Transcript
Speaker: Willkommen zu Charging Excellence, dem Podcast für Ladeinfrastruktur-Profis.
Speaker: Heute zu Gast ist Stefan Hahn von AmiPower.
Speaker: Ein Unternehmen, das sich auf batteriegepufferte, schnellere Infrastruktur spezialisiert hat.
Speaker: Als Direktor in der Produktentwicklung verantwortet er mit seinem Team Schnellladestationen mit Batteriespeicher, die hohe Leistungen selbst dort ermöglichen, wo der Netzanschluss eigentlich nicht dafür ausgelegt ist.
Speaker: In Stefan sprechen wir darüber, wie Flottenbetreiber konkret vom batteriegepufferten Laden profitieren, welche Vorteile sich im täglichen Betrieb zeigen und welche Schritte bei Planung und Aufbau einer solchen Infrastruktur wirklich entscheidend sind.
Speaker: Von der technischen Auslegung bis zur wirtschaftlich tragfähigen Lösung für ganze Flotten.
Speaker: Viel Spaß.
Speaker: Stefan, willkommen im Podcast.
Speaker: Ja Fabian, vielen Dank für die Einladung.
Speaker: Sehr gerne.
Speaker: Stefan, was macht Elmi Power?
Speaker: Ja, Elmi Power ist ein Unternehmen aus Frankfurt.
Speaker: Wir entwickeln und produzieren batteriegestützte Ladeinfrastruktur.
Speaker: Was heißt das?
Speaker: Das ist eine Kombination aus einer Ladesäule mit integriertem Gewerbespeicher.
Speaker: Im Endeffekt ist das ein Produktdesign für Investoren oder für Flockenbetreiber, weil unser Produkt nicht nur laden soll, sondern unser Produkt soll auch noch was Cleveres dazu können, nämlich automatisierte oder optimierte Beschaffung über den Batteriespeicher oder eben auch das Auslöschen der Netzanschlussproblematik.
Speaker: Und deswegen ist es, sage ich mal, eine neue Generation von Ladeinfrastruktur.
Speaker: Du hast ja schon ein paar Stichworte genannt, Flotten, und du hast auch schon mal darauf hingewiesen, was batteriegestütztes Laden eigentlich ermöglicht.
Speaker: Du kannst zu gewissen Uhrzeiten beschaffen und du umgehst die Problematik, dass du gegebenenfalls nicht den Netzanschluss hast, den du brauchst.
Speaker: Das ist ja gerade prädestiniert, wenn du Flotten betreibst.
Speaker: Welche Art von Wettbewerbsvorteilen und gegebenenfalls auch neuen Geschäftsmodellen bietet dann eine Technologie wie von Elmi, wenn ich ein Flottenbetreiber bin?
Speaker: Naja, erstmal, unser Produktportfolio ist relativ breit.
Speaker: Wir haben Einstiegslösungen.
Speaker: Da ist dann, sage ich mal, in einer Ladesäule, die hat so die Größe von einer Litfaßsäule, ist dann der Speicher und die ganze Ladetechnik schon integriert.
Speaker: Das heißt, um dieses Thema Netzanschlussthematik kurz anzuschneiden, wir gehen dann zum Beispiel mit einem typischen kleinen Netzanschluss in diese Litfaßsäule rein, das heißt Elmi All-in-One, sagen wir mal 70 kW oder 100 kW vielleicht,
Speaker: Auf der anderen Seite boostet die Batterie dann diesen Netzanschluss durch Zwischenspeicherung und ist dann in der Lage, trotzdem ultraschnell, ich sag mal so 360 kW Ladeleistung abzugeben.
Speaker: Das ist grundsätzlich diese Logik.
Speaker: Wir haben also diese vollintegrierten Produkte.
Speaker: Die nutzt man zum Beispiel ein auf dem Supermarktparkplatz oder bei einem Fachmarktzentrum.
Speaker: Und wir haben das Gleiche aber auch im Angebot für Flotten.
Speaker: Da bieten wir dann die Lösung auch geteilt an.
Speaker: Wir haben sehr schnelle Ladesäulen, angefangen bei 250 kW Ladeleistung hoch bis 760 kW Ladeleistung aktuell, ab nächstem Jahr auch bis 1000 kW Ladeleistung.
Speaker: Und da gibt es dann eben einen Speicher, ein Kommunikationsmodul und Ladeinfrastruktur, die perfekt aufeinander abgestimmt sind.
Speaker: Und dann ist das ein Produkt, was in kommerziellen Flotten für so Depotladen mit LKW eingesetzt werden kann.
Speaker: Jetzt, warum ist es interessant, ein Logistikdepot
Speaker: Das hat man vielleicht nicht so auf dem Schirm, aber ein Logistikdepot, ich sage mal mit 10 Lkw oder 15 Lkw, die haben halt sehr, sehr große Batterien, die können auch sehr, sehr schnell laden und der Energieverbrauch an so einem Logistikdepot ist riesig und die Netzanschlüsse, die zur Verfügung sind, sind meistens nicht so riesig.
Speaker: Und wenn man dann eben alle diese Elektro-LKW gleichzeitig laden will, dann kommt der Netzanschluss nicht hinterher.
Speaker: Deswegen muss man in der Zeit, wo die LKW nicht am Standort sind, die Batterie zwischenspeichern, also den Strom aus dem Netzanschluss ziehen, zwischenspeichern, damit man dann, wenn die LKW da sind,
Speaker: die Energie aus dem Speicher und aus dem Netzanschluss gemeinsam in die Elektro-Lkw überführen kann.
Speaker: Das ist so gesehen nicht nur, dass man da Kosten spart, indem man den Netzanschluss nicht ausbauen muss.
Speaker: Es ist in ganz vielen Fällen gar nicht möglich, das Netz auszubauen, in der Größenordnung, wie man das bräuchte.
Speaker: Also hochskalierte Elektroflotten, und das fängt tatsächlich schon so bei 10 Lkw an, brauchen auf jeden Fall einen Speicher an ihrem Depot, sonst funktioniert das Laden nicht.
Speaker: Können wir mal das Thema oder wir können mal das Beispiel betrachten, ein Depot, was gegebenenfalls über diesen Netzanschluss verfügt, in der vollen Größe, in der vollen Breite, wie man es bräuchte, versus einer, der das nicht zur Verfügung hat und wo wir die Technologie von Elmi einsetzen.
Speaker: Wo würde darin der Unterschied liegen, vor allem für den Logistiker, gegebenenfalls auch aus finanziellen Gesichtspunkten?
Speaker: Ich glaube, bei der Elektrifizierung, bei den Investmentkosten ist es halt so, dass die Depot-Elektrifizierung einfach teuer ist.
Speaker: Man muss sich halt im Klaren sein, dass, sag ich mal, dieses Operations-Modell von Flotten ändert sich halt ein bisschen.
Speaker: Heute sind wir im Endeffekt ja ein Logistikbetreiber, wir haben Rolltore, wir haben Förderbänder, wir haben Parkplätze für die LKW, wir haben Personal, das dieses Handling macht und die LKWs kommen und gehen.
Speaker: Und was heute nicht dazu gehört, ist, dass wir auch Tankstellenbetreiber sind.
Speaker: Und mit der Elektrifizierung kommt das aber eben dazu.
Speaker: Man wird tatsächlich so eine Art Tankstellenbetreiber.
Speaker: Man muss diese Infrastruktur im Endeffekt aufbauen an so einem Depot.
Speaker: Und das kostet eben Geld.
Speaker: Das ist unvermeidlich.
Speaker: Das Gute ist natürlich, dass man diese Investmentkosten, die man in diese Ladeinfrastruktur hat, gegenrechnen kann gegenüber Kostenvorteilen, die man dann damit erzielt.
Speaker: Also es hat auch eine Upside, sage ich mal.
Speaker: Es ist nicht nur schlecht.
Speaker: Und wenn man eben intelligente Ladeinfrastruktur aufbaut, die aus perfekt dimensionierten Ladestationen besteht, in der Kombination mit einem Speicher,
Speaker: dann hat man recht viele Vorteile, diese Investitionskosten eben wieder reinzuholen.
Speaker: Und da sprechen wir von ein paar Faktoren oder ein paar Potenzialen, um das Geld wieder reinzuholen.
Speaker: Und zum einen ist das, dass dann der Betrieb der elektrischen LKW günstiger ist als der Diesel-LKW.
Speaker: Insbesondere hinsichtlich der CO2-Besteuerung für zum Beispiel die Flotte.
Speaker: Das ist schon ein Faktor.
Speaker: Dann muss man sagen,
Speaker: Wenn man nicht nur Leitinfrastruktur aufbaut, sondern die mit Speicherlösung vor Ort kombiniert, dann kann man den Speicher nicht nur zum Laden der Elektro-LKW nutzen, man kann ihn auch dazu nutzen, den Strom günstig bzw.
Speaker: optimiert zu beschaffen.
Speaker: Also in Zeiten niedriger Strompreise beschaffe ich mit meinem Speicher Strom, den gebe ich dann an die LKW weiter und drücke damit meinen Preis pro Kilowattstunde so weit, dass ich im Vorteil bin gegenüber dem Diesel.
Speaker: Wenn ich jetzt den Speicher noch weiter nehme, das ist dann der dritte Punkt, kann der Speicher in dieser Größenordnung tatsächlich am Energiemarkt-Handel teilnehmen.
Speaker: Und das ist ein Erlöspotenzial.
Speaker: Das heißt, ich kann mit dem Speicher nicht nur Elektro-LKW laden, ich kann damit auch so Geld verdienen, ohne dass da jemand lädt.
Speaker: Und der vierte Punkt ist, wenn ich weiter meine Stromkosten drücken möchte, dann habe ich eine Aufdach-PV-Anlage.
Speaker: und speichere meinen Strom, den ich vielleicht für 7 Cent auf dem Dach erzeuge, in meiner Batterie zwischen und lade damit meinen Elektro-Lkw.
Speaker: Und dann wird der Kostenvorteil gegenüber einem Diesel unschlagbar.
Speaker: Wenn man jetzt so ein Investitionsprojekt sieht, an so einem mittelgroßen Depot, weiß ich nicht, zwischen 10 und 20 Elektro-Lkw,
Speaker: hat man natürlich die Investitionskosten, aber in der Regel sollte man in der Lage sein, die über einige Jahre wieder einzufahren, indem man eben diese vier Möglichkeiten nutzt, um den Kostenvorteil zu erzielen gegenüber einer traditionellen Flotte.
Speaker: Das bedeutet eigentlich zugespitzt, dass der Wettbewerbsmechanismus für die Logistik der Zukunft, wenn wir alle elektrifiziert haben oder größtenteils elektrifiziert haben, eigentlich
Speaker: in der Art liegt, wie ich Energie mir beschaffe und sie optimal speichere.
Speaker: Und das ist eigentlich der Hebel.
Speaker: um meine Kosten zu drücken.
Speaker: Weil klar, ich habe vielleicht ein paar Einkaufsvorteile, wenn ich mehr LKWs kaufe.
Speaker: LKW-Fahrer, was die Gehälter angeht, kostet Pi mal Daumen das Gleiche.
Speaker: Themen wie Maut kann ich nicht beeinflussen.
Speaker: Wartung vermutlich ist relativ gleich verteilt, wird natürlich ein bisschen von den Strecken abhängen.
Speaker: Dann ist es ja eigentlich nur noch das Thema, zu welchem Faktor kann ich Energie einkaufen, handeln etc., um meine Flotte zu betreiben und wettbewerbsfähiger zu sein als die Konkurrenz.
Speaker: Ja, absolut.
Speaker: Also das war auch schon immer so.
Speaker: Gerade, ich meine, du sagst ja das Flottengeschäft, zum Beispiel, wenn man da in die Logistik geht.
Speaker: Das ist ein ganz brutales Geschäft mit kleinen Margen.
Speaker: Da muss optimiert werden, wo es nur geht.
Speaker: Und das wird ja heute auch schon gemacht.
Speaker: Man will ja auch beim Dieselpreis optimieren.
Speaker: in der Energiebeschaffung, weil, sage ich mal, die Energiekosten korrelieren ja im Endeffekt direkt mit der gefahrenen Distanz.
Speaker: Und wenn ich dann eben Hebel habe, das zu senken, antriebsunabhängig, sollte ich das natürlich nutzen.
Speaker: Und bei der Elektrifizierung muss man einfach sagen, wenn man nur Ladesäulen baut, hat man kein Optimierungspotenzial.
Speaker: Das ist nicht möglich.
Speaker: Man kann im Endeffekt grundsätzlich nur optimieren durch diese Flexibilität mit einer Kombination aus Ladesäule und Speicher.
Speaker: Sonst kann man nicht so richtig hebeln.
Speaker: Und dann hat der Logistiker oder der Flottenbetreiber eigentlich nur die Wahl.
Speaker: lade ich an meinem eigenen Center, dann muss ich mich natürlich selber auch um die Ladeinfrastruktur kümmern.
Speaker: Da werde ich pro Kilowattstunde wahrscheinlich den günstigsten Preis bekommen, insbesondere mit Optimierung.
Speaker: Oder lade ich draußen im Bereich öffentliches Laden.
Speaker: Aber das wird natürlich oder ist in der Regel halt dann deutlich teurer.
Speaker: Weil es im Endeffekt ist
Speaker: Eine nicht batteriegestützte Ladesäule, nichts anderes als eine klassische Zapfsäule.
Speaker: Die Preistafel steht da und entweder tanke ich oder ich lasse es.
Speaker: Versus bei einer batteriegestützten Ladeinfrastruktur kann ich den Preis, sagen wir mal, vorausplanen, optimieren und habe dadurch deutlich mehr Handlungsoptionen, als es bis jetzt der Fall war.
Speaker: Ja, zum Beispiel, wenn du eine klassische Tankstelle betreibst und du hast einen großen
Speaker: Diesel-Tank unter deiner Tankstelle, dann kannst du natürlich den Tank voll machen, wenn der Diesel gerade sehr billig ist.
Speaker: Und dann hast du auch diese Möglichkeit zu optimieren.
Speaker: Und so muss man sich das mit einem Batteriespeicher an einem Logistikdepot vorstellen.
Speaker: Ich mache meinen Speicher voll, wenn es günstig ist und kann dann eben diesen zeitlichen Versatz haben zu der Zeit, wo ich mein Fahrzeug betanke.
Speaker: Das ist genau die Logik.
Speaker: Und eine klassische Ladesäule ohne Speicher ist im Endeffekt noch schlechter als eine Zapfsäule, weil die hat ja keinen Tank.
Speaker: Genau.
Speaker: Das heißt, wir sprechen von einer Art horizontalen Integration in der Wertschöpfung.
Speaker: Das war ganz betriebswirtschaftlich zu sagen, wo du jetzt einfach auch die Tankstelle integriert hast, nur dass die in diesem Fall aus Batterien und Ladestationen besteht.
Speaker: Okay, genau.
Speaker: Jetzt klingt das ja alles auf dem Papier oder in diesem Podcast immer ganz einfach und ganz logisch.
Speaker: Und ich glaube, wir wissen alle, sobald du um die Umsetzung gehst, dann wird das Ganze dann doch irgendwie schwierig und herausfordernd.
Speaker: Aus deiner persönlichen Erfahrung, was sind die Herausforderungen, mit denen man zu kämpfen hat, wenn man sagt, ich möchte batteriegestütztes Laden an meinem Depot haben, um meine Flotte zu versorgen?
Speaker: Was muss ich dafür tun?
Speaker: Also man muss auf jeden Fall eine Bedarfsanalyse machen.
Speaker: Wenn wir das auch in den Gesprächen mit unseren Kunden sehen, dann besprechen wir meistens, was sind so eure ersten Schritte, also wie viele LKW, in welchem Schichtbetrieb, welche Fahrzeugkategorie möchtet ihr jetzt betreiben, so sage ich mal, jetzt nächstes Jahr oder im ersten Schwung der Elektrifizierung.
Speaker: Aber lasst doch mal überlegen, wo geht das realistischerweise hin jetzt in den nächsten 6, 7 Jahren?
Speaker: Also gerade wenn die Leasingverträge oder die Abschreibungszeiten für die bestehende Dieselflotte auslaufen, wo möchte ich dann in 5, 6, 7, 8, 9, 10 Jahren sein?
Speaker: Denn man muss wirklich sagen, diese Elektrifizierungsplanung, die muss man irgendwie auch skalierbar machen.
Speaker: Und viele machen, glaube ich, so ein bisschen...
Speaker: den ersten Schritt und sagen, ja okay, ich habe jetzt hier zwei Elektro-LKW bestellt, dann kaufe ich mir eine Schnellladesäule dazu, mache das alles in den Boden und dann lade ich erstmal meine zwei LKW und sobald die dann fünf LKW haben, merken die, ups, das geht ja gar nicht mehr.
Speaker: Man kann nicht einfach noch eine Säule dazustellen, so funktioniert das halt nicht.
Speaker: Und deswegen macht es Sinn, meiner Meinung nach, sich, was ist der erste Schritt und was ist dann der Schritt über die nächsten zehn Jahre, mal hinzusetzen und zu überlegen, wie kann ich eigentlich eine skalierbare Lösung bauen.
Speaker: Und deswegen bieten wir ja auch so einen Lego-Baukastenprinzip sozusagen an.
Speaker: sodass man, sage ich mal, die ersten zwei Elektro-Lkw damit elektrifizieren kann, aber auch 50.
Speaker: Und dann kann man quasi immer weiter in unseren einzelnen Bausteinsachen dazustellen, um, sage ich mal, mit dem Hochlauf der Elektroflotte auch den Hochlauf der Ladeinfrastruktur zu gestalten.
Speaker: Und das ist meiner Meinung nach einer der größten Fehler, der am Anfang gemacht wird, das nicht im Blick zu haben.
Speaker: Warum ist das so?
Speaker: Ich glaube, dass das Thema auch einfach nicht so einfach ist.
Speaker: Also technisch gesehen, Ladeinfrastruktur zu planen, die elektrische Anlage, die Größenordnung des Energieverbrauchs, das ist typischerweise nicht unbedingt so, dass ein Flottenbetreiber
Speaker: jetzt Experten im Team hat, die sich mit dem Aufbau von elektrischen Anlagen auskennen.
Speaker: Und dann kann das schon mal sehr verwirrend sein.
Speaker: Ladegeschwindigkeit, Energiekosten, Netzanschlussausbau, Speicher, ja, nein, ist nicht so trivial, muss man halt ein bisschen planen.
Speaker: Deswegen macht es da immer Sinn, sich mit Experten hinzusetzen oder mit
Speaker: Unternehmen hinzusetzen, die entweder in der Planung gut sind oder auch mit Anbietern, also Herstellern hinzusetzen, die in gewisser Weise das Ökosystem anbieten und nicht nur einzelne Produkte.
Speaker: Jetzt hast du ja schon angesprochen, dass oft das Know-how bei Flottenbetreibern nicht oder noch nicht vorhanden ist.
Speaker: Angenommen, ich habe jetzt die Planungsphase hinter mir, ich habe die Infrastruktur installiert,
Speaker: Welche anderen Kompetenzen siehst du da in Fähigkeiten, die vielleicht ein etwas größerer Flottenbetreiber in Zukunft sich zulegen sollte, um so eine Infrastruktur auch gut bewirtschaften zu können?
Speaker: Ich denke, am Ende sollte es so sein, dass man wirklich, wenn man einen guten Partner gefunden hat, der dann die Ladeinfrastruktur liefert und das Ökosystem liefert,
Speaker: dass der Flottenbetreiber gar nicht so sehr unbedingt Know-how aufbauen muss, um das zu betreiben.
Speaker: Das sollte eigentlich so einfach funktionieren, dass man das nicht unbedingt mehr irgendwie nochmal managen muss.
Speaker: Weil das ist ja auch nicht Kerngeschäft.
Speaker: Kerngeschäft ist ja Logistik machen oder Kerngeschäft ist ja, sag ich mal, irgendwie den Service oder die Produkte anzubieten, die das Unternehmen halt hat und nicht unbedingt Bereitstellung von Fahrzeugen oder Laden von Fahrzeugen.
Speaker: Das heißt, irgendwie muss man das schon minimal halten.
Speaker: Gleichzeitig sollte natürlich der Fuhrpark eine absolute, stabile Bank sein, um das Geschäftsmodell zu unterstützen.
Speaker: Es darf halt keine Schwachstelle sein.
Speaker: Ich darf nicht ungeladene LKW haben oder ungeladene Fahrzeuge, die nicht mehr fahren können.
Speaker: Das heißt, Kern ist eigentlich die Planungsphase am Anfang.
Speaker: dass man die Auslegung richtig hat.
Speaker: Und da muss man sagen, da würde ich deine Frage gerne so ein bisschen umdrehen.
Speaker: Später im Betrieb, glaube ich, ist es okay, wenn ich am Anfang die richtigen Entscheidungen für mein Ökosystem getroffen habe.
Speaker: Aber dafür am Anfang hat man tatsächlich ein groß übergreifend paar Stellen im Unternehmen, die miteinander arbeiten sollten.
Speaker: Das ist auf jeden Fall, sage ich mal, der Energieeinkauf.
Speaker: Auf jeden Fall das Fuhrparkmanagement.
Speaker: Auf jeden Fall das Facility Management, also alle, die sich, sage ich mal, mit den Standortthemen auseinandersetzen.
Speaker: Auf jeden Fall die IT, denn es geht ganz viel um Optimierung, Zugänge, Freigabe und so weiter.
Speaker: Und auf jeden Fall auch mit dem Operations Team, sage ich mal.
Speaker: Also wer betreut, wer ist der Kunden, also ist es ein Kundendienstunternehmen, ist es ein Logistiker?
Speaker: Man sollte die Anforderungen eben ganz genau kennen von diesen Bereichen.
Speaker: Es ist tatsächlich sehr übergreifend.
Speaker: Und dann, meiner Meinung nach, braucht man ein externes Know-how.
Speaker: Also in den seltensten Fällen sehen wir das, dass es da Mitarbeiter in so einem Projektteam gibt, die komplett diese Planung von Ladeinfrastruktur und allen möglichen Produktkomponenten wirklich durchdringen.
Speaker: Wenn man ein kleines Logistikdepot zum Beispiel hat, dann fahre ich sicherlich gut mit
Speaker: 10 Ladesäulen, einen Batteriespeicher, vielleicht 500 Kilowattstunden, vielleicht eine Megawattstunde und habe dann meine Hardware.
Speaker: Dazu brauche ich aber Bezahlterminals, wenn zum Beispiel externe LKW-Fahrer laden sollen.
Speaker: Dazu brauche ich aber eine Software, die die Ladekarten managt.
Speaker: Dazu brauche ich, wenn ich eine PV-Anlage habe oder eine Lexi für Verbrauch am Standort,
Speaker: Zusätzlich ein Energiemanagementsystem.
Speaker: Dazu brauche ich dann einen Energieversorger, der mir idealerweise dynamische Stromtarife anbieten kann und auch Trading anbieten kann.
Speaker: Dazu brauche ich diese ganze Kette.
Speaker: von Services, Software und Hardware.
Speaker: Und das ist nur bei 10 LKW.
Speaker: Wenn ich jetzt hingehe und ich betreibe wirklich große Standorte oder ich habe mehrere Standorte mit jeweils 10, 15, 20 Elektro-LKW und der entsprechenden Infrastruktur, dann möchte ich vielleicht auch darüber nachdenken, dass ich es in meine IT integriere und das Routenplanungstool, was meine LKW koordiniert, wohin fahren die, wann kommen die wieder, wann stehen die, wann fahren die,
Speaker: Wie weit fahren die?
Speaker: Was ist daraus der Energieverbrauch?
Speaker: Wo muss ich die Energie haben?
Speaker: Dass ich dann eine Softwarelösung auch habe, die dynamisch meine Elektro-LKW aufladen kann, passend zu diesem Fahrplan.
Speaker: Da geht es nochmal in eine deutlich höhere Optimierung bei so Tools.
Speaker: Und deswegen muss man irgendwie sehr gut verstehen, was ist der Anwendungsfall?
Speaker: Was ist der Anwendungsfall an so einem Standort?
Speaker: Wie fahren die Fahrzeuge und wer ist da alles involviert?
Speaker: Bedeutet das aber nicht auch, dass gerade größere Logistikanbieter hier deutlich im Vorteil sind, weil das alles, was du jetzt beschrieben hast, das Ganze noch aus, man braucht die ganze Art von Systemen, die man wieder neu implementiert, die man miteinander vernetzen muss, ist wahrscheinlich für ein kleineres Unternehmen mit vielleicht 10 oder auch noch 20 LKWs sehr, sehr schwierig, glaube ich, zu managen.
Speaker: Und wenn du jetzt ein riesen
Speaker: Anbieter bist wie ein DHL oder ein Schenker, da hast du wahrscheinlich die Erfahrung und kannst natürlich auch deutlich mehr nochmal an Optimierung rausholen.
Speaker: Wie sollten dann kleine Unternehmen mit so einer Herausforderung umgehen?
Speaker: Ja, also natürlich ist es so, wenn man ein großes Unternehmen hat, kann man natürlich Skaleneffekte besser nutzen.
Speaker: Das ist ja eigentlich immer so.
Speaker: Die haben dafür andere Probleme.
Speaker: Also die haben es dann auch nicht so leicht.
Speaker: Bei einem kleinen Unternehmen ist
Speaker: Ich würde das Thema, glaube ich, wie so eine Art Banküberfall angehen.
Speaker: Eine gute Planung und dann geht man rein in die Bank, man setzt das ganze Konzept auf mit vielen Leuten irgendwie am Tisch, versucht das irgendwie ganzheitlich zu betrachten und geht wieder raus und hat aber dann, sag ich mal, weiß ich nicht, die fetten Millionen auf der Bank, ich weiß es nicht, hat dann aber, sag ich mal, Ruhe.
Speaker: für einige Zeit und hat wirklich eine gesicherte Lösung, die funktioniert.
Speaker: Man sollte das schon mit Ernsthaftigkeit angehen und vielleicht nicht so iterativ, ja wir probieren jetzt mal die erste Ladesäule aus, wie das einige im Markt machen, die man so sieht.
Speaker: Mit ein bisschen mehr Planung und Weitsicht.
Speaker: Und dann sollte man sich eben das nötige Know-how dazu einkaufen.
Speaker: Wie gesagt, am besten nicht unbedingt einfach nur Hardware kaufen, sondern am besten einen Ökosystemanbieter nehmen, der die Schnittstellen auch besser kennt und gute Partner hat, die dann alles mitbringen können, was man braucht, was aufeinander abgestimmt ist.
Speaker: Stefan, jetzt bin ich ein Flottenbetreiber, ich höre den Podcast, ich bin Feuer und Flamme, ich möchte meine eigene Stromstangstelle unbedingt auf meinem Hof stehen haben.
Speaker: Wie fange ich morgen an?
Speaker: Erstmal herzlichen Glückwunsch, dass du dich zu dieser Entscheidung durchgerungen hast, das finde ich schon mal sehr gut.
Speaker: Ja, wie fängt man an?
Speaker: Wie fangen wir damit normalerweise an?
Speaker: Also wenn wir mit unseren Partnern sprechen, also mit unserer Kundenbetreuung zum Beispiel, dann nutzen wir in der Regel oder eigentlich immer unser Planungstool.
Speaker: Wir haben ein sehr umfangreiches Planungstool.
Speaker: Das ist ein Software-Tool, da geben wir dann ein.
Speaker: Welche Fahrzeuggröße habe ich?
Speaker: 7, 12, 24, 40 Tonnen.
Speaker: Wie viele Fahrzeuge sind das?
Speaker: Habe ich ein, zwei, drei Schichtbetrieb?
Speaker: Kommen die gleichzeitig oder nicht?
Speaker: Habe ich externe LKW, die laden oder nicht?
Speaker: Habe ich eine PV-Anlage oder nicht?
Speaker: Wie groß ist mein Netzanschluss?
Speaker: Und dann tippen wir das quasi mit unserer Kundenbetreuung in unser Tool ein.
Speaker: Und das rechnet dann, sage ich mal, typische Szenarien aus und gibt dann, sage ich mal, eine Produktempfehlung, Anzahl der Ladepunkte, Speichergröße, Anzahl der Ladeleistung, gibt nochmal eine Empfehlung, sollte ich meinen Netzanschluss ausbauen oder nicht.
Speaker: spuckt das dann im Endeffekt aus und dann machen wir das zweimal.
Speaker: Einmal für, was möchte ich im ersten Jahr machen, also was ist meine Startgröße jetzt, wie viele LKW kommen oder Fahrzeuge und wo möchte ich, sage ich mal, 2030 stehen.
Speaker: Dann geben wir das zweimal ein und dann sichert man einen sehr pragmatischen Ansatz für heute, aber man sichert sich auch die Möglichkeit, den Ansatz zu skalieren auf 2030 zum Beispiel oder 2031 oder 3035.
Speaker: Genau, das ist eigentlich so der erste Schritt.
Speaker: Und dann hat man einen guten Fahrplan.
Speaker: Dann weiß man, wie viel Geld man in die Hand nehmen muss.
Speaker: Dann weiß man, wo man anfangen sollte, wie lange das dann auch dauert in dem Ausbau.
Speaker: Und dann geben wir eigentlich da alles Nötige mit an die Hand aus unseren Erfahrungswerten, was so ein Flottenbetreiber braucht, um Ladeinfrastruktur aufzubauen.
Speaker: Vielen Dank, Stefan, für das Gespräch.
Speaker: Danke, Fahrend, für die Einladung.

