Transcript
Speaker: Freigestellt.
Speaker: Der Podcast
Speaker: für Kita -Leitungen.
Speaker: Kompakt.
Speaker: Alltagsnah.
Speaker: Und mit Themen, die manchmal mehr auslösen.
Speaker: als man so denkt.
Speaker: Herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Freigestellt.
Speaker: Ich bin Sascha Müller-Jänsch.
Speaker: Journalist und Inhaber der Kita -Software clivver-kita.
Speaker: Ja, dann auch von mir Hallo. Mein Name ist Paul Hofmann-Driesch.
Speaker: Ich bin freiberuflicher Referent, Coach.
Speaker: Berater für Kitas.
Speaker: Und bin froh, heute hier zu sein.
Speaker: Was gibt es bei dir Neues seit der letzten Folge?
Speaker: Naja, so viel Neues gibt es nicht. Das Leben geht gleichförmig, sage ich momentan. Es ist schön. Wir freuen uns auf die nächsten Ferien mit der Familie, aber im Job läuft es momentan.
Speaker: Ähm...
Speaker: mit einigen spannenden Themen. Eins wollen wir uns gleich nochmal angucken. Und als ich mich so heute auf den Tag vorbereitet habe,
Speaker: habe ich gedacht, naja, was machen wir heute? Wir werden viel reden, Sascha und ich reden, das können wir.
Speaker: Tee trinken. Reden, Tee trinken, genau. Und dann zu ölen. Da dachte ich so, Mensch, reden ist Silber, schweigen ist Gold. Und da habe ich gedacht, ich muss dir mal erzählen.
Speaker: Ich war letzte Woche in einem Kloster.
Speaker: Im Schweigekloster. Ja genau, dieses Kloster bietet Schweigeseminare an.
Speaker: Ich dachte, das wäre vielleicht mal eine gute Übung für mich. Ich war allerdings nicht zum Schweigen da. Ich habe dort ein Seminar.
Speaker: selber gegeben für Kitas. Genau das Gegenteil vom Schweigen. Aber ich habe mich auf dieses Kloster so gefreut. Das ist das Kloster Jakobsberg in der Nähe von Bingen, hier am Rhein.
Speaker: Und was an dem Kloster wirklich schön ist, es liegt oben auf den Höhen.
Speaker: Oberhalb der Nahe.
Speaker: Und oberhalb des Rheins und du guckst vom Klostergelände runter ins Rheintal. Das ist ein wunderbarer Blick. Du siehst Ingelheim und den Rhein und den Rheingau und es ist einfach ein unheimlich schöner Ort.
Speaker: Und wir haben den ganzen Tag so gearbeitet und ich habe dort übernachtet und habe dann abends...
Speaker: Ähm.
Speaker: draußen gesessen in der Abendsonne und habe was gelesen.
Speaker: Und ich war natürlich nicht der einzige Gast in diesem Kloster, sondern es füllten sich so die Bänke. Ich saß auf einer Bank, habe da gelesen, habe in der Sonne gesessen, runtergeguckt ins Tal. Links von mir saßen zwei Männer, die sich irgendwie unterhalten hatten. Die waren für eine Gruppe da und rechts sammelte sich eine größere Gruppe. Das waren so sechs, sieben Leute.
Speaker: Und die 6, 7 Leute, die brachten Weinflaschen mit.
Speaker: Also.
Speaker: Kloster sind ja nicht nur spirituelle Orte früher gewesen, sondern eben auch immer sehr frugale Orte, wo man sich gut leben konnte. Und das Kloster dort auf dem Jakobsberg, das hat eine Besonderheit, die haben einen Weinautomaten.
Speaker: Also da kannst du eben...
Speaker: Im Esszimmer, wenn du verpflegt bist und es ist abends jemand mit da, kannst du automatisch eine Flasche Wein ziehen und die Gruppe neben mir.
Speaker: Sie hat das gemacht. Die haben eine Flasche Weißwein dabei gehabt, eine Flasche Rotwein und wollten auch diesen schönen Blick ins Tal genießen und haben sich da...
Speaker: neben niedergelassen und fingen eben an.
Speaker: Einfach.
Speaker: Zu schweigen. Nett zu sein, überhaupt nicht zu schweigen. Die haben sich unterhalten, es war fröhlich und es war vollkommen...
Speaker: Also eine nette Gruppe.
Speaker: Und ich las so und wir saßen so eine halbe Stunde nebeneinander. Ich war so in mein Buch vertieft, die waren in ihren Beinen vertieft.
Speaker: Und auf einmal...
Speaker: kommt so von rechts von dieser Gruppe rüber so ein Ruf.
Speaker: Hey!
Speaker: Habt ihr Schweigen?
Speaker: Stören wir euch? Sind wir zu laut?
Speaker: Und ich dachte also,
Speaker: Meint ihr mich? Ich gucke so rüber und sage...
Speaker: Nee, ich hab nicht Schweigen.
Speaker: Ich habe lesen und habe mein Buch so hingehalten. Von mir aus könnt ihr so weit laut sein, wie ihr möchtet. Und dann dachte ich...
Speaker: Wie lustig das eigentlich ist, dass diese Gruppe meint, also nur weil jemand anderes schweigt.
Speaker: Müsste sie vielleicht selber schweigen und sie würden mit ihrer Fröhlichkeit mich in meinem...
Speaker: möglichen Schweigen vielleicht stören, obwohl ich gar nicht geschwiegen habe, ich war einfach nur so ein bisschen in mir, in mich gekehrt.
Speaker: Und dachte nachher aber auch...
Speaker: Mal angenommen, ich hätte Schweigen gehabt.
Speaker: Wie hätte ich denen denn geantwortet? Wie hätte ich denen denn gesagt, ja, ich habe Schweigen?
Speaker: An diese Situation dachte ich. Also ich fand ja an dem Abend ganz lustig, dieses nette Anrufen.
Speaker: von der Seite, ey, habt ihr Schweigen? Ihr seid ja so still und ich dachte, nö, ich hab lesen und hab's einfach genossen.
Speaker: Früher hatte man einfach, hast du mal eine Kippe?
Speaker: Das haben die Kippen genommen.
Speaker: Ja.
Speaker: Ich dachte jetzt daran, es gibt so...
Speaker: Absolut.
Speaker: Gute Orte, wo man einfach auch so ein bisschen...
Speaker: so eine Pause mal genießen kann. Also für mich war das Übernachten da
Speaker: Auch eine echte Pause vom Alltag, ein bisschen rauszutreten, mal zwei Stunden ganz für mich zu sein.
Speaker: Und das ist etwas, das merke ich in letzter Zeit sehr oft.
Speaker: Ich glaube, es hängt auch ein bisschen damit zusammen, je älter ich werde, umso mehr bin ich auch gern mal allein. Das darf jetzt meine Familie nicht hören, ich glaube, die hören meinen Podcast aber eh nicht, aber ich genieße es manchmal, für mich zu sein.
Speaker: Geht das auch so? Ja, kann ich nur bestätigen.
Speaker: Allgemein gesprochen.
Speaker: Ähm.
Speaker: diese Momente zum
Speaker: Zum...
Speaker: innehalten.
Speaker: Ja.
Speaker: Gerade weil unser Alltag ja...
Speaker: immer wahnsinniger wird.
Speaker: Vielen Dank.
Speaker: Und in den aktuellen Zeiten.
Speaker: Ja, auch.
Speaker: Vielen Dank.
Speaker: Nicht so erfreulich mit den ganzen Krisen, mit denen wir uns ständig konfrontiert sehen.
Speaker: sind diese
Speaker: Pausen glaube ich hier.
Speaker: immens.
Speaker: immens.
Speaker: Wichtig.
Speaker: Und es gibt Momente, da kann man...
Speaker: Sehr schön.
Speaker: Zu zweitschweigen.
Speaker: Jetzt ist aber keiner dafür. Aber alleine ist dann doch...
Speaker: Für die Psychohygiene, glaube ich, sehr wichtig.
Speaker: Und das mag ich auch in meinem Job so als Fortbildner viel unterwegs zu sein. Es kommt immer mal vor, dass ich irgendwo eine Nacht habe zwischen zwei Arbeitstagen.
Speaker: Und dann bin ich mal...
Speaker: paar Stunden für mich allein und mir tut das gut und ich früher nicht so gut wie jetzt.
Speaker: Also ich habe...
Speaker: Für mich ist es so ein bisschen innehalten oder den Tag beginnen immer jeden Morgen, weil ich wirklich wahnsinnig gerne Zeitung lese.
Speaker: Das ist für mich ein kleines Ritual, nicht nur um mich zu informieren, sondern um auch den...
Speaker: den Tag ein bisschen mit mir selbst
Speaker: Zu Beginn, ja das kenne ich auch.
Speaker: Das ist wichtig.
Speaker: Was mich da so in den letzten Tagen...
Speaker: Doch.
Speaker: ein bisschen beschäftigt hat, weil es eben auch beruflich was mit uns zu tun hat.
Speaker: ist das immer mehr.
Speaker: Kitas geschlossen werden müssen, weil jetzt tatsächlich quasi die geburtenschwachen Jahrgänge kommen und die Kapazitäten, die ja in den letzten
Speaker: Ähm...
Speaker: fünf bis zehn Jahren aufgebaut worden sind und teilweise sehr hektisch aufgebaut worden sind.
Speaker: Jetzt gar nicht mehr.
Speaker: alle voll ausgeschöpft werden können, weil nicht mehr genügend Kinder nachkommen.
Speaker: Das ist ja auch ein Problem bei unserem Arbeitsmaterial, bei unserer Kundschaft.
Speaker: Du hast als Einrichtung eine relativ kurze Vorlaufzeit. Also die Kinder, die heute nicht geboren sind.
Speaker: sind nächstes Jahr nicht deine Einjährigen in der Krippe. Also die Reaktionszeit, die war beim Aufbau des Angebotes eigentlich schon für die Träger oder für die Bauträger, für die Kommunen kaum zu halten, weil die Jahrgänge eben so schnell angewachsen sind. Zum Beispiel kriegst du ja keine Kita hingestellt von einem Jahr. Du kriegst die Kita auch nicht personalisiert. Das war ein Problem. Das schon gar nicht. Und jetzt kriegst du es eben auch nicht so schnell wieder runtergefahren, ohne...
Speaker: dass da natürlich auch, wie soll ich sagen, ich will jetzt nicht dramatisch klingen, dass da Schicksale dranhängen.
Speaker: Also das...
Speaker: Das ist natürlich für viele Leute, deren Kita entweder geschlossen wird oder verkleinert wird, ist das ein Problem. Und damit meine ich mit den Leuten, meine ich natürlich die...
Speaker: die Mitarbeitenden der Kita, ich meine aber auch die Familien.
Speaker: Oder die Kinder der Kita.
Speaker: Also es ist ja nicht so, dass die Kita von...
Speaker: von jetzt auf gleich einfach komplett leer ist, sondern die Kita wird kleiner, wird immer kleiner und irgendwann...
Speaker: ist sie an dem Punkt angekommen, wo...
Speaker: Irgendjemand entscheidet.
Speaker: Entweder muss eine Gruppe geschlossen werden oder die ganze Einrichtung muss geschlossen werden und die...
Speaker: 20, 25 Kinder, die noch da sind von vormals 50.
Speaker: Die müssen in eine andere Kita gehen.
Speaker: Und auch für...
Speaker: Diese
Speaker: Kinder und Familien hängen ja.
Speaker: Ähm.
Speaker: Beziehungen und Gewohnheiten dran. Es ist eine schwierige Situation.
Speaker: Ich hatte neulich ein Gespräch mit einer Kollegin.
Speaker: aus dem Rhein -Main -Gebiet, die hat erzählt, dass also
Speaker: Ihre Kita quasi die alteingesessene in einer kleinen Kommune ist.
Speaker: Mhm.
Speaker: Und sie ist bei einem konfessionellen Träger beschäftigt und diese Kita gibt es jetzt seit 1960 oder seit 1970.
Speaker: Ähm.
Speaker: Ist von der Konzeption auf Stand, aber eben vom Gebäude.
Speaker: Deutlich?
Speaker: Alt.
Speaker: Oder älter. Keine Ruine, aber eben Gebäude aus den 60er, 70er Jahren.
Speaker: Und dann hat gleichzeitig im selben Ort eine kommunale Kita.
Speaker: Neu aufgemacht, das ist ein Neubau.
Speaker: Und man hat den Bedarf zu hoch geschätzt. Und jetzt ist also die Hälfte der Kinder, die vorher in dieser konfessionellen Kita waren, deren Familien haben sich überlegt, wir möchten lieber in den Neubau gehen. Wir finden diese Kita schicker.
Speaker: verspricht uns mehr.
Speaker: Von dem, was wir erwarten. Wir melden unsere Kinder um.
Speaker: Oder ab.
Speaker: Die Kolleginnen in der konfessionellen Kita und die Kollegen natürlich große Sorge, wie das bei denen weitergeht. Da gibt es Versetzungen, Leute aus dem Team, die woanders beschäftigt werden müssen beim selben Träger.
Speaker: Und was ich auch für einen ganz schwierigen Effekt halte, ist diese konfessionelle Kita, also die quasi...
Speaker: geschrumpft wurde.
Speaker: Dadurch, dass die Eltern mit den Füßen abgestimmt haben, die geraten jetzt unter Druck.
Speaker: Die fangen jetzt an, sich zu überlegen.
Speaker: Welche Add -ons können wir eigentlich noch?
Speaker: zu unserem normalen
Speaker: zu unserer normalen Konzeption anbieten. Wie kann man attraktiver werden? Wie kann man den mangelnden Neubau durch andere Angebote...
Speaker: ähm
Speaker: Toni Reit. Richtig. Ja, zu früh. Genau. Sie haben sich jetzt um...
Speaker: Das Label Bewegungskita.
Speaker: haben das auch bekommen, überlegen jetzt verschiedene Projekte und Angebote zu machen. Und grundsätzlich ist es ja richtig, dass eine Kita...
Speaker: versucht, die Bedarfe, oder nicht nur versucht, dass eine Kita sich bemüht, die Bedarfe
Speaker: von Familien, vom Sozialraum zu erfüllen, aber wenn eine Kita anfängt, den Aktionismus zu verfallen.
Speaker: Und nur noch Programm an Programm und Zertifikat an Zertifikat reiht.
Speaker: dann habe ich schon oft die Erfahrung gemacht, dass
Speaker: Ja.
Speaker: Der Alltag in der Kita.
Speaker: untergeht und dass eigentlich die Kita
Speaker: Dadurch die wichtigen Interaktionen, die Kleinigkeiten im Alltag, das was...
Speaker: für Kinder auch der Kita -Alltag ist, das gute Ankommen, ein gutes freies Spiel.
Speaker: Eine gute Beziehung zu meinen Freunden, die nicht getaktet ist durch irgendwelche Angebote oder Rahmenpläne.
Speaker: in den Hintergrund gerät und eigentlich
Speaker: glaube ich, dass diese Kita, die sich jetzt so in diesen Aktionismus flüchtet, auch ein bisschen verliert dadurch. Ja, also ich denke immer noch...
Speaker: Vielen Dank.
Speaker: Das Wichtigste...
Speaker: ist.
Speaker: Die gute Konzeption.
Speaker: Das war's.
Speaker: ist
Speaker: Eigentlich das Fundament.
Speaker: Und?
Speaker: Normalerweise...
Speaker: Würde ich sagen, wenn ich in der Lage bin, den Eltern...
Speaker: zu vermitteln, dass man wirklich
Speaker: aus tiefer Innenbrunst von seinem Konzept spricht und dieses
Speaker: Konzept
Speaker: die Eltern überzeugen kann, dann...
Speaker: Ist man eigentlich in der Lage, auch quasi einen mangelnden Neubau zu schaffen?
Speaker: Ähm...
Speaker: Weil die Eltern einfach das Gefühl bekommen, hier...
Speaker: Ist mein Kind.
Speaker: gut aufgehoben.
Speaker: Die Frage ist vielleicht...
Speaker: Erstens.
Speaker: Hab ich.
Speaker: Überhaupt so ein gutes Konzept? Ist das wirklich?
Speaker: so stark, dass es überzeugen kann oder
Speaker: Ist das viel? Naja, das haben wir halt schon immer so gemacht.
Speaker: Nichts.
Speaker: Genau.
Speaker: Dadurch, wenn ich jetzt noch ein Add -on dranbringe, also noch die Bewegungskita hinten drauf setze zu meinem bisherigen Konzept, dann signalisiere ich hier auch.
Speaker: Das war jetzt noch nötig, das war vorher quasi der Mangel, das war vorher die Lücke.
Speaker: Ton. Ich hatte die Lücke, die vorher.
Speaker: Genau, bildlich gesprochen, dann zeige ich, dass es eigentlich hinkt.
Speaker: Genau.
Speaker: Also insofern glaube ich, die tun sich keinen Gefallen damit.
Speaker: wenn die jetzt in Aktionismus verfallen.
Speaker: Eine fertige Lösung habe ich jetzt auch noch nicht dafür. Das wäre ja auch zu einfach. Aber das, was du schon angesprochen hast, also Profilschärfung.
Speaker: ist wichtig, vielleicht auch eine Chance darin zu sehen, wenn der Betrieb ein bisschen kleiner wird.
Speaker: Wie gesagt, ich
Speaker: Bedauere
Speaker: Die Menschen, die dann wechseln müssen, wenn sie nicht wechseln wollen oder für die das mit Nachteilen verbunden ist, aber manchmal kann...
Speaker: So eine Verkleinerung auch nicht.
Speaker: ein Vorteil sein für die Kita und für die
Speaker: Prozesse stattfinden. Ich glaube, es gibt zwei Aspekte, über die wir
Speaker: Da jetzt mal gucken.
Speaker: können.
Speaker: Der eine ist sicherlich...
Speaker: Was passiert da mit dem...
Speaker: Personal und
Speaker: Das würde ich gerne ein bisschen zurückstellen.
Speaker: Weil ich glaube, da kann man noch deutlich länger drüber sprechen. Das machen wir zum Schluss als erstes.
Speaker: Würde ich vielleicht gerne kurz drauf gucken.
Speaker: Wie ist es denn mit der Außendarstellung?
Speaker: Also,
Speaker: Ich glaube, das ist...
Speaker: Auch was?
Speaker: was zu wenig Kita -Leitungen, zu wenig...
Speaker: Träger wirklich im Kopf haben.
Speaker: Du sagst ja selber immer gerne auch auf deinen Seminaren,
Speaker: Eine Kita ist eigentlich auch ein Unternehmen.
Speaker: Unternehmen.
Speaker: muss ich verkaufen, muss ich selbst
Speaker: darstellen.
Speaker: Vielen Dank.
Speaker: Das kann man aber, glaube ich...
Speaker: Erstmal nur schwer.
Speaker: Lernen
Speaker: Mhm.
Speaker: Und man würde jetzt auch glaube ich in den wenigsten Fällen irgendwie Werbeagenturen beschäftigen, um da für tausende von Euro Kommunikationskonzepte zu entwickeln.
Speaker: Vielen Dank.
Speaker: Habe ich auch schon erlebt, es ist mir auch schon begegnet, aber das ist wirklich...
Speaker: Ähm.
Speaker: weniger der Fall.
Speaker: Aber trotzdem glaube ich, ist es wahnsinnig wichtig.
Speaker: Das ist es.
Speaker: Das...
Speaker: Ich weiß...
Speaker: Was ich nach außen...
Speaker: nach außen tragen will.
Speaker: Und wie ich mich darstelle. Also bei uns, wir haben ja in unserem Produktportfolio auch so eine Online -Registrierung.
Speaker: Das ist eigentlich ein typischer bürgernaher Service, dass man sich digital eben registrieren kann, wenn man Interesse an irgendeinem Kita -Platz hat.
Speaker: Bei uns gibt es dann eben für jede Kita...
Speaker: So ein Feld, da kannst du dich selber in 500 Zeichen oder so, empfehle ich immer, maximal darstellen.
Speaker: und hervorheben, was deine Kita...
Speaker: interessant machen.
Speaker: Und das auszufüllen fällt.
Speaker: vielen Leitungen schwer.
Speaker: Obwohl sie ein gutes Konzept verinnerlicht haben und auch leben.
Speaker: Also dazu gehört natürlich erstmal sehr viel Selbst...
Speaker: bewusst
Speaker: Also nicht Selbstbewusstsein im Sinne von irgendwie Stärke oder stabilem Auftreten, sondern Selbstbewusstheit in dem Sinne.
Speaker: Das ist eine Kita.
Speaker: Als Team oder auch von der Leitung her sicher darüber klar wird, was macht uns eigentlich aus.
Speaker: Also die Kita...
Speaker: Wunderland.
Speaker: in Musterhausen.
Speaker: Was macht die eigentlich zur Kita Wunderland?
Speaker: Das kann manchmal ein...
Speaker: ein Konzeptionsschwerpunkt sein.
Speaker: Also es gibt ja Kitas, die sind eben schon...
Speaker: Länger auch Bewegungskita und haben dort ganz klare Profile. Ich kenne eine Kita meiner ehemaligen Trägerschaft, die waren schon viele Jahre Bewegungskita. Das heißt, die haben nicht nur die Zertifizierung, sondern der ganze Alltag ist auf Bewegung abgestimmt. Die haben Schwimmangebote gemacht, die die Eltern gerne in Anspruch genommen haben. Also die waren durch und durch Bewegungskita und können dann natürlich dieses Bewegungsprofil auch rausstellen.
Speaker: Es gibt aber Kitas, die haben nicht so ein eindeutiges Profil.
Speaker: Und die müssen sich überlegen, was macht denn eigentlich unsere Kita?
Speaker: Zu einer guten Kita, was wollen wir Eltern?
Speaker: Oder...
Speaker: vielleicht auch Kindern möglicherweise deutlich machen, wenn sie
Speaker: über uns.
Speaker: Ins Gespräch kommen mit uns.
Speaker: Und dafür...
Speaker: Kann man sich auch erstmal wieder ein bisschen auf die...
Speaker: auf die Basics besinnen, was muss eigentlich Kita?
Speaker: im Alltag bieten.
Speaker: Und man kann versuchen zu überlegen,
Speaker: Was?
Speaker: würden Eltern und Kinder eigentlich von einer Kita erwarten.
Speaker: Und...
Speaker: Es empfiehlt sich dafür auch, mit den Eltern tatsächlich konkret ins Gespräch zu kommen. Was möchten sie eigentlich, was ihr Kind...
Speaker: In der Kita mit...
Speaker: Was möchten Sie, dass Ihr Kind in der Kita erlebt?
Speaker: Und ich glaube, dass viele Eltern dann schon sagen werden, wir möchten, dass unser Kind
Speaker: die Gelegenheit hat, sich auf die Schule vorzubereiten.
Speaker: Aber viele Eltern werden auch sagen, wir möchten, dass unser Kind Freunde findet.
Speaker: Wir möchten, dass unser Kind liebe Erzieherinnen und Erzieher um sich herum hat, die unser Kind sehen, die unser Kind wertschätzen, die unserem Kind...
Speaker: Stärken signalisieren, dieses Wurzel - und Flügel -Gedankenspiel mitgeben können. Wir möchten, dass unser Kind einen Ort hat, wo es ihm gut geht, wo es es selbst sein kann.
Speaker: Ich glaube, dass die meisten Eltern
Speaker: sehr wohl diese
Speaker: Diese weichen, emotionalen, beziehungsbetonten Aspekte in der Kita.
Speaker: Wirklich schätzen und dass es für viele Eltern nicht nur darum geht, unser Kind soll möglichst früh gefördert werden.
Speaker: Und das rauszustellen.
Speaker: nach außen.
Speaker: Diese Kita ist ein guter Ort, wo dein Kind wunderbar es selbst sein kann.
Speaker: Das müssen.
Speaker: Das muss gut.
Speaker: Du hast gerade über Eltern gesprochen und
Speaker: Dieses Elterngespräch mit Eltern, die ihre Kinder oder ihr Kind in die Kita bringen wollen, das ist sicherlich ein Ding.
Speaker: Es.
Speaker: Es beginnt ja eigentlich schon vorher, nämlich eben in der Darstellung, dass ich
Speaker: etwas lese über diese Kita.
Speaker: Was mir...
Speaker: dann den Impuls gibt,
Speaker: Ah ja, die möchte ich mir mal genauer angucken. Entschuldigung.
Speaker: Und da kommen eigentlich noch andere Eltern ins Spiel, nämlich die Eltern der Kinder.
Speaker: die schon lange da sind. Und ein guter Punkt...
Speaker: Und ein einfacher Punkt kann sein, dass ich einfach immer mal wieder frage, sei es...
Speaker: in zwanglosen Gesprächen. Was gefällt dir eigentlich gut?
Speaker: An unserer Kita, warum fühlt sich dein Kind hier wohl?
Speaker: Gerne auch immer abfragen.
Speaker: Was können wir besser machen, weil da kriegt man auch immer gute Impulse, die wichtig sind, aber für die Außendarstellung, wenn mir das selber gar nicht bewusst ist.
Speaker: Lohnt es sich als Leitung?
Speaker: An...
Speaker: quasi die Experteneltern zu gehen, die, die jeden Tag da sind und die jeden Tag quasi ein Feedback
Speaker: So kommen von ihrem Kind das entweder.
Speaker: überhaupt nicht ausgelastet ist, wenn sie nach Hause kommt oder tief zufrieden.
Speaker: einfach zu Hause den Rest des Nachmittags spielt. Genau.
Speaker: Das ist es.
Speaker: Diese Befragung, ich würde mal so sagen, im Marketinggespräch, diese Testimonials, also Empfehlungen von Kunden.
Speaker: von Eltern einzuholen oder auch von Kindern einzuholen, das vermittelt anderen Eltern ein Gefühl dafür, warum...
Speaker: Eltern glücklich sind, dass ihr Kind in dieser Kita drin ist.
Speaker: Man kann das über Sprache machen, indem man Zitate aufschreibt. Man kann aber Eltern auch bitten, ein Video aufzunehmen, wie sie mit ihrem Kind von ersten Besuchen im Kindergarten erzählen, wenn die Eltern das Kind natürlich möchten, ist immer die Frage, dass das angemessen ist. Man kann Kinder auch mal bitten zu erzählen, was machst du gerne in der Kita, wo ist dein Lieblingsspielplatz, wo hast du richtig viele...
Speaker: Tolle Erlebnismöglichkeiten hier, wo triffst du dich mit deinen Freunden, man kann Kinder mit der Kamera losschicken, nehmt mal die Kita auf, zeigt mal, was hier besonders toll ist und so etwas.
Speaker: Würden wir Marketing in der freien Wirtschaft machen, würden wir immer versuchen, aus der Perspektive des Kunden auf den Mehrwert unseres Produktes zu schauen.
Speaker: Und.
Speaker: Das ist es ja im Grunde genommen auch. Wenn du Eltern erreichen willst, musst du versuchen, aus Elternperspektive zu denken, warum sollten die ausgerechnet in deine Kita gehen.
Speaker: auch nicht anders ist als das Konzept im schicken Neubau.
Speaker: Dann hat der schicke Neubau natürlich ein...
Speaker: Ein Plus, das du nicht hast. Ja.
Speaker: Und dieses Plus des Neubaus, das musst du irgendwie ausgleichen durch Herz.
Speaker: Das Engagement.
Speaker: Und?
Speaker: Dadurch, dass du Eltern deutlich machst, dass hier ist genau der richtige Ort für dein Kind, weil hier kann es so sein, wie es ist.
Speaker: Gönner.
Speaker: Und das wollen Eltern.
Speaker: Sie wollen einen guten Ort für Ihr Kind.
Speaker: Ja.
Speaker: Vor allem, weil...
Speaker: Das habe ich jetzt schon manchmal mitbekommen in diesen Erstgesprächen, die man dann mit...
Speaker: Eltern von zukünftigen Kitakindern führt.
Speaker: Die wissen manchmal gar nicht so genau.
Speaker: was sie wollen. Die haben ein Instinkt dafür, dass ihr Kind sich wohlfühlen soll und gut aufwachsen soll.
Speaker: Aber die haben...
Speaker: keine Ahnung, wie sowas konkret umgesetzt werden soll. Und wenn ich das...
Speaker: Als Leitung aber...
Speaker: Erzähle.
Speaker: wie wir konzeptionell
Speaker: die Kinder gut voranbringen.
Speaker: Dann ist glaube ich irre viel...
Speaker: gewonnen. Das kann, glaube ich, sehr überzeugend
Speaker: Wirklich.
Speaker: Ja, das ist das, wo ich eben auch schon mal bei den Zusatzprogrammen Bezug genommen habe. Es geht dann nicht darum zu sagen, wir sind ganz tolle Malort -Kita oder Bewegungskita oder …
Speaker: Haus der kleinen Forscher oder was es da alles gibt, sondern wir sind ein Ort für Kinder und wir haben den guten Alltag, dein Kind kann.
Speaker: Gut acht, neun Stunden und so häufig sind so lange die Kita.
Speaker: Alltage für manche Kinder. Dein Kind ist sie acht, neun Stunden in Großheit seines Tages.
Speaker: Gut.
Speaker: aufgehoben.
Speaker: und findet alles, was es als Kind braucht.
Speaker: Das wäre das, was man rausstellen sollte.
Speaker: Damn.
Speaker: Dann würde ich sagen...
Speaker: Machen wir jetzt an der Stelle einen krassen Bruch.
Speaker: Und gucken mal...
Speaker: Eigentlich...
Speaker: Auf!
Speaker: Auf den zweiten Aspekt, wenn ich jetzt bei deinem Beispiel bleibe.
Speaker: Da kommt eine neue Kita dazu, die hat einen tollen Neubau.
Speaker: Und, und.
Speaker: Da gehen immer mehr Kinder hin und bei der anderen...
Speaker: Sagen wir mal,
Speaker: bricht eine Gruppe weg.
Speaker: Das war's.
Speaker: Macht Pi mal Daumen.
Speaker: zwei bis drei ErzieherInnen, je nachdem.
Speaker: Ob das Vollzeit oder Teilzeit sind, vielleicht sogar vier.
Speaker: die in der einen Gruppe gearbeitet haben.
Speaker: die auf einmal...
Speaker: keine Arbeit mehr haben.
Speaker: Jetzt.
Speaker: Kann sich...
Speaker: Die neue Kita?
Speaker: natürlich eventuell sagen, ah, da sind...
Speaker: Talente,
Speaker: Und die kann ich mir...
Speaker: Polen möglicherweise, weil ja trotzdem auch immer noch Fachkräftemangel ist.
Speaker: Konnte ich gar nicht.
Speaker: Alle Stellen mit Fach...
Speaker: sondern musste mich je nach Bundesland dann auch...
Speaker: Mit.
Speaker: weniger qualifizierten Leuten behelfen, bis ich eben die Fachkräfte finde.
Speaker: Lass uns mal auf diesen Aspekt gucken. Was ist da mit dem Personal?
Speaker: Sowohl von dem Aspekt...
Speaker: Was passiert eigentlich, wenn ich Personal abbauen muss?
Speaker: Vielen Dank.
Speaker: Wie auch...
Speaker: Ist hier eine Chance?
Speaker: Für mich als Neukita oder als Kita mit Personalmangel.
Speaker: irgendwas zu landen.
Speaker: Also ich habe jetzt die Erfahrung gemacht, dass...
Speaker: Zunächst einmal, wenn abgebaut wird, an Personal abgebaut wird, dass dann auch...
Speaker: die Fachfremdenqualifikation zuallererst abgebaut werden. Also wir haben ja in den letzten Jahren, wo der
Speaker: Fachkräftemangel war viele Quereinsteiger.
Speaker: Ähm.
Speaker: Ohne Ausbildung oder nur mit einer rudimentären Ausbildung, mit einem Crashkurs beschäftigt, die werden natürlich zuerst aus dem...
Speaker: Portfolio verschwinden müssen.
Speaker: Dann wirst du irgendwann erleben, dass Assistenzkräfte...
Speaker: abgebaut werden und dass die Fachkräfte
Speaker: Also klassischerweise Erzieherinnen und Erzieher wahrscheinlich am längsten noch die Möglichkeit haben in ihren...
Speaker: an ihren gewünschten Arbeitsfeldern zu sein, an ihren gewünschten Arbeitsplätzen zu sein.
Speaker: Das führte neulich in einer Kita, mit der ich zusammengearbeitet habe, zu der Situation, dass also die Leitungen auf mich zukamen und sagten, wir haben hier...
Speaker: eine Assistenzkraft.
Speaker: die wir bei uns beschäftigen möchten.
Speaker: Und diese Assistenzkraft war...
Speaker: am vorherigen Arbeitsplatz.
Speaker: Eingesetzt
Speaker: Wie eine Fachkraft, also wie eine Erzieherin oder ein Erzieher.
Speaker: Die Assistenzkraft war Sozialassistent.
Speaker: Und war eingesetzt als Erzieher und die Kolleginnen fragten.
Speaker: Können wir das eigentlich eins zu eins wieder so machen?
Speaker: Die Person einfach einsetzen.
Speaker: wie eine ausgebildete pädagogische Fachkraft, wie eine Erzieherin, ein Erzieher.
Speaker: Und was hängt da alles dran? Das ist ja nicht so einfach möglich.
Speaker: Sondern...
Speaker: Da bedarf es...
Speaker: gesonderter Umstände.
Speaker: Also normalerweise wäre es so,
Speaker: Diese Assistenzkraft wäre schon mal anders eingruppiert.
Speaker: Menschen in Kitas werden ja nach einem Tarif oder angelehnt an einen Tarif bezahlt und eine Fachkraft ist anders.
Speaker: eingruppiert als Assistenzkraft. Diese Assistenzkraft war aber tatsächlich auch bezahlt.
Speaker: wie eine Fachkraft.
Speaker: Mhm.
Speaker: Und hatte deswegen auch so die Erfahrung gemacht, ich mache alles, was auch die anderen Fachkräfte.
Speaker: in der
Speaker: Einrichtung tun.
Speaker: Und auch die neue Kita hatte eigentlich das Ziel, dass diese Assistenzkraft
Speaker: auch viele Sachen machen kann. Und wir haben uns dann genau angeschaut, das war Hessen.
Speaker: Im Bundesland Hessen haben wir uns angeschaut, unter welchen Voraussetzungen kann das eigentlich so geschehen, dass diese Assistenzkraft eingesetzt wird. Wir haben erstmal überlegt.
Speaker: Kann denn...
Speaker: die Person überhaupt.
Speaker: Allein mit einer Kindergruppe sein, darf das sein.
Speaker: Und wir haben festgestellt, dass also
Speaker: In Hessen und es ist auch in den anderen Bundesländern so, dürfen diese...
Speaker: Assistenzkräfte allein mit einer Kindergruppe
Speaker: für eine Beschäftigung.
Speaker: In der Kita, in einem Raum der Kita.
Speaker: sein, ohne dass eine
Speaker: Fachkraft dabei sein muss.
Speaker: Also wenn die Kita -Leitung
Speaker: die Verantwortung auch an die Assistenzkraft überträgt,
Speaker: wie eine Fachkraft zu arbeiten.
Speaker: Dann darf die Assistenzkraft.
Speaker: Und wir haben uns diesem Vorgang...
Speaker: des Verantwortungsübertragens.
Speaker: Mal genau angucken, wie läuft das eigentlich? Ich glaube, das kann man sich nochmal gut aufdröseln, indem man sehr förmlich...
Speaker: Da an die Situation geht und dann haben wir sowas, das fängt zum Beispiel an mit einer...
Speaker: Stellenausschreibung. Wie mache ich eine Stellenausschreibung, um neues Personal zu gewinnen? Aber ich glaube, da hört es...
Speaker: noch nicht auf.
Speaker: Kommt noch. Ne, also erstmal die Ausschreibung, das wäre ja die Suche, dass du bekannt gibst, du suchst eine Person und da schreibst du, ich suche entweder eine Fachkraft.
Speaker: oder eine vergleichbare Qualifikation.
Speaker: Und wenn du Fachkraft oder vergleichbar suchst, vergleichbar wäre auch eine Assistenzkraft, dann würde sich aber der ITler nicht bei dir bewerben können.
Speaker: Wenn du dann die Stellenausschreibung durch hast und du stellst die Person ein.
Speaker: Dann braucht diese Person erstmal eine Stellenbeschreibung.
Speaker: Also du musst dieser Person sagen, was sie tun soll im Alltag.
Speaker: Also möglichst konkret, dass du der Person sagst, nicht nur...
Speaker: du unterstützt die pädagogische Arbeit in der Gruppe, sondern dass du der Person zum Beispiel sagst,
Speaker: Du, Sascha, begleitest als Assistenzkraft eigenständig Freispielsituationen im Gruppenraum.
Speaker: Oder im Bauraum, wenn ihr als offene Kita arbeitet.
Speaker: Du führst das geplante Angebot für Kleingruppen bis sechs Kinder durch.
Speaker: Immer auf Grundlage dessen, was du mit der Gruppenleitung oder mit der Fachkraft, die für dich zuständig ist, abgestimmt hast.
Speaker: Das wäre so eine...
Speaker: Also eine...
Speaker: Eine genaue Beschreibung dessen, was von dir erwartet wird.
Speaker: Ja, die generelle Anforderung, nachdem ich eingestellt bin, also ich kann nicht eins zu eins die Stellenausschreibung übernehmen. Das war sozusagen nur die Werbung. Ich formuliere das.
Speaker: Dann...
Speaker: Dann habe ich die Stellenbeschreibung.
Speaker: Dann gibt es ja aber noch die...
Speaker: Dienstanweisung, was macht die? Genau, die Stellenbeschreibung sagt dir, was du tust und die Dienstanweisung sagt dir, wo genau...
Speaker: drauf du peinlich achten musst.
Speaker: Also die Dienstanweisung sagt zum Beispiel so etwas wie...
Speaker: Räumungspläne im Brandfall. Die Dienstanweisung sagt etwas wie
Speaker: Im Kindesschutzverfahren, im Verdachtsfall 8a, also wenn du das Gefühl hast, dem Kind wird irgendwo Schaden zugefügt, hast du nicht zu verhalten.
Speaker: Die Dienstanweisung sagt dir, wie du vorzugehen hast in Notfällen oder bei Personalausfällen.
Speaker: Also immer dann...
Speaker: Denn...
Speaker: Es wichtig ist, dass du oder auch alle anderen, also alle brauchen diese Dienstanweisung, nicht nur du als Assistenzkraft, was ihr zu tun habt in Notfällen oder in besonderen Gefahrensituationen.
Speaker: Die Dienstanweisung sagt mir natürlich auch, dass ich normalerweise mein privates Handy in der Arbeitszeit nicht nutzen darf.
Speaker: Genau, auch ein wichtiger Aspekt. Also Dienstanweisungen regeln auch häufig so verbindliche Verbote.
Speaker: Antisys.
Speaker: Telefonnutzung. Manchmal habe ich auch schon Arbeitskleidung oder Kleidungsordnungen in dieser Weise gesehen. Das wird da geregelt. Also da, wo nicht diskutiert wird.
Speaker: Das dient es mir also.
Speaker: Und...
Speaker: Was du auch brauchst als ...
Speaker: Als Assistenzkraft, oder eigentlich brauchen es auch alle, auch die Fachkräfte, es braucht auch eine sogenannte Gefährdungsbeurteilung für die Kita.
Speaker: Also.
Speaker: Du musst dir als Leitungskraft darüber klar werden, wo in der Kita denn...
Speaker: Potenzielle Gefährdungen.
Speaker: für alle kleinen und großen Menschen, die sich im Gebäude aufhalten, liegen.
Speaker: Genau, also das ist nichts mehr Persönliches, keine Gefährdungsbeurteilung.
Speaker: Für mich als neuen Mitarbeiter, sondern es ist eine Gefährdungsbeurteilung.
Speaker: für die Kita als
Speaker: Organismus?
Speaker: Und...
Speaker: daraus
Speaker: kann ich dann auch wieder eben Verhaltensweisen ableiten.
Speaker: Also die Gefährdungsbeurteilung guckt sich bestimmte...
Speaker: technische Aspekte an, also zum Beispiel gibt es irgendwo Stolperstellen, gibt es irgendwo
Speaker: Sind die Putzmittel weggesperrt? Genau, sind die Putzmittel weggesperrt, sind Feuerlöcher da, all sowas. Das sind so technisch -organisatorische Anweisungen.
Speaker: Gefährdungsbeurteilungen gucken, aber auch darauf gibt es möglicherweise bestimmte Räume, wo Kinder
Speaker: unbeaufsichtigt
Speaker: Gefahren ausgesetzt werden könnten, die Putzmittel zum Beispiel, oder wo Kinder...
Speaker: in einem Raum sich unbeobachtet zurückziehen könnten und dann durchs Fenster abhauen könnten. Auch das könnte eine Gefährdungsbeurteilung sein.
Speaker: Es muss klar sein, wo im Haus...
Speaker: Gefährdungen
Speaker: sein könnten und welche Maßnahmen ergriffen werden, damit diese Gefährdungen nicht auftreten.
Speaker: Gitterstäbe zum Beispiel. Vor jedes Fenster.
Speaker: Ja, vielleicht ist es nicht so. Aber du könntest zum Beispiel, hättest du so einen Raum, wo Kinder sich zurückziehen und durchs Fenster abhauen können, hast du ja zwei Möglichkeiten.
Speaker: Eigentlich brauchst du erstmal den Schritt, du erkennst es als Gefährdung und dann hast du die Möglichkeit, entweder den Raum abzusperren, dass keiner reinkommt.
Speaker: Oder du kannst Gitterstäbe davor machen oder du kannst...
Speaker: abschließbare Fenstergriffe montieren lassen. Also du hast ja mehrere Möglichkeiten und diese Möglichkeiten wählst du aus entsprechend deinen pädagogischen
Speaker: Wenn du eine offene Kita...
Speaker: Du hast und du möchtest, dass die Kinder hier allein zurückgezogen spielen können.
Speaker: Würdest du nicht hergehen und die Tür abschließen, sondern du würdest aufpassen, dass die Kinder nicht...
Speaker: abhauen können.
Speaker: Hättest du jetzt wiederum das Problem, dass der Raum...
Speaker: durch das Fenster den einzigen Fluchtweg darstellt, kannst du natürlich das Fenster auch nicht abschließen. Da musst du so einen Alarm...
Speaker: Griff dran machen, der lospiept, wenn einer das Fenster aufmacht. Oder...
Speaker: Die Kinder können eben nicht allein da spielen. Also du hast eine ganze Klaviatur drauf zu reagieren, aber du musst es erstmal als...
Speaker: Erkennen.
Speaker: Ich habe mal eine Situation in einer...
Speaker: Kita.
Speaker: Da gab es zwei Ausbrecherkönige, also zwei Kinder, relativ junge Kinder noch.
Speaker: vier Jahre alt, die sind über den Zaun der Kita.
Speaker: und sind in der Innenstadt spazieren gegangen.
Speaker: Und...
Speaker: Die Kita war baulich auf Stand, die war neu, die war saniert.
Speaker: Der Zaun war ausreichend hoch, alles nach Vorschrift sogar.
Speaker: Höher als Vorschriften, trotzdem haben die beiden es geschafft.
Speaker: dem sie sich Spielmaterialien angeschafft haben, über den Zaun drüber zu klettern und abzumachen.
Speaker: Die beiden...
Speaker: hatten sich verabredet, es war ein Junge und ein Mädchen.
Speaker: Der Junge wollte dem Mädchen sein Zimmer zeigen und sie sind zu ihm nach Hause gegangen.
Speaker: Also das war schlimm in der Situation natürlich und es ist ihnen Gott sei Dank nichts passiert, sie haben sich auch total richtig verhalten, an allen Ampeln haben sie angehalten, haben sie ganz stolz erzählt.
Speaker: Aber was für die Kita als Betrieb ein Problem war, es hat keiner gemerkt, dass die beiden weg waren. Und die Mutter des einen Kindes hat die quasi in der Stadt aufgesammelt, weil sie sie vom Bürofenster aus gesehen hatten, hat die in die Kita gebracht.
Speaker: Und als die Mutter mit den beiden vor der Tür stand,
Speaker: Da war das Team gerade so am Anfang zu suchen. Also die waren noch nicht in hellem Alarm.
Speaker: Die fingen an, nach den Kindern zu gucken, weil ein großes Haus, über 100 Kinder, offener Betrieb.
Speaker: Du machst ja nicht sofort, wenn du nicht alle im Scanblick hast, machst du ja nicht sofort Sorgen, da guckst du mal auf dem Klo.
Speaker: Schaust mal im Nebenraum, guckst mal in der Ecke nach.
Speaker: Und dann kam die Mutter mit den beiden und da ist uns klar geworden,
Speaker: Eigentlich hat diese Kita ein großes Problem nicht so sehr, dass der Zaun zu niedrig ist, sondern dass die Kita...
Speaker: Nicht weiss?
Speaker: wo du anfängst zu suchen, wenn du das Gefühl hast, du hast nicht den Überblick.
Speaker: Wir brauchten für die Kita, also nachdem der Fall an sich natürlich bearbeitet wurde, nachdem wir mit Jugendamt und Eltern gesprochen hatten, mussten wir erstmal so eine Art Lesson learn für uns.
Speaker: im Betrieb der Kita aufmachen und haben gemerkt,
Speaker: Wir haben keine Gefährdung darin, dass die Kinder bei uns abkommen.
Speaker: Das liegt nicht...
Speaker: sondern wir haben die Gefährdung mehr darin, dass wir nicht immer...
Speaker: den ganzen Überblick über die Kinder haben. Das geht konzeptionell nicht, also müssen wir anfangen.
Speaker: um zu überlegen, wenn wir ein Kind...
Speaker: Vermissen
Speaker: Dann fangen wir an zu suchen.
Speaker: Und wo suchen wir zuerst und gibt es Räume, die wir...
Speaker: immer abgeschlossen lassen können, um die als
Speaker: Such.
Speaker: Quelle auszuschließen.
Speaker: Also das sollen Gefährdungsbeurteilungen erreichen.
Speaker: dass du
Speaker: Versuchst, Gefahren von vornherein zu minimieren.
Speaker: Und das gehört natürlich auch in die Frage, wenn du Assistenzkräfte, vielleicht auch ungelernte Kräfte mit beschäftigst.
Speaker: Wo kannst du als Kita -Leitung...
Speaker: Gefährdungen
Speaker: Ausschließend denn.
Speaker: Die letztliche Verantwortung trägst du.
Speaker: Als Führungskraft
Speaker: und
Speaker: zusammen mit deinem Träger.
Speaker: Vielleicht ganz zum Schluss. Wir haben jetzt nur von Kita A und Kita B.
Speaker: die quasi in unmittelbarer Nähe sind und wo das Personal hin und her wandern kann.
Speaker: Aber wenn man das Ganze jetzt mal größer denkt.
Speaker: Dann gibt es ja möglicherweise ganze Regionen.
Speaker: Untertitelung. BR 2018
Speaker: Woh!
Speaker: zu wenig Kinder jetzt da sind und deswegen Personal.
Speaker: mittelfristig abgebaut werden muss werden.
Speaker: anderen Regionen immer noch der Personalmangel herrschen.
Speaker: Was schätzt du aus deiner Erfahrung ein?
Speaker: Wie?
Speaker: die Wanderbereitschaft von Kita.
Speaker: Personal ist, was möglicherweise seinen Job verliert und da haben wir ja auch wieder, du hast es selber gesagt.
Speaker: zuerst
Speaker: Wahrscheinlich die Jungen, die noch nicht lange dabei sind. Sind die noch flexibel oder sind die schon sehr auf die eigene Region fixiert?
Speaker: Also man kann es ja natürlich auf die individuelle Person jetzt nicht betrachten, aber wenn ich das mal so als Pauschalurteil...
Speaker: raushauen würde, würde ich sagen, die Jungen
Speaker: Ähm...
Speaker: Noch nicht familiär gebundenen Menschen, die kriegst du wahrscheinlich am ehesten noch dazu von Regionen, wo die Struktur erodiert hin irgendwie.
Speaker: zu uns nach Rheinland -Pfalz, wo noch Fachkräftemangel herrscht. Den kannst du eher noch anlocken. Das wird eher möglich sein als jemand, der auch noch familiär gebunden ist.
Speaker: weil der Arbeitsplatz des Ehepartners oder die Schule der Kinder noch
Speaker: an meinem ehemaligen Arbeitsplatz verortet ist.
Speaker: Wichtig ist auch die Frage, glaube ich, wie kann ich denn diese möglichen jungen, mobilen...
Speaker: Arbeitskräfte zu mir locken, was kann ich denen denn anbieten? Also haben die einfach bei mir dann auch die Möglichkeit, einen festen Arbeitsplatz zu kriegen oder müssen die Sorge haben?
Speaker: dass bei mir irgendwann in zwei Jahren dieses selbe Schicksal ereilt.
Speaker: Und dann...
Speaker: obwohl sie von Sachsen -Anhalt vielleicht nach Hessen gezogen sind, dass sie dann in Hessen arbeitslos dastehen. Das muss man natürlich ausschließen.
Speaker: sollte sich auch überlegen, wie...
Speaker: Können da Träger vielleicht sich auch zusammentun?
Speaker: um Arbeits...
Speaker: Plätze zu flexibilisieren oder
Speaker: Pools aufzubauen
Speaker: Und?
Speaker: Und da schliessen wir jetzt quasi...
Speaker: den Kreis mit dem, wo wir begonnen haben.
Speaker: Wenn ich es schaffe,
Speaker: Die Bewerber
Speaker: von meiner Kita zu überzeugen, weil ich ihn...
Speaker: gut darlegen kann.
Speaker: dass mein Konzept hervorragend ist und ein
Speaker: Meine Kita.
Speaker: einen guten Arbeitsplatz bietet.
Speaker: Dann...
Speaker: habe ich wiederum meine Chancen erhöht.
Speaker: Und wenn ich deutlich machen kann, ich tue...
Speaker: Viel dafür, damit bei mir die Belegung stabil ist.
Speaker: Und dein Arbeitsplatz damit sicher ist und du hast vielleicht noch einige Benefits, die du bei mir als Arbeitgeber bekommen kannst.
Speaker: Dann ist die Wahrscheinlichkeit, dass ich davon profitieren kann als Arbeitgeber.
Speaker: dass woanders Arbeitsplätze abgebaut werden, natürlich höher.
Speaker: Genau, einmal in der Woche darfst du selbst ins Belle Part.
Speaker: Genau, aber vorher Schuhe ausziehen.
Speaker: Hervor.
Speaker: Danke dir!
Speaker: Gern gescheit.
Speaker: Spannendes Thema, bin mal gespannt, wie das weitergeht.






