Transcript
Isabell & Sven Haase: Es gibt einen Gedanken, der uns in Vorbereitung auf dieses Gespräch irgendwie nicht losgelassen hat.
Isabell & Sven Haase: Schauspieler wissen, dass sie eine Rolle spielen.
Isabell & Sven Haase: Sie machen das also ganz bewusst.
Isabell & Sven Haase: Und die meisten Menschen, die wissen es aber nicht, dass sie das tun.
Isabell & Sven Haase: Und doch spielen sie die ganze Zeit irgendeine Rolle.
Isabell & Sven Haase: Wir alle, wir spielen die Erfolgreiche.
Isabell & Sven Haase: Wir spielen den starken Unternehmer, die perfekte Mutter, eine Frau, die alles im Griff hat.
Isabell & Sven Haase: Und doch irgendwann stellt sich so die Frage...
Isabell & Sven Haase: Wer bin ich eigentlich, wenn alle diese Rollen einfach mal wegfallen?
Isabell & Sven Haase: Und darüber wollen wir heute gemeinsam mit unserem heutigen Gast Jutta Steinbusch sprechen.
Isabell & Sven Haase: Denn ihr Leben hat sich verändert, als sich das Leben dann einfach weiterentwickelt hat und sie auf eine Schauspielbühne gebracht hat.
Isabell & Sven Haase: Und was sie dort über sich selbst gelernt hat, das war keine Ausbildung, das war kein Job und das war etwas, was man einfach nicht beschreiben kann.
Isabell & Sven Haase: Und was genau das war, wie das für sie war, darüber wollen wir heute mit Jutta sprechen und wir freuen uns riesig, liebe Jutta, dass du heute bei uns zu Gast bist.
Jutta: Vielen Dank, liebe Isabel, lieber Sven.
Jutta: Ich freue mich riesig und danke für dieses schöne Intro.
Jutta: Das bringt mich tatsächlich direkt wieder in diesem Moment auf der Bühne.
Isabell & Sven Haase: Ja, dann lass uns doch mal reingehen.
Isabell & Sven Haase: Ich weiß ja, dass du da auch gar nicht so ganz freiwillig auf diese Bühne gekommen bist.
Isabell & Sven Haase: Also hol da vielleicht mal ein bisschen aus.
Isabell & Sven Haase: Wie bist du auf die Schauspielbühne gekommen und was hat das mit dir gemacht?
Jutta: Ja, ich habe bis zu diesem Zeitpunkt mich in Zahlen, Daten, Fakten verloren.
Jutta: Also verloren weiß ich jetzt im Nachhinein.
Jutta: Ich war im Projektmanagement und habe im Vertriebscontrolling wirklich große Zahlen jongliert, habe auch durchaus von Menschen gesprochen und meine Zahlen und PowerPoint-Präsentation den Menschen nahegebracht.
Jutta: Aber da ging es um die Rolle von
Isabell & Sven Haase: Mhm.
Isabell & Sven Haase: Mhm.
Jutta: Die Rolle der Projektmanagerin, die das gut konnte.
Jutta: Und unfreiwillig deswegen auf die Bühne, weil eine Freundin von mir damals wirklich im ganzen Nachmittag, ich erzähle es wirklich immer wieder gerne, weil es war so eindrücklich für mich, im ganzen Nachmittag bei Kaffee und Kuchen auf mich eingeredet hat, dass es einen Schauspielkurs gibt am Theater dort in der Stadt und sie sich mit mir zusammen dort anmelden will.
Jutta: Und ich war total entsetzt, weil ich dachte, sie kennt mich doch.
Jutta: Sie weiß doch, dass das nichts für mich ist, dass ich nicht, wenn es um mich geht, mit Menschen gerne rede, weil ich so blöden Gedanken im Kopf hatte, das ist doch nicht interessant.
Isabell & Sven Haase: Mhm.
Isabell & Sven Haase: Mhm.
Jutta: Was ich zu sagen habe, interessiert doch keinen Menschen.
Jutta: Und ich bin zusätzlich immer rot geworden, hatte einen trockenen Mund und habe immer gedacht, nee, mache ich nicht.
Jutta: Es ist aber tatsächlich so gewesen, dass sie den ganzen Nachmittag so intensiv auf mich eingeredet hat, dass ich als Zahlenmensch kurz überschlagen habe, was mich dieser Schauspielkurs kostet und habe gedacht, okay, kann ich verschmerzen, zahle ich, dann hört sie wenigstens auf.
Jutta: Und sie hat es geschafft, mich zur ersten Stunde mitzunehmen und
Jutta: Fun Fact vorab, sie ist nie wieder dorthin gegangen.
Jutta: Ich bin aber geblieben und habe Blut geleckt.
Jutta: Es war wirklich klasse.
Isabell & Sven Haase: Mhm.
Jutta: Es war meine Lebensrettung auch im Nachhinein.
Jutta: Es gab eine der ersten Übungen und diese Übung ist tatsächlich das, was die Menschen, die in meine Räume kommen, auch als allererstes machen, weil es für mich so eindrücklich war.
Jutta: Der Regisseur sagte, geh auf die Bühne.
Jutta: Und es war eine große Bühne, so eine klassische mit Holzboden.
Jutta: Schönes Publikum mit so roten Samtsesseln und so, da saßen eben die anderen.
Jutta: Und ich stand im Scheinwerferlicht auf dieser Bühne und sollte jetzt was sagen.
Jutta: Aber es ging gar nicht um die Worte, die ich sagen sollte, sondern es ging in dem Moment für mich um, krass, was das mit mir macht.
Jutta: Also was das mit mir und meinem Körper macht.
Jutta: Das hatte ich vorher noch nie so bewusst erlebt.
Jutta: Und dieses Gefühl von, als ob ich so fest verwurzelt wäre auf diesem Boden mit meinen Fußsohlen, war so neu für mich und so ein, also ich kann das gar nicht mehr so beschreiben, so Wärme, die durch mich durchging und ein, oh krass, das ist toll, das ist toll, davon will ich mehr und ich will es vor allen Dingen verstehen, war für mich
Isabell & Sven Haase: Vielen Dank.
Jutta: ein riesen Wendepunkt in meinem Leben.
Jutta: Und das ist das, was ich am liebsten den Menschen in meinen Räumen, hauptsächlich Frauen, auch gerne mitgeben möchte, dass unser Körper spricht, dass unser Körper unser wichtigstes Werkzeug ist und dass es sich wirklich lohnt zu lauschen, was er dir sagt.
Isabell & Sven Haase: Vielen Dank.
Jutta: Und auch die Emotionen zu fühlen, die ich damals als
Jutta: Zahlen, Daten, Fakten, Mensch, gar nicht zugelassen habe.
Isabell & Sven Haase: Ja, ich kenne das nur zu gut.
Isabell & Sven Haase: Ich komme auch aus dieser Business-Welt.
Isabell & Sven Haase: Ich habe Mathematik studiert.
Isabell & Sven Haase: Das heißt, Zahlen waren nicht so meins, aber alles andere rings um die Mathematik, die ganzen Formeln, die ganzen abstrakten Geschichten.
Isabell & Sven Haase: Und bei mir war es dann tatsächlich auch das Yoga, was mich dann wieder mit mir verbunden hat.
Isabell & Sven Haase: Das heißt, am Ende ging es auch erstmal über den Körper wieder diese...
Isabell & Sven Haase: Ganzheitlichkeit zwischen Seele, Körper, Geist irgendwie herzustellen.
Isabell & Sven Haase: Und das ist ja spannend, dass das bei dir quasi diese Bühne war.
Isabell & Sven Haase: Das heißt, bei dir war es wirklich dieser eine Moment, auf der Bühne zu stehen und dann plötzlich ein ganz anderes Körpergefühl zu haben.
Isabell & Sven Haase: Crazy.
Jutta: Absolut, sofort.
Jutta: Und meine Neugier war dann wirklich geweckt, weil dann habe ich wirklich gedacht, okay, wenn das so ein intensives Fühlen ist und so ein neues Erleben, dann mag ich das natürlich reproduzieren, weil ich das vorher nicht kannte.
Jutta: Und ich möchte es verstehen.
Jutta: Und darüber bin ich dann einfach tiefer gegangen.
Jutta: Ich habe noch mehr geforscht und habe alle Seiten der Bühne mir dann angeschaut.
Isabell & Sven Haase: Vielen Dank.
Jutta: Vor der Bühne, hinter der Bühne, auf der Bühne.
Jutta: Und gleichzeitig auch zu wissen, das ist erst der Anfang.
Jutta: Und das, was du dann damit machen kannst, was du in dir bewegen kannst und was du dann Neues über dich entdeckst,
Jutta: Das ist ein Riesenfeld.
Jutta: Das ist ein Riesenfeld.
Jutta: Und heute nutze ich das im Bereich der Persönlichkeitsentwicklung mit meinen Kundinnen.
Jutta: Und das Schöne daran ist, es hat was sehr Spielerisches auch.
Isabell & Sven Haase: Mhm.
Jutta: Also bei all der Schwere an Themen, die wir natürlich immer mal wieder haben in unserem Leben, können wir
Isabell & Sven Haase: Mhm.
Isabell & Sven Haase: Mhm.
Jutta: Ja, mit spielerischen Übungen uns in Perspektivwechsel bringen.
Jutta: Und das macht großen Spaß.
Isabell & Sven Haase: Man bekommt die Bedeutung Bretter, die die Welt bedeuten, gleich nochmal eine ganz andere Bedeutung für dich, oder?
Isabell & Sven Haase: Ja.
Jutta: Absolut, absolut.
Jutta: Und das funktioniert halt immer.
Jutta: Auch diesen Moment kann ich jetzt immer wieder reproduzieren.
Jutta: Also ich bin jetzt nicht mehr in Rollen unterwegs im Schauspiel unterwegs,
Jutta: sondern wenn, dann als Jutta auf der Bühne.
Isabell & Sven Haase: Ja.
Jutta: Und ich war vor zwei Jahren auf einer großen Freilichtbühne in Österreich, weil ich mir da die Location mit einer Kollegin angeschaut habe.
Jutta: Ein wunderschönes Schloss mit einer Freilichtbühne und so.
Jutta: Und ich bin auf diese Bühne gegangen.
Jutta: Es war ein Sommertag.
Jutta: Ich war barfuß und gehe auf diese Bühne und meine Kollegin steht unten und sagt, was passiert da gerade?
Jutta: Und ich so, ich weiß nicht, was du meinst.
Jutta: Ich hatte auch gar nichts gemacht.
Jutta: Ich habe mich da nur hingestellt.
Jutta: Und dann habe ich gedacht, ja, das ist wieder dieser Moment.
Jutta: Es ist wieder dieser Moment.
Jutta: Ich stehe hier barfuß und bin total verbunden und stehe auf einer Bühne.
Jutta: Da war jetzt kein Publikum.
Jutta: Aber es war wirklich dieses, ja, ja, wie schön.
Isabell & Sven Haase: Sehr schön, genau.
Isabell & Sven Haase: Es ist ja doch klar, im Schauspiel hast du die Rollen und wenn du aber so über dein Leben nachdenkst, ist es ja mal ganz wichtig, auch die Rollen mal abzulegen, mal dahinter zu gucken, hinter die Fassade zu gucken.
Jutta: Vielen Dank.
Isabell & Sven Haase: Und ich glaube, davor haben ja ganz viele Menschen einfach Angst.
Isabell & Sven Haase: Ja, wer bin ich denn, wenn ich diese Rollen, diese Masken, wenn ich das alles fallen lasse?
Isabell & Sven Haase: Wenn du mit deinen Kundinnen zusammen bist und arbeitest, stellst du dann auch fest, dass das schon erstmal so eine gewisse Hürde ist?
Isabell & Sven Haase: Oh mein Gott, ich soll jetzt alles fallen lassen?
Isabell & Sven Haase: Und
Isabell & Sven Haase: ich habe doch Angst, dahinter zu gucken.
Isabell & Sven Haase: Also wie empfindest du das in deiner täglichen Arbeit?
Jutta: Ja, also das Schöne ist ja, dass das, was wir machen, und das kennt ihr sicherlich auch sehr gut, dass wir vieles ja selber auch kennen von uns.
Jutta: Und als ich diesen Wechsel gemacht habe aus dem Zahlenmetier hin zu mit Menschen arbeiten, war das fast ein bisschen wie ein Identitätsverlust.
Isabell & Sven Haase: Mhm.
Jutta: Und das ist natürlich krass, wenn es so weit erst kommen muss, dass du durch irgendeine Krise vielleicht sogar auch im Leben erstmal alles durchgerüttelt wird und du dann gucken musst, okay, jetzt ist mir der Boden unter den Füßen weggezogen und jetzt gucke ich weiter.
Jutta: Das ist zum Glück nicht immer so bei meinen Kundinnen, dass die in diesen existenziellen Momenten sind, wenn sie zu mir kommen.
Jutta: Aber sowas blitzt natürlich immer mal wieder auf.
Jutta: Und das fängt tatsächlich an, ich sag mal, bei den klassischen Rollen, eine Mama von zwei Kindern, die auch noch arbeitet und dann sagt, ja, aber du sagst mir jetzt, ich soll mich um mich kümmern?
Jutta: Wie soll das denn gehen?
Jutta: Ich reichne.
Isabell & Sven Haase: Vielen Dank.
Jutta: bin doch die Mama.
Jutta: Okay, ich will dir ja nicht die Rolle der Mama wegnehmen, aber vielleicht können wir mal darauf schauen, wie du die Rolle bisher füllst und was es noch für Möglichkeiten gibt, eine Mama-Rolle auszufüllen.
Jutta: Und wenn wir dann systemisch drauf schauen, auch zu sehen, okay, wenn sich die Frau in der Mutterrolle verändert und plötzlich ändert,
Jutta: Dinge für sich auch erkennt, die für sie wichtig sind, auch erst mal zu machen, bevor sie zum Beispiel das Frühstück macht oder den Kaffee macht für alle anderen, dann verändert sich natürlich auch was bei ihnen zu Hause.
Jutta: Ich hatte letzte Woche ein Gespräch mit einer Frau, die sagte dann so, ja, meine Kinder rufen dann so, Mama, das ist ja jetzt ganz anders.
Isabell & Sven Haase: Ja, und oft wird den Frauen wahrscheinlich bewusst, dass das, was sie bisher als Rolle gesehen haben, ja gar nicht ihre war, weil es ist ja oft so,
Jutta: Ja, genau, aber anders ist im besten Fall
Jutta: Besser, schöner für alle langfristig.
Isabell & Sven Haase: Man hat das erlebt, entweder in der eigenen Kindheit, weil die eigene Mutter irgendwie genau diese Rolle gespielt hat, weil es natürlich auch andere Zeiten waren oder weil es von der Gesellschaft erwartet wird.
Isabell & Sven Haase: Oder weil man das vielleicht auch in früheren Leben einfach Dinge erlebt hat, die dann für einen sicher waren.
Isabell & Sven Haase: Und das nehmen wir ja trotzdem auf der Seelenebene mit und verkörpern das dann auch wieder in diesem Leben.
Isabell & Sven Haase: Und ich glaube, es ist einfach mal wertvoll zu sehen, zu erleben, wie es auch anders gehen kann.
Isabell & Sven Haase: Da sind wir wieder bei dieser Verkörperung, dass man...
Jutta: Vielen Dank.
Isabell & Sven Haase: sich die Dinge manchmal gar nicht vorstellen kann, wie kann es dann auch sein, anders zu sein, aber wenn man das dann wirklich mal neu verkörpert und ausprobiert, merkt man, cool, das geht ja auch und es ist plötzlich viel leichter, ich darf mich auch um mich kümmern und plötzlich geht es meinem Umfeld sogar besser, als wenn ich die ganze Zeit da irgendwie bloß klammer und versuche dann irgendwie alles in den Griff und in Ordnung zu halten, sondern zu sagen, ich darf auch loslassen, ich darf mich auch erst um mich kümmern und plötzlich fließt alles um mich herum auch viel leichter.
Isabell & Sven Haase: Das Thema hat man ja vorhin auch schon im Vorgespräch.
Jutta: Genau.
Jutta: Ja, und oft ist es ja so, dass es erstmal, dass es, wie du gerade sagst, vielleicht auch Rollenbilder, die wir gelernt haben durch Imitieren, durch eigene Familien, in denen wir groß geworden sind, durch Zuschreibung, wie man als Frau oder Mann zu sein hat in der Familie.
Jutta: Und dann aber auch, was ja auch oft dahinter steckt, ist, wenn ich es nicht mache,
Jutta: Wenn ich es nicht kontrolliere, dann wird es nicht richtig gemacht.
Isabell & Sven Haase: Mhm.
Isabell & Sven Haase: Mhm.
Isabell & Sven Haase: Mhm.
Jutta: Und da steckt ja eine Angst hinter.
Jutta: Und da erstmal zu schauen, okay, was kann denn im schlimmsten Fall passieren, wenn du dich nicht um alles kümmerst?
Jutta: Oder wenn du dich erst um dich kümmerst?
Jutta: Was könnte passieren?
Jutta: Ja, rüttelt erstmal auf, ist ungewohnt.
Jutta: Aber so rüttelt sich auch alles wieder an neuen Platz.
Jutta: Und das erlebe ich schon, dass es für alle Beteiligten auch angenehmer wird dadurch.
Isabell & Sven Haase: Auf jeden Fall.
Isabell & Sven Haase: Und dieses Mach mal Pause im Kopf, im Körper und überhaupt irgendwo.
Isabell & Sven Haase: Also im Schauspiel, auf der Bühne, in der Rhetorik ist das klar.
Isabell & Sven Haase: Das wichtigste rhetorische Mittel ist für mich nach wie vor die Pause.
Isabell & Sven Haase: Die bereitet uns auf was vor und die hilft uns natürlich auch das Gesagte mal kurz setzen zu lassen.
Isabell & Sven Haase: Unserem Gehirn mal kurz eine Pause zu geben.
Isabell & Sven Haase: sie atmet dreimal durch, mein Gehirn kann verarbeiten und dann kann ich mich wieder voll konzentriert auf dieses Schauspiel, Theaterstück, auf diese Rede, was auch immer einlassen.
Isabell & Sven Haase: So, aber im Leben erlauben wir uns das nicht.
Isabell & Sven Haase: Im Leben müssen wir immer funktionieren, alle Zepter irgendwie zusammen haben.
Isabell & Sven Haase: Also wir können uns ja aber sehr gut vorstellen, dass auch uns diese Pause, die uns selbst im Schauspiel so gut tut als Zuhörer, ja, dass wir ja vielleicht selber auch gut gebrauchen könnten.
Isabell & Sven Haase: Das eine schließt das andere nicht aus, aber diese Verknüpfung bilden wir gefühlt im Kopf nicht so ganz manchmal.
Isabell & Sven Haase: Ich weiß nicht, wie siehst du das?
Jutta: Ja, absolut, sehe ich genauso.
Jutta: Und es ist ja auch so lustig, wenn wir dann auf solche Situationen gucken, also ich sage jetzt lustig, ich meine es nicht, also ich mag es nicht abwertend jetzt sagen, sondern die Dynamiken, die dann passieren,
Jutta: Bitten.
Jutta: Aber ich kann auch erstmal hören, atmen und dann reagieren.
Jutta: Und muss nicht immer sofort eine Antwort parat haben oder sofort etwas erledigen.
Jutta: Es dauert im schlimmsten Fall drei Atemzüge.
Jutta: Und das ist vielleicht ungewohnt, wenn das Gegenüber das nicht gewohnt ist von dir, sondern eigentlich von dir gewohnt ist, Frage, Antwort, bitte, ich mache sofort was.
Isabell & Sven Haase: Mhm.
Isabell & Sven Haase: Mhm.
Jutta: Sondern dann mal zu stehen, dann kann das Gegenüber, ist vielleicht irritiert und sagt, was ist los, bist du noch da?
Jutta: Ja, lass mich kurz nachdenken.
Jutta: Und auch die Freiheit zu haben, selbst nach dreimal atmen zu sagen, ich habe jetzt keine Antwort.
Jutta: Oder jetzt nicht.
Jutta: Aber zu diesem Moment kommen wir oft gar nicht, wenn wir so schnell immer im Reaktionsmodus sind.
Jutta: Und für mich ist das auch so ein Bild von, ich verschiebe mich dann.
Isabell & Sven Haase: Vielen Dank.
Jutta: Ich verschiebe mich wirklich selber, weil ich gehe auch nach vorne.
Jutta: Das ist auch das, was meine Kundinnen bei mir lernen.
Jutta: Achte mal auf deinen Körper.
Jutta: Also geh wirklich ins Fühlen und in die Beschreibung.
Jutta: Stopp mal kurz, wenn du zum Beispiel mit deinen Kunden redest, wenn du mit deinen PartnerInnen redest, mit den Kindern, bist du
Jutta: in einer, ich sag mal, neutralen Position?
Jutta: Gehst du vielleicht in Rückzug oder gehst du nach vorne?
Jutta: Bist du im, ich mache alles und kümmere mich um alles und wenn ich so nach vorne gebeugt bin, dann habe ich oft auch so einen Scheuklappenblick.
Jutta: Das heißt, wenn du das merkst,
Jutta: Kurz stoppen, ach so, ja stimmt, ich gehe mal wieder zurück in diesen mittleren Modus und habe mal wieder einen Überblick und jetzt kann ich auf freier denken, ich kann dann übrigens auch freier atmen und dann eine Entscheidung finden, eine Antwort finden, etwas tun.
Jutta: Aber so viel Zeit dürfen wir uns nehmen.
Isabell & Sven Haase: Und hier ist ja auch ganz wichtig, um aus diesen
Isabell & Sven Haase: diesen Schleifen mal wirklich rauszukommen.
Isabell & Sven Haase: Ich kenne das selber von mir auch, dass du dann manchmal so unbedacht früher, kannst du das mal schnell machen?
Jutta: Vielen Dank.
Isabell & Sven Haase: Ja klar, mach ich, leg hin.
Isabell & Sven Haase: Kannst du mal hier?
Isabell & Sven Haase: Ja klar, leg hin.
Isabell & Sven Haase: Und am Ende des Tages denke ich mir, scheiße, wann soll ich das alles machen?
Isabell & Sven Haase: Hast du wieder dreimal ja gesagt und eigentlich völlig gaga, jetzt musst du Überstunden machen oder oder oder.
Isabell & Sven Haase: Also ich kenne das auch alles.
Isabell & Sven Haase: Also
Isabell & Sven Haase: Und das ist ja eine schöne Sache, die du beschreibst, um mal rauszukommen aus diesem Automatismus, der uns ja letztendlich gegeben ist, über den wir nicht nachdenken und wir wundern uns abends nur, scheiße, warum habe ich so viel auf dem Tisch?
Isabell & Sven Haase: Ja, klar, du hast ja gesagt, da hättest du mal Nein sagen können, aber irgendwie hast du es nicht gecheckt.
Jutta: Ja.
Jutta: Und das macht ja auch, also da kommen ja dann auch diese ganzen Erschöpfungssymptome her.
Isabell & Sven Haase: Ja, das ist wie so ein Programm, was immer wieder läuft in Dauerschleife und ja, das darf einfach mal durchbrochen werden.
Jutta: Also das ist nicht unbedingt, weil wir zu viel gemacht haben, sondern weil wir zu viel nicht bewusst gemacht haben.
Isabell & Sven Haase: Ja.
Isabell & Sven Haase: Ja.
Jutta: Und wenn mich dann welche fragen, ja, aber wie merke ich das denn vorher?
Jutta: Das heißt ja, vorher weiß ich nicht, also indem du achtsamer mit dir umgehst, dass du wirklich die Pausen machst, aber spätestens dann, wenn du im Meckermodus dich wieder findest, dass alle im Außen doof sind und alles doof machen, spätestens dann solltest du mal kurz die Bremse ziehen, mal atmen, mal gucken, warum bin ich gerade so unzufrieden?
Isabell & Sven Haase: Ja.
Isabell & Sven Haase: Mhm.
Isabell & Sven Haase: Mhm.
Jutta: Was habe ich bei mir wieder übersehen und überhört?
Jutta: Wo habe ich mich wieder verschoben?
Isabell & Sven Haase: Ja, weil das Wichtigste ist, was die meisten ja dann nicht wahrhaben wollen, es kann mir keiner Energie ziehen, wenn ich es nicht zulasse.
Isabell & Sven Haase: Und dann reden alle von den Energiewampiren, wo ich sage, es gibt keine Energiewampire.
Isabell & Sven Haase: Das ist im Prinzip nur ein Spiegel für dich selber.
Isabell & Sven Haase: Wenn du einfach zulässt, dass die Leute einfach in dein Feld reingehen, über deine Grenze treten, dir quasi auf die Füße treten dürfen,
Jutta: Vielen Dank.
Isabell & Sven Haase: dann ist es in deiner eigenen Verantwortung da, zu sagen, hey, stopp bis hier und nicht weiter.
Isabell & Sven Haase: Und ich kann immer noch selber entscheiden, ob ich mir Energie ziehen lasse oder nicht.
Isabell & Sven Haase: Und sich das dann halt mal wirklich bewusst zu machen.
Isabell & Sven Haase: Das ist ein schönes, einfaches Beispiel, was du da hast, zu sagen, wenn ich wieder in diesen Meckermodus reinfalle, dann merke ich einfach, okay, ich habe irgendwie die Verantwortung für mich selber abgegeben.
Isabell & Sven Haase: Ich darf da einfach mal wieder hinschauen und sagen, okay, wie darf ich jetzt wieder einfach in meine Energie kommen?
Isabell & Sven Haase: Was darf ich tun, dass ich mich wieder priorisiere?
Jutta: Ja, und wir sind ja auch sehr schnell in der Bewertung und damit auch in der Abwertung, oft natürlich eher in unserer eigenen Abwertung.
Isabell & Sven Haase: Mhm.
Isabell & Sven Haase: Mhm.
Jutta: Und es kostet natürlich schon auch viel Wachsamkeit, genau diese Momente mitzubekommen.
Jutta: Und wenn wir, ich sage mal, einen Konflikt haben, klar wissen wir,
Jutta: Feedback kommt am besten an, wenn ich ich Botschaften sende und keine Du-Botschaften.
Jutta: Aber wenn ich trotzdem irgendwie merke, während ich da drin bin oder auch im Nachhinein, ich kann ja auch im Nachhinein mir die Situation angucken und dann nochmal neu machen.
Isabell & Sven Haase: Vielen Dank.
Jutta: Also auch da haben wir Zeit zu.
Jutta: Wir müssen nicht immer sofort alles klären und lösen.
Jutta: Aber wenn ich so Sachen sage wie, du hast mich verletzt, dann wirklich mir das nochmal anzugucken,
Jutta: Naja, aber der andere hat das jetzt erstens, gehe ich von aus, gar nicht so gemeint.
Jutta: Der war wertschätzend immer noch.
Jutta: Vielleicht hat er sich im Ton vergriffen.
Jutta: Ja, okay.
Jutta: Aber ich habe mich verletzen lassen.
Jutta: ich kann aktiv entscheiden, ob ich auf oder zu mache.
Isabell & Sven Haase: Mhm.
Isabell & Sven Haase: Mhm.
Isabell & Sven Haase: Mhm.
Jutta: Und das ist übrigens auch etwas Körperliches, das mache ich zum Beispiel viel in Trainings auch mit Teams.
Jutta: Auch in Teams gibt es ja oft Konflikte, meistens diese nicht ausgesprochenen.
Jutta: Dann dieses wirklich mal zu stellen, wie in der Aufstellung.
Jutta: Und dann stellen wir häufig fest, dass die Menschen frontal sich gegenüberstehen.
Isabell & Sven Haase: Mhm.
Jutta: Dann gibt es aus meiner Sicht ganz viele kleine Tricks, die ich nutzen kann.
Jutta: Also entweder halte ich meine Hand auf meinen Bauchnabel.
Jutta: So bin ich schon immer nicht mehr ganz so durchlässig.
Jutta: Oder ich schiebe mein Becken einfach mal ein bisschen, ein paar Grad zur Seite.
Jutta: Oder ich positioniere einen Tisch zwischen uns.
Jutta: Oder ich gehe auf Abstand, wie auch immer.
Jutta: Aber ich kann den Körper tatsächlich mitnehmen und mich schützen, dass ich nicht so...
Jutta: mich komplett in den Konflikt begebe, was oft schon zu einer Beruhigung des Systems beiträgt.
Jutta: Mhm.
Isabell & Sven Haase: Ja, was dann für mich auch immer so ein ganz einfacher Lieblingstipp ist, sagt, klar, das Thema nicht im Raum, sondern geht erstmal raus in die Natur und geht dabei spazieren, weil das hat ja einen Vorteil, erstmal der Raum schränkt mich energetisch nicht so ein, sondern die Gedanken sind, das kann viel klarer fließen.
Isabell & Sven Haase: Ich habe eine Naturverbundenheit und das Spannende ist ja, wir gucken dann, weil du gesagt hast, wir stehen uns nicht gegenüber und konfrontieren uns, sondern wir gehen in die gleiche Richtung.
Jutta: Ja.
Isabell & Sven Haase: Und das nimmt auch manchmal ganz viel Druck raus, weil dann das Gespräch ein ganz anderes plötzlich wird.
Jutta: Und dann kommt sowas wie, ja, aber dazu haben wir keine Zeit.
Jutta: Okay, seid aber meistens in einem Raum mit mindestens einem Fenster.
Isabell & Sven Haase: Wobei ich in einem Raum ohne Fenster möchte ich auch nicht arbeiten.
Jutta: Dann stellt euch doch mal nebeneinander mit dem Blick nach draußen.
Jutta: Also wirklich eine Position wechselt und in die gleiche Richtung gucken.
Jutta: Oder wenn es kein Fenster gibt, tauscht die Rollen.
Jutta: Also die Rollen, wo ihr steht.
Jutta: Aber manchmal ist das so.
Jutta: Manchmal gibt es dann so einen.
Jutta: Und es gibt so viele Variationen, die du machen kannst.
Jutta: Oder geh einen Schritt nach rechts oder einen Schritt nach links.
Jutta: Also schon hast du eine kleine Perspektive verändert.
Jutta: So, genau.
Isabell & Sven Haase: Vielen Dank.
Jutta: Eigentlich ist es ganz leicht.
Isabell & Sven Haase: Ja, wenn es immer so einfach wäre, ne?
Isabell & Sven Haase: Genau.
Isabell & Sven Haase: Also eigentlich ist es ganz leicht und sagen tun wir das auch meistens leicht, aber wenn man dann wirklich ein Thema hat, dann merkt man erst mal, wie schwer das ist, was loszulassen.
Isabell & Sven Haase: Also loslassen tut ja gefühlt immer weh und ist irgendwie mit Schmerzen verbunden.
Isabell & Sven Haase: Und wenn man es dann einmal losgelassen hat, merkt man aber, wie schön leicht es auf einmal ist.
Jutta: Vielen Dank.
Isabell & Sven Haase: Aber der Weg dahin, der ist manchmal ganz schön spannend, bis man da so wirklich losgelassen hat.
Jutta: Genau.
Jutta: Ja, das ist dann oft diese Sorge vor dem Unbekannten, dass ich nicht weiß, womit fülle ich es denn dann stattdessen.
Isabell & Sven Haase: Mhm.
Jutta: Und das ist das, wie es dann bei mir weitergeht, wenn wir solche Dinge aufdecken.
Jutta: Wir sprechen auch in der Gestalt von Introjekten, also Überzeugungen, Glaubenssätze.
Jutta: Da mal zu gucken.
Jutta: Wenn ich so einen hinderlichen Satz mit mir trage, erst mal unabhängig davon, ob es wirklich meiner ist oder ob der aus der Herkunftsfamilie kommt oder wo auch immer der herkommt, dazu eine Position zu finden, also wirklich eine körperliche Pose.
Isabell & Sven Haase: Mhm.
Jutta: Also wie stehe ich, wenn zum Beispiel mein Satz ist, ich werde nie gehört.
Jutta: So.
Jutta: Und die Menschen wissen, wie sie sich hinstellen.
Jutta: Also wir experimentieren ein bisschen, wir verstärken auch, also spiegeln.
Jutta: Also entweder im 1 zu 1 übernehme ich diese Pose auch oder wenn wir es in einer Gruppe machen, machen es alle anderen mit, weil wir dadurch nochmal ganz neue Aspekte sammeln können, wenn da jemand steht.
Jutta: und kopiert die Pose, kann er vielleicht sagen, oh, das fühlt sich aber gerade in den Knien bei mir ganz unangenehm an.
Isabell & Sven Haase: Mhm.
Isabell & Sven Haase: Mhm.
Jutta: Und dann schauen wir mal gerade, was ist denn mit den Knien?
Jutta: Und dann kann tatsächlich sowas kommen, dass die Person, um die es geht, plötzlich sagt, jetzt da du sagst, mit den Knien habe ich tatsächlich immer ein Ding.
Jutta: So, ah ja, okay, so.
Jutta: Und dann kommt
Jutta: installieren wir quasi so eine Statue für den Ist-Stand, den Unangenehmen, den, den wir nicht wollen.
Jutta: Und dann hüpfen wir wirklich da raus, also wirklich hüpfen, ausschütteln und hüpfen, damit es erstmal weg ist und gehen dann in die Pose des Wunschkonzertes.
Jutta: Wie will ich es haben?
Jutta: Wie soll der Satz sein?
Jutta: Was ist wirklich unterstützend?
Jutta: Und dann haben wir zwei Figuren.
Jutta: Wir haben Figur 1 und wir haben Figur 2.
Jutta: Und jetzt schauen wir uns den Weg an.
Jutta: Von eins zu zwei.
Jutta: Wie komme ich da hin?
Jutta: Laufe ich da hin?
Jutta: Krieche ich da hin?
Jutta: Hüpfe ich da hin?
Jutta: Gibt es Zwischenschritte, um da hinzukommen?
Jutta: Und das ist richtig schön, was sich dann zeigt, wenn du den Körper ganz bewusst mitnimmst.
Jutta: Wenn du, ich sag mal, so eine Bewegung hast,
Jutta: Und dann ist es nachher diese Bewegung.
Isabell & Sven Haase: Mhm.
Isabell & Sven Haase: Mhm.
Jutta: Die öffnet sofort etwas und es kann sein, dass bei dem Betreffenden dann in dem Moment direkt so eine Idee kommt, ach Mensch, dann kann ich doch jetzt eigentlich das und das machen.
Jutta: Ja okay, probier es mal aus.
Isabell & Sven Haase: Ja, mega, mega, mega schön.
Isabell & Sven Haase: Genau.
Isabell & Sven Haase: Gibt es vielleicht noch so, ich weiß nicht, so ein, zwei coole Geschichten, wo du sagst, hey, da habe ich damit gearbeitet, wir haben diese Posen gemacht, wir haben die Therapie gemacht auf meine Art und das hat sich von A nach B bewegt.
Isabell & Sven Haase: Also das, was ein bisschen greifen könnte.
Isabell & Sven Haase: Ich denke, du hast auf jeden Fall coole Beispiele dabei.
Jutta: Ja, also es gibt jede Menge.
Jutta: Eine fällt mir gerade ein, weil ich mich gerade heute wieder damit beschäftigt habe, ich biete ja auch Retreats an.
Jutta: Und wir hatten im Februar beim Retreat das Thema Größenwahn.
Isabell & Sven Haase: Mhm.
Isabell & Sven Haase: Mhm.
Jutta: Okay.
Jutta: Das war irgendwie so ein bisschen ruckelig in der Gruppe, dieses Wort.
Jutta: Also es gab Frauen, die gesagt haben, oh nee, nicht schon wieder dieses Thema, da habe ich überhaupt keine Lust, da bin ich schon durch mit.
Jutta: Bis hin zu, ich glaube, das ist ein Thema, was bei mir eine Angst hervorruft.
Jutta: Also wir hatten eine ganze Bandbreite, bis welche, die gesagt haben, macht gar nichts mit mir.
Jutta: Und dann waren wir in diesem wunderschönen Yoga-Raum, müsst ihr euch vorstellen, mit Panoramafenster aufs Meer, auf die Küste.
Isabell & Sven Haase: Mhm.
Isabell & Sven Haase: Mhm.
Jutta: Und dann habe ich gesagt, okay, wir machen das jetzt.
Jutta: Wir nehmen uns jetzt mal den Größenwahn vor.
Jutta: Nehmt euch alles, was beweglich ist in diesem Raum und baut mal den Größenwahn hier in die Mitte des Raumes.
Jutta: Und dann hatten wir eine über zwei Meter große Figur da stehen, die durchaus bedrohlich war.
Jutta: Es gab immer noch Frauen, die gesagt haben, du, ich baue mit, ist kein Problem, sag mir, wo die Sachen hinkommen.
Jutta: Ich habe damit überhaupt kein Thema.
Jutta: Die Frau, die gesagt hat, ich kann es nicht mehr hören, war aber irgendwie auch mit Freude dabei.
Jutta: Und die, die so mehr Beklemmungen hatte,
Jutta: spürte und zeigte das plötzlich körperlich.
Isabell & Sven Haase: Mhm.
Isabell & Sven Haase: Mhm.
Jutta: Die war eingefroren.
Jutta: Die stand wie eingefroren, als ich sag mal in dem Moment sah es aus wie eine kleine Frau vor dieser über zwei Meter großen Figur, die ja jetzt alle Frauen gemeinsam als Größenwahn gebaut hatten.
Jutta: Das waren Yogamatten, Kissen, Kisten, Decken, da war alles vertreten.
Jutta: Und dann
Jutta: Haben wir es aber so gemacht, ich habe die Frau dann darin begleitet, dass sie sich bewegen konnte, dass sie merken konnte, dass sie wirksam ist.
Jutta: Und dann hat die Schritt für Schritt eine solche Freude und Lust bekommen und hat sich einen Hocker genommen, hat sich auf die andere Seite dieser Figur gestellt und hat Stück für Stück von dieser Figur Größenwahn demontiert.
Isabell & Sven Haase: Mhm.
Jutta: Und das war so deutlich, wie groß sie dabei geworden ist.
Jutta: Sie hat sich quasi so vielleicht auch ihre Macht über den Größenwahn wiedergenommen und konnte diesem Wort und überhaupt der Thematik Größenwahn ganz anders begegnen.
Jutta: lösen.
Jutta: Ich mache gerne Spiegelübungen.
Isabell & Sven Haase: Mhm.
Jutta: Wir gehen ja so schnell in die Selbstkritik.
Jutta: Und es geht nicht darum, es gibt ja auch so Übungen, wo du dich vor den Spiegel stellst und sollst schöne Dinge sagen über dich.
Jutta: Das ist für mich oft noch eine Stufe zu früh.
Jutta: Es geht erstmal darum, dass ich erstmal sehe und beschreibe, was ich sehe.
Jutta: Dass ich beschreibe, oh, da ist ein Punkt unter meinem Auge.
Isabell & Sven Haase: Mhm.
Isabell & Sven Haase: Mhm.
Jutta: Oder meine Lippen sind rot oder meine Augenfarbe ist.
Jutta: Es geht nur ums Beschreiben.
Jutta: Das ist schon mal der erste Schritt.
Jutta: Und darüber Schritt für Schritt in eine Größe wiederzukommen.
Jutta: Ich nehme nochmal das Beispiel aus dem Retreat.
Jutta: In diesem Raum gab es eine komplette Seite, war eine Spiegelwand.
Jutta: Und am ersten Tag kommen alle Frauen rein und es war so interessant.
Jutta: Keine der Frau hat in den Spiegel geguckt.
Jutta: Die haben alle quasi mich angeguckt oder in den Raum oder durch dieses Panoramafenster, aber es war deutlich, dass keine in ihr Spiegelbild gucken wollte.
Isabell & Sven Haase: Vielen Dank.
Jutta: Und dann haben wir angefangen, am zweiten Tag erst habe ich gesagt, okay, wir machen jetzt eine Spiegelübung.
Jutta: Und das könnt ihr auch mal ausprobieren.
Jutta: Ich mache das für mich auch, ja.
Jutta: Also immer mal wieder.
Jutta: Ich stelle mich vor einen Spiegel in einem gewissen Abstand und gehe auf mein Spiegelbild zu.
Jutta: Sobald ich mitbekomme, dass mein Kopf mir irgendwelche blöden Gedanken sagt, irgendwas Kritisches, Bewertendes, bleibe ich stehen und wische mit den Händen diesen Gedanken weg.
Isabell & Sven Haase: Mhm.
Jutta: Ich kann auch von der Mitte ausgehen und wie so einen Vorhang öffnen.
Jutta: Und dann erst gehe ich weiter.
Jutta: Ich gehe so lange schreitend auf mein Spiegelbild zu, bis wieder so ein blöder Gedanke kommt, ich bleibe stehen und schiebe weg.
Jutta: Und das kann ich ein paar Mal wiederholen.
Jutta: Und das Schöne da war dann, dass dann am Ende die Frauen mit ihrem Spiegelbild getanzt haben.
Jutta: Bis hin zu Liebeserklärung an das eigene Spiegelbild, was zwei Tage vorher undenkbar gewesen wäre.
Isabell & Sven Haase: Ja.
Jutta: Und das ist nichts von außen gemachtes, sondern da geht es um, nimm deinen Körper mit, versuche die hinderlichen Gedanken wirklich visuell mal wegzuschieben und spüre, wie du selber wirksam bist in der Veränderung.
Jutta: Das ist einfach total berührend, solche Prozesse begleiten zu dürfen.
Isabell & Sven Haase: Ja, und das ist so, so wertvoll, weil es sind ja zwei Aspekte drin.
Isabell & Sven Haase: Einmal sich bewusst zu machen, welche Kraft haben wir eigentlich, unsere Gedanken, dass ja jeder Gedanke
Isabell & Sven Haase: unsere Entscheidungen beeinflussen unsere Handlung, unsere Handlung, unsere Ergebnisse.
Isabell & Sven Haase: Das heißt, alles geht immer los mit einem Gedanken.
Isabell & Sven Haase: Und wenn die halt nicht produktiv sind oder negativ sind, was kommt raus?
Jutta: Ja.
Jutta: Ja.
Isabell & Sven Haase: Das Ergebnis meistens nicht das, was wir uns wünschen.
Isabell & Sven Haase: Also, glaube ich, dieser eine Punkt ist da so wertvoll.
Isabell & Sven Haase: Und zum Zweiten, wie soll ich denn hier am Ende ein gutes Ergebnis rauskriegen, wenn ich hier am Anfang nicht liebevoll mit mir selber bin?
Isabell & Sven Haase: Das ist ja...
Isabell & Sven Haase: ganz wichtig erstmal zu erkennen, zu sagen, okay, ich akzeptiere mich selber, wie ich bin oder noch besser, ich liebe mich so, wie ich bin.
Isabell & Sven Haase: Ja, und wenn du das halt in so einem Prozess einfach hinkriegst, diese Selbstakzeptanz, diese Selbstliebe, dann kann es ja eigentlich nur gut werden.
Isabell & Sven Haase: Und das ist so schön, wie du das beschrieben hast.
Isabell & Sven Haase: Am Anfang kommen die rein, können sie nicht mal in die Augen gucken.
Isabell & Sven Haase: selber und am Ende tanzen sie mit sich selbst.
Isabell & Sven Haase: Ich glaube, alleine dieses Bild, diese zwei Bilder, die du damit aufmachst, zeigt ja, wie wertvoll diese Arbeit ist.
Jutta: Ja, und wie viel Freude sie auch macht.
Isabell & Sven Haase: Ja.
Jutta: Also nicht nur mir, sondern wir haben auch viel zu lachen in den Einheiten.
Jutta: Ich bin wirklich dankbar, diese Arbeit machen zu können.
Isabell & Sven Haase: Genau, und das ist auch das, was wir immer sagen, es braucht nicht schwer gehen und es braucht nicht lange dauern, sondern Veränderung darf leicht gehen, es darf Freude machen und es darf schnell gehen.
Jutta: Ja.
Jutta: Ja.
Jutta: Ja.
Isabell & Sven Haase: Und das ist ja, dann macht das Ganze auch Spaß, weil dann macht es allen Spaß und das Ergebnis wird am Ende auch immer schön.
Isabell & Sven Haase: Genau, und wenn jetzt
Isabell & Sven Haase: ein Zuhörer da draußen sagt, eine Zuhörerin da draußen sagt, irgendwie, das resoniert mit mir, was hier gesagt wurde.
Isabell & Sven Haase: Kannst du vielleicht mal noch demjenigen oder derjenigen noch einen Tipp mitgeben, eine Frage mitgeben, die man sich vielleicht selber einfach mal beantworten kann, um da einfach schon mal so einen ersten Schritt zu gehen in die richtige Richtung?
Isabell & Sven Haase: Ja.
Jutta: Ja, tatsächlich.
Jutta: Stell dich einmal hin und mach ein Body Scan.
Jutta: Es gibt eine Audio Datei von mir, die ist sieben Minuten, die kann man sich auf meiner Seite runterladen.
Jutta: Gratis ist die.
Jutta: Da mache ich so einen begleiteten Body Scan.
Jutta: Ich bin davon überzeugt, dass wir, wenn wir uns die Zeit nehmen und das sind sieben Minuten,
Jutta: Und sieben Minuten hinstellen, dafür Zeit nehmen, angeleitet oder nicht angeleitet, wirklich von den Fußsohlen bis zum Kopf ganz bewusst einspüren, wie fühlt sich das gerade an?
Jutta: Wo zwickt es?
Jutta: Wo ist es warm?
Jutta: Kribbelt es irgendwo?
Jutta: Welches Körperteil braucht gerade aufmerksam?
Jutta: Da mal vielleicht eine Hand hinlegen und erst mal mehr nicht.
Jutta: Und meine Erfahrung zeigt, wenn wir uns auf diesen ersten Schritt einlassen, also die größte Nebenwirkung, die kommen kann, ist danach, dass die Ideen purzeln.
Jutta: Also die Ideen werden sprudeln, wenn du dich auf diesen Prozess einlässt, weil du dann plötzlich neugierig entdeckst, Mensch, ja, ich könnte das und das machen oder ich könnte dies oder jenes verändern oder ich habe dieses gespürt und dieses, also alleine auch schon,
Jutta: Etwas zu spüren und eine Entscheidung zu treffen, so will ich es nicht mehr, ist der erste Schritt in die Veränderung.
Jutta: Also Einladung zum Hinstellen und Spüren.
Isabell & Sven Haase: Mega, mega schöner Tipp und wir werden auf jeden Fall deine Homepage, all das verlinken, deine Social Media Kanäle, wo man dich finden kann, das werden wir alles hier in die Show Notes mit reinfügen, dass du da mit einem Klick also bei Jutta sein kannst und da nicht länger suchen musst.
Isabell & Sven Haase: Und ja, liebe Jutta, also wir danken dir von ganzem Herzen, dass du bei uns zu Gast warst.
Isabell & Sven Haase: Wir wünschen dir natürlich alles Gute, viel Erfolg, viele tolle Frauen, die du noch in die Veränderung begleiten darfst und von ganzem Herzen danke.
Isabell & Sven Haase: Und wenn dir da draußen die Folge gefallen hat, dann lass uns doch gerne wieder fünf Sterne da und hör beim nächsten Mal wieder rein.





