Transcript
Speaker: Der folgende Podcast ist in zwei Teile aufgeteilt.
Speaker: Hier kommt Teil 1.
Speaker: Hallo und herzlich willkommen zu unserem Podcast.
Speaker: Ich bin Arlen Nikoli.
Speaker: Und ich bin Elvira Kaigana.
Speaker: Arlen und ich nehmen euch in unserem Podcast mit in spannende Interviews und analysieren die großen Redner unserer Zeit.
Speaker: Aber zunächst ein paar Sätze zu meiner und Arlens Rolle.
Speaker: Mein Name ist Elvira Kaigana.
Speaker: Ich bin Autor, Business Coach und Professional Speaker sowie Inhaber der Bank on Future.
Speaker: Hier helfen wir lokalen Banken und Finanzdienstleistern gezielt zu wachsen, in den Bereichen, in dem Wachstum sinnvoll ist und gleichzeitig Kunden und Mitarbeiter intensiver an sich zu binden.
Speaker: Arlen, wer bist du?
Speaker: Danke dir Elvier.
Speaker: Ich bin Geschäftsführer der Agentur Nikoli Presentations und wir sind spezialisiert, wenn es um die Gestaltung überzeugender Firmenpräsentationen geht.
Speaker: Zudem trainiere ich als zertifizierter Professional Speaker die Vortragenden für die Online- und Offline-Bühne dieser Welt.
Speaker: Und ich würde sagen Elvier, wir starten mit der heutigen Episode.
Speaker: Hallo und herzlich willkommen zur heutigen Episode mal wieder mit dem sensationellen Elvie Kaiganer und mir natürlich, Arle Nikodi.
Speaker: Heute haben wir ein Speaker-Duo, würde ich schon fast sagen, also die Back-to-Back hintereinander reden.
Speaker: Und zwar sind es zwei Herren, die bei der Jahresauftaktveranstaltung der Deutschen Bank miteinander sprechen.
Speaker: Und Elvir, unser Kenner und Könner, was Bankthemen angeht, hat heute natürlich ein Heimspiel.
Speaker: Und da werden wir ihn auf jeden Fall, oder werden wir dich, ich rede dich jetzt mal direkt an, Elvir, werden wir dich auf jeden Fall noch ein bisschen ausfragen, wie denn die Banker so reden.
Speaker: Absolut richtig, Arne.
Speaker: Und ich fand das nochmal sehr interessant, dass wir uns die, wir haben uns jetzt die
Speaker: von der Deutschen Bank die Jahreshauptversammlung mal vorgenommen aus dem Jahr 2020, die auf YouTube eingestellt ist.
Speaker: Und unsere Meisterspeaker haben ja auch noch einen kleinen Nebenjob, nämlich die bringen anderen, zum Beispiel DAX-Vorständen, großen Vorständen, das Reden bei.
Speaker: Und wenn ihr euch die Aufzeichnung anguckt, wird man feststellen, da sind sehr, sehr viele Techniken mit dabei, die eben auch unsere Speaker-Kollegen
Speaker: Und die meiste der Sprache auch gerne nutzen und auch anderen beibringen, um einfach deutlich professioneller rüberzukommen bei so einer wichtigen Veranstaltung wie eben der Jahresauftakt, wo quasi die ganze Welt drauf guckt und ganz gespannt ist, was die Herren dann erzählen.
Speaker: Das ist tatsächlich ein sehr interessanter Punkt, den du angesprochen hast und zwar, dass auch die großen Namen, egal ob Vorstandsvorsitzende oder irgendwelche Geschäftsführer, wenn man die zum Beispiel im Fernsehen sieht, dann denkt man, denken Laien vielleicht oft, der ist ja super souverän, der muss für diesen Job geboren sein, aber nein,
Speaker: Die haben alle ein Riesentraining hinter sich und teilweise geben die mega viel Geld aus, damit sie so sprechen, sich so verhalten, wie sie es gerade vor der Kamera oder entsprechend vor einem großen Publikum dann tatsächlich tun.
Speaker: Absolut und das haben ja unsere Dozenten auch nochmal so bestätigt, wenn du einen Auftritt bei Markus Lanz hast und eben ein Spitzenpolitiker bist, da willst du eine
Speaker: ein gutes Bild abgeben und nicht irgendwie rüberkommen.
Speaker: Und das muss natürlich auch durchtrainiert werden.
Speaker: Sprache, wie du sitzt, wie du dich darauf vorbereitest und, und, und.
Speaker: Gut, lass uns einsteigen, Arlem, würde ich sagen.
Speaker: Lass uns einsteigen.
Speaker: Wir haben ja hier dieses Mal zwei Herren, die nacheinander sprechen.
Speaker: Einmal den Herrn Dr. Achleitner und einmal den Herrn Christian Seewing.
Speaker: Ja.
Speaker: zur Geschichte, zur Vita dieser beiden Herren.
Speaker: Der Herr Dr. Achleitner war früher bei der Bain & Company, dann ist er zu Goldman Sachs gewechselt, dann als Geschäftsleiter der deutschen Niederlassung von Goldman Sachs und ist dann zum Vorstand der Allianz SE gewechselt.
Speaker: ernannt worden und bis 2022 war er dann schlussendlich auch Aufsichtsrat-Vorsitzender der Deutschen Bank.
Speaker: Vielleicht nochmal kurz, ja, das ist absolut richtig, das gleiche hatte ich auch nochmal über ihn gefunden, was natürlich auch nochmal ein interessanter Side-Fact ist, er ist ein Akademiker, der in St.
Speaker: Gallen studiert hat und da auch eine sehr, sehr lange Zeit war und promoviert hat und
Speaker: Wer die Deutsche Bank kennt und gerade dann auch nochmal sein Vorgänger, Herrn Ackermann, der hat die gleiche Vita.
Speaker: Das heißt, die waren beide in St.
Speaker: Gallen und haben da beide studiert und promoviert.
Speaker: Und das war nochmal sehr interessant, wenn sich jemand fragt, wie man an so einen Job kommt, dann hilft es, studieren und promovieren in St.
Speaker: Gallen.
Speaker: Und der Christian Seewing hat lustigerweise mit einer in Anführungszeichen ganz normalen Ausbildung zum Bankkaufmann begonnen bei der Deutschen Bank und ist auch sehr, sehr lange geblieben.
Speaker: Hat natürlich nach der Ausbildung auch ein Studium in der Betriebswirtschaft vollzogen.
Speaker: Und er war aber kurz, zwei Jahre war er weg von der Deutschen Bank.
Speaker: ist aber dann wieder zurückgekommen und inzwischen seit 2018 Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bank.
Speaker: Das heißt, auch junge Zuhörer und Zuhörerinnen mit einer Ausbildung, mit einer Bankkaufmann-Kauffrau-Ausbildung könnt ihr auch Vorstandsvorsitzende werden.
Speaker: Also schön Energie reinstecken, wenn ihr das auch möchtet.
Speaker: Du sagst das richtig.
Speaker: Grundsätzlich beide ähnliche Typen, aber grundsätzlich anders.
Speaker: Vielleicht nochmal Hintergrund...
Speaker: Der Dr. Paul Achleitner war, seine Zahlen bestimmen sein Leben, aber der hat einen anderen Fokus wie der Herr Seewing.
Speaker: Er muss eben in die Zukunft gucken.
Speaker: Er schaut sehr, sehr nach vorne.
Speaker: Und das kommt natürlich auch, einmal war der bei einer Top-Unternehmensberatung und war halt eben sehr, sehr viel im Investmentbanking zuständig.
Speaker: Das heißt, da ist natürlich, wenn du investierst, die Zukunft sehr, sehr wichtig.
Speaker: Du wirst ja in Zukunft eine höhere Ertrag erwirtschaften, als du heute bezahlt hast.
Speaker: Der
Speaker: Andere Kollege, der Christian Sebing, der war halt immer in einer Bank.
Speaker: Das heißt, der kennt nur Bank.
Speaker: Und er kommt aber aus dieser Kreditschiene oder eben aus diesem Compliance-Bereich.
Speaker: Das heißt, für ihn sind halt Gesetze und Vorschriften und Zahlen der bestimmte Faktor.
Speaker: Das heißt, es sind zwei komplett unterschiedliche Typen eigentlich.
Speaker: Und ich finde, man sieht das dann auch in Bezug.
Speaker: die jeweiligen Rede, wenn sie denn reden.
Speaker: Das ist auf jeden Fall sehr richtig, dass man da auch einen Unterschied erkennt.
Speaker: Hast du oder fällt dir spontan sofort ein Stichwort ein, wo du sagen würdest, das trifft auf den Unterschied der beiden zu?
Speaker: Ja, also tatsächlich.
Speaker: Man merkt tatsächlich, würde ich jetzt mal sagen, ohne jetzt zu sehr in die Wertung hineinzugehen, dass der Christian Sebingen
Speaker: ein deutlich introvertierterer Mensch ist als der Dr. Achleitner.
Speaker: Und dem fällt es natürlich auch deutlich schwerer, vor Leuten zu sprechen.
Speaker: Und man merkt halt vom Herrn Achleitner, dass er doch versierter ist und ihm das vielleicht sogar mehr Spaß macht.
Speaker: Und was natürlich auch dazu geschuldet ist, aufgrund der Jobs, die er ausgeführt hat, ist deutlich, deutlich mehr reden mit Leuten, vor Leuten, präsentieren und so weiter,
Speaker: Während der Herr Seewing ist halt natürlich auch dort unterwegs, aber er hat halt mehr die Zahlen und Vorschriften im Vordergrund und er ist natürlich auch ein knallharter Sanierer, das darf man auch nicht sagen.
Speaker: Also Zahlen und Vorschriften sind für ihn sehr, sehr wichtig.
Speaker: Also ich hätte jetzt beim Herrn Achleitner bzw.
Speaker: beim Herrn Seewing das mehr in diese Richtung empfunden, dass der Herr Achleitner eine sehr
Speaker: gerade, also eine wirklich steife, gerade Richtung zu kommunizieren hat.
Speaker: Das drückt aber auch eine gewisse Stärke aus, finde ich.
Speaker: Also ich habe dem zugehört und im ersten Moment habe ich mir gedacht, jetzt eine Stunde oder eine halbe Stunde dem Herrn zuhören wird vielleicht ein bisschen anstrengend, aber diese Intensität, die er auf die Art und Weise
Speaker: rübergebracht hat, finde ich, hat das so ein bisschen ausgebügelt.
Speaker: Der Christian Seewing war in der Art und Weise zu kommunizieren, würde ich sagen, ein bisschen lockerer, so habe ich das empfunden.
Speaker: Hat ein bisschen mehr mehr
Speaker: vielleicht sogar ein bisschen mehr Mimik reingebracht.
Speaker: Was jetzt auf jeden Fall, ich würde jetzt bei beiden nicht sagen, dass es in irgendeiner Form falsch gewesen wäre, aber man erkennt auf jeden Fall die Unterschiede, wie die beiden nicht miteinander, sondern mit der Kamera kommunizieren.
Speaker: Das ist ja auch ein Stichpunkt, das war ja die erste virtuelle Auftakt zur Jahreshauptversammlung.
Speaker: Und das ist natürlich auch für die beiden eine Challenge.
Speaker: Ja, bevor wir zu sehr in die Rede hineingehen, hätte ich tatsächlich nochmal eine Anmerkung zum gesamten Setting.
Speaker: Ich weiß nicht, wie du zu dem Thema Rednerpult stehst, aber ich finde es einfach ungünstig.
Speaker: Das heißt, du zeigst auch die Hälfte nur deines Körpers und das bedeutet, die Hälfte deiner Körpersprache ist natürlich weg.
Speaker: Auch nochmal, es ist eigentlich schwerer, mit Rednerpult zu reden als ohne.
Speaker: aber man hat halt als ungeübter Redner eine gewisse Sicherheit, wenn man sich daran festhalten kann.
Speaker: Und da fand ich auch nochmal den Unterschied beim Saving, sieht man, dass er sich zum Teil manchmal sehr, sehr starr daran festgehalten hat oder zum Teil noch schlimmer, so diese Geste nach vorne, so ich nehme Anlauf und springe heute gleich ins Gesicht.
Speaker: Also das hat man bei ihm tatsächlich hier und da mal ein paar Mal gemerkt und das wirkt natürlich manchmal vielleicht sogar bedrohlich, auf der anderen Seite ein
Speaker: Man weiß halt nicht, wohin mit den Händen.
Speaker: Also das mit dem Pult gebe ich dir absolut recht.
Speaker: Zum einen kann es eine gewisse Sicherheit für den Redner, die Rednerin geben, weil man sich eben festhalten kann, weil man etwas hat, an dem man sich orientieren kann.
Speaker: Gleichzeitig ist es aber so, dass man wirklich wie bei einer Maske, die wir während der Corona-Zeit tragen mussten,
Speaker: Wir haben zwar die Augen gesehen von der anderen Person, wir haben ungefähr einschätzen können, wie die Person mit uns kommunizieren möchte, aber haben eben einen Großteil des Gesichts, das eigentlich so wichtig ist für die Kommunikation oder dann für den Vortrag, nicht gesehen.
Speaker: Und deswegen sind solche Rednerpults für freie Reden auf jeden Fall nicht geeignet.
Speaker: Also bin ich ganz bei dir.
Speaker: In diesem Fall bin ich mir nicht sicher, ob man es anders hätte lösen können.
Speaker: Aber grundsätzlich sind Rednerpults nicht zu empfehlen.
Speaker: Ich finde diesen Vergleich, den du gesagt hast, mit der Maske sehr, sehr zutreffend.
Speaker: Das heißt, man sieht auch nur die Hälfte des Gesichts.
Speaker: Also genauso auch wie Reden mit einem Rednerpult.
Speaker: Und ich habe auch noch ein paar weitere Aspekte.
Speaker: Bei dem einen oder anderen weckt das natürlich schlechte Erinnerungen.
Speaker: Vielleicht von der Schule, wenn man sich das vorstellt, der Direktor steht oben am Puls und man ist dann lange in der Aula gefangen und muss dem zuhören.
Speaker: Oder vielleicht eine andere Veranstaltung.
Speaker: Also das kann man dann eben auch nicht beeinflussen.
Speaker: Kaum steht man da oder ist in diesem Setting in Anführungszeichen als Zuhörer gefangen, kommen halt vielleicht die ein oder andere schlechte Erinnerung hoch.
Speaker: auch nochmal vom Standort, das war natürlich fast der schlechteste Standort, den man hat wählen können, wo das Rednerpult stand.
Speaker: Da stand ja ganz rechts.
Speaker: Und das ist natürlich eine der schwächsten Stellen und da wird der Redner eigentlich zur Nebensache.
Speaker: Wir hatten ja mal in einer Folge, der Blick geht von links nach rechts.
Speaker: Wenn ich ganz rechts mit dem Rednerpult bin, das ist dann ein sehr, sehr schwacher Punkt.
Speaker: Also dass der, dass in dem Fall
Speaker: Ich fang nochmal an.
Speaker: In dem Fall kann ich dir nicht ganz recht geben mit der Position des Rednerpults.
Speaker: Es macht auf jeden Fall Sinn, wenn es bei einer physischen Veranstaltung so ausschaut, dass das Rednerpult in der Mitte oder eine bestimmte Position hat.
Speaker: In dem Fall macht es keinen großen Unterschied, weil ja die Kamera ständig auf diese eine Person gerichtet ist, die dann auf diese Art und Weise im Mittelpunkt steht.
Speaker: Es gibt ein paar...
Speaker: beziehungsweise ein paar Kamerawechsel, die so ein bisschen Dynamik auch in das Bild bringen.
Speaker: Aber meistens ist die Kamera ja ständig fokussiert auf diese eine Person.
Speaker: Und da ist die Position des Rednerpuls nicht so relevant.
Speaker: Aber ganz klar, bei einem Live-Vortrag ist das natürlich was ganz anderes.
Speaker: Ich sage es nur dazu, weil ich eben genau diesen Aufbau häufiger gesehen habe, auch bei Live-Veranstaltungen.
Speaker: Ich weiß nicht, ob die Hotels das so gerne aufbauen, gerade oft auch mit einer Sitzgruppe zur linken Seite für spät eine Podiumsdiskussion.
Speaker: Dann ist ganz, ganz rechts in der Mitte das Rednerpult dann eben mit aufgebaut.
Speaker: Und das zieht natürlich schon nochmal deutlich Energie weg.
Speaker: Für eine Online-Aufzeichnung bin ich bei dir.
Speaker: Da ist es eigentlich irrelevant, an welcher Stelle.
Speaker: Hauptsache es ist gut ausgeleuchtet und es passt.
Speaker: Aber nochmal ein Punkt zum Rednerpult, es trennt natürlich auch das Publikum, das ist so eine Barriere, wie ein Gartenzau.
Speaker: Sehr gut, ja.
Speaker: Fand ich auch nochmal einen sehr, sehr interessanten Punkt und es bindet natürlich deutlich die Bewegungen.
Speaker: Das heißt, du hältst dich halt fest, wie jetzt Herr Seewing hat es gemacht und da muss man, hat eine ganz andere Wirkung und es dämpft natürlich auch die Ausstrahlung.
Speaker: Wie gesagt, kommt nur die Hälfte drüber an.
Speaker: Deswegen
Speaker: wenn ich mir mal vorstelle, Steve Jobs hätte das iPhone vom Rednerpult.
Speaker: Also ich glaube, das hätte nicht die gleiche Wirkung gehabt, wie wenn er dann, ah, ich habe da noch was in meinem Pocket.
Speaker: Also wenn es geht, vielleicht auf das Rednerpult verzichten.
Speaker: Ich kann es verstehen, wenn man manchmal, also die ist jetzt so ein Ausschnitt von einer Stunde, aber den wir jetzt da gesehen haben und die geht natürlich noch deutlich länger.
Speaker: Wenn man dann so lange redet, ist vielleicht dann
Speaker: dass man sich mal abstützen kann, ganz hilfreich, aber es raubt halt einfach Energie.
Speaker: Und das dann eben bitte nochmal zu beachten für das Rednerpunkt.
Speaker: Das ist, Stichwort Rednerpult ist wirklich eine sehr wichtige Sache.
Speaker: Viele unterschätzen das ja teilweise.
Speaker: Und dadurch, dass du das jetzt so konkret ansprichst, an alle nochmal, achtet darauf, dass ihr idealerweise gar kein Rednerpult benutzt.
Speaker: Und wenn ihr einen braucht, dann möglichst
Speaker: an der Seite stehen lassen, dass ihr die Bühne für euch nutzen könnt und das Rednerpult dann einfach dazu nutzen, dass ihr vielleicht irgendwas dort abstellt, zum Beispiel Notizen oder ähnliches.
Speaker: Gut, jetzt haben wir aber genug über das Rednerpult geredet, glaube ich.
Speaker: Lass uns doch nochmal, was übt denn jetzt konkret ein Speaker mit einem Vorstandsvorsitzenden?
Speaker: Er sagt ihm natürlich nicht, was er zu sagen hat, aber er übt mit ihm, wie er das sagt.
Speaker: Und vor allem, was man übt, Pausen.
Speaker: Und das fand ich so fantastisch beim Dr. Paul Achleitner.
Speaker: Da konnte man richtig mitzählen.
Speaker: Und man merkt auch, er macht das wirklich bewusst, die Pause.
Speaker: Und
Speaker: er arbeitet eben auch sehr, sehr viel damit.
Speaker: Dir ist das auch aufgefallen, ne?
Speaker: Das ist richtig.
Speaker: Teilweise hat er die Pausen ganz am Anfang ein bisschen zu sehr gezogen, hatte ich die Empfindung.
Speaker: Aber dann ist mir schnell klar geworden, dass es ziemlich sicher zwei Gründe hat, wieso er das gemacht hat.
Speaker: Zum einen komplizierter Inhalt, der von den Zuhörern und Zuhörerinnen natürlich verstanden werden muss.
Speaker: Und um denen Zeit zu geben,
Speaker: hat er Pausen eingebaut.
Speaker: Das ist eine sehr sinnvolle Technik.
Speaker: Und zudem bin ich davon überzeugt, beziehungsweise sieht man das auch am Anfang des Videos, das wir hier auch in den Kommentaren unten verlinkt haben, dass ein Teleprompter genutzt wurde.
Speaker: Und auf die Art und Weise hat einfach der Herr Achleitner die Möglichkeit gehabt,
Speaker: die ersten Wörter, die ersten Zeilen einfach kurz zu überfliegen und dann entsprechend seinen Text weiterzulesen.
Speaker: Aber diese Pausen geben auch eine gewisse Stärke, wie ich finde.
Speaker: Also wir hatten es ja in einem Interview beziehungsweise in der Podcast-Analyse von Frank Asmus.
Speaker: Er sagt ja dann auch nochmal dieser Dreiklang und vor allem dann auch die Pausen.
Speaker: Und gerade hier merkt man dann, er sagt was, was wichtig ist und macht die Pause und man kann da richtig
Speaker: Eins, zwei, drei und dann redet er weiter.
Speaker: Also als ob er wirklich innerlich mitgezählt hat, hat man dann hier und da das Gefühl.
Speaker: Aber das ist eben sehr, sehr wichtig, weil es gibt so einen Vortrag und eine Rede, eine gewisse Struktur.
Speaker: Und dann spielt er nochmal mit der Stimme ein bisschen höher, ein bisschen tiefer.
Speaker: Und so ist es natürlich auch nochmal leichter für den Zuhörer und Zuschauer, ihm zu folgen.
Speaker: Durch diese Struktur, die er dann eben aufbaut, einmal durch Pausensätzen, aber natürlich auch durch seine Stimme,
Speaker: um da eben mehr Aufmerksamkeit zu bekommen.
Speaker: Also er ist wirklich ein Pausenmeistersetzer.
Speaker: Und man merkt dann auch, er stellt jeden Vorstandskollegen vor, zählt dann innerlich bis drei und dann kommt der Nächste.
Speaker: Und das fand ich dann sehr, sehr amüsant.
Speaker: Und das muss man natürlich auch mal geübt haben.
Speaker: Und vor allem dann auch drei Sekunden auf der Bühne in so einem Setting können sehr, sehr lang sein.
Speaker: Da braucht man Mut, um das auszuhalten.
Speaker: Oder alle?
Speaker: Pausen sind ein sehr, sehr starkes Tool, aber so Pausen dann wirklich auszuhalten, wie du das gerade richtig gesagt hast, muss man üben.
Speaker: Also auf der Bühne zu stehen und dann einfach mal nichts zu sagen und diese Ruhe, diese Stille zu ertragen, das ist teilweise echt schwer.
Speaker: Und also der Dr. Achenleiter nutzt jetzt einmal Pausen als stilistisches Element, natürlich auch seine Stimme, die mal rauf und runter geht, aber er nutzt natürlich auch seine Hände.
Speaker: Er wird zum Schluss immer mutiger.
Speaker: Erst macht er immer nur eine Handbewegung mit der Handfläche nach innen.
Speaker: fand ich dann auch immer sehr, sehr interessant.
Speaker: Man hatte, glaube ich, vielleicht sogar gemerkt, dass er vielleicht an der einen oder anderen Stelle gerne mal den Finger nach vorne gezeigt hätte, was man ja nie machen darf.
Speaker: Das wäre ein Kardinalspieler mit dem Finger auf jemanden zu zeigen von der Bühne aus, oder allen?
Speaker: Ja, auf jeden Fall.
Speaker: Also mit dem Finger auf Personen zeigen kann man, wenn man eine ganz bestimmte Person wirklich anspricht und mit ihr wirklich kommunizieren möchte.
Speaker: Aber ansonsten ist der Finger eigentlich sehr gefährlich in der Kommunikation.
Speaker: Ist ja immer eine eher drohende Geste.
Speaker: Genau, manche machen dann den abgewinkelten Finger, damit das nicht so ganz aussieht, sondern wenigstens so.
Speaker: Aber Herr Achenreiter hat eben seine Handflächen, gerade die Handfläche nach innen gezeigt.
Speaker: Das schafft natürlich nochmal Vertrauen.
Speaker: Wenn ich den Handrücken mehr nach zeige,
Speaker: nach vorne, schafft das eher eine gewisse Dominanz bei dem einen oder anderen.
Speaker: Von daher ist mit Handflächenarbeiten schon sehr, sehr wichtig dann auch nochmal.
Speaker: Und vor allem nicht die großen Gesten, sondern eben sehr kleine, bescheidene Gesten, um das Gesagte nochmal zu untermalen.
Speaker: Musik

