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#36 Pferden zuhören – was sie uns zeigen, bevor sie sprechen

Heu hoch zwei
Heu hoch zwei

56 plays · Jul 27, 2026

Pferde kommunizieren ständig, mit ihrem Körper, ihrem Verhalten, ihrer Energie. In dieser Folge geht es darum, wie wir lernen, ihnen wirklich zuzuhören. Wir sprechen darüber, welche kleinen Signale im Alltag oft übersehen werden, wie Stress, Wohlbefinden und Beziehung sich im Verhalten widerspiegeln und warum Zuhören der wichtigste Schritt zu einem sicheren, vertrauensvollen Miteinander ist. Eine Folge für alle, die ihr Pferd nicht nur „managen“, sondern verstehen wollen, ganz feinfühlig, wissenschaftlich fundiert und alltagsnah. Schaut gerne bei uns vorbei: Heu Hoch zwei Instagram [https://www.instagram.com/heuhochzwei/] 🦄 Joelle: Instagram [https://www.instagram.com/healthyhorsie/] 💚  Website [https://www.healthyhorsie.com/] 🌐 Debby: Instagram [https://www.instagram.com/derzwergundgalando/] 🦄

Transcript

Speaker: Heuhoch 2, dein Podcast für fundierte Pferdefütterung und smarte Stallfinanzen.

Speaker: Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge und Joel, ich habe heute früh von dir ein WhatsApp bekommen mit ein paar Bildern und Videos, die du mir geschickt hast und du hast dich so gefreut und ich dachte, du magst vielleicht unseren Zuhörern erzählen, was dich so gefreut hat, weil es passt zum heutigen Thema.

Speaker: Genau, ich war heute ganz früh beim Pferdchen, weil etwas unschön, ich musste Kotprobe sammeln und musste das zum Labor bringen.

Speaker: Das muss am Morgen gemacht werden, weil ich nacharbeiten muss, wie alle normalen Menschen.

Speaker: Aber ja, als ich dann in den Stall gekommen bin, habe ich mein Pferd, muss ich vielleicht schon kein Disclaimer reinsetzen,

Speaker: Er heißt ja Markus.

Speaker: Ich habe ihn mittlerweile als Stallnamen umbenannt zu Moon, deshalb seid nicht allzu verwirrt, aber ich werde jetzt immer Moon sagen in dieser Folge und allen kommenden Folgen.

Speaker: Also ich war bei Moon am Stall und ich habe ihn das aller, aller, allererste Mal, seit er bei mir ist, gesehen, dass er im Liegen schläft.

Speaker: Sie sind ja 24-7 auf der Weide und es gab ein bisschen auch Probleme, nicht Probleme, aber er hat eine schwierige Eingewöhnungszeit und sehr viele Wechsel in den letzten acht Wochen.

Speaker: Und da war ich etwas besorgt und heute habe ich gesehen, dass er gelegen hat und auch wirklich geschlafen hat.

Speaker: Das hat mich schon mega gefreut und als ich dann um die Ecke gekommen bin auf der Weide, sind dann alle anderen aufgestanden, aber er ist liegen geblieben, hat mich gesehen, hat auch aufgeschaut.

Speaker: Und ich fand das einfach so ein schönes Zeichen, dass er sich wohl genug fühlt, einerseits in der Herde, dass er liegen bleibt, aber auch, dass er mich kennt und weiß, oh, sie kommt jetzt und er muss jetzt nicht gleich aufstehen, sondern kann da jetzt noch liegen bleiben.

Speaker: Ich habe mich dann halt zu ihm gesetzt.

Speaker: Habe ihn gestreichelt.

Speaker: Es war wirklich süß.

Speaker: Zuerst bin ich so neben ihm gestanden, habe ihn halt vor oben gestreichelt und er hat wirklich seinen Kopf so zwischen meine Beine geklemmt und so reingehängt.

Speaker: So, halt jetzt mal meinen Kopf.

Speaker: Ich bin müde.

Speaker: Ja, es war wirklich mega süß und dann habe ich mich ja auch

Speaker: wirklich relativ lange zu ihm gesetzt und hat sich dann auch noch flach hingelegt und hat nochmal wirklich ein kleines Nickerchen gemacht.

Speaker: Und ja, mich hat es einfach gefreut, einerseits, weil ich weiß, er schläft auch im Liegen, das ist mir einfach super wichtig bei den Pferden, aber eben auch, dass er sich grundsätzlich wohlfühlt, eben der Herde und auch bei mir und ich finde es einfach, ja, es machen sehr wenige Pferde, glaube ich, dass sie so, ach,

Speaker: ihrer Umgebung so vertrauen und ja, ich glaube, es passt so zu unserem Thema, das wir soeben einmal besprochen haben.

Speaker: Es ist immer so, es kommt, es ist so ein natürliches Thema, glaube ich, für uns beide, so, dass sich Pferde eben wohlfühlen sollen.

Speaker: Bei uns oder auch im Training und ich muss dazu sagen, ich habe auch einen neuen Online-Kurs angefangen.

Speaker: Wie gesagt, wir bilden uns auch stetig weiter.

Speaker: Wir wollen nicht nur Wissen weitergeben, sondern wir brauchen auch neues Wissen und ich mache jetzt so ein Trainingsjahr.

Speaker: um ganz viel neue Inputs zu bekommen für das Pferdetraining.

Speaker: Und ja, ich habe da einfach auch wieder so gemerkt, wie wichtig das ist, dass die Pferde sich eben entspannen können müssen in unserer Gegenwart, um überhaupt auch mit ihnen wirklich zu arbeiten.

Speaker: Und ich dachte, dass wir jetzt mal ein bisschen...

Speaker: um dieses Thema sprechen und auch eben, was passiert, wenn sich Pferde nicht wohlfühlen oder ob das natürlich ist, dass die entspannt sind, was man vielleicht ein bisschen machen kann, auf was man achten kann, also so ein bisschen, ich glaube, ich würde sagen, ein Mindful-Podcast, wo wir ein bisschen philosophisch werden und ein bisschen unsere Gedanken teilen und

Speaker: mal kein spezifisches Thema haben, aber ja.

Speaker: Ich bin ja über dich zu meinem Trainingsjahr gekommen und du arbeitest ja schon mega lange auch mit diesen Entspannungsübungen und du bist als Mensch eh ein Megavorbild für mich schon immer gewesen, seit wir klein sind, weil du mega entspannt bist.

Speaker: Don't do this to me.

Speaker: Nee, aber du bist sehr entspannt rund um Pferde und ich finde, du gibst dem Pferden auch mega viel Zeit.

Speaker: Vielleicht kannst du einmal teilen, was so dein Gedankengang dahinter ist.

Speaker: Also als allererstes mache ich es jetzt einfach.

Speaker: Es ist absolut unbezahlte Werbung und sie wissen bei Gott nicht, wer wir sind.

Speaker: Aber das Training, das Shojlitz macht, ist bei Anna Janschow von Pferdeausbildung mit Herz und Hirn.

Speaker: Und es geht um das Tänsegrale-Training.

Speaker: Ich bin parallel bei Anche Wirz noch so ein Kraftkonzept, noch so

Speaker: ein bisschen eine andere Herangehensweise an diese Tragkraft am Pferd erlernen und ich bin sowieso mega Fan davon, sich aus so vielen

Speaker: Seiten wie möglich so Trainingsinput zu holen und das so zusammenzustellen, wie es für das Pferd am besten passt und eben dieses tänsegale Training, das du mit Anna Jan-Choi jetzt machst, das mache ich schon eine ganze Weile und auch mit meiner Trainerin zusammen und auch da picken wir uns so für meine zwei Ponys jeweils die Rosinen raus, weil meine zwei Ponys wirklich sehr unterschiedlich sind, was sie brauchen.

Speaker: Genau, und

Speaker: Ja, also manchmal ist das für mich ein bisschen schwierig, sozusagen, woher das kommt.

Speaker: Ich glaube, dass das ein bisschen meine Persönlichkeit und mein Gefühl gegenüber den Tieren ist, dass das einfach mitbringt und ich glaube, dass es ein bisschen auch meine Kindheit widerspiegelt.

Speaker: Ich war viel mit Tieren, ich war immer draußen und

Speaker: Ich bin nicht viel geritten, ich bin viel gesessen.

Speaker: Also ich war viel da und ich habe das Pony gestreichelt, gemacht.

Speaker: Also ich war noch nie die, die reiten sowas hatte.

Speaker: Also meine Turnierritte kann man an einer Hand abzählen.

Speaker: Also das war wie nie so das Ding für mich, sondern es war dieses mit dem Pferd und Dinge erleben und da sein.

Speaker: Und ich habe früh gelernt, dass...

Speaker: wenn sie dir vertrauen sollen oder mit dir irgendwo hin sollen, dass die einen Leader brauchen und dass man halt das nur kann, wenn man ihnen klar sagt, was sie machen sollen, aber halt sie auch nicht übergehen.

Speaker: Und ich bin ganz ehrlich, ich konnte das auch nicht immer und ich glaube, Galando ist meine größte Herausforderung, weil manchmal raubt er Pferde,

Speaker: mir auch den allerletzten Nerv bei Dingen, die er eigentlich so gut kann und er ist aber auch so sensibel und dann macht er wieder Dinge, wo ich auch so denke, ich bin dich an den nächsten Baum und der nächste, der kommt, soll dich mitnehmen.

Speaker: Also ich hätte ihn auch schon hin und wieder verschenkt, so für fünf Sekunden, aber ich glaube, dass das dazugehört und ich glaube halt, dass das auch so eine

Speaker: Persönlichkeitsentwicklung ist, wenn man mit Pferden ist und das so macht.

Speaker: Und ich glaube, dass es auch ein Anreiz sein soll oder vielleicht ist es das, was für mich das mit dem Pferden arbeiten auch so speziell macht, dass man runterkommt, weil

Speaker: das Leben als Mensch und je erwachsener man wird, desto mehr ist das so, das ist ja so ultrahektisch, so ich habe den Termin und ich muss noch da hin und den Müll runterbringen und wieso ist das Bad nicht geputzt und ich glaube, wenn man dann zu den Pferden geht, muss man aktiv kurz runterfahren, weil wenn du mit der Energie kommst, also mit meinem ersten Pferd hätte ich auch mit der Energie wahrscheinlich arbeiten können,

Speaker: Galando, auch jetzt noch, ich meine, ich bin auch ein Mensch und ich habe auch stressige Tage, wenn ich mit der Energie komme, dann dreht Galando sich um und sagt, cool war es, aber wirklich nicht mit mir.

Speaker: Also das kann er nicht haben, wenn ich so überladen bin und dann so komme und von ihm auch noch was will.

Speaker: Dann sagt er, nimm.

Speaker: Ja, ich hatte eigentlich genau die gleiche Erfahrung.

Speaker: Also bei meinem ersten Pferd, also bei Haber, der in der Schweiz ist, das ist ein sehr grundentspanntes Pferd.

Speaker: Also wirklich, der ist immer entspannt eigentlich.

Speaker: Und mit dem muss man eben auch ganz anders herangehen, glaube ich, wenn man arbeiten möchte und wenn man etwas von ihm möchte.

Speaker: Also jetzt mit Moon.

Speaker: Moon ist wirklich ein extrem sensibles Pferd.

Speaker: Das kommt sicher auch aus der schlechten Haltung, dass er natürlich im Rennpferdetraining war, vielleicht nicht immer ganz so coole Dinge erlebt hat.

Speaker: Das weiß ich jetzt halt nicht.

Speaker: Ich meine, er war nicht allzu lange im Training, also sollte ein Mann meinen, dass es nicht so schlimm war.

Speaker: Aber ich...

Speaker: sofern ich ihn jetzt kenne.

Speaker: Ich kenne ihn jetzt ungefähr acht Wochen, wie gesagt.

Speaker: Ich werde wahrscheinlich meine Meinung noch ändern, 3000 Mal in den nächsten fünf Jahren.

Speaker: Aber er ist wirklich ein sehr sensibles Pferd.

Speaker: Der zuckt wirklich wegen allem.

Speaker: Also wenn man kurz irgendwie seinen Kopf schnell bewegt, also wirklich, wenn dein Körper statisch ist und du den Kopf schnell hin und her bewegst, dann zuckt dieses Pferd zusammen.

Speaker: Ich glaube nicht, weil er Angst hat, aber ich glaube, weil es unerwartete Bewegungen sind, die er nicht einschätzen kann.

Speaker: Und das ist mit ganz, ganz vielen Dingen so.

Speaker: Zeitgleich ist er aber extrem in sich gekehrt.

Speaker: Also das ist, als er zu mir kam, der war halbtot.

Speaker: Also wirklich, jetzt nicht nur von physischen Sachen, bei Gefütterung und solche Dinge.

Speaker: sind auch wirklich so charakterlich irgendwie so richtig tot abgestumpft und ich finde langsam blüht da eben mega auf und erschrickt auch mal und trabt dann einfach mal los, obwohl ich sage, eigentlich wollen wir Schritt gehen und ja, bringt halt neue Ideen und ich glaube, da habe ich auch erst gemerkt, wow, er entwickelt sich auch erst gerade bei mir wahrscheinlich so zurück zu sich selbst irgendwie und da ist

Speaker: finde ich oder sehe ich jetzt, ich meine, er ist ja mein Projektpferd sozusagen, sehe da jetzt auch meine Aufgabe drin, dass ich ihn unterstützen kann, dass er erstens so sein kann, wie er wirklich ist, dass es seine Persönlichkeit zeigen kann, aber eben auch, dass ich mit ihm dann so arbeiten kann, dass es für ihn stimmt und

Speaker: Ich habe schon super viel Inputs bekommen von klassischen Dressur zu Leisure-Tee zu Westernreiten.

Speaker: Ich mixe mir alles zusammen und reite dann das, was dabei rauskommt und was ich als gut empfinde für das Pferd.

Speaker: Ganz oben steht bei mir einfach gesunder haltendes Reiten.

Speaker: Und ich glaube, das ist egal, welche Reitweise man reitet.

Speaker: Es gibt immer Übungen, die gesunder haltend sind.

Speaker: Und mit dieser neuen Arbeit jetzt im Tänze-Gallen-Training ist, glaube ich, was für mich zumindest einen neuen Input ist, ist eben diese Lösungsarbeit, die man da macht.

Speaker: Und ich glaube, dass es einfach für Moon extrem vorteilhaft ist, diese Lösungsarbeit zu machen.

Speaker: Und wo ich jetzt vielleicht beim anderen Pferd nicht, also sicher wäre auch schön gewesen für das andere Pferd, aber jetzt vielleicht nicht so extreme Unterschiede sehen würde, als ein Pferd das einfach auf

Speaker: konstanter Stromspannung steht und sich nicht relaxen kann.

Speaker: Ja, ich glaube vor allem, was Training ausmachen soll, und das kann ja aus unterschiedlichen Richtungen kommen, abgesehen vom körperlichen, also Training muss körperlich gut sein, wenn das Pferd danach offensichtlich schlechter oder schmerzhafter ist, ist es immer Mist, aber ich glaube, was mir auch

Speaker: Diese Trainingsmethoden, die ich jetzt eher brauche und auch meine Trainer näherbringe, gerade mit Galando, der ja auch so ein hibbeliges Ding eher ist, dass diese Ruhephase, dieses Entspannen, das Pferd soll

Speaker: Das Pferd soll ruhig werden, das Pferd soll konzentriert sein und ich glaube, das ist so wichtig, weil ein Pferd in Angst oder Spannung erstens nicht lernen kann.

Speaker: Ich glaube, dass das wirklich ein Problem ist und ich glaube, dass ein Pferd in Angst und Spannung auch immer ängstlicher und gespannter wird und ich glaube, die Reaktion ist zweiprohig.

Speaker: Pferdearten, die wir auch viel sehen, also meines Erachtens, ich bin kein Pferdeverhaltenstherapeut, also es ist hier eigentlich nur Erfahrungen von mir.

Speaker: Es gibt ja die Pferde, die dann nur noch erschrecken, also wirklich nur noch, weil die sind so angespannt, die denken eigentlich,

Speaker: Das nächste, was kommt, tötet mich.

Speaker: Und dann gibt es die Pferde, die gar nichts mehr, also wirklich, ich gar nichts mehr reagiere, also auf gar nichts mehr.

Speaker: Und manchmal, wenn ich so, ich lese auf Instagram, ja, mehr auf Facebook.

Speaker: Ich bin alt, ich lese noch Dinge auf Facebook.

Speaker: Auf Facebook lese ich manchmal in so Gruppen, wo man Reitbeteiligung sucht oder...

Speaker: also entweder hat man das Pferd oder man sucht das Pferd, lese ich manchmal so über Pferde, der erschrickt nie, der schaut nichts an und das sind für mich immer so Momente, wo ich so denke, also ein Fluchttier, das nicht grundsätzlich mal etwas anschaut,

Speaker: ist für mich seltsam.

Speaker: Also, ich meine, ich bin kein Fluchttier, offensichtlich, und trotzdem, wenn irgendwo ein lautes Geräusch ist, schaue ich das an.

Speaker: Wieso sollte das ein Pferd nicht?

Speaker: Das heißt nicht, dass für mich jedes Pferd durchdrehen muss, aber

Speaker: ein Pferd, das nichts anschaut, sondern einfach so vor sich hin trottet, der wurde oft, natürlich, es ist auch ein bisschen Charaktersache, aber meines Erachtens oft so mundtot gemacht, weil Pferde ja, wir haben es im Podcast bezüglich der Markenpferde schon kurz angetübt, Pferde haben ja auch eine Meinung und Ideen und ich glaube, wenn man dem Pferden konstant sagt, deine Idee ist schlecht und

Speaker: Sei ruhig, dass die irgendwann ruhig sind.

Speaker: Ein bisschen ist das, und ich weiß, auch in meinem Umfeld sind die Leute gespaltener Meinung, wenn ich das sage, aber ein bisschen ist das wie mit Kindern.

Speaker: Wenn du Kindern die ganze Zeit sagst, das ist falsch, das macht man nicht, sei ruhig, das Kind wird nie was sagen, das Kind wird keine eigenen Ideen haben und das Kind wird unmöglich kreativ werden.

Speaker: Also

Speaker: Im Kopf drin vielleicht, aber das nicht nach außen tragen.

Speaker: Mit ein bisschen Glück ist dann bei Kindern die Schule ein Raum, wo es das wieder darf und dann passiert das trotzdem.

Speaker: Aber ich glaube, dass das, was wirklich unterschätzt wird, wie oft Pferde, die vermeintlich nett sind, einfach...

Speaker: gelernt haben, dass nur so über Leben funktioniert.

Speaker: Und das finde ich sehr schade, weil Pferde haben oft gute Ideen.

Speaker: Also ich habe schon Dinge mit Galando gemacht, weil er die Idee dazu hatte und das war mega cool.

Speaker: Also

Speaker: Nicht jede Idee, die er hat, ist gut und es gibt auch Grenzen.

Speaker: Zum Beispiel, unser Stall ist direkt an einer Straße und um ins gute Gelände zu kommen, müssen wir die Straße passieren.

Speaker: Also wir müssen ein Stück so einer 80er Strecke, in der Schweiz ist außerorts 80, eine 80er Strecke entlang gehen und natürlich bin ich da nicht offen für Ideen.

Speaker: Und das sage ich ihm auch, weil...

Speaker: Entschuldigung, das ist kein Ort, das ist gefährlich, aber wenn er sonst Ideen hat, finde ich, dass er hin und wieder auch seine Ideen in unser Training einbringen darf, weil auch Kommunikation mit Pferden,

Speaker: irgendwie keine Einbahnstraße ist.

Speaker: Also ich bin nicht der Dompteur, der so sagt, und er macht nur das.

Speaker: Und manchmal, wenn ich so, gerade auf so großen Turnieren sehe, welches Pferd darf damit sprechen?

Speaker: Natürlich gibt es auch da, ich weiß, dass das jetzt sehr über einen Kamm geschert ist, es gibt auch Profireiter, Spitzensportler, die sehr freundschaftlich und gut mit den Pferden umgehen.

Speaker: Es gibt leider aber auch viel das andere.

Speaker: Ja, ich glaube, da ist es auch ganz wichtig, gerade bei Spitzensport oder Sport, manchmal rückt dann eben der Erfolg ein bisschen zu in den Vordergrund und vielleicht ist Pferde wohl zu hart in den Hintergrund.

Speaker: Kann man überhaupt nicht verallgemeinern.

Speaker: Ich würde sagen,

Speaker: Die meisten Pferdeleute wollen immer das Beste, aber eben manchmal braucht man einfach einen neuen Blickwinkel, um das Beste zu wollen.

Speaker: Niemand von uns ist perfekt.

Speaker: Ich glaube, das haben wir schon so oft auch bezüglich Fütterungsthemen gesagt.

Speaker: Man muss sich selber keine Schuld zuweisen oder sich schuldig fühlen oder denken, ich habe es jetzt wirklich verkackt.

Speaker: weil man kann es ja ändern in der Zukunft und das finde ich eben auch im Pferdetraining mega wichtig, sich einzugestehen.

Speaker: Ich habe auch super viele Fehler gemacht mit meinem ersten Pferd, die ich nie mit meinem zweiten Pferd machen würde oder Dinge ausprobiert habe, die ich jetzt nicht mehr machen würde.

Speaker: Aber das ist ja auch eine Lernkurve und ich glaube, diese Erfahrungen bringen uns ja auch sehr viel und wie gesagt, manchmal ist es auch nicht für jedes Pferd anwendbar.

Speaker: Ich meine, es könnte sein, dass ich vielleicht dieses Trainingsjahr

Speaker: Wie gesagt, ich habe erst gestartet, keine Ahnung, was da noch kommt.

Speaker: Ich bin mega gespannt, aber könnte auch sein, dass es mit einem komplett anderen Pferd angefangen hätte und vielleicht jetzt im ersten Monat noch nicht gedacht hätte, dass das wirklich was bringt, weil es einfach ein anderes Typ Pferd ist und vielleicht anders lernt oder was weiß ich.

Speaker: Und das ist mit

Speaker: jeder Reit weiß es so.

Speaker: Und ich finde, ein Satz, der mir mega hängen geblieben ist, der ist von meiner Western-Trainerin gewesen.

Speaker: Sie hat uns schon von ganz, ganz Beginn dann, also ungefähr ein Jahr, nachdem wir das Pferd gekauft haben, wir sie gefunden und sie hat uns da unterstützt.

Speaker: Und als allererstes hat sie gesagt, ihr müsst dafür sorgen, dass dieses Pferd sich sicher fühlt bei euch.

Speaker: Und wie ihr dazu beitragen könnt, ist eben auch,

Speaker: dass ihr diese Grenzen setzt, wenn keine Ideen kommen sollen.

Speaker: Es ist ja nicht, dass du das Pferd dann abstumpfst, wenn du sagst, ich bin jetzt gerade nicht offen für Ideen, sondern es braucht halt gewisse Grenzen, aber Pferde werden auch realisieren, dass sie sicher sind in Grenzen.

Speaker: Also das ist ja auch bei Kindern so.

Speaker: Ich meine, wenn sie die absolute Freiheit haben, bedeutet das nicht automatisch, dass sie Sicherheit empfinden.

Speaker: Und bei Pferden empfinde ich das Gleiche oder ich handle nach dem Gleichen und bin da auch der Meinung, dass wenn Pferde

Speaker: sich auch in doofen Situationen, die man dann irgendwie für das Pferd managt, schlussendlich realisieren oder lernen, oh, sie kümmert sich um diese Situation, ich muss jetzt keine Angst haben zum Beispiel.

Speaker: Also ich finde das auch ganz, wenn die Pferde so überreagieren bei kleinsten Dingen, also so ich sehe was oder erschrecke oder was weiß ich und dann überreagieren sie.

Speaker: Ich finde, das liegt auch am Pferdemensch,

Speaker: diese Situation zu managen und dem Pferd zu zeigen, hey, schau, es ist gar nicht so schlimm.

Speaker: Also wenn ein Auto neben uns vorbeifährt, das ist komplett manageable für mich.

Speaker: Ich schaue, dass es uns gut geht.

Speaker: Und eben, dass es mir hängen geblieben, dass sie wirklich gesagt hat, in dieser jungen Jungpferdefase vor allem ist es so wichtig,

Speaker: Dieses Sicherheitsgefühl um Menschen zu schaffen und ich bin da auch komplett dieser Meinung und ich finde auch, dass ganz viele Pferdetrainingsansätze viel zu wenig Fokus darauf legen, dass sich eben die Pferde sicher fühlen.

Speaker: Ich weiß jetzt nicht, ob das spezifisch aus dem Western-Training kommt, ich glaube, da ist einfach dieses Jungpferde-Horsemanship mega groß.

Speaker: Aber eben sehe ich jetzt auch wieder mit diesem neuen Trainingsansatz, dass es beim Lösen auch um Sicherheit geht.

Speaker: Und wenn die Pferde eben sich nicht entspannen wollen oder können, hat das oft Gründe.

Speaker: Das finde ich ganz spannende Themen.

Speaker: Genau, ich finde auch, es ist wichtig, dass die Pferde sich sicher fühlen und auch, dass sie dann was lernen können.

Speaker: Also erst wenn Pferde entspannt und sicher sind, können sie lernen.

Speaker: Das ist bei uns ja auch so.

Speaker: Und ich finde auch, dass das oft im Gelände unterschätzt wird.

Speaker: Und ich weiß, dass ich mir damit nicht nur Freunde mache, aber zum Beispiel bei Galando ist es so, der ist im Gelände oder in neuen Situationen sehr unsicher.

Speaker: Und meine Aufgabe ist es, ihm Sicherheit zu geben,

Speaker: dass er lernt, selbstbewusst zu sein und dass er das auch managen kann.

Speaker: Und ich frage ihn, wenn ich reite, oft an, ob er es schafft, durchzugehen.

Speaker: Und wenn er mir klar signalisiert, dass das zu viel für ihn und sein Nervensystem ist, dann steige ich immer ab und schaue mit ihm zusammen, wie wir die Situation meistern.

Speaker: Und ich glaube, dass er nichts Produktives oder für die Zukunft Sinnvolles lernt, wenn ich ihn dadurch...

Speaker: Prügel könnte ich vermutlich, probiere ich nicht, rückwärts würde er irgendwann gehen, aber ich könnte in allen Fällen schon vorbeiprügeln, aber das bringt nichts und man merkt auch, dass dann die Kapazität voll ist.

Speaker: Je weiter unser Ausritt ist, und ich meine, wir gehen ja schon auch mal zwei, drei Stunden weg, desto eher passiert es gegen Ende des Ausrittes, dass er sich wünscht, dass ich absteige und gehe, weil ich dann manchmal das Gefühl habe, dass sein Nervensystem so auswirkt.

Speaker: overloaded ist, also dass er dann wie so viele für ihn vielleicht ein bisschen schwierige Situationen schon mit mir drauf gemanagt hat, dass er das irgendwann nicht mehr kann.

Speaker: Und wie ich schon eingangs dieses Podcasts erwähnt habe, ist, wir müssen ja für die Pferde Leader sein und ich meine, ein Herdenführer geht voran für die Herde und dann ist es meines Erachtens auch unsere Aufgabe,

Speaker: abzusteigen und das zu machen, dass das Pferd merkt, man kann einem folgen.

Speaker: Natürlich versuche ich auch immer erst, ihm ein Angebot zu machen, ob er es nicht doch alleine schafft, weil was ich auch sehr wichtig finde, ist so das Selbstbewusstsein vom Pferd zu stärken, so du kannst das und mega gut und alle, die mich mit Pferden arbeiten sehen, wissen auch, ich freue mich immer so ganz sehr, wenn die was machen, also vielleicht auch ein bisschen überdimensional arg, aber dass die so

Speaker: wissen so, wow, das war gut und dass die sich auch mal so über sich selber freuen können.

Speaker: Aber wenn es nicht geht, glaube ich trotzdem, das Pferd irgendwo durchzuprügeln, drüberzuprügeln oder zu drücken.

Speaker: Es muss ja nicht mal grob sein, aber wenn man merkt, es ist nur noch ein Gedrücke, dann glaube ich, dass das Pferd nichts mitnimmt.

Speaker: Also auch, dass es nicht einem verarscht hätte, wenn man absteigt.

Speaker: Weil meine Erfahrung mit Galando ist, ich

Speaker: steige oft ab, aber ich steige immer weniger ab.

Speaker: Also für alle, die denken, das Pferd verarscht mich, dann müsste ich ja proportional jeden Ausritt noch mehr absteigen.

Speaker: Und das ist nicht der Fall, weil wir reiten manchmal einen Weg, da kreuzen wir einen Fahrradweg und auf diesem Weg hat es einen blauen Kreis mit einem Herz drauf, dass man respektvoll miteinander umgehen soll, weil da wird der Fahrradweg sehr eng und es kreuzen noch andere Wege und Fußgänger und Fahrradfahrer sollen auf sich aufpassen oder Acht geben, so ein blaues Herz.

Speaker: Und das fand er, also so ein Kreis mit so einem Herz drin, blau-weiß.

Speaker: Und am Anfang fand er das ganz schlimm.

Speaker: Also er konnte da nicht vorbeigehen.

Speaker: Und wir mussten nah vorbei, weil unser Weg war ja irgendwann am Limit.

Speaker: Und das war ganz schlimm und ich bin sicher dreimal abgestiegen und mit ihm da drüber gegangen.

Speaker: Und mittlerweile geht das reitend, problemlos.

Speaker: Und wenn man ja den Gedanken hat, er verarscht mich, weil er könnte das, aber er will einfach nicht, dann müsste er ja jedes Mal noch komplizierter tun und nicht jedes Mal besser.

Speaker: Und mittlerweile reiten wir da drüber.

Speaker: Er kann mittlerweile mit allen vier Füßen drüber gehen, findet er immer noch ein bisschen gruselig, aber es wird.

Speaker: Und ich glaube, dass das wichtig ist zu sehen,

Speaker: Pferde verarschen uns nicht in dem Sinn.

Speaker: Natürlich ist Napoleon auch mal ein Schlitzohr.

Speaker: Das ist nicht das, was ich sage, dass nie sowas passiert.

Speaker: Aber ich glaube grundsätzlich, wenn Pferde Angst haben, dann haben sie Angst und nicht, damit wir absteigen.

Speaker: Oder wie furchtbar muss das Reiten dann sein, wenn das Pferd dich verarscht, dass du absteigst?

Speaker: Dann ist vielleicht der Ansatzpunkt für mich schon an einem anderen Ort.

Speaker: Und ich weiß, dass diese Meinung vielleicht bei gewissen Leuten ist,

Speaker: auch nicht so gut ankommt, weil ich weiß, dass in der Reiterwelt schon auch noch ist, der verarscht dich und so und das glaube ich nicht.

Speaker: Wenn ihr ein anderes Pferd habt, okay, eben, ich kenne nicht alle Pferde der Welt, aber mein Ding ist, dass die Pferde, die verarschen uns nicht, sondern die versuchen uns ja eigentlich zu gefallen, die sind

Speaker: Eigentlich möchten die ja alles richtig machen.

Speaker: Ich habe noch nie ein Pferd erlebt, das gern alles falsch macht.

Speaker: Ja, also ich glaube, es gibt schon Pferde, die sehr viel testen, einfach auch von der Persönlichkeit.

Speaker: Ich meine es bei Menschen ja auch gleich.

Speaker: Es gibt diese, die müssen immer die Grenzen testen und diese, die akzeptieren die Grenzen einfach.

Speaker: Ich glaube, es gibt auch Pferde, die da sehr unterschiedlich Dinge prozessieren mit Ideen.

Speaker: Also es gibt auch wirklich Pferde, die haben...

Speaker: Ganz wilde Ideen, also keine Ahnung und lernen halt auch ganz schnell ganz dumme Dinge, da muss man auch ein bisschen aufpassen, aber ich persönlich glaube, also wie gesagt, ich habe Biologie studiert, ich weiß sehr viel über Pferde und über Verhalten und Gehirne, aber ich bin jetzt auch kein Verhaltensexperte.

Speaker: Auf jeden Fall, ich glaube nicht, dass Pferde die Gehirnkapazität haben, das klingt jetzt ein bisschen asozial, aber du wirst sehen, was ich meine, um wirklich aktiv Menschen zu verarschen.

Speaker: Also ich glaube, Pferde leben so krass im Moment selber, das ist ja bewiesen, dass die Pferde einfach im Hier und Jetzt leben.

Speaker: Und ich glaube, die denken dann nicht darüber nach, ja, also letzte Woche hatte ich die verarscht, ich verarsche die heute jetzt einfach nochmal, weil es lustig ist.

Speaker: Ich glaube nicht, dass Pferde das wirklich denken oder die Kapazität besitzen, sich an solche Gedankenstrukturen zu erinnern.

Speaker: Ich glaube, sie erinnern sich mich, oh, da ist wieder das blaue Ding, das habe ich schon einmal gesehen.

Speaker: Okay, wie handle ich jetzt diese Situation?

Speaker: Und ich glaube, das ist auch die Aufgabe des Menschen,

Speaker: die Situation halt einzeln zu betrachten.

Speaker: Es gibt einfach Tage, die sind schlimmer und andere sind weniger schlimm.

Speaker: Das ist bei jedem so.

Speaker: Aber wie du sagst, ich glaube auch, das ist ganz viel mit dieser Mental Load und auch Mental Kapazität.

Speaker: Wie viel kann das Pferd an diesem einen Tag aufnehmen und was ist eben zu viel und was reicht vielleicht an anderen Tagen noch viel mehr aus?

Speaker: Und eben wie wird die Situation dann übernommen vom Menschen?

Speaker: Sagt der Mensch einfach,

Speaker: du Scheißpferd, jetzt musst du einfach da durch und eben prügelst es durch oder denkst halt, ja, du verarschst mich nur und zwingst es irgendwie.

Speaker: Ich meine, das endet oft mega in einem schlechten Gefühl, auch für beide Seiten.

Speaker: Sage ich jetzt auch nicht, dass wir nie diese Fehler gemacht haben.

Speaker: Also wie gesagt, wir wollen da keine Dinge an die Wand malen.

Speaker: Aber ich finde das mega wichtig zum Realisieren, dass die Pferde im Hier und Jetzt sind und sich nicht darüber nachdenken, was sie letzte Woche so gemacht haben.

Speaker: Und ich finde das mega spannend.

Speaker: Ich sehe das jetzt bei Moon sehr stark.

Speaker: Ich habe das noch nie so beobachtet persönlich mit meinem eigenen Pferd.

Speaker: Und bei ihm, was ich beobachtet habe, ist, dass jetzt über die Zeit, die er bei mir ist, dass er immer wieder...

Speaker: so ganz random Angst hat vor, also Angst oder unsicher ist in verschiedenen Situationen, die vorher gar kein Problem waren und auch an anderen Tagen wieder gar kein Problem sind.

Speaker: Aber wahrscheinlich einfach an diesem Tag entweder die Kapazität anders war oder vielleicht hat er ein anderes Körpergefühl.

Speaker: Zum Beispiel

Speaker: Wir hatten ein Missverständnis vor ein paar Tagen.

Speaker: Ich wollte da vier Übungen mit ihm machen, aber auf Distanz.

Speaker: Also ich wollte mit ihm üben, dass er auch mal drei, vier Meter weg von mir gehen kann, ohne dass er stirbt.

Speaker: Und da wollte ich inzwischen zwei solchen Hindernisständer durchschicken.

Speaker: Also es ist relativ eng, es ist so an der Bande und dann geht da so ein Hindernisständer an der anderen Seite und es ist so...

Speaker: Das Pferd passt genau durch, also er berührt nichts, aber es ist halt eng.

Speaker: Und der wollte da einfach nicht rein und dann ist er irgendwie durchgeschossen und dann hat er wirklich die Situation ganz komisch aufgelöst.

Speaker: Und ich habe zuerst, ganz ehrlich, ich habe nicht gecheckt, dass das Problem, glaube ich, war.

Speaker: Und dass er einfach in diesem Moment Angst hatte von dieser Bande oder irgendwas war da im Gebüsch, ich habe keine Ahnung.

Speaker: wo der einfach unsicher war und ich habe das leider zu spät realisiert, ich habe Videos gemacht, ich habe es dann auf den Videos gesehen und dachte mir, ah, bist du dumm oder so, aber gut.

Speaker: Aber ich werde jetzt halt in Zukunft mehr darauf achten, entweder ist da vielleicht im Gebüsch was, keine Ahnung, oder eben, was bringt diese Unsicherheit oder bin ich es, die die Unsicherheit gebracht hat?

Speaker: Also auf den Videos, finde ich, konnte ich erkennen, dass ich einfach zu viel verlangt habe und also zu viele verschiedene Dinge auf einmal und das vermutlich dann

Speaker: aus meiner Sicht darin enden könnte, dass dann eben andere Dinge auch wieder schlimmer sind als vorher.

Speaker: Und ich glaube, das ist genau der Punkt, dass man sich selber reflektiert und eben auch eingesteht, das war jetzt vielleicht nicht so gut, dass ich ihn da jetzt noch dreimal durchgeschickt habe, aber er ist jetzt auch nicht gestorben.

Speaker: Also ich habe es mir eben auch die Tage danach nochmal gut aufgebaut und gut geübt und das ist überhaupt kein Thema,

Speaker: an einem anderen Tag, aber wie gesagt, manchmal hat man einfach solche Situationen.

Speaker: Ich glaube nicht, dass sie in diesem Moment gedacht hat, weißt du was, heute verarsche ich die Alte einmal, ich habe jetzt keine Lust, da durchzugehen.

Speaker: Ich glaube, ich bin nicht so wert, als das Denken.

Speaker: Nein, und ich glaube wirklich, also ich glaube auch, unser größtes Glück, und das gilt für uns alle, weil jeder hat schon mal falsch reagiert, jeder war schon mal emotional, weil

Speaker: Das ist auch bei mir, ich meine, ich weiß, wie Galando ist und wir kennen uns gut und ich glaube, dass wir grundsätzlich ein gutes Verhältnis zueinander haben, aber auch bei mir gibt es Tage, wo ich vielleicht zu schroff, zu streng bin, das passiert, weil wir haben auch ein Päckchen, das wir mitbringen, wenn wir an den Stall kommen.

Speaker: Wir kommen auch nicht vorbelastet und ich glaube, den Pferden geht es genauso und

Speaker: unsere Pferde haben ja das Glück, dass die Freizeit haben, wenn wir nicht da sind.

Speaker: Und ich meine, vielleicht gab es in der Herde eine Rangelei und er hängt mit dem Kopf noch da und kann weniger aufnehmen.

Speaker: Oder sie hat einen Besuch von Wildtieren in der Nacht.

Speaker: Also es gibt so viele Dinge, die wir nicht beeinflussen können, die das Pferd aber mitdenkt.

Speaker: Und das verzeihen wir ihm.

Speaker: Und ich glaube, das Schönste an dem Pferd ist, sie verzeihen uns auch vieles, eigentlich fast alles.

Speaker: Manchmal auch schade, weil sie wirklich deswegen auch sehr viel abkönnen und nichts zeigen.

Speaker: Aber ich glaube, unser Glück ist, dass Pferde sowas verzeihen.

Speaker: Dann ist es mal nicht so gut gelaufen.

Speaker: Du hast es reflektiert, du hast gemerkt, ah, shit, das war jetzt vielleicht eher ein bisschen Mist.

Speaker: Und dann kannst du das anders machen und er nimmt es dir nicht für immer übel, weil dass es auch so einen Konflikt oder ein Missverständnis gibt, ist normal.

Speaker: Das ist wie in jeder anderen Beziehung ja auch.

Speaker: Ich meine, in der Beziehung mit meinem Freund gibt es auch mal ein Missverständnis.

Speaker: Es wäre ja wild, wenn das nie passieren würde.

Speaker: Und so ist es auch mit dem Pferd.

Speaker: Ich finde einfach wichtig, dass wir lernen, die Zeichen der Pferde wahrzunehmen, dass sie mit uns reden, weil das machen sie eigentlich die ganze Zeit, halt über die Körpersprache und dass man dann auch nicht so streng mit ihnen, aber auch nicht mit sich selbst ist.

Speaker: Also ich glaube, die Pferde merken das auch eben, dann ist man streng, dann ist man verunsichert mit sich selbst und dann kommt das Pferd gar nicht mehr mit, weil wenn man unsicher ist, dann ist das Pferd auch und ich glaube,

Speaker: Es ist wichtig zu sagen, ja, gestern war shit, heute wird es besser.

Speaker: Also ich glaube, manchmal muss man auch was abschließen können und es war jetzt ein schlechter Tag, eine schlechte Trainingseinheit.

Speaker: Das gibt es immer.

Speaker: Es treffen zwei Individuen mit eigenen Meinungen, eigenen Tagen, die vergangen sind, aufeinander.

Speaker: Und das kann mal nicht so gut laufen wie jetzt bei dir.

Speaker: Du hast es angeschaut, deswegen, ich liebe das, wenn man Training mitfilmt.

Speaker: Wie oft auch bei mir fällt mir was auf, so, oh, da habe ich zu wenig gelobt, oh, da habe ich falsch korrigiert, warum zur Hölle habe ich das gemacht?

Speaker: Also, ich habe das auch immer wieder, oder wo stehe ich da?

Speaker: Klar versteht er nicht, was ich will, wenn ich sieben Meter zu weit hinten stehe, wie soll er wissen, dass ich das von ihm will?

Speaker: Und ich glaube, wir haben das Glück, dass wir uns heutzutage filmen können, wir können uns reflektieren, wir können das mit anderen besprechen.

Speaker: Und ich glaube, wenn wir den Pferden so eine Stimme geben, wenigstens mit ihrem Körpersignal, dass man mega viel verändern kann und auch so zusammenwächst.

Speaker: Ich möchte alle dazu einfach aufrufen, auch mal setzt euch zu einem Pferd und schaut, wie die miteinander kommunizieren, wie fein diese Signale sind und wie oft

Speaker: wir wirklich Dinge, die die Pferde uns im Training schon viel früher sagen, nicht wahrnehmen, weil Pferde so kleine Signale am Anfang senden und je mehr du dein Pferd mit dir sprechen lässt, im Sinn von dir Signale geben oder Ideen, desto mehr macht er es auch, desto mehr sagt er, ah cool wäre das oder meine Idee ist das und dann liegt es an dir zu sagen, gute Idee, aber ich will das, zum Beispiel ich übe mit dem Galant und

Speaker: die Crunches, das kann ja aber auch als rückwärts missverstanden werden und manchmal sagt er dann, heute hat er gedacht, wieso auch crunchen, wenn ich auch mit den Hinterhands seitwärts gehen kann, das war nicht seine Aufgabe und dann ist es doch unsere Aufgabe zu sagen, gute Idee, aber das ist nicht, was wir üben und dann einen neuen Impuls zu geben,

Speaker: Und ihm zu sagen, das wäre richtig.

Speaker: Und ohne ihm, wenn er es falsch macht, einfach

Speaker: Nichts drauf zu haben.

Speaker: Also ich ignoriere oft, wenn es falsch ist, ja, wie gesagt, oder nicht die richtige Richtung ist.

Speaker: Ich ignoriere es oft und kommentiere es einfach gar nicht und starte einfach nochmal, versuche das nochmal neu zu erklären.

Speaker: Was will ich eigentlich?

Speaker: Manchmal merke ich dann auch selber, gut, das war jetzt super unklar, glaube ich, von mir.

Speaker: Ich würde jetzt auch nicht verstehen, was ich meine und ich glaube, es ist auch mega wichtig, dass man

Speaker: Ich glaube auch bei der Fütterung, ich sage immer, so wenig Emotionen wie möglich und ich glaube beim Pferdertraining ist es ab und zu auch mega hilfreich, wenn man einfach nicht emotional wird in diesen Situationen.

Speaker: Jeder Mensch ist mal frustriert, don't get me wrong, das ist natürlich so, meist hat man auch schlechte Tage und so, aber...

Speaker: es hilft einfach, das neutral zu sehen, mit jeglichen Themen auch neutral zu sehen, wenn ihr Fehler macht.

Speaker: Ich finde das mega hilfreich für mich.

Speaker: Ich habe mich mega aufgeregt im Nachhinein, dass diese Situation so entstanden ist und dass es halt so blöd war für ein paar Minuten, aber ich habe mir dann halt auch gesagt, gut, morgen wird es besser, ich versuche es besser zu machen und ich habe es in diesem Moment ja nicht geschnallt.

Speaker: Also ich kann mich ja selbst nicht verurteilen, dass ich es in diesem Moment nicht gesehen habe und trotzdem so agiert habe.

Speaker: Hätte ich jetzt realisiert und trotzdem agiert, würde ich mich mehr verurteilen.

Speaker: Aber es ist manchmal halt einfach so, das Leben ist...

Speaker: ganz verschieden.

Speaker: Ich finde es einfach sehr schlimm, wenn man halt wirklich so Macken nicht abtut, dass das normal ist.

Speaker: Ich finde das ja auch bei der Fütterung, sehe ich das leider oft, dass man sagt, ja, der hat halt Kotwasser seit 20 Jahren, das ist halt so.

Speaker: Ich finde, das ist jetzt nicht meine Meinung, dass man das so durchs Leben gehen soll und das finde ich eben auch beim Pferdetraining

Speaker: Finde ich das hilfreich, dass wenn eben solche Macken entstanden sind, muss, also finde ich, sollte man irgendwie die Ursache finden oder eben versuchen, diese Macken loszuwerden.

Speaker: Zum Beispiel ganz schlimm finde ich, wenn die Pferde zwicken, also beißen oder treten.

Speaker: Ich finde das immer krasses Alarmsignal, auch übrigens für Stress und ebenso Magenthemen.

Speaker: sehr großes Alarmsignal oder wenn sie ja ein bisschen satteln wollen.

Speaker: Da habe ich jetzt immer wieder Videos gesehen.

Speaker: Ich weiß nicht, wieso die auf meiner Instagram-for-you-Page sind, aber du, man weiß es nicht manchmal, wie die Algorithmen funktionieren.

Speaker: Aber ich habe irgendwie so viele Videos gesehen von solchen Pferdehöfen für Kinder, die so jetzt Sommerurlaub anbieten.

Speaker: Ich meine, es ist jetzt die perfekte Zeit.

Speaker: Und da gibt es immer so Aufnahmen, wo irgendwie das Kind kommt und sagt, ja, sie brauchen einen anderen Sattelgurt, weil das Pferd zwickt zum Beispiel.

Speaker: Und dann sagt aber die Leiterin da irgendwie, ja, der ist halt einfach so, der zwickt ab und zu, aber musst du halt einfach durch und einfach satteln und Gurt zu und gut ist.

Speaker: Oder das Pferd möchte die Trense nicht nehmen, da muss man so richtig reingrübeln, schon fast das Mund absperrt und was weiß ich alles.

Speaker: Also ich habe wirklich so viele Videos gesehen mit solchen Kommentaren.

Speaker: Und ich bin da so schockiert drüber, weil Kinder, wie man sieht, haben ja oftmals die richtigen Gedanken in die richtige Richtung.

Speaker: So, ich brauche was anderes, das funktioniert so nicht, oder?

Speaker: So, und dann kommt aber der erwachsene Mensch und sagt, nee, nee, das ist halt einfach so, der ist einfach, das ist sein Charakter.

Speaker: Und ich finde das für die Pferde immer so schade, weil...

Speaker: die kommen da ja nie raus.

Speaker: Und diese Kinder sind dann auch wieder diejenigen Menschen, die das leider mit ihren eigenen Pferden so denken.

Speaker: Und so sind, ja, die sind halt einfach so.

Speaker: Und irgendwie finde ich das sehr, das beschäftigt mich extrem und ich finde es sehr schade.

Speaker: Ja, ich glaube, dass man den Kindern auch was Megawichtiges weg erzieht.

Speaker: Ich glaube nämlich, dass Kinder grundsätzlich sehen würden, was Pferden einem sagen.

Speaker: Und ich hatte vielleicht mit meiner Mama und den

Speaker: Reitlehrer, die ich hatte das Glück, dass mir das halt nie aberzogen wurde und ich das vielleicht deswegen auch jetzt noch eher sehen kann, aber ich glaube, wenn du natürlich in eine Reitschule gehst und das Pferd, ja, du musst dich halt umdrehen beim Satteln und eine Gerte halten, dass der dir nicht in den Arm beißt, ja, vielleicht ist dann wirklich was falsch und ich glaube,

Speaker: wir sind auf einem guten Weg.

Speaker: Also ich muss sagen, so viele, es gibt Reitschulen, die umdenken, es gibt Pferdebesitzer, die umdenken und eben, wenn jetzt irgendjemand zuhört, der sagt, oh Gott, das habe ich auch gemacht oder vielleicht mache ich das jetzt noch.

Speaker: Auch ich eben finde bei mir immer wieder Dinge, die ich noch mache, die nicht okay sind oder ich nicht machen sollte und

Speaker: jeder, der umdenkt und einen Schritt wagt, etwas anderes zu machen, ist eine mega Bereicherung für die Pferdewelt und ich glaube, dass man sich dann auch nicht verurteilen kann, weil wie du jetzt in diesen Videos siehst oder auch erklärt hast, du lernst das so und manchmal braucht es so lange, bis man merkt, dass es falsch ist, weil viele haben schon früh ein Störgefühl oder denken so, irgendwie ist es

Speaker: was komisch mit meinem Pferd, mit unserer Beziehung, wie sich es verhält im Training oder so.

Speaker: Und manchmal braucht das einfach, bis man da durch ist.

Speaker: Und da bleibe ich dabei, das Schönste ist, die Pferde nehmen es uns nicht übel.

Speaker: Das Pferd, für das du vielleicht unwissentlich wochenlang was Blödes gemacht hast, wenn du es umstehst und sagst, sorry, mein Fehler, ein Pferd nimmt es dir nie übel.

Speaker: Und das ist so schön, wie...

Speaker: wie ehrlich die mit uns umgehen und wenn man sagt, sorry, mein Fehler, ich mache das jetzt ehrlich anders, glaube ich, dass die meisten Pferde mitziehen.

Speaker: Natürlich, du kannst nicht draufhauen, sorry sagen und wieder draufhauen, dann glaubst du das Pferd auch nicht mehr.

Speaker: Aber ich glaube, wenn du ernsthaft etwas ändern willst, dann sind es die Pferde, die vielleicht auch unter dir gelitten haben,

Speaker: Ob das in kleinen oder in großen Dingen sind, die dann trotzdem danach deine besten Freunde sein können, weil oft macht man ja die Dinge mit den Pferden nicht, weil man das Pferd nicht mag.

Speaker: Man liebt die ja abgöttisch.

Speaker: Also wir alle machen das hobbymäßig und niemand von uns eben auch, wenn was schief läuft, macht das, weil man es mag.

Speaker: mit dem Pferd schlecht meint.

Speaker: Es ist oft Unwissen, man hat es nicht gemerkt, eben einen schlechten Tag, es ist wirklich so schwierig zu sagen und ich glaube, es ist wichtig zu sagen, reflektiert euch, reflektiert das Verhalten eurer Pferde, was will es mir vielleicht damit sagen und dann probiert aus und

Speaker: Ich glaube, jede Veränderung, die zum Pferdewohl beiträgt, ist erstmal gut und dann manchmal muss man was ausprobieren und merken, dass es Mist ist und dann wieder machen, neu orientieren und weitermachen, um jeden Tag dem Pferd das bestmögliche Leben zu ermöglichen und eben, wie du immer sagst,

Speaker: Perfekt geht eigentlich nie, aber jeder Schritt in die richtige Richtung ist für das Pferd mega cool.

Speaker: Ja, das finde ich eben auch.

Speaker: Und ich finde vor allem da vielleicht zwei Dinge zum Abschluss.

Speaker: Ich finde, zuhören ist das Wichtigste, glaube ich, unserem Pferden zuzuhören, so wie was wir jetzt heute besprochen haben.

Speaker: Aber eben auch dann vielleicht entsprechend zu handeln, sich selbst zu reflektieren und eben, ich finde, neuen Input, das ist einfach gut.

Speaker: so viel Gold wert.

Speaker: Ich habe auch schon Inputs bekommen, wo ich dann dachte, gut, das werde ich jetzt nie anwenden, weil ich überhaupt nicht überzeugt war oder weil es vielleicht nicht funktioniert hat oder was weiß ich.

Speaker: Das gibt es auch manchmal, wenn man Kurse macht oder eben Beratungen macht oder was weiß ich.

Speaker: Vielleicht ist man dann so gut, das passt für mich jetzt persönlich nicht.

Speaker: Aber für andere kann es dann wiederum passend sein.

Speaker: Und ich finde es da einfach mega wichtig, dass man

Speaker: Einerseits zuhört und eben sich selber weiterbildet oder Berater konsultiert, wenn ihr unsicher seid bei irgendeinem Thema.

Speaker: Futter, dann vielleicht zur Futterberaterin beim Training, dann vielleicht neuer Trainer oder neuen Input.

Speaker: Und ja, so werden wir jeden Tag ein bisschen besser und können uns anpassen.

Speaker: Ja, zuhören nicht nur uns, sondern auch euren Pferden.

Speaker: Und was ich allen auch vielleicht noch mitgeben will, hört auf euer Bauchgefühl.

Speaker: Ich glaube, ganz viele von uns merken in sich drin, wenn was nicht stimmt, wenn was optimiert werden muss.

Speaker: Glaubt daran, auch wenn ihr ein schlechtes Gefühl bei einem Trainer, bei einem Sattler, bei wem auch immer habt, meistens sagt euch das Gefühl was und ihr dürft darauf hören und es gibt dann so viele Optionen, sich eben woanders einen Input zu holen, wie du sagst, wenn du einen Input nicht gefühlt hast oder das Gefühl hast, das mache ich nicht, dann mach das auch nicht, also

Speaker: Ihr müsst euch auch nicht verbiegen dafür, aber ich glaube, jeden Tag versuchen, das Bestmögliche zu machen und den Pferden zuhören und versuchen, der bestmögliche Freund und Partner fürs Pferd zu sein und dann wird das gut, dann kann man viele coole Dinge erleben.

Speaker: Ich finde, das hast du sehr schön gesagt und wir schließen diese Folge, glaube ich, auch mit diesen Worten ab.

Speaker: Ich finde es immer wieder schön, mit dir so über diese Themen zu reden.

Speaker: Ihr könnt euch uns auch gerne Feedback geben, falls ihr diese Themen spannend findet und wir auch vielleicht mehr davon machen sollen, nicht nur Gesundheits- oder Fütterungsinputs, sondern auch immer wieder so philosophische Themen.

Speaker: Und da dein Hintergrund schon fast dunkel ist, das ist so ein sehr spätartenses

Speaker: In der Schweiz, glaube ich, verenden wir diese Folge.

Speaker: Ja, das machen wir.

Speaker: Bis nächste Woche.

Speaker: Tschüss.

Speaker

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