Transcript
Speaker: Hallo und willkommen zu einer neuen Folge von Chris & Co.
Speaker: Ich bin Chris und ich habe ein sehr, sehr spannendes Thema mit einer sehr spannenden Gästin heute, worüber ich mich sehr, sehr freue, weil das, glaube ich, in der gesamten Medienlandschaft noch ein bisschen vertretener sein könnte, das Thema.
Speaker: Ich habe nämlich die liebe Annette Ensmann bei mir.
Speaker: Schön, dass du da bist.
Speaker: Schön, dass ich da sein darf.
Speaker: Und zwar, ich bin, also ich glaube, ich kann ganz gut Leute vorstellen, aber ich finde es, glaube ich, leichter für die Personen, weil sie ja auch ein bisschen sich besser selber kennen als ich.
Speaker: Jetzt noch zu diesem Zeitpunkt, wir lernen es ja auch über dieses Gespräch noch ein bisschen besser kennen.
Speaker: Wer bist du denn, was treibst du denn so?
Speaker: Erzähl mal so ein paar Sätzen was über dich.
Speaker: Okay, hi, ich bin Annette.
Speaker: Wenn ich nicht in Podcasts rumsitze, was ich gar nicht so oft mache, übersetze ich Videospiele.
Speaker: Das war jetzt gar nicht so ausguckt.
Speaker: Aber das ist gar nicht so schlimm, weil wir darüber jetzt nämlich auch sprechen werden.
Speaker: Übersetzung von Videospielen.
Speaker: Weil das ist natürlich ein Thema, worüber vielleicht gar nicht auch immer so direkt nachgedacht wird.
Speaker: Weil so im normalen Spielkonsum passiert das.
Speaker: Uns fällt es vielleicht eher auf, wenn etwas nicht so gut funktioniert bei der Übersetzung.
Speaker: Aber vielleicht, dass man auch mal so ein bisschen hinter steigt.
Speaker: Hey, wie funktioniert das eigentlich?
Speaker: Wer sind denn die Leute, die dahinter arbeiten?
Speaker: Ja, ja.
Speaker: was da so hinter steckt, wo vielleicht Druckschlüsse sind und was vielleicht ein realistisches Szenario ist, wie da auch die Zukunft aussehen kann.
Speaker: Aber bevor wir damit anfangen, ich habe eine kleine Schnellfragerunde vorbereitet mit zehn Fragen und da reicht es, wenn du ganz kurz zu antwortest, aber das ist ganz gut, um vielleicht ein bisschen mehr über dich zu erfahren und ich hoffe, du bist bereit.
Speaker: Ich habe keine andere Wahl als bereit zu sein.
Speaker: Alles gut.
Speaker: Das sind keine schlimmen Fragen.
Speaker: Dieses Spiel hat mich emotional am meisten mitgenommen.
Speaker: Oh, wow, okay, da gibt es mehrere.
Speaker: Du hast Schnellfragerunde gesagt, oder?
Speaker: Okay, in Mass Effect musste ich mich entscheiden, welches Volk ich opfere, es sei denn, ich habe das Safe Game.
Speaker: Das war schlimm, das war furchtbar.
Speaker: Ich habe zehn Minuten da gesessen und habe die Entscheidung nicht getroffen, weil ich das Safe Game nicht hatte, in dem einem die Entscheidung abgenommen wird.
Speaker: Ansonsten, ja, das ist das Erste, was mir eingefallen ist, Mass Effect 3, ist das, glaube ich.
Speaker: Mhm.
Speaker: Mhm.
Speaker: Dann die zweite.
Speaker: Meine Food-Sünde Nummer eins ist?
Speaker: Ich würde mal sagen Lava-Cake.
Speaker: Oh.
Speaker: Ja.
Speaker: Ich werde heute Abend Pizza bestellen.
Speaker: Und da gibt es halt immer so ein Lava-Cake dazu.
Speaker: Deshalb ist das gerade so präsent, weil das Zeug ist halt so gut.
Speaker: Das ist so lecker.
Speaker: Leider ja, leider ja.
Speaker: Ja, total.
Speaker: Es ist ein sehr, sehr spannender Tag, also gehe ich voll mit, auch wenn ich das gar nicht so oft esse, ehrlich gesagt.
Speaker: Ich war mal in einem Restaurant in den USA, das ist jetzt schon wieder so, ich sage solche Sachen, weißt du, ich war mal in den USA und wir waren in so einem Restaurant und da gab es halt so ein Lava Cake, den haben die auch so Trockeneis serviert, das kam halt dieser Lava Cake mit diesem Dampf und das war unglaublich cool.
Speaker: Ja, ich glaube, in den USA ist da sowieso nochmal was ganz anderes, was das Showmäßige angeht.
Speaker: Das war super schön.
Speaker: Glaube ich.
Speaker: Okay, dann gehen wir mal zu Schnellfrage Nummer drei.
Speaker: Von diesem Spiel habe ich mir auch mal nur den Soundtrack angehört.
Speaker: Also ohne es gespielt zu haben?
Speaker: Ja, also es ist egal.
Speaker: Okay.
Speaker: Dass du dich einfach nur mal zur Seite genommen hast und gesagt hast, boah, das hat mir musikalisch so gut gefallen, das höre ich mir jetzt einfach mal nur so an, ohne es zu spielen.
Speaker: Da gab es zwei.
Speaker: Musikalisch sehr schön fand ich Ori and the Blind Forest.
Speaker: Und ich habe festgestellt, dass man zum Soundtrack von Tom Clancy's Division 1 ganz fantastisch im Fitnessstudio trainieren kann.
Speaker: Oh, oh, oh.
Speaker: Ich hatte eine ganz schlimme Division 1 Phase.
Speaker: Die ist auch ein bisschen her, aber das war, ja.
Speaker: Das höre ich zum ersten Mal, dass The Division 1 sich wunderbar für das Gym eignet.
Speaker: Aber das macht eigentlich eher neugieriger, mal reinzuhören, was da für Soundtracks abgespielt werden, dass man sich das motiviert fühlt.
Speaker: Das ist eher, weil du dich halt fühlst, als würdest du für irgendwas trainieren.
Speaker: Das ist so ein normaler, instrumentaler Standard-Actionspiel, Soundtrack.
Speaker: Aber du hast halt dieses Szenario vor Augen und denkst dir so, ja...
Speaker: Aber wie gesagt, ich hatte eine ganz schlimme Division 1 Phase.
Speaker: Okay, okay.
Speaker: Dann gehen wir mal zu Stellfrage Nummer 4.
Speaker: Dein Lieblingsgenre ist?
Speaker: Bei Spielen oder allgemein?
Speaker: Bei Spielen.
Speaker: Okay, ich spiele sehr gerne Horror.
Speaker: Ich habe gerade eine Dark Souls Phase.
Speaker: Die ist nicht ganz so schlimm wie die Division 1 Phase, aber auch schlimm.
Speaker: Genau, ich spiele sehr gerne Horror, ich spiele sehr gerne Action-Sachen und ich spiele tatsächlich The Room zum Beispiel fällt mir ein, das ist halt auch Horror, das ist so Cosmic Horror, ist aber jetzt kein Action.
Speaker: Genau.
Speaker: Okay, also schon Horror viel, höre ich raus.
Speaker: Genau, so Horror, Cosmic Horror, alles, was so ein bisschen abgefahren ist.
Speaker: Spielen für mich ist hauptsächlich Eskapismus und ich brauche zum Beispiel nicht so super gerne auf so einem Bauernhof rum und züchte da Tiere.
Speaker: Ich verstehe total, warum man das macht, aber es ist halt nicht meins.
Speaker: Ich möchte was komplett anderes erleben, was ich halt nicht im echten Leben erleben kann.
Speaker: Ja, verstehe ich, verstehe ich.
Speaker: Auf was aus den letzten Jahren, was du erreicht hast, bist du ganz besonders stolz?
Speaker: Wow, okay, das ist eine schwere Frage.
Speaker: Weißt du, was ein Imposter-Syndrom ist?
Speaker: Nee.
Speaker: Kannst du ein bisschen herleiten.
Speaker: Sehr gern.
Speaker: Die meisten Kreativen leiden darunter, dass sie immer glauben, dass sie eigentlich gar nichts können.
Speaker: Das ist halt so deutsches Hochstapler-Sonom.
Speaker: Ist egal.
Speaker: Ich hoffe, ich bin sehr stolz.
Speaker: Ich bin immer noch in der Branche und noch nicht klein.
Speaker: Das klingt jetzt sehr, sehr fast schon ein bisschen zugeerdet, weil ich glaube, das ist etwas, wenn man sowas angeht, was, glaube ich, oft unterschätzt wird, wenn man da so ein Wagnis eingeht.
Speaker: Das stimmt.
Speaker: Ich kann auch immer ein bisschen entgegen.
Speaker: Ich bin sehr stolz darauf.
Speaker: Du solltest ja eh das zu meinem Werdegang wissen.
Speaker: Da kann ich schon mal gleich so ein Stichwort einwerfen.
Speaker: Ich habe vier Jahre für Besatz auf the Coast als freiwillig Übersetzerin gearbeitet.
Speaker: Das war extrem cool, da bin ich extrem stolz drauf.
Speaker: Ich habe jetzt gerade letzte Woche ein Projekt abgeschlossen, über das ich noch nicht reden darf.
Speaker: Da war ich die alleinige Übersetzerin zusammen mit einer ganz wundervollen Lektorin.
Speaker: Und da haben wir viel so Literatur des 19.
Speaker: Jahrhunderts behandelt.
Speaker: Das war sehr anspruchsvoll und sehr schön.
Speaker: Und ich bin immer sehr stolz auf so Sachen, die halt mich herausfordern.
Speaker: Also dieses Spiel war zum Beispiel extrem schön, die Besatzzeit war extrem anstrengend.
Speaker: Aber ja, ich glaube, das ist es.
Speaker: Ja, aber finde ich gut, sehr schön.
Speaker: Die sechste Frage ist sehr, sehr kurz.
Speaker: Hund oder Katze?
Speaker: Katze, hallo?
Speaker: Mein Social Media Handle auf allen Plattformen ist Geeky Cat Lady.
Speaker: Okay.
Speaker: Okay, genau.
Speaker: Dann ist das direkt klar, die Fronten.
Speaker: Genau, ich habe vier Katzen.
Speaker: Oh, cool.
Speaker: Genau, ich bin eine verrückte Katzenfrau.
Speaker: Und ja, genau, Katzen natürlich.
Speaker: Aber ich mag Hunde.
Speaker: Ich isse nicht so, dass ich keine Hunde mag.
Speaker: Ich glaube auch, also bei den meisten grundsätzlich sind ja dann auch einfach Tierliebhaber oder Tierliebhaberinnen und da, also ich kenne wirklich niemanden oder keine Person, die sagt, ja, ich liebe Katzen, aber ich kann Hunde gar nicht ab.
Speaker: Vielleicht, wenn man jetzt eher negative Erfahrungen auch mit Hunden gemacht hat, was ja durchaus mal sein kann, dann natürlich schon eher, aber ich glaube, dass grundsätzlich dann einfach auch schon eher so die Liebe zum Tier da im Vordergrund steht.
Speaker: Ich hatte ganz lange eine krasse Hundephobie tatsächlich.
Speaker: Aber die ist halt überwunden tatsächlich.
Speaker: Ich kann mittlerweile, ich habe so viele nette Hunde kennengelernt, dass das halt so nach und nach einfach wegfiel.
Speaker: Und ich wohne nicht mehr in Berlin.
Speaker: Da hast du ja so krasse Hunde, die da rumlaufen.
Speaker: Das ist halt richtig übel.
Speaker: Und genau mittlerweile hier in diesem kleinen beschaulichen Auto, in dem ich wohne, ist das nicht so ein Thema.
Speaker: Ja, verstehe ich.
Speaker: Ich war nur einmal in Berlin, aber das ist auch schon wieder ein Weilchen her, da war ich jetzt gar nicht mehr so in Erinnerung, wie das so mit den Hunden dort war.
Speaker: Die Leute haben halt Hunde in den Wohnungen und dann sind die Hunde halt entsprechend drauf.
Speaker: Das ist, ja.
Speaker: Vielleicht hat sich das auch mittlerweile geändert.
Speaker: Ich wohne seit fast 14 Jahren nicht mehr in Berlin.
Speaker: Okay, das ist schon ein Weilchen.
Speaker: Okay, die Katzenlady.
Speaker: Schnellfrage Nummer sieben.
Speaker: Die schönste Sprache ist?
Speaker: Ich bin Übersetzerin ins Deutsche.
Speaker: Ich muss jetzt Deutsch antworten.
Speaker: Allerdings bin ich auch Übersetzerin aus dem Englischen.
Speaker: Und ich mag das Englische wirklich extrem gerne.
Speaker: Ich spreche total viel Englisch.
Speaker: Ich bin mit einem Amerikaner verheiratet.
Speaker: Und ich habe es mir zur Aufgabe gemacht, einfach auch mich ganz, ganz tief in diese Sprache reinzuarbeiten.
Speaker: Darüber werden wir sicher später auch noch sprechen.
Speaker: Aber ja, ich mag Englisch aus anderen Gründen, als ich Deutsch mag.
Speaker: Englisch ist für mich halt sehr, sehr vielseitig und sehr flexibel.
Speaker: Das Deutsche ist in der es ein
Speaker: präziser und hat aber auch sehr coole Wörter.
Speaker: Das ist jetzt auch so eine völlig non-linguistische Antwort.
Speaker: Okay, aber da nehme ich mit, Deutsch und Englisch sind ein ganz, ganz wichtiger Teil, aber du magst beides aus ganz anderen Gründen.
Speaker: Aber du hast jetzt kein Favorite, was ich jetzt so rausgehört habe.
Speaker: Ich interiere tatsächlich in meiner Vorliebe zum Englischen, weil es vielseitiger ist für mich im normalen Alltagsgebrauch.
Speaker: Aber genau, da ist kein Aber, das ist das Ende des Tages.
Speaker: Okay, okay.
Speaker: Kommen wir zu Frage Nummer 8.
Speaker: Dieses Spiel kennt niemand, aber sollte jeder.
Speaker: Pacific Drive.
Speaker: Okay, habe ich auch noch nicht gespielt tatsächlich.
Speaker: Aber sagt mir was.
Speaker: Es kam letztes Jahr raus, ich glaube, der Publisher ist Ironwood Studios und es ist so eine
Speaker: Es hat eine Atmosphäre, die extrem cool ist.
Speaker: Aber ich sag dir auch, ich mag so Cosmic Horror und solche Sachen.
Speaker: Das ist kein kosmischer Horror.
Speaker: Es ist halt eher so Endzeit, Postnukleares irgendwas.
Speaker: Und es hat einfach so eine total packende Atmosphäre.
Speaker: Also das würde ich total jedem empfehlen, mal zu spielen.
Speaker: Das ist auch, glaube ich, gerade im Sale.
Speaker: Ich weiß gar nicht.
Speaker: Das andere, was mir dazu enthält, ist Limbo.
Speaker: Ein bisschen her.
Speaker: Das ist so ein Schwarz-Weiß-Sidescroller.
Speaker: Ah, du nix, du kennst es?
Speaker: Ja.
Speaker: Ich glaube, auch so unbekannt ist es gar nicht.
Speaker: Also ich glaube, das war schon zu der Zeit, also ich weiß nicht, wie es heute ist, es ist tatsächlich auch schon, lass mich nicht lügen, also gefühlt ist es schon 15 Jahre her oder so, aber ich glaube, zu der Zeit war es schon so ein, ja,
Speaker: Indie-Hit, glaube ich, auch einfach.
Speaker: Das kann sein, ja.
Speaker: Immer wenn ich Leuten von Limbo erzählte, erntet ich so leere Blicke.
Speaker: Echt?
Speaker: Das ist schade.
Speaker: Vielleicht haben aber auch meine Freunde das einfach nicht gespielt.
Speaker: Das kann auch sein.
Speaker: Ja, dann musst du aber noch mal mit denen reden.
Speaker: Das muss ich mal machen, ja.
Speaker: Frage 9.
Speaker: Dein Idol ist...
Speaker: Okay, das ist schwierig.
Speaker: Ich glaube nicht, dass ich so wirklich ein Idol habe.
Speaker: Ich habe ganz viele Ideale, aber ich weiß nicht, ob ich die auf eine Person vereinen kann.
Speaker: Ein Idol?
Speaker: Nee, hab ich nicht.
Speaker: Okay.
Speaker: Die letzte Frage, die ist vielleicht so ein bisschen daran angrenzend.
Speaker: Mit welcher Persönlichkeit aus der Branche würdest du gerne mal einen Podcast machen?
Speaker: Oh, okay.
Speaker: Ich sage dir mehrere Personen.
Speaker: Der erste ist ein Insider-Bits.
Speaker: Mark Rosewater ist der Chefentwickler von Magic the Gathering, dessen Artikel ich für mehrere Jahre übersetzt habe.
Speaker: Das ist eine Person, mit der ich sehr gerne mal reden möchte.
Speaker: Mit welcher Person aus der Branche würde ich gerne einen Podcast machen?
Speaker: Ja.
Speaker: Ich habe auf der Gamesground letztes Jahr, habe ich Kate Edwards kennengelernt.
Speaker: Sie macht so Kulturization, ich glaube, es gibt es im Deutschen gar nicht, macht so Kulturization und Lokalisationssachen und ist eine unglaublich kluge und charmante Person.
Speaker: Damit könnte ich mir einen Podcast tatsächlich vorstellen.
Speaker: Da können wir so abnerden über so lokale Sachen und lokale Eigenheiten, die man in Spielen dann irgendwie auch beachten muss.
Speaker: Und genau, das finde ich ganz cool.
Speaker: Ja, spannend.
Speaker: Okay.
Speaker: Ja, ganz cool.
Speaker: Dann haben wir jetzt schon mal so einen kleinen Rundumschlag gemacht, was deine Persönlichkeit auch ausmacht und deine Interessen.
Speaker: Ist jetzt nur ein ganz kleiner, aber ich finde das immer ganz nett, so ein paar Eindrücke da schon mal zu bekommen.
Speaker: Das ist doch nett, um mal so ein bisschen warm zu werden.
Speaker: Ja, voll.
Speaker: Aber jetzt gehen wir mal ein bisschen tiefer ins Thema rein.
Speaker: Und zwar Lokalisierung, das ist dein Thema.
Speaker: Und da stellt sich natürlich für mich auch die Frage, wie kommt man da rein?
Speaker: Hast du...
Speaker: schon in der Schule gemerkt, hey, ich entscheide mich jetzt nicht für die naturwissenschaftlichen Sachen, Sprache ist mein Ding, weil da räume ich die Einsen ab und habe da riesig Spaß dran oder bist du Quereinstieg, also wie kommt man da überhaupt hin und vor allem auch auf die Idee zu sagen, hey, da sehe ich mich, das möchte ich beruflich machen.
Speaker: Okay, ich kann in diesem Fall tatsächlich meine eigene Geschichte erzählen, weil wir alle Menschen, die ich so kenne, die in diesem Bereich arbeiten, da auf ganz verschiedenen Wege hingekommen sind.
Speaker: Ich habe in der Schule die Naturwissenschaften gewählt.
Speaker: Ich ärgere mich nach wie vor darüber.
Speaker: Ich hatte die Wahl zwischen Französisch, Latein und Biochemie und ich hatte so eine Greenpeace-Phase und habe Biochemie genommen.
Speaker: Okay, das war super.
Speaker: Genau, und ich hatte mich tatsächlich auch sehr spät erst mit Videospiellokalisierung, also sprich, ich habe zum Beispiel, ich habe immer Spiele auf Deutsch gespielt, weil mir gar nicht in den Sinn kam, dass ich das nicht machen musste.
Speaker: Das wurde dann erst, als ich so Mitte 20 war, anders.
Speaker: Ich war tatsächlich in der Schule immer schon extrem gut in Sprachen.
Speaker: Und
Speaker: Habe dann aber auch nicht Übersetzung studiert.
Speaker: Ich habe vier Semester Medientechnik hinter mir, die habe ich abgebrochen, weil Physik.
Speaker: Obwohl du nach wissenschaftlichen Fokus gewählt hattest.
Speaker: Unimathe ist ganz anders als Schulmathe.
Speaker: Eine Lektion, die ich in diesen vier Semestern sehr leidlich lernen musste.
Speaker: Ja, genau.
Speaker: Dann habe ich Altphilologie und Musikwissenschaften hintrangehängt und habe dann aber immer noch keine Wiespiele übersetzt, sondern habe dann angefangen mit so einem, unter anderem, mit so einem Spielejournalismus-
Speaker: Video-Plattform-Dings, über das ich ganz weiter reden möchte.
Speaker: Das ist lange her.
Speaker: Das war auch bevor Streaming überhaupt irgendwie was war.
Speaker: Aber gibt's das noch oder war das ein eigenes Ding von dir?
Speaker: Das war was eigenes und das gibt es nicht mehr.
Speaker: Wenn es das noch gibt, dann muss ich es wegmachen.
Speaker: Das war nämlich wirklich furchtbar.
Speaker: Ich stehe dazu, dass ich das gemacht habe, aber es war halt auch wirklich nicht gut.
Speaker: Ja.
Speaker: Genau, und darüber aber habe ich dann zwei Schriftsteller kennengelernt, die dann in so einem Gespräch so nebenbei erzählt haben, dass sie ja schon so mehrere tausend Wörter für ein damals erschienenes Franchise übersetzt haben und durch in meiner jugendlichen Naivität sagt dann Sachen wie, oh cool, wie kommt man denn an solche Jobs?
Speaker: Und dann haben mich diese beiden Autoren an einer Agentur empfohlen, die halt unter anderem Videospiele lokalisiert und
Speaker: Dann hatte ich wenige Wochen später tatsächlich meinen ersten Lokalisierungsjob.
Speaker: Das war ein DLC zu Fallout New Vegas.
Speaker: Oh, wie cool ist das denn?
Speaker: Ich bin so krass eingestiegen, oder?
Speaker: Das ist jetzt kein schlechter Einstieg tatsächlich.
Speaker: Ich hatte so ein unfassbares Glück in meiner ganzen Karriere, dass ich halt wirklich so eingestiegen bin und dass ich halt auch diese Menschen kennengelernt habe, die mich da so ein bisschen reingeführt haben.
Speaker: Das war wirklich gut.
Speaker: Ich bin da nach wie vor auch extrem dankbar dafür.
Speaker: Genau, zwischen übrigens, zwischen, wie kommt man an solche Jobs, und ich habe bei einem Job liegen aber natürlich noch so ein paar andere Sachen, nämlich, du musst halt schon irgendwie zeigen, dass du schreiben kannst, da kommen wir nachher wahrscheinlich nochmal genauer dazu, was das bedeutet.
Speaker: Da gibt es so ein bisschen Technik, die du lernen musst, also so Tools und sowas.
Speaker: Genau.
Speaker: Ja, ich glaube, das reicht.
Speaker: Okay.
Speaker: Also da kommen natürlich schon, weiß ich nicht, fünf Anschlussfragen gefühlt.
Speaker: Das ist ja tatsächlich ein sehr, sehr spannender Einstieg.
Speaker: Und ich kann mir vorstellen, du bist ja auch mit einer gewissen Erwartungshaltung an die Sache gegangen, wie das Ganze abläuft.
Speaker: Aber wie sehr war es dann auch das, wie du dir das so vorgestellt hast?
Speaker: Und wie lief es dann tatsächlich ab?
Speaker: War das ein sehr großer Clash oder lief es genauso wie in deiner Vorstellung ab?
Speaker: Ich hatte, als ich anfing, halt super wenig Vorstellungen.
Speaker: Ich war halt diese Gamerin, diese Person, die sich viel und intensiv mit Games beschäftigt hat.
Speaker: Und ich war diese Person, die unheimlich viel geschrieben hat.
Speaker: Und mein Einstieg dieser Fallout New Vegas DLC, das war komplett Dialog.
Speaker: Also ich hatte ein Dialogskript für verschiedene Figuren, die in diesem DLC auch tauchten und das hat nichts davon hat mich geschockt.
Speaker: Ich habe dann viel später, habe ich diese ganzen krassen Sachen dann erst erlebt, die dann, die du normalerweise in der Branche erlebst.
Speaker: Da gibt es halt, da gibt es dann halt so, so,
Speaker: So Dinge wie, du bekommst keine vollständigen Dialog, du bekommst nur eine Seite des Dialogs, also nur eine Person.
Speaker: Du bekommst, das Highlight übrigens, alphabetisch sortierte Excel-Dateien.
Speaker: Okay.
Speaker: Okay.
Speaker: Also genau, das war so ein, das habe ich das erste Mal erlebt bei so einem MMO, das war 2012, möchte ich meinen.
Speaker: Also wirklich dann einfach ein Satz oder ein Versatzstück eines Satzes, wie kann man sich diese Excel-Tabelle dann vorstellen?
Speaker: Weil ich meine, ich bin jetzt wahrscheinlich nicht bei weitem nicht so sprachlich verstanden,
Speaker: Bewandt wie du, aber ich kann mir jetzt vorstellen, hey, da gibt es ja auch immer so einen gewissen Kontext, auch gerade wenn jetzt zwei Personen sprechen, wie das Verhältnis ist, so Emotion und was da auch die Geschichte ist, was jetzt vielleicht nicht ganz unwichtig ist, wenn zwei Personen miteinander sprechen.
Speaker: Deswegen...
Speaker: Komplett recht?
Speaker: Genau.
Speaker: Also es gibt halt diese Idee, dass man, ich weiß gar nicht, warum Leute das machen.
Speaker: Irgendwann muss mir das mal jemand erklären, der das macht.
Speaker: Ich weiß es nicht, aber manchmal bekommst du halt diese Exkletter-Tabelle.
Speaker: Hast du nie gefragt?
Speaker: Nein, ich habe nie gefragt.
Speaker: Es ist ja auch ganz oft so, oder komm ich schon wieder in das nächste Thema, dass du gar nicht so viel kommunizieren kannst mit den Leuten, die dir Jobs geben.
Speaker: Aber das klappe ich kurz mal aus.
Speaker: Ich weiß nicht, warum Leute das machen.
Speaker: Ich habe es einmal gesehen in einem Projekt und es war wirklich schlimm, weil genau das nicht passiert ist.
Speaker: Du hast dann halt eine alphabetisch sortierte Liste mit Segmenten, nennt man das.
Speaker: Das sind halt diese einzelnen Strings, die dann eben in der Lokalisierung aufgerufen werden.
Speaker: Das kann dann ein Gegenstand sein oder ein
Speaker: einen Teilsatz eines Dialogs oder eine Questbeschreibung oder irgendein Benutzeroberflächenelement, weil irgendjemand in dieser Excel-Tabelle oder beim Exportieren, weiß ich nicht, auf den Knopf gedrückt hat und gesagt hat, ich möchte das bitte alphabetisch sortieren.
Speaker: Das macht natürlich keinen Sinn.
Speaker: Es ist komplett klar, dass das Quatsch ist, aber es passiert immer.
Speaker: Ich habe vorhin mit einer Kollegin geredet, die meinte, ich habe das auch wieder gehabt gerade.
Speaker: Es ist...
Speaker: Genau, das sind halt Sachen, mit denen ich nicht gerechnet habe.
Speaker: Also, um auf deine Frage zurückzukommen, das ist was, da sitzt du dann davor und du sagst, warum macht man das?
Speaker: Ich verstehe das nicht.
Speaker: Und damit rechnest du auch nicht, dass das passiert.
Speaker: Es gibt so andere Sachen, über die ich vorher nie nachgedacht habe, die dann passieren.
Speaker: Zum Beispiel hast du ja gerade bei so Mobilspielen, hast du ja gerne mal eine Zeichenbegrenzung.
Speaker: Also, weil du halt nur begrenzt Platz auf dem Display hast.
Speaker: Das sind Sachen, über die du nicht nachdenkst, wenn du sie nicht machen musst.
Speaker: Genau, das ist okay.
Speaker: Und genau, ich glaube, das waren so die zwei Dinge, die halt sehr mit meiner Erwartungshaltung kollidierten.
Speaker: Also ich habe ein, zwei Fragen, die ich glaube ich aber noch ein bisschen nach hinten schieben muss.
Speaker: Aber um bei deinem Werdegang dann auch zu bleiben, du...
Speaker: Ja, hast dann quasi mit Fallout New Vegas angefangen.
Speaker: Das ist jetzt erstmal keine schlechte Referenz.
Speaker: Wie geht es dann aber auch weiter?
Speaker: Weil da würde mich jetzt natürlich auch interessieren, du hattest jetzt dann erstmals diesen Kontakt.
Speaker: Wie kann man sich dann das vorstellen?
Speaker: War das jetzt so ein freiberuflicher Auftrag?
Speaker: Warst du da festangestellt, dass du quasi immer etwas Neues zugeworfen bekommen hast?
Speaker: Oder wie legt das ab?
Speaker: Die meisten von uns sind Freiberufler.
Speaker: Das habe ich vergessen zu erwähnen, genau.
Speaker: Also wir sind halt in diesem Freiberufler-Status, dass wir halt verschiedene Kunden haben und verschiedene Aufträge von verschiedenen Kunden annehmen.
Speaker: Was natürlich bedeutet, dass du eigentlich die ganze Zeit natürlich dabei bist, irgendwie Kunden dir zu erjagen und eben hoffst, dass du neue Aufträge bekommst.
Speaker: Du
Speaker: hast diese größeren Produktionen, die halt in viele Sprachen übersetzt werden, laufen halt über, das nennen wir Übersetzungsagenturen, das sind so große Dienstleister, die halt dann eben das Projektmanagement machen und die Infrastruktur bereitstellen und dann eben auch die Kommunikation mit dem Endkunden übernehmen und
Speaker: Die sind halt aus ganz vielen verschiedenen Gründen relativ umstritten.
Speaker: Ich weiß nicht, ob das für heute ein gutes Thema ist.
Speaker: Das ist eigentlich ein eigenes Thema, warum das so ist.
Speaker: Die sind aber tatsächlich sehr nützlich, wie gesagt, wenn du ein großes Projekt hast mit ganz vielen Wörtern, ganz vielen Sprachen.
Speaker: Und das sind halt auch die ersten, mit denen man anfängt.
Speaker: Weil die sind, da kommt man relativ einfach rein.
Speaker: Man hat auch so eine relativ niedrige Einstiegshürde.
Speaker: Was ich ja gerade schon gehört, ich habe zum Beispiel kein Übersetzungsstudium oder kein Sprachwissenschaftsstudium hinter mir.
Speaker: Es reicht eigentlich, wenn du zeigst, dass du schreiben kannst und dass du weißt, was du da tust.
Speaker: Die lassen dich dann so Tests machen, auch eine umstrittene Praxis, aber es ist okay.
Speaker: Und dann, immer wenn die Leute halt für ein Projekt suchen, dann schreiben sie dich halt an.
Speaker: Oder du schreibst die halt an, wenn du sagst, ich habe gerade Zeit, habt ihr was?
Speaker: Genau.
Speaker: Und wenn du dann so ein bisschen, wenn du ein bisschen begabter darin bist, dich selbst zu vermarkten oder wenn du einfach entsprechende Kontakte hast, dann kannst du auch direkt an Entwickler herantreten und sagen, guck mal, ihr habt hier so ein kleines Indie-Spiel, wollt ihr das mal übersetzt haben ins Deutsche, dann kannst du das mit denen direkt machen.
Speaker: Da brauchst du halt natürlich schon wirklich was, was du denen zeigen kannst, was du gemacht hast.
Speaker: Genau, beantwortet das deine Frage.
Speaker: Ja, definitiv.
Speaker: Und ich kann mir auch vorstellen, oder beziehungsweise da musst du mich auch so ein bisschen über die ganze Branche abholen, weil dieses Gesehenwerden stelle ich mir im ersten Schritt sehr schwierig vor, weil du bist ja in dem Fall auch erstmal so über einen Kontakt da reingeschlittert und dann hast du das vielleicht abgeschlossen und dann stehst du erstmal vor dieser weiten Welt der Lokalisierung,
Speaker: Wie, oder wir haben ja mit dir das Fallbeispiel, wie lief es dann ab, also sind dann auch schon ersten auf dich zugekommen, weil Vitamin B und man connectet ja auch miteinander oder bist du in der ersten Zeit vor allem auch auf Firmen zugegangen?
Speaker: 2011 angefangen und alle, die sich daran erinnern, wissen, dass 2011 ein total schwieriges Jahr war für alle im Gaming.
Speaker: Das war so ein Übergangsjahr, da kam irgendwie eine Next-Gen-Konsole raus, es gab also kaum was, was passierte.
Speaker: Das heißt, 2011 war super furchtbar.
Speaker: Ich hatte halt noch irgendwas anderes nebenbei gearbeitet.
Speaker: Ich war jetzt halt nicht super pleite oder sowas.
Speaker: Aber es war schon extrem ernüchternd, wenn du halt diese, ich habe diesen einen DLC gemacht und dann kam halt noch einer hinterher.
Speaker: Das war aber extrem wenig Text.
Speaker: Und dann sitzt du da und denkst dir so, hm.
Speaker: Und ich war halt natürlich trotzdem Anfängerin in der Lokalisierung.
Speaker: Und dann habe ich natürlich, wie eigentlich alle Anfänger, aber auch krasse Fehler gemacht, wie ich habe mich da einfach irgendwo beworben.
Speaker: Und...
Speaker: Ich habe irgendeine Buchübersetzung angenommen, die ganz furchtbar war.
Speaker: Da müsste ich auch nicht drüber reden.
Speaker: Das ist mir heute noch peinlich.
Speaker: Und solche Sachen.
Speaker: Und es entwickelte sich halt einfach im Laufe der Zeit, dass ich dann einfach an Kontakten dazugewonnen habe.
Speaker: Auch eben durch diese beiden Personen, die mich da in diese Branche reingebracht haben.
Speaker: denen halt sagten, hier, guck mal, frag doch mal diese Leute, oder die sagten dann halt zu einer Person, die später ein wirklich langjähriger Geschäftspartner wurde, und dann sagten sie, guck mal hier, brauchst du noch eine Übersetzerin, hier, diese Person hier, die kann was.
Speaker: Genau, für mich ging es tatsächlich richtig los 2013 mit Assassin's Creed 3,
Speaker: Und das war, das ist auch so eine Geschichte, die ich einfach immer so gerne erzähle, weil die so lustig ist.
Speaker: Assassin's Creed 3, wenn ich das kurz mal als Tangente einwerfen darf.
Speaker: Assassin's Creed 3 ist ja das mit dem Unabhängigkeitskrieg in den USA.
Speaker: Und da findet man so Kodak-Seiten.
Speaker: Mhm.
Speaker: Ähm.
Speaker: Und diese Codex-Seiten habe ich übersetzt.
Speaker: Und zwar schrieb mich dieser Kunde an und sagte, wir haben hier so Texte in so mittelalterlich, pseudomittelalterlich im Englisch.
Speaker: Kannst du die mal so pseudomittelalterlich Deutsch machen?
Speaker: Und ich so, klar kann ich das.
Speaker: Das ist voll mein Gebiet.
Speaker: Und dann guckte ich mir das an und habe diese Texte einfach nicht verstanden.
Speaker: Was komisch ist, weil ich eigentlich, weil es ist mein Beruf, Sachen zu verstehen.
Speaker: Und
Speaker: Ich kapierte das nicht und ich dachte, das ist auch nicht pseudomittelalterlich, das ist irgendwas anderes und jagte dann einen dieser Sätze durch Google oder sowas und ich dachte, vielleicht ist das ein Sprichwort oder ein Aphorismus oder sowas und genau das war es dann auch.
Speaker: Das waren die originalen Texte von Benjamin Franklin.
Speaker: Und da dachte ich so, okay, das ist krass.
Speaker: Das ist schwer.
Speaker: Und habe dann versucht tatsächlich, weil ich mir dachte, das hat doch schon mal jemand übersetzt.
Speaker: Diese Benjamin-Franckens-Sprüche, dieses Apfel am Tag, den Doktor fern oder so.
Speaker: Und fand er halt nichts.
Speaker: Und habe dann einfach gesagt, ja gut, dann mache ich das jetzt halt selber.
Speaker: Und habe dann zwei Wochen lang
Speaker: mit ganz viel so Farbcodierungen und ganz viel Nachgucken und ganz viel Aufwand diese Franklin-Texte übersetzt.
Speaker: Und war dann aber dann auch davon überzeugt, dass das total schlecht ist.
Speaker: Und habe dann so zwei Tage vor Abgabe meinem Kunden geschrieben, so hier, ich habe das mal hier, das ist noch nicht fertig, guck da mal drüber.
Speaker: Und mein Kunde ist total super, ich weiß gar nicht, was du hast.
Speaker: Genau.
Speaker: Und dann ging es halt los.
Speaker: Dann habe ich das Jahr danach irgendwie so ein paar Sachen gemacht.
Speaker: Und dann war auch schon 2014, da habe ich aber bereits angefangen.
Speaker: Und dann habe ich aber auch vier Jahre nichts anderes gemacht.
Speaker: Also, das war, ne, das stimmt nicht.
Speaker: Ich habe hauptsächlich Wizards gemacht und dann halt noch so, da war noch ein Assassin's Creed zwischendrin und noch so ein paar Browserspiele, über die ich nicht reden darf und sowas.
Speaker: Genau, und dann ging das los.
Speaker: Ey, super spannend.
Speaker: Vor allem jetzt auch diese Geschichte jetzt mit den Kodex-Einträgen, weil da kommt dann auch so ein bisschen die Frage, so ein bisschen vielleicht schon, ja, wobei Werdegang, das wird bei dir, glaube ich, das ganze Gespräch immer so ein bisschen mitschwimmen, das Thema, aber auch so im Daily Doing, das klang jetzt sehr danach, dass dir wirklich einfach jemand so einen Auftrag übergibt und du hast komplette Freiheiten,
Speaker: Ist das so oder gibt es schon sehr krasse Vorgaben, weil natürlich auch vielleicht jetzt mal Spiele, die jetzt ab 16 oder 18 vorgegeben sind, vielleicht auch mal in der Wortwahl dann ein bisschen ruppiger sind oder ausfallend.
Speaker: Und da gibt es ja dann vielleicht auch für die englische Sprache und die deutsche Sprache schon auch sehr unterschiedliche Begrifflichkeiten, die unterschiedlich heftig dann auch in der Wortwahl sind.
Speaker: Wie viele Freiheiten hast du da oder inwiefern wird dir da auf die Finger geguckt?
Speaker: Genau, in den allermeisten Fällen gibt es Vorgaben.
Speaker: Also die Altersfreigabe ist eine davon.
Speaker: Wenn ein Spiel unter 16 ist, dann gibt es halt keine derbe Sprache.
Speaker: Also auch wenn die im Englischen derb ist, dann willst du im Deutschen das trotzdem nicht finden.
Speaker: Ich bin da auch sehr streng mit mir selber.
Speaker: Also ich finde, ich mag der Sprache, ich fluche total viel.
Speaker: Aber ich muss es halt nicht in einem Spiel, in einem Bauernhofspiel zum Beispiel, muss ich nicht fluchen.
Speaker: Das passt halt auch einfach nicht dazu.
Speaker: Ja.
Speaker: Nun mache ich sehr wenig Bauernhofspiele.
Speaker: Ich mache halt viel Horror und so Kram.
Speaker: Und da kannst du halt natürlich, da hast du deutlich mehr Freiheiten, was deine Wortwahl angeht.
Speaker: Du hast natürlich Vorgaben hinsichtlich der Sprachebene.
Speaker: Du hast immer so ein Zielpublikum.
Speaker: Also zum Beispiel das Zielpublikum eines Assassin's Creed Shadows ist ein anderes als Stardew Valley.
Speaker: Ich habe nicht an Stardew Valley gearbeitet, aber das ist gerade so, dass es zum Beispiel auf meinem Feld ist.
Speaker: Das heißt, du kannst davon ausgehen, dass Leute, die Assassin's Cicero spielen, die möchten eine Sprachebene erleben, die vielleicht auch ein bisschen komplexer ist als Leute, die Cagiovello spielen.
Speaker: Ich weiß das gar nicht, ehrlich gesagt.
Speaker: Ich glaube, dieses Literaturspiel, von dem ich vorhin geredet habe, ist ein gutes Beispiel dafür, weil da konnten wir uns echt austoben.
Speaker: Da waren wir zu zweit, da konnten wir coole Wörter reinbauen, weil einfach auch klar ist, dass Leute, die ein Literaturspiel spielen, auch mit Fremdwörtern zurechtkommen.
Speaker: Das klingt jetzt so ein bisschen bildungselitär, das wollte ich gar nicht.
Speaker: Aber es ist halt wirklich eine Überlegung, die du hast, wenn du halt sagst, meine Zielgruppe hat es nicht so mit Fremdwörtern, was ja okay ist.
Speaker: Zum Beispiel ein Cyberpunk 2077 hat auch keine Fremdwörter.
Speaker: Ist aber trotzdem ein super cooles Spiel.
Speaker: Mit einer übrigens fantastischen Lokalisierung muss ich dazu mal anmerken.
Speaker: Da war ich sehr beeindruckt von.
Speaker: Genau.
Speaker: Die Kollegen haben da eigentlich gute Arbeit geleistet.
Speaker: Aber ich habe Vorgaben ansonsten nur, was ich vorhin schon mal sagte, so Zeichenbegrenzungen.
Speaker: Da musst du dich dran halten, sonst läuft der Text halt über.
Speaker: Ja.
Speaker: Das ist, ganz kurz, das ist ein Punkt, an den ich jetzt überhaupt nicht gedacht hätte.
Speaker: Also eher, dass du halt einfach dann auch so einen Textblock wieder abgibst und die machen das dann so rein, wie es dann halt eben passt gerade.
Speaker: Das war jetzt so meine Vorstellung.
Speaker: Ah, okay.
Speaker: Das passiert dir tatsächlich eher selten.
Speaker: Also es ist ja auch so, dass wenn ich den Text bearbeitet habe, ist der noch nicht fertig.
Speaker: Da kommt dann...
Speaker: noch ein Lektorat drüber.
Speaker: Das sind dann halt Leute, die gucken, dass ich da keine Tippfehler gemacht habe, dass ich mir die nicht verschreibe.
Speaker: Was unter allen passiert.
Speaker: Ich bin die Person, die einen Chat haben kann, ohne da 20 Tippfehler drin zu haben.
Speaker: Und dann hast du nochmal, wenn es eine Sprachaufnahme ist, hast du dann aber nochmal eine Dialogregie, die dann nochmal drüber guckt, dass es dann halt auch auf die Lippenbewegungen passt.
Speaker: und so weiter.
Speaker: Das heißt, ich bin eigentlich die erste Instanz und dann geht der Text nochmal durch so ein paar Hände, wenn da halt Sprache ist.
Speaker: Genau.
Speaker: Genau, das ist, ich weiß gar nicht, beantwortest du deine Frage?
Speaker: Vielleicht auch daran angrenzend, die Frage, ich meine, das hatten wir jetzt gerade schon mal so ein bisschen angerissen, das ganze Thema Kontext und ich meine, das war jetzt in diesem Benjamin Franklin Fall, da gab es jetzt ja auch einen gewissen Kontext, dass du erstmal auch herausfindest, hey, okay, da stammt der Text her und
Speaker: Wie aufwendig ist denn teilweise auch die Arbeit dahinter, wenn du jetzt einen Text bekommst und du vielleicht jetzt nicht so richtig weißt, hey, wie übersetze ich das am besten?
Speaker: Oder sagst du dir, hey, ich halte mich einfach ins Original, übersetze das so bestmöglich und dann ist gut?
Speaker: Oder inwieweit arbeitest du dich dann auch so ein bisschen in die Spielstory ein, falls das in irgendeiner Form auch möglich ist zu dem Zeitpunkt?
Speaker: Genau, damit, ich war mit der letzten Bemerkung mal an.
Speaker: Wenn ich weiß, was das für ein Spiel ist und was das für eine Story hat, dann arbeite ich mich da extrem gerne ein.
Speaker: Nun bekommen wir aber viel seltener, als du dir vorstellst, tatsächlich Infos zu Story.
Speaker: Also natürlich weiß ich, wenn ich ein Assassin's Creed übersetze, weiß ich, ich übersetze ein Assassin's Creed.
Speaker: die haben natürlich, die sind natürlich insofern super, weil die halt natürlich ganz viel so Referenzmaterial mitschicken und sowas.
Speaker: Das ist aber nicht die Regel.
Speaker: Ich habe an einem Spiel gearbeitet, da wusste ich den Titel und dann wusste ich das Genre und den Rest konnte ich mir dann überlegen.
Speaker: Das ist halt, das ist wirklich furchtbar.
Speaker: Normalerweise kannst du aber, wenn du einen Text liest, wenn der normal sinnvoll sortiert ist und halt nicht alphabitisch, kannst du dir natürlich aber aus dem, was du da liest, ungefähr
Speaker: zusammenreimen, was da gerade passiert.
Speaker: Das ist nicht so super ideal, aber wenn man das eine Weile macht, dann kann man das halt auch.
Speaker: Ich arbeite mich insofern natürlich in die Spielhandlung ein, als dass ich versuche herauszufinden, was ist denn das für eine Atmosphäre, die die erschaffen wollen.
Speaker: Was ist das für eine Zeit, an der das spielt?
Speaker: Und das ist ja auch extrem wichtig.
Speaker: Ich kann ja zum Beispiel in der mittelalterlichen Fantasy kann ich Leute nicht mit Bro anreden, das geht halt nicht.
Speaker: Das ist ja auch super aufsichtlich, aber das muss man halt schon im Hinterkopf haben.
Speaker: Ich habe zum Beispiel diesen Spleen so ein bisschen, dass ich halt versuche, in der mittelalterlichen Fantasy-Welt keine lateinischen Begriffe zu verwenden.
Speaker: Situation ist halt doof, das ist dann Lage, weißt du, solche Sachen mag ich dann eher, dass ich dann darauf achte.
Speaker: Ähm,
Speaker: dass es halt nicht zu modern klingt.
Speaker: Und wir bekommen auch in den allerseltensten Fällen den ganzen Text am Stück.
Speaker: Und selbst wenn wir ihn am Stück bekommen, sind wir in der Regel ein Team aus mehreren Leuten.
Speaker: Es ist eher selten, dass man das alleine macht.
Speaker: Das heißt, du sitzt dann da mit drei, vier, fünf Menschen, hast, wenn du Glück hast, einen Projektchat, in dem du dich unterhalten kannst.
Speaker: und dann dich so ein bisschen abstimmen kannst, aber den gesamten Text sehen wir, also außer mit Ausnahmen halt in der Regel sowieso nicht, das heißt, wir müssen dann eben uns aus dem, was da steht, so ein bisschen herleiten, um was geht's denn da gerade in dem Spiel.
Speaker: Wenn du Glück hast, hast du so Szenenbeschreibungen, die da halt noch in dieser Datei dabei sind, oder die String-IDs geben so ein bisschen Ausschluss darüber,
Speaker: was da gerade passiert.
Speaker: Also da hast du dann zum Beispiel Charakter schreit als ID und dann weißt du, okay, dieser Charakter schreit gerade.
Speaker: Wenn du Glück hast, weißt du auch, welcher Charakter das ist und wie der heißt und welches Geschlecht der hat und mit wem der redet.
Speaker: Genau.
Speaker: Gerade der letzte Punkt ist übrigens total wichtig.
Speaker: Wer ist der?
Speaker: Mit wem redet der?
Speaker: Gerade wenn du neuere Spiele hast, wo du im Deutschen natürlich ein Du und ein Sie hast,
Speaker: Es ist total relevant, dass du das weißt.
Speaker: Sonst passiert es halt, dass sich Familienmitglieder siezen.
Speaker: Das kommt halt vor.
Speaker: Das ist uns allen schon passiert übrigens.
Speaker: Aber, ja, okay.
Speaker: Zu dem Zeitpunkt, wo das halt entsteht, da, wie gesagt, da weiß ja wahrscheinlich auch das Lektorat überhaupt noch gar nicht, wie es vielleicht in dem Fall dann richtig wäre, weil, gut, ihr wisst es halt an der Stelle nicht.
Speaker: Wird das dann im Nachgang noch mal
Speaker: angegangen oder bleibt das dann so?
Speaker: Ja, genau.
Speaker: Es gibt dann immer nochmal die abschließende LQA, das ist Linguistic Quality Control, das sind so Tester.
Speaker: Die setzen sich dann dahin und spielen das Spiel und dann sagen die dir halt, dann hier muss was geändert werden oder hier ist ein Wort komisch oder hier ist der Kontext falsch.
Speaker: Das hast du gerade bei Spielen, die so anklickbare Dialogoptionen haben.
Speaker: dass du, also gerade wenn das ausgeschriebene Sätze sind, also nicht wie in Mass Effect, wo du einfach eine Reaktion oder eine Emotion wählst, sondern wirklich ein Text steht, du sagst, zum Beispiel sagt die Figur irgendwas von wegen, ich möchte, dass du jetzt da nach Osten in den Wald gehst und diesen Geiler tötest.
Speaker: Und dann sagt deine Spielfigur, sagt im Anschluss aber was, was dann daran gar nicht passt.
Speaker: Was du vielleicht übersehen hast in der Übersetzung,
Speaker: Und das ist dann was, was die LQA dann findet.
Speaker: Oder wenn du Glück hast, das Lektorat, wo das Lektorat besser aufgepasst hat als du selbst.
Speaker: Das kommt auch vor.
Speaker: Also gerade, weil halt viele Sachen eben auch während des Entwicklungsprozesses entstehen und dann auch die Entwickler noch mal was ändern oder wir eben auch unter ganz großem Zeitdruck arbeiten.
Speaker: Das kommt halt auch in einigen Fällen vor.
Speaker: Zeitdruck ist tatsächlich auch so ein Ding, was ich mir aufgeschrieben hatte.
Speaker: Vielleicht auch erstmal für den Kontext, ab wann oder wo ist der Zeitpunkt bei so einer Spielentwicklung, wo du oder ich sag jetzt gerne mal alle Übersetzerinnen und Übersetzer da einsteigen und
Speaker: Und wie viel Zeit habt ihr dann generell auch für eure Arbeit?
Speaker: Ich nehme ja, das ist wahrscheinlich sehr, sehr variabel, aber du hast ja auch gesagt, du arbeitest dich super gerne auch dann mal in Themen ein, bevor du dich da jetzt an die Übersetzung machst.
Speaker: Hast du die Zeit auch wirklich immer dafür oder sind die Deadlines schon sehr, sehr knackig gesetzt?
Speaker: Wie viel Freiheit hast du da?
Speaker: Das kommt wirklich drauf an.
Speaker: Ich nehme mal Shadows als Beispiel.
Speaker: Wir haben mit Shadows angefangen 2023.
Speaker: Das war der Beginn der Lokalisierung und das ist jetzt vor fünf Tagen ausgekommen.
Speaker: Also März 2025.
Speaker: Da hatten wir das Glück, dass wir relativ viel Zeit hatten für die einzelnen Stücke.
Speaker: Also wir haben immer so Dialogstücke bekommen und dann halt natürlich noch den Kodex und sowas.
Speaker: Und wie gesagt, Assassin's Creed ist auch echt immer so ein Luxus, weil die einem auch einfach alles mitschicken, was du haben musst.
Speaker: Dann habe ich tatsächlich aber auch schon an Spielen gearbeitet, wo Leute dann eben möchten, dass du innerhalb einer Woche 15.000 Wörter raushaust.
Speaker: Und ich gebe dir jetzt mal eine Zahl.
Speaker: Wir haben uns als Industriestandard geeinigt, dass wir immer mit so 2.000 Wörtern pro Arbeitstag rechnen.
Speaker: Wenn also einer sagt, ich habe jetzt 15.000 Wörter, brauche ich die nächste Woche, weil ich auch vergessen habe, dass ich das jetzt brauche.
Speaker: Das kommt halt super auf, dass das Kunden dann einfällt, ich brauche das jetzt.
Speaker: Aber ganz dringend.
Speaker: Das liegt hier seit drei Wochen auf meinem Schreibtisch und jetzt muss ich das übersetzt haben.
Speaker: Dann hast du eben auch schon nicht mehr die Zeit, dich da großartig in irgendwas einzuarbeiten.
Speaker: Dann klopfst du das halt durch und hoffst, dass das Lektorat aufpasst und Sachen findet.
Speaker: Das ist total super optimal und ich finde es immer sehr schade, wenn Entwickler so Übersetzung und Lokalisierung so im Nachgang einfach nur betrachten.
Speaker: So, ja, ach, das müssen wir auch noch machen.
Speaker: Ja, das ist halt sehr schade.
Speaker: Dann kann es halt passieren, dass ihr einen Text bekommt, wo sich die übersetzende Person halt nicht so super tief eingearbeitet hat, weil einfach die Zeit gar nicht dafür da ist.
Speaker: Das ist schade.
Speaker: Wir möchten das alle nicht.
Speaker: Wir möchten alle einen schönen Text abliefern.
Speaker: Wie gehst du denn damit um, wenn du jetzt vielleicht auch mal einen Originaltext bekommst und du denkst, boah, das ist Writing jetzt aber nicht so toll.
Speaker: Also ist es dir da schon mal untergekommen, dass du gesagt hast, boah, wenn ich das jetzt übersetze, kann ich das nur ein bisschen interessanter verfassen, als es eigentlich im Original ist?
Speaker: Oder musst du dich da schon sehr nah auch dran halten, selbst wenn es jetzt nicht wunderbar toll geschrieben ist oder so?
Speaker: Meine Aufgabe ist ja Lokalisierung.
Speaker: Und meine Aufgabe in der Lokalisierung ist, dass ich quasi etwas abliefere, was ein eigenständiges Werk ist.
Speaker: Das ist auch so ein ganz wichtiger Punkt, den ich unbedingt unterbringen wollte.
Speaker: Also meine Texte lesen sich idealerweise wie ein Original.
Speaker: Das heißt, wenn im Original der Schreibstil blöd ist oder wenn da Tippfehler sind oder wenn da jemand irgendwelche komischen Satzbau-
Speaker: Dinge getan hat, das hatte ich neulich erst übrigens, dann ist es natürlich meine Aufgabe, das nicht zu übernehmen, sondern es halt so weit anzupassen, dass es sich okay liest.
Speaker: Was ich halt nicht machen darf, ist krass viel Inhalt verändern, wobei da auch Einschränkungen sind, wenn ich da kurz ausholen darf.
Speaker: Das ist nämlich auch ein Thema, was ich super oft höre, wenn ich so Reviews lese.
Speaker: Leute sagen immer, das war im Original total anders.
Speaker: wir haben halt schon so ein paar Freiheiten und auch so ein bisschen die Aufgabe, Sachen halt an unsere Kultur anzupassen.
Speaker: Es gibt ein schönes Beispiel für Lokalisierung zum Beispiel.
Speaker: Es gibt einen Pixar-Film.
Speaker: Ich glaube, es ist Upside Down.
Speaker: Ich kann mir das nie merken.
Speaker: Da ist ein kleiner Junge ein Stück Brokkoli und findet es halt eklig.
Speaker: Und in der Lokalisierung für Japan wurde aus diesem Brokkoli eine grüne Paprikaschote.
Speaker: Weil in Japan nämlich grüne Paprikaschoten viel ekliger sind als Brokkoli.
Speaker: Brokkoli.
Speaker: Das ist halt meine Aufgabe, solche Sachen auch zu machen, natürlich in einem gewissen vernünftigen Rahmen.
Speaker: Was ich nicht machen kann, ist halt komplett Inhalte verändern.
Speaker: Also zum Beispiel, ich nehme mal ein etwas ernsthafteres Thema als dieser Brokkoli.
Speaker: Zum Beispiel gab es ein MMO daran, habe ich vor zwei Jahren gearbeitet, das ist auch nie erschienen, das ist sehr schade.
Speaker: Da gab es eine Szene, in der eine Figur
Speaker: sich in so einem Kosmetik-Upgrade, das du halt machen konntest, kannst du Geld für bezahlen, dass du halt anders aussiehst.
Speaker: Da hat eine quasi so die Möglichkeit, dass du dein Geschlecht änderst.
Speaker: So, und dann kam diese neue Spielfigur mit ihrem neuen Geschlecht, kam aus dieser Umkleidekabine und eine andere Figur machte sich da total drüber lustig.
Speaker: So, und das haben wir einheitlich gesagt, das möchten wir bitte ein bisschen entschärfen, weil es halt eigentlich so nicht geht.
Speaker: Das war...
Speaker: Das war halt schon echt ganz schön gemein.
Speaker: Das haben wir dann so ein bisschen abgemildert, dass sich halt Trans-Personen eben davon nicht auf den Schlips getreten fühlen.
Speaker: In der Originalkultur ist das okay, offensichtlich für diese Menschen.
Speaker: Und für uns ist es halt nicht.
Speaker: Genau, das sind halt so Sachen, die ich anpassen kann und auch anpassen soll.
Speaker: Das ist ja jetzt nicht gerade wenig Einfluss, den du dann auch, gut, das ist wahrscheinlich immer super situativ, aber das verändert ja schon jetzt für diesen Kontext schon eine ganze Menge.
Speaker: Also es gab diese Szene immer noch, die haben wir nicht rausgestrichen.
Speaker: Okay, ja.
Speaker: Genau, sie war halt nur, diese Person hat halt auch immer noch Bemerkungen darüber gemacht, dass diese andere Person jetzt ein anderes Geschlecht hat.
Speaker: Sie hat sie aber viel weniger verletzend gemacht.
Speaker: Was ja schon ein Riesenunterschied ist.
Speaker: Genau, wir haben da wirklich, weil es halt auch nicht beabsichtigt war, dass es verletzend ist.
Speaker: Also wäre zum Beispiel beabsichtigt in der Szene, dass diese Person einfach transpobisch ist, dann hätten wir es nicht geändert.
Speaker: Weißt du, was ich meine?
Speaker: Ja, ja, ja.
Speaker: Genau.
Speaker: Ich bin da auch immer extrem vorsichtig.
Speaker: Ich ändere tatsächlich sehr wenig.
Speaker: Es sei denn, es ist halt wirklich krass, krass übergriffig.
Speaker: Weil ich bin da auch bei dir.
Speaker: Ich finde natürlich, es steht mir gar nicht zu, jetzt hier eine politische Meinung in einem Spiel zu bringen, die dann auch noch meine ist.
Speaker: Das steht mir nicht zu, das darf ich nicht.
Speaker: Das finde ich nicht okay.
Speaker: Da gibt es ja trotzdem manchmal irgendwie Konflikte, dass du jetzt so einen Text hast und sagst, boah, das übersetze ich jetzt gerade nicht so gerne, aber es gehört halt zum Job und vielleicht auch daran anschließend, was für Text oder was für eine Art von Texten übersetzt du am liebsten oder unter welchen Bedingungen?
Speaker: Ich meine, das hatten wir jetzt schon so mit Assassin's Creed, dass die Bedingungen da tatsächlich sehr gut sind, aber vielleicht was für eine Art von Text machst du da bei deiner Arbeit am liebsten auch?
Speaker: Genau, ich bin eine Dialogperson.
Speaker: Ich schreibe am liebsten Dialoge und Gespräche.
Speaker: Natürlich umso lieber, je emotionaler und ausstuggsstärker die sind.
Speaker: Am wenigsten gern übersetze ich Benutzeroberfläche.
Speaker: Das ist immer furchtbar.
Speaker: Also diese Fehlermeldungssachen, sowas wie deine Verbindung zum Server ist abgebrochen.
Speaker: Okay, okay.
Speaker: Das ist halt wirklich sehr stumpf.
Speaker: Ich kenne aber Kollegen, die das extrem gerne machen, weil es halt total stumpf ist und einfach.
Speaker: Genau, ich übersetze extrem gerne Dialoge.
Speaker: Ich mache ansonsten gerne so Lore-Sachen, so Hintergrundgeschichten.
Speaker: Weißt du, in Skyrim gab es diese Bücher.
Speaker: Sowas mache ich extrem gerne.
Speaker: Genau.
Speaker: Und um deine erste Frage zu beantworten, es gibt Texte, die ich ungern übersetze, das ist alles, was mit so krasser Gewaltdarstellung zu tun hat.
Speaker: Das scheint sich jetzt so ein bisschen mit meinem Ich-Marc-Hover zu beißen.
Speaker: Ja, durchaus.
Speaker: Ja.
Speaker: Genau, aber es kommt immer so ein bisschen drauf an.
Speaker: Ich finde Gewalt als Stilmittel total okay.
Speaker: Aber ich habe neulich an einem Projekt gearbeitet, da gab es eine Figur, die hat halt ihre Frau geschlagen.
Speaker: Nee, schwierig.
Speaker: Genauso wie ich halt sexualisierte Gewalt auch gar nicht, das lehne ich dann ab.
Speaker: Also wenn mir einer so einen Text irgendwie gibt und sagt, das kannst du selber machen, das mache ich halt nicht.
Speaker: Da ziehe ich halt so eine ethische Grenze.
Speaker: weil es halt mich auch, weil es mir auch selber damit nicht gut geht, wenn ich mich mit solchen Texten dann so intensiv beschäftige.
Speaker: Es ist halt nicht das gleiche, wie wenn ich zum Beispiel, das nennt sich KI-Bugs, es sind so Sachen, die dir Gegner hinterherrufen mit einem Shooter, also sowas wie, ich guck dich, weißt du sowas.
Speaker: Genau, genau, das heißt KI-Bugs und die sind halt auch ganz oft ziemlich, also einfach stumpf,
Speaker: Da machst du aber, da bist du nach 5000 Segmenten davon auch echt aufs Stadt, weil es halt immer das Gleiche ist.
Speaker: Die schreien sich alle an und hassen sich und das ist furchtbar.
Speaker: Das nimmt einen emotionaler in manchen Fall schon so ein bisschen mit.
Speaker: Aber ja.
Speaker: Andererseits finde ich übrigens auch so super süßlich nette Texte auch auf Dauer sehr anstrengend mental.
Speaker: Ich habe mal so ein Farmspiel gemacht und da gab es eine Datei, die habe ich den Obstkorb des Grauens genannt.
Speaker: Das war so eine Liste mit allen Obst- und Gemüsesorten, die du auf dieser Farm anbauen konntest und allen Gerichten, die du daraus zubereiten konntest.
Speaker: Das waren 5000 Wörter, nur so eine Liste mit so Obst- und Gemüsesorten.
Speaker: Das ist dann halt auch das, was einfach sehr anstrengend ist auf Dauer und wo du eben auch deutlich weniger schaffst am Tag, weil dein Gehirn funktioniert halt so, dass du dann irgendwann einfach abschaltest.
Speaker: Ich mache viel mehr Pausen bei sowas als im normalen Dialog.
Speaker: Weil es dich halt so ein bisschen, ist ermüden da das richtige Wort?
Speaker: Ja, es ist stumpf.
Speaker: Also versuch das mal selber.
Speaker: Ich finde es auch immer ganz schön, wenn ich Leuten das erkläre und die mir das nicht glauben, was okay ist, weil warum sollen wir das auch glauben?
Speaker: Aber wenn du das mal probierst, selber einfach eine Liste von 100 Wörtern, einzelnen Wörtern und dann einfach zu versuchen, da irgendwie coole Wörter
Speaker: Oder auch nur richtige Übersetzungen zu finden.
Speaker: Das waren ja jetzt nicht mal irgendwelche exotischen Früchte, das waren so Tomaten und Äpfel und sowas.
Speaker: Aber es ist wirklich stumpf.
Speaker: Ja.
Speaker: Ja, das geht echt auf die Konzentration.
Speaker: Glaube ich.
Speaker: Ich meine, das ist ja generell vielleicht, ich meine, jeder hat vielleicht auch mal irgendwelche sehr stumpfen und repetitiven Aufgaben gemacht, sei es jetzt vielleicht irgendwie...
Speaker: was von A nach B auf dem PC in einen Ordner, von einem in den anderen Ordner ziehen oder sowas, hat sicherlich jeder Mensch schon mal irgendwo gemacht.
Speaker: Deswegen kann ich das definitiv nachvollziehen.
Speaker: Ich würde noch gerne auf einen letzten Punkt zu sprechen kommen, weil mich das auch sehr interessiert, bevor wir dann mal über das Thema KI sprechen.
Speaker: Und zwar hatte ich das auch einmal ganz kurz einen Seitensatz erwähnt.
Speaker: Das Thema Kritik, weil es gibt ja auch dann, wenn das Spiel draußen ist, Leute, die sagen, hey, das ist...
Speaker: gut übersetzt, gut, alles toppy und dann gibt es vielleicht auch Leute, die sagen, hey, boah, nicht so gut und vielleicht auch in der Wortwahl, wie sie das kritisieren, noch deutlicher, das Internet halt.
Speaker: Wie gehst du damit um?
Speaker: Lässt du das überhaupt an dich ran?
Speaker: Kriegst du das überhaupt mit?
Speaker: Oder bist du da so in deiner Arbeitsbubble, dass du sagst, das interessiert mich jetzt nicht?
Speaker: Oder generell auch, wie schaffst du es dann vielleicht auch tatsächlich konstruktive Kritik dann da durchzulassen und die auch anzunehmen und zu sagen, hey, da habe ich jetzt gerade irgendwie was mitgenommen?
Speaker: Ja.
Speaker: Ich finde es schön, dass du glaubst, dass wir etwas davon mitkriegen, wenn Leute Sachen gut finden.
Speaker: Ich glaube, ich kann an einer Hand abzählen, wie oft ich in einem Review von so einem Spiel, in dem ich gearbeitet habe, irgendetwas über Lokalisierung gelesen habe.
Speaker: Man liest über Lokalisierung, wenn sie schlecht ist, wenn die Sprecher schlecht sind oder gut.
Speaker: Oder nichts.
Speaker: Das heißt, ich suche für Spiele, an denen ich auch sehr hänge, suche ich mir durchaus Reviews raus.
Speaker: Es gab ein Spiel von letztem Jahr, da war ich halt extrem involviert in die Übersetzung, da war ich halt tatsächlich so Lead für so ein Spiel und da war es wirklich, da ging es mir auch emotional nicht gut, wenn ich gesehen habe, dass Leute das blöd fanden.
Speaker: Und es kommt dann für mich immer ein bisschen darauf an, wie du schon sagtest, wie die Kritik formuliert ist.
Speaker: Wenn einer sagt, das ist heute aber voll scheiße, dann trifft mich das eher, als wenn einer sagt, also ich fand das ganz cool, aber ich hatte mir an der Stelle gewünscht, dass es halt so und so ist und so.
Speaker: Und richtig Herzrasen kriege ich, wenn einer sagt, das war im Original aber anders.
Speaker: Das ist halt so dieses Ding, wo ich sage, dann spielst du doch immer wie neu.
Speaker: Das kann ich auch mittlerweile nicht mehr haben.
Speaker: Weil wir haben, wenn ich da kurz mal auswählen darf, wir haben so eine kleine Bubble an sehr lauten Menschen, die glauben, dass ihr Englisch das einzig Wahre auf der Welt ist.
Speaker: Und die kennen halt alles, wissen halt alles.
Speaker: Und wenn dann einer mal irgendwas anders macht, aus Gründen, die ihnen...
Speaker: die sie gar nicht interessieren muss, aber die halt da sind, dann ist es halt nicht nach ihrem Geschmack, sondern es ist halt falsch.
Speaker: Und mit falsch kann ich halt wirklich super schlecht umgehen.
Speaker: Was jetzt nicht bedeutet, dass ich anfange, mich mit Leuten im Internet zu streiten, das bringt ja auch nichts.
Speaker: Aber es ist halt schon so, ich dann sitze und denke so, ja, okay.
Speaker: ja, ist halt falsch, okay.
Speaker: Das ist halt schwierig.
Speaker: Wir haben auch, das hast du ja gerade schon gesagt, auch so eine Diskussionskultur gerade jetzt entwickelt, die ich auch schwer auszuhalten finde.
Speaker: Ich finde es okay, wenn Leute was kritisieren.
Speaker: Also ich meine, wir machen alle Fehler und ganz oft ist Übersetzung auch so eine subjektive Angelegenheit, genau wie ein Schreibstil ja subjektiv ist.
Speaker: Ich kann
Speaker: Ich kann den Schreibstil von Ernest Hemingway total blöd finden, was ich tue übrigens, aber trotzdem anerkennen, dass der Mann halt trotzdem ein wichtiger Autor war.
Speaker: Und genauso ist es mit Übersetzen, weil ich habe das ja vorher eingangs bei meiner Vorstellung gesagt, es geht halt darum, dass du schreibst.
Speaker: Meine Arbeit ist halt nicht, ich schiebe Wörter von A nach B, sondern meine Arbeit ist, ich übersetze, ich schreibe ein eigenständiges Werk, das Leute, die die Originalsprache nicht kennen und nicht sprechen, verstehen.
Speaker: Du hast ja ganz oft im Original auch so Wortwitze, die in der Übersetzung ganz oft verschwinden, weil du sie nicht übersetzen kannst.
Speaker: Ja.
Speaker: Zum Beispiel, ich denke mir gerade mal ein Beispiel aus, wenn du zum Beispiel im Englischen den Satz It's raining cats and dogs gibt es im Deutschen halt nicht und es wird dann halt schwierig, wenn dann im Anschluss an diesen Satz im Originaltext noch irgendein Witz mit Hunden oder Katzen gemacht wird.
Speaker: Weißt du, was ich meine?
Speaker: Dann wird es halt schwierig.
Speaker: Und dann kommen halt Leute, aber sagen, im Original war dir dieser Witz mit der Katze und du denkst so, ja, aber der funktioniert halt im Deutschen nicht, da haben wir uns einen anderen Witz ausgedacht.
Speaker: Oder halt auch nicht.
Speaker: Ich kann jetzt kein Beispiel rauspicken, aber in meiner Wahrnehmung war das früher eher mal so, dass das oder sicherlich auch komplett abhängig vom Spiel, aber dass es mal eher auch den Fall gab, dass etwas relativ nah 1 zu 1 übersetzt wurde.
Speaker: Und dann denkst du, ja, okay, ja, checke ich, weil im Englischen, aber im Deutschen funktioniert das ja so nicht.
Speaker: Aber ich finde, da gab es in den letzten Jahren definitiv sehr, sehr gute Alternativen,
Speaker: Und auch die eine oder andere, die vielleicht auch sogar besser war als im Englischen.
Speaker: Wir haben ein paar Kollegen, die einfach extrem gut sind in Wortwitzen.
Speaker: Also es gibt einen Kollegen, der einfach in Wortwitzen kommuniziert.
Speaker: Und es ist großartig.
Speaker: Ich kann das nicht.
Speaker: Ich bin nicht gut in Wortwitzen.
Speaker: Ich bin gut in so Atmosphäre und Emotionen und sowas.
Speaker: Und die Wortspiele, da frage ich gerne Kollegen, was sie da machen wollen.
Speaker: Es ist aber spannend, dass du das halt auch sagst.
Speaker: Dass du sagst, ja, ich check das, weil das im Original so ist.
Speaker: Aber was macht denn aber jetzt eine Person zum Beispiel, die gar kein Englisch spricht?
Speaker: Ich gebe dir mal ein Beispiel.
Speaker: Mein Vater.
Speaker: Das ist so eine Geschichte, die ich immer wieder erzähle, weil sie super ist.
Speaker: Mein Vater ist jetzt heute 72 Jahre alt.
Speaker: Also der hat nicht heute Geburtstag, der ist jetzt zum jetzigen Zeitpunkt 72 Jahre alt.
Speaker: Der spielt Computerspiele seit ich klein bin.
Speaker: Ich habe mit meinem Vater seit ich acht Jahre alt bin Computerspiele zusammengespielt.
Speaker: Der hat gerade eine Elden Ring-Phase hinter sich.
Speaker: So.
Speaker: Und spielt es halt auf Deutsch, auch völlig normal auf Deutsch, weil der halt nicht Englisch spricht.
Speaker: Der will auch nicht Englisch sprechen.
Speaker: Der ruft mich dann an und fragt mich nach irgendwas, wenn der was nicht versteht oder wenn er irgendein Video braucht für irgendeinen Boss, den er nicht kann oder so, keine Ahnung.
Speaker: Und der benutzt halt auch die ganz normalen, coolen Begriffe, die sich die Lokalisierenden da ausgedacht haben für Eldenring.
Speaker: Ich finde, die deutsche Lokalität ist echt super dafür.
Speaker: Krumpfingermedizin, was ist denn das?
Speaker: Wie cool ist das bitte?
Speaker: Was ist denn das für ein Wort?
Speaker: Ähm...
Speaker: Und dem interessiert es doch gar nicht, was dein Englisch entstand.
Speaker: Für ihn ist das so ein Ding und das funktioniert halt für ihn so.
Speaker: Ja, oder eben auch Menschen, das ist ein, Entschuldige, ich muss kurz ein bisschen Lobbyarbeit machen, das ist so ein Anliegen, das ich halt einfach habe.
Speaker: Weil ja ganz oft Leute auch Videospiele zum Spracherwerb benutzen, zum Beispiel.
Speaker: Wenn du jetzt zum Beispiel gerade Deutsch lernst und du bist ein junger Mensch, der gerne Videospiele spielt, dann bietet sich das ja an.
Speaker: dass du eben darüber auch nochmal dein Vokabular-Alarm erweitert hast oder nochmal einfach so ein bisschen Sprache lernst.
Speaker: Und dann finde ich es immer sehr schade, wenn dann gefordert wird von der lauten Minderheit, dass man die Sachen doch aber bitte genauso im Original lassen soll, eben dann diese regnenden Katzen und Hunde, auch wenn das kein Mensch so sagt.
Speaker: Ja, ja.
Speaker: Das war mein kurzes Klädoyer an den Sprache.
Speaker: Aber tatsächlich habe ich auch durch Videospiele den Drang verspürt, Lesen und Schreiben zu lernen, bevor ich in die Schule gegangen bin, weil ich habe Super Mario 64 gespielt und da kamen immer irgendwelche Texte im Linden.
Speaker: Also es ist ja grundsätzlich nicht viel Text, aber wenn dann, weiß ich nicht,
Speaker: Todd mit mir reden will und dann weiß ich nicht, was da steht.
Speaker: Das hat mich getriggert damals.
Speaker: Ja, genau, oder?
Speaker: Ja, klar.
Speaker: Das sind ganz viele Leute, die dann auch wissen wollen, was steht denn jetzt hier eigentlich?
Speaker: Ich will das wissen.
Speaker: Genau, oder wenn wir früher Spiele gespielt haben, die noch nicht lokalisiert waren, dann darüber haben viele von uns Englisch gelernt.
Speaker: Absolut.
Speaker: Ja.
Speaker: Also ich glaube auch, dass...
Speaker: Viele durch das Gaming ja auch nicht unwesentlich einen Teil ihres Englisch-Vokabulars auch herhaben, wenn sie jetzt keine Ahnung, vielleicht auch gerade auch so im E-Sport-Bereich wird ja auch ganz viel oder diese ganzen englischen Begriffe, die sich dann auch in unser Vokabular eingeschlichen haben, E-Sport oder E-Sport.
Speaker: generell auch einfach, wenn es jetzt um, ja, Multiplayer-basierte Sachen geht, ist ja sehr, sehr gängig und ich glaube, dass das auch einen, ja, sehr wichtigen Beitrag zu leisten kann, dass es so natürlich, ja, irgendwie auch zusammenwächst.
Speaker: Das finde ich auch ein total spannendes Phänomen, jetzt auch ganz neutral betrachtet, wie stark sich da das Deutsche und Englische in unserem Fall jetzt vermischen durch Let's Plays und durch Streaming und so weiter.
Speaker: Das ist nicht immer gut, weil wir halt natürlich auch viele, viele Begriffe in Anführungsstrichen falsch verwenden.
Speaker: Also nicht so, wie sie ein Muttersprachler verwenden würde.
Speaker: Das ist kein neues Thema.
Speaker: Am heftigsten ist mir das so in den letzten Jahren über Social Media bei POV aufgefallen.
Speaker: Weil das war so ein Trend, dass plötzlich in jedem Social Media Beitrag immer POV, bla bla bla.
Speaker: Und ich denke mir, das ist doch gar kein POV.
Speaker: Ich wollte meinem Vater mal ein Video von Rezo zeigen, dem Menschen, der so politische Videos macht.
Speaker: Der mit dem blauen Haaren.
Speaker: Der mit dem blauen Haaren, genau.
Speaker: Und hab das dann gelassen, weil ich mir dachte, mein Vater rast doch aus, weil Rezo an jedem zweiten Wort literally sagt, aus keinem Grund.
Speaker: Also das war dann so ein, ich verstehe, was du da tust und ich verstehe, warum du das tust, aber mach das mal bitte nicht, weil du erreichst damit an, du hängst damit ganz viele Leute ab, die das furchtbar finden.
Speaker: Ich finde das auch furchtbar.
Speaker: Ich kann mir das aber trotzdem angucken.
Speaker: Und
Speaker: Genau, aber rein linguistisch ist es halt total spannend, wie sich das zusammenwächst und wie vor allem, welche Sachen verwendet werden.
Speaker: Literary zum Beispiel ist halt total merkwürdig.
Speaker: Das kommt mir so sehr random vor.
Speaker: Warum gerade das es jetzt in die deutsche Sprache geschafft hat.
Speaker: Und natürlich die ganzen F-Bomben, das finden wir immer so ein bisschen schwierig.
Speaker: Mein Mann, wie gesagt, ist Amerikaner und der hört das halt ganz oft auf der Straße.
Speaker: Und dann denke ich so, oh, okay.
Speaker: Ja, das ist jetzt schon so ein bisschen lame irgendwie.
Speaker: Das ist ja spannend.
Speaker: Es ist ein wirklich derbes Wort.
Speaker: Und du denkst dir so, würdest du das in der Muttersprache auch sagen?
Speaker: Wahrscheinlich nicht, weil sich das mittlerweile auch entwickelt hat, so Leute das machen.
Speaker: Aber es ist so, ey...
Speaker: Ja, er rollt dann immer mit den Augen.
Speaker: Ich finde das gerade bei dir spannend, weil du ja wirklich dann auch zum einen in diesem Berufsfeld bist, aber du hast dann halt noch einen Partner, der aus den USA kommt und das seine Muttersprache ist.
Speaker: Und ich glaube, da fängt man nochmal viel besser auch ein, wie die Bedeutungsgewichtung von so einem Wort jetzt in dem Fall jetzt auch ist.
Speaker: Ja, wir sind auch so Nerds tatsächlich.
Speaker: Wir sind beide so Sprachnerds und wir unterhalten uns super oft über Wörter und Sprache und sowas.
Speaker: Und ich muss immer mal mein Privileg so ein bisschen checken.
Speaker: Ich sage, ja, ich habe dieses unglaubliche Privileg, dass ich eben tatsächlich eine Person zu Hause habe, die ich was fragen kann und die einfach mir dann Sachen erklären kann, so historische Zusammenhänge zum Beispiel.
Speaker: Wenn wir Serien gucken zum Beispiel,
Speaker: dann ist ganz oft so, dass wir Pause drücken und wir dann irgendwie darüber sprechen, aber historisch war das halt so und so und dieser Satz kommt halt da und daher, das ist furchtbar.
Speaker: Ich möchte auch niemand sein, der mit uns zusammen Serien guckt.
Speaker: Genau, aber das ist halt so ein Privileg, was ich gerade habe, dass ich einfach da nochmal so ganz viel lernen kann nebenbei, was mir halt in meinem Beruf total hilft.
Speaker: Also eben gerade, wenn es um so Sprachnuancen geht und sowas, das ist super.
Speaker: Man lernt ja sowieso nicht aus, ne?
Speaker: Ja, wir haben noch ein sehr wichtiges Thema und nicht gerade kleines Thema vor uns.
Speaker: Wir haben es ja ursprünglich auch eingeleitet.
Speaker: KI, das drängt sich ja auch in vielen Bereichen auf, dass man überlegt, wie kann KI unterstützen, in welchen Bereichen funktioniert.
Speaker: gefährdet es vielleicht Berufe und die, ja, wenn man jetzt ans Übersetzen denkt, dann denkt man ja auch, hey, ich benutze ja auch vielleicht im Alltag bereits, ja, KI, um Dinge zu übersetzen, wo ich jetzt vielleicht nicht weiß, hey, wie übersetze ich das am besten, weil es ja besser funktioniert, als falls ich eine Google suche oder dann benutzt man vielleicht auch mal sowas wie DeepL mit Machine Learning.
Speaker: Ich fange mal anders an.
Speaker: Du hast ja jetzt einen ganz anderen Blick darauf, weil du direkt involviert bist.
Speaker: Du bist ja da, das ist dein Beruf.
Speaker: Wie siehst du das ganze Thema in Bezug darauf, ob es ein Unterstützungstool sein kann, wo du sagst, hey, das ist eigentlich ganz cool für meinen Beruf, weil ich es selber an manchen Stellen nutzen kann und weil es eigentlich nur für manche Bereiche ganz gut ist, für manche nicht.
Speaker: Und inwiefern ist es vielleicht das, was viele auch sagen, okay, ja, das wird es übernehmen und Lokalisierung brauchen wir dann in Zukunft gar nicht mehr.
Speaker: Die kurze Antwort ist, ich sehe das extrem skeptisch.
Speaker: Das überrascht jetzt niemanden, dass ich das sage.
Speaker: Das ist ja auch immer so sehr schwierig, wenn dann Leute, deren Beruf von KI gefühlt zumindest gefährdet wird, dann sagen, aber KI ist total schlecht.
Speaker: Das ist immer sehr wenig glaubwürdig.
Speaker: Ich schicke das jetzt einfach mal vorweg.
Speaker: Ich habe tatsächlich wenig Schwierigkeiten damit, wenn Leute sich für den Alltag mal den DeepL-Übersetzer nehmen und sich dann Text übersetzen lassen, weil sie verstehen wollen, was da drin steht.
Speaker: Das finde ich okay.
Speaker: Ich finde es besser, wenn das DeepL ist und nicht Chat-JPT, weil es halt einfach umwelttechnisch einfach viel weniger Wasser verbraucht.
Speaker: Genau, ich fange auch direkt mit diesem Satz an, wo es alle mit den Augen rollen.
Speaker: Ich weiß.
Speaker: Genau, aber es ist halt schon ein krasser Unterschied und es ist auch kein kleiner Unterschied für mich.
Speaker: Abgesehen davon finde ich es für den Alltag total okay, wenn ihr das macht.
Speaker: Ich meine, meine Güte, ich möchte ja auch, wenn ich zum Beispiel nach Portugal verreise, ich spreche kein Portugiesisch, möchte ich mir trotzdem die Schweißkarte übersetzen lassen.
Speaker: Natürlich, dafür ist es doch da.
Speaker: Ja.
Speaker: Wofür KI ganz objektiv übrigens nicht geeignet ist, ist alles, was so Kreativ-Übersetzung ist.
Speaker: Und ich erkläre dir kurz, warum.
Speaker: KI ist ja im Grunde einfach nur etwas, was aus Wahrscheinlichkeiten errechnet, welches Wort als nächstes kommt.
Speaker: Es gibt diesen schönen Aufsatz von Emily Bender, nennt sich irgendwas mit Stochastic Parrot, ich kann dir den mal verlinken, der ist extrem interessant,
Speaker: Und der trifft es ziemlich auf den Kopf.
Speaker: Die KI versteht nicht, wer mit wem redet, warum der mit dem redet, in welcher Sprachebene die Personen miteinander reden.
Speaker: Insofern musst du immer, wenn du einen Text durch KI jagst, musst du den nachbearbeiten.
Speaker: Das Nachbearbeiten macht ein Mensch.
Speaker: Und wir sprachen ja vorhin darüber, dass das Übersetzen von langen Listen mit Obst total stumpf ist.
Speaker: Das Nachbearbeiten von KI-Texten ist noch viel stumpfer.
Speaker: Und es passiert dann nämlich in deinem Gehirn folgendes.
Speaker: Du starrst auf den Text und fängst am Anfang an, irgendwie ganz enthusiastisch da deinen Kontext auszutauschen und deine Anrede zu korrigieren und irgendwelche Begriffe anzupassen.
Speaker: Und das machst du eine Stunde und dann fängst du langsam an abzustumpfen, weil du halt die ganze Zeit auf diesen Text starrst und du irgendwann Fehler nicht mehr siehst.
Speaker: Ich habe das mal ausprobiert.
Speaker: Mir hat mein Kunde Geld gegeben für zwei Stunden und ich habe nach anderthalb Stunden, ich glaube, doppelt so viele Fehler einfach durchgelassen, weil das so auf die Konzentration geht.
Speaker: Und wenn du das aber für ein Spiel machst mit einem Umfang von 250.000 Wörtern, das ist...
Speaker: Das kann, also es tut mir leid, wenn ich das jetzt mal so völlig unwissenschaftlich sage, das kann nicht gut werden.
Speaker: Weil die Person, die diesen Text korrigiert, einfach irgendwann total abschaltet.
Speaker: Das ist halt stumpf.
Speaker: Das ist auch, das wird auch gerne von Menschen dann im Internet wiederum so als Ausrede benutzt.
Speaker: Aber meine Arbeit ist auch stumpf.
Speaker: Ja, okay.
Speaker: Ist sie bestimmt.
Speaker: Ähm,
Speaker: Aber es ist halt, es gibt da Studien dazu, die sagen, es funktioniert so nicht.
Speaker: Du hast vielleicht ein Review gesehen von einem Spiel, das jetzt gerade erschienen ist.
Speaker: Da schreibt die Rezensentin Sachen wie, die Leute leben halt nicht in einem Bunker, sondern in einem Tierheim, weil im Original da Shelter stand und die KI das nicht verstanden hat.
Speaker: Das ist die Frage.
Speaker: Genau.
Speaker: Da hätte man natürlich in der Nachbearbeitung, das hätte man sehen können.
Speaker: Ich vermute aber, dass es halt nicht gesehen wurde.
Speaker: Eben aus diesem Grund, weil du es einfach nicht mehr merkst.
Speaker: Ich kann übrigens nicht mit Bestimmtheit sagen, dass das eine KI-Übersetzung war.
Speaker: Aber das sind so die klassischen Fehler, die dabei passieren.
Speaker: Ich habe neulich einen Screenshot gesehen übrigens, auch von so einem ChatGPT-Dings, wo die Ausgangsfrage war, ChatGPT übersetze mir den folgenden Satz in mehrere Sprachen.
Speaker: Der Satz war,
Speaker: Die einzige Sprache, in der es tatsächlich vier Wörter sind, ist Deutsch.
Speaker: Da ist hier Italienisch, non se solo.
Speaker: Spanisch ist non esta solo und so weiter.
Speaker: Das sind drei Wörter und es steht dann aber trotzdem immer noch vier Wörter davor.
Speaker: Weißt du, was ich meine?
Speaker: Das ist jetzt wieder so ein wenig greifbares Beispiel.
Speaker: Aber da hat die Maschine tatsächlich nicht gemerkt, dass es eben drei Wörter sind und nicht vier.
Speaker: Eigentlich etwas sehr Simples, muss man sagen.
Speaker: Total.
Speaker: Mir ist das als Person auch schon passiert übrigens, dass ich dann einfach die Wörteranzahl falsch geschrieben habe, weil ich es eilig hatte.
Speaker: Aber das hat zum Glück jemand gemerkt.
Speaker: Das sind halt solche Sachen, die eine Maschine, ohne dass ein Mensch da drüber guckt, dann halt nicht kann.
Speaker: Ich habe mal noch ein anderes Beispiel, das vielleicht auch ein bisschen einfacher, ein bisschen greifbarer ist.
Speaker: Der Satz im Englischen, what is it, drei Wörter, kann je nachdem, was drumherum passiert, mehrere Sachen bedeuten.
Speaker: Kann halt bedeuten, what is it, was ist los?
Speaker: Oder what is it, was ist das?
Speaker: Oder wenn jemand genervt ist, was ist denn jetzt schon wieder?
Speaker: Weißt du sowas?
Speaker: Und wenn du das in einem Dialog durch eine Maschinenübersetzung oder durch eine KI-Ax, was übrigens das gleiche ist, dann kann es halt passieren, dass diese Sätze dann nicht zueinander passen.
Speaker: Und das ist dann etwas, was eine Maschine einfach gar nicht begreift, was eigentlich in diesem Dialog da passiert.
Speaker: Weil die verstehen halt keine Dialoge.
Speaker: Die verstehen halt Wahrscheinlichkeiten.
Speaker: Und das war's.
Speaker: Und das Argument natürlich, das kann man das von einem Menschen nachbearbeiten lassen, das ist insofern richtig, wenn sich dieser Mensch eben dem aussetzen möchte, dass er dann halt sehr lange auf fehlerhaften Text guckt, was wie gesagt sehr anstrengend ist, was übrigens auch macht, dass du im Laufe deiner, im Laufe, je länger du das machst, desto schlechter wird dein eigenes Sprachempfinden, weil du halt nur mittelmäßigen Text siehst.
Speaker: Das Problem daran ist aber, dass natürlich jetzt Dienstleister auf den klugen Gedanken gekommen sind, dass man ja nicht mehr übersetzen muss.
Speaker: Das heißt, man muss auch gar nicht mehr so viel Geld dafür bezahlen.
Speaker: Und das ist dann der Moment, in dem es dann kritisch wird, weil du dann halt sagst, ich setze mich also schlecht im Text aus, mit einem Zeitaufwand, der genau der gleiche ist, als wenn ich es selber übersetzen müsste, für ein Drittel des Geldes.
Speaker: Das ist halt schon schwierig.
Speaker: Das ist halt schon so ein bisschen, ich möchte sagen, unethisch.
Speaker: Und halt auch gar nicht nötig.
Speaker: Also es ist... Ich finde es immer extrem schade, wenn Leute ein ambitioniertes, schönes Spieleprojekt haben und dann einfach so Übersetzungen im Nachgang betrachten und sagen, ja, müssen wir halt machen, ist ja nur Text.
Speaker: Und dann kommen dann solche GameStore Reviews raus wie das, was ich gerade beschrieben habe.
Speaker: Und mir denkt ihr, das ist komplett unnötig.
Speaker: Das war nicht nötig, das tut auch im Spiel nicht gut.
Speaker: und es tut eurer Botschaft nicht gut.
Speaker: Und ja, es ist sehr schade.
Speaker: Ja, ich glaube, dass das Problem generell ist, dass die Leute jetzt nicht so die Awareness einfach für Spiele-Lokalisierung haben.
Speaker: Und das wahrscheinlich auch bei vielen
Speaker: ja, Studios oder Publishern, ich denke mal eher die Publisher, dass die vielleicht auch sich, dass das halt wirklich so ist ja, das müssen wir ja halt noch machen und das dann eher halt als Kostenfaktor sehen und nicht auch als, ja, durchaus auch kreative Arbeit, wie wir jetzt ja auch gelernt haben.
Speaker: dass du da auch als Mensch immer auch den Kontext berücksichtigen musst und auch durchaus eigenen Einfluss drauf nimmst, was ja eine KI in dem Sinne nicht kann.
Speaker: Inwiefern...
Speaker: Inwiefern blickst du denn vielleicht auch darauf?
Speaker: Ich meine, KI, das ist halt immer noch ein relativ junges Thema, so wie es jetzt auch in den letzten Jahren so hochgepoppt ist.
Speaker: Wie blickst du da vielleicht auch drauf, was halt aus KI noch werden kann?
Speaker: Also hast du tatsächlich diese Befürchtung, hey, das ist ein Faktor, der mich und unsere Branche, also sprich die Spiellokalisierung, wirklich jetzt auch dadurch bedroht?
Speaker: Oder...
Speaker: glaubst du ja, hey, das ist halt dieses Repetitive, dieser Algorithmus dahinter, der kann niemals das tun, in dem Sinne, wie wir das als Menschen können und deswegen vielleicht, dass die Publisher oder die Studios dahintersteigen, hey, okay, wir kriegen vielleicht auch dann schlechte Kritiken dadurch, dass wir so 0815 Texte irgendwie dahin geklatscht haben und dass dann der Turn kommt, hey, wir müssen uns doch halt wieder die Menschen dahinter setzen.
Speaker: Also ich glaube, ich möchte nicht sagen, dass KI niemals das machen kann, was ich tue.
Speaker: Aber meine persönliche Einschätzung ist, sie kann es nicht in absehbarer Zeit sein.
Speaker: eben weil die Art und Weise, wie KI heute funktioniert, halt nicht darauf ausgelegt ist, dass sie tatsächlich Kontexte versteht, gerade nicht in Spielen, wo du eben ja auch mit so fiktiven Konzepten zu tun hast.
Speaker: Was ich aber glaube, ist, dass KI durchaus unsere Branche dahingehend bedroht, dass natürlich Menschen dann den Publishern und den Entwicklern eben halt versprechen, dass KI das kann.
Speaker: Und natürlich, wir sind in wirtschaftlich schwierigen Zeiten gerade.
Speaker: Das wird jetzt auch in den nächsten Monaten nicht besser werden.
Speaker: Das ist auch sehr optimistisch, oder?
Speaker: Ja gut, das ist halt wahrscheinlich so.
Speaker: Genau, aber es ist halt so, genau.
Speaker: Und natürlich möchten wir alle Geld sparen und natürlich möchten wir alle irgendwie maximale Profite erwirtschaften.
Speaker: Auch wie furchtbar kapitalistisch ist denn das bitte?
Speaker: Aber es ist halt so.
Speaker: Dann ist natürlich ein Versprechen wie von den Machern von OpenAI oder von einem, Elon Musk macht jetzt gerade keine KI von, ich weiß.
Speaker: Ja, du wolltest mal nicht beschwören.
Speaker: Ne, genau, Neuralink kommt ja auch noch irgendwann.
Speaker: Genau, dann ist natürlich, dieses Versprechen kommt natürlich gerade recht, weil die natürlich auch ein großes Marketingapparat dahinter haben, die dann sagen, hey, guck mal, das ist voll der geile Scheiß, weißt du?
Speaker: De facto ist es halt aber auch so, dass wir, also wenn es gerade auch die Trainingsraten für KI ausgehen, hast du vielleicht gelesen, sie haben jetzt alles in dieses KI-Training gehauen, was sie haben, und jetzt geht es ihnen aus.
Speaker: Jetzt möchten sie die Library of Congress in die KI schicken.
Speaker: Das ist total krass viel.
Speaker: Und wir fangen jetzt gerade an, die KI mit ihren eigenen Texten zu trainieren.
Speaker: Also im Augenblick sind wir eigentlich technologisch auf dem Punkt, wo die KI wieder dümmer wird, weil sie ihre eigenen Texte zum Training bekommt.
Speaker: Da gibt es ganz viele spannende Artikel dazu, die das ein bisschen weiter erläutern, als ich das gerade kann.
Speaker: Ich persönlich glaube, basierend auf nichts übrigens, dass der KI-Boom relativ bald zu Ende ist.
Speaker: Ich warte gerade einfach darauf, dass das passiert.
Speaker: Und mein Eindruck ist, dass Studios, zumindest so kleinere Studios, das auch wieder zu uns quasi zurückkehren als Entwickler.
Speaker: Nicht als Entwickler, als Übersetzer.
Speaker: Oder eben halt auch große Studios.
Speaker: Wir haben für Assassin's Creed zum Beispiel keine KI verwendet.
Speaker: Und die wollen das auch nicht.
Speaker: Es gibt mittlerweile Entwickler, die halt sagen, oder die dich was unterschreiben lassen, dass du keine KI verwendest.
Speaker: Ich sehe da durchaus so einen Fortschritt.
Speaker: Aber das kann auch sein, dass ich das in meiner kleinen Blase hier einfach so wahrnehme und dass gerade um mich herum alles von KI gemacht wird, nur ich bin hier noch das letzte gallische Dorf, weißt du.
Speaker: Genau.
Speaker: Ja, ich, oder was ich halt auch oft gelesen habe in diesem ganzen Kontext von Übersetzungen, dass halt gesagt wird, hey, ja, so diese ganzen Texte von wegen Sicherheitshinweise und, ne, das, ich meine, auch bei vielen Spielen, die man erstmal startet, so, dann kommt erstmal und AGB und, und was weiß ich.
Speaker: So ein ganzer Textschwald, den natürlich auch alle sorgfältig immer lesen sollten.
Speaker: Dass das halt so erstmal das Premiere-Ziel ist, hey, da nutzen wir halt KI für, weil bietet sich in dem Sinne an, das ist jetzt kein sonderlich kreativer Text und ist jetzt kein Dialog, ist jetzt kein, ja, vielleicht auch von Benjamin Franklin, wo es keine Referenzen irgendwo gibt.
Speaker: Ja,
Speaker: Glaubst du, dass man so differenzieren kann, hey, das ist vielleicht ein Bereich, wo KI sich halt auch irgendwo etablieren kann, abseits dieses kreativen Bereichs?
Speaker: Genau, standardisierte Texte lassen sich natürlich viel, viel einfacher mit einer KI bearbeiten, eben weil sie standardisiert sind.
Speaker: Da ist auch keine KI überrascht, wenn dann ein Wort auf das nächste folgt, weil es genauso ja schon 10.000 Mal gemacht wurde.
Speaker: Ich halte persönlich wenig davon, irgendwelche rechtlich bindenden Sachen wie so eine Lizenzvereinbarung komplett ungeprüft übersetzen zu lassen, auch wenn ich weiß, dass das gemacht wird.
Speaker: Das ist halt so ein bisschen schwierig, gerade weil wir im deutschen und amerikanischen Recht ja auch durchaus Unterschiede haben, wie Sachen funktionieren.
Speaker: Das ist aber auch so ein kleines, so ein bisschen eines meiner Steckenpferde, dass ich natürlich mich für sowas dann interessiere.
Speaker: Grundsätzlich hast du aber nicht Unrecht.
Speaker: So standardisierte Sicherheitshinweise oder Gebrauchsanleitungen für den Toaster.
Speaker: Ja, ich glaube...
Speaker: wiederum basierend auf nichts, glaube ich, dass die durchaus an KI oder an Maschinenübersetzung verloren sind, was okay ist.
Speaker: Wir sagen ja immer, dass wir möchten, dass die KI in den stumpfen Teil macht, während wir uns um kreative Dinge kümmern und dafür finde ich es okay, das zu machen.
Speaker: Es tut mir leid für Menschen, die sich auf Gebrauchseinweitungen spezialisiert haben.
Speaker: Gibt es.
Speaker: Ja,
Speaker: Aber das finde ich auch vertretbar, auch wenn wir natürlich über diese automatisch übersetzten
Speaker: Gebrauchsanweisungen, gerade aus dem Chinesischen immer sehr lachen.
Speaker: Also da, es hat sicherlich jeder Mensch irgendwo eine Anleitung zu Hause liegen, wo auch, es ist ja häufig so, dass dann auch, weiß ich, 50 Sprachen da gefüllt drin sind.
Speaker: Und gerade wenn man weiß, dass es aus dem chinesischen Raum kommt, das ist schon manchmal ziemlich lustig, was da steht.
Speaker: Es gibt einen fantastischen Sketch, die gibt es nicht mehr, so ein Comedy-Duo aus dem Buch, um eurem Raum sind die, glaube ich, Tresen lesen.
Speaker: Einer von denen ist Joachim Marmsheimer und der hat diesen wunderbaren Sketch geschrieben, nennt sich Kläutze die Penussen.
Speaker: Ich kann dir das gerne verlinken, das ist unglaublich witzig und beschäftigt sich eben genau mit diesem Thema.
Speaker: Auch mit einer Sprachgewalt, die ich extrem beeindruckend finde.
Speaker: Sehr gerne.
Speaker: Schau ich mir gerne nochmal im Nachgang auf jeden Fall an.
Speaker: Also bist du, um das vielleicht nochmal so ein bisschen rekapitulieren zu lassen, also bist du schon der Auffassung, hey, das wird wahrscheinlich jetzt nicht unter, also wenn man jetzt einfach auf die Technik, wie sie jetzt gerade ist, guckt, jetzt nicht aktiv meinen Job oder den Job der Kolleginnen und Kollegen bedrohen.
Speaker: Inwieweit blickst du dann vielleicht auch auf, weil du es ja vorhin auch erwähnt hattest, dass das gar nicht mehr so viel Material ist, womit man die füttern könnte, dass die Methodik, wie sie aber Texte, die halt schon da sind, besser verstehen können?
Speaker: Also da bin ich vielleicht zu wenig im Thema.
Speaker: Ich weiß nicht, ob du da vielleicht nicht mehr schon beschäftigt hast.
Speaker: Ich bin auch gar nicht so weit im Thema, dass ich mir jetzt den genauen Stand, dass ich jetzt aus dem Stand den genauen Stand der Technik wiedergeben kann.
Speaker: Ich habe neulich gesehen, dass jemand einen Artikel verlinkt hat, in dem es hieß, dass die KI mittlerweile Kontext erkennen könne.
Speaker: habe den aber nicht gelesen, weil ich zu tun hatte.
Speaker: Und ich glaube auch nicht, dass ich ihn nochmal finde.
Speaker: Von rein dem, was ich gerade sehe, wie Sprache und Übersetzen einfach handwerklich funktioniert, im Vergleich mit dem, was KI gerade leisten kann, was ich erlebe, glaube ich, dass wir noch relativ häufig Leute in Tierheimen wohnen haben werden.
Speaker: Das ist halt, das ist mein persönlicher, wiederum auf nichts basierende Erfahrung gerade.
Speaker: Es kann halt sein, dass es in zwei Jahren anders aussieht, weil irgendjemand irgendeinen krassen technologischen Durchbruch geschafft hat, von dem ich gerade aber auch gar nicht weiß, wie der aussehen könnte, wenn ich ehrlich bin.
Speaker: Denn dazu müsste man der Maschine nämlich tatsächlich beibringen, dass sie Emotionen hat.
Speaker: Das kann sie nicht.
Speaker: Das können wir gerade gar nicht.
Speaker: An dem Punkt sind wir noch lange nicht angekommen.
Speaker: Auch wenn uns die Tech-Bose was anderes erzählen wollen.
Speaker: Was ich, wie gesagt, für mich selber viel gefährlicher finde, ist halt dieses Heilsversprechen, was da gemacht wird.
Speaker: Und die Tatsache, dass Leute das glauben.
Speaker: Eben weil Übersetzung und Sprache gar nicht so super präsent ist in der normalen Welt von Menschen.
Speaker: Was ich verstehe, ich habe mir, bevor ich damit angefangen habe, auch kaum Gedanken darüber gemacht, wie entsteht denn so eine Übersetzung, was passiert denn da?
Speaker: Und genau, deshalb finde ich es halt auch wichtig, dass man darüber auch ganz viel spricht und Leute darauf sensibilisiert, dass das eben so ein Thema ist, was halt nicht ist, man schiebt ein Wort von A nach B, sondern man hat immer Sätze und Kontext und Stimmung und Charaktere, die eben auch auf bestimmte Weisen sprechen.
Speaker: Darüber haben wir noch gar nicht geredet, dass natürlich auch Menschen so Spracheigenheiten haben, die man idealerweise in so einem Dialog dann eben auch unterbringt, wenn man die Zeit dazu hat.
Speaker: Genau, ich glaube derzeit nicht, dass mein Job akut gefährdet ist.
Speaker: Rein durch die Technik nicht.
Speaker: Das hoffe ich.
Speaker: Durch den Kapitalismus schon.
Speaker: Ja, ich hoffe natürlich, dass das auch so bleibt.
Speaker: Und ich denke mir an eine andere Stelle auch so, von dem, wie du jetzt geschildert hast, wenn da jetzt ein Text durch KI gejagt wird und dann muss sich das jemand anschauen und daran arbeiten.
Speaker: Also das klingt jetzt für mich eher so, wenn die Person das irgendwie hinkriegt, vielleicht auch durch Pausen,
Speaker: Und zwischendurch mal ganz andere Dinge machen, das wirklich auch ordentlich nochmal gegenzulesen, zu korrigieren, vielleicht an der einen oder anderen Stelle doch mal auch ein bisschen kreativen Einfluss nochmal zu nehmen, dass das unterm Strich gar nicht wirklich zeit- und kostentechnisch irgendeinen Vorteil bringt.
Speaker: Also klingt jetzt für mich im ersten Schritt so, vielleicht kannst du sagen, hey doch, das ist super krass, der Spann ist, weil Deadlines so kurz sind und dann wird es halt fehlerhaft rausgehauen.
Speaker: Genau, das sind zwei Sachen.
Speaker: Ich fange mal mit der zweiten an.
Speaker: Dann wird es halt fehlerhaft rausgehauen passiert, weil Deadlines zu kurz sind oder weil es die Leute nicht interessiert.
Speaker: Das ist auch eine Realität, mit der ich mich befassen muss, nämlich es interessiert Leute halt einfach auch nicht.
Speaker: die nehmen dann zur Kenntnis, da ist halt ein Fehler und dann spielen sie weiter und dann ist aber das Gameplay super und dann ist es egal.
Speaker: Das ist halt schade, wenn ich diesen Fehler dann sehe und dann denke ich, ach, was habt ihr denn da gemacht oder warum ist denn das so?
Speaker: Aber ein Großteil der Menschen interessiert sich nicht für meinen Job.
Speaker: Das ist okay.
Speaker: Ich interessiere mich auch ganz wenig für die Jobs anderer Menschen.
Speaker: Der erste Teil deiner Frage war, genau, es spart, wenn überhaupt, spart es Zeit.
Speaker: Aber eben auch nur, wenn du den Text unkorrigiert raushaust und es dir egal ist.
Speaker: Ansonsten spart es eben keine Zeit, weil ich, klar schreibe ich 2000 Wörter am Tag und kann vielleicht 10.000 Wörter am Tag lesen.
Speaker: Aber dann habe ich ja immer noch Fehler.
Speaker: Mhm.
Speaker: Weißt du, wenn ich halt so schnell, wenn ich halt so schnell darüber lese, dann habe ich ja keinen Qualitätsgewinn dadurch, dass da nochmal ein Mensch sitzt, der halt jetzt gerade unter Zeitdruck einen Text liest und dann irgendwann nach zwei Stunden aber auch mental aussteigt, weil es so halt ist.
Speaker: Ich weiß, dass auch, weil es so ist, eine sehr unbefriedigende Antwort ist.
Speaker: Aber ja, ist so.
Speaker: Genau.
Speaker: Das Einzige, was ich glaube, was Leuten da versprochen wird, ist, dass sie Geld sparen.
Speaker: Und das ist leider wahr.
Speaker: Also, weil eben, was ich ja vorhin schon sagte, weil eben die Auftraggebenden sich dann überlegt haben, das ist ja keine Übersetzung, sondern im besten Fall ein Lektorat ist, was ohnehin weniger bezahlt wird.
Speaker: Das heißt, sie bezahlen dann einfach nur noch diesen zweiten Durchgang und sparen sich halt den Übersetzer.
Speaker: Also den teureren Part.
Speaker: Den teureren Part, genau.
Speaker: Das habe ich ja vorhin gesagt, wir sind immer ein Übersetzer und ein Lektor und die zahlen dann nur den Lektor.
Speaker: Kann man halt machen, kann man aber, dann muss man aber damit rechnen, dass das halt weniger gut wird.
Speaker: Es wird halt billiger.
Speaker: Das kann ich nicht bestreiten.
Speaker: Es geht halt auch schneller.
Speaker: Ich habe neulich an einem Spiel gearbeitet, da hatten wir 250.000 Wörter und dann kamen halt die Fans um die Ecke und wollten halt
Speaker: dass das Spiel auch, sagen wir, auch spanisch erscheint.
Speaker: Und dann gaben die Entwickler halt ihr Spiel frei für Mods, was super ist, ich finde das cool.
Speaker: Und dann kam innerhalb von einer Woche halt die spanische Maschinenübersetzung.
Speaker: wo wir halt drei Monate aufwärts gearbeitet haben.
Speaker: Und ein Beispiel, was ich dazu gesehen habe, was ich total spannend fand, war ein Review für dieses Spiel.
Speaker: Da schrieb dann eine Person, ich finde das Spiel an sich total super, aber ich kann es trotzdem nicht empfehlen, weil die chinesische Textausgabe so furchtbare Maschinenübersetzung war, dass ich nicht kapiert habe, was ich da eigentlich mache.
Speaker: Also Gameplay war super, aber der Text war irgendwie richtig schlimm.
Speaker: Das hat mir so ein bisschen Hoffnung gegeben, dass diese eine Person, die es versucht hat, auf Chinesisch zu spielen, es gemerkt hat und dann sagte, ja, finde ich nicht gut.
Speaker: Ja, ich meine, das ist ja gerade bei Titeln, die sehr viel Text haben, also alles, was so Richtung Rollenspiele oder Novels oder generell Adventures oder so geht, wo Text ja eigentlich so die Essenz des Games ist und ohne die es ja auch gar nicht funktioniert.
Speaker: Ja.
Speaker: Also da dann auch so, ich sag mal so, auf die Qualität zu sparen und das dann vielleicht auch eines ganzen Landes und ich meine China ist jetzt nicht ganz unrelevant auch.
Speaker: Wenn wir kleine Spielerschaften eben, genau.
Speaker: Genau, da leben halt ein paar Menschen, die es potenziell kaufen könnten.
Speaker: Wenn man sich dessen auch verschließt aufgrund von Qualitätsmängel, dann gibt das ja tatsächlich so ein bisschen auch Hoffnung wieder, dass eure Arbeit dann auch entsprechend wieder an Wert gewinnen kann.
Speaker: Oder vielleicht sogar dadurch, dass mehr beleuchtet wird als vorher, weil es vorher halt nur so...
Speaker: ist halt da, aber keiner guckt drauf.
Speaker: Und durch die KI, dass man jetzt vielleicht auch ein bisschen mehr diesen Qualitätsunterschied hat und man vielleicht auch ein bisschen mehr lernt, hey, die machen ja eigentlich voll den guten Job die ganze Zeit und wir wollen ja nicht, dass es jetzt durch so Mittelmaß oder nicht so gute Qualität irgendwie torpediert wird.
Speaker: Ja, es ist auch so, dass mir gerade noch eingefallen ist, auch so, dass manchmal diese KI-Übersetzungen auch dafür sorgen, dass das Spiel einfach auch unspielbar wird.
Speaker: Ich erzähle die Geschichte immer sehr gern, von der ich glaube, dass sie eine urbane Legende ist.
Speaker: Aber es gab mal, ich weiß es nicht genau, das ist mir nicht passiert, aber diese Geschichte geistert halt seit Jahren durch die Spielübersetzerbranche.
Speaker: Es gab mal ein Wimmelbildspiel, wo man halt so Objekte suchen musste und eins dieser Objekte war im Englischen Bat.
Speaker: Und Bad ist halt Fledermaus oder Baseballschläger.
Speaker: Sehr gut.
Speaker: Und dann hast du halt natürlich versucht, eine Fledermaus zu finden, hast aber eigentlich nur einen Baseballschläger im Bild.
Speaker: Das ist jetzt ein ganz simples Beispiel dafür.
Speaker: Das kannst du als Mensch übrigens auch nicht.
Speaker: Da musst du fragen, was die denn jetzt eigentlich von dir wollen.
Speaker: Ja gut, aber der Mensch fragt die KI, fragt ja dann nicht.
Speaker: Und wenn du ganz viel Glück hast, kriegst du auch eine Antwort.
Speaker: Ich wollte jetzt gar nicht so sehr viel auf die Arbeitsbedingungen und so weiter eingehen, weil das nicht unser Thema ist.
Speaker: Aber dieses, ich kriege vielleicht keine Antwort auf eine Frage, ist natürlich ein ganz großes Problem.
Speaker: Das passiert uns ab und zu öfter eigentlich, als man sich das wünscht.
Speaker: Ja gut, aber wie gesagt, der Mensch kann ja auch aktiv fragen.
Speaker: Selbst wenn jetzt nur in 20 Prozent der Fälle eine Antwort kommt, aber es ist ja immer noch 20 Prozent besser als die KI, die ja gar nicht fragt und jetzt vielleicht auch in ihrer Besetzung keine Anmerkung.
Speaker: Die macht das ja einfach nur so, wie es der Algorithmus eben vorgibt.
Speaker: Genau, die KI ist da sehr selbstbewusst.
Speaker: Genau.
Speaker: Ja, sehr gut, Selbstbewusstsein hat sie ja in dem Sinne nicht, aber ja, stimmt schon.
Speaker: Ich habe mal dieses schöne Meme, in dem im Grunde die KI mit einem Mansplaining-Man verglichen wurde, mit großem Selbstbewusstsein, kompletten Schwachsinn erzählt.
Speaker: Das war sehr schön.
Speaker: Ja gut, aber es gibt ja auch, obwohl wäre vielleicht auch ein Szenario, was ich mir jetzt aber nicht vorstellen kann, aber was vielleicht auch zum Geldsparen irgendwie anregt, das Lektorat auch durch die KI zu machen, ist ein abstruser Gedanke, aber im Kapitalismus ist ja grundsätzlich alles möglich.
Speaker: Also was du halt machen kannst mit KI, also als privater Nutzer, auch wenn es halt technisch schwierig ist, als privater Nutzer kannst du selbstverständlich die KI um eine Rechtschreibprüfung und um eine Grammatikprüfung bitten.
Speaker: Du kannst die KI wahrscheinlich sogar auch um eine Stilanpassung bitten.
Speaker: Ich selber habe das noch nicht gemacht.
Speaker: Ich weiß aber, dass private Nutzer das halt machen.
Speaker: Ich finde KI für ganz viele andere Sachen durchaus nützlich.
Speaker: Ich hatte neulich
Speaker: brauchte ich für meine Übersetzungstool eine bestimmte Funktion, die mir nicht eingefallen ist und musste da halt tatsächlich eine, das ist nicht Regular Expression, das ist so ein IT-Dings, da muss ich jetzt gar nicht weiter drauf eingehen und hatte halt vergessen, wie das geht und habe mir die tatsächlich einmal kurz von ChatGPT geben lassen und das war super.
Speaker: Weil da war ich tatsächlich beeindruckt.
Speaker: Da kam dann halt dieser Regex-Ausdruck dazu raus mit der Erklärung, warum das so ist.
Speaker: Und ich dachte, das ist fantastisch.
Speaker: Dafür möchte ich es gerne benutzen.
Speaker: Aber das ist halt etwas Technisches.
Speaker: Es ist halt etwas, was wahr oder falsch ist, wo es halt keine Graustufe in der Bedeutung gibt.
Speaker: Das ist so Funktioniertes.
Speaker: Und dafür kann ich eine KI oder eine Suchmaschine vielleicht sogar, das hätte vielleicht auch gereicht, bemühen.
Speaker: Bist du denn grundsätzlich der Auffassung, dass die KI eigentlich komplett aus der Spiele-Lokalisierung rausgelassen werden sollte?
Speaker: Oder hättest du zum Beispiel bei dem Obst-Thema, was wir vorhin hatten, gewünscht, sagen zu können, okay, Chchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchchch
Speaker: Es ist so ein zweischneidiges Schwert.
Speaker: Natürlich hat keiner von uns Bock auf stumpfsinnige Texte wie dieser Obstkorb des Grauns.
Speaker: Das will keiner von uns machen.
Speaker: Und jeder, der mir erzählt, dass er da Spaß dran hat, dem glaube ich das nicht.
Speaker: Genauso gibt es so stumpfe Sachen wie zum Beispiel Skill-Beschreibungen, die immer nach dem gleichen Schema funktionieren.
Speaker: Da habe ich vor zehn Jahren schon gedacht, das muss man doch automatisieren können.
Speaker: Also Feuerwahl verursacht x Schaden im Radius von y und wirft so und so viele Gegner im Umkreis zurück.
Speaker: Und das hast du dann mit Blitzschaden, das hast du dann mit Fehlschaden.
Speaker: Frostschaden, keine Ahnung.
Speaker: Da saß ich, wie gesagt, vor zehn Jahren schon mal davon, das kann man doch bitte, das ist so langweilig, das kann man doch bitte mal irgendwie automatisieren.
Speaker: Das funktioniert lustigerweise nicht.
Speaker: Okay.
Speaker: Ich wünschte tatsächlich, dass es ginge, weil das fände ich okay.
Speaker: Jetzt werden mich alle Übersetzerkolleginnen jetzt sagen, aber warum sagst du sowas?
Speaker: Wir möchten doch aber trotzdem weiter Geld verdienen.
Speaker: Aber ganz ehrlich, auch so stumpfe Sachen, das ist schrecklich.
Speaker: Da möchte ich lieber dann mich mit meinem Dialog beschäftigen.
Speaker: Oder vielleicht mit meiner Lizenzvereinbarung, das ist auch okay, mache ich auch gerne.
Speaker: Ja.
Speaker: Der Obstkorb ist wahrscheinlich wieder schwierig, weil es dann ja sein kann, dass da irgendein Wort mehrere Sachen bedeutet.
Speaker: Da muss man wieder drauf gucken.
Speaker: Aber genau, tief im Inneren möchte ich gerne, dass ich keine dankbarigen Sachen machen muss.
Speaker: Realistisch betrachtet muss ich weiter langweilige Sachen machen.
Speaker: Ja gut, auch der Traumberuf hat manchmal Szenarien, die nicht immer traumhaft sind.
Speaker: Ja klar, das ist doch normal.
Speaker: Ich habe das jetzt halt auch so geschildert, als mache ich die ganze Zeit mega spannende Dialoge oder historische Texte.
Speaker: Das stimmt nicht.
Speaker: Ich habe, ein Großteil meiner Arbeit besteht tatsächlich in normalen Alltagsdialogen, die vielleicht in anderen Settings sind oder eben in Skill-Beschreibungen oder in Item-Beschreibungen oder in Missionen und Quests und keine Ahnung.
Speaker: Das ist mein normaler Alltag und das ist okay für mich.
Speaker: Und wir sind ja alle mal in einem Punkt, wo wir sagen, es ist
Speaker: aber auch ein doofer Montag und es ist langweilig, ich habe keine Lust, das ist normal und natürlich denke ich mir so, aber wir haben ja diese KI, die kann es doch.
Speaker: Ja, aber wie gesagt, realistisch betrachtet ist das natürlich Quatsch.
Speaker: Hm, verstehe.
Speaker: Ja, ich finde generell dein Job super spannend oder generell auch das ganze Thema Lokalisierung.
Speaker: Wie gesagt, hoffe doch, dass da mit einem anderen Auge draufgeschaut wird.
Speaker: Ich weiß, da ist super viel zu tun, weil ich auch das Gefühl habe, dass da...
Speaker: gefühlt niemand so richtig drauf schaut oder generell nicht weiß, wie da auch gearbeitet wird.
Speaker: Deswegen hoffe ich, dass man da auch so ein paar Leute erreichen kann, die dann vielleicht auch anders drauf schauen und ein bisschen verstehen, hey, wie arbeiten die Leute, wie ticken die, wie sind die da hingekommen und dass die Arbeit so ein bisschen mehr wertgeschätzt wird einfach und dass das vor allem
Speaker: jetzt nicht nur bei den Leuten, die die Spiele konsumieren, sondern auch die, die sie dann entwickeln und produzieren, vertreiben, dass das da auch ankommt, dass Qualität ja auch dann am Ende hoffentlich sich auch bezahlt macht und dass wenn dieser
Speaker: das kann ich mir durchaus vorstellen, dass es viele noch probieren werden, irgendwie mit kostengünstigen Mitteln KI da zu etablieren.
Speaker: Ich hoffe wirklich, dass da auch dann die Konsumenten am Ende entscheiden, hey, das finden wir gar nicht so cool.
Speaker: Das kann passieren, dass das erstmal ein bisschen einkrachen muss, bevor das Bewusstsein geschärft wird.
Speaker: Ich hoffe nicht, dass es dazu kommt, aber ich sehe das jetzt tatsächlich als nicht so unrealistisch an.
Speaker: Ähm,
Speaker: Sehr, sehr spannend, was da auch in den nächsten Jahren passieren wird in deinem Bereich.
Speaker: Genau, und dann sehe ich auch so, da hast du schon recht.
Speaker: Und ich finde es auch total wichtig, dass wir ganz viel darüber sprechen.
Speaker: Das habe ich ja gerade schon mal gesagt, das erfreut mich auch immer, wenn ich irgendwo hin eingeladen werde, um über Lokalisierung zu sprechen.
Speaker: Und ich meine, wiederum subjektiver Eindruck ist, dass da mittlerweile durchaus Leute mal drauf gucken, also mehr als noch vor zehn Jahren, würde ich sagen,
Speaker: Was ja super ist.
Speaker: Und wir haben jetzt ja auch zum Beispiel allein, was das Arbeiten angeht, auch nur sehr, sehr stark, sehr, sehr, sehr schwach an der Oberfläche gekratzt.
Speaker: Da gibt es eigentlich noch super viele andere Sachen dazu zu sagen.
Speaker: Das würde aber jetzt einfach echt zu weit führen.
Speaker: Könnte man schon eine Podcast-Serie wahrscheinlich machen.
Speaker: Wir sind jetzt bei zwei Stunden, glaube ich.
Speaker: Genau.
Speaker: Das hört auf Bild auch, irgendwann kann er mal hören.
Speaker: Genau.
Speaker: Was ich sagen wollte, war, ich...
Speaker: glaube auch, dass es erst mal schlimmer werden muss, bevor es besser wird.
Speaker: Das ist gerade mein subjektiver Eindruck.
Speaker: Die Leute kommen jetzt langsam wieder runter von dem KI-Hype.
Speaker: Und wie gesagt, diese Kritik in der Gänze, die ich heute gelesen habe, die fand ich schon sehr, sehr deutlich tatsächlich.
Speaker: Das waren sehr deutliche Worte von mir.
Speaker: Ich hoffe, dass das Entwicklerteam, die sich zu Herzen nimmt,
Speaker: weil das halt unnötig ist, gerade nicht für so ein Projekt.
Speaker: Das ist halt sehr schade gewesen, fand ich.
Speaker: Ich schweife schon wieder ab.
Speaker: Genau.
Speaker: Ja, Bewusstsein schaffen ist total wichtig.
Speaker: Und ich würde mich freuen, wenn tatsächlich Spielende eben auch in ihren Reviews mal darüber schreiben, dass sie irgendeine Lokalisierung gut fanden.
Speaker: Oder wenn sie sie nicht gut fanden, dass da mehr steht, als wenn nicht doof.
Speaker: Ja gut, ich meine, generell kann man, glaube ich, mit der Kritik, ja, ist es doof oder ist es kacke, ist es scheiße, da kann man ja grundsätzlich nicht viel anfangen.
Speaker: Dann wünscht man sich ja schon, ja, was fandest du, aus welchem Grund, an welcher Stelle jetzt, scheiße, damit man ein bisschen... Es ist natürlich aber valide zu sagen, ich fand es doof, auch wenn man gar nicht artikulieren kann, warum.
Speaker: Das ist ja etwas, was man lernen muss.
Speaker: Warum ist denn das jetzt so, bist du holprig, bist du unidiomatisch, redet, wie man so, ist das ein Tippfehler, ähm,
Speaker: Ja, es ist wiederum ein eigenes Thema, wie man Sprache das eigentlich bewertet und was ist denn jetzt gut und was ist nicht gut.
Speaker: Das ist ja auch sehr subjektiv.
Speaker: Jenseits halt, wie gesagt, von objektiven Kriterien wieder ist halt ein Tippfehler.
Speaker: Ja.
Speaker: Ja, absolut.
Speaker: Da würde ich mir, wie gesagt, einfach, letzter Satz, würde ich mir einfach tatsächlich wirklich wünschen, dass die Spielenden da so ein Gefühl dafür entwickeln, dass wir alle gerne gute Texte abliefern möchten.
Speaker: Und ich persönlich mich immer freue, wenn er sagt, ich hätte mir gewünscht, dass es so und so ist.
Speaker: Genau.
Speaker: Das ist leider noch ein weiter Weg dahin, dass das so auch in der Masse vielleicht ankommt.
Speaker: Aber ich glaube, dass jeder Schritt und jeder Stein, den auf den nächsten gestellt werden kann, schon mal sehr, sehr wertvoll.
Speaker: Und auch wenn dann tatsächlich konstruktive Kritik dann auch ankommt, mit der man wirklich was anfangen kann und die auf der anderen Seite vielleicht auch wertzuschätzen, weil es an welcher Stelle etwas geht.
Speaker: Ja, genau.
Speaker: Und da ist sicherlich noch viel, viel mehr und ich hoffe, dass das auch ja noch an vielen Stellen insgesamt auch beleuchtet wird.
Speaker: Deswegen, es hat mich erstmal super gefreut, dass du dir heute die Zeit genommen hast, dass wir mal darüber sprechen konnten.
Speaker: Und ein bisschen, ja, das ist so ein bisschen ins Licht rücken können.
Speaker: Und ich habe da für mich selber auch ganz viel mitgenommen, weil ich gar keine Vorstellung richtig hatte, wie deine Arbeit auch aussieht, wie man so dahin kommen kann, wie auch, ja, wie der...
Speaker: Umgang auch mit Studios dann aussehen kann, was für Hürden und Hindernisse es gibt und wie letztendlich dann auch eben die KI das Ganze am Ende beeinflusst oder weniger beeinflusst.
Speaker: Sehr, sehr, sehr viele spannende Themen.
Speaker: Deswegen ganz großes Danke in deine Richtung.
Speaker: Sehr gerne, danke, dass ich hier reden durfte.
Speaker: Sehr gerne.
Speaker: Hat sehr viel Spaß gemacht.
Speaker: Ja, danke mir auch.
Speaker: Ich hoffe, dass es auch zum Zuhören Spaß gemacht hat.
Speaker: Deswegen auch ein großes Dank an alle, die zugehört haben.
Speaker: Nochmal großes Danke an Annett.
Speaker: Und das soll es von heute und für heute erstmal gewesen sein.
Speaker: Hat sehr viel Spaß gemacht.
Speaker: Und ich hoffe, dass ihr da draußen auch etwas davon mitnehmen konntet, wie ihr auf Spielübersetzung, Spiele-Lokalisierung in Zukunft
Speaker: Ja.
Speaker: Und mit den Worten möchte ich mich verabschieden und freue mich auf die nächste Folge.
Speaker: Und ich denke, dass ich dich aber auf jeden Fall auch in der Beschreibung irgendwo verlinken kann, wo man auch dich so finden kann, dass man, wenn man auch Interesse an deiner Arbeit, an deiner persönlichen Arbeit hat, dass man dich da findet.
Speaker: In dem Sinne, macht's gut, bis zum nächsten Mal und bleibt gesund.
Speaker: Ciao.






