaker: Wir sind wenige Tage vor der Bundestagswahl.

Speaker: Am Sonntag wird es soweit sein.

Speaker: Und da stellt sich natürlich für alle eigentlich die wichtigste Frage, die ich dir einmal stellen möchte, Dennis.

Speaker: Lieber zehn Jahre Borussia Dortmund-Fan oder Dschungelcamp?

Speaker: Oh, meine Güte, das ist eine extrem gute Frage, auf die war ich jetzt tatsächlich nicht vorbereitet.

Speaker: Angesichts der aktuellen Situation von Borussia Dortmund würde ich dann tatsächlich das Dschungelcamp nehmen, ohne auch nur eine einzige Folge in diesem Jahr gesehen zu haben.

Speaker: Gut, das kann ich sowieso nachvollziehen.

Speaker: Warum diese Frage?

Speaker: Es ist der Versuch einer geschickten Überleitung zu dem, was am Sonntag bei RTL im Privatfernsehen ausgestrahlt wurde, das Quadrell, wie es genannt wurde.

Speaker: Dabei handelt es sich nicht um ein missglücktes Kunstwerk, sondern der Versuch, die vier Spitzenkandidaten der aktuell in den Umfragen höchst bewerteten Parteien zusammenzubringen.

Speaker: Vor Ort waren im TV-Studio Alice Weidel, Robert Habeck, Friedrich Merz und Olaf Scholz, die eine Woche, exakt eine Woche vor der Wahl nochmal versuchen, Wählerstimmen für sich zu gewinnen und Wählerinnen und Wähler zu überzeugen.

Speaker: Warum das eigentlich alle von Ihnen nötig haben?

Speaker: Da kann uns Tobias nochmal mitnehmen, der bei uns ja der Mann der Zahlen ist und noch einmal eben aufzeigt, wie der aktuelle Zwischenstand im Rennen um das Kanzleramt und den Deutschen Bundestag ist.

Speaker: Ja, das mache ich doch gerne.

Speaker: Letztendlich hat sich wieder nicht so viel getan.

Speaker: Es gibt jetzt so ganz leichte Tendenzen und dadurch, dass wir eine Woche vor der Wahl sind oder nicht mal eine Woche vor der Wahl, kann man auch fast sagen, das Rennen um Platz 1 ist so gut wie gelaufen.

Speaker: Also es kann natürlich immer noch irgendwelche erdrutschartigen Sachen am Wahltag passieren, aber der Abstand ist jetzt einfach ein paar Tage vor der Wahl so groß,

Speaker: Die CDU liegt immer noch bei um die 30 Prozent in der einen oder anderen Umfrage, auch Richtung 31 oder bei Infratest, DIMAP sogar 32 Prozent jetzt, also ganz leichter Aufwärtstendenz.

Speaker: SPD immer noch bei 15, 16, also kein nennenswerter Shift irgendwie zu sehen, keine Bewegung.

Speaker: Die Grünen genauso 13, 14, also das ist alles wie in den letzten Wochen.

Speaker: Bei der FDP funken so ganz kleine Hoffnungsschimmer auf, da Allensbach und Forza sie jetzt erstmals bei 5 Prozent hatten.

Speaker: Auch bei Insa sind sie nochmal 0,5 auf 4,5 raufgegangen.

Speaker: Da gibt es leichte Hoffnung, dass man doch vielleicht über die 5-Prozent-Hürde kommt.

Speaker: Die AfD liegt auch bei 20, 21 Prozent.

Speaker: Die Linke, die wir letztes Mal ja schon besprochen hatten als aktueller Shootingstar, setzt diesen Weg fort.

Speaker: Die nächste Umfrage hat sie jetzt bei 7%, also eigentlich überall jetzt deutlich über den 5%, also 6,57.

Speaker: Das sollte dadurch, dass der Trend ja sozusagen noch anhält, eigentlich jetzt weitergehen.

Speaker: relativ sicher sein für die Wahl.

Speaker: Das BSW dagegen ist eher jetzt auch unter den 5%, also bei 4, 4,5.

Speaker: Manche hat sie noch bei 5, aber das wird eine ganz knappe Nummer und die sonstigen auch so ungefähr bei 5.

Speaker: Was vielleicht noch bei den Zahlen interessant ist, so je nach Umfrage und Institut sind 30 bis 40% der Wahlberechtigten noch unentschieden.

Speaker: Wir haben es ja auch schon öfter gesagt, dass es bei dieser Wahl scheinbar besonders schwer ist oder dass die Wählerschaft mit dem Angebot generell unzufrieden ist, was eben dazu führt, dass viele es noch nicht genau wissen und was das noch für einen Effekt bringt, das bleibt da zumindest dann noch ein Stück weit spannend, in welche Richtung es dann irgendwie tendiert.

Speaker: Das wäre tatsächlich auch meine Anstiegsfrage an euch, bezogen auch auf das Quadrell.

Speaker: Man könnte sich ja jetzt einerseits denken, okay, es ist noch eine Woche bis zur Wahl.

Speaker: Man hat jetzt irgendwie viele Argumente gehört, viel gesehen etc.

Speaker: Und doch hat man das Gefühl, dass all diese Auftritte noch wichtig sind.

Speaker: Wie ist das bei euch beiden?

Speaker: Habt ihr euch schon entschieden, wen ihr wählt?

Speaker: Mich interessiert jetzt nicht, wen ihr wählt, aber ob ihr überhaupt schon sicher seid, wen ihr wählt.

Speaker: Weil ich glaube, dass das ein ganz elementarer Punkt ist.

Speaker: Ich bin mir noch nicht zu 100% sicher, wen ich wähle.

Speaker: Ich schwanke im Moment zwischen zwei Parteien.

Speaker: Muss dazu aber sagen, dass jetzt die unterschiedlichen TV-Duelle, TV-Beiträge jetzt nicht unbedingt wahlentscheidend für mich sind.

Speaker: Also das hat jetzt weder die Waage zu allen noch zur anderen Seite ausschlagen lassen.

Speaker: Und wie ist es bei dir, Tobias?

Speaker: Ja, 100 Prozent auch noch nicht, aber so ziemlich hat es sich jetzt langsam oder es zeichnet sich eine Richtung ab.

Speaker: Also ich weiß auch nicht, wie es euch geht, aber für mich ist es die bisher schwierigste Wahl meines Lebens.

Speaker: Also so schwer habe ich mich noch nie getan.

Speaker: Das will ich jetzt gar nicht unbedingt bewerten, weder positiv noch negativ.

Speaker: Aber ich halte das für sehr, sehr schwierig.

Speaker: Und ich glaube, Tobias, du hast gerade von den 30, 40 Prozent gesprochen, die bei dieser Wahl unentschieden noch sind.

Speaker: Das ist ja vermutlich auch eine deutlich höhere Zahl als bei den letzten Wahlen, nehme ich an.

Speaker: Also ich glaube, es geht einen großen Teil der Bevölkerung so, oder?

Speaker: Ja.

Speaker: Ja genau, also normalerweise geht es so kurz vor der Wahl, wird diese Zahl dann natürlich kleiner.

Speaker: Wobei es das immer schon mal gab bei Wahlen, dass gesagt wird, keine Ahnung, 20, 25 Prozent, aber ich glaube 30, 40.

Speaker: Es kommt natürlich auch immer dann wieder jetzt auf die Umfrage an, aber auch so diese gefühlte Unsicherheit.

Speaker: Man sieht es ja auch, dass wir hatten es letzte Woche beim Kanzlerduell und über 12 Millionen zugeschaut haben, jetzt beim Quadrell waren es.

Speaker: Auch über 8 Millionen, die kumuliert zugeschaut haben, auch unter der Woche im ZDF in der Runde, wo die Spitzenkandidaten nochmal gefragt wurden, waren es über 5 Millionen.

Speaker: Das heißt, es ist ein recht hohes Interesse doch auch noch an diesen Sendungen da.

Speaker: Das heißt, einerseits sind die Leute zwar irgendwo nicht begeistert von dem Angebot, aber es scheint doch irgendwie ein Interesse daran zu geben, zu wählen und sich irgendwie noch zu orientieren.

Speaker: Ich finde tatsächlich die Zuschauerzahlen auch umso bemerkenswerter, wenn man bedenkt, dass es eine inflationär hohe Zahl an TV-Duellen, Triellen, Quadriellen und weiß der Geier noch was gibt.

Speaker: Also das ist schon enorm bei diesem Wahlkampf.

Speaker: Ja, und was ich einfach spannend finde, das ist jetzt eine rein subjektive Beobachtung, so aus meinem Freundes- und Bekanntenkreis, aber dass ich auch das Gefühl habe, die Spannbreite, wie man sich vorstellen kann zu wählen, relativ groß ist.

Speaker: Also darum bin ich wirklich auf den Wahltag gespannt, wie sich das noch entwickelt.

Speaker: Also dass ich wirklich Leute treffe, die sagen, ich überlege...

Speaker: CDU oder Grüne zu wählen oder so.

Speaker: Also wo man sagt, das ist jetzt auch nicht so, wie man vielleicht früher diese Unterscheidung hatte.

Speaker: Ich weiß noch nicht, ob ich Rot oder Grün oder Schwarz oder Gelb wähle, wo aber irgendwie die Tendenzen klar sind.

Speaker: Sondern ich kann mir echt vorstellen, dass da am Sonntag sich noch einiges bewegt tatsächlich in den Zahlen.

Speaker: Bin ich auf jeden Fall gespannt, was passieren wird.

Speaker: Und umso wichtiger war sicherlich trotzdem noch mal so ein Kanzler-Kandidaten-Duell.

Speaker: Ja, nicht nur mit der Maßgabe, wen kann ich überzeugen, sondern vielleicht auch, wen kann ich bestärken in seiner Meinung.

Speaker: Und da würde mich zum Beispiel interessieren, Tobi, welchen Kandidaten ist das aus deiner Sicht mit seinem Auftritt am besten gelungen, vielleicht Leute, die...

Speaker: Dass man nicht jeden jetzt komplett umstimmt durch so eine Wahlsendung, klar.

Speaker: Aber wer hatte für dich so den klarsten Auftritt, wo du das Gefühl hattest, der oder diejenige hat ihr Profil so geschärft und deutlich gemacht, dass man sagt, ja, das ist meine Wahl sozusagen.

Speaker: Ja, also vom Umfrageergebnis danach war es ja eindeutig Friedrich Merz.

Speaker: Das, was ich jetzt gar nicht unbedingt so gedacht hätte, also als ich das geguckt habe und wir haben ja auch währenddessen geschrieben, hatte ich Merz als nicht so stark wahrgenommen, wie er dann nachher in der Umfrage rausgekommen ist.

Speaker: Ich hätte eher tendenziell gedacht, dass Olaf Scholz nochmal ein bisschen punkten konnte, aber

Speaker: Und ja, für mich ein Stück weit teilweise ja fast befreit wirkte oder zumindest irgendwie locker sich dann natürlich auch mal aufgeregt hat, aber eher aus so einer Befreitheit heraus und nicht so verkrampft war.

Speaker: Robert Habeck ist für mich eher ein Stück weit untergegangen.

Speaker: Also deswegen denke ich.

Speaker: Scholz und Merz sind so die, die da noch am besten bei weggekommen sind.

Speaker: Gut, Alice Weidel ist eh vielleicht eine Sondersituation mit den AfD-Wählern, aber von den Unentschiedenen in der Mitte könnte ich mir vorstellen, dass es dann tendenziell am ehesten vielleicht noch Olaf Scholz geholfen hat.

Speaker: Nicht, dass er noch gewinnt, aber es ging ja auch um die Konstellation und Merz hat ja klar gesagt, mit Roten oder Grün.

Speaker: So und ich könnte mir vorstellen, dass der eine oder andere dann denkt, na komm, dann es wird doch eh eine GroKo und dann soll die SPD vielleicht noch ein bisschen stärker werden.

Speaker: So mit Boris Pistorius, der kam ja auch vor und als beliebtester Politiker immer noch so und da hat Scholz ja auch so ein paar Mal drauf hingewiesen, dass Pistorius ja auch noch da ist.

Speaker: Selbst Merz hat gesagt, Pistorius sagt dieses und jenes.

Speaker: Also ich könnte mir vorstellen, dass Schwarz-Rot da ganz gut weggekommen ist.

Speaker: Also ich würde gerne den Punkt aufgreifen, Tobias, den du gerade angesprochen hast, dass du dich gewundert hast, dass Friedrich Merz so gut angekommen ist bei den Umfragewerten nach dem Quadriel.

Speaker: Ich kann mir vorstellen, dass es unter anderem an der klaren Distanzierung zur AfD liegt, weil ich glaube, viele Zuschauerinnen und Zuschauer, die sich jetzt diese Runde angeguckt haben, sind reingegangen, haben natürlich auch die Diskussion verfolgt, die Debatten im Vorfeld.

Speaker: Und ich meine, März bzw.

Speaker: der Union wurde häufiger vorgeworfen, dass sie eventuell das Tor zur Hölle öffnet und eben eine Koalition mit der AfD eingeht, was, glaube ich, viele Wählerinnen und Wähler abschrecken würde oder abgeschreckt hat.

Speaker: Und jetzt hat er sich ganz klar distanziert.

Speaker: Und ich glaube, das ist ja auch sein klarer Auftrag gewesen, mit dem er in diese Runde gegangen ist, sofort, sobald sich die Möglichkeit ergibt, klar von der AfD zu distanzieren.

Speaker: diese Brandmauer hochzuziehen.

Speaker: Und ich kann mir schon vorstellen, dass das viele Leute, viele Zuschauer überrascht hat und vielleicht dann auch positiv überrascht hat und sie mit einem etwas positiveren Bild von Friedrich Merz dann eben rausgegangen sind.

Speaker: Was ich gleichzeitig irgendwie total spannend fand, was man jetzt in diesem Quadrell nochmal sehen konnte, dass ich das Gefühl hatte, dass sich so die ursprünglichen Wahlkampfstrategien jetzt doch nochmal verändern, weil man gemerkt hat, vielleicht zieht das nicht so.

Speaker: Weil mir ist es auch so gegangen wie dir, Tobi, dass ich fand, Olaf Scholz war gestern irgendwie gelöst.

Speaker: Und auch total raus aus dieser Rolle des irgendwie kühlen Staatsmannes, der jetzt immer nur sagt, ich bin besonnen.

Speaker: Also wir haben ja ursprünglich mal in unserem Podcast drüber geredet, dass Olaf Scholz sich als der Besonnene, der irgendwie, und gerade jetzt auch bei dem war er derjenige, der sagt, sie produzieren nur heiße Luft und da auch mal so neben das Pult getreten ist und so.

Speaker: Und wo ich mich gefragt habe, ist das...

Speaker: nicht auch so sehr Brinkhardt und oft gelobt wurde für den SPD-Wahlkampf und die Art und Weise, wie das aufgebaut wurde, aber nicht auch ein Eingeständnis, dass man eigentlich von Anfang an vielleicht den falschen Weg gegangen ist.

Speaker: Ich fand gestern Olaf Scholz auf jeden Fall im Rüberbringen seiner Botschaften glaubwürdiger und authentischer und frage mich, ob es nicht ein sinnigerer Schritt gewesen wäre, von Anfang an eine gewisse Emotionalität da mehr reinzubringen und quasi zu zeigen,

Speaker: ich bin der Kanzler, der hier was ändern will.

Speaker: Und das war ja jetzt über den großen Zeitraum her nicht.

Speaker: Also ich weiß, was du meinst mit dem Besonnenheit, dass das sehr, sehr stark in den Vordergrund gerückt wurde bei Olaf Scholz.

Speaker: Aber auf der anderen Seite ist ja auch dieses Wort Kämpfen, das hatten wir in der ersten Folge, glaube ich, sehr, sehr strapaziert worden, sowohl im Wahlprogramm als auch auf den Plakaten im Vorwahlkampf.

Speaker: Also das ist schon enorm strapaziert worden und ich finde durchaus, dass das auch sowohl zu seiner Körpersprache als auch zu seiner Rhetorik passt in den TV-Auftritten.

Speaker: Was du gerade gesagt hast, Lennart, er ist sehr, sehr dynamisch gewesen, er hat mal das Pult verlassen, er ist Konfrontation auch eingegangen.

Speaker: Also er hat ganz klare Positionen bezogen.

Speaker: Er hatte auch zum Beispiel einen direkten Blickkontakt mit Weidel bei seiner Kritik.

Speaker: Also ich finde schon, dass das sich auch widerspiegelt, zumindest in Teilen in dem Wahlkampf auch und auch im Wording.

Speaker: Also ich sehe da jetzt in dem Sinne nicht so den Widerspruch.

Speaker: Ja, du weißt, ich bin ein emotionaler Typ und ich hatte gestern so das Gefühl, da leben jetzt mal auch Emotionen mit und mir gibt das immer so eine Form von Glaubwürdigkeit.

Speaker: Und gerade Scholz, der vorher irgendwie immer versucht hat, so zu betonen, ja, aber ich habe ja das und das gemacht, ich habe ja das und das gemacht, wo ich immer so dachte, da fehlt so der Drive.

Speaker: Den habe ich gestern auf jeden Fall irgendwie gesehen.

Speaker: Ja, definitiv.

Speaker: Und darum nachvollziehen, was Tobi sagte, auch mit diesem Gelösten irgendwie.

Speaker: Das Gefühl hatte ich tatsächlich auch.

Speaker: Ja, und es war natürlich von der Strategie her, glaube ich, war der Malus eben, dass er natürlich der Kanzler der gescheiterten Ampelkoalition war.

Speaker: Und deswegen es immer ein bisschen schwierig war, weil er natürlich immer in dieser Rechtfertigungsrolle war.

Speaker: Auch was wir bei dem Duell vor einer Woche gesagt haben, er ist eigentlich eher als der Herausforderer da gewesen und nicht als der Kanzler.

Speaker: Er musste sich natürlich immer irgendwie rechtfertigen,

Speaker: warum das gescheitert ist, warum sie nicht mehr gemacht haben, warum das so war.

Speaker: Und das hat es natürlich, ja, hat so ein bisschen dieses Macher-Image kaputt gemacht, was er vor vier Jahren noch, oder was man noch eher aufgebaut hat.

Speaker: Zwar besonnen, aber auch, wer Führung bestellt, bekommt Führung.

Speaker: Auch das wurde ihm ja immer vorgeworfen.

Speaker: Wo war er denn?

Speaker: Warum hat er denn nicht geführt?

Speaker: Und das war...

Speaker: Da war er natürlich so in diesem Nachteil drin, dass es natürlich schwer war, von Anfang an dann vielleicht so ein bisschen eher noch emotionaleren, ja, sag ich jetzt mal, Gewinnerwahlkampf zu führen irgendwie, ne?

Speaker: Wo war er denn?

Speaker: Ist natürlich auch ein gutes Stichwort für Robert Habeck in dem Quadrill.

Speaker: Also da fand ich, dass er, also aus meiner Sicht, würde mich eure Meinung interessieren, versucht hat, eigentlich so ein bisschen das Bindeglied zu sein.

Speaker: Also ich fand ihn eigentlich sehr angenehm staatsmännisch sozusagen.

Speaker: Aber ich hatte das Gefühl, er ist überhaupt nicht durchgedrungen, was man ja auch ein bisschen an der Redezeit gesehen hat.

Speaker: Ich meine, er und Alice Weidel hatten ja, glaube ich, gefühlt fünf und sieben Minuten oder drei und fünf Minuten oder so weniger als Friedrich Merz und der Kanzler.

Speaker: Und da habe ich mich ein bisschen gewundert, weil gerade die Grünen ja doch auch noch sehr darum kämpfen, vielleicht sogar zweite Kraft zu werden oder nochmal so ein bisschen Schwung zu holen.

Speaker: Also wir haben gerade die Körpersprache schon diskutiert bei Olaf Scholz und da würde ich dann auch nochmal bei Robert Habeck drauf zu sprechen kommen.

Speaker: Es ist jetzt ein bisschen ein Stück weit Küchenpsychologie, aber ich meine beobachtet zu haben, dass Robert Habeck von allen vier Diskutanten am stärksten gefremdet hat mit dem Format.

Speaker: Also ich hatte ihn ein, zwei Tage vorher bei der Runde Klartext gesehen, also Klartext,

Speaker: Das ist ein Format, in dem die Kandidaten sich direkt den Publikumsfragen stellen und dann eben interagieren mit den Zuschauern im Studio.

Speaker: Da fand ich ihn extrem stark, da fand ich ihn von allen auch am besten.

Speaker: Da hat man gemerkt, okay, er fühlt sich wohl in seiner Haut.

Speaker: Er mag diesen Bürgerdialog, er war neugierig, er hat Nachfragen gestellt, er war sehr, sehr drin, sehr, sehr aktiv.

Speaker: Und hier fand ich...

Speaker: Ist er nicht so wirklich ins Spiel gekommen?

Speaker: Und ich glaube, er hatte ja auch bei dieser einen Quizfrage, was du eben angesprochen hattest mit Dschungelcamp oder was war die Alternative?

Speaker: Dschungelcamp oder Opposition?

Speaker: Das war bei Friedrich Merz.

Speaker: Das war bei Friedrich Merz.

Speaker: Bei Habeck war ja noch die Wer-wird-Millionär-Frage, wie viele Beamte bis zum Renteneintrittsalter arbeiten sozusagen.

Speaker: Und da war, glaube ich, die Reaktion von Robert Habeck, was ist das für eine Frage?

Speaker: Also da hat er schon so leise Kritik an den Moderatoren geübt.

Speaker: Und ich hatte irgendwie das Gefühl, er ist nicht richtig reingekommen.

Speaker: Das war einfach nicht sein Format.

Speaker: Ich weiß nicht, wie ihr das seht.

Speaker: Ja, da würde ich dir recht geben.

Speaker: Und auch so dieses, er hat ja beim Schlussstatement auch versucht, eben auch dieses Bindeglied zu sein und zu sagen, okay, der Wahlkampf hat seine Mechanismen, so da streiten jetzt alle, aber danach müssen wir uns die Hand reichen.

Speaker: Und ich glaube, das hat ihn schon während der Veranstaltung quasi angenervt, also dieses Gestreite in Anführungsstrichen, so er hätte lieber gestreiten.

Speaker: ja, wie bei so einem Bürgerdialog seine Ideen präsentiert und vielleicht irgendwie, ja, ich sage es mal so überspitzt gesagt, zusammen überlegt, wie man irgendwie es in Zukunft besser machen kann.

Speaker: Und das war halt eigentlich nicht sein Ding, da wieder die natürlich jetzt auch schon sehr strapazierten, immer gleichen Themen aufzunehmen.

Speaker: irgendwie hin und her zu spielen.

Speaker: Und ich glaube, er hat mehrmals betont, dass er gerne über Zukunftsthemen reden würde.

Speaker: Und wenn wir uns jetzt die Themenblöcke angucken, die in der Runde diskutiert wurden, das war der Klassiker Migration, das war die internationalen Beziehungen,

Speaker: Dann Wirtschaft und im Grunde ist es das gewesen und ich glaube, er hätte vielleicht dann auch nochmal das ein oder andere Thema vielleicht noch angesprochen, zumindest hatte ich das Gefühl.

Speaker: Und da sind wir wieder beim Thema Wirtschaft und Migration, haben wir ja schon eher gesagt, beides nicht seine Themen.

Speaker: Oder die der Grünen zumindest.

Speaker: Ich habe das ja gestern schon mal auch in unserem WhatsApp-Chat geschrieben.

Speaker: Er kam mir zwischendrin wirklich so ein bisschen vor wie das eine Kind im Schulsport, was nicht gewählt werden soll, wo man dann sagt, ach, den könnt ihr haben, als Alice Weidel irgendwie anfing und sagte, ja, aber Herr Merz, aber Sie wollen doch mit dem Wirtschaftsminister Habeck weitermachen.

Speaker: Und ich immer so dachte, Alter, der steht daneben.

Speaker: Aber da hat er sich so...

Speaker: Auch so wenig gewährt.

Speaker: Und was ich halt nicht verstehe, ist am Ende, du hast es ja gesagt, Tobi, waren da acht Millionen Zuschauer.

Speaker: Und wäre es dann nicht seine Aufgabe gewesen, in den Statements, die er hatte, vielleicht auch sowas mal unterzubringen, wie zum Beispiel zu sagen, ja, Wirtschaftspolitik ist nicht nur nach hinten zu schauen und zu gucken,

Speaker: wo kommen wir her, sondern wo wollen wir hin?

Speaker: Und dann auch mal eine Erzählung inhaltlich zu machen, da hat er für mich nämlich keine Punkte gesetzt, wie aber, das finde ich eigentlich schade, nochmal auch an diesem Quadrill, ist mir im Nachhinein auch erst klar geworden, dass es gefühlt generell ganz wenig um Inhalt ging und um wirklich Dinge, die geändert werden sollen, sondern es wurde unglaublich viel übereinander gesprochen und quasi sehr viel Zeit aufgewendet, was wer anders nicht macht und weniger so dieses Ding, was man macht.

Speaker: Das fand ich gelungener.

Speaker: Ich habe vorher nur als kurzen Ausflug auch das Kreuzverhör gesehen, wo Gregor Gysi, Sarah Wagenknecht und Christian Lindner nacheinander, ich glaube eine Viertelstunde einzeln befragt wurden, fand ich sozusagen für mich inhaltlich viel gewinnbringender, weil man doch nochmal ein, zwei Argumente zu Dingen gehört hat, die man vorher nicht kannte.

Speaker: Ist natürlich jetzt vielleicht auch nicht für jeden so interessant.

Speaker: Trotzdem habe ich mir gedacht, also gerade Habeck ist für mich zu brav gewesen in dieser Runde von vielleicht extremen Alphatieren und Frauen.

Speaker: Aber da hätte er seine Punkte stärker setzen müssen, kurz vor der Wahl.

Speaker: Also wir hatten in der letzten Woche über das TV-Duell zwischen Friedrich Merz und Olaf Scholz diskutiert und hatten da auch so leise Kritik geübt an der Themenauswahl.

Speaker: Und diesmal würde ich...

Speaker: Also wenn ich eine Kritik äußern darf, dann die, dass es schon sehr, sehr konfrontativ aufgebaut war und da ist Robert Habeck eben nicht aufgeblüht.

Speaker: Also das hat man ja schon in der Konstellation gesehen.

Speaker: Das ist im Endeffekt diese Stehpulte im Quadrat angeordnet gewesen, eben dass die sich ins Gesicht gucken können und auch in direkte Konfrontation gehen können, die Diskutanten.

Speaker: Und es ist natürlich auch nicht so sehr gesteuert worden durch die Moderatoren.

Speaker: Das heißt, die Leute sind sich häufiger ins Wort gefallen.

Speaker: Es kam zu mehr Streitpunkten, was die Diskussion dynamisch gemacht hat, sehr, sehr lebhaft.

Speaker: Aber dadurch konnte man natürlich seine einzelnen thematischen Schwerpunkte nicht so wirklich ausarbeiten, weil dann auch nicht die Nachfragen gestellt wurden und es sehr, sehr viel kreuz und quer ging.

Speaker: Also der Vorteil, diese Dynamik dieses Formats ist dann eben auch wiederum der Nachteil gewesen, dass man eben nicht so stark in die inhaltliche Tiefe kommen kann.

Speaker: Und es ist natürlich auch ein schmaler Grad so zwischen diesem, okay, ich versuche am staatsmännischsten und am verbindendsten aufzutreten und eben unterzugehen.

Speaker: Also man hat ja gesehen, er war auch mit Abstand der Sympathischste in der Umfrage danach.

Speaker: Wen finden Sie am Sympathischen?

Speaker: Da hat er ja mit großem Abstand gewonnen.

Speaker: Also es wird auch durchaus gutiert vielleicht, dass er da eben nicht streitet und nicht so laut ist und nicht ausfällig wird.

Speaker: Aber dann bei der Frage, wer kann das Land am besten führen, war er dann eben doch ziemlich weit hinten.

Speaker: Und dann eben genau das, was wir gerade gesagt haben, er konnte sich dann halt irgendwie nicht durchsetzen.

Speaker: Und es ist natürlich die Frage, wann das so gekippt wäre, dass er...

Speaker: als durchsetzungsstark unsympathisch wahrgenommen worden wäre.

Speaker: Ich glaube, da ist gar nicht so viel dazwischen, aber in diesem Format war es halt dann einfach irgendwie zu wenig und vielleicht dann, wie gerade schon gesagt, nicht sein Tag, nicht sein Format irgendwie.

Speaker: Ja, ich denke, also guter Punkt auf jeden Fall.

Speaker: Das nehme ich auch noch mal mit.

Speaker: Ja, dass wir gar nicht zu lange und jetzt irgendwie jeden Einzelnen durchgehen, weil ich habe noch einen Punkt an dem Quadrell, den ich gerne mit euch diskutieren würde.

Speaker: Aber kurz, Friedrich Merz hat, ich würde sagen, seinen Job gemacht.

Speaker: Er hat es jetzt in all den großen Formaten aus meiner Sicht geschafft, nicht irgendwie aus der Ruhe zu kommen, was ja vorher immer, haben wir ja auch drüber gesprochen, so ein bisschen eine Sorge vielleicht auch im CDU-Wahlkampfteam war,

Speaker: Und ich finde, was er geschafft hat, wie nehmt ihr das wahr?

Speaker: Nochmal doch, was ihr auch angesprochen habt, schon ein bisschen glaubwürdig deutlich zu machen, dass die AfD für ihn kein Koalitionspartner ist.

Speaker: Aus meiner Sicht hat er das in dem Quadrill geschafft.

Speaker: Wie ging euch das?

Speaker: Ja, ähm...

Speaker: Und schon auch irgendwie, ne, also ich habe mich ein bisschen gewundert, dass, also, dass er es schaffen konnte, weil letztendlich hat er ja vorher auch schon gesagt, dass er nicht mit der AfD zusammenarbeitet und dann halt eben mit den Stimmen der AfD, ne, diese ganzen Vorkommnisse, was man ihm dann vorgeworfen hat und daran hat sich ja eigentlich nichts geändert, so, ne, dass er es jetzt da nochmal wiederholt hat.

Speaker: Ja, er hatte noch vorher keine 8 Millionen Zuschauer.

Speaker: Ja.

Speaker: Nee, genau, ja, aber so auch von den Angriffen der anderen Parteien.

Speaker: Also es war, glaube ich, insofern glaubwürdiger, als dass er Alice Weidel natürlich direkt neben sich hatte und ihr das sozusagen auch nochmal gesagt hat.

Speaker: Also dass man irgendwie glaubwürdiger sehen konnte, ja, guck mal, wenn die beiden zusammenarbeiten wollen würden, dann würde er die da jetzt nicht so angehen.

Speaker: Also jetzt mal aus Sicht eines Zuschauers, der jetzt vielleicht auch nicht so tief in der Politik drin ist und dann sich das nur, wie du eben sagst, Lennart,

Speaker: vorher fragt, so, ach Mensch, der Merz will der nicht doch mit der AfD?

Speaker: So, und ich glaube, die Zuschauer, die konnten dadurch schon überzeugt werden oder da war ja schon relativ glaubwürdig, dass er das halt eben nicht tut.

Speaker: Und auch wenn dann Angriffe der Grünen und der SPD kamen, haben die ja irgendwie auch nicht so verfangen, obwohl sich an der Ausgangslage eigentlich nichts geändert hat.

Speaker: Und ich glaube, da ist auch ein sehr, sehr starker Kontrast gestern klar geworden.

Speaker: Also man hat schon gemerkt, dass Friedrich Merz sich der SPD und den Grünen eher angenähert hatte, nicht in so starken Konfrontationskurs eingeschlagen ist und gegenüber der AfD war er sehr, sehr klar und...

Speaker: Ja, hat im Prinzip die Botschaften gebracht, Tobias, du hast es gerade schon gesagt, die er auch in dutzenden Interviews, Podcasts wieder und wieder wiederholt, die aber offensichtlich dann trotzdem in vielen Teilen der Bevölkerung noch nicht so hundertprozentig durchgedrungen sind.

Speaker: Und da hat er diesmal die Gelegenheit genutzt und das direkt zu Beginn klargemacht.

Speaker: Und fand ich sehr authentisch und glaubwürdig.

Speaker: Ja.

Speaker: Ja, und genau, dann war noch Alice Weidel dabei, wo ich sagen würde, Alice Weidel hat Alice Weidel Dinge getan.

Speaker: Also wenn man jetzt die Auftritte irgendwie auch bei Klartext und so gesehen hat, war das aus meiner Sicht ein wenig überraschender Auftritt sozusagen.

Speaker: Ich denke, sie wird, also muss man ihr ja auch lassen, sie hat an ein, zwei Punkten

Speaker: rhetorische Schwächen der anderen vielleicht auch genutzt, um zu versuchen, einen Punkt zu machen.

Speaker: Unter anderem dieser Punkt mit der Sache, dass Robert Habeck ja wieder Wirtschaftsminister werden würde unter Merz, ist mir so hängen geblieben, wo sie versucht hat, irgendwie nochmal sowas auf ihre Seite zu ziehen.

Speaker: Aber... Ich finde, das war einer ihrer stärksten Momente, dass sie in dem Moment, wo eigentlich...

Speaker: dass Merz einen starken Punkt hatte, in dem er sich abgegrenzt hat, sie es dann aber gleich gut genutzt hat und gesagt hat, ja, okay, daran sieht man ja, er will eh mit SPD oder Grünen.

Speaker: Und mit denen ist eh nicht das zu machen, was wir wollen.

Speaker: Also wählt die CDU doch nicht, sondern wählt uns, weil ihr seht es hier gerade live, mit uns will er nicht, mit den anderen kriegt er das aber nicht durch, was er will.

Speaker: Also sind es nur hohle Phrasen.

Speaker: aus Sicht der AfD.

Speaker: Und das hat sie schon relativ geschickt und stark gemacht.

Speaker: Und sie hat es vor allen Dingen zwei-, dreimal wiederholt.

Speaker: Also das wurde schon relativ deutlich, fand ich.

Speaker: Gebe ich dir recht, sie hat definitiv ihre Punkte gemacht.

Speaker: die sicherlich auch auf Social Media ganz gut gespielt werden können, weil es sehr, sehr zugespitzt formuliert war.

Speaker: Was mir bei Alice Weidel auffällt, das dachte ich schon bei dem Klartext-Format, ist, sie geht in so eine Runde rein, versucht zu beginnen, sich betont, staatsmännisch zu geben, hat eine sehr offene Körperhaltung, lächelt, ist freundlich, verliert aber nach und nach dann die Fassung.

Speaker: Also sobald sie konfrontiert wird, geht sie in so einen...

Speaker: von einem Moment auf den anderen in so einen Angriffsmodus überwinden,

Speaker: Und formuliert auch keine Ich-Botschaften mehr, sondern geht direkt das Gegenüber an und wirft dann vor, dass das Gegenüber das Programm nicht richtig gelesen hat oder nicht zuhören würde.

Speaker: Ich weiß nicht, ob das dann Ausweichmanöver sind, ob das taktische Spielereien sind oder ob das einfach Unsicherheit dann in den Momenten ist.

Speaker: Aber ich habe immer das Gefühl, dass sie positiver reinkommt, als viele es erwarten, aber dann am Ende sehr negativ rauskommt, weil sie das Momentum verliert.

Speaker: Ja, ich finde, mit Kindern lernt man ja viel über das Wort Frustrationstoleranz.

Speaker: Die ist bei dir gefühlt nicht so massiv ausgeprägt.

Speaker: Also ich habe das Gefühl, wenn so eine Abweichung kommt von dem, was sie möchte, dann verfällt sie so in diese andere Rolle.

Speaker: Und vielleicht dann abschließend zum Quadrill war für mich allerdings eine Beobachtung, die ich mindestens bemerkenswert fand und ehrlich gesagt auch von der reinen Botschaft her erst mal unglücklich, so will ich es nennen,

Speaker: Als dann sozusagen der Abspann lief und das so langsam rausgefadet wurde, hat man gesehen, wie selbstverständlich sich alle vier die Hände danach geschüttelt haben und das quasi so als diesen sportlichen Wettkampf abgetan haben.

Speaker: Wo ich jetzt sage, das ist mir bekannt unter...

Speaker: Parteien der Mitte, dass man sozusagen sagt, wir haben in der Sache gestritten und wir geben uns jetzt die Hand, aber wir sind ja alle auf so einem Boden.

Speaker: Dass Alice Weidel quasi behandelt wurde wie jede andere normale Politikerin, war für mich neu und ein Zeichen, wo ich nicht genau weiß, ob das eigentlich im Sinne der drei anderen Kandidaten ist, sie so in dieses Spektrum zu heben von, naja, du gehörst dazu und wir streiten uns hier mal ein bisschen.

Speaker: Ist euch das auch aufgefallen?

Speaker: Ja, das ist mir aufgefallen.

Speaker: Ich überlege gerade, ob das vorher anders war, ob es früher kein Händeschütteln gab.

Speaker: Jetzt würde ich aber mal einen Vergleich aus der Fußballwelt ziehen.

Speaker: Also auch wenn man sich im Spiel gegenseitig foult, anspuckt und ins Gesicht schlägt, sollte man sich trotzdem nach dem Spiel die Hand geben, unabhängig davon, ob man jetzt das gleiche Weltbild teilt, wer gewonnen oder wer verloren hat.

Speaker: Also ich halte das für...

Speaker: Würde die Geste jetzt nicht überinterpretieren, das ist glaube ich Usus oder ist es vorher anders gewesen?

Speaker: Ich habe jetzt nicht die Vergleichsmöglichkeit, er hatte vorher auch nicht darauf geachtet.

Speaker: Es wurde, ich glaube Nikolaus Blome hat es mit irgendwem diskutiert, also das haben die schon auch beobachtet und es ist ihnen auch aufgefallen, ich kriege es jetzt nicht mehr so eins zu eins zusammen, aber das war auch genau die Frage, die du gerade gestellt hattest.

Speaker: wo es auch hieß, dass manchmal Alice Weidel halt auch sofort nach solchen Sachen die Bühne verlässt.

Speaker: Und ja, wo sich hier zumindest auch oder wo auch bemerkt wurde, dass sich alle vier die Hand geben, ohne dass das jetzt... Also jetzt rein wirklich von der kommunikativen Sicht her denke ich mir halt schon, wir haben vor zwei Wochen eine Bundestagsdebatte gehabt, wo es quasi existenziell auch gerade von Rot-Grün darum ging, auf keinen Fall mit denen auch nur

Speaker: eine Abstimmung zu machen, irgendwie politisch irgendwas gemeinsam zu machen, da frage ich mich persönlich schon, ob das dann sozusagen, also ich weiß, was du meinst, Dennis, grundsätzlich würde ich immer sagen, man gibt sich die Hand, aber beim Fußball gibt man sich ja auch die Hand und sagt, wir stehen grundsätzlich

Speaker: spielen wir nach denselben Spielregeln, stehen auf dem Platz.

Speaker: Vielleicht hat uns gepasst, was der Schiedsrichter nicht macht, aber wir haben dasselbe Spiel.

Speaker: Und die AfD sagt ja gerne, dass sie eigentlich die kompletten Spielregeln verändern möchte und tut das ja auch im Umgang und sagt ja, wenn man jetzt bei dem Bild bleiben wollen würde, ähm,

Speaker: Und das, naja, also quasi, wenn der Schießrichter eine rote Karte gibt, dann sagt man einfach, ja, die zählt aber eigentlich nicht, weil wir sind anderer Meinung.

Speaker: Also da habe ich gedacht, dafür, dass es halt ein Live-Moment war, finde ich, hätte man sich so dieses völlig lockere Handshakehands vielleicht sparen können, wenn man sich ob der Bilder Gedanken macht.

Speaker: Mir ist es auf jeden Fall hängen geblieben.

Speaker: Womit wir beim nächsten Thema sind, ich würde jetzt hier das Quadrell abschließen und mich fragen, was bleibt eigentlich von der FDP hängen nach dem kommenden Sonntag?

Speaker: Wir haben das ja in unserer letzten Podcast-Episode schon gesagt, dass wir nochmal auf die Freidemokraten ein bisschen genauer gucken wollen, weil wir beim letzten Mal erstens es auch nicht ganz geschafft haben und zweitens ist es ja eine der Parteien in Deutschland, die über viele Jahre mitregiert hat,

Speaker: sicherlich auch irgendwie immer im Zentrum vieler Querelen stand und ja jetzt ernsthaft, Tobias hat es vorhin gesagt, um die 5% Hürde kämpft.

Speaker: Und das

Speaker: Ja, ich würde sagen mit allen Mitteln, aber eigentlich nach wie vor nur mit einem Gesicht.

Speaker: Es ist ja vorrangig Christian Lindner.

Speaker: Tobias, dir ist ja auch was aufgefallen, wenn es um die Plakatierung geht, dass man offenbar bei der FDP jeden Strohhalm versucht zu ziehen und auch sogar bereit ist, an der Kampagne nochmal was zu verändern.

Speaker: Was war dir da aufgefallen?

Speaker: Genau, ich hatte hier ein Plakat gesehen, was in einem ganz anderen Stil war als jetzt die eigentliche Kampagne und hatte erst vermutet, dass das vielleicht hier ein von der lokalen FDP gestaltetes Zusatzplakat sozusagen ist, was deutlich gelber daherkam als die anderen.

Speaker: Da ist zwar Christian Lindner auch drauf, um es einmal zu beschreiben.

Speaker: Also der Kopf ist so von der linken Seite ab.

Speaker: angeschnitten und dann ist aber eine sehr große gelbe Fläche und darauf steht der Text und ja, das ist von der Grafik halt eben ganz anders als die aktuelle Kampagne, auch das Logo ist wieder farbig drin mit dem Blau und ja, das hatte mich gewundert und dann hatten wir auch drüber gesprochen und mittlerweile

Speaker: hat man das Plakat aber überall gesehen und auch in anderen Teilen Deutschlands.

Speaker: Also es scheint ein offizielles Plakat zu sein und zeigt dann eben oder die Interpretation ist, dass man gesagt hat, okay, ja, die bisherige Kampagne scheint nicht so die Wirkung zu haben, die wir uns erwünscht haben.

Speaker: Vielleicht müssen wir nochmal was ändern.

Speaker: Vielleicht...

Speaker: Ja, nehmen wir, nehmen wir oder zeigen wir noch mehr Gelb, dass man halt nochmal irgendwie wieder noch klarer hat, dass es um die FDP geht.

Speaker: Man nimmt wieder das alte Logo mit dem Blau, was vielleicht noch vertrauter ist aus den erfolgreichen Zeiten.

Speaker: Und der Spruch ist, Wohlstand bleibt, wenn Wirtschaft wächst.

Speaker: Gut, das war thematisch jetzt bei den anderen Sachen auch drin, aber es ist auch deutlich verständlicher.

Speaker: Dennis sagt, glaube ich, in einer der letzten Folgen, dass die FDP-Plakate zwar an sich alle gut getextet sind, aber doch auch nicht immer einfach zu verstehen.

Speaker: Und das ist jetzt natürlich auch ein Satz, der deutlich einfacher ist, einfacher zu verstehen.

Speaker: Also Wohlstand bleibt, wenn Wirtschaft wächst.

Speaker: Okay, alles klar.

Speaker: Das ist deutlicher als manch anderer Spruch.

Speaker: Ja, guter Punkt, Dennis, da wollte ich dich nämlich auch noch mal fragen.

Speaker: Wir hatten ja beide gesagt bei der Betrachtung der FDP-Kampagne, das ist so ganz gut und schmissig irgendwie getextet, ne, blieb hängen.

Speaker: Aber wir haben ja alle drei auch vermutet, ob es das nicht sozusagen schon war.

Speaker: Also ob man mit der doch wieder gleichen, ähnlichen Optik, ja, sie haben in der Typo gefeilt, aber man hat grundsätzlich schwarz-weißen Lindner gehabt und so, ne,

Speaker: nicht vielleicht mit dem ersten Aufschlag schon ein bisschen das Pulver verschossen hat.

Speaker: Ich finde, der Weg jetzt stützt diese These so ein bisschen, dass offensichtlich danach nicht mehr viel in Fahrt gekommen ist.

Speaker: Oder ist dir noch irgendwas besonders aufgefallen?

Speaker: Ehrlich gesagt nicht.

Speaker: Was mir jetzt aufgefallen ist, dass Christian Lindner steht natürlich sehr, sehr stark im Vordergrund.

Speaker: Das ist im Prinzip ein Personenwahlkampf gewesen.

Speaker: Jetzt auf den letzten Metern ist aber Wolfgang Kubicki nochmal aus dem Hut gezaubert worden.

Speaker: Zumindest sehe ich ihn immer häufiger.

Speaker: Und es gibt auch ein Plakat, meine ich, weiß jetzt nicht, ob es auf Social Media gespielt wird, wo er zusammen mit Lindner drauf posiert und...

Speaker: Beide Stimmen FDP, glaube ich, draufsteht, richtig?

Speaker: Die zwei für die Zweitstimme.

Speaker: Die zwei für die Zweitstimme.

Speaker: Ja, Spötter würden sagen, die Verzweiflung bei der FDP ist groß, wenn Wolfgang Kubicki aus dem Hut gezaubert werden muss.

Speaker: Aber es werden nochmal alle Geschütze aufgefahren und...

Speaker: Naja, zu Recht, denn es sieht sehr, sehr eng aus.

Speaker: Also Tobias hat es eben gesagt und tatsächlich ist es ja im Moment so, dass die FDP sogar leichten Aufwärtstrend zeigt, oder?

Speaker: Ja.

Speaker: Ich glaube, sie kratzen ja zumindest wieder an der 5-Prozent-Hürde.

Speaker: Das ist vor ein, zwei Wochen noch anders gewesen, meine ich.

Speaker: Genau, Forza war ja jetzt am Sonntag bei 5 und Allensbach hatte sie auch bei 5.

Speaker: Also das ist ja das erste Mal, dass sie jetzt überhaupt wieder mit 5 Prozent ausgewiesen wurden seit Wochen.

Speaker: Und tatsächlich die Beliebtheitswerte.

Speaker: Aber auch im Palumper von Freitag allerdings auch noch mit 4.

Speaker: Also es ist jetzt nicht safe sozusagen.

Speaker: Nee, nee.

Speaker: Und um nochmal auf die persönlichen Popularitätswerte zu sprechen zu kommen.

Speaker: Ich kenne jetzt nicht genau die Popularitätswerte von Wolfgang Kubicki, aber der Personenwahlkampf hat sich ja in dem Sinne auch nicht ausgezahlt, wenn ich sehe, dass Christian Lindner, glaube mit Alice Weil, die schwächsten Beliebtheitswerte hat in vielen Umfragen von den Spitzenpolitikern.

Speaker: Also die Strategie ist offensichtlich nicht aufgegangen, auf ihn komplett zu setzen.

Speaker: Und da würde ich gerne einmal den Sprung auf so eine Art Metaebene machen.

Speaker: Das habe ich mir gedacht, als ich gelesen habe, dass Christian Lindner unter anderem der Bild-Zeitung auch noch ein Interview gegeben hat, wo es auf einmal sehr viel um sein noch ungeborenes Kind geht, was glaube ich Ende März auf die Welt kommt.

Speaker: Und ich so, als ich es gelesen habe, einfach nur dachte, okay, das wurde vorher eigentlich relativ konsequent außen vor gehalten.

Speaker: Und auf einmal ist das doch Thema.

Speaker: Dann ist mir aufgefallen, dass Sarah Wagenknecht auf einmal ein Interview gegeben hat.

Speaker: dass, ja, ihre politische Karriere wäre ja am Ende, wenn das BSW keine 5% bekäme.

Speaker: Dann habe ich gesehen, dass Wolfgang Kubicki ein Interview gegeben hat, wo er sagte, ja, er tritt nochmal für den Bundestag an, das hat er mit seiner Frau abgestimmt, ein letztes Mal und so.

Speaker: Also, wo ich so das Gefühl hatte...

Speaker: Okay, ja, es wird auf einmal versucht, so ein bisschen Privat-Storytelling zu betreiben.

Speaker: Dennis, du als jemand, der ja auch aus der Krisenkommunikation kommt und generell auch irgendwie aus dem PR-Bereich nochmal stärker, hältst du das für einen sinnvollen Versuch, über Privates vielleicht nochmal Beliebtheitswerte mitzunehmen oder glaubst du, das ist eigentlich eher kontraproduktiv vielleicht sogar?

Speaker: Ich glaube, es ist nicht unüblich, dass kurz vor Ende des Wahlkampfs auf den letzten Metern nochmal eine Homestory veröffentlicht wird, um private Einblicke, die Person hinter dem Politiker zu zeigen.

Speaker: Auch das ist eine Karte, die man ziehen kann.

Speaker: Ob das am Ende funktioniert, ob das nochmal groß, ja, ob das nochmal Großwählerstimmen zieht, bezweifle ich ehrlich gesagt, weil es, glaube ich, jetzt in der Kakophonie der Berichterstattung eher untergeht.

Speaker: Also ich muss gestehen, ich hatte das jetzt von Sarah Bagenknecht zum Beispiel nicht mitbekommen.

Speaker: Klar, aber es ist natürlich ein Versuch und generell ist es, also wenn wir uns jetzt beispielsweise diese längeren Podcast-Formate angucken, glaube ich, die jetzt auch viele Spitzenpolitiker gegeben haben, dass das Rezept von diesem Podcast ist es dann ja eben auch, private Einblicke zu gewähren in längeren Formaten.

Speaker: Und ich glaube schon, dass man da, ja, dass die Wählerinnen und Wähler da nochmal einen anderen Blick auf die Personen kriegen.

Speaker: Du hast ja auch gerade natürlich bei so Typen wie jetzt Sarah Wagenknecht oder auch Wolfgang Kubicki, die ja auch nicht unumstritten sind, aber hast du ja auch so eine, ja ich sag jetzt mal, gewisse Fanbase, die jetzt irgendwie Kubicki als Typen wahrgenommen haben, der sich was traut oder der mal die Klappe aufmacht oder der, ne?

Speaker: der seine Meinung sagt und wenn so einer dann jetzt nochmal daherkommt, Rente oder nochmal dabei, dann ist das natürlich so ein letzter Sträum, vielleicht in der Hoffnung, dass manch einer dann sagt, ach Mensch, um den wäre es doch schade, den fand ich eigentlich immer ganz gut, vielleicht muss ich doch nochmal darüber nachdenken, ob ich der FDP nicht doch noch eine Stimme gebe.

Speaker: Die Frage ist doch auch, warum ist die Wahl auf Wolfgang Kubicki gefallen und nicht auf jemand anderen?

Speaker: Also man hätte ja theoretisch auch einen aus der jüngeren Riege nehmen können von der FDP.

Speaker: Man hätte theoretisch Marie-Agnes Strack-Zimmermann nehmen können.

Speaker: Man hätte Johannes Vogel nehmen können.

Speaker: Man hätte Marco Buschmann nehmen können.

Speaker: Warum ist es Wolfgang Kubicki geworden?

Speaker: Das ist doch die Frage.

Speaker: Er bildet jetzt ja auch nicht wirklich einen starken Kontrast zu Christian Lindner.

Speaker: Ja, wobei Lindner und Kubicki immer das Duo waren.

Speaker: Also das sind ja die Co-Parteivorsitzenden ist er ja und auch als Lindner es damals gemacht hat, hat Kubicki ja gesagt, komm, du gehst nach vorne, ich halte dir den Rücken frei.

Speaker: Also dieses Duo der Junge und der Alte in Anführungsstrichen, der Erfahrene und der Frische, das spielen die ja schon seit vielen Jahren.

Speaker: Insofern ist das jetzt schon...

Speaker: nicht ganz überraschend, wobei ich trotzdem eher mit Agnes Strack-Zimmermann hätte.

Speaker: Das spielen sie seit vielen Jahren, aber bietet die Konstellation genug Potenzial, neue Wähler zu erschließen?

Speaker: Ja, ich glaube, also genau dazu, glaube ich, ist der spannende Punkt.

Speaker: Ich glaube, die FDP ist in den Kurs gegangen, sie will gar keine neuen Wähler erschließen sozusagen, sondern irgendwie dafür sorgen, einen Stamm an Wählern zu akquirieren, die dann sagen, naja gut, komm, also was Tomi da so ein bisschen meinte,

Speaker: Der Kubicki hat doch immer eine gute Arbeit gemacht.

Speaker: Der hat ja sogar, wenn man so rumgehen will, der hat ja sogar mit Habeck in Schleswig-Holstein, glaube ich, zusammengearbeitet und das hat funktioniert.

Speaker: Und also da nur noch drauf zu gehen, irgendwie diese 5% zu bekommen, weil ich glaube, zusätzlich ist das Problem in der FDP auch Authentizität.

Speaker: Weil ich meine, wenn wir uns angucken, es ist ja auch ein Stück weit eigentlich einsam um Christian Lindner geworden.

Speaker: Also wenn wir an die Abstimmung im Bundestag denken, wo ja unter anderem Buschmann

Speaker: Und auch, ich meine, Vogel und noch jemand.

Speaker: Was, Dürr, der auch irgendwie sich enthalten hat oder so?

Speaker: Nee, Konstantin Kuhle noch.

Speaker: Die neue Generation, ja.

Speaker: Dass man ja sagen muss, zumindest, genau, die neue Generation, Buschmann war krank, okay, da darf jetzt jeder für sich denken, wie das war oder nicht.

Speaker: Aber dass man, glaube ich, wirklich gucken musste, wer steht denn

Speaker: glaubwürdig an Lindners Seite und kann jetzt vielleicht auch noch mal so einen Zug entwickeln, war so da mein Gefühl auf jeden Fall.

Speaker: Ja, würde ich dir auf jeden Fall recht geben und ich glaube, für die neue FDP ist es auch jetzt zu spät.

Speaker: Also wenn du jetzt noch einen aus dem Hut zauberst, dann muss das so einer sein, der eine deutschlandweite hohe Bekanntheit hat und irgendwie für was steht.

Speaker: Also das wäre aus meiner Sicht, wie gesagt, wie ich es vermutet hatte, bei Agnes Strack-Zimmermann auch gewesen, weil sie im Europawahlkampf eben auch in widrigen Umständen gut gepunktet hätte.

Speaker: Da hörte man ja, hat man letztes Mal ja schon gesagt, aber dass die ja wohl auch gerade nicht so auf Parteilinie war bei dieser Umfrage und deswegen auch ein bisschen in Ungnade gefallen ist.

Speaker: So, dann blieb ja im Grunde nur noch Kubicki, weil Vogeln, Kuhlen, Dürr, die sind natürlich...

Speaker: Zu unbekannt dann, glaube ich, doch in der Breite, als wenn die jetzt plötzlich irgendwo noch auftauchen, dass man dann sagt, ach Mensch, guck mal, das ist ja eine junge, frische Generation so.

Speaker: Das hättest du vor ein paar Monaten machen können, aber nicht mehr jetzt aus meiner Sicht.

Speaker: Und was noch ganz interessant ist, du hast ja quasi...

Speaker: Von der Basis her hast du auch gar keine Bereiche mehr, wo die FDP so Bastionen hat, sag ich jetzt mal so.

Speaker: Es gibt ja auch immer die Umfragen in den Bundesländern und da sind es auch gerade ein paar neue gekommen.

Speaker: Und wenn du Baden-Württemberg nimmst zum Beispiel, da sind die in der Umfrage auch bei 5 Prozent und das ist eigentlich so ein FDP-Stammland.

Speaker: Da war, die hatten 2009 18,8 Prozent und selbst 2013, als die FDP ja auch schon mal rausgeflogen ist, noch 6,2.

Speaker: So, und da sind die in Umfang jetzt auch bei 5.

Speaker: Oder Nordrhein-Westfalen letztes Mal 11,4 Prozent.

Speaker: Auch 2013 über 5, als sie rausgeflogen sind, sind sie jetzt auch bei 4 Prozent.

Speaker: Also es gibt quasi flächendeckend eigentlich, ja,

Speaker: keine Landstriche mehr, wo die FDP irgendwie Großwähler hat, sondern die sind einfach quasi komplett um die oder unter den 4 Prozent oder 5 Prozent und insofern, ja, glaube ich, ist diese Taktik jetzt irgendwie alles zu versuchen, was abseits der Wahlinhalte oder so sind, wirklich vielleicht auch nochmal so eine letzte Chance, ne?

Speaker: Ja, dass die FDP auch mit allen Mitteln versucht, noch Wähler anzusprechen, merkt man nicht nur an Strategie und Verhalten, sondern, Dennis, dir ist auch aufgefallen, dass man das auch im Wording noch ein bisschen speziell sieht.

Speaker: Nimm uns doch da kurz mit rein, was dir aufgefallen ist.

Speaker: Mir ist ein Begriff aufgefallen, den die FDP und insbesondere Christian Lindner jetzt in der jüngsten Vergangenheit sehr, sehr häufig nutzt.

Speaker: Und das ist das Wort Disruption.

Speaker: Und Disruption ist jetzt immer in einem ähnlichen Kontext aufgetaucht und zwar im internationalen Zusammenhang.

Speaker: Das ist vor allem so in konservativen, libertären und in rechten Kreisen oft das Stichwort.

Speaker: Und ja, vielleicht einmal kurz so einen sprachlichen Exkurs.

Speaker: Der Begriff Disruption heißt im Lateinischen Zerbrechen, Zerreißen.

Speaker: Und im Wirtschaftskontext bedeutet es so viel wie die radikale Veränderung von bestehenden Strukturen.

Speaker: Und das geht so zurück auf einen Wirtschaftswissenschaftler, der Josef Schumpeter heißt und der hat in dem Zusammenhang gesprochen von einer schöpferischen Zerstörung.

Speaker: Und mir ist das aufgefallen, weil Linda es zum einen häufiger benutzt, aber auch Anleihen in der Rhetorik, zum Beispiel bei Javier Milley, dem argentinischen Staatspräsidenten, nutzt, als er unter anderem gesagt hat, wir müssen mehr Milley und mehr Musk wagen, die ja auch sehr, sehr stark für Disruption stehen.

Speaker: Und er hat sich dann im Nachgang so ein bisschen distanziert von dieser Äußerung, weil er da sehr, sehr stark für kritisiert wurde.

Speaker: Aber es findet auch bei der FDP so nach und nach Anwendungen in den politischen Vorhaben.

Speaker: Also ich weiß nicht, ob ihr es mitbekommen hattet.

Speaker: Jetzt ist vor kurzem bekannt geworden, dass die FDP für einen sehr, sehr starken Bürokratieabbau plädiert und zwar mit einer ganz konkreten Zahl.

Speaker: Und zwar fordert sie die Abschaffung von über 100 Behörden.

Speaker: So und das geht schon.

Speaker: tendenziell in die Richtung, die ich eben angesprochen hatte.

Speaker: Und ja, Disruption ist das Motto der Stunde und Disruption spiegelt natürlich auch so eine Sehnsucht,

Speaker: Sehnsucht wieder, glaube ich, die viele Leute in der Bevölkerung empfinden.

Speaker: Die stehen einfach, die sich sehr, sehr stark sehen nach einem Politikwechsel, nach starken Veränderungen, weil es nicht so bleiben kann, wie es ist.

Speaker: Und genau das spielt die FDP im Moment sehr, sehr häufig, versucht das zu bedienen.

Speaker: Und ja, das ist mir sehr stark aufgefallen in den letzten Wochen.

Speaker: dass es so in diese Richtung geht, eben um sich dann auch sehr, sehr stark abzugrenzen von den anderen Parteien.

Speaker: Und natürlich ist auch der Bruch der Ampelregierung, der initiiert wurde durch die FDP, auch durchaus als disruptiver Vorgang zu verstehen, wo das dann auch nochmal Widerhall gefunden hat.

Speaker: Wobei man da natürlich eng an der Unterscheidung ist, disruptiv oder destruktiv.

Speaker: Da muss man dann auch gucken, wie sich es am Ende rausstellen wird.

Speaker: Aber danke für den kleinen Ausflug.

Speaker: Das sollten wir vielleicht häufiger machen, mal auf ein besonderes Wort geachtet, was vielleicht verstärkt im Einsatz kommt.

Speaker: Da bist du doch prädestiniert für, Dennis.

Speaker: Vielleicht nehmen wir das mal mit auf jeden Fall.

Speaker: Der Herr der Worte.

Speaker: Ja.

Speaker: Ja, der Herr der Worte, der Herr der Zahlen und ich, Lennart.

Speaker: Der Mann, der sich am Anfang nicht mal vorgestellt hat.

Speaker: Aber das brauche ich jetzt auch nicht mehr nachholen.

Speaker: Ihr lernt mich schon noch kennen in den weiteren Podcast-Folgen.

Speaker: Wir haben auch so viele Möglichkeiten für so lange Vorstellungen von dir, Lennart.

Speaker: Eben.

Speaker: Ja, gut, dass wir den Blick nochmal gezielt auch auf die FDP gemacht haben, weil man kennt ja auch so die Entwicklung.

Speaker: Ich kann mir schon gut vorstellen, wenn sie im Bundestag bleiben

Speaker: Und vielleicht auch wieder in die Opposition gehen, dass sich dann ja auch schnell wieder was verändern kann, dass man die auf einmal wahrnimmt als kritische Stimme, die was ändern wollen.

Speaker: Also, dass sich das dann auch wieder positiv auf die Länder auswirken kann.

Speaker: Jetzt gerade steckt die FDP auf jeden Fall in einer Spirale, wo es darum geht, ja, am Leben zu bleiben, letztendlich.

Speaker: Ja, man muss natürlich auch mal sagen, dass damit natürlich diese Taktik, aus der Ampel rauszugehen, um jeden Preis, um die FDP zu retten, ja, gerade mächtig auf der Kippel steht.

Speaker: Also wenn die jetzt rausfliegen, dann ist das halt komplett gescheitert.

Speaker: Dann ist auch Christian Lindner gescheitert, weil sein Schicksal sicherlich an diesem Vorgehen und dann an dem Scheitern auch direkt verknüpft ist.

Speaker: Ja, genau.

Speaker: Aber so diese Taktik, wir gehen auch raus, um unseren Wählern wieder zu zeigen, wir machen nicht alles mit.

Speaker: Da war halt nicht diese Basis von 10, 15 Prozent, wo dann plötzlich 5 Prozent wieder sagt, ah Mensch, super, jetzt sind sie raus, da ist wieder meine FDP, sondern die waren halt einfach weg, weil nach Jamaika, besser nicht regieren als falsch regieren.

Speaker: Und jetzt in der Ampel ja auch besser nicht regieren als falsch regieren.

Speaker: Das wurde jetzt dann wahrscheinlich doch übler genommen, als mancher Stratege in der FDP gedacht hat.

Speaker: Ja, und ich glaube tatsächlich, also ich bin mir nicht mal sicher, das ist jetzt meine steile These, ob die politische Karriere von Christian Lindner selbst bei über 5% noch wirklich...

Speaker: Also aufgrund auch der komplexen Koalitionsbildung danach kann ich mir schon vorstellen, dass er als Finanzminister sozusagen zum Beispiel nochmal bei SPD und Grünen absolut nicht durchsetzbar wäre in einer Koalition, als mit der CDU zum Beispiel.

Speaker: Wenn man jetzt sagen würde, es wird schwarz-rot-gelb oder so.

Speaker: Ich kann mir nicht vorstellen, dass die SPD sagen würde, den Finanzminister Lindner nehmen wir nochmal.

Speaker: Und gleichzeitig kann er ja nicht sagen, na gut, dann mache ich jetzt ein kleineres Ministerium oder so.

Speaker: Also das wird noch spannend mit seiner Zukunft, glaube ich.

Speaker: Ja genau, das stimmt, da gebe ich dir recht.

Speaker: Also wenn, kann er eigentlich mittelfristig nur den Weg freimachen für die nächste Generation dann irgendwie.

Speaker: Die sich ja auch schon in Stellung gebracht hat.

Speaker: Richtig.

Speaker: Aber wenn die FDP rausfliegt, ist es natürlich spannend, ob denen nochmal sowas gelingt wie 2013, dass es dann wirklich so ein Comeback gibt.

Speaker: Und ob sie in den vier Jahren, die dann kommen, eine Erzählung finden und auch so einen starken

Speaker: Ja, so einen starken Kopf haben, wie es Lindner eben damals war, der dann eben aus der Versenkung heraus, also aus der nicht parlamentarischen Opposition heraus so eine Partei dann wieder in den Bundestag führt, ne?

Speaker: Jetzt hat die FDP natürlich Mitglieder zahlenmäßig und strukturmäßig schon so eine starke und so eine lange Basis, dass da natürlich nicht alles sofort zerbricht, wenn die jetzt rausfliegen.

Speaker: Das können die über vier Jahre finanzieren, aber dann müssen sie halt auch irgendwie wieder reinkommen.

Speaker: Und gerade für die Landtagswahlen, die folgen in eher Stammländern und so, wird es natürlich auch entscheiden, ob man da wieder Fuß fasst oder nicht.

Speaker: Absolut ein guter Punkt auch mit den Landtagszahlen.

Speaker: Ja, ich blick auf die Uhr und hatte das Gefühl, wir haben jetzt gerade ja schon ein bisschen angefangen zu orakeln und da schieben wir einen Riegel vor, denn wir haben ja geplant, diese Woche noch mit einer weiteren Folge von der K-Frage rauszukommen.

Speaker: der dann letzten vor der Bundestagswahl, wo wir uns vorgenommen haben, dass jeder von uns einmal für sich orakeln muss, was er denn denkt, wie die Bundestagswahl ausgehen wird und vielleicht auch, was danach passiert.

Speaker: Da nehmen wir euch kurz vor der Bundestagswahl nochmal mit.

Speaker: Gehen sicherlich auch nochmal auf aktuelle Geschehnisse ein, die diese Woche sind, aber da soll wirklich im Mittelpunkt stehen.

Speaker: Wie, glauben wir, geht die Bundestagswahl 2025 aus?

Speaker: Von meiner Seite aus wäre es das an Themen, wenn ich jetzt bei euch keinen Widerspruch sehe, dass es nur aktuelles zu besprechen gibt, würde ich sagen, bewegen wir uns auf Sitzungsende zu.

Speaker: Natürlich mit dem Hinweis, dass ihr uns nicht nur überall hören könnt, wo es Podcasts gibt, sondern uns dort natürlich auch abonnieren könnt.

Speaker: Da freuen wir uns sehr drüber.

Speaker: Ihr könnt natürlich gerne auch uns über Kontaktmöglichkeiten in der Beschreibung mal mitteilen, was ihr gut findet, nicht so gut findet oder über welche Themen wir mal sprechen könnten.

Speaker: Es bleibt bei dem Versprechen.

Speaker: Nach der Bundestagswahl sprechen wir auch darüber, was die K-Frage denn eigentlich genau ist.

Speaker: Und dann würde ich von meiner Seite aus sagen, vielen Dank, Tobias, vielen Dank, Dennis.

Speaker: Vielen Dank, Lennart.

Speaker: Hat mir wie immer großen Spaß gemacht.

Speaker: Und wir sehen uns ja schon bald wieder.

Speaker: Ich wünsche einen spannenden Restwahlkampf sozusagen auch in der Betrachtung.

Speaker: Und ja, von meiner Seite aus, tschö mit Ö. Ciao, ciao.

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