
Prof. Dr. Dagmar Haase und Dr. Jan‑Marco Müller diskutieren mit Bjarne Braunschweigüber Wissenschaftsdiplomatie und die spezifische Rolle der Geographie in internationalen Entscheidungsprozessen.
Dagmar Haase und Jan-Marco Müller erklären, dass Wissenschaftsdiplomatie die Nutzung wissenschaftlicher Evidenz und Kooperation zur Erreichung diplomatischer Ziele ist und dass dabei auch diplomatische Akteure involviert sein müssen. Geographisches Fachwissen, welches von der Kontextualisierung über Kultur‑ und Raumanalysen bis zu methodischen Kompetenzen wie Fernerkundung reicht, prädestiniert die Disziplin dafür, Zusammenhänge von Mensch und Umwelt zu vermitteln und als Übersetzer zwischen Wissenschaft, Politik und Gesellschaft zu fungieren.
Konkrete Beispiele der beiden Expert:innen reichen von Debatten um Freihandelsabkommen und deren Folgen für Entwaldung bis zu grenzüberschreitendem Wassermanagement, wobei Wissenschaft als neutrale Gesprächsplattform dienen kann. Gleichzeitig betonen die beiden, dass Risiken und Grenzen, wie z.B. der historische Missbrauch wissenschaftlicher Expertise und die politische Instrumentalisierung von Forschung, Wachsamkeit gegenüber geopolitischen Zwängen fordern.
In der Diskussion geht es unter anderem darum:
Publikationen zu den besprochenen Themen
Der Podcast "Was bewegt die Geographie?" wird herausgebracht vom VGDH - Verband für Geographie an deutschsprachigen Hochschulen und Forschungsinstituten.