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Vom Sportplatz in den Gemeinderat und Inklusion im Sport

Bewegt was! Jugend, Sport und Demokratie

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Speaker: Für mich, was ich gelernt habe, auf jeden Fall, dass wenn man eine gute Idee hat, dass da auf jeden Fall auch von der Politik aus gerne die Bereitschaft besteht, sowas zu unterstützen.

Speaker: Vom Sportplatz in die Kommunalpolitik oder sogar in den Gemeinderat?

Speaker: Das hat der junge Balinger Yannick Adler geschafft.

Speaker: Um Yannicks Weg in die Politik soll es heute gehen.

Speaker: Und um Yannicks Projekt, die inklusive Ballschule.

Speaker: Damit herzlich willkommen zu einer neuen Folge Bewegt was, dem Podcast über Sport und Demokratie.

Speaker: von Frido Luhn-Koch und Max Seidel.

Speaker: Es ist ein schöner Apriltag in Balingen am Kaiserstuhl.

Speaker: Der Fußballplatz liegt am Fuße des Mittelgebirges.

Speaker: In der Ferne sehen wir Freiburg und die Anfänge des Schwarzwaldes.

Speaker: Yannick Adler steht am Spielfeldrand von einer der Fußballplätze des Balinger SC.

Speaker: Gerade spielt die dritte Mannschaft.

Speaker: Bei manchen Spielen spielt er selbst mit.

Speaker: Heute ist er nur zum Jubeln da.

Speaker: Yannick steht in der Gruppe seiner Freunde.

Speaker: Man merkt ihm an, hier fühlt er sich wohl.

Speaker: Noch ein Tor, jetzt ist das Spiel vorbei.

Speaker: Verloren.

Speaker: Dafür hat Yannick jetzt Zeit für uns.

Speaker: Wir suchen uns an Plätzchen etwas außerhalb, während die dritte Mannschaft ihre Niederlage verarbeitet.

Speaker: Wir, das ist neben Yannick, auch noch die Cheftrainerin der inklusiven Ballschule, Mara Keller.

Speaker: Yannick und ich sitzen auf Plastikstühlen, Mara im Rollstuhl.

Speaker: Neben ihr hechtet ihr Assistenzhund friedlich in der Sonne.

Speaker: Mit Mara sprechen wir später noch.

Speaker: Doch jetzt stellt sich Janik erstmal vor.

Speaker: Wer ich bin, also Janik Adler.

Speaker: Ich bin hier geboren und aufgewachsen in Balinge.

Speaker: Bin eigentlich schon seit ich laufen kann irgendwie mit dem Verein verbunden.

Speaker: Mein Opa war hier.

Speaker: Lange Jahre tätig im Verein, hat selber gespielt.

Speaker: Mein Vater genauso auch als Spieler hier beim Balinger SC.

Speaker: Dann als Jugendleiter später hier beim Balinger SC tätig gewesen.

Speaker: Und so bin ich halt mehr oder weniger in den Balinger SC reingewachsen.

Speaker: Gernicks eigene Fußballkarriere ist nicht so erfolgreich, wie er sich das wünscht.

Speaker: Dem Verein will er trotzdem was zurückgeben und macht eine Trainerausbildung.

Speaker: Mit 16 dreht er die G-Jugend.

Speaker: Nach der Schule nimmt er die Leitung beim Balinger SC in die Hand.

Speaker: 2020 habe ich das Studium angefangen.

Speaker: Ich habe Sportmanagement studiert, dual an der ISPA in Freiburg und hier beim Balinger SC als Praxisbetrieb und habe dann zwei Jahre danach als Geschäftsführer hier beim Balinger SC gearbeitet und habe dann wieder an die ISPA gewechselt, nicht mehr als Student, sondern jetzt als Dozent und mache die Prüfungsverwaltung dort.

Speaker: Und ja, so ist meine Verbindung zum Balinger SC.

Speaker: Beim Erzählen lächelt Yannick.

Speaker: Hinter ihm hat gerade ein Kind ein Tor geschossen und jubelt.

Speaker: Seit seiner Geburt ist er beim Balinger SC dabei, schon mit seinem Großvater.

Speaker: Dort hat er seine Begeisterung für die Kommunalpolitik entdeckt, aber nicht ganz allein.

Speaker: So richtig angefangen hat Yannicks Engagement in der Realschule, als Schülersprecher.

Speaker: Darüber war er beim Jugendlandtag und hat die Landespolitik in Baden-Württemberg kennengelernt.

Speaker: Schon 2019 hat er überlegt, für den Gemeinderat zu kandidieren.

Speaker: Doch im Abistress war ihm das einfach zu viel.

Speaker: Die Vereine sind nicht Janik's einziger Grund für sein Engagement.

Speaker: Doch, er sagt, der Schritt vom Sportplatz ins Rathaus und in die Kommunalpolitik ist gar nicht so groß.

Speaker: Ich durfte bei den Vereinen auch ganz, ganz viel lernen, was das Thema betrifft.

Speaker: Wie bringe ich mich ein?

Speaker: Wie vertrete ich vielleicht auch meine Meinung?

Speaker: bringe ich Ideen mit ein, wie kann ich mich in einem demokratischen System, das ja ein Verein im Endeffekt ist, auch Stimme verschaffen, wie kann ich meine Idee einbringen, wie kann ich den Verein mitentwickeln.

Speaker: Für mich ist das Vereinsleben ganz, ganz wertvoll.

Speaker: Im Endeffekt ist das, finde ich, auch einmal der Kitt der Gesellschaft, weil

Speaker: Da trifft sich das Dorf in diese Vereine.

Speaker: Und im Endeffekt wird da auch das soziale Zusammensein gestärkt.

Speaker: Da gibt es Diskussionen, aber am Ende versteht man sich doch überall wieder.

Speaker: Und im Endeffekt auch hier in Balinge, das Dorfleben lebt von den Vereinen.

Speaker: Das beste Beispiel ist das Voselipsfest, also unser Weinfest.

Speaker: Das gäbe es nicht, wenn jeder Verein ihren Hof machen würde und die ganze Geschichte bewirtschaftet würde.

Speaker: Das würde fehlen.

Speaker: Und dann würde eigentlich in unserem Ortsbrunnen, die Vereine, ganz, ganz viel fehlen.

Speaker: Doch nicht alle können am Vereinsleben teilhaben.

Speaker: Das will Janik ändern und geht letzten Endes doch irgendwie zur Politik.

Speaker: Zumindest als Antragsteller für die inklusive Ballschule.

Speaker: Doch dazu später mehr.

Speaker: Vor zwei Jahren entscheidet sich Janik dann doch für die richtige Politik.

Speaker: 2024 kandidiert Janik für den Gemeinderat.

Speaker: Und er wird gewählt.

Speaker: In eine echt schwierige Lage.

Speaker: Denn heute muss er selbst über die Zukunft der Vereine entscheiden.

Speaker: Die Gemeinde Balingen am Kaiserstuhl ist fast pleite, wie viele Gemeinden in Bavül gerade.

Speaker: Ja, das ist bei uns auch gerade heißes Thema.

Speaker: Ich bin ja Gemeinderat auch bei uns.

Speaker: Es wird auch heiß diskutiert, in welcher Form wir den Sport weiter fördern, beziehungsweise generell die Vereine weiter fördern.

Speaker: Weil die Haushaltslage natürlich, wie in vielen Kommunen, ist sehr bekannt.

Speaker: Und wir haben jetzt auch ein Haushaltskonsolidierungskonzept aufstellen müssen.

Speaker: Da geht es natürlich immer an diese Freiwilligkeitsleistungen.

Speaker: Die Sportförderung ist generell eine Freiwilligkeitsleistung.

Speaker: Das ist das erste, wo du dann als Kommune sparen solltest.

Speaker: Aber auf der anderen Seite, wie jetzt gerade bei uns in der Kommune, Balinge, sind die Vereine das, was den Ort auch noch ausmacht.

Speaker: Deswegen fällt es uns sehr, sehr schwer.

Speaker: Es gibt auch nicht wirklich eine starke Lösung dafür, wie man das zukünftig weiter fördern kann.

Speaker: Also beschäftigt uns tatsächlich gerade enorm im Gemeinderat.

Speaker: Manche der Träume für seinen Verein und die Kommune muss ja nicht ganz aufgeben.

Speaker: Klar, wir hatten auch große Ziele mit dem neuen Stadion und der Weiterentwicklung der Inklusion hier als Inklusionsstandort.

Speaker: Ja, das kam leider nicht so.

Speaker: Wir werden das neue Stadion nicht bauen.

Speaker: Wir werden jetzt hier investieren als Verein.

Speaker: Es wird uns nicht einfacher fallen.

Speaker: Aber da sieht man dann halt auch wieder, dass die Demokratie, das war ein Bürgerentscheid.

Speaker: Das neue Stadion wurde im Bürgerentscheid abgelähmt.

Speaker: Das ist auch Demokratie, die gehört auch mit dazu.

Speaker: Und wir als Verein müssen damit umgehen.

Speaker: Ohne Vereine, sagt Janik, geht in Balingen nichts.

Speaker: Er findet, da braucht es mehr Unterstützung.

Speaker: Denn dort lernen junge und alte Menschen über Demokratie.

Speaker: Und da würde ich mir schon wünschen, um dann auch nochmal den Boge zum Gemeinderat zu kommen.

Speaker: zu ziehen, dass wir da von politischer Seite einfach auch noch mal ein bisschen mehr

Speaker: Unterstützung bekomme, dass wir gerade halt auch diese Freiwilligkeitsleistungen als Kommune weiter tätigen können, auch in Zeiten, wo es uns finanziell vielleicht nicht ganz so gut geht, weil wir eben diese Vereine unterstützen wollen im Ort und da halt diese demokratischen Abläufe ja auch erlernt werden sollen.

Speaker: Also jeder, der mal bei einer Mitgliederversammlung war, weiß, was es heißt.

Speaker: Und was ist Höchstorger?

Speaker: Ein Verein ist halt diese Mitgliederversammlung.

Speaker: Und da lernen es die Leute und da können sie es auch hautnah miterleben.

Speaker: Und es betrifft sie auch gleich, wenn sie die falsche Entscheidung treffen.

Speaker: Also, ja, ich finde Sportverein ganz klar ein demokratisches System und hat ganz, ganz, ganz, ganz viel mit Demokratie zu tun.

Speaker: Trotz des wenigen Geldes in der Balinger Gemeinde hat Janik sein Hauptprojekt umgesetzt, die inklusive Ballschule.

Speaker: Dort hat er den Weg in die Politik so richtig gefunden und sie hat ihn in ganz Bad Württemberg bekannt gemacht.

Speaker: Aber was ist das eigentlich, die inklusive Ballschule?

Speaker: Janik erklärt uns jetzt erstmal das Konzept.

Speaker: Klar, also im Endeffekt haben wir das Konzept der normalen Ballschule inklusiv gemacht.

Speaker: Wir haben ein Bot-Angebot, um eben diese koordinativen motorischen Fähigkeiten zu erlernen, wo der Spaß im Vordergrund steht.

Speaker: Und unser Ansatz, wir wollen es inklusiv bekommen.

Speaker: Das heißt, wir wollen mehrere Trainer, die in der Ballschule vor Ort sind, wo wir einfach auch diesen Betreuungsbedarf abdecken können.

Speaker: Wir wollen die Kinder einfach auch gerade in diesem Zeitraum

Speaker: wo ja oft dann von der Grundschule oder beziehungsweise vom Kindergarten in die Grundschule, wo dann die Kinder unterschiedliche Wege gehen.

Speaker: Die einen gehen ins Sonderpädagogische Bildungsberatungszentrum, die anderen bleiben auf der Grundschule im Ort, wo sich einfach diese Wege trennen, einfach einen Raum schaffen, wo die Kinder gemeinsam immer noch Sport treiben können, wo sie sich begegnen.

Speaker: wo einfach der Kontakt auch nicht abreißt.

Speaker: Und das war das Ziel.

Speaker: Unsere Aufgabe war zum einen, die Trainer zu finden und einen inklusiven Rahmen zu schaffen, dass das auch funktioniert.

Speaker: Die Baldschule aber inklusiv.

Speaker: Das Projekt gibt es seit 2021.

Speaker: So richtig entstanden ist es aber aus Zufall.

Speaker: Die inklusive Ballschule, ja, das war ja eben zum angesprochenen 90-jährigen Jubiläum.

Speaker: Wurde quasi Kurzclips gedreht aus jedem Bereich vom Verein, wo man einfach mal darstellen wollte, was der Verein denn so alles bietet und was es so alles gibt.

Speaker: Und unter anderem wurde auch ein Video gedreht über die inklusive Ballschule.

Speaker: Wir hatten immer Sponsoren quasi für diese Videos.

Speaker: Damals war das die Ballschule, die dann quasi auch in einem Video zusammengefasst wurde als Angebot, was der Verein bietet.

Speaker: Die Ballschule gibt es auch immer noch als exklusives Angebot.

Speaker: Die Ballschule ist mehr oder weniger so diese Vorstufe, bevor man überhaupt anfängt Fußball zu spielen.

Speaker: Also Fußball fängt da bei uns ab 5 an, Ballschule ab 4.

Speaker: Und da geht es eher so darum, diese motorische Fähigkeiten, koordinative Fähigkeiten einfach zu trainieren.

Speaker: Da war ich eben auch...

Speaker: drei oder vier Jahre als Trainer tätig und die zwei Sponsoren, die damals da das Video unterstützt haben, da saß ein Kind von dem Sponsor im Rollstuhl und den kannte ich noch aus meiner Trainerzeit aus der G-Jugend.

Speaker: Den habe ich damals trainiert.

Speaker: Der saß zu diesem Zeitpunkt im Vollstuhl und war auch mit dabei an dem Tag.

Speaker: Und die Jungs kannten den halt aus dem Training und haben den da in dieser Stunde, wo das Kamerateam dabei war, halt voll mitgenommen.

Speaker: Haben den da eingebunden, ohne dass überhaupt irgendjemand was gesagt hat.

Speaker: Das Video wird veröffentlicht und viele Eltern sind begeistert.

Speaker: Sie fragen, ob ihr Kind auch mittrainieren kann, ihr Kind mit Behinderung.

Speaker: Janik sagt ja, probiert ein paar Stunden aus.

Speaker: Und heutzutage würde ich jetzt auch über Haftungsdinge nachdenken, was passiert.

Speaker: Aber damals habe ich über solche Dinge gar nicht nachgedacht und hat es halt einfach gemacht.

Speaker: Und dann waren es ein oder zwei Einheiten, wo er da war und dann hat sich das tatsächlich wieder erledigt gehabt.

Speaker: Dann kam der nicht mehr, also war halt für mich nicht möglich.

Speaker: Wir konnten das in dem Rahmen nicht umsetzen.

Speaker: Drei Stunden Ballschule mit einem Kind im Rollstuhl.

Speaker: Da merkt Janik, alleine schafft er es nicht.

Speaker: Er braucht mehr.

Speaker: Und das war dann der Zeitpunkt, wo ich die Idee eigentlich für diese inklusive Ballschule entwickelt habe 2019 und wo ich das auch im Udo zum ersten Mal erzählt habe, dass ich da die Idee habe, dass es doch möglich sein müsste,

Speaker: Solche Kinder mit Behinderung einfach auch mitmachen können bei uns in der Ballschule.

Speaker: Auf dem Jugendlandtag wird Janik auf eine Projektförderung aufmerksam.

Speaker: Gemeinsam schaffen.

Speaker: Das Land Baden-Württemberg will damit Menschen zusammenbringen, die sonst nicht einfach so zusammenkommen.

Speaker: Und vergibt dafür 30.000 Euro.

Speaker: Mit dem Bahninger SC bewirbt sich Janik für die Förderung.

Speaker: Und sie schaffen es tatsächlich.

Speaker: Die inklusive Ballschule wird gefördert.

Speaker: Lennig erklärt mir, wie viel Organisation eigentlich hinter dem Projekt noch steckt.

Speaker: Es braucht mehrere Trainer pro Stunde, die Haftung ist extrem komplex und der Umgang mit der Gruppe muss gelernt werden.

Speaker: Das braucht Geld und Know-how.

Speaker: Über die Förderung haben sie von beiden ein bisschen, aber sie müssen noch echt viel machen.

Speaker: Anfang 2020 soll es dann losgehen.

Speaker: Doch die Pandemie kommt und macht den Start erst mal unmöglich.

Speaker: Ein Jahr später schaffen sie es dann doch.

Speaker: Die inklusive Ballschule hat ihr Kick-Off-Event und es geht los.

Speaker: Zumindest online.

Speaker: Aber gar nicht so weit später dann richtig.

Speaker: Das Projekt gibt es jetzt seit fünf Jahren.

Speaker: Jannik hat inzwischen die Verantwortung weitergegeben.

Speaker: Auch an Mara Keller, die selbst seit fast am Anfang dabei ist.

Speaker: Mara kann uns erzählen, was das Projekt so besonders macht.

Speaker: Doch erst will sie sich selbst vorstellen.

Speaker: Mara?

Speaker: Ich, kurz zur Info, ich sitze selber im Rollstuhl und ich bin da mehr oder weniger wirklich reingestolpert in die Inklusive.

Speaker: Da kam jemand, wo Rollstuhlbasketball vorgestellt hat, was mich selber auch interessiert hat in dem Moment und dann halt die Inklusive auch noch.

Speaker: Hat mich einfach so interessiert, fand ich, musste ich mir mal angucken.

Speaker: Und da fand ich es auch echt klasse, wie das gemacht wird, wie die Kinder ihren Spaß da dran hatten.

Speaker: Die fanden das mal richtig cool, auch in so einem Rollstuhl rumzufahren.

Speaker: Und irgendwie bin ich da einfach reingegangen.

Speaker: Weil ich das ganze Prinzip eigentlich echt cool fand, weil ich damals selber noch frisch im Rollstuhl war und selber noch extrem sensibel drauf war, weil ich kannte das Leben ohne Behinderung, ich kannte das Leben mit Behinderung.

Speaker: Und da fand ich das einfach passend, dass irgendwie beides zusammen machen und da auch irgendwie ein Teil davon zu sein, dass das funktioniert, weil man beides kennt und somit auch einfach nochmal ein bisschen einen anderen Blickwinkel drauf hat, wie das überhaupt funktionieren könnte.

Speaker: Mara trainiert jetzt seit vier Jahren in der inklusiven Ballschule.

Speaker: Inzwischen auch alle Gruppen.

Speaker: Die Inklusive, wie Mara sie nennt, macht was, was sie in der Gesellschaft vermisst.

Speaker: Viele meinen es gut.

Speaker: Gut gemeint ist aber nicht gut gemacht.

Speaker: Ich bin schon öfters in meinem Rollstuhl hingeflogen, weil mir Leute ungefragt geholfen haben und halt keinen Plan hatten von der Materie.

Speaker: wie sie mit dem Rollstuhl umgehen sollen oder sonst was.

Speaker: Und dann lagen wir ganz oft beide auf dem Boden.

Speaker: Das hat halt so überhaupt nichts gebracht.

Speaker: Und das Verständnis fehlt mir bis heute.

Speaker: Die inklusive Ballschule macht genau das.

Speaker: Das hat Maha ganz besonders in der ersten Stunde von der inklusiven Ballschule gelernt.

Speaker: Die haben Löcher in den Bauch gefragt, vom Feinsten, die wollten alles genau wissen, wo ich so gemeint habe, ja, lieber fangen wir das von klein auf, dass die da keine Scham haben oder nicht wissen, wie sie mit umgehen sollen, wie das im Alter dann nicht wissen, was mache ich, wie verhalte ich mich jetzt.

Speaker: Und das fand ich einfach richtig toll.

Speaker: Die Ballschule hat Mara dazu gebracht, Neues auszuprobieren.

Speaker: Heute leitet sie alle Gruppen.

Speaker: Nicht nur bei sich selbst hat sich die Veränderung gezeigt.

Speaker: Auch die Kids untereinander lernen einfach krass viel über Teilhabe.

Speaker: Das ist für Mara extrem wertvoll.

Speaker: Und das mitzukriegen, wie sich das von Mal zu Mal verändert, einfach nur, weil sie es kennen, weil es nicht mehr neu ist, sondern eine Selbstverständlichkeit geworden ist, dass sie einfach dabei sind.

Speaker: dass es keiner unserer normalen Kinder ohne Handicap interessiert hat, dass sie ein Handicap hatten.

Speaker: Da wurde mitgeholfen, da wurde geguckt, wie man ihnen helfen kann.

Speaker: Es wurde irgendwann einfach selbstverständlich.

Speaker: Und das mitzuerleben, dass da einfach eine Selbstverständlichkeit draus wurde, ist so schön, das kann ich gar nicht beschreiben.

Speaker: Das ist einfach klasse, das musst du miterleben, um es richtig zu verstehen.

Speaker: Mara schaut fröhlich, wenn sie von der Baldschule erzählt.

Speaker: Man sieht ihr an, dass sie dort gute Erinnerungen gemacht hat.

Speaker: Sie streichelt beim Gespräch ihren Assistenzhund, der neben ihrem Gras liegt.

Speaker: Der Hund hilft dem Alltag, sagt sie.

Speaker: Sogar beim Wäschewaschen hilft er ihr.

Speaker: Auch Janik hat echt tolle Erfahrungen mit den Kids gemacht.

Speaker: Und wenn wir dann mal bei Inklusionsturnieren im Südbadischen Netz mitgespielt haben, auch wenn unsere immer die Kleinsten waren, weil wir ja bis 12 quasi haben und die Inklusionsliga beginnt so ab 12 bis 18, aber wir haben da ein paar Mal mitgemacht und wenn die dann ein Tor geschossen haben, hast du ja fast nicht mal gewendet können.

Speaker: Das war für die das Highlight halt.

Speaker: Und dann habe ich drei Wochen später halt noch davon erzählt, dass ich jetzt ein Tor geschossen habe.

Speaker: Und Janik selbst hat von der Ballschule auch krass profitiert.

Speaker: Letztes Jahr wurde ihm die größte Ehre zuteil, die es in Baden-Württemberg wohl gibt.

Speaker: Ministerpräsident Kretschmann besuchte den Balinger SC und schaute sich die Inklusive an.

Speaker: Heute wünscht sich Janik vor allem eins, dass mehr junge Menschen sich im Verein engagieren.

Speaker: Und ich hoffe, dass die nächste Generation das auch so ein bisschen erkenne, weil

Speaker: Was man ja überall so ein bisschen einfach miterlebt, ist, dass dieses Interesse, sich in einem Verein zu engagieren, immer mehr abnimmt.

Speaker: Und das, finde ich, fehlt halt vielen Jugendlichen dann auch, weil sie da ganz, ganz viel Zeit verpassen, wo sie sich auch extrem weiterentwickeln und wo sie ihren Charakter einfach auch und ihre Erfahrungen auch gerade fürs berufliche Leben entwickeln können.

Speaker: Also wenn ich zum Teil die Bewerber bei uns im Studium sehe, denke ich ab und zu,

Speaker: Engagement im Verein hätte vielleicht mal gut getan.

Speaker: Egal wer sich hier im Verein einbringt, hat sich immer positiv entwickelt.

Speaker: Und das ist nicht nur der Fußballverein hier.

Speaker: Wir haben ja auch ganz, ganz viele andere Vereine.

Speaker: Bei uns in der Landjugend, da sind ja im Endeffekt nur 16 aufwärts Jungs und Mädels, die sich da einbringen.

Speaker: Und dann hast du halt einen Vorstand mit

Speaker: mit 23, 24, der sagt, hey, ich übernehme diese Verantwortung und das ist dann wenig, wie man wüsste in einem Verein und stelle mich da vorne hin.

Speaker: Und jetzt im Männerxangsverein, der ist so alt wie ich, der ist jetzt auch Vorstand dort, einfach diese Verantwortung anzunehmen, etwas auch für die Gesellschaft zu tun.

Speaker: Ich finde es egal, wer sich da einbringt,

Speaker: Die Sonne geht langsam hinter dem Kaiserstuhl unter.

Speaker: Es wird kühler.

Speaker: Ein paar Kinder kicken ihren letzten Ball ins Tor, dann packen sie ein und gehen.

Speaker: Sport und Demokratie, das gehören zusammen, sagt Yannick zum Abschluss.

Speaker: Mara nickt und streichelt ihren Hund.

Speaker: Mara und Yannick haben in ihrem Verein etwas mitgestaltet, etwas bewegt.

Speaker: Und Yannick ist wirklich vom Sportverein ins Rathaus.

Speaker: In der ganzen Geschichte von der inklusiven Ballschule und Janik finde ich, kann man gut sehen, was Sport ist.

Speaker: Sport ist zusammenkommen, gemeinsam Spaß haben und Teilhabe.

Speaker: Aber Sport ist auch mitmachen und den Verein mitgestalten.

Speaker: Genau das hat Janik geschafft.

Speaker: Vielleicht können wir aus Janiks Engagement selbst was mitnehmen.

Speaker: Vielen Dank, dass ich euch mitnehmen durfte auf die Reise und euch alles zeigen durfte.

Speaker: Ich danke auch Janik und Mara und allen anderen.

Speaker: Vielen Dank fürs Zuhören und zum nächsten Mal zu einer weiteren Folge Bewegt was!

Speaker: Das Ganze ist ein Podcast im Rahmen des Projekts Vom Sportplatz ins Rathaus, Jugend bewegt Demokratie.

Speaker: Und unser Podcast ist nicht das Einzige, was dieses Projekt macht, sondern es gibt auch viele tolle andere Angebote, zum Beispiel Workshops, Fortbildungen und Veranstaltungen.

Speaker: Da findet ihr im Internet mehr Informationen.

Speaker: Und das Ganze ist ein Projekt der Baden-Württembergischen Sportjugend gemeinsam mit dem Württembergischen Landessportbund und dem Institut für angewandte Sozialwissenschaften.

Speaker: Und das Ganze wird gefördert durch das Ministerium für Soziales, Gesundheit und Integration aus Mitteln des Masterplans Jugend.

Speaker: Vielen Dank und bis bald!

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