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(S1IE5) – Wie private öffentliche Ladesäulen die Provinz elektrifizieren (Niklas Seitenspinner I CHARGEUNITY)

Charging eXcellence
Charging eXcellence

65 plays · Apr 23, 2026

Ladeinfrastruktur für Orte, die sonst leer ausgehen würden ⚡🏡 In dieser Folge von Charging eXcellence spreche ich mit Niklas Seitenspinner, Gründer von CHARGEUNITY, über den Aufbau von Ladeinfrastruktur in ländlichen Regionen und kleineren Kommunen. Du erfährst, wie das Modell der „privaten öffentlichen Ladesäule“ funktioniert und warum Bürger, Kommunen und Betreiber dabei an einem Strang ziehen müssen. 🎯 Was du aus der Folge mitnehmen kannst: * 🏛️     Welche politischen und verwaltungsseitigen Hürden es beim Ausbau von      Ladeinfrastruktur im ländlichen Raum gibt und warum Genehmigungen oft über      ein Jahr dauern. * 🧩     Wie das Modell der privaten öffentlichen Ladesäule funktioniert – von der      Idee über den Antrag bei der Kommune bis zum Betrieb am öffentlichen      Parkplatz. * 👥     Welche Rolle Bürger, Initiativen und die neu gegründete Genossenschaft      „Ladegemeinschaft eG“ spielen, um Standorte gemeinsam zu finanzieren. * 🚗     Warum gerade Menschen ohne eigene Wallbox (z.B. in Reihenhäusern oder      Mehrfamilienhäusern) von diesem Modell profitieren. Niklas zeigt anhand konkreter Beispiele, wie Anfragen von Bürgern zu Projekten werden, wo Prozesse heute noch hängen – und warum ein einheitlicher Genehmigungsrahmen Kommunen und Betreibern das Leben deutlich leichter machen würde. 🔗 Links zur Folge: * LinkedIn      Niklas Seitenspinner: https://www.linkedin.com/in/niklasseitenspinner * LinkedIn      Fabian Merkel (Host): https://www.linkedin.com/in/fabian-merkel/ * CHARGEUNITY:      https://chargeunity.de [https://chargeunity.de/]

Transcript

Speaker: Willkommen zu Charging Excellence, dem Podcast für Ladeinfrastruktur-Profis.

Speaker: Mein heutiger Gast ist Niklas Seidenspiller, Gründer von ChargeUnity.

Speaker: ChargeUnity bringt die Energiewende genau dorthin, wo sie oft fehlt.

Speaker: In ländlicher Region und kleinere Gemeinden.

Speaker: Niklas kennt die Mobilitätswelt aus verschiedenen Blickwinkeln.

Speaker: Aus seiner Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker hat er bei Mobilitätsdienstleistern und Ladesäulenbetreibern gearbeitet, bevor er mit ChargeUnity seine eigene Lösung ins Leben gerufen hat.

Speaker: Wir sprechen darüber, welche besonderen Herausforderungen beim Aufbau der Ladeninfrastruktur im letztlichen Raum auftreten, wie das Modell der privaten und öffentlichen Ladesäule bei ChargeUnity funktioniert und warum Kommunen sowie die aktive Beteiligung von Bürgern entscheidend für den Erfolg sind.

Speaker: Viel Spaß!

Speaker: Willkommen Niklas!

Speaker: Hey Fabian!

Speaker: Vor welchen Herausforderungen steht eigentlich der Ausbau von Ladeinfrastruktur gerade so im ländlichen Raum?

Speaker: Ich würde sagen vor allem vor politischen Herausforderungen.

Speaker: Also wir haben jetzt schon ein paar Erfahrungen gemacht in den zweieinhalb Jahren, die wir auf dem Markt sind.

Speaker: Wir haben ja im März 2023 gegründet.

Speaker: Und wir merken sowohl in großen Kommunen, aber auch in kleineren Kommunen, also im ländlichen Raum, dass die

Speaker: Verwaltung von den Kommunen da nicht immer darauf vorbereitet ist, auf Betreiber wie uns, wenn wir da anklopfen, wenn wir Anfragen von irgendwelchen Bürgern haben, die vor Ort wohnen.

Speaker: die dann Ladesäulen aufbauen wollen, öffentlich auf kommunalem Grund.

Speaker: Dass es dort keine Richtlinien teilweise gibt, dass es in größeren Kommunen eine Antragsflug gibt, womit die Verwaltung nicht mit klarkommt.

Speaker: Also es ist unterschiedlich, aber in den meisten Fällen sind es leider politische oder regulatorische Hürden, vor der die Ladeinfrastruktur steht.

Speaker: Aus unserer Sicht.

Speaker: Ist das Thema Nachfrage auch ein Thema?

Speaker: Also ich stelle mir einfach vor, ich natürlich jetzt in Berlin, in München in einer zentralen guten Wohnlage oder Geschäftslage vermutlich mehr Nachfrage nach Ladeangeboten in einem sehr ländlichen Raum, wo es vielleicht wirklich nur sehr, sehr kleine Dörfer gibt.

Speaker: Scheint mir die ja anders zu sein.

Speaker: Also ist allein diese wirtschaftliche Nachfrage, also eine Komponente, die es schwierig macht, einfach Charging, Stations, Ladelösungen in den ländlichen Raum zu bringen?

Speaker: Würde ich jetzt nicht behaupten, weil wir auch immer sagen, also es gibt ja schon seit Jahren dieses Phänomen des Henne-Ei-Problems, was muss als erstes da sein, Ladeinfrastruktur oder Elektroautos, wo wir immer sagen, dass erst die Ladeinfrastruktur ausgebaut werden muss, damit die Leute eben auf E-Autos umsteigen, weil niemand wird freiwillig auf ein E-Auto umsteigen, wenn er

Speaker: in der Nähe seines Wohnorts oder auch vielleicht am Arbeitsplatz oder sowas eine Lademöglichkeit hat, weil man sich dann einfach nicht vorstellen kann, wie das Ganze funktioniert.

Speaker: Und deswegen sehen wir das Ganze immer unabhängig eigentlich von der Nachfrage.

Speaker: Wir gehen davon aus, dass sich die Nachfrage nach E-Autos oder nach Ladeinfrastruktur...

Speaker: durch den proaktiven Ausbau halt ergibt.

Speaker: Und genauso sieht das bei uns auch in der Kalkulation aus.

Speaker: Also wir gehen nicht davon aus, dass wenn wir Ladeinfrastruktur aufbauen, dort direkt eine hohe Nachfrage herrschen wird, sondern dass es die erst über Jahre hinweg eben aufbaut.

Speaker: Auch auf dem ländlichen Raum hast du natürlich weitere Strecken zu fahren.

Speaker: Da fährst du nicht nur morgens diese 20 Kilometer unbedingt immer, sondern auch mal 100 Kilometer pro Strecke.

Speaker: Vielleicht sogar mehr.

Speaker: Dafür sind natürlich auch die Batteriegrößen von den günstigeren Autos jetzt, sage ich mal, noch nicht so drauf ausgelegt.

Speaker: Also da muss man sich dann schon in der oberen oder mittleren Preisklasse eben bedienen, um eben nicht jedes Mal, wenn man einen Stopp einlegt, eben aufladen zu müssen.

Speaker: Okay, verstehe ich.

Speaker: Gehen wir vielleicht nochmal zurück zum Thema politische Rahmenbedingungen, Genehmigungsverfahren.

Speaker: Du hast das schon mal kurz angesprochen.

Speaker: Also wie stelle ich mir das konkret vor?

Speaker: Ich habe hier irgendeine Kommune, Schwäbische Alb, da ist es nicht gerade dicht bevölkert.

Speaker: Man möchte hier eine Ladesäule oder mehrere Ladesäulen im öffentlichen Raum errichten.

Speaker: Was sind denn so die üblichen Probleme?

Speaker: mit denen ihr dann konfrontiert werdet im Vergleich zum Beispiel zu einem Ballungszentrum, wo es vielleicht auch schon mehrere gibt und eine Gemeinde auch schon wirklich weiß oder eine Verwaltung, wie man mit so einem Thema umzugehen hat?

Speaker: Ja, der Vorteil ist natürlich in kleineren Kommunen, dass da nicht so eine hohe Konkurrenz herrscht, weil natürlich viele Marktteilnehmer oder Unternehmen sich aktuell erstmal auf die großen Kommunen, auf die dicht besiedelten Gebiete anziehen.

Speaker: Hier bei uns in NRW zum Beispiel ist natürlich das beste Bundesland dafür, darauf stürzen.

Speaker: Deswegen ist es erstmal ein Vorteil natürlich in ländlicheren Kommunen, dass man da eben nicht so hohe Konkurrenz hat.

Speaker: Dementsprechend muss man nicht gucken, ob man irgendwie 100 Meter oder 200 Meter von der nächsten Ladestation die eigene Ladestation aufbauen muss.

Speaker: Da gibt es

Speaker: nicht so hohe Hürden, was den Ausfall der Standorte angeht, weil eben noch viel zur Verfügung steht.

Speaker: Aber das Problem da ist, dass wir ankommen und wir haben eine Anfrage eines Bürgers, der auf E-Mobilität umsteigen möchte, vielleicht keine Warbox zu Hause sich installieren lassen kann, weil er in einem Reihenhaus wohnt, weil er sein Auto in einem Garagenhof parkt, der nicht ausgestattet werden kann oder nur gegen hohe Kosten, wo die Eigentümer das nicht auszahlen wollen.

Speaker: Und dann gehen wir eben mit dieser Anfrage auf die Stadt zu und die wissen gar nicht, wie sie uns eine Genehmigung erteilen können.

Speaker: Also sie haben keine Richtlinie, sie haben keine Unterlagen dafür.

Speaker: Ja, da siehst du dann die Fragezeichen quasi über den Köpfen, wie man mit unserer Anfrage da eigentlich umgehen kann.

Speaker: Das ist halt in sehr ländlichen Gruppen der Fall.

Speaker: Ja, mittelgroße Kommunen, sag ich jetzt mal, zwischen...

Speaker: 50.000 und 200.000 Einwohnern, da gibt es teilweise dann schon gute Konzepte, die auch besser funktionieren als in Großstädten.

Speaker: Nur das Genehmigungsverfahren ist da einfach, das sorgt bei uns auch einfach dafür, dass wir nicht so schnell skadieren können, wie wir es

Speaker: gerne wollen würden.

Speaker: Also im Idealfall hätten wir innerhalb von zwei, drei Monaten eine Genehmigung, könnten dann auf den Netzbetreiber damit zugehen, der uns dann ein Angebot stellt für den Netzanschluss und das Ganze dann beauftragen.

Speaker: Aber dadurch, dass wir halt da noch nichts vorliegen haben in den kleineren Kommunen, sind die Sales-Cycle bei uns halt

Speaker: teilweise über zwölf Monate, also über ein Jahr, die wir da brauchen, um halt bei der Kommune durchzukommen.

Speaker: Und da machen wir uns leider, also was heißt leider, wir können uns da nicht die Mühe machen und den Kommunen hinterherlaufen.

Speaker: Das ist dann einfach ein Problem der Verwaltung, wo wir dann dem Kunden halt leider absagen müssen, weil die Kommune halt nicht mitspielt oder noch nicht mitspielt.

Speaker: Liegt das dann eher an der

Speaker: sagen wir mal fehlenden Verwaltungskompetenz, dass sie sich nicht mit den möglichen Prozessen auskennen, nicht wissen, wie sie die Dinge angehen sollen.

Speaker: Oder es ist in Teilen auch vielleicht ein mangelnder politischer Wille, weil ich würde mir vorstellen, dass ich ja gerade als, sagen wir mal, Gemeindeverwaltung in einem sehr ländlichen Raum

Speaker: ein starkes Interesse habe, den Leuten etwas zu bieten, weil wir haben Flucht in die Städte und ich muss ja solche Sachen attraktiv haben.

Speaker: Wir haben das Thema Pendeln, was du angesprochen hast, was ja für den ländlichen Raum ganz essentiell ist.

Speaker: Ja, also wie immer ist es, glaube ich, eine Mischung aus vielen Dingen dabei.

Speaker: Zum einen ist der Bedarf auf dem Land nicht so hoch wie in der Innenstadt.

Speaker: Auf dem Land hat man natürlich viele Einfamilienhäuser, viele Leute, die sich da eine private Ruhrbox installieren, wodurch die Verwaltung davon ausgeht, dass es nicht so schnell notwendig sein wird, dort öffentliche Ladeinfrastruktur auszubauen und dann eben ein Konzept zu entwickeln, eine Richtlinie zu entwickeln, sodass da der

Speaker: der Druck nicht so vorherrscht, ja, dann hängt es natürlich mit Fachkräftemangel einfach in den Kommunen zusammen.

Speaker: Also das haben wir in allen Branchen auch, glaube ich, den Fachkräftemangel.

Speaker: Da muss sich natürlich eine Person in der Verwaltung mit beschäftigen, ein oder sogar mehrere Personen.

Speaker: Da muss das Ganze im

Speaker: schlimmsten Fall oder eigentlich in jedem Fall vom Rat entschieden werden und beschlossen werden, diese Richtlinie.

Speaker: Also da kann natürlich die Verwaltung auch nicht einfach sagen, okay, wir machen das jetzt so, sondern es muss natürlich durch die Politik auch immer entschieden werden, wodurch wir da nochmal ein Sale-Cycle oder nochmal eine Schleife mehr drin haben.

Speaker: Und das Problem, was ich auch immer sehe, ist, dass jede Kommune eigentlich selbst sich aussuchen kann, wie sie es macht.

Speaker: Also jede Kommune kann da ihr eigenes Süpplein kochen und sagen, die Richtlinie soll die Inhalte haben.

Speaker: Wir bauen Ladeinfrastruktur nur auf Bordsteinen oder Gehwegen oder dann gibt es andere Kommunen, die sagen, wir bauen Ladeinfrastruktur nur auf bestehenden Parkplätzen.

Speaker: Also da kann jede Kommune,

Speaker: hat tausende Kriterien, die sie durchgehen könnte im schlimmsten Fall und daraus eine Richtlinie entwerfen und da würden wir uns teilweise halt auch wünschen, dass man von oberer Stelle da irgendwo mal eingreift und sagt so,

Speaker: hier habt ihr mal eine Vorlage oder sowas, wie ihr so eine Richtlinie gestalten könnt, die sich bewährt hat in anderen Kommunen, sodass sich da die Verwaltung nicht mehr so stark mit beschäftigen muss, sondern vielleicht einfach diese Vorlage in den Rat reingeben kann oder in den Ausschuss geben kann und das Ganze kurzerhand beschließt, dass Themen, die da einfach die Entwicklung oder die Verkehrswende auch im ländlichen Raum aufhält.

Speaker: Das heißt, ich verstehe das im Endeffekt so, ihr geht zu einer Gemeinde, wo im Endeffekt noch nicht wirklich öffentliche Ladeinfrastruktur vorhanden ist und im Endeffekt, was erstmal startet, ist so eine Art Selbstfindungsprozess.

Speaker: Wie wollen wir eigentlich Ladelösungen im öffentlichen Raum anbieten?

Speaker: Und da gibt es die ganz verschiedenen Parameter, die du gesagt hast.

Speaker: Und bis das sich meine Gemeinde ausgedacht hat oder entschieden hat, unter der Prämisse, dass sie überhaupt die personellen Kapazitäten und das Dauerraum haben, das Thema irgendwie voranzutreiben,

Speaker: Dann ist halt auch schon wieder irgendwie ein Jahr oder zwei ins Land gegangen und dann ist es halt auch irgendwann uninteressant, weil vermutlich der Kunde sich was anderes hat einfallen lassen, die jetzt auch nicht die ganze Zeit wahrscheinlich mit denen in Interaktion sein kann, weil das frisst ja auch gerade für den Startup Ressourcen.

Speaker: Okay, das heißt, das Problem, glaube ich, ja, verstehe ich an der Stelle so.

Speaker: Auf einem kurzen Dienstweg wird da eine geniale Zeit, dass man da eine Ladesölle aufbauen kann.

Speaker: Aber sobald dann halt externe Anbieter wie wir dann auf die Kommune zukommen, will man das Ganze natürlich rechtssicher und alles haben, sodass man dann eben da gezwungen ist, eine Richtlinie und alles aufzulegen, während halt die Stadtwerke dann schon ausbauen können, wie sie möchten.

Speaker: Jetzt bietet ihr als ChargeUnity ja das Modell der privaten öffentlichen Ladesäule an.

Speaker: Was stelle ich mir denn darunter vor?

Speaker: Ja, die private öffentliche Ladestation ist quasi die öffentliche Ladestation in privater Hand.

Speaker: Also

Speaker: Das ist unser Konzept.

Speaker: Wir möchten eben der privaten Haushalten, Privatleuten ermöglichen, selbst für öffentliche Lademöglichkeiten dort zu sorgen, wo sie möchten.

Speaker: Also früher haben wir gesagt, immer vor dem Wohnort, was natürlich am attraktivsten ist, wenn man da sein Auto aufladen kann.

Speaker: Aber mittlerweile sagen wir, kannst überall in öffentliche Ladeinfrastruktur investieren, wo du möchtest, wo du einen interessanten Standort siehst, der dir, sage ich mal, eine attraktive Rendite oder sowas verspricht.

Speaker: Wir wollen einfach privates Kapital mobilisieren und damit eben die öffentliche Ladeinfrastruktur ausbauen, weil wir in der öffentlichen Ladeinfrastruktur auch AC-Ladeinfrastruktur leben.

Speaker: bewusst AC-Ladeinfrastruktur, weil viele sich aktuell auf DC stürzen, weil wir darin einen wirksamen Hebel sehen, um eben direkt einer Vielzahl von Leuten den Umstieg auf ein Elektroauto zu ermöglichen.

Speaker: Wie gesagt, der Fokus AC-Ladeinfrastruktur, weil wir da halt einfach den Use Case sehen, dass die Leute über Nacht die Auto aufladen können.

Speaker: Nicht umsonst haben schon viele Eigenheime oder viele Leute mit einem eigenen Haus oder sowas eine AC-Wallbox an der Hauswand.

Speaker: ich glaube, keiner hat einen DC-Ladepunkt bei sich zu Hause.

Speaker: Müsste man mal rumfragen, ob das schon mal jemand gemacht hat.

Speaker: Aber AC-Ladeinfrastruktur ist halt einfach der Use Case.

Speaker: Du kommst nach Hause, steckst dein Auto an, lässt es über Nacht auf und am nächsten Tag hast du es wieder voll.

Speaker: Du musst nicht in der Nacht aufstehen, weil du Blockiergebühren irgendwie befürchten musst oder sowas.

Speaker: Deswegen haben wir diesen klaren Fokus auf AC-Ladeinfrastruktur gesetzt.

Speaker: Aber wie stelle ich mir das jetzt konkret vor?

Speaker: Also

Speaker: Sagen wir mal so, ich möchte jetzt in private Ladeinfrastruktur investieren.

Speaker: Gehen wir mal davon aus, ich wohne logischerweise irgendwo im ländlichen Raum und ich sage, hey Niklas, ich wohne hier in sonst wo, ich hätte gerne am Marktplatz eine Ladestation, wie könnt ihr mir da helfen, wie kann ich da investieren, wie sieht das Ganze dann wirklich konkret für mich aus?

Speaker: Genau, da haben wir einen Prozess einfach hinter.

Speaker: Also so Anfragen bekommen wir dann immer wieder rein.

Speaker: Du kommst auf uns zu, du sagst, hör mal, ich wohne hier und hier, ich möchte einfach in öffentliche Ladeinfrastruktur investieren, können Sie sich da unterstützen.

Speaker: Genau, dann gucken wir uns im ersten Schritt natürlich die Kommune an, ob die Kommune eben eine Richtlinie hat, ob wir mit der schon mal zusammengearbeitet haben.

Speaker: Wenn nicht, dann müssen wir uns eben angucken,

Speaker: Wie funktioniert das bei der Kommune?

Speaker: Bei wem muss ich mich melden?

Speaker: Wer ist der Ansprechpartner da?

Speaker: Kann er mir schon Unterlagen bereitstellen?

Speaker: Kann er mir sagen, was für Unterlagen benötigt werden?

Speaker: Ist das einfach nur ein formloses Schreiben?

Speaker: Wir möchten da und da eine Ladesäule aufbauen oder ist das schon...

Speaker: Hat die Kommune da auch schon einen Prozess hinter?

Speaker: Genau, dann spricht man sich eben mit der Kommune ab, ob das an dem Standort möglich ist.

Speaker: Das ist dann quasi so eine Vorprüfung und im Anschluss geht es dann um die Detailplanung.

Speaker: Also da muss man wirklich dann auch ein Verkehrszeichen planen, die

Speaker: Die Markierungen der Parkplätze, wo kommen die Ladestationen, die Abstände, Restgewegbreite, alles was eben dazugehört, wo man halt im öffentlichen Straßenraum darauf achten muss.

Speaker: Das wird dann alles mit der Kommune besprochen und sobald wir dann die Genehmigung erhalten,

Speaker: Dann gehen wir eben auf den Netzbetreiber zu und fragen da den Netzanschluss an mit den 44 kW, also 2x22.

Speaker: Im Idealfall dauert das Ganze, also erst im Nachhinein kommen wir dann auf dich zu und geben dir ein Angebot.

Speaker: Also wenn wir genau wissen, was kostet alles, wenn wir die Genehmigung von der Kommune erhalten haben, das alles abgesprochen haben.

Speaker: das Angebot für den Netzanschluss haben, dann gehen wir auf dich zu und machen dir quasi ein finales Angebot über Hardware, Installation, Tiefbau, Netzanschluss, Parkplatzbeschilderung, Markierung und so weiter.

Speaker: Du entscheidest dann, okay, das ist es mir wert oder das ist es mir nicht wert.

Speaker: Wir setzen dir natürlich auch ein Business Case dahinter.

Speaker: Das heißt, wir stellen dir in Aussicht, ab wann du, was für eine Auslastung du da eben Plus mitmachst über die Genehmigungsdauer

Speaker: Und dann geht das Ganze los.

Speaker: Also dann beauftragen wir unsere Dienstleister, du beauftragst uns und sobald die Ladestation dann in Betrieb genommen ist, dann pachten wir das Ganze von dir.

Speaker: Das heißt, du hast auch nach Installation und Inbetriebnahme nichts damit zu tun.

Speaker: Wir betreiben die Ladestation und du wirst einfach nur am Erfolg aus dem Stromverkauf beteiligt.

Speaker: Und ist das ein Modell, was ja exklusiv auf Privatpersonen abzielt oder könnte sich da auch eine Bürgerinitiative finden?

Speaker: Ich weiß nicht, über welche Summen wir da Pi mal Daumen reden, ob das auch für eine Person ein stemmbares Investment ist oder ob ihr da halt irgendwie einen Pool macht, wo sich, keine Ahnung, halt die lokalen E-Autofahrer dann auch nochmal zusammentun, jeder mit 1000 Euro beteiligt.

Speaker: Kannst du da so ein bisschen das einordnen für die Hörer?

Speaker: Ja, also wir reden da über eine Investition zwischen 15.000 und 20.000 Euro.

Speaker: Das ist auch immer abhängig, wo wir uns bewegen.

Speaker: Also manche Kommunen übernehmen zum Beispiel die Beschilderungsarbeiten.

Speaker: Da gibt es auch...

Speaker: Komplett unterschiedlich, je nachdem, in welcher Kommune ich bin.

Speaker: Also 15.000 bis 20.000 Euro.

Speaker: Und von den Projekten, die wir bis jetzt umgesetzt haben, ist da absolute Mischung drunter.

Speaker: Also sowohl B2C als auch B2B.

Speaker: Wir haben Privatpersonen, die in eine Ladeinfrastruktur investieren wollen.

Speaker: Wofür du aber ein Gewerbe natürlich anmelden musst, das ist wie bei einer Photovoltaikanlage, ist aber relativ...

Speaker: Easy, ne?

Speaker: Also es sind dann nur Einnahmen.

Speaker: Ich mache jetzt hier keine Steuerberatung, aber es sind dann nur Einkommen aus Vermietung, Verpachtung und du brauchst halt ein Gewerbe für.

Speaker: Wie gesagt, bei uns haben sowohl Privatpersonen schon rein investiert, die absolut nichts mit dem Standort an sich zu tun haben.

Speaker: Also sie haben das nicht gemacht, um vor Ort irgendwie bei ihrem Wohnort eine Lademöglichkeit zu haben, sondern sie haben es einfach aus Finanzanlage, also Geldanlagegründen eben gemacht, haben da rein investiert, weil sie dann...

Speaker: guten Business Case hinterstehen, aber dann haben wir auch B2B-Kunden, die das zum Beispiel vor ihrem Büro auf der öffentlichen Straße, haben sie direkt vor dem Büro vom Eingang in eine Ladesäule investiert, was dann für Kunden natürlich sein kann, aber auch für die eigene Fahrzeugflotte können daran laden.

Speaker: Also da sind wir vollkommen frei.

Speaker: Es ist jetzt kein Riesen-Invest von 100.000, 200.000 Euro oder sowas, sondern ist auch im machbaren Rahmen noch für Privatpersonen auf jeden Fall.

Speaker: Du hattest ja erwähnt, dass man das nicht nur als Einzelperson machen kann, sondern in der Gruppe vielleicht auch als Bürgerinitiative.

Speaker: Kannst du uns das ein bisschen ausführen?

Speaker: Genau, wir haben ursprünglich auch mal den Gedanken gehabt, dass man da eben mit mehreren Leuten aus der Nachbarschaft eben rein investieren kann, also dass dann drei, vier Leute sich zusammentun und sich diese Investitionskosten eben teilen, dementsprechend dann natürlich auch den Gewinn sich teilen.

Speaker: Da muss dann natürlich, also da steckt dann eine Rechtsform aber auch hinter, also man kann das nicht einfach so machen, sondern...

Speaker: Wird dann wahrscheinlich eine GbR sein oder irgendwas, das haben wir rechtlich noch nicht prüfen lassen.

Speaker: Oder wir hatten auch keinen Fall jetzt, wo wir das eingehend prüfen müssen.

Speaker: Aber weil das halt schon auch häufiger mal gekommen ist, die Frage, also kann ich mich auch zu einem geringeren Betrag an der Ladeinfrastruktur beteiligen, haben wir jetzt eine Genossenschaft tatsächlich gegründet, die Ladegemeinschaft.

Speaker: Da sind wir gerade in der Gründungsphase, werden wir auch bald dann öffentlich auf Social Media und so weiter für Werbung machen, wo man sich eben ab einem Anteil von 100 Euro oder ab 100 Euro pro Anteil, man kann auch mehrere Anteile kaufen, Mitglied der Genossenschaft werden kann und mit dem Kapital, was wir darüber einsammeln können,

Speaker: investiert die Genossenschaft eben gesamtheitlich in Ladeinfrastruktur.

Speaker: So können wir dann eben auch Wünsche oder Standortvorschläge von den Mitgliedern, wenn es da jemanden gibt, der wirklich auf ein E-Auto umsteigen will, aber jetzt nicht das Kapital hat, um eine eigene Ladesäute sich anzuschaffen, darüber eben ermöglichen, dass wir Ladeinfrastruktur dahin bekommen, wo sie benötigt wird, mit dann eben dem Vorteil auch von den Mitgliedern, dass sie daran finanziell beteiligt werden langfristig.

Speaker: Kommen wir zur letzten Frage, die hatte ich dir vorhin nicht genannt.

Speaker: Würde dir für das Thema Ladeinfrastruktur in Deutschland, wenn du dafür einen Wunsch frei hättest, was würdest du dir wünschen?

Speaker: Ich würde mir wünschen, dass jeder Bürger Deutschlands von unserem Konzept schon mal gehört hat und weiß, dass man als Privatperson auch in öffentliche Ladeinfrastruktur investieren kann.

Speaker: Weil daran scheitern wir, oder was heißt scheitern, daran hakt es noch so ein bisschen bei uns.

Speaker: Wir müssen natürlich die Leute darauf aufmerksam machen.

Speaker: Ich glaube, keiner weiß, also 99 Prozent der Leute wissen nicht, dass es möglich ist, dass man selber für öffentliche Ladeinfrastruktur investiert.

Speaker: sorgen kann und daran auch finanziell beteiligt werden kann.

Speaker: Auf unser Startup bezogen wäre das, glaube ich, der Wunsch, den ich habe.

Speaker: So der allgemeine Wunsch, glaube ich, den ich für die Ladeinfrastruktur in Deutschland hätte, wäre, dass man ein gesamtheitliches Genehmigungsverfahren oder einen einheitlichen Prozess über alle Kommunen hinweg in Deutschland hat, wo sich

Speaker: Es geht ja nicht nur um uns, es geht ja auch um andere Betreiber von öffentlicher Ladeinfrastruktur.

Speaker: Die stehen ja genauso vor denselben Problemen wie wir.

Speaker: Und dass man da eben Klarheit schafft.

Speaker: Wir haben jetzt auch bei einem unserer ersten Projekte, da hatten wir die Genehmigung schon, haben dann, oder wir hatten die Genehmigung noch nicht, aber uns wurde gesagt, wir sollen schon mal den Netzanschluss beim Netzbetreiber beantragen.

Speaker: Dann haben wir die Detailplanung da auch eingereicht.

Speaker: Dann wurde aber nochmal von einem Amt was an dem Detailplan angemerkt, sodass wir den nochmal abändern mussten.

Speaker: Aber beim Netzbetreiber hatten wir natürlich schon die alte Detailplanung eingereicht.

Speaker: Und beim Setzen des Fundamentes, beziehungsweise als wir dann die Abnahme hatten, fiel dann auf, haben wir das Fundament selber einen halben Meter zu weit links gesetzt, weil der Netzbetreiber eben das alte Dokument hatte.

Speaker: Und daran merkt man ja alleine schon, das war auch eine Kommune, wo es eigentlich

Speaker: gut funktioniert mit den Genehmigungen, aber dass dieser ganze Prozess halt

Speaker: für alle Teilnehmer höchst komplex ist.

Speaker: Und wenn man sich dann erstmal damit beginnt, sich mit dem Prozess zu beschäftigen als Kommune, muss man das ja alles aufarbeiten erstmal, bevor man dann sich entscheidet, dann auch den Rat überzeugt, dass diese Richtlinie so in Ordnung ist.

Speaker: Da von oberer Stelle oder von höherer Ebene mal was eingegossen werden würde, ich glaube, das würde sehr viel bringen.

Speaker: Verständlich.

Speaker: Danke Niklas.

Speaker: Gerne, gerne.

Speaker

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