Transcript
Laura: Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge Inklusical, der Musical-Podcast.
Laura: Mein Name ist Laura.
Melanie: Und ich bin Melly und heute dreht sich bei uns alles um Barrierefreiheit.
Melanie: Laura, wenn du ins Musical gehst, worauf achtest du denn da im Zuge der Barrierefreiheit?
Laura: Ja, also da gibt es sehr viele Aspekte.
Laura: Wer mich kennt, weiß, dass ich mit Elektrorollstuhl und Beatmung unterwegs bin.
Laura: Ich achte meist darauf, dass ich ein Haus nehme, das mir auf jeden Fall einen stufenlosen Zugang ermöglicht und eine rollstuhlgerechte Toilette hat.
Laura: Ohne rollstuhlgerechte Toilette wäre es mir nicht möglich, sagen wir an der Bar auch finanzielle Unterstützung für das Theater zu leisten und mir da vielleicht ein gewisses Getränk meiner Wahl zu gönnen.
Laura: Und ich achte tatsächlich auch auf die Seite, auf der mein Platz ist.
Laura: Am liebsten sitze ich frontal zur Bühne, aber nicht in der ersten Reihe.
Laura: Lieber hinten auf einer Empore, ein bisschen weiter weg, aber auch nicht zu weit, weil ich meinen Kopf nicht so gut drehen kann in die linke Richtung.
Laura: Ich gucke gerne im Zweifel lieber nach rechts, wenn ich irgendwie seitlich sitzen muss.
Laura: Und ja, ansonsten muss halt eigentlich der Platz lang genug sein.
Laura: Mein aktueller Rollstuhl hat hinten eine Plattform für die Beatmung hintendranne.
Laura: Und es ist natürlich super nervig, wenn ich ins Theater komme und erstmal noch meinen Werkzeugkasten auspacken muss, um die Plattform abzuschrauben, damit ich überhaupt in den Platz reinkomme.
Laura: Und wie ist es bei dir, Melly
Melanie: Ich bin auch im Elektrorollstuhl unterwegs, deswegen ist es bei mir tatsächlich relativ ähnlich.
Melanie: Also ich brauche einen Zugang ebenerdig oder per Aufzug.
Melanie: Und auch bei mir muss ausreichend Platz für den Rollstuhl vorhanden sein.
Melanie: Zum Beispiel hatten wir es letztens, da waren die Rollstuhlplätze alle hintereinander.
Melanie: Und mit mehreren großen Rollstühlen ist das dann schon sehr, sehr eng.
Melanie: Also wir haben uns dann versetzt hingestellt, was allerdings dann der Aufsicht im Saal nicht so gepasst hat, wegen Fluchtwege und so weiter,
Melanie: Da sind sie ja öfter ein bisschen allergisch, wenn man nicht genau dort steht, wo es eigentlich vorgesehen ist.
Melanie: ist es bei mir auch so, dass ich eher lieber ein Stück links sitze, um nach rechts rüber gucken zu können, weil da eben auch aufgrund meiner Skoliose die Richtung einfacher für mich ist.
Laura: Ja, da stimme ich dir voll und ganz zu.
Laura: Also da hat die Wirbelsäule doch einiges mitzureden, würde ich sagen.
Laura: Und wie erlebst du das, wenn du Rollstuhlplätze buchst?
Laura: Findest du immer gut Plätze, die dann von der Entfernung passen und wo du auch den richtigen Winkel für deine Kopfdrehung hast?
Laura: Oder ist das eher schwierig?
Melanie: Ich finde, wir haben oft nicht so die Wahl.
Melanie: Also es ist selten, dass es zum Beispiel auf beiden Seiten Rollstuhlplätze gibt.
Melanie: Oft ist es nur auf einer Seite angelegt und dann müssen wir eben nehmen, was vorhanden ist.
Melanie: Wenn es aber die Wahl gibt, dann versuche ich auch bevorzugt, meine Seite zu buchen.
Laura: Hattest du da auch schon mal versucht, die Menschen an der Ticket-Hotline wo du die Tickets kaufst, zu fragen, in welche Richtung der Platz zeigt, beziehungsweise in welche Richtung da geschaut werden muss?
Laura: Konnten die dir da weiterhelfen?
Melanie: Ich gucke mir das in der Regel vorher auf der Theaterseite an.
Melanie: Also wenn es die Informationen dort gibt oder ein Saalplan im Buchungssystem, normalerweise sind da dann ja auch die Rollstuhlplätze eingezeichnet.
Laura: Ja, das stimmt.
Laura: An die Saalpläne denke ich oftmals gar nicht, weil es mir super schwer fällt, die zu lesen und zu verstehen.
Laura: Ich bin einfach überhaupt nicht gut in sowas.
Laura: Hast du da, oder fällt dir das leichter?
Melanie: Ja, ich kann mir das eigentlich ganz gut vorstellen, wie das dann ist.
Laura: Und wie sieht das bei dir aus?
Laura: Gehst du eigentlich gerne alleine oder mit anderen Menschen zusammen ins Theater Theater oder Musicals?
Melanie: Ich habe so eine feste Crew.
Melanie: Wir nennen uns oft das Musical Quartet.
Melanie: Ab und zu sind wir inzwischen auch das Musical Quintet.
Melanie: Dann sind wir, je nachdem, ob wir als Quartet oder Quintet unterwegs sind, zwei Rollstuhlfahrerinnen und zwei weitere Freundinnen oder drei Rollstuhlfahrer*innen und zwei Freundinnen.
Laura: Okay, das ist ganz schön viel.
Laura: Schafft ihr das denn mit den wenigen Rollstuhlplätzen, die es oftmals gibt und dann auch der Verfügbarkeit der Nachbarplätze auch regelmäßig zusammenzusitzen oder stellt das eher eine Herausforderung dar?
Melanie: Ein Teil von uns kann sich umsetzen.
Melanie: Das erleichtert die Buchungssituation auf jeden Fall.
Melanie: Aber gerade wenn wir zusätzlich zu unserer eingeschworenen Truppe noch weitere Leute mitnehmen wollen, ist es schwierig, dass die dann wiederum in der Nähe sitzen können.
Laura: Okay, ja, das ist natürlich schade.
Laura: Ich selbst gehe meistens nur mit mir selbst, beziehungsweise mit einer Assistenz, die halt dann im Dienst ist, ins Musical.
Laura: Weil mir so gemeinsame Planung generell oftmals anstrengend ist, wenn dann noch auf so viel geachtet werden muss, was andere brauchen.
Laura: Da kriege ich manchmal schon eine Überforderung in mir selbst.
Laura: Und ich bin ja, das hatten wir in der letzten Folge auch schon, schon allein damit überfordert, Tickets zu bestellen und prokrastiniere das bis zum Mond.
Laura: Wenn ich dann noch für andere irgendwie mitbestellen müsste oder da mit in der Planung noch mit anderen zusammen irgendwas machen müsste, ich glaube, dann gäbe es bei mir ein komplettes Knockout.
Melanie: Ja, deswegen geht das bei uns immer so ein bisschen reihum.
Melanie: Also wir überlegen zusammen, wann wir gerne irgendwo hingehen wollen, suchen ein bis zwei Alternativtermine raus und dann fragen wir um, wer gerade die Nerven hat, um die Buchung durchzuführen.
Laura: Okay, und ja, du hattest gesagt, zwei von den Menschen, die da dabei sind, sind nicht im Rollstuhl.
Laura: Wenn diese Menschen dran sind, fällt es denen leicht, dann gegebenenfalls auf der Webseite von dem Theater, wo ihr noch nicht wart, auch Infos zur Zugänglichkeit zu finden?
Laura: Oder müsst ihr da als diejenigen, die den Bedarf haben, viel noch zu- und nacharbeiten?
Laura: Beziehungsweise findet ihr überhaupt die Infos, die ihr braucht?
Melanie: Das machen wir tatsächlich auch oft gemeinsam oder eben wer gerade Zeit hat.
Melanie: Aber die Informationen sind von Haus zu Haus sehr unterschiedlich.
Melanie: Also es gibt Häuser, die beschreiben das sehr genau.
Melanie: Auch weitere Sachen, also nicht nur gibt es Rollstuhlplätze, sondern auch, keine Ahnung, wo man parken kann.
Melanie: Oder die Behindertentoilette.
Melanie: Und dann gibt es Häuser, die nur sagen, wir sind barrierefrei.
Melanie: Okay, danke.
Melanie: Was heißt das?
Laura: Ja, diese Aussage ist natürlich super pauschal, zumal wer mich kennt, weiß, dass es für mich keine hundertprozentige Barrierefreiheit gibt, da es ja so viele verschiedene Behinderungen mit so vielen unterschiedlichen Bedarfen gibt, die sich ja teils auch gegenseitig ausschließen.
Laura: dass die Aussage, wir sind barrierefrei, natürlich nicht sonderlich genau das trifft, was jetzt wirklich gegebenenfalls gesucht ist.
Laura: Also aus meiner Sicht macht es schon Sinn, durchaus zu beschreiben, was das Theater anbietet.
Laura: Also sowas wie stufenloser Zugang, supergroße behindertengerechte Toilette, wie zum Beispiel jetzt hier in Berlin im Admiralspalast.
Laura: Das ist fast ein Tanzsaal, dieses Klo.
Laura: Das ist wirklich krass.
Laura: Oder eben die Verbindungsmöglichkeit mit mobilen digitalen Systemen zur Generierung von Untertiteln oder Ähnlichem für Menschen, die gehörlos sind oder schlecht hören können.
Laura: Solche Infos wären als genaue Infos auf den Seiten super wichtig.
Laura: Je nach Haus gegebenenfalls sogar.
Laura: Infos zur Gestaltung der Fahrstühle.
Laura: Es gibt ja durchaus auch historische Häuser, wie jetzt das Theater des Westens hier in Berlin oder auch in Potsdam ist ein historisches Haus, eher kleiner.
Laura: Da ist es so, dass
Laura: Zum Beispiel, wenn überhaupt ein Aufzug da ist, dessen, ich sag mal, Größe oder Umfang von Rollstühlen, was der fassen kann, doch beschränkt ist.
Laura: Im Theater des Westens jetzt weniger.
Laura: Der Aufzug ist super schön gemacht und sehr, sehr groß.
Laura: Aber das Haus in Potsdam, ich weiß gerade gar nicht, ob das überhaupt einen Aufzug hat, aber da wollte ich mal hin zu Marie Antoinette.
Laura: Und im Endeffekt...
Laura: kam es dann nicht mal zu einem Ticketkauf, weil mir schon an der Hotline davon abgeraten wurde, das überhaupt auszuprobieren.
Laura: Das heißt, da ist auf jeden Fall irgendwas, was nicht geht und es steht aber so wirklich nirgends eigentlich, außer dass an der Hotline dann gegebenenfalls die Empfehlung nicht ausgesprochen wird, da hinzugehen.
Melanie: Ich habe mir in der Vorbereitung für diese Folge mal so ein paar...
Melanie: Seiten nochmal angesehen genauer und vom Musical Dome aus, der nicht sehr aussagekräftig beschreibt, außer dass es die Rollstuhlplätze gibt und ein kleines Bild davon hat, wo diese angelegt sind, bin ich dann beim Theater am Großmarkt gelandet, das ist in Hamburg.
Melanie: Da wird ab Herbst Moulin Rouge laufen und
Melanie: Und die wiederum verlinken für die Barrierefreiheitsinformationen auf die Kulturperlen Hamburg.
Melanie: Und dort ist alles super ausführlich aufgeschlüsselt in die verschiedenen Behinderungsbereiche.
Melanie: Und dann auch nochmal in sowas wie Zugang, Kasse, Veranstaltungsraum, Toilette.
Melanie: Also sehr, sehr, sehr vorbildlich und ausführlich.
Melanie: Das war richtig cool.
Laura: Oh, das ist ja super, gerade so eine Seite wie die Kulturperlen zu verlinken.
Laura: Das macht ja total Sinn, weil natürlich weiß das Theater oftmals vielleicht gar nicht, was ist überhaupt relevant.
Laura: Und gegebenenfalls arbeiten dann bei solchen Organisationen eben Menschen mit Behinderungen, die dann auch wissen
Laura: was könnten denn Bedarfe sein und worauf gilt es dann zu achten und was müsste da aufgeschrieben werden.
Laura: Das weiß ich jetzt natürlich von den Kulturperlen nicht auswendig, aber ich könnte mir durchaus vorstellen, wenn die Infos so gut sind, dass das in irgendeiner Art und Weise ein Konzept ist, wo Menschen mit Behinderung mitgearbeitet haben könnten.
Melanie: Ja, das könnte ich mir auch vorstellen.
Melanie: Zumal auch alles in, ich weiß nicht, ob es genau einfache Sprache ist, aber in leicht verständlicher Sprache auch niedergeschrieben ist.
Laura: Zumindest leicht verständliche Sprache ist ja schon mal was.
Laura: Einfache Sprache ist natürlich nochmal eine Nummer besser, aber im Vergleich dazu, dass es bei vielen Theatern und Musicalhäusern kaum bis keine Infos gibt, ist das ja schon mal ein großer Fortschritt, auch wenn es ein bisschen traurig ist, dass ich das auf diese Art und Weise formulieren muss.
Melanie: wahr.
Laura: Aber so generell fanden sich denn auf der Seite von den Kulturperlen dann bei diesem Theater auch Infos zu den Parkplätzen?
Laura: Also wo kann geparkt werden und wie hoch ist gegebenenfalls das Parkhaus?
Melanie: Das habe ich jetzt auf die Schnelle nicht gesehen, wobei doch, es gibt den Button Infrastruktur.
Melanie: mindestens ein hauseigener Behindertenparkplatz vorhanden, ja.
Melanie: Aber wo der ist später jetzt nicht konkret.
Laura: Okay, das ist doch schon mal aber gut.
Laura: Ich habe tatsächlich jetzt neulich erst hier in Berlin, da hatte ich mir drei Vorstellungen im Admiralspalast angesehen.
Laura: Das ist auch ein altes historisches Theater, so in der Nähe von der Friedrichstraße, vom S-Bahnhof.
Laura: Und da ist es tatsächlich so, dieses Haus ist so eingebaut, da kannst du nirgends parken.
Laura: Also die Straße, da ist berechtigterweise ein Parkverbot.
Laura: Drumherum gibt es mehrere Parkhäuser mit maximal Höhe von maximal 2 Meter, 2,10 Meter, irgendwas in die Richtung.
Laura: Wenn ich da mein Auto parke, habe ich am Ende ein Cabrio, weshalb ich ziemlich halblegal mir einen Taxiparkplatz hinterm Friedrichstraßenbahnhof nehmen musste, was
Laura: Naja, eher suboptimal ist.
Laura: Im Vergleich dazu, dass ich vor ein paar Jahren in Stuttgart war, in diesem großen Musical-Center nenne ich es jetzt mal, wo ganze Reisebusse einfach voller Menschen ankommen, die da problemlos parken, wenden, warten können.
Laura: die eine riesige Fläche haben, wo einfach alles passieren kann und das ohne, dass die in irgendeiner Art und Weise sich irgendwo quetschen müssten oder im Zweifel beschädigt werden würde, wenn man mit denen in ein zu kleines Parkhaus reinfahren würde.
Laura: Klar ist es so, dass die Parkhäuser alle für die heutigen Autos eigentlich zu klein sind.
Laura: Also gerade wenn so ein krasser SUV jetzt in so ein kleines altes Parkhaus reinfährt, das ist auch schon super krass eng.
Laura: Aber mit so einem behindertengerecht umgebauten Sprinter ist es halt nochmal eine ganz andere Nummer, wenn es keine Parkplätze gibt, die nicht in einer Tiefgarage oder in einem andersartigen Parkhaus sind.
Melanie: Ja, absolut.
Melanie: Also mit meinem jetzigen Auto komme ich in diese zwei Meter Parkhäuser rein, aber das vorherige war leider auch höher und damit habe ich auch ständig irgendwo Alternativen suchen müssen, auf die ich drauf passe, weil es einfach hoch, breit, lang, in alle Dimensionen ein riesiges Auto war und es war so schwierig bei den Theatern dann was Gescheites zu finden.
Laura: Ja, wobei ich glaube, dass das auch nochmal ein Unterschied ist, ob das jetzt Häuser sind, die in gewisser Weise auch historische Relevanz haben oder Häuser, die wirklich nur zum, ich sag mal, dauerhaften Theater, Musical spielen, irgendwo hingeschmissen wurden.
Laura: Also ich würde schon sagen, dass sich das verändert
Laura: wobei ich durchaus auch sagen muss, dass ich persönlich, selbst wenn es meistens keine Parkplätze gibt oder keine guten Parkplätze gibt in der Nähe, die historischen Häuser oftmals mehr mag, auch wenn vielleicht auch manchmal die Barrierefreiheit generell nicht so ideal ist, weil ich finde, es hat mehr Seele.
Laura: Also für mich muss nicht nur ein Stück oftmals gut sein, sondern die Atmosphäre drumherum, die Seele des Hauses,
Laura: Die muss mir auch gefallen.
Laura: Und das ist einfach was anderes, wenn ich in so einer riesigen Musical-Mall bin, sag ich mal, wie ich es aus Stuttgart in Erinnerung habe, oder wenn ich in so ein kleines Theater des Westens gehe, das so krassen historischen Aufzug hat, dass ich glaube, ich lande irgendwie in einem anderen Jahrhundert.
Laura: Das macht schon was aus.
Melanie: Ja, total.
Melanie: Ich war damals für »Tanz der Vampire« das erste Mal im Theater des Westens.
Melanie: Und das ist auch einfach ein Stück, was so gut dahin passt, weil es eben auch so, ja, diese ganze Atmosphäre nochmal zusätzlich transportiert und man sich direkt so in die Zeit versetzt fühlt.
Melanie: Und im Haus selber das Gefühl hat, wenn hier jetzt gleich so ein Graf Krolok um die Ecke kommt,
Melanie: Das würde mich nicht wundern.
Laura: Ja, da hast du recht.
Laura: Wenn ich mich nicht richtig erinnere, war dieses Stück ja auch lange in Stuttgart, in dem großen Center.
Laura: Und da sehe ich dieses Stück auch überhaupt nicht.
Laura: Also ich habe dort andere Musicals gesehen, wie Mary Poppins und Tarzan.
Laura: Und klar, es ist total krass, was die auch für Technik haben, dass die an der Decke fliegen können und so weiter.
Laura: Das weiß ich gar nicht, ob das im Theater des Westens überhaupt geht, aber ich weiß nicht, ob das wirklich alles ausmacht.
Laura: Und gerade so ein Stück wie Tanz der Vampire oder das Phantom der Oper würde ich auch im Theater des Westens irgendwie sehen.
Laura: Das könnte da auch echt gut reinpassen von der Atmosphäre.
Laura: gerade das macht total Sinn, da einfach die richtigen Häuser für auch auszuwählen, um das Gesamtfeeling zu haben.
Melanie: Ja, auf jeden Fall.
Laura: Dafür gehe ich persönlich durchaus auch im Zweifel in Sachen Barrierefreiheit mal ein paar Abstriche ein.
Laura: Sicherlich nicht in so einem Umfang, dass ich mit chronischer Selbstüberschätzung Dinge tun würde, die ich vielleicht im Nachgang bereuen würde.
Laura: So was wie, ach ja, hier gibt es halt zehn Stufen und dann laufe ich zum Platz.
Laura: In der Theorie würde das sicherlich sogar gehen.
Laura: Praktisch wäre das eine der schlechtesten Ideen, die ich haben könnte, weil ich dann im Endeffekt wahrscheinlich vom Stück nichts mehr mitkriegen würde.
Laura: Aber
Laura: Je nach Produktion wäre das durchaus auch in meiner Natur so eine krasse Aktion durchzuziehen.
Laura: Ich würde aber durchaus auch mich freuen, wenn ich darauf verzichten könnte und wenn vielleicht auch zukünftig ich mehr wissen würde, was erwartet mich.
Laura: bei einer Musical-Location, sprich, wenn Theater und Musicals tatsächlich sehr, sehr gut auf ihre Seite schreiben, wie die Zugänglichkeit ist oder eben solche Seiten verlinken, wie was du gefunden hast in Hamburg.
Laura: Ich denke, das wäre sehr, sehr viel
Laura: wert, zumal je nachdem, wo ich bin, ja nicht nur dazu gehört, die Karten zu kaufen, sondern erstmal noch zu recherchieren, komme ich da überhaupt rein und da kommt dann ja noch eine zusätzliche Aufgabe dazu und da bin ich dann schon wieder raus.
Laura: Das ist auch so ein Punkt, der mich aktuell ein bisschen davon abhält, auf meiner Rückreise von Österreich einen Zwischenstopp in Wien zu machen, weil ich da eigentlich ein Musical sehen will, aber ich habe schon wieder keine Lust zu recherchieren, ob ich da überhaupt reinkomme.
Laura: Das muss ich mal gucken, ob ich das dann durchziehe oder lieber nicht.
Laura: Beziehungsweise ob meine Prokrastination so lange dauert, dass eh alle Plätze voll sind.
Laura: Und wie ist es bei dir?
Laura: Was planst du gegebenenfalls als nächstes Musical?
Laura: Beziehungsweise was erwartest du dann dort auch in Sachen Barrierefreiheit?
Melanie: Als nächstes geplant, oder die Buchung ist geplant, die Tickets werden ab dem 30.06. freigeschaltet, ist Rebecca im Opernhaus Dortmund.
Melanie: Da war ich allerdings schon einige Male.
Melanie: Es sind sehr gute Rollstuhlplätze, die sind relativ mittig, ein bisschen erhöht.
Melanie: Also es sind schon, ich weiß nicht wie viele Reihen genau, aber 16, 20 Reihen vor einem.
Melanie: Aber man ist eben komplett darüber und sitzt nicht bei irgendwem,
Melanie: im Nacken und es ist sehr viel Platz, soweit ich mich erinnere.
Melanie: Also da freue ich mich schon drauf, weil das sehr gute Plätze sind.
Laura: Oh Dortmund das klingt interessant, da war ich tatsächlich noch nie.
Laura: Ich weiß auch nicht, ob ich da irgendwann mal in der Nähe wäre.
Laura: Aber vielleicht passiert das ja mal.
Laura: sehen.
Melanie: Ist ein sehr, sehr tolles Stück.
Melanie: Ich mag das sehr gerne.
Laura: Das ist schön zu hören.
Laura: Dann würde ich fast sagen, sind wir vielleicht schon auch am Ende für heute.
Laura: Oder fällt dir in Sachen Barrierefreiheit noch ein wichtiger Aspekt ein, den wir jetzt dringend irgendwie noch besprechen müssen?
Melanie: Nein, ich denke, wir haben soweit einen guten Überblick geschafft.
Melanie: Und eigentlich fand ich auch dein Statement von eben schon einen sehr guten Abschluss, dass es schön wäre, wenn wir einfach bessere Informationen auf den Webseiten finden können und auch einfacher finden können, damit wir eben nicht immer vor dieser Barriere stehen, klappt das überhaupt, sondern einfach mit ein, zwei Klicks
Melanie: wissen können, wie ist das Haus gebaut, worauf muss ich mich einstellen und wie wird mein Abend wohl verlaufen, was die ganze Logistik angeht.
Laura: Ja, auf jeden Fall.
Laura: Und es ist ja tatsächlich auch so, dass ich oftmals das Gefühl habe, dass die Informationen deshalb nicht da sind, weil da so eine Art Angst vor dem weißen Papier besteht.
Laura: Und diese Angst vor dem weißen Papier rührt oftmals daher, dass Menschen, die das schreiben sollen, vielleicht gar nicht wissen, was gebraucht wird.
Laura: Und das wäre, denke ich, ein einfaches, dann einfach...
Laura: eine Person mit Behinderung vielleicht aus der Region zu finden oder eine Beratungsstelle oder andere Menschen, die sich da vielleicht in der Öffentlichkeit hervortun, die mal einzuladen und das einfach mal checken zu lassen.
Laura: Jemand, der halt einfach vielleicht aktivistisch unterwegs ist oder mit dem Thema arbeitet, idealerweise als Peer, also als betroffene Person selbst, also Person, die mit einer Behinderung lebt,
Laura: Denn nur dann sind die Infos auch wirklich authentisch, beziehungsweise gibt es auch wirklich die Möglichkeit, da klar zu wissen, worauf muss geachtet werden, was schreibe ich auf, wie schreibe ich das auf und vielleicht auch in welcher Sortierung.
Laura: Dann würde ich sagen, verabschieden wir uns für heute.
Laura: Wenn euch diese Folge gefallen hat, gebt uns ein Like und freut euch auf die nächste Folge.
Laura: Die kommt schon ganz bald.
Laura: Bis dann.
Melanie: Tschüss!

