Transcript
Speaker: Ja Max, heute kannst du mal die Begrüßung machen.
Speaker: Ja.
Speaker: Hallo, herzlich willkommen zu einer neuen Folge Doktor Mietsstift.
Speaker: Nicht Miet, es ist ja nicht so, dass ich dich miete.
Speaker: Ja, ist so.
Speaker: Ich habe jetzt so oft Dr. Miets Stift gehört, dass ich den Namen vergessen habe.
Speaker: Es ist Dr. Miets Stift.
Speaker: Dr. Miets Stift.
Speaker: Dr. Miets Stift.
Speaker: Ja, egal.
Speaker: Ja, dein Ausschlag ist größer, habe ich gehört heute.
Speaker: Ja, aber hier jetzt sieht er in dem Aufnahmeding wieder normal klein aus.
Speaker: Aber warum hast du diesmal das Mikrofon nach vorne genommen?
Speaker: Nein, das habe ich schon beim letzten Mal gemacht.
Speaker: Stark auf jeden Fall.
Speaker: Ja, heute haben wir zwei Themen vorbereitet.
Speaker: Also ich habe zwei Themen vorbereitet im Prinzip.
Speaker: Und ein Thema wäre die Frage, wie wird man eigentlich Professor?
Speaker: Bei der letzten Folge oder der davor hatten wir ja, wie wird man Doktor?
Speaker: Und weil der Podcast ja Doktor Miet, Professor Miet stift.
Speaker: Oh, wir machen einfach einen zweiten.
Speaker: Aber wir brauchen ja noch einen Professor.
Speaker: Nein, aber ich habe überlegt, das wäre ja noch interessant, wie man das wird quasi.
Speaker: Ja.
Speaker: Oder dann, weil du ja immer denkst, dass wir den ganzen Tag nur denken in der Uni.
Speaker: Also, dass wir auf dem Stuhl sitzen und denken.
Speaker: Könnte ich auch noch erzählen, wie man auf dem Stuhl sitzt und denkt.
Speaker: Ja, ja.
Speaker: Könntest du auch tun.
Speaker: Tja, wäre gut.
Speaker: Ich bin auf beides gespannt.
Speaker: Ich glaube, das Professor-Ding haben wir schon mal so leicht angeschnitten in der Folge, wie man Doktor wird.
Speaker: Ah, okay.
Speaker: Ja, aber da kannst du sicher noch mehr zu sagen.
Speaker: Aber ich weiß nicht.
Speaker: Vielleicht würde sich das erst wirklich lohnen, wenn ich wirklich Professor werden würde.
Speaker: Was ja dann doch immer das...
Speaker: Wenn man sich diese Qual in Anführungsstrichen antut mit dem Promovieren, dann bin ich immer der Meinung, dann sollte man auch einfach Prof werden wollen, weil sonst könnte man auch einfach außerhalb der Uni irgendwo promovieren und das wäre viel einfacher.
Speaker: Ja, dann erzähl doch lieber mal, was du so machst an deiner Arbeit, weil ich glaube, das wissen unsere Zuhörer gar nicht so richtig.
Speaker: Denen geht es da wie mir wahrscheinlich.
Speaker: Ja, aber im Gegensatz zu dir interessiert es die vielleicht auch nicht, aber das ist ja egal, können ja weghören.
Speaker: Ja.
Speaker: Ja, warte mal, ich muss mich kurz ausziehen, Alter, ich sterbe einfach, es ist so heiß in diesem Raum.
Speaker: Okay.
Speaker: Du musst mal wieder mit... Ja.
Speaker: Awkward silence.
Speaker: Mit einem Bauchhahn eigentlich, um sich auszuziehen, fragt man sich dann.
Speaker: Ich habe mich ausgezogen, aber wenn du nichts gesagt hättest, wäre das natürlich rausgeschnitten worden.
Speaker: Wie wir in der letzten Folge schon festgestellt haben, werden lange Pausen nicht rausgeschnitten, sondern es gibt dann einfach eine lange Pause.
Speaker: Das war doch die Folge davor.
Speaker: Ich habe doch nur vergessen, den Haken zu setzen beim letzten.
Speaker: Beim vorletzten Mal.
Speaker: Beim letzten Mal wurde es rausgeschnitten.
Speaker: Wir benutzen ja ein englisches Programm, da funktioniert das natürlich nicht, weil wir machen ja eine deutsche Pause.
Speaker: Und die ist besonders kurz?
Speaker: Nein, die versteht das Programm nicht.
Speaker: Vielleicht musst du sagen Pause.
Speaker: Heißt das Pause?
Speaker: Geht es jetzt weiter oder haben wir eine Pause?
Speaker: Das weiß ich nicht.
Speaker: Aber ich trinke jetzt sogar einen Tee.
Speaker: Oh, schön.
Speaker: Ja, wegen englischer Pause.
Speaker: So, ich trinke ein Y.
Speaker: Das ist so unwitzig.
Speaker: Ja, ich überlege immer noch, was so eine englische Pause wäre, ganz typischerweise.
Speaker: Aber es fällt mir einfach nicht ein.
Speaker: Naja, Tee?
Speaker: Ja.
Speaker: So kleinen Sandwiches.
Speaker: Ja, ist irgendwie lame, oder?
Speaker: Oder sich beim, keine Ahnung, nach dem Fußball auf die Fresse hauen, Pause.
Speaker: Aber... Wow.
Speaker: Schneiden wir raus, oder?
Speaker: Weiß ich nicht, warum.
Speaker: Weiß ich nicht.
Speaker: Wie schneidet man überhaupt?
Speaker: Weiß ich nicht.
Speaker: Ist ja nicht hier Dr. Meats Friseur.
Speaker: Uh.
Speaker: Ja, jetzt machen wir mal weiter mit dem Serious-Kram.
Speaker: Also ich denke ja immer, die Frage ist, ob es wirklich jemanden interessiert, was ich mache.
Speaker: Naja, also.
Speaker: Es gibt ja diesen Podcast hier.
Speaker: Und der Grund dafür ist ja, dass mich interessiert, was du machst.
Speaker: Stimmt.
Speaker: Und wenn ich dir das schon erzählen muss,
Speaker: dann können wir es auch gerade öffentlich erzählen.
Speaker: Eben.
Speaker: Außerdem interessiert das ja vielleicht Leute, die vorhaben, das Gleiche zu machen wie du, aber die noch gar nicht so genau wissen, was das überhaupt ist.
Speaker: Und dann, je nachdem, entweder, je nachdem, was du jetzt erzählst, bist du dafür mitverantwortlich, was unsere zukünftige
Speaker: Wissenschaftsbevölkerung angeht.
Speaker: Wissenschaftsbevölkerung.
Speaker: Das hört sich wie ein ganz schlechter Versuch an, Wissenschaftler zu gändern.
Speaker: Aber naja.
Speaker: Ja, tatsächlich nehmen die Studienzahlen ab bei uns.
Speaker: Was aber glaube ich daran liegt, es gibt immer noch diesen...
Speaker: Es gab doch dieses G8 oder G7, keine Ahnung, was normal ist, aber als das dann wieder auf G9 umgestellt wurde, gab es doppelt so viele Studienabgänge, deswegen gibt es gerade so wenig.
Speaker: Ja, aber da müsste es doch zweimal sogar doppelt so viele gegeben haben, oder?
Speaker: Nein, nur einmal, weil es gab ja... Ne, es wird eingeführt und es wird ausgeführt.
Speaker: Ach, keine Ahnung.
Speaker: Das ist jedenfalls, da versucht man sich damit das schön zu reden, mehr oder weniger, aber ich glaube, es liegt daran, viel mehr Studierende, das ist nämlich die richtige Genderform, Studierende gehen jetzt an die FH.
Speaker: Weil immer wieder hört man von den Studierenden, also von den Studenten quasi, dass sie mehr Praxis wollen.
Speaker: Nun ist es aber so, dass die FH, die Fachhochschule, die ist ja eigentlich für praktische Ausbildung da.
Speaker: Also die Grundidee ist sozusagen, die FH ist so das Zwischentrieb zwischen Uni und Berufsschule.
Speaker: Da soll man eigentlich für praktische Studiengänge ausgewählt werden oder praktische Arbeiten.
Speaker: Deswegen gibt es auch immer eher praktische Studiengänge.
Speaker: So, das war früher mal so und an der Uni war halt eher sowas, wenn man im Stuhl sitzt und nachdenkt.
Speaker: Deswegen, und jetzt fange ich quasi damit an, wenn man das studiert, was ich studiert habe, dann hat man eigentlich ganz viel Vorlesung.
Speaker: Das heißt wirklich, man sitzt vier Stunden in der Vorlesung und hört sich vier Stunden an, was einer über ein bestimmtes Thema erzählt.
Speaker: Kurze Zwischenfrage.
Speaker: Ja.
Speaker: Zählen, was du studiert hast.
Speaker: Ich habe Umweltmanagement studiert im Bachelor und Umwelt- und Ressourcenmanagement im Master.
Speaker: Mhm.
Speaker: Das ist ein naturwissenschaftlicher Studiengang, deswegen hat man da halt am Anfang so Grundvorlesungen, das ähnlich wie bei euch, dieses Baugrundgewerbe.
Speaker: Man lernt halt am Anfang erstmal Chemie, Mathe, Physik, damit man so ein Grundverständnis für die ganz grundlegenden Sachen hat.
Speaker: Das studiert man auch mit verschiedenen Studiengängen zusammen, bei uns war das mit den Agrarwissenschaftlern und den Ökotrophologen und den Ernährungswissenschaftlern.
Speaker: Ökotrophologen sind Haushaltswissenschaftler.
Speaker: Ökotrophologen.
Speaker: Und Umweltmanagement, das klingt so ein bisschen nach BWL.
Speaker: Das dachte auch der ein oder andere.
Speaker: Den konnte man auch erkennen, der das dachte und dann enttäuscht war, weil das hat mit BWL nicht viel zu tun.
Speaker: Tatsächlich gab es auch eine BWL-Vorlesung.
Speaker: Aber die war erstens bescheiden und zweitens
Speaker: Du musst dir vorstellen, wir hatten ja zusammen mit den Ernährungswirtschaften, Umweltmanagement, Menschen und Agrar.
Speaker: Da sind natürlich auch der eine oder andere oder die eine oder die andere dabei, die in der Vorlesung strickt.
Speaker: Und wenn man dann so eine BWL-Vorlesung hat, das ist schon anstrengend.
Speaker: Also nicht, weil die stricken, sondern wir treffen halt Welten aufeinander.
Speaker: Ja.
Speaker: So, jedenfalls ist das Studiengang halt so aufgebaut, dass du am Anfang erstmal, weil die Leute ja kommen von unterschiedlichen Schulen, damit du erstmal irgendwie so auf ein Level kommst, hat man erstmal so Grundlagen wieder zusammen.
Speaker: Netterweise war das auch bei uns im Studiengang so, dass die direkt am Anfang die schwereren Klausuren hatten, weil
Speaker: Zuerst macht man ja Bachelor, Bachelor dauert sechs Semester, außer an der Uni Kassel, da dauert er fünf.
Speaker: Aber normalerweise dauert ein Bachelor sechs Semester, beziehungsweise ich glaube, das sind, warte, jetzt muss ich rechnen, 30.
Speaker: Really, Max?
Speaker: Das sind 180 Credit Points.
Speaker: Das heißt, man hat jedes Semester fünf Vorlesungen im Prinzip oder fünf Veranstaltungen und am Ende muss man fünf
Speaker: mal sechs Semester, also 30 Vorlesungen oder Veranstaltungen gehabt haben.
Speaker: So, Veranstaltungen deswegen, weil es gibt unterschiedliche Typen von Veranstaltungen.
Speaker: Zum Beispiel BWL ist einfach gewesen, da hast du vier Stunden Vorlesung.
Speaker: Da machst du einfach ein Semester lang, von Oktober bis Februar, glaube ich, geht das Wintersemester.
Speaker: Da hast du jede Woche vier Stunden Vorlesungen und hörst der BWL an.
Speaker: Jede Woche einfach vier Stunden im Hörsaal, so wie du dir das wahrscheinlich vorstellst.
Speaker: Und dann hast du danach eine Klausur, die dauert auch vier Stunden, fertig.
Speaker: Da musst du halt alles lernen, was in dem Semester dran kam.
Speaker: Das war ein bisschen nervig, weil die Klausur war in einem Raum im Audimax, also
Speaker: Auditorium Maximum in dem größten Hörsaal, was nicht der größte Hörsaal ist, aber egal.
Speaker: Und man durfte nicht aufs Klo gehen und man durfte nicht nach Hause gehen, wenn man fertig ist.
Speaker: Man musste quasi so lange sitzen, bis vier Stunden vorbei sind.
Speaker: Okay.
Speaker: Ja, komplett dumm.
Speaker: Natürlich habe ich dann irgendwann, also du kannst abgeben, dann gibst du ab, dann liegt da vorne der Stapel.
Speaker: Dann musst du dich wieder auf den Platz setzen.
Speaker: Dann darfst du aber nicht gehen.
Speaker: Nun war das so, dass vor mir hatten halt schon 30 Stück abgegeben, ihren Zettel da vorne auf den Stapel gelegt und haben sich wieder hingesetzt und gewartet, wie so Ottos.
Speaker: Aber ich hatte überhaupt keinen Bock drauf.
Speaker: Ich musste auch richtig hart aufs Klo.
Speaker: Ich bin einfach da vorne gegangen, hab den Stapel in der Mitte hochgehoben, hab meine Klausel da drunter gelegt und bin rausgegangen.
Speaker: Die können ja nichts machen.
Speaker: Die wissen ja nicht, wer ich bin.
Speaker: Das war schlau.
Speaker: Ja, jetzt wissen die halt schon, wer du bist.
Speaker: Ja, aber das ist so lange her, da können die gar nichts machen.
Speaker: Ja.
Speaker: Naja, das ist jedenfalls die eine Art der Veranstaltung.
Speaker: Da gibt es noch sowas wie Praktikum oder Übungen.
Speaker: Das heißt, man hat zum Beispiel eine Stunde Vorlesung oder zwei statt vier Stunden und danach zwei Stunden Übungen.
Speaker: Sowas macht man zum Beispiel in Mathe, dass man erst die Grundlagen lernt.
Speaker: Dann ist das im Prinzip wie in der Schule.
Speaker: Du machst erst, wird ein neues Thema eingeführt und dann machst du danach zusammen quasi Übungen zu.
Speaker: ins kleinen Gruppen, zwei, dreier Gruppen.
Speaker: Ah, okay.
Speaker: Das kommt mir bekannt vor.
Speaker: Ja, und dann gibt es noch Praktikum.
Speaker: Das heißt, da ist man dann eher im Labor.
Speaker: Da muss man dann vorher, das war oft so, dass du quasi im Chemiepraktikum musst du, bevor der Tag losgeht, musst du so eine Anfangstest-Tat bestehen, wo dir halt Fragen gestellt werden, entweder zu dem Praktikumstag, den man hat,
Speaker: Oder einfach allgemeine Fragen, da musst du die beantworten.
Speaker: Wenn du die nicht beantwortest, darfst du halt an dem Tag nicht mitmachen.
Speaker: Du musst aber für die Klausur an 90% der Tage teilgenommen haben, also musst du da schon mal für lernen.
Speaker: Und dann machst du da drei Stunden lang, schüttest du Sachen zusammen, schreibst ein Protokoll dazu und am Ende gibt es eine Note auf das Protokoll.
Speaker: Und dann schreibt man auch noch eine Klausur.
Speaker: Klausur ist eigentlich immer.
Speaker: Hm.
Speaker: Das sind halt die zwei Arten oder quasi diese groben Arten.
Speaker: Da gibt es natürlich noch extremere, in Anführungsstrichen, wo man dann gar keine Vorlesungen hat, sondern so Projektmodule.
Speaker: Ich glaube, das hat man tatsächlich eher in Geografie, aber bei uns hatte man das auch ein bisschen, dass man einfach zu zweit oder zu dritt in der Gruppe ein Semester lang ein Thema bearbeitet und das dann zwischendurch vorstellt in der großen Gruppe und einen Abschlussbericht schreibt.
Speaker: Ja, so war das in Geografie.
Speaker: Also, es wird ja nicht besonders lang studiert, aber da wurde das immer erwähnt, dass das irgendwann mal so sein wird.
Speaker: Ja, das kommt natürlich dem entgegen, dass man, ja, wenn du wirklich ein halbes Jahr lang Zeit hast, dann macht man das schon ordentlich.
Speaker: Dann kann man es ja nicht schlecht machen eigentlich.
Speaker: Ja.
Speaker: Ja, so.
Speaker: Und am Ende halt, wie gesagt, dann Prüfungen.
Speaker: Die meisten oder eigentlich alle waren schriftlich.
Speaker: Es gab eine mündliche bei Professor Bauer,
Speaker: Bei dem habe ich auch später Bachelorarbeit gemacht.
Speaker: Da war es so, also erstmal, da durfte man rauchen in seinem Büro.
Speaker: Das durfte man natürlich schon seit zehn Jahren nicht mehr, aber da durfte man das.
Speaker: Das ist auch bekannt.
Speaker: Er hat einfach geraucht.
Speaker: Er ist dann halt auch ein paar Jahre nach der Rente direkt gestorben.
Speaker: Aber da halt die mündliche Prüfung hat richtig genervt.
Speaker: Kommt man dahin, der Prüfer, wer auch immer das ist,
Speaker: Du musst dich dann eine halbe Stunde oder 20 Minuten mit dem Student oder der Studentin auseinandersetzen.
Speaker: Ja, und du kannst dich irgendwie nicht richtig darauf vorbereiten.
Speaker: Also ich habe das nicht gern gemacht.
Speaker: Ja, verstehe ich.
Speaker: Aber bei uns war das immerhin einzeln.
Speaker: Es gibt aber andere Studiengänge, da ist das nicht einzeln.
Speaker: Ich weiß, dass bei den Juristen ist das teilweise so, da hast du dann zu dritt eine Prüfung.
Speaker: dann kriegt der Erste eine Frage gestellt und wenn der sie nicht weiß, dann wird ja nichts weitergereicht.
Speaker: Dann kann der die beantworten und dann merkt man erst richtig, wie schlecht quasi der Erste war.
Speaker: Das ist schon irgendwie hart.
Speaker: Ja, das ist schon übel.
Speaker: Ja, so, das sind halt die Arten von Prüfungen.
Speaker: Da studiert man das fünf Jahre lang.
Speaker: Also wie gesagt, hat man halt sechs Vorlesungen oder sechs Veranstaltungen pro Woche.
Speaker: Kann man sich ausrechnen, wenn eine vier Stunden geht, dann sind das 24 Stunden.
Speaker: Der Rest ist halt Vor- und Nachbereitung.
Speaker: Da hast du am Ende die Prüfung und ganz am Ende musst du deine Bachelorarbeit machen.
Speaker: Bei uns ist die Bachelorarbeit, glaube ich, ein halbes Jahr.
Speaker: Das heißt, du musst selbstständig ein Thema bearbeiten, ein halbes Jahr lang und schreibst darüber ein.
Speaker: Eine Bachelorarbeit halt.
Speaker: Das kannst du entweder als Theorie machen oder als Praxis.
Speaker: Wenn du es als Theorie machst, dann sitzt du einfach wirklich zu Hause und liest Bücher oder Paper und schreibst dann halt am Ende Literaturarbeit.
Speaker: Aber in so einem Studiengang, wie ich ihn studiert habe, ist das eher so, dass man quasi was Praktisches im Labor macht.
Speaker: Ja, macht halt deine Versuche und dann nach sechs Monaten, beziehungsweise nach drei Monaten, glaube ich, hört man dann auf und schreibt die Versuche zusammen und dann gibt man am Ende eine Bachelorarbeit ab.
Speaker: Ja, das sind so 30 Seiten.
Speaker: Wenn man die dann abgegeben hat, muss man sie dann noch nach einer gewissen Zeit, paar Wochen halt verteidigen.
Speaker: Dann hält man einen Vortrag darüber und kriegt Fragen gestellt.
Speaker: Ja, das quasi wie du es in der vorletzten Folge, glaube ich, erzählt hast.
Speaker: Genau.
Speaker: Und im Master ist das eigentlich alles dasselbe, nur dass es
Speaker: der soll einen dann noch mehr auf das wissenschaftliche Arbeiten vorbereiten.
Speaker: Also man kann mit dem Bachelor selbst schon arbeiten.
Speaker: Also viele machen das auch, die haben dann keine Lust mehr auf einen Master und nochmal zwei Jahre studieren, weil das ja auch oft eine Geldfrage ist.
Speaker: Du kriegst ja kein Geld, während du studierst, außer du bist sehr arm, dann kriegst du BAföG.
Speaker: Oder Stipendien, sucht euch Stipendien, Leute.
Speaker: Die kriegt man echt relativ einfach.
Speaker: weiß man immer nicht, man denkt ja, man muss super spezial sein, aber es gibt für alles ein Stipendium.
Speaker: Deswegen sucht euch Stipendien.
Speaker: Ja, und wenn man dann den Master macht, ich würde das auch immer empfehlen, weil ich auch mal, um wieder den Vergleich zu euch zu ziehen, also zu dir, ist das glaube ich, wenn du den Bachelor machst, dann ist irgendwann Schluss.
Speaker: Ob du in der Wirtschaft bist oder im öffentlichen Dienst, du kannst dann nur gewisse Aufgaben übernehmen.
Speaker: Ich glaube meistens, um über Geld zu sprechen, beim öffentlichen Dienst ist für Bachelor das höchste TV 10 und für Master ist eigentlich TV 13, also es sind dann drei Gehaltsstufen höher.
Speaker: Und in der Wirtschaft ist das genauso.
Speaker: Die stellen dich natürlich auch mit Bachelor an, klar, aber dann ist halt irgendwann Schluss.
Speaker: Und ich schätze mal, das ist so wie wahrscheinlich beim Meister oder so.
Speaker: Natürlich kannst du auch als Geselle oder als, wie hieß das, Hilfsarbeiter da, Hilfsarbeiten oder Baufach.
Speaker: Ausbau Facharbeiter.
Speaker: Ja, genau.
Speaker: Aber dann ist halt irgendwann Schluss.
Speaker: Dann kannst du halt nicht, weiß ich nicht, Vorarbeiter werden oder was weiß ich.
Speaker: Ja.
Speaker: Oder halt dann bei uns.
Speaker: Ja.
Speaker: Abteilungsleiter oder so.
Speaker: Ja, es ist ja auch Bachelor und Master sind ja einfach nur die englischen Wörter für Geselle und Meister.
Speaker: Ja, und natürlich gibt es dann auch immer, jemand kennt einen, der hat auch mit einem Geselle oder mit nur einem Bachelor in Anführungsstrichen ist der auch Geschäftsführer geworden.
Speaker: Ja, das gibt es.
Speaker: Aber das ist halt nicht die Regel.
Speaker: Deswegen würde ich immer empfehlen, wenn man dann macht diese zwei Jahre länger, bildet euch fort, dann
Speaker: Und wenn es im Zweifel ist, dass man weniger körperlich arbeiten muss oder so.
Speaker: Also nichts gegen körperliche Arbeit, aber einfach mit 65 noch körperlich arbeiten, ist halt schwierig.
Speaker: Ja.
Speaker: Tja, das stimmt.
Speaker: Außer man fängt erst mit über 30 an.
Speaker: So wie das ja beim Studieren ist auch häufig.
Speaker: Ja, und auch, naja.
Speaker: Ja, und jetzt kann man natürlich...
Speaker: Wie gesagt, dieses Studium, da kann man ein bisschen rumpimmeln.
Speaker: Das kann man auch.
Speaker: Aber man muss halt seinen Shit together kriegen und am Ende für jede, also eigentlich muss man für jede Prüfung schon zwei Wochen lernen.
Speaker: Wenn man die gut machen will.
Speaker: Also zwei Wochen, nicht zwei Wochen mal ein bisschen, sondern einfach zwei Wochen durchgehend lernen.
Speaker: Ja, ich erinnere mich da noch, als du zu deiner Zeit, da haben wir ja auch schon
Speaker: täglich gezockt oder irgendwas oder geredet und dann war es immer so zwei Wochen Funkstille vor Prüfungen.
Speaker: Da war dann wirklich 20 Stunden am Tag lernen oder 16.
Speaker: Dann machst du einfach nichts mehr außer lernen, das stimmt schon.
Speaker: Ja.
Speaker: Also, und das kann man natürlich, muss ich auch sagen, man kann sich das Lernen auch ein bisschen erleichtern, indem man vorher halt, was klappert eigentlich bei dir andauernd?
Speaker: Ja, geh einmal nicht drauf ein.
Speaker: Warum?
Speaker: Das fragen sich ja alle.
Speaker: Nein, das wird immer einfach rausgeschnitten.
Speaker: Nur die Gespräche danach über das Geräusch an sich nicht.
Speaker: Ach so.
Speaker: Ja, okay, dann klappe weiter.
Speaker: Wenn man während der Semestervorlesungszeit quasi schon immer die Vorlesung nachbereitet und vorbereitet, ich vergleiche das mal wahrscheinlich wie, ich weiß nicht, ob ihr irgendein Heft schreiben müsst oder so,
Speaker: Ja, Berichtsheft.
Speaker: Ja, und wenn man das halt immer direkt macht, dann hat man natürlich weniger Arbeit am Ende.
Speaker: Ja.
Speaker: Und so ist das ja auch, wenn du immer, und das haben wir uns auch jedes Semester vorgenommen, ja, nächstes Semester treffen wir uns nach jeder Vorlesung und besprechen die und schreiben davon die Einzelheiten auf, genau, da müssen wir am Ende nicht lernen.
Speaker: Ja, das macht man einmal, dann kommt Jörg einfach nachmittags dazu, zu seinem Treffen hat ein Rucksack voller Münner-Thurgau-Wein mit 20, bringt er einen Rucksack mit Wein mit.
Speaker: Welcher 20-Jährige trinkt Wein?
Speaker: Ja, ja.
Speaker: Ja, und dann machst du ja nichts mehr.
Speaker: Außer Wein trinken.
Speaker: Ah, also hast du auch Wein getrunken.
Speaker: Ja, sicher.
Speaker: Und deswegen musste ich dann am Ende halt viel lernen.
Speaker: Ja.
Speaker: So.
Speaker: Hast du da noch Fragen zu?
Speaker: Nee, jetzt zum Bachelorstudiengang und zum Masterstudiengang nicht.
Speaker: Ich würde einfach nur gerne...
Speaker: Endlich wissen, was ich mache.
Speaker: Ich würde gerne wissen, was du arbeitest jetzt.
Speaker: Also sitzt du jetzt am Stuhl und denkst oder läufst du rum und denkst oder denkst du gar nicht so viel, wie ich denke?
Speaker: Ja, also danach, wenn man dann studiert hat, habe ich ja schon erzählt, wie man eine Doktorarbeit machen kann.
Speaker: Das kann man entweder machen auf einem Stipendium.
Speaker: Ja, ich weiß nicht, ob ich da schon so viel zu erzählt habe.
Speaker: Ja, das hast du in der Doktorfolge erzählt.
Speaker: Ja, es gibt im Prinzip die Möglichkeit, ein Stipendium oder eine Landesstelle oder eine Projektstelle.
Speaker: So, ich hatte jetzt eine Projektstelle, das heißt, ich habe 50 Prozent, war ich angestellt beim Land Hessen oder beim Land, wo auch immer ich angestellt war und musste Lehre machen und den Ablauf des Instituts unterstützen.
Speaker: Die in den anderen 50 Prozent habe ich mich selbst fortgebildet und meine Doktorarbeit gemacht.
Speaker: Und natürlich, wenn man Doktorarbeit macht, heißt das, dass man nicht 100 Prozent arbeitet, sondern tatsächlich zeitlich einfach noch länger.
Speaker: Was ich da gemacht habe, war dann in dieser Zeit für das Institut macht man halt sowas wie betreute Abschlussarbeiten, Bachelor-Master-Arbeiten.
Speaker: Man macht Lehre, also ich musste zwei Semesterwochenstunden Lehre machen.
Speaker: Also quasi zwei Stunden in der Woche.
Speaker: Das heißt aber nur zwei Stunden Anwesenheitslehre, aber die muss man tatsächlich ja vorbereiten und nachbereiten, weil die ist nicht jedes Jahr dasselbe.
Speaker: Also war das schon relativ viel Aufwand und dann schreiben die halt Abschlussberichte, die muss man lesen.
Speaker: Und bei uns waren es damals, ich habe so ein Laborpraktikum gemacht, da waren es 60 Studenten.
Speaker: die haben jede Woche einen Praktikumsbericht geschrieben, den musste man dann korrigieren, lesen.
Speaker: Dann hast du aber 60 Studierende, deren Praktikumsberichte du ja so korrigieren musst, dass nicht Student A, dann kommt und sagt, hier, ich habe aber genau dasselbe geschrieben wie mein Kumpel Felix oder Jochen, der hat irgendwie 15 Punkte und ich habe 14.
Speaker: Das heißt, du musst dir ja tatsächlich vorher überlegen, wie du das machst.
Speaker: Mhm.
Speaker: Das ist klingt aufwendig.
Speaker: Ja, sehr.
Speaker: Und auch sehr nervig.
Speaker: Da musst du dir ja auch noch überlegen, warum kriegt der so viele Punkte oder die so viele.
Speaker: Ja.
Speaker: Und dann sollen sie auch noch was lernen.
Speaker: Und dann gibt es am Ende auch noch eine Prüfung.
Speaker: Also das ist auch für die Lehrenden nicht ganz so einfach.
Speaker: Ja.
Speaker: Dann ist es ja so, ich weiß nicht, das kannst du dir vielleicht vorstellen, zu so einem Praktikum zu
Speaker: Nicht jeder Student weiß am Morgen, wo das Praktikum überhaupt ist, geschweige denn, was da passiert.
Speaker: Das heißt, man muss wirklich irgendwie die Mischung finden aus denen, die wirklich was lernen wollen und die, die einfach nur da sind, weil sie wissen, ja, da...
Speaker: irgendwie kriegt man, wenn man ordentlich mitmacht und nicht Quatsch macht, kriegt man vielleicht leichter eine Note besser, als wenn man jetzt nur Vorlesungen hat, weil man halt einfach mitarbeiten kann.
Speaker: Und die musst du halt, die wissen dann nicht, in welchem Raum sie sein müssen, die bringen natürlich kein Kittel mit und gar nichts, da muss man dann irgendwie finden, so eine Basis, dass die einen mitmachen und irgendwie die anderen sich aber nicht langweilen, dass alle was lernen, du musst das vorbereiten, da muss alles liegen.
Speaker: Ja, klingt schon sehr nach Lehrer sein.
Speaker: Ja, tatsächlich.
Speaker: Und weil ich ja, also zum Beispiel die Module von uns, ich arbeite ja in der Bodenkunde, ich bin ja Doktor des Bodens quasi.
Speaker: Das heißt, die handeln im engsten und weitesten Sinne von Boden.
Speaker: Also machen wir sowas wie pH-Wert messen im Boden, Salzgehalt im Boden messen.
Speaker: Organische Substanz im Boden.
Speaker: Naja, und dann braucht man halt für jede Messung, zum Beispiel den pH-Wert misst man mit einem pH-Meter.
Speaker: Aber beispielsweise nimmt man da 5 Gramm Boden, schüttelt das mit Wasser, lässt das dann in dem Gefäß absinken und dann misst man mit dem pH-Wert in der Flüssigkeit den pH.
Speaker: Mit dem pH-Wert Messgerät.
Speaker: Da muss man also ein pH-Wert Messgerät vorbereiten, Wasser vorbereiten, Boden vorbereiten, den Gefäß, wo die das drin schütteln.
Speaker: Dann den Abfall, weil das darf man danach nicht einfach in den Müll schütten.
Speaker: Also ist schon relativ viel Aufwand.
Speaker: Ja.
Speaker: Für eine leichte Sache.
Speaker: Also ist das tatsächlich auch viel, naja, handwerkliche Arbeit irgendwie.
Speaker: Ja, es ist viel Arbeit, wo man jetzt vielleicht nicht unbedingt sehr lange für studiert haben muss.
Speaker: Sondern die man einfach machen muss.
Speaker: Und dann musst du dich halt noch um Institutssachen, wie gesagt, kümmern.
Speaker: Da gibt es halt irgendwie alle möglichen Vorschriften, die man einhalten muss, die überwacht werden müssen.
Speaker: Dann war ich noch der Verantwortliche für den Institutsbus.
Speaker: Wir hatten einen Institutsbus.
Speaker: halt quasi in den Firmenfahrzeugen mehr oder weniger, aber weil das ja staatlich betrieben ist oder ich weiß nicht, wie das in der Privatwirtschaft ist, aber da gibt es ein Fahrtenbuch, das muss genau geführt werden, da muss alles notiert werden, was damit passiert ist, wo das hingefahren ist, wer das gefahren hat und so weiter.
Speaker: Solche Sachen macht man dann.
Speaker: Jetzt zum Beispiel gerade wird nächstes Jahr im September unser Gebäude vom Strom genommen, weil die da irgendwas austauschen müssen.
Speaker: Das ist dann vier Wochen vorm Strom weg.
Speaker: Da müssen wir alle Proben oder alles, was in Gefrierschränken ist, muss ausgelagert werden.
Speaker: Jetzt muss man sich überlegen, wo kann man das hinauslagern.
Speaker: Mit solchen Sachen beschäftigt man sich quasi, wenn man sich um die Institutsarbeit kümmert.
Speaker: Ja, verstehe.
Speaker: Und dann hat man ja auch noch seine fachlichen Sachen.
Speaker: Und ich habe ja promoviert über...
Speaker: Quartiere Alkylammoniumverbindungen im Boden.
Speaker: Quartiere Ammoniumverbindungen sind oberflächenaktive Stoffe.
Speaker: Das heißt, die sind Amphiphil, die lieben Wasser und Fett.
Speaker: Ja, das heißt, Tenside kennt man vielleicht als Begriff.
Speaker: Ja, die sind im Waschpulver.
Speaker: Die haben also an der einen Seite, das ist so eine längere Kette, an der einen Seite gehen die Gernverbindungen mit Fett ein, an der anderen Seite gehen die Gernverbindungen mit Wasser ein.
Speaker: Der Vorteil, warum es das überhaupt gibt, ist, wenn du zum Beispiel Fett und Wasser mischt sich nicht.
Speaker: Wenn du jetzt Fett hinde hast von deiner Arbeit, weil du halt mit Fett arbeitest als Mechaniker oder weiß ich nicht, dann kannst du das mit Wasser nicht abwaschen.
Speaker: weil sich Fett nicht mit Wasser mischt.
Speaker: Wenn du jetzt ein Tensit hast, das hat an der einen Seite ein fettliebendes Ende, einen fettliebenden Schwanz, an der anderen Seite einen wasserliebenden Schwanz.
Speaker: Und dieses wasserliebende, das verbindet sich dann mit dem Wasser beim Händewaschen.
Speaker: Und die andere Seite, die fettliebende Seite, verbindet sich mit dem Fett auf deiner Hand.
Speaker: Und schon kann man das mit Wasser Fett abwaschen, weil man ein Tensit hat.
Speaker: So, jetzt habt ihr auch alle gelernt, was Tenside sind.
Speaker: Naja, und diese Tenside gelangen halt, wenn man sich seine Hände wäscht oder Desinfektionsmittel benutzt.
Speaker: Bei Corona haben wir die ja alle viel benutzt oder auch nicht.
Speaker: Dann gelangt das über die Kläranlage, bzw.
Speaker: über deinen Abfluss.
Speaker: Du spülst das runter, das kommt in die Kläranlage.
Speaker: Das löst sich aber nicht auf, wird nicht abgebaut oder sehr wenig.
Speaker: Dann kommt das in der Kläranlage an.
Speaker: Die Kläranlage ist aber nun vor...
Speaker: Ich glaube 150 Jahre haben die so die ersten Kläranlagen gebaut.
Speaker: Die ist nicht erfunden worden, um diese Tenside abzubauen, sondern eher um halt Scheiße rauszufiltern.
Speaker: Und die Tenside bauen sich da also nicht ab, weil Mikroorganismen bauen die nicht so viel ab.
Speaker: Also teilweise schon, aber es gibt ganz unterschiedliche.
Speaker: Und ein Teil davon bleibt einfach übrig.
Speaker: Der geht in die Kläranlage rein, genau wie viele Medikamente und kommt hinten wieder raus.
Speaker: Kannst du die Kläranlage mehr oder weniger sparen.
Speaker: Und das geht dann bei uns hier, wo ich wohne, in den Fluss oder eigentlich überall geht es dann in den Fluss.
Speaker: Die Tenside sind noch drin, also sind die Tenside im Prinzip am Ende im Fluss.
Speaker: Und dann bewässern die Landwirte mit dem Flusswasser ihre Felder und schon ist es auf dem Boden.
Speaker: Oder der Fluss überschwemmt und die Tenside sind auf dem Boden.
Speaker: Oder aus der Kläranlage ein bisschen was bleibt, nämlich doch in der Kläranlage hängen, nämlich im Klärschlamm.
Speaker: Und der Klärschlamm wird dann als Dünger auf die Felder gefahren.
Speaker: Und da hat man eben die Tenside und ganz viele andere toxischen Stoffe, also giftigen Stoffe, auf den Feldern.
Speaker: Ja, heute habe ich bei Deutschlandfunk oder HR Info gehört, dass großes Problem auch so Schmerzmittel Salben sind.
Speaker: Ja, Diclofenac.
Speaker: Ja, weil da schmierst du dich auf die Haut und dann...
Speaker: Bleibt das meist davon auf der Haut und dann wäschst du es ab und dann geht es in den Kreislauf.
Speaker: Richtig.
Speaker: Wenn du dann jemand bist, der allergisch auf Diflophenac ist und Wasser trinkt, ist das wohl ungeil.
Speaker: Ja, oder wenn du ein Alligator oder ein Fisch bist, hast du einen kleinen Penis, weil tatsächlich ganz viel Antibabypille einfach in den Gewässern ist dadurch und halt bei den Fischen und Alligatoren die Geschlechtsteile verkümmern lässt.
Speaker: Das ist ärgerlich.
Speaker: Das ist bitter.
Speaker: Und teilweise vermehren die sich dann halt nicht, weil es nicht mehr so gut geht.
Speaker: Und es gibt halt auch noch, also bei den Tensiden ist das so, die werden tatsächlich teilweise abgebaut, aber es gibt noch ganz, es gibt viele andere Stoffe, die gehen einfach durch deinen Körper 100% durch, entfalten ihre Wirkung und werden aber 99% wieder ausgepinkelt.
Speaker: Und das landet alles in der Kläranlage und dann auf den Feldern und am Ende auf eurem Essen.
Speaker: Das ist jetzt aber erstmal nicht so schlimm, weil wenn du halt Diclofenac fratzt, dann passiert dir nichts.
Speaker: Dann hast du halt weniger Schmerzen im Zweifel.
Speaker: Aber es ist nicht cool, aber es ist jetzt nicht so krass schlimm erstmal auf den ersten Blick.
Speaker: Aber ich habe mich dann damit halt beschäftigt, was passiert mit den Tensiven, wenn die im Boden landen und was haben die da vor allen Dingen für eine Auswirkung auf die Mikroorganismen.
Speaker: Weil, man kann sich jetzt vorstellen, wir haben hier unsere Desinfektionsmittel benutzt, dann gehen die Desinfektionsmittel eben über die Toiletten und die Kläranlage, landen die dann am Ende auf dem Feld.
Speaker: Da gibt es aber auch Mikroorganismen.
Speaker: Im Boden leben ganz viele Mikroorganismen, Bakterien, Pilze.
Speaker: Und wenn die jetzt diese Desinfektionsmittel abkriegen, dann sterben die nicht, weil das viel zu wenig ist, weil das ja super verdünnt ist durch das ganze Wasser im Klo und die Kläranlage und so weiter.
Speaker: dann sind das halt nur noch ein paar Desinfektionsmittel, die gerade so viel sind, die Mikroorganismen nicht zu töten, sondern dafür zu sorgen, dass die sich an diese Stoffe anpassen können.
Speaker: Das nennt man dann am Ende eine Resistenzentwicklung.
Speaker: Also hat man quasi resistente Bakterien im Boden.
Speaker: Ja, das ist nicht so schön.
Speaker: Ja, genau.
Speaker: Und vor allen Dingen können die dann auch noch über horizontalen Gentransferen
Speaker: und dadurch, dass der Mechanismus zum Beispiel gegen diese Desinfektionsmittel, also ein ganz einfacher Mechanismus ist, die Bakterie nimmt das Desinfektionsmittel auf, und dann merkt man, ah, das schadet mir irgendwie, ich muss das wieder loswerden, und dann bildet es sogenannte Effluxpumpen.
Speaker: Das ist wie eine Luftpumpe, die pumpt einfach diesen Giftstoff, das Tensit wieder aus der Zelle raus.
Speaker: Und dieser Mechanismus funktioniert auch gegen andere Sachen, zum Beispiel gegen Antibiotika.
Speaker: Und dann kann quasi eine Bakterie, die lernt jetzt durch die Tenside, ah, ich muss das rauspumpen, ich muss hier so Pumpen entwickeln, das steht auf meinem Gen, wie das geht.
Speaker: Okay, ich pumpe das alles schnell raus.
Speaker: Dann macht die das.
Speaker: Und im nächsten Schritt kommen dann Antibiotika.
Speaker: Du isst dann zum Beispiel deine Gurke, die auf dem Feld gewachsen ist, und nimmst aber gleichzeitig noch Antibiotika, weil du eine Lungenentzündung hast.
Speaker: Denkst dir aber, oh gut, Salat, gesund.
Speaker: Und dann sind die Bakterien aber darauf trainiert, diese Pumpen auszuprägen.
Speaker: Und dann kann denen das Antibiotika gar nichts mehr, weil die wissen, ich brauche diese Pumpen und dann geht es mir gut.
Speaker: Okay, also alles eher unpraktisch.
Speaker: Alles ziemlich doof.
Speaker: Ja.
Speaker: Also, meine Doktorarbeit ging quasi über Resistenzentwicklungen bei Mikroorganismen, die in Kontakt mit Desinfektionsmitteln waren.
Speaker: Im Boden.
Speaker: Und das Ganze auch noch, damit es ein bisschen spannender ist, in Mexiko.
Speaker: Ah, deswegen auch dein Spoiler letzte Woche.
Speaker: Hasta luego.
Speaker: Richtig.
Speaker: Das heißt?
Speaker: Das heißt, auf Wiedersehen.
Speaker: Und jetzt arbeite ich, also beziehungsweise die Doktorarbeit habe ich dann über Böden in Mexiko gemacht.
Speaker: Das erzähle ich aber nochmal beim nächsten Mal, falls ich nicht zu viele Leute vergrault habe.
Speaker: Ach Quatsch.
Speaker: Und...
Speaker: Da habe ich dann quasi in meiner Post-Doc-Phase, Post heißt danach und Doc halt, also ich bin jetzt quasi nach meiner Doktorphase, die ersten vier Jahre nach der Doktorarbeit nennt man Post-Doc-Phase, beschäftige ich mich eigentlich mit einem ähnlichen Thema, nur diesmal direkt mit Antibiotika.
Speaker: Aber auch in den Böden von Mexiko.
Speaker: Vor allen Dingen in den Böden von Mexiko-Stadt.
Speaker: Deswegen kann ich euch nächste Woche erzählen,
Speaker: Wie ist Mexiko Stadt generell?
Speaker: Fahrt da mal hin oder nicht?
Speaker: Weiß man noch nicht, wie ich das finde.
Speaker: Und was haben Desinfektionsmittel, Antibiotika, also Desinfektionsmittel und Antibiotika mit mexikanischen Böden zu tun?
Speaker: Da bin ich mal gespannt.
Speaker: Da sind wir aber alle gespannt.
Speaker: Ja, ich bin wirklich gespannt.
Speaker: Ja, ich nicht, ich kenne es ja schon.
Speaker: So, Max.
Speaker: Was hast du jetzt noch zu erzählen?
Speaker: Hast du noch Fragen zur Resistenz gehen?
Speaker: Wenn ihr Fragen dazu habt, fragt mich.
Speaker: Schreibt in den Chat.
Speaker: Was auch immer.
Speaker: Schreibt Max eine Nachricht.
Speaker: Schreibt mir eine Nachricht.
Speaker: Ja.
Speaker: Ich persönlich hätte jetzt erstmal keine Frage, weil es ja nächste Woche quasi eine Fortsetzung davon gibt.
Speaker: Ja.
Speaker: Da würde ich mir fachspezisch spachten.
Speaker: Putzenpullover.
Speaker: Putzenpullover-Fragen, also fachspezifische Fragen, würde ich mir für nächste Woche aufheben.
Speaker: Ja.
Speaker: Und dann in einer Art kleinen Fragerunde an dich stellen.
Speaker: Ja, ihr könnt mir ja mal irgendwie zukommen lassen, ob diese Fachsachen, ob das jetzt total langweilig war oder totaler Bullshit, ob es keinen interessiert.
Speaker: kannst du mir ja auch nochmal Privatrückmeldungen geben, Max?
Speaker: Weil ich, das wollte ich schon immer machen.
Speaker: Ich finde es wichtig, dass wir Wissenschaftler, also ich arbeite ja an der Uni mit lauter Profs und Doktor und Professor, Doktor, schlag mich tot.
Speaker: Die kochen alle ihr Süppchen und erzählen was von hydrophoben, hydrophilen Teilen und predicted environmental concentration, was das für Auswirkungen hat und wie schlimm das alles ist.
Speaker: Aber am Ende versteht es keiner.
Speaker: Man muss es mal auf dem
Speaker: einfach einen Nenner bringen, damit auch fachfremde Leute verstehen, warum ist eigentlich eine Antibiotikaresistenz schlimm?
Speaker: Wo kommt die eigentlich überhaupt her, zum Beispiel?
Speaker: Und das macht mir Spaß und finde ich wichtig, dass die Leute das verstehen.
Speaker: Ich will verstehen, was ist eine Fette?
Speaker: Und genauso gut will ich den Leuten beibringen, was ist eine Antibiotikaresistenz?
Speaker: Wie funktionieren die Mechanismen und wo kommen die her?
Speaker: Als Beispiel nur.
Speaker: Also bringt die Wissenschaft doch zu den Leuten,
Speaker: damit sie die verstehen und sich nicht so denken, zu Recht oft wirklich laber nicht, wen interessiert es.
Speaker: Ja.
Speaker: Schönes Statement für den Schluss, würde ich sagen.
Speaker: Ja.
Speaker: Es hat mir heute viel Spaß gemacht.
Speaker: Ich habe einiges gelernt, was ich tatsächlich noch nicht wusste.
Speaker: Okay.
Speaker: Ja.
Speaker: Ja, dann trinke ich jetzt mal meinen Darjeeling-Tee in Ruhe fertig.
Speaker: Ja.
Speaker: Da fahre ich demnächst auch hin.
Speaker: Nach Darjeeling?
Speaker: Ja.
Speaker: Ja, tatsächlich.
Speaker: Also nicht direkt, aber nach Malaysia fahre ich.
Speaker: Ja, cool.
Speaker: Vorher muss ich noch nach Mexiko zum Proben nehmen, tatsächlich.
Speaker: Ja.
Speaker: Aber ich würde sagen, wir machen mal die Klappe zu.
Speaker: Ja.
Speaker: Willst du... Ja, ich moderiere dann noch ab oder wie oder was?
Speaker: Ja.
Speaker: Dann vielen Dank fürs Zuhören.
Speaker: Wir sehen uns nächste Woche.
Speaker: Und wie ich heute gelernt habe, hasta luego.
Speaker: Ich weiß gar nicht, ob das irgendwann aufhört, das Auto.
Speaker: Ja, keine Ahnung.



