Transcript
Melanie Eilert: Hallo und willkommen zum Inklusical Podcast, der Musical Podcast rund um Inklusion.
Melanie Eilert: Hier sind Melanie und
Laura: Laura, und heute sprechen wir über das Thema Ticketkauf.
Laura: Melanie, wann hast du zuletzt Tickets gekauft für ein Musical?
Laura: Oder was war dein letztes Musical, was du besucht hast?
Laura: Und wie war der Ticketkauf dazu?
Melanie Eilert: Zuletzt Tickets gekauft habe ich glaube ich tatsächlich irgendwann Ende 2025 für für was eigentlich?
Melanie Eilert: Ah ja genau, für This is the greatest show in Oberhausen.
Melanie Eilert: Das ging über Eventim war aber tatsächlich mal relativ unkompliziert und ich bin nicht in einer ewig langen Warteschleife gelandet und ich musste auch nicht noch 200 andere Stellen anrufen, sondern konnte direkt die Buchung umsetzen.
Laura: Okay, das heißt, du hast telefonisch gebucht, wenn ich das raushöre.
Laura: Wie lange hast du davor prokrastiniert?
Laura: Also ich prokrastiniere in meinem aktuellen geplanten Ticketkauf schon seit etwa drei Monaten.
Melanie Eilert: Oh je, nein, ich habe tatsächlich gar nicht prokrastiniert, weil mir sehr wichtig war, diese Tickets zu bekommen.
Melanie Eilert: Und es gab nur, ich glaube, fünf Aufführungen an einem Wochenende.
Melanie Eilert: Deshalb war die Zeit dann doch sehr wichtig, um da nicht die geringe Anzahl an Rollstuhlplätzen zu verpassen.
Laura: Ah, okay, der Druck hat in dem Fall geregelt.
Laura: Ja, verstehe ich.
Laura: Ich brauche auch meistens ein bisschen Druck, um meine Prokrastination dann zu lösen.
Laura: Vielleicht habe ich es dann hingekriegt, wenn die aktuellen Vorstellungen wieder Richtung Dernier gehen, dann mal Tickets irgendwann zu kaufen.
Melanie Eilert: Wo möchtest du denn hin
Laura: Ich möchte aktuell mal wieder ins Theater des Westens.
Laura: Da ist eine neue Show jetzt drin.
Laura: Wir sind am Leben.
Laura: Da die neu ist, wird das sicherlich eine Weile dauern Richtung Dernier
Laura: Sprich, der Druck ist nicht so hoch, dass ich mich beeilen müsste.
Laura: Wobei das Theater des Westens halt auch nur, lass mich lügen, zwei, drei Rollstuhlplätze hat.
Laura: Das heißt, die Flexibilität der Buchung ist ein bisschen schwierig.
Laura: Also wenn ich da anrufe bei Eventim, dann muss ich schon direkt eine Liste an Daten haben, wann ich könnte, um dann eins davon zu erwischen, wo der Rollstuhlplatz noch frei ist, weil das Ding ist mit dem...
Laura: E-Rollstuhl, den ich fahre, brauche ich eigentlich quasi beide Rollstuhlplätze neben mich.
Laura: Passt eigentlich niemand mehr.
Laura: Wir hatten das einmal versucht mit einem Schieberolli noch daneben.
Laura: Da stand ich dann echt fast im Fluchtweg.
Laura: Das war für keinen der Beteiligten, auch nicht für die, die hinter mir saßen, irgendwie gut.
Melanie Eilert: Ja, ich hatte auch mal ähnliche Probleme im Theater des Westens, glaube ich.
Melanie Eilert: Da war es auch sehr eng, vor allem von der Länge meines Rollstuhls her, dass ich ganz vorne an die Sitzreihe drangequetscht sitzen musste und trotzdem die Person hinter mir irgendwie kaum Platz für ihre Füße noch hatte.
Laura: Oh ja, bei der Länge sagst du was.
Laura: Ich war mit dem neuen Rollstuhl mit der Beatmungsplattform hinten noch gar nicht im Theater des Westens.
Laura: Da muss ich eventuell Werkzeug mitnehmen, um das abzubauen.
Laura: Vielleicht passe ich so auch gar nicht
Melanie Eilert: Oha.
Laura: Da hast du recht, da sprichst du was sehr, sehr Gutes an.
Melanie Eilert: Wobei das ja schon fast ein Punkt für eine andere geplante Folge ist und die wollen wir jetzt gar nicht vorweg spoilern.
Melanie Eilert: Aber du hattest noch mal gesagt,
Laura: Ja, stimmt.
Laura: Folge 2.
Laura: Gönnt euch.
Melanie Eilert: Genau.
Melanie Eilert: Du hattest schon gesagt, dass du meistens eine ganze Reihe an Alternativterminen mitbringen musst.
Melanie Eilert: Also Spontankäufe sind dann eher nicht möglich.
Laura: Also zumindest nicht für dieses Haus.
Laura: Also hier in Berlin ist mir tatsächlich das Theater des Westens, auch wenn die Plätze begrenzt sind, eigentlich mein Lieblingstheater, weil ich finde, dass das so liebevoll in Schuss gehalten ist und auch mit dem stilechten Aufzug, der wirkt nicht wieder reingeballert.
Laura: Deswegen bin ich da gerne auch mal nicht spontan.
Laura: In anderen Häusern, zum Beispiel im Admiralspalast, da sind ja eher so durchreisende Shows oftmals, also zumindest aktuell.
Laura: Da braucht es dann doch auch mehr Spontanität, aber die haben auch mehr Rollstuhlplätze
Laura: Also da brauche ich nicht so viele Alternativtermine, aber schon allein auch einfach, weil es gar nicht geht, weil so viele Shows da teilweise gar nicht sind.
Laura: Manche Sachen sind da auch nur einmal.
Laura: Und bei dir, also hast du schon mal morgens eine Karte gekauft und bist abends hingegangen?
Melanie Eilert: Ja, früher tatsächlich öfter.
Melanie Eilert: Da habe ich so eine halbe Stunde vom Musical Dome entfernt gewohnt.
Melanie Eilert: Das ging auch zu der Zeit relativ gut.
Melanie Eilert: Das lag allerdings auch daran, dass eine Show wie zum Beispiel Spamalot jetzt nicht so ultra gut besucht war, leider.
Melanie Eilert: Aber mittlerweile ist es dort auf jeden Fall auch schwieriger.
Melanie Eilert: Aktuell läuft dort ja Moulin Rouge
Melanie Eilert: Und soweit ich gehört habe, haben sie dort den spontanen Rollstuhlplatzverkauf komplett eingestellt.
Melanie Eilert: Das heißt, alle Rollstuhlplätze, die bis eine Woche vor Showbeginn nicht verkauft wurden, gehen in den normalen Verkauf und sind nicht mehr für Rollstuhlfahrende buchbar.
Laura: Ja, also ich war ja letztes Jahr in Moulin Rouge, da hatte ich mich mit einem Menschen, der da arbeitete, dazu unterhalten und da auch gemeint, ich finde das nicht cool, aber cool, aber wie der Musical-Dome auch aufgebaut ist...
Laura: dann erscheint es mir zumindest rein technisch, nicht organisatorisch, da habe ich keine Idee von, aber rein technisch durchaus möglich zu sein, diese Stühle, die man da wegmacht, auch spontan wegzumachen, wenn morgens wer kauft und abends dann zur Show möchte, aber ob das halt
Laura: von den Veranstalten dann umgesetzt wird, ist immer so eine andere Sache.
Laura: Aber tatsächlich, Musical Dome steht spätestens nächstes Jahr Jahr wieder auf meiner Liste.
Laura: Moulin Rouge läuft ja, soweit ich weiß, im November, glaube ich, aus.
Laura: Und dann ist da das Phantom der Oper drin.
Laura: Das muss ich unbedingt auf jeden Fall sehen.
Laura: Offiziell, also zumindest wenn man bei meiner Mutter glaubt, war ich da auch schon mal drin.
Laura: Aber sagen wir es so, ich war vielleicht nicht so ganz persönlich und vielleicht nicht sichtbar, aber meine Mutter war wohl hochschwanger, aber es war nicht so genau, ob ich da vielleicht deshalb schon auch so einen Hang zu diesem Musical habe.
Melanie Eilert: Ja, nee Phantom der Oper interessiert mich tatsächlich nicht so.
Laura: Ja, ich bin manchmal auf so Klassikern unterwegs, von Lloyd Webber und Co.
Laura: Auch Elisabeth ist eines meiner Lieblingsmusicals.
Laura: Aber auch so ganz neue Produktionen, die auch mal einen komplett frischen Wind reinbringen, wie jetzt halt eben im Theater des Westens gemacht werden von Peter Plate und Ulf Leo Sommer.
Laura: Ich finde das einen sehr, sehr guten Kontrast, den wir aktuell in der deutschen Musical-Landschaft haben.
Melanie Eilert: Ja, absolut.
Melanie Eilert: Das macht schon auch echt Spaß.
Laura: Wie ist es denn, wenn du so ein Ticket kaufst?
Laura: Ich hatte jetzt in letzter Zeit festgestellt, dass die Preise ja doch stark variieren, teils auch nach Tag und nach Ferienzeit, nicht Ferienzeit.
Laura: Hast du einen ähnlichen Eindruck?
Laura: Und was beobachtest du auch in Bezug auf die Preise deiner Begleitpersonen, falls du welche mitnimmst?
Melanie Eilert: Ja, das ist absolut super unterschiedlich.
Melanie Eilert: Also es ist ja total vom Veranstalter abhängig, erstmal was so grundsätzlich an Preisen eingesetzt wird.
Melanie Eilert: Und auch die Ermäßigungen schwanken extrem.
Melanie Eilert: Also bei den einen bekommst du irgendwie 20 % Prozent Prozent auf das Rollstuhlticket und auf die Begleitperson
Melanie Eilert: Bei anderen ist eins von beiden komplett frei, das andere Vollpreis.
Melanie Eilert: Und keine Ahnung, was es da noch für...
Melanie Eilert: wilde Kombinationen gibt.
Melanie Eilert: Also da kann man sich irgendwie auch gar nicht so vorab einstellen, bevor man sich konkret für ein Stück informiert.
Laura: Ja, da hast du recht.
Laura: Das finde ich auch immer schwer.
Laura: Vor allem ist ja so, ich weiß nicht, ob du deine Assistenz mit dem persönlichen Budget organisierst.
Laura: Ich mache das auf jeden Fall.
Laura: Und da muss ich ja immer für das Jahr eine Kostenkalkulation erstellen.
Laura: Da sind dann im Bereich Teilhabe eben auch die Eintrittskosten für solche Veranstaltungen mit drin.
Laura: Und ich muss das am besten auf den Cent genau eigentlich schon ein Jahr vorher wissen und das entsprechend kalkulieren.
Laura: Das ist natürlich praktisch kompletter Bullshit, organisatorische Katastrophe.
Laura: Weil ich einfach nicht hell sehen kann, was die Ticketpreise ein halbes Jahr später kosten für die Begleitperson.
Laura: Aber auf jeden Fall ist das trotzdem auch eine gute Möglichkeit, da nicht auf Mehrkosten sitzen zu bleiben und ich möchte das nicht missen.
Melanie Eilert: Da muss ich mich auch echt mal drum kümmern, weil tatsächlich habe ich das bisher nicht in meinem Budget mit drin und trage Tickets dann eigentlich selbst, außer es kommt eine Freundin als Begleitung mit, die übernimmt dann natürlich ihre eigenen Ticketkosten.
Melanie Eilert: Aber es ist ja auch absurd, dass du da eine konkrete Kalkulation einreichen musst, als ob du für das ganze Jahr auch schon wüsstest, wo du hingehst.
Laura: Naja, je genauer, je besser ist es halt.
Laura: Also theoretisch ist es schon möglich, eine Pauschale zu kalkulieren, aber mit der aktuellen Preissteigerung, wie wir sie erleben, ist es halt einfach unrealistisch, dass ich im Dezember eine Pauschale entwickle, die dann wirklich auch für das folgende Jahr wirklich ausreicht.
Laura: Also wir haben früher
Laura: Wir haben früher immer Pauschalen von 300 Euro gemacht.
Laura: Jetzt gehe ich zweimal in ein Musical und einmal noch irgendwo in einem Hotel übernachten.
Laura: Dann bin ich schon weit über diesen 300 Euro, die früher bei weitem ausgereicht haben für deutlich mehr.
Laura: Das heißt, wenn ich halt wirklich möchte, dass es reicht und dass ich mich nicht einschränken muss, muss ich das am besten so genau wie möglich machen, weil ich dann im Zweifel kein Geld nachfordern muss.
Laura: Nachfordern ist immer schwierig und im Zweifel Geld zurückgeben geht dann noch eher.
Melanie Eilert: Ja, absolut.
Laura: Ja, aber so, wenn wir da mal von den Preisen wieder so ein bisschen auch wegkommen, wie hast du es denn bei dem Theater bisher gehabt, wenn du Tickets gekauft hast, empfehlen dir dann die Menschen an den Hotlines gute Plätze, ich setze das mal in Anführungsstrichen, oder weißt du immer schon im Vorfeld, welchen Platz du möchtest?
Melanie Eilert: Also tatsächlich ist unsere Auswahl ja sowieso sehr begrenzt.
Melanie Eilert: Ich meine, du hast es eben schon gesagt, im Theater des Westens gibt es so zwei Rollstuhlplätze
Melanie Eilert: Das heißt, du kannst ehestens noch zwischen links und rechts wählen oder so.
Melanie Eilert: Deswegen ist die freie Platzwahl in sehr dicke Anführungsstriche zu setzen.
Melanie Eilert: Ich habe tatsächlich...
Melanie Eilert: in dem einen oder anderen Theater Lieblingsplätze oder hatte Lieblingsplätze, je nach Stück auch, aber grundsätzlich nehme ich einfach was frei ist.
Laura: Vielen Dank.
Melanie Eilert: Und ich habe noch nie versucht mir einen empfehlen zu lassen, ehrlich gesagt.
Laura: Ich habe tatsächlich, als ich jetzt im letzten Jahr die Karten habe kaufen lassen, weil ich nicht über meine Telefonprokrastination hinausgekommen bin, habe ich eine Assistenz beauftragt, die sich in einem Dienst an irgendeinem Tag, wo ich viel gearbeitet habe, gelangweilt hatte.
Laura: Und Und da hatte ich gesagt, pass auf, ich war in diesem Theater noch nie.
Laura: Frag doch einfach die Person an der Hotline, was die besten Plätze sind und dann buchen wir die für Datum XYZ.
Laura: Und in dem Fall war es dann tatsächlich so, dass die Person...
Laura: Es gab pro Reihe, also es gab in dem jeweiligen Theater auf jeder Seite von den Sitzreihen drei Rollstuhlplätze.
Laura: Ich glaube in Reihe 4, 12 und irgendwas mit 20.
Laura: Und
Laura: Dann hat die Person an der Hotline einfach immer so die ersten beiden Plätze, also Platz 20 nie gebucht, aber immer irgendwie 4 oder 13.
Laura: Ich hatte da gleich für mehrere Shows Karten bestellen lassen.
Laura: Und da ist mir aufgefallen, also nach Empfehlungen sahen diese Plätze nicht aus.
Laura: Sprich, ich weiß nicht mal, wissen die Personen oder waren die Personen jemals in dem Theater, können die überhaupt was empfehlen oder nicht.
Laura: Weil es tatsächlich in dem Fall so war, dass dass ab Platz 13 der Boden, da kommen wir vielleicht auch in Barrierefreiheit dann in der zweiten Folge nochmal drauf, auch so schräg war, dass es kaum möglich war, überhaupt da einen Rollstuhl zu parken.
Laura: Also ich weiß auch nicht, wer diesen Platz als Rollstuhlplatz bestimmt hat, wenn ich ehrlich bin.
Laura: Aber sowas hätte die Person eigentlich vielleicht zumindest im System sehen können, um dann diesen Platz nicht zu empfehlen.
Melanie Eilert: Ja, aber ich glaube tatsächlich auch, dass die keine Informationen in ihrem System haben und auch nicht dafür geschult sind, gerade bei diesen speziellen Plätzen Empfehlungen rausgeben zu können.
Laura: Ja, aber vielleicht wäre das halt echt so ein Punkt, der sinnvoll wäre.
Laura: Ich meine, wir haben schon spezielle Hotline-Telefonnummern explizit für die Kartenbestellung für Menschen mit Behinderung.
Laura: Und wenn wir uns schon in so einer Schleife anstellen und je nach Tageszeit, hängst du da durchaus schon mal deine halbe Stunde drin, wenn es sein muss.
Laura: dann wäre es doch eigentlich cool, wenn man eben nicht nur, ja okay, ich möchte das, das und das und Paris , Athen, auf wiedersehen, sondern wenn man vielleicht auch wirklich ein kleines bisschen Beratung bekommen könnte, die müssen ja nicht jedes Theater persönlich besucht haben, aber vielleicht so ein System haben, in dem die gucken können, okay, der Platz ist hier, dafür geeignet, dafür vielleicht nicht, Achtung, Warnung, hier ist der Boden schräg dann könnte die Person das ja
Laura: Einfach am Telefon vielleicht sagen und dann hätte zum Beispiel in dem Fall meine Assistenz am Telefon schon gleich gesagt, oh nee, wir können mit dem Rollstuhl gar nicht auf dem schrägen Boden parken, dann brauchen wir lieber einen anderen Tag, wenn der Platz, der gerade ist, nicht verfügbar ist.
Melanie Eilert: Das ist ja auch eigentlich etwas, womit dieser, ich sag mal, Hotline-Zwang gerne begründet wird.
Melanie Eilert: Nämlich, dass man Beratung bekommt und spezielle Empfehlungen.
Melanie Eilert: Aber ich glaube, es klappt so eigentlich nie.
Melanie Eilert: Und es wäre eigentlich viel entspannender, wenn wir auch zum Beispiel online buchen könnten und auch online einsehen könnten, an welchem Tag sind noch wie viele Rollstuhlplätze.
Melanie Eilert: Frei zum Beispiel.
Laura: Oh ja, das wäre ein Traum.
Laura: Ich habe vor einer Weile, das war tatsächlich auch, das war ganz witzig, über Eventim an so einer oder Karten für so eine Immersiv-Veranstaltung geholt und hatte da eine Hotline angerufen, wusste schon von online, was genau ich für ein Ticket will.
Laura: Ich wusste an dem Tag nicht genau, wie viel Uhr ich da ankommen werde.
Laura: Das heißt, ich wollte so ein Flex-Ticket.
Laura: Und habe dann bei der Hotline angerufen und gesagt, hier, ich hätte gern ein Rollstuhlticket, ein Flex-Ticket für Veranstaltung X an Tag Y. Und dann sagte der, ja, nee, also mit einer Rollstuhlkarte können Sie nur ein festes Zeitfenster nehmen, da können Sie kein Flex-Ticket haben.
Laura: Und dann habe ich nach dem Preisunterschied gefragt und dann war der Preisunterschied irgendwie so zwei Euro.
Laura: Da habe ich gesagt, nee, passen Sie auf, ich kenne den Ort, dann beenden wir hier das Gespräch und ich kaufe meine Karte online, online, weil dann ein Flex-Ticket haben kann als Person im Rollstuhl.
Laura: Also da ist mir dann schon ein bisschen was aus dem Gesicht gefallen, wenn ich ehrlich bin.
Laura: Und ganz ehrlich, so entspannt habe ich selten Tickets gekauft, wie in dem Fall, weil das online einfach super einfach ging.
Laura: Ich habe drei Klicks gemacht und hatte dann plötzlich meine Karten, die kamen dann aus dem Drucker raus.
Laura: War super, fand ich toll.
Melanie Eilert: Total.
Melanie Eilert: Ich habe letztes Jahr für London für Moulin Rouge Tickets gebucht und das war eben auch online möglich.
Melanie Eilert: So eine entspannte Buchungserfahrung habe ich in deutschen Theatern eigentlich so gut wie nie.
Melanie Eilert: Es gibt Ausnahmen, aber die muss man erst mal finden und da muss da auch noch was laufen, was man sehen möchte.
Melanie Eilert: Also es kommt sehr, sehr, sehr selten vor.
Laura: Wie hat das denn funktioniert mit London?
Laura: Also musstest du dann deinen Schwerbehinderten-Ausweis hinterlegen oder wie haben die geprüft, dass das nicht irgendjemand ist, der dieses Ticket jetzt kauft?
Laura: Weil das ist ja gerade hier in Deutschland immer wieder das Argument, dass da natürlich Menschen die Tickets kaufen, die gar nicht berechtigt sind dafür oder die diese Tickets nicht brauchen.
Melanie Eilert: Da gibt es tatsächlich unterschiedliche Varianten.
Melanie Eilert: Also es ist da auch leider alles nicht standardisiert.
Melanie Eilert: Es gibt auch noch genug Theater, wo auch angerufen werden muss.
Melanie Eilert: Jetzt in dem Fall von Moulin Rouge war es so, dass ich mich vorab mit meinem Behindertenausweis registrieren musste musste musste und dann wurde mir ein Nutzerkonto
Melanie Eilert: in dem eben hinterlegt war Rollstuhl und Begleitperson.
Melanie Eilert: Und dann konnte ich den Saalplan öffnen und habe auch nur diese Plätze angezeigt bekommen als buchbare Plätze.
Melanie Eilert: Also kennt man ja, dass es dann so ausgegraut ist, was nicht zu der Auswahl passt.
Melanie Eilert: Und die, die man haben kann, die sind dann eben farbig gekennzeichnet.
Laura: Oh, das klingt ja traumhaft.
Melanie Eilert: Ich hatte aber das Jahr davor noch eine andere Erfahrung.
Melanie Eilert: Da gab es einfach so quasi einen Gutscheincode, der dann die entsprechenden Plätze freigeschaltet hat.
Melanie Eilert: Dann ploppte nochmal eine Warnung auf, Achtung, das ist ein Rollstuhlplatz, da ist kein Sitz, bist du dir sicher?
Melanie Eilert: Und dann konnte ich auch ohne vorherige Registrierung oder irgendwas den Rollstuhlplatz buchen.
Laura: Das ist ja super.
Laura: Gerade bei dem ersten, wo du dann aus dem Saalplan auswählst, welchen Platz du hast, kannst du ja komplett individuell auch entscheiden, okay, ich kann meinen Kopf besser nach rechts drehen.
Laura: Dann nehme ich einen Platz, wo ich so im Zweifel schräg stehen muss, dass ich meinen Kopf nach rechts drehe und nicht nach links, wo vielleicht nach einer halben Stunde mir schwindelig wird.
Laura: Das klingt ja traumhaft.
Melanie Eilert: Ja, total.
Melanie Eilert: Also das war echt so eine Buchungserfahrung, von der ich vor Jahren schon geträumt habe und wo ich einfach hoffe, dass die irgendwann den Sprung zu uns auch noch schaffen wird.
Laura: Ob wir das noch erleben?
Laura: Digitalwüste Deutschland?
Laura: Ich lasse mich ja gerne positiv überraschen, aber solange ich ein zeiteingeschränktes Ticket 2 Euro billiger kriegen kann, als wenn ich ein Flex-Ticket online kaufe, kaufe, kaufe, also solange glaube ich da nicht dran.
Melanie Eilert: Ja, verständlich
Laura: Ja, so grundsätzlich, was ziehen wir denn dann für ein Fazit aus unserer Session heute?
Laura: Ich meine, viele kennen ja sicher eben die Schwierigkeiten mit dem Ticketkauf und den Hotlines.
Laura: Ich denke, eine gute Message wäre halt einfach, wenn wir uns ein bisschen was von deiner Buchungserfahrung aus London abgucken könnten.
Laura: Also, weiß ich nicht, Eventim und ATG mit den ganzen großen und kleinen Ticket-Anbietenden.
Melanie Eilert: Ich glaube, es war sogar das englische ATG, wo diese Erfahrung stattgefunden hat.
Melanie Eilert: Das heißt, sie können es eigentlich, sie können es nur nicht in Deutschland.
Melanie Eilert: Aber da bin ich mir jetzt gerade nicht ganz sicher.
Melanie Eilert: Prozent.
Laura: Dann wäre es ja noch einfacher.
Melanie Eilert: Oder?
Melanie Eilert: Eigentlich schon.
Melanie Eilert: Ja, ich würde sagen, mein Fazit ist,
Melanie Eilert: Wir müssen vor allem erstmal ein bisschen mehr einheitliche Regelungen haben, wo wird gebucht, wo finde ich raus, wo ich buche und vielleicht auch so ein bisschen mehr die Ermäßigung ein bisschen entwirren.
Laura: Ja, klingt auch gut und ich denke, damit würden wir uns für diese erste Folge bedanken und verabschieden.
Laura: Wenn ihr Anregungen, Feedback oder Fragen habt, dann schreibt uns gerne.
Laura: Alle Kontaktdaten haben wir in der Beschreibung der Session hinterlegt.
Laura: Bis bald und vielleicht auch bis zur nächsten Folge, wenn es euch gefallen hat.
Melanie Eilert: Bis bald.
Melanie Eilert: Tschüss.

