Transcript
Speaker: Freigestellt.
Speaker: Der Podcast
Speaker: für Kita -Leitungen.
Speaker: kompakt
Speaker: alltagsnah
Speaker: und mit Themen, die manchmal mehr auslösen,
Speaker: als man so denkt.
Speaker: Herzlich willkommen zu...
Speaker: Einer neuen Folge von Freigestellt.
Speaker: Ich bin Sascha Müller -Jänsch, Journalist.
Speaker: und Inhaber der
Speaker: Kita -Software, clivver-kita. Salut, ich bin Paul Hofmann -Driesch.
Speaker: Ich bin Fortbildner, Berater und Coach für Kitas und ich bin Teil...
Speaker: des stolzen Podcast -Teams freigestellt, der Leitungs -Podcast. Schön, dass ihr wieder zuhört. Jawohl, ich komme gerade aus dem Urlaub zurück noch.
Speaker: Ganz entspannt. Ich war eine Woche in England.
Speaker: Und unter anderem in...
Speaker: In Somerset.
Speaker: Und in Somerset ist der Cider.
Speaker: Ganz weltberühmt. Wir sitzen hier gerade in Frankfurt und ich darf das jetzt definitiv nicht laut sagen, dass ich Appleboy wirklich...
Speaker: furchtbar finde ich. Aber Seider findest du gut?
Speaker: Vielen Dank.
Speaker: Und...
Speaker: Ich dachte mir, ich bin ja in England, ich bin neu jetzt durch...
Speaker: Durch einen Freund haben wir eine Führung bekommen zu so einer richtigen Cider -Manufaktur. Also nicht so dieses Industrielle.
Speaker: Sei da!
Speaker: oder Cidre -Apple -Wall - Hergestelle von gemacht mit Apfelsaft -Konzentrat und und und, sondern
Speaker: Die nehmen wirklich Äpfel.
Speaker: Vielen Dank.
Speaker: Pressen die, lassen die vergehren.
Speaker: und machen noch viel mehr daraus.
Speaker: war
Speaker: Super spannend.
Speaker: Toll!
Speaker: toll mitzuerleben. Die machen dann auch...
Speaker: Das, was man nur in der Normandie Calvados nennen darf, nämlich quasi ein Schnaps aus Äpfeln.
Speaker: Und der ist auch...
Speaker: Wirklich.
Speaker: Sehr, sehr lecker.
Speaker: Was mich...
Speaker: Wie heißt es in England?
Speaker: Die sagen dann einfach Cider Brandy. Cider Brandy, okay. Genau.
Speaker: Genau, wie ja Cognac nur aus dem französischen Gebiet des Cognac kommen darf und alles andere nennt sich eben ...
Speaker: Dann Brandy. Und genauso...
Speaker: Ist das eben...
Speaker: Analog.
Speaker: Und was ich...
Speaker: absolut nicht wusste, es gibt eine Analogie zum...
Speaker: deutschen Eiswein.
Speaker: Also...
Speaker: Es gibt Eis?
Speaker: Das heißt, die Äpfel werden gefroren.
Speaker: Ich glaube nicht, dass die so lange hängen, bis die den ersten Frost bekommen. Also nicht ganz so wie bei den Weintrauben.
Speaker: Ich glaube, sie werden dann einfach bewusst gefroren.
Speaker: Vielen Dank.
Speaker: und dann weiterverarbeitet.
Speaker: Und das habe ich probiert und das war auch...
Speaker: Extrem lecker und ein spannendes Digestiv.
Speaker: Getränk, super. Ice Cider.
Speaker: I say that, I say that, Brandy. Habe ich wieder was gelernt? Vielen Dank.
Speaker: Vielen Dank.
Speaker: Du bist auch gerne in England, ne? Ich bin auch gerne, ja. Und das wollte ich gerade erzählen. Was mir so einfällt, ist, wir waren ja diesen Sommer auch in England. Das habe ich ja in einer vorherigen Folge erzählt mit der Familie. Und was mir da jetzt aber auch nochmal so einfällt, ist, also meine Frau und ich, wir sprechen beide unser Schulenglisch. Also das haben wir gelernt. Das ist auch nicht mehr als in der Schule. Aber ich bin häufiger in England gewesen oder in englischsprachigen Ländern, auch in Schottland und Irland und habe es eigentlich immer alltäglicher gesprochen als meine Frau. Meine Frau ist die Person von uns.
Speaker: Die...
Speaker: von meinen Kindern gefragt wird, wenn es darum geht, grammatikalische Regeln in Englisch umzusetzen, zu verstehen und einen Unterschied zwischen past perfect und past present und past...
Speaker: Also schieß mich tot. Was ich überhaupt nicht kann. Aber ich bin der von uns, der es im Alltag sprechen kann. Und das fand ich ganz lustig. Das hat man in England auch so. Meine Frau ist die, die die ganzen englischen Grammatikregeln beherrscht. Sehr viele Vokabeln kann. Und sie ist aber auch die, die dann in England beim Ausflug mit der Familie bestellt hat. Can I become a ice cream?
Speaker: Und ich habe gemerkt, sie kann es ...
Speaker: Sie versteht Englisch und ich kann Englisch sprechen. Ich kann es rauskriegen. Sie hat aber trotzdem Eis bekommen. Ja, sie hat auch eins bekommen.
Speaker: Chocolate Mint.
Speaker: Muss man natürlich in England essen. Chocolate Milk. Gefrorenes After -Eight. Ja, so. Englische Esskultur, die ja eh ziemlich verschrien ist, wollte ich gar nicht reden, sondern mir fiel eher dabei so ein, wie lernt man eigentlich eine Sprache? Und man lernt die Sprache ja ...
Speaker: Als Kind nicht, indem man sie mit einem...
Speaker: im Unterricht lernt oder mit einem Buch lernt, sondern man lernt sie immersiv, nennt man das. Man lernt eine Sprache, indem man die Sprache spricht.
Speaker: Und das ist mir da auch nochmal klar geworden, so im Vergleich zu meiner Frau, die die Sprache eigentlich...
Speaker: nach schulischen Maßstäben viel besser beherrscht als ich, kann ich mich besser verständigen mit Menschen, die Englisch sprechen. Und so ist es auch bei Kindern. Kinder lernen etwas, indem sie es tun, nicht indem man es ihnen beibringt.
Speaker: Und das...
Speaker: ist so ein
Speaker: Ein Grundsatz, den wir...
Speaker: Als Bildungs...
Speaker: für Kita -Bildungsthemen eigentlich immer beherrschen sollten.
Speaker: Bildung in der Kita hat nichts damit zu tun, ob ein Kind einem bestimmten Inhalt...
Speaker: oder in schulischer Art und Weise gelernt hat, sondern Kinder...
Speaker: müssen die Dinge tun, damit sie sie lernen. Und wenn ich möchte, dass Kinder sich in der Welt zurechtfinden,
Speaker: dann müssen Sie...
Speaker: bestimmte alters - und entwicklungsgerechte Herausforderungen in der echten Welt haben.
Speaker: Und die echte Welt ist in dem Fall...
Speaker: eben auch der
Speaker: Kita -Alltag. Genau.
Speaker: Jetzt ist ja der Hikite -Alltag total vielfältig.
Speaker: Wir haben die unterschiedlichsten Menschen dort, die unterschiedlichsten kleinen und großen Menschen dort, Kinder, die...
Speaker: mit besonderen Herausforderungen oder besonderen Anforderungen in die Kita kommen.
Speaker: Und was ich immer wieder erlebe, ist, dass viele Kitas ...
Speaker: sie viel Mühe damit geben,
Speaker: dieser Heterogenität, dieser Vielfalt der Kinder gerecht zu werden.
Speaker: Und damit eigentlich auch...
Speaker: dem großen Auftrag der Inklusion in Kindertagesstätten.
Speaker: gerecht werden können. Und wir beide hatten uns ja mal vorgenommen, wir wollten immer schon mal was zum Thema Inklusion machen. Und ich erinnere mich noch, als ich zu dir sagte, Sascha, lass uns mal eine Folge, Podcast -Folge Inklusion machen, sagst du, oh Paul, das ist ein Thema.
Speaker: Da müssen wir eigentlich mehrere zu machen.
Speaker: Genau, was wir definitiv auch machen werden.
Speaker: Und?
Speaker: Mmh.
Speaker: Ich habe also durchaus auch eine Historie mit Inklusion.
Speaker: weil ich unter anderem mal ein
Speaker: einen Förderverein geleitet habe an einer inklusiven Grundschule. Ich habe aber auch beruflich damit zu tun gehabt.
Speaker: Da möchte ich...
Speaker: eigentlich einsteigen, weil eigentlich der Begriff
Speaker: schon
Speaker: nicht furchtbar ist, aber furchtbar abschreckend ist, weil die meisten Menschen sich nichts darunter...
Speaker: vorstellen.
Speaker: Vielen Dank.
Speaker: Und ich habe mal...
Speaker: von der Montagstiftung. Liebe Grüße gehen raus.
Speaker: einen Auftrag bekommen.
Speaker: einen Film zu machen, einen Erklärfilm, was ist eigentlich Inklusion?
Speaker: Und dann habe ich mich natürlich mit denen zusammengesetzt, um das Briefing zu bekommen. Und die haben mir das schön alles erklärt.
Speaker: Mit der UN und verbindlichen Regeln, die wir Deutschen eingegangen sind und, und, und.
Speaker: Vielen Dank.
Speaker: Und ich saß dann in meinem bestimmten Kämmerlein und habe überlegt,
Speaker: Wie übersetze ich das Ganze denn und wie mache ich das eigentlich zugänglich allen anderen?
Speaker: Und dann ist mir klar geworden,
Speaker: Der Begriff Inklusion gehört eigentlich...
Speaker: Verdammt weit nach hinten.
Speaker: Und ich habe damit angefangen zu sagen.
Speaker: Vielen Dank.
Speaker: In diesem Erklärfilm, den ich dann gemacht habe, kann man im Übrigen auch immer noch auf YouTube angucken.
Speaker: Ähm...
Speaker: Was ist eine Barriere?
Speaker: Vielen Dank.
Speaker: Gut.
Speaker: Viele Barrieren sind sinnvoll, wie zum Beispiel eine Schranke, die Menschen davon abhält, auf die Zuggleise zu rennen, wenn gleich ein Zug kommt.
Speaker: Oder ein Geländer am Zoo, was die Kinder davon abhält, in den Tigerbereich zu springen. Obwohl das ja eigentlich super spannend wäre. Das sind alles Barrieren, die kennen wir und die sind gut. Und dann gibt es aber jede Menge Barrieren.
Speaker: Über die...
Speaker: werden wir uns gar nicht so richtig klar, weil wir sie selber gar nicht mehr wahrnehmen. Also wir erreichen jeden Aufzugsknopf. Aber wenn der Aufzugsknopf weit oben ist, dann kommt ein vier-, fünfjähriger Steppke.
Speaker: Da nicht mehr dran.
Speaker: Vielen Dank.
Speaker: Und wenn wir...
Speaker: einen Bordstein sehen.
Speaker: dann...
Speaker: Die meisten, die von uns Fußgänger sind, schreiten dann einfach darüber.
Speaker: Derjenige, der mit dem Rollstuhl kommt.
Speaker: Der hat da eine Barriere.
Speaker: Und genauso wie es diese Barrieren gibt, gibt's...
Speaker: Bei jenem Kopf.
Speaker: Und dieser Begriff der Barriere ist...
Speaker: total wichtig, um Inklusion zu verstehen.
Speaker: Mmh.
Speaker: Ich möchte noch zwei andere Begriffe so verwenden, weil ich gebe dir völlig recht.
Speaker: Inklusion ist ein Konzept.
Speaker: Haltung ist eine Idee.
Speaker: die sehr schwierig aufgeladen ist, weil es so ein Containerbegriff ist.
Speaker: Viele verstehen ganz unterschiedliche Dinge unter diesem Begriff Inklusion und ich finde es immer hilfreich, am Anfang erstmal zu klären, was versteht man eigentlich darunter.
Speaker: Und wenn ich mit Kitas zum Thema Inklusion arbeite,
Speaker: dann gehe ich immer erst mal davon aus,
Speaker: Zu.
Speaker: zu erläutern, zu erklären, es gibt...
Speaker: in der
Speaker: Geschichte des Begriffs Inklusion in Deutschland eigentlich zwei
Speaker: Versionen von Inklusion. Es gibt einen sogenannten engen Inklusionsbegriff und es gibt einen erweiterten Inklusionsbegriff.
Speaker: Der enge Inklusionsbegriff, das ist eigentlich der ursprüngliche und das ist...
Speaker: der Begriff, der auf Menschen mit Behinderung abhängt.
Speaker: abzielt.
Speaker: von verlassenen Menschen.
Speaker: Also eigentlich ist das ein Konzept, was viel aus England, aus dem englischsprachigen Raum kommt, aus den USA, dann über die Niederlande auch in Deutschland wichtiger wurde.
Speaker: Man hat immer wieder...
Speaker: Die Präsenz zu sagen, also eigentlich geht es...
Speaker: in der Inklusion um Menschen mit Behinderung.
Speaker: Vielen Dank.
Speaker: Irgendwann haben sich Pädagogen diesen Begriff zu eigen gemacht und haben gesagt, auch nachdem die UNESCO das für Bildung aufgegriffen hat, das ist ja auch ein pädagogischer...
Speaker: Aspekt Bildung.
Speaker: hat also die UNESCO gesagt, es gibt einen erweiterten...
Speaker: Dieser Inklusionsbegriff und dieser erweiterte Inklusionsbegriff bezieht sich auf alle möglichen Unterscheidungsmerkmale, auf Heterogenitätsmerkmale. Da ist dann auf einmal Religion mit drin, da ist Körperlichkeit mit drin, da ist Sprache mit drin, da ist Alter mit drin, Gesundheit mit drin.
Speaker: Also der ursprüngliche enge Inklusionsbegriff bezog sich auf Menschen mit Behinderung und der erweiterte bezieht sich auf Vielfalt.
Speaker: Für die Kita ist auch dieser erweiterte Inklusionsbegriff der richtige. Inklusion als eine Pädagogik der Vielfalt.
Speaker: Es gibt aber auch Menschen,
Speaker: Soziologen vielfach, die sagen, und das sind dann Fachleute für Inklusion, die sagen,
Speaker: Eigentlich...
Speaker: ist es aber nicht richtig, diesen erweiterten Inklusionsbegriff zu verwenden, weil Menschen mit Behinderung
Speaker: mehr Schutz und mehr Support im Leben oftmals benötigen.
Speaker: Ähm.
Speaker: Und wenn wir diesen erweiterten Inklusionsbegriff
Speaker: verwenden, nehmen wir schon wieder diesen extra Support von dem Menschen mit Behinderung weg. Aber das ist mehr so eine ...
Speaker: Spezialistendiskussion für Kitas.
Speaker: Gehen wir von diesem erweiterten...
Speaker: Inklusionsbegriff von der Pädagogik der Vielfalt aus.
Speaker: Und ich...
Speaker: spreche, wenn ich über Inklusion in der Kita spreche.
Speaker: Aua.
Speaker: Weniger gern über den Begriff Inklusion, ich verwende lieber die Begriffe eine inklusive Kita oder eine inklusive Pädagogik oder ein inklusiver Alltag, weil da drin die Idee steckt.
Speaker: das jeweilige
Speaker: Das jeweilige Objekt, was ich bearbeiten will konzeptionell, also die Pädagogik, die Kita, den Alltag.
Speaker: inklusiv zu machen, inklusiv zu denken, also zugänglich für alle.
Speaker: zu machen.
Speaker: Und das ist eigentlich so...
Speaker: Die Idee...
Speaker: die dann auch zu der Barriere passt, sich zu überlegen.
Speaker: Wo ist eigentlich eine Barriere, die irgendjemanden daran hindert?
Speaker: bei dem, was er jetzt tun möchte, mitzumachen.
Speaker: Und damit ich inklusive Alltage, inklusive Pädagogik hinbekommen kann, muss ich mich mit den Barrieren auseinandersetzen, ich muss mir die bewusst machen.
Speaker: Aber...
Speaker: damit ich sie nachher dann...
Speaker: möglichst beiseite räumen kann.
Speaker: Um jetzt...
Speaker: Noch.
Speaker: Einen letzten Aspekt.
Speaker: der nerdigen
Speaker: Diskussion um die Definition.
Speaker: hinzuzufügen, nur ganz kurz.
Speaker: Man könnte ja denken, Integration und Inklusion ist dasselbe, aber das ist...
Speaker: Nicht so, und das kann man relativ einfach...
Speaker: erklären, wenn ich jemanden integriere.
Speaker: dann hole ich ihn
Speaker: zu mir rein.
Speaker: Vielen Dank.
Speaker: Wenn ich...
Speaker: aber inklusiv denke, dann sind die Voraussetzungen bereits so geschaffen,
Speaker: dass alle
Speaker: dazu gehören.
Speaker: Ja.
Speaker: Yes.
Speaker: integriert und von außen
Speaker: reingeholt werden müssen.
Speaker: Da stimme ich dir zu und das wäre das Ziel.
Speaker: Vielen Dank.
Speaker: Und...
Speaker: Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es auf dem Weg zum Ziel
Speaker: Also quasi die Barrieren wegzuräumen, aber ganz viele Zwischenschritte geben muss. Und manchmal muss man das eine tun, ohne das andere zu lassen.
Speaker: Also wenn ich über Barrieren rede, dann versuche ich immer meinen Teilnehmenden in Veranstaltungen das an einem Beispiel deutlich zu machen. Also ich erzähle immer davon, auch wenn wir jetzt schon wieder beim Urlaub sind, auch wenn ich dieses Jahr in England im Urlaub war, ich bin total gerne in Frankreich im Urlaub.
Speaker: Ja, ich liebe es, mit meiner Familie in unserem Wohnwagen der Normandie am Strand zu sitzen und französisches Leben zu genießen. Ein Glas Wein zu trinken, Austern zu essen, was ganz viele Menschen eklig finden. Ich finde es toll und ich wäre gerne mehr in Frankreich. Jetzt ist es allerdings so, wenn ich mir überlege, ich möchte in Frankreich leben, dann habe ich ganz persönlich als Paul eine große Barriere. Ich spreche nämlich leider kein Wort Französisch.
Speaker: Also außer den jugendlichen Zoten, die man so lernt, spreche ich kein Französisch. Und das ist dann eben eine Barriere in meinem Alltag in Frankreich.
Speaker: Jetzt könnte man sagen, Integration wäre, Paul macht einen Sprachkurs.
Speaker: damit Paul über die Barriere der Sprache hinweg kann.
Speaker: Französisch lernt und dann im Alltag der Franzosen...
Speaker: fleißig mitmachen kann. Das wäre typisch Integration. Ich muss mich ermächtigen, um über die Barriere hinwegzukommen. Inklusion, auch völlig richtig, würde diese Sprachbarriere wegräumen, indem auf einmal entweder alle Franzosen Englisch sprechen oder Deutsch sprechen oder wir zusammen Latein lernen, aber das ist natürlich völlig...
Speaker: Illusorisch, das geht nicht.
Speaker: Das heißt also...
Speaker: Die Inklusion oder die inklusive Denkweise hilft mir über die Barriere hinweg.
Speaker: Indem ich trotzdem einen Sprachkurs bekommen kann, aber die Barriere wird nicht so wichtig.
Speaker: Ich kann bei bestimmten Dingen im Alltag schon mitmachen. Also ich könnte mich zum Beispiel im Alltag in Frankreich orientieren, wenn alles mit Piktogrammen...
Speaker: ausgestattet wäre oder wenn ich
Speaker: Ähm.
Speaker: zum Beispiel Anträge, die ich brauche, um dort zu leben, in zwei oder drei verschiedenen Sprachen finden würde.
Speaker: Also Barrieren...
Speaker: Abzubauen oder Barrieren gar nicht erst zu haben, ist das Ziel.
Speaker: Aber man muss Zwischenschritte definieren und das finde ich ist für viele Kitas ein wichtiger Punkt, sich klar zu machen, wo kann ich denn konkret schon die Barrieren nicht mehr ganz so groß machen.
Speaker: Also, kann man ja vielleicht auch nochmal...
Speaker: an einem baulichen Thema in der Kita festmachen. Wenn ich eine Kita neu baue,
Speaker: dann kann ich...
Speaker: Ein Plan zum Beispiel, dass alles direkt ebenerdig ist, damit es Rollstuhl ist.
Speaker: Begeber ist.
Speaker: Wenn ich einen Altbau habe, wo das einfach...
Speaker: nicht möglich ist.
Speaker: Dann...
Speaker: Kann ich mir jetzt...
Speaker: Also,
Speaker: von meinem Träger natürlich einen Neubau wünschen.
Speaker: Aber der Wunsch wird nicht in Erfüllung gehen. Also muss ich mir überlegen, was kann ich auf dem Weg ...
Speaker: dahin
Speaker: tun, was kann ich eventuell
Speaker: machen und
Speaker: Möglicherweise geht es eben noch nicht, dass wir schnell als Kita dann...
Speaker: rollstuhlgerecht wäre.
Speaker: Vielleicht auch, weil die Türen in dem Altbau alle zu...
Speaker: schmal sind oder teilweise zu schmal sind und, und, und.
Speaker: Und das soll natürlich...
Speaker: Das ist dann auch wieder eine Barriere auf dem Weg zur Inklusion, aber das soll natürlich die Leute...
Speaker: die dort arbeiten, gar nicht unbedingt abhalten oder hemmen, zu sagen, na ja, aber das haben wir jetzt als Defizit.
Speaker: und das können wir auch nicht so schnell lösen.
Speaker: Aber trotzdem wollen wir in anderen Bereichen voranschreiten. Und trotzdem fordern wir auch immer noch die Verbesserung der baulichen Situation. Wir machen erst mal zwischendurch...
Speaker: Ich sage es mir hier hoffentlich keine Kinder zu, wir machen zwischendurch mal aus scheiße Gold, aber wir bleiben trotzdem beharrlich, wir wollen, dass diese Baulig -Situation verbessert wird.
Speaker: Aber nicht warten.
Speaker: bis die Baulichtsituation gut ist und dann loslegen.
Speaker: Und oftmals sind es auch...
Speaker: Das, was in Kitas inklusive Prozesse...
Speaker: behindert, nicht so sehr bauliche oder organisatorische Themen, es sind die
Speaker: Die menschlichen oder die Beziehungsthemen, also nehme ich überhaupt wahr, welche Bedarfe andere Personen haben.
Speaker: Also nehme ich wahr, welche Bedarfe Familien haben oder welche Bedarfe Kinder haben.
Speaker: Tschüss.
Speaker: Und...
Speaker: Da wird nochmal so deutlich, dass
Speaker: viele Fachkräfte in Kitas Gatekeeper sind. Also die haben oftmals die Ressourcen, die Kinder brauchen, damit sie am Alltag teilnehmen können.
Speaker: Und mit diesen Ressourcen meine ich Zeit, meine ich Zuwendung, meine ich Rückmeldung.
Speaker: Und dass ich mir als Fachkraft Gedanken darüber machen muss, wie mache ich eigentlich einem einzelnen Kind, das vielleicht auch meine Sprache nicht spricht.
Speaker: deutlich, was ich von ihnen erwarte im Alltag, was es tun muss, um am Alltagsgeschehen teilzunehmen.
Speaker: Vielen Dank.
Speaker: Oder welche Barrieren gibt es für manche Familien, dass die Kinder mitmachen können im Alltag?
Speaker: Wenn die Kita einen regelmäßigen Wahltag hat und alle Kinder können sich für diesen Wahltag zum Beispiel anmelden, können mitmachen und sie können aber nur mitmachen, wenn sie Gummistiefel haben.
Speaker: Und ich habe aber keinen Überblick darüber, ob überhaupt Familien...
Speaker: diese Gummistiefel beibringen können oder beibringen wollen oder überhaupt verstehen von mir, was ich von ihnen will, dann kann ich damit schon wieder Barrieren aufbauen, über die manche Familien nicht hinweg können.
Speaker: Und dann ist es manchmal schon eine inklusive Tat, wenn ich...
Speaker: eine Kiste mit Gummistiefeln bei mir in der Kita habe, wenn ich Wahltage regelmäßig veranstalte und den Kindern, die aus welchen Gründen auch immer keine Stiefel dabei haben, einfach welche von der Kita gebe.
Speaker: Ich würde noch gerne...
Speaker: Was ergänzen in der Pädagogik, ist man sich ja mittlerweile vollkommen einig.
Speaker: Just...
Speaker: jedes Kind
Speaker: ein Individuum.
Speaker: Bis zum nächsten Mal.
Speaker: Dem würde ja wirklich...
Speaker: Niemand mehr.
Speaker: widersprechen.
Speaker: Genau.
Speaker: Und sobald ich das eigentlich verinnerlicht habe,
Speaker: Dann kann ich auch nicht mehr sagen, naja, bei dem einen sind die Unterschiede zum anderen größer oder kleiner. Jedes Kind ist einfach so.
Speaker: wie es ist und das muss ich
Speaker: nehmen.
Speaker: So wie es ist.
Speaker: auch nur
Speaker: Von dieser Ausgangssituation...
Speaker: Kann ich das Kind...
Speaker: auf seiner Entwicklungsreise
Speaker: Und da...
Speaker: bin ich eigentlich schon...
Speaker: Bei der Inklusion und nicht mehr, ah, das eine Kind sitzt jetzt aber am Rollstuhl, deswegen muss ich was anderes machen.
Speaker: Das stimmt und deswegen vertrete ich auch die These, dass...
Speaker: Also wenn es einen Ort gibt, wo Inklusion gelingen kann, das eine Kita ist.
Speaker: Und das heißt nicht...
Speaker: dass ich da dünn drüber gehen will und sagen will, nur in den Kitas ist es einfacher, ihr macht das schon irgendwie. Also Kitas brauchen dafür schon besondere Ressourcen.
Speaker: Weil Kitas sich eben dann...
Speaker: auf jedes Kind individuell einstellen müssen.
Speaker: Also für jedes Kind sprach es eben von Entwicklung, jedes Kind entwickelt sich. Ich muss aber trotzdem einschätzen können als Fachmann oder als Fachfrau, wo ist denn der nächste mögliche Entwicklungsschritt für das individuelle Kind?
Speaker: Und dafür brauche ich besondere Ressourcen, ich brauche ein bisschen mehr Zeit.
Speaker: Ich brauche ein bisschen ein anderes Instrument vielleicht. Ich brauche eine Fortbildung mehr. Ich brauche einen anderen Raum, ein anderes Raumkonzept oder ein anderes Raumangebot. Das heißt nicht, dass Inklusion so larifarig geht.
Speaker: Ich glaube, dass Kitas von ihrer
Speaker: Grundausrichtung von ihrem sogenannten Blick aufs Kind oder
Speaker: vom Bild aufs Kind eigentlich die Orte sind, denen Inklusion leicht gefällt.
Speaker: kann.
Speaker: Und wenn Kitas dann noch...
Speaker: für sich auf dem Schirm haben, dass...
Speaker: Das Kind ja nicht als...
Speaker: als singuläre Erscheinung in der Kita ist, sondern auch noch eine Familie im Rucksack hat oder ein Sozialraum im Rucksack hat und das auch familienbesondere
Speaker: Ähm...
Speaker: haben oder besondere Bedarfe haben, die ich einzeln im Blick nehmen muss.
Speaker: Dann wird es ein inklusiver Prozess und dann wird die Kita wirklich zu einer inklusiven Einrichtung, wo jeder...
Speaker: möglichst wenig Barrieren findet, um am Alltag einer Kita teilzunehmen.
Speaker: Und...
Speaker: Das zieht sich so durch die letzten Folgen, die wir schon haben. Ich nehme immer viel diesen Alltag der Kita in den Blick. Es geht nicht darum, sich zu überlegen, wo können alle Kinder bestmöglich Schulvorbereitung haben oder so etwas, sondern wo können alle Kinder bestmöglich am Alltag einer Kita teilnehmen. Und Alltag einer Kita ist nun mal ankommen, Rituale, begrüßen.
Speaker: Essen, Pflege, Spielen, Freunde treffen, toben.
Speaker: Das ist Alltag in einer Kita.
Speaker: Und wenn es Kinder gibt, die können eben...
Speaker: Zum Beispiel keine...
Speaker: Freunde finden, weil sie
Speaker: bestimmt Verhaltensweisen zeigen.
Speaker: zu einer Barriere werden im Kontakt untereinander, weil die Kinder vielleicht aggressiv sind oder
Speaker: aggressive Verhaltensweisen zeigen, dann muss ich dem Kind helfen, diese Barriere zu überwinden, um
Speaker: mit anderen Kindern spielen zu können. Genau, und da sieht man eigentlich auch schon,
Speaker: Wie?
Speaker: Wie schwamm ich das Ganze?
Speaker: wird, wenn man es
Speaker: wirklich durchdenkt. Also es gibt ja Stimmen in Deutschland,
Speaker: die sagen, naja doch, wir müssen alle Kinder wieder die Gesunden getrennt.
Speaker: von den
Speaker: ungesunden oder nicht deutschen Kindern pflegen und aufziehen.
Speaker: Ähm...
Speaker: Das ist...
Speaker: Aber natürlich vollkommener Quatsch.
Speaker: Deswegen...
Speaker: Quatsch.
Speaker: Genau solche Situationen eintreten.
Speaker: Ähm.
Speaker: wie du sie gerade geschildert hast. Ich kann nicht die Linie ziehen, da genau fängt die Separation an, sondern der ...
Speaker: Kleine, blonde, mustergültige Junge hat halt möglicherweise auf einmal ein auffälliges Verhalten.
Speaker: Sortiere ich den dann auch aus? Nein, tue ich natürlich nicht. Und so sieht man...
Speaker: Ähm.
Speaker: Es gibt...
Speaker: Einfach...
Speaker: Größere und kleinere, offensichtlichere und weniger offensichtlichere Fälle.
Speaker: Jeder Fall für sich.
Speaker: muss unterschiedlich sein.
Speaker: betrachtet werden wir sind wieder
Speaker: Beim Individuum, jedes Kind.
Speaker: Ist ein Individuum. Du hast eben davon gesprochen, dass es Tendenzen gibt.
Speaker: Kinder wieder mehr ...
Speaker: Zu separieren? Ja, homogen zusammenzufassen, in homogenen Gruppen zusammenzufassen. Und das Schwierige daran ist, dass es eigentlich diesen Begriff der Homogenität fast gar nicht gibt.
Speaker: Also...
Speaker: Vielen Dank.
Speaker: Es gibt keine homogene Kindergruppe. Und wenn du zehn Kinder hast, die vier Jahre alt sind, dann kannst du sie vielleicht nach dem Lebensalter als homogen betrachten, aber schon wieder nicht nach ihren Lerndispositionen, nach ihren Zugängen zur Welt, nach ihrer Körperlichkeit, nach ihrem Entwicklungsstand, nach ihrer Prägung, nach ihrem Bindungsverhalten. All diese Aspekte, die wichtig für Entwicklung sind. Also eine homogene Gruppe gibt es nicht. Heterogenität ist das Normale daran.
Speaker: Und ...
Speaker: Das Knifflige ist, wir brauchen auf der einen Seite als Menschen Kategorien.
Speaker: Wir müssen in Kategorien denken, um Arbeit vorzubereiten, um Planungen vorzunehmen, um Bedarfe.
Speaker: zu decken und ähnliches und müssen gleichzeitig aber immer wieder uns darüber klar werden.
Speaker: Wir müssen...
Speaker: wenn wir mit Kindern arbeiten, mit Menschen arbeiten die Kategorien auch auflösen.
Speaker: Ja, also
Speaker: Alle Pudel sind Hunde, aber nicht jeder Hund ist ein Pudel.
Speaker: Also jedes Kind ist ein Mensch, aber nicht jeder Mensch ist ein Kind. Das heißt, wir nutzen diese Kategorien, um uns zwar...
Speaker: Die Welt zu sortieren, aber wenn wir mit Kindern arbeiten, müssen wir die Kategorien beiseite legen und müssen das einzelne Kind anschauen und versuchen dahin zu gucken, was braucht das Kind, um sich gut zu entwickeln.
Speaker: Genau, die Kategorien dienen eigentlich dazu, sich die Welt froh zu reden.
Speaker: Wir hatten ein bisschen zu ordnen erstmal vielleicht. Ja. Sonst ist es sehr unübersichtlich. Aber...
Speaker: Aber...
Speaker: In der Realität helfen sie nur bedingt weiter. Kategorien bilden auch Zugehörigkeiten. Das darf man auch nicht unterschätzen.
Speaker: Wenn ich zum Beispiel, wenn ich mich identifizieren kann mit der Kategorie Mann oder mit der Kategorie Erzieher oder mit der Kategorie Austernliebhaber oder so, dann hilft es mir auch wiederum Identität herzustellen und das darf man auch nicht unterschätzen. Also bei aller Individualität und bei aller Vielfalt, die wir schätzen wollen, müssen wir auch
Speaker: Kindern.
Speaker: oder auch allen Menschen die Gelegenheit geben, Bezugsgruppen bilden zu können. Wichtig ist nur, dass diese Bezugsgruppen selbst gewählt sein können. Also wenn ich mich heute der Bezugsgruppenmann...
Speaker: zuordne, um meine Identität pflegen zu können, dann kann ich irgendwann in meinem Leben vielleicht in eine Lebensphase kommen, wo ich denke, nein, ich bin eigentlich kein Mann, ich bin
Speaker: Eine Frau, ich identifiziere mich mit Weiblichen.
Speaker: und dann wechsle ich meine Kategorie.
Speaker: Der wichtige Punkt dahinter ist die...
Speaker: Die freie Auswahl meiner Bezugsgruppe.
Speaker: Vielen Dank.
Speaker: Ja, und das würde ich eben sagen, ist der große Unterschied zwischen Kategorie.
Speaker: Und Bezugsgruppe. Die Kategorie ist...
Speaker: Übergestülpt?
Speaker: Und die Bezugsgruppe ist gewählt.
Speaker: Und das können Kinder in der Kita auch.
Speaker: Also Kinder können in der Kita ihre Bezugsgruppen selber wählen, indem sie natürlich Freundschaften schließen.
Speaker: Indem Kinder in der Kita auch selber ihre Spielangebote, ihre Erlebnisangebote, ihre Lernangebote wählen. Also ich frage manchmal mit Kita.
Speaker: Teams, mit denen ich in Konzeptionsentwicklungsprozessen arbeite, wenn es einen Morgenkreis gibt, warum ist der Morgenkreis denn Pflicht?
Speaker: Und viele Erzieherinnen und Erzieher können immer wieder aus Perspektive der Erwachsenen argumentieren. Man sieht die Kinder mal, man kann Überblick sich verschaffen, man kann auch etwas über Entwicklungsstände oder über Kompetenzen erfahren.
Speaker: Aber aus Sicht des Kindes kann ein Morgenkreis völlig schnarchig und stinklangweilig sein. Ich will mich vielleicht gar nicht dieser Gruppe Morgenkreis zugehörig fühlen, sondern ich möchte mich eigentlich lieber der Gruppe wir toben draußen und spielen Fußball zugehörig fühlen.
Speaker: Und...
Speaker: dieses selber einer Gruppe
Speaker: oder einer Aktivität oder einer
Speaker: einer Peergroup, also einer frei gewählten Gruppe sich zugehörig fühlen, das ist ein...
Speaker: ganz wichtiger, entscheidender Punkt, an dem Kinder Selbstwirksamkeit erleben können und für sich eine Identität entwickeln können. Wer bin ich?
Speaker: Was mag ich? Was tut mir gut? Was möchte ich eigentlich heute erleben?
Speaker: Einer...
Speaker: der wichtigen Entwicklungsaufträge von Kindertagesstätten.
Speaker: Kinder, dieses...
Speaker: dieses Selbstbewusstsein, diese Selbstbewusstheit und auch diese Selbstwirksamkeit entwickeln können.
Speaker: Vielen Dank.
Speaker: Das können...
Speaker: auch Kinder mit Behinderung.
Speaker: erleben.
Speaker: oder Kinder mit Migrationshintergrund oder Kinder mit auffälligem Verhalten erleben.
Speaker: Ich würde gern...
Speaker: Noch.
Speaker: einen Aspekt mit reinbringen.
Speaker: Ähm.
Speaker: Oft wird ja argumentiert, naja, unsere Kinder werden einfach bestmöglich gefördert, wenn alle auf dem gleichen Niveau sind.
Speaker: Dann können sich unsere Kinder besser entwickeln.
Speaker: So haben wir am Ende auch...
Speaker: ich sag's mal salopp, bessere Spitzenkräfte, die wir irgendwann mal in unserem Berufsleben haben.
Speaker: Und da würde ich gerne dazu sagen,
Speaker: Genau das ist ein wahnsinniger Trugschluss, weil wenn es eins im Berufsleben niemals gibt.
Speaker: Dann ist es eine homogene Situation.
Speaker: Immer.
Speaker: Völlig...
Speaker: Es ist chaotisch und vielfältig. Ich weiß nicht, was ich mir...
Speaker: begegnet.
Speaker: Und...
Speaker: Wenn ich nicht gelernt habe,
Speaker: Und das kann man eben schon in der Kita anfangen. Wie gehe ich mit Widrigkeiten, mit Besonderheiten um, mit Dingen, die von der Norm abweichen?
Speaker: Ja, wenn ich es dann nicht lerne...
Speaker: Wann soll ich es denn?
Speaker: Dann...
Speaker: Ja.
Speaker: Genau, diese Homogenität ist eine Illusion und man weiß auch...
Speaker: Dass er so...
Speaker: dass heterogene Gruppen in der Regel die resilienteren Gruppen sind, also auch Teams, die zusammenarbeiten. Ich glaube, das hat man auch schon mal gesagt.
Speaker: Je heterogener ein Team ist, umso resilienter und damit umso stärker ist das Team. Es muss natürlich um seine Stärke wissen.
Speaker: Jetzt haben wir uns so ein bisschen in den Theorien und den Grundlagen von Inklusion heute umgetan. Wir wollen damit ja für uns so den Auftakt machen.
Speaker: nochmal hinzugucken auf das Thema Inklusion. Wir werden das auch nochmal...
Speaker: in einer losen Reihenfolge zu verschiedenen Schwerpunkten vertiefen.
Speaker: Vielen Dank.
Speaker: Wichtig ist mir, wenn wir das jetzt so zusammenfassen, nochmal zu sagen,
Speaker: Der Inklusionsbegriff für die Kita ist eigentlich so als erweiterte Inklusionsbegriff, als Vielfaltsbegriff zu sehen.
Speaker: Es geht darum, Barrieren zu erkennen.
Speaker: mit diesem Begriff Barriere.
Speaker: Auch rund...
Speaker: Äh, ähm...
Speaker: zur Hand haben.
Speaker: Inklusion hat immer was damit zu tun, dass ich
Speaker: Also ich darf mir selber aussuchen, wo ich zugehöre, wo ich mitmachen will. Dafür muss natürlich die Barriere erstmal...
Speaker: reduziert oder vielleicht sogar abgebaut werden.
Speaker: Und was mir auch wichtig ist, ist nochmal zu betonen, Kitas...
Speaker: sind.
Speaker: Sehr gute Orte für Inklusion dürfen aber auch mit dem Thema nicht alleingelassen werden.
Speaker: Also eine Kita, die inklusiv arbeitet, ist eine Kita, die besonderen Unterstützungsbedarf durch Träger, durch Gesellschaft.
Speaker: durch das Team, durch Elternschaft hat. Inklusion ist nichts, was man nebenbei macht.
Speaker: Nein, sondern da würde ich gerne einhaken. Inklusion.
Speaker: ist eine Reise.
Speaker: Mhm.
Speaker: Das...
Speaker: ist etwas, was ständig...
Speaker: in Bewegung ist. Das ist
Speaker: Der Weg.
Speaker: Nicht das Ziel.
Speaker: Man wird auch nie hundertprozentig ankommen.
Speaker: Das geht nicht?
Speaker: Aber...
Speaker: Es ist eine Reise.
Speaker: Und...
Speaker: Vielleicht ist es auch noch eine Haltung.
Speaker: Beides.
Speaker: Weil es...
Speaker: mich dazu befähigt,
Speaker: mit anderen Augen
Speaker: Auf meine Kita und auf meine Kita -Welt.
Speaker: zu gucken.
Speaker: Und wir hatten Haltung schon mal als Begriff in einer unserer Folgen und ich möchte da nochmal betonen, Haltung ist auch ein schwieriger Begriff, ist so ähnlich wie Inklusion auch so ein Containerbegriff, der vielfach aufgeladen wird.
Speaker: Aber meine Haltung ist immer...
Speaker: deutlich in meiner Handlung.
Speaker: Und wenn ich sage, ich habe eine inklusive Haltung, dann muss ich inklusiv handeln. Wenn ich sage, ich habe eine wertschätzende Haltung, dann muss ich...
Speaker: wertschätzend handeln. Das ist das, woran man sich messen kann.
Speaker: Wenn man sagt, man hat eine inklusive Haltung, was tue ich denn ganz konkret in meinem Alltag?
Speaker: um inklusive Pädagogik umzusetzen oder zu verbessern.
Speaker: Genau.
Speaker: Und wenn man diese Reise beginnt, damit würde ich eigentlich...
Speaker: Gerne schließen, dann kann man das.
Speaker: als Kita -Leitung.
Speaker: einen ganz kleinen Beginn.
Speaker: Ich kann erst mal versuchen zu beobachten.
Speaker: Wo sind...
Speaker: Meine Barrieren
Speaker: Wo sind die Barrieren?
Speaker: In der Kita.
Speaker: Vielen Dank.
Speaker: Ich kann meine Wahrnehmung schärfen.
Speaker: Und das?
Speaker: Ist ein super...
Speaker: Erster Schritt.
Speaker: Ja.
Speaker: Barrieren für Erwachsene, Barrieren für Kinder, Barrieren für Familien, Barrieren für Teammitglieder.
Speaker: Wohin hindert etwas?
Speaker: Wo hindert jemand?
Speaker: Wo hindert etwas jemanden daran mitzumachen?
Speaker: Genau.
Speaker: Und jetzt haue ich noch...
Speaker: Zum Schluss...
Speaker: Meine Anekdote raus, die zu deiner Englisch -Anekdote mit deiner Frau passt.
Speaker: Vielen Dank.
Speaker: Ich war...
Speaker: Als ich in der achten Klasse war, im Schüleraustausch,
Speaker: In Frankreich.
Speaker: war eingeladen von der französisch...
Speaker: Hast du Aussagen gegessen?
Speaker: Nee, gab's da nicht. Ich war nicht in der Normandie.
Speaker: Ich war im Klassenraum eingeladen.
Speaker: Von...
Speaker: der Französischlehrerin
Speaker: Ich war als einziger Deutscher natürlich der bestsprechendste Deutsche im Raum.
Speaker: Und die Französischlehrerin guckt mich an und sagt,
Speaker: Sascha
Speaker: Erklär doch mal, was ist denn das Plusquamper -Effekt von...
Speaker: weiß ich nicht was.
Speaker: Und ich gucke sie nur an.
Speaker: Und ich stotter rum.
Speaker: Und hab.
Speaker: kein blassen Schimmer.
Speaker: Was ich sagen soll?
Speaker: Weil...
Speaker: Das hatte ich nicht gelernt.
Speaker: Ich konnte eindeutig am besten Deutsch sprechen.
Speaker: Aber warum?
Speaker: Weil ich's.
Speaker: jeden Tag gesprochen habe. Und nicht, weil ich Regeln gelernt habe.
Speaker: Richtig.
Speaker: Schönes Schlusswort.
Speaker: schöne Anekdote.
Speaker: Bis zur nächsten Inklusionsfolge.
Speaker: Danke fürs Zuhören. Macht's gut.
Speaker: Tschüss.






